Autor Thema: Eklat zwischen den Generationen  (Gelesen 41088 mal)

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Offline Nixe

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #60 am: 11.11.14, 06:36 »
Da muß ich jetzt einlenken und nachfragen :P 1000 Euro  nur für den Schwieva und sie will auch noch 450 oder was bekommen den die überhaupt keine Rente? Bei uns in Ö ist das so wie glaub ich Gini geschrieben hat meist wird ausgehandelt Strom Wasser Telefon Versicherung unser Opa bekommt noch mittagessen aus.Bei der Übergabe bekommen die weichenenden Erben etwas Geld, Baugrund jenachdem ,unser Schwieva bekommt selber Rente und das nicht wenig allerdings hat er auch noch die Witwenpension von ihr.Von Pachteinnahmen könnte man bei uns nicht leben da müßte man schon sehr viel haben und wenn ich 1450 Euro jedes Monat zahlen müßte könnte kein Hof überleben,Allerdings weiß ich das man in die Pensionskassa der Bauern nicht grad wenig einzahlen muß vielleicht mehr wie bei euch?

Kiliane

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #61 am: 11.11.14, 07:36 »
Also momentan sind es eben die knapp 1500€, die mein Mann an die Eltern bezahlt, plus die laufenden Kosten mit Strom, Wasser, Telefon... (Haus und Stall zusammen). Ja, das bezahlt alles mein Mann und darf dafür mietfrei wohnen.
So lange ich dort gewohnt habe fanden wir den Betrag okay...

Was der SV genau an Rente bekommt weiß ich nicht. Er sagte am WE nur, dass sie hinten und vorne nicht reichen würde. Ich gehe jetzt mal von 500-600€ aus. Er meinte auch, die zukünftigen 1000€ "Abfindung" (oder wie man es nennen mag), kämen zum Großteil auf ein Konto, damit eine eventuelle spätere Pflege der SE gesichert sei.

Mir kommt nur gerade in den Sinn:
Wenn mein Mann den Hof überschrieben bekommt, monatlich einen Betrag an die Eltern bezahlt und diese dann sterben, dann müsste auch schriftlich geregelt sein, dass mein Mann die Geschwister nicht mehr auszahlen müsste. Denn angenommen seine Eltern leben noch 10 Jahre (als einfaches Rechenbeispiel), bekommen dann monatlich 1000€, das wären dann 120000€. Mein Mann (oder wir) würden dann ja heftig draufzahlen, wenn wir dann nochmal was an die Geschwister abgeben müssten.
Hmmm... wahrscheinlich kann da ein Steuerberater oder Rechtsberater weiterhelfen.

Ach ja, da schon öfters danach gefragt wurde:
Der SV ist jetzt 72 Jahre und die SM ist jetzt 64 Jahre.


Offline Pferdefrau

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Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #62 am: 11.11.14, 07:40 »
Willst du denn da wieder hinziehen wenn es ueberschrieben ist? Ich meine sonst wird eure finanzielle Belastung auch sehr hoch

Kiliane

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #63 am: 11.11.14, 07:47 »
Nein, für uns Beide steht fest, dass wir dort im gleichen Haus keine Chance auf ein ruhiges Leben haben. Über kurz oder lang wird es wieder Krach geben weil die SM einfach eine frustrierte Frau ist.

Wenn der Hof überschrieben wird, dann suchen wir uns ein anderes Haus in der Nähe. Aber das ist schon richtig. Dann wird die finanzielle Belastung richtig hoch und so kann das dann auch nicht sein.

Das hat mich nun endgültig davon überzeugt zu sagen, dass sich ein Rechts-/Finanzmensch mit an den Tisch setzten müsste bei einer Übergabe, der dann alles aufdröselt.

Offline Finn

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #64 am: 11.11.14, 07:52 »
ich habe hier mitgelesen und möchte eigentlich nur mal zu denken geben, dass die SE den Hof erhalten haben, und das erwirtschaftete Geld zum größten Teil wohl auch in den Betrieb gesteckt haben.  Und wer aus der Landwirtschaft kommt, weiß dass man ordentlich in die Alterskasse einzahlen muss, aber die Rente die man später bekommt nicht gerade üppig ist. Sie ist so ausgelegt, dass der Altenteiler auf die Unterstützung der jungen Familie angewiesen ist, um einigermaßen über die Runden zu kommen.
Bei uns war das Verhältnis zu den SE auch nicht immer eitler Sonnenschein, das ist es aber glaube ich nirgendwo, wo man auf so engen Raum zusammen lebt. Doch die 1000€ Altenteilsleistung wurde nie in Frage gestellt. Denn auch die SE haben ihr Leben lang auf dem Hof gearbeitet (mehr oder weniger erfolgreich vielleicht). Aber sie hätten sich ja auch ein gutes Leben machen können, Land verkaufen, verpachten oder sonst was. Dann hätte es der Hofnachfolger wesentlich schwerer.
Auch wenn man sich nicht gut versteht, sollte man doch die Leistung der "Alten" anerkennen. Und von dem Altersgeld allein kann keiner leben.
Und was die Abfindung der Kinder angeht, haben wir es immer so gehalten, dass das Privatvermögen privat ist, und mit dem Hof nichts zu tun hat. Heist mit dem Geld können SE machen was sie wollen, also auch ihren Kinder vererben.

Mit nachdenklichen Grüßen
Finn


Kiliane

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #65 am: 11.11.14, 08:03 »
Finn, das ist alles ziemlich richtig was Du sagst. Doch hätten die SE den Hof schon früher an Externe verkauft/verpachtet, dann wäre das mit der Pacht oder Übernahme für meinen Mann überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden.
Ich möchte mir/uns da nichts vorwerfen lassen. Denn das hat die SM am WE schon versucht indem sie sagte, dass es ihnen in den 90-er Jahren finanziell sehr schlecht ging und dass sie auf viel verzichten mussten. Da kann ich persönlich nichts dafür und ich möchte jetzt auch nicht dafür büßen. Ebenso auch mein Mann nicht. Denn er hatte als Kind auch keine "Schuld" an der damaligen Misere. Im Gegenteil, ich habe Mitleid mit seiner Kindheit, weil da sehr viel schief gelaufen ist.

Offline Lulu

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #66 am: 11.11.14, 08:04 »
Hallo Kiliane,

ihr solltet euch von Fachleuten einen Rat holen. Sei es von einer Beratungsstelle oder dem Bauernverband oder ein Steuerberater der sich in Landwirtschaft auskennt. Dort wird auch die Barleistung entsprechend des Betriebes ausgerechnet. Und da kommen oft ernüchternde Zahlen raus und da spielt es leider keine Rolle, ob man sein Leben lang alles reingesteckt hat bzw. die Alterskasse nicht viel hergibt. Wenn man von 1000,- bar und auch die Versorgung im Haus rechnet, dann sind das mind. 20.000 - 25.000 € die ein Betrieb erst einmal erwirtschaften muss. Und das muss übrig bleiben zu allem anderen.....auch wenn der Getreidepreis mal wieder schlecht ist.....etc. Das soll nicht heißen, das es nicht zumutbar ist, die Altenteiler mit zu versorgen, aber ich finde immer, es sollte an dem was vorhanden ist gemessen werden. Oft gehen Wunschdenken und Realität von beiden Seiten auseinander. Daher mein Rat, jemanden Neutrales durchrechnen lassen, dann geht man sich hinterher auch nicht an die Gurgel, wenn es finanziell mal  nicht so gut läuft.

Gruß Lulu


Kiliane

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #67 am: 11.11.14, 08:15 »
Genau so dachte ich es jetzt, Lulu. Das wird das einzig Sinnvolle sein.

Offline bienchen3

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #68 am: 11.11.14, 08:51 »
Auch ohne jegliche Zahl eingesehen zu haben weiß ich, dass der Betrieb nicht rentabel ist. Für die Milch bekommt mein Mann pro Monat ca. 1600-1900€. Alleine die Pacht, die er an die Eltern bezahlt, beträgt 1000€. Dann noch der Minijob der Mutter mit 450€.  Jetzt ist das Geld ja schon fast weg...


Also wenn ihr bei 30 Milchkühen nur 1600-1900 Euro Milchgeld bekommt, dann bindet dir dein Mann einen ganz schönen Bären auf, oder ihr habt so extrem schlechte Kühe.
Wir haben auch den gleichen Bestand wie ihr, aber wenn jeden Monat nur so wenig Milchgeld rein käme, hätten wir sicher keine Kühe mehr.
Kann es sein, dass die Kommunikation auch zwischen dir und deinem Mann nicht funktioniert - hört sich für mich so an.

Sabine
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Offline Susanna

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #69 am: 11.11.14, 08:55 »
Also wenn ihr bei 30 Milchkühen nur 1600-1900 Euro Milchgeld bekommt
Genau das ist mir auch ins Auge gesprungen.
Das kann doch nicht sein bei Eurem Kuhbestand!!
Viele Grüße
Susanna

Kiliane

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #70 am: 11.11.14, 08:57 »
Die Abrechnungen seh ich ja... Das ist auch keine reine Milch-Rasse.

Offline bienchen3

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #71 am: 11.11.14, 09:02 »
Wenn es keine Milchrasse ist, dann müsste ja über Schlachtvieh-Verkauf dafür umsomehr Geld reinkommen. Welche Rasse ist es denn??

Sabine
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Kiliane

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #72 am: 11.11.14, 09:13 »
Keine Ahnung welche Rasse. Das ist eine 0-8-15 Rasse. Und sooo viel Fleisch haben die auch nicht. Ich sag ja, ich bin mit der Haltung nicht einverstanden und ich bezweifle, dass es den Milchkühen so toll geht wenn sie nur stehen/liegen und nicht laufen können. Dann noch die langen Klauen etc. Das muss sie ja irgendwie auswirken.

Fakt ist: Regelmäßiges Geld über die Milch ist nicht dolle und wie ich auch schon erwähnt habe kommt dann schon auch zusätzliches Geld rein bei den verkauften Schlachttieren. Aber das macht den Kohl nicht fett.

Ich muss sagen, einige hier haben mir geholfen ein paar Entscheidungen zu treffen und auf jeden Fall einen Berater hinzuzuziehen. So einfach ist das nicht entschieden.

Offline martina

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #73 am: 11.11.14, 09:23 »
0-8-15-Rasse ist ja schwer aussagekräftig. Was steht denn auf den Rinderpässen?

Die Milchleistung und auch Rassenangaben findest Du in den Kontrollberichten, oder macht Ihr keine Milchkontrolle?


Wieviel Ackerland habt Ihr denn, bzw. wieviel Land im Ganzen? 1000 Euro Pacht sind eine Menge Geld, wenn der SV sich das so als Altenteil weiterhin vorstellt.
Nur mal so als Rechenbeispiel, wenn die Kühe weggehen und das Land fremdverpachtet wird, ob die 1000 Euro dann auch zusammenkommen?
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Offline maggie

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #74 am: 11.11.14, 09:26 »
Keine Ahnung welche Rasse. Das ist eine 0-8-15 Rasse. Und sooo viel Fleisch haben die auch nicht. Ich sag ja, ich bin mit der Haltung nicht einverstanden und ich bezweifle, dass es den Milchkühen so toll geht wenn sie nur stehen/liegen und nicht laufen können. Dann noch die langen Klauen etc. Das muss sie ja irgendwie auswirken.

Fakt ist: Regelmäßiges Geld über die Milch ist nicht dolle und wie ich auch schon erwähnt habe kommt dann schon auch zusätzliches Geld rein bei den verkauften Schlachttieren. Aber das macht den Kohl nicht fett.

Ich muss sagen, einige hier haben mir geholfen ein paar Entscheidungen zu treffen und auf jeden Fall einen Berater hinzuzuziehen. So einfach ist das nicht entschieden.

liebe kiliane,
wir haben ja den Hof per 1.1.14 an unsern sohn übergeben und in der schweiz ist das ganz anders geregelt, sehr vieles bereits im gesetz verankert (bäuerliches Bodenrecht - es hat auch da viele Schwachpunkte, vor allem im bezug auf die Frauen - das gesetz ist eben uuuuuralt, aber einiges besser als in de), aber wir haben während 2 jahren mit unserem Buchhalter und einer tollen jungen schätzerin zusammen gearbeitet, obwohl wir eigentlich genau wussten wie wir den betrieb übergeben wollen, aber da gibt es noch soviele fragen und Unklarheiten -
nie ohne Fachleute, aber eben, sie müssen vertrauenswürdig sein und das ist das wichtigste ... - nicht dass sie auf die "eine seite" tendieren ...

viel glück
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz