Autor Thema: Eklat zwischen den Generationen  (Gelesen 40784 mal)

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Offline Pferdefrau

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Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #45 am: 09.11.14, 10:03 »
Ich wuerde das auch alles durchrechnen lassen und dann gucken wie sich das lohn und ob ihr die Arbeit auf euch nehmen wollt. Ich denke 30 kuehe sind viel neben einem vollzeitjob. Es ist ja notwendig die Melkzeiten einzuhalten. Ich wuerde drueber reden wieviel es seinem Mann bedeutet, sonst koennte er ja vielleicht in seinem Beruf nur halbtags arbeiten. Das liegt aber sicher daran was ihr fuer Berufe habt. Was ja sonst auch eine Idee waere auf Mast umzustellen, dann haettet ihr weniger Arbeit. Ich glaube es ist nicht sinnvoll wenn ihr euch jegliche Freizeit raubt. Ich denke man(n) muss auch noch zeit finden um etwas gemeinsam unternehmen zu koennen. Wenn ich mir vorstelle ich muesste nach und vor meiner Arbeit noch 30 kuehe taeglich Melken waere das nicht zu schaffen. Falls ihr da aber Lust zu haettet und es sich lohnt, koennte man ja Stunden reduzieren. Aber ueberlegt euch das gemeinsam gut wer was uebernehmen moechte. Du schriebst ja das du kein Kuhmensch bist. Was falls es sich lohnt auch noch eine moeglichkeit waere eine Aushilfe mit einzustellen. Ich denke nicht das es sinnvoll ist wenn der Hof nur soviel abwirft das er sich selber trägt. Das ist zuviel Arbeit fuer zuwenig Geld ( bloede ausgedrückt). Was ich sagen will achtet darauf das euch die Arbeit nicht aufrisst und ihr euch jegliche Freizeit nehmt. Egal wie ihr euch entscheidet. Viele Ehen sind daran zerbrochen in meinem Freundeskreis. Gilt aber nicht nur fuer landwirtschaft😢

Offline Benita1

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #46 am: 09.11.14, 10:54 »
Hallo,

bei uns gibt's auch noch ein paar Milchviehbetriebe, die mit 30 und 40 Kühen arbeiten und davon leben.
Allerdings hören die jetzt alle auf, weil die keinen Freilaufstall haben und eine Investition sich nicht rentiert.

Da stand aber auch immer sowieso ein Generationswechsel an. Die Jungen wollen und können das aber auch nicht mehr machen.
Jeder hat seinen Beruf und damit basta.
Die haben aber hernach eh zu tun, dass sie den Übergebern auch eine angemessenen Austrag bezahlen können.
Da fällt sonst nicht mehr viel ab.

Aber weil Kiliane schreibt, dass der eine und die andere bei der Übergabe eine Stück Wald bekommt  ::) , .............. das werden sich die SE dann noch wundern. Das ist bekanntermaßen eine Betriebsentnahme und muss mit ca. 50% versteuert werden.

Wenn er es den anderen Geschwister bereits gesagt hat, dann wird's da noch "rauchen", denn die wollen ja dann einen Ausgleich dafür.

Ich wundere mich, dass die SE das nicht wissen ............, oder ist das von Bundesland zu Bundesland verschieden? Kann ich mir nicht vorstellen.
Früher war es schon fast üblich, dass der Übergeber sich ein Waldstück zurück behalten hat aber jetzt hat der Staat da einen Riegel vorgeschoben.

Benita

« Letzte Änderung: 09.11.14, 13:56 von Benita1 »

Offline Tina

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #47 am: 09.11.14, 11:29 »
Hallo Kiliane,
du hattest geschrieben, das die Geschwister schon ein Elternhaus, bzw. Geld bekommen haben.
Wenn ich das so lese, was die noch bekommen sollen, finde ich das schon eine ganz schöne Hausnummer wenn der Betrieb weitergeführt wird, wenn nicht, dann ist sieht es anders auch.Der Übernehmer bekommt zwar den Betrieb, muss aber auch noch Altenteil bzw. Austrag finanzieren, und das läppert sich ganz schön.  Aber beim weiter wirtschaften würde ich ein Veto einlegen! Und dann die ganze Geschichte mit der Übergabe geht nicht ohne einen fähigen Steuerberater , evtl. Auch Beratung.
Ob man von 30 Kühen leben kann oder nicht, ist für mich zweitrangig. Frage für mich, wenn ich Übernehmer bin: Was will ich mit dem Betrieb, was ist für mich/uns wichtig?
Außerdem hängt es auch davon ab, wie viel Acker und Wiesen gehören dazu, gibt es Hackfrüchte? Zuckerrübenkontingent?

Auch schreibst Du, Dein Mann hätte ein kleines Lohnunternehmen, könnte man das evtl. ausbauen?

Zum Thema SE: ich hab ja auch meine Probleme mit SM, aber es käme für mich nicht in Frage, mir da was nachsagen zu lassen. Sie soll und hat ihr Altenteil vom Hof, wird mit versorgt. Persönliches trenne ich ganz strikt.
LG
Tina

Offline gini

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #48 am: 09.11.14, 11:36 »
Das hab ich nicht gewusst, dass ihr in D an die Eltern Zahlungen zu leisten habt. Bei uns ist meistens ein Wohnrecht vereinbart und eine Abfindung an die weichenden Kinder. Das wird aber alles am Ertragswert gemessen, nicht am Verkehrswert. Eine Zerstückelung des Betriebes ist nicht unbedingt erwünscht, um ein "Wohlbestehen" des Hofes nicht zu gefährden.

Wenn Tierhaltung weiterbetrieben werden soll, muss das ja nicht  zwangsweise Milchviehhaltung sein. Schafe, Ziegen oder Pensionspferde (wenn ohnehin schon Pferde da sind) wären ja auch Alternativen.
Es grüßt Euch alle
                           gini

Offline Sasa

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #49 am: 09.11.14, 12:24 »
Welche Leistungen die Eltern bekommen, ist vertraglich regelbar. Das kann, auch mit den Auszahlungen an die Geschwister, durchaus friedlich und für alle Parteien verträglich, vonstatten gehen.

Meine Schwiegis wohnen "quasi kostenfrei", d.h. alle Wohnkosten laufen über uns. Sie haben, da sie beide noch Rentenansprüche aus Erwerbsarbeit haben, eine ganz auskömmliche Rente.

Meine Schwager haben jeweils mit der Hochzeit bzw. GEburt des ersten Kindes ( beim Jüngsten- der ist nicht verheiratet, hat aber drei Kinder) einen Betrag bekommen- und damit waren sie eigentlich zufrieden. Sie waren beide froh, dass sie mit dem Hof etc. nichts tun hatten ;D

Bei mir wars ähnlich- ich bekam einen Betrag zur Hochzeit und gut wars. Meine Schwester bekam eine recht teure Ausbildung mit privater Sprachenschule und Studium in England bezuschusst- da wurde ihr dann bedeutet, dass es damit auch gut gewesen sein sollte ;D

Allerdings haben schon die "weichenden Geschwister" unserer Eltern auf irgendwelche Zahlungen verzichtet. Scheint also Tradition zu sein.

Offline frankenpower41

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #50 am: 09.11.14, 12:26 »
Hallo

Es ist kein "Muss", dass Geld bezahlt wird. Kommt immer auf den Einzelfall an.
Meine SM bekommt von uns kein Geld. Sie hat allerdings auch so ziemliche Rente (zumindest wenn man bedenkt, dass sie ja fast keine Kosten hat) da ihr Mann immer berufstätig war.
Wie das bei uns mal aussieht müssen wir wenn es soweit ist erst mal genau durchrechnen. Wir haben zwar privat vorgesorgt, aber da kommt es auch auf die genauen Umstände an, wie es dann letztendlich wird.
Mein Mann und ich sind da in letzter Zeit oft am diskutieren und nicht immer einer Meinung. :(

Marianne

Offline Susanna

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #51 am: 10.11.14, 08:37 »
Ich finde es gut, dass Du Deine Einstellung zur LW so deutlich machst, dann weiß wenigstens jeder in der Familie, woran er ist. Dein Mann kann sich darauf einstellen, die Schwiegers auch. Du hast nichts damit am Hut, willst keine Landwirtschaft,  fertig.
 
Deine Schwiegermutter macht wahrscheinlich auch drei Kreuzzeichen, wenn sie nicht mit melken muss, also alles gut.
Ich verstehe es so, der Hof sollte aufgegeben werden, da SE ja offensichtlich doch keine Beschäftigungstherapie in Form von Kuhbespassung beim Melken brauchen.

Die lw Rente ist ja hundsmiserabel, das rührt wohl noch aus dem alten Modell, dass der Betrieb die Altenteiler unterstützt.
Ist m. E. total veraltet.

Da es Ländereien, ein Haus, usw. usf. zu überschreiben gibt an die weichenden Geschwister, scheint der Hof insgesamt ja nicht so schlecht dazustehen.

Das vererbt und überschrieben und SE versorgt werden, ist keinesfalls die Regel. Wir haben das seit 2 Generationen anders geregelt.

Mein ganz persönlicher Rat an Dich ist, Dich nicht in den Ärger über Deine Schwiegermutter reinzusteigern. Du lebst Dein Leben, wie Du es möchtest, und wie Du es gelernt hast, sie lebt ihr Leben, so wie sie es gelernt hat.
Sie ist eben unter anderen Umständen und in einer anderen Zeit groß geworden.
Sie kann nicht nachvollziehen, wie Du denkst und umgekehrt. Das braucht Toleranz und Großherzigkeit von beiden Seiten, die offensichtlich nicht gegeben ist.
Nicht nur DU willst Dein Leben leben, ich bin mir sicher, SIE will es auch.
Viele Grüße
Susanna

Offline Maja

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #52 am: 10.11.14, 09:19 »
Danke Susanna für dein Posting.

Christel Nolte

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #53 am: 10.11.14, 09:25 »
Susanna, das hast du gut dargelegt, besonders die letzten 2 Zeilen.

Offline Susanna

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #54 am: 10.11.14, 10:25 »
Danke!

Lehre aus jahrelangem  Zusammenleben mit meiner Schwiegermutter in einem Haushalt  :)
Viele Grüße
Susanna

Kiliane

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #55 am: 10.11.14, 21:41 »
Mein Mann und ich sind seit 9 Jahren zusammen. Noch nie hatte ich einen Kinderwunsch. Und ich hab ihm das sogar schon in der ersten Woche gesagt weil ich nur fair fand gleich mal reinen Tisch zu machen. Ich lasse mich in diesem Punkt auch nicht beirren. Ich bin kein Typ für eigene Kinder und das sollte so auch akzeptiert werden. Mein Mann sagte damals auch, dass er auch nicht unbedingt Kinder bräuchte... Natürlich kann sich so was im Laufe einer Beziehung ändern - hat es sich aber nicht bei uns. Im Gegenteil. Mein Mann sagte erst am WE zu mir dass er froh ist, dass wir keine Kinder hätten.
Im selben Atemzug habe ich auch gesagt, dass ich das Hofleben echt mag - aber eben mit Pferden und nicht mit Kühen. Und jetzt nochmal speziell auf diesem Hof: Ich finde die Haltung der Milchkühe nicht in Ordnung und kann das auch nicht vertreten.

Mein Mann mochte die Kühe auch noch nie. Wenn er aus dem Stall kommt ist er gestresst weil die Kühe nicht so wollen wie er es will. An was das liegt und was man dagegen machen könnte soll hier nicht diskutiert werden. Er mag es einfach nicht! Er hielt die Tiere jetzt wirklich weiterhin nur, weil seine Eltern immer gesagt haben, sie möchten diese Beschäftigung! Jetzt möchten und können die SE die Tiere nicht mehr versorgen. Ist ja in Ordnung und gut dass sie es sagen. Es war nur unfair dass die SM dann gesagt hat, sie hätte schon seit der Verpachtung vor 6,5 Jahren nicht mehr melken wollen. Und im Grunde hat sie auch gesagt warum: Sie wollte den Hof damals überschrieben haben, aber ihr Mann wollte das nicht. Warum? Keine Ahnung. Das ist deren Angelegenheit!

Und hier hat es jemand schon ganz richtig erkannt: In dieser Familie gibt es große Kommunikationsprobleme. Die sprechen eigentlich nur miteinander wenn sie wirklich müssen oder wenn es Krach gibt. Tja, da kann ich halt auch nicht helfen.

Mit meiner SM habe ich keinen Streit angefangen. Zuerst ging das Zusammenleben ganz gut. Aber sie wurde eben immer nörgeliger und ich konnte nichts mehr recht machen. Es mag daran liegen dass sie es nicht leiden mochte, dass ich mein Leben wirklich lebe, dass ich in meiner Freizeit meinem Hobby nachgehe. Sie machte das nie. Sie ging ja auch nie aus dem Haus. Mein SV hatte es am WE schon richtig gesagt: Sie hat den Ruf dass sie nur redet, wenn sie was zu meckern hat. Das kommt nicht von mir!

Zur Hausarbeit von meinem Mann:
Wenn man sich ein klein wenig zusammenreißt, dann kann man ohne viel Aufwand in der Wohnung Ordnung halten. Das geht ganz einfach wenn Kleinigkeiten gleich erledigt werden.  Und dazu gehört für mich, dass man das Geschirr nicht AUF die Spülmaschine stellt sondern gleich hinein. Es ist auch kein Hexenwerk wenn man sich die schmutzigen Finger gewaschen hat und Rückstände im Waschbecken bleiben, dass man da kurz mit einem Lappen nachwischt. Und wenn man sonntags zu zweit zu Hause ist, dann darf auch der Mann mal kurz nen Besen in die Hand nehmen und nicht nur der Frau zusehen.
Und ich habe nicht weniger Arbeit und weniger zu tun als mein Mann!

Zu den Übergabe-Sachen:
Das mit dem Wald wusste ich nicht, dass da noch Steuern anfallen. Ich glaub das weiß keiner von denen. Daher danke für den Tipp. Nach einem geeigneten Steuerberater hab ich schon geschaut. Der wird das dann auch übernehmen wenn mein Mann einverstanden ist.
Der Bruder hat das Elternhaus der Mutter noch nicht überschrieben bekommen, das hab ich falsch verstanden. Er lebt mietfrei in dem Haus und bekommt die Mieteinnahmen des Ehepaars, das auch noch in dem Haus wohnt. Die Schwester hat allerdings Geld für eine Wohnung bekommen, soll dennoch einen weiteren Bauplatz erhalten.

Auch ohne jegliche Zahl eingesehen zu haben weiß ich, dass der Betrieb nicht rentabel ist. Für die Milch bekommt mein Mann pro Monat ca. 1600-1900€. Alleine die Pacht, die er an die Eltern bezahlt, beträgt 1000€. Dann noch der Minijob der Mutter mit 450€.  Jetzt ist das Geld ja schon fast weg...
Klar, dann wird hier und da mal ein Tier verkauft oder auch Holz. Davon sollte er aber auch die neu angeschafften Fahrzeuge/Maschinen bezahlen. Diese musste er neu anschaffen, weil die übernommenen Gerätschaften nacheinander kaputt gingen.

So wie es jetzt ist, kann und darf es aber nicht lange weitergehen. Jetzt fällt zwar momentan die Feldarbeit weg und mein Mann kann zur Arbeit und in den Stall. Aber wie soll das im Frühjahr sein? Ich mein, ich füttere die Tiere ja wenn ich mit im Stall bin, aber ich melke sie nicht.
Ich werde sicher nicht zu meinem Mann hingehen und sagen: Jetzt verkaufst Du alle Tiere! So bin ich nicht. Wenn dann habe ich eine Alternative parat. Zunächst müssen wir aber erst mal generell darüber sprechen und auch die Eltern müssen sich einig werden, ob sie den  Hof nun übergeben oder nicht.

Das Lohnunternehmen ist am expandieren. Mit umliegenden Gemeinden ist gerade ein langfristiger Vertrag in Verhandlung, der schon mal ein Gerät gut auslastet und dieses auch bezahlt macht. Zudem haben wir über den Sommer zu weiteren Leuten Kontakte geknüpft, die ebenfalls Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchten.
Somit ganz ehrlich: Die Zeit um Tiere zu versorgen ist überhaupt nicht da. Und da sollte man auch den Tieren gegenüber fair sein, die einen geregelten Tagesablauf haben möchten.


Offline Pferdefrau

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Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #56 am: 10.11.14, 22:28 »
Ich geb dir recht, wenn ihr euch nicht ordentlich um die Tiere kuemmern koennt dann ist es nicht fair sie zu behalten. Muesst ihr die Übergabe annehmen? Koennten die Eltern nicht anderweitig verpachten? Dadurch waere ihre Rente doch auch gesichert.

Offline Pferdefrau

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Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #57 am: 10.11.14, 22:29 »
Und wenn ihr eigentlich beide nicht wollt, so habe ich deine Worte verstanden.

Kiliane

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #58 am: 10.11.14, 22:34 »
Es ist ja noch nicht raus ob überhaupt eine Übergabe stattfindet. Die Mutter meines Mannes möchte das nicht. Der Vater sagt jedoch, er will den Hof übergeben und was der Sohn dann damit macht sei dann nicht mehr sein Bier (hat er nicht böse gemeint, aber er möchte die Entscheidung einfach seinem Sohn überlassen). Die Familie möchte nicht, dass der Hof an Fremde geht. Also entweder mein Mann übernimmt ihn oder er wird stillgelegt.

Ich bin voll dabei und unterstütze meinen Mann zu 100% wenn er die Feldarbeit und das Lohnunternehmen weitermachen möchte. Aber ich kann halt nicht mit Kühen. Und wenn er's auch schon nicht gerne macht, warum sollte man es dann überhaupt machen? Damit die Eltern sich freuen, dass ihr Lebenswerk so aufrecht erhalten wird? Nein, hier müssen wir realistisch sein. Natürlich ist das schade, dass es dann in dieser Form aufhört. Aber es geht halt nicht anders.

Ach ja, der SV meinte: Wenn der Hof übergeben werden würde, möchte er halt weiterhin die 1000€ Unterhalt bekommen. Das Geld wäre dann die Altersversorgung. Daher wäre das mit der Rente dann wohl nicht so schlimm. Aber das ist echt ein Thema, mit dem ich mich nicht auskenne. Das müsste einfach ein guter Berater aufdröseln.

Offline maggie

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #59 am: 10.11.14, 23:49 »
mein mann war auch nicht der begeisterte melker -
uns blieb aber vor 30 jahren nichts anderes übrig als einen neuen milchviehstall zu bauen, damals gab es noch keine mutterkuhaltung, und wir haben sehr viele weiden (gäbe sonst bergheuet) -
als dann unser sohn vor 6 jahren statt eines milchviehstalles einen hähnchenmaststall baute war mein mann sowas von erleichtert - zuerst wollte Junior weiter melken, doch dann sah man sofort - finanziell wäre das ein Risiko gewesen (doppelt soviele kühe wie vorher - von 25 auf mind. 50 - dann die miete für die milchmenge, auch wenn es keine Kontingentierung mehr gibt, man kann nicht einfach drauflos liefern, das ehemalige Kontingent hat den norm. milchpreis und die weiteren mengen - na ja - je nach lage und milchaufkäufer ..)

und heute - sagen wir alle, das war die beste Entscheidung - wenn das Milchvieh nicht die grosse liebe des Bauern ist, kann man sehr viel besser ohne Milchkühe leben - ich war auch keine begeisterte milchbäuerin - ich musste einfach im stall mitarbeiten, damals ging es nicht anders - aber melken war für mich die ausnahme !!!

für unsere weidenutzung haben wir nun noch 4 mutterkühe, der ganz alte stall wurde da etwas umgebaut (zum fressen sind sie eingesperrt und sonst haben sie in der scheune tiefstreue) - im sommer wenn wir die scheune für s abladen vom heu brauchen (Belüftung), sind die Tiere auf der weide -
und seit ende letzter Woche sind sie nun im stall bis gegen anfang mai

ein Bauernhof bleibt auch ein Hof wenn er keine Milchkühe mehr hat, ich weiss das können viele unserer Generation nicht einsehen (wir sind mitte 60)
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz