Autor Thema: Eklat zwischen den Generationen  (Gelesen 40787 mal)

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Kiliane

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Eklat zwischen den Generationen
« am: 07.11.14, 10:10 »
Hallo zusammen,

ich bräuchte dringen Eure Ratschläge und Erfahrungen.
Seit 3,5 Jahren bin ich mit meinem Mann verheiratet (seit 10 Jahren zusammen), der vor ca. 6 Jahren den elterlichen Betrieb übernommen hat. Übernommen im Sinne von er hat den Hof von den Eltern gepachtet. Der Steuerberater damals (eine Niete!) hat behauptet, eine Übergabe an ihn wäre finanziell eine Katastrophe für die Eltern. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Aussage nicht auf dem Mist meiner Schwiegermutter (SM) gewachsen ist.

Ich möchte es nicht zu lang machen, daher ziemlich gerafft:

Mit meiner SM kam ich noch nie aus, weil ich nicht ihren Vorstellungen entspreche. Ich bin seit jeher berufstätig und habe auch von vorne herein gesagt, dass ich in einem Kuhstall nichts machen werde. Ich bin eine Pferdetante und kann/will mit Kühen nicht. Für meinen Mann war das immer in Ordnung und er wusste von Anfang an davon. Er ermöglichte mir aber auch die Haltung von Pferden auf dem Hof. Das passte meiner SM noch nie.
Es gab sehr viel Streit wegen den Pferden und auch wegen meiner Einstellung - weil ich arbeiten gehe und mich nicht für den Hof opfere, weil ich von meinem Mann Mithilfe im Haushalt erwarte und weil ich auch keine Kinder haben möchte. Mein Mann ist mit all dem einverstanden. Mein Mann geht auch Vollzeit arbeiten und macht im Stall eigentlich nichts. Das machen seine Eltern. Dem Vater ist sonst langweilig als Rentner, die Mutter braucht noch die Jobanstellung, damit sie einen Rentenbetrag bekommt.
Mein Mann hat nebenher noch einen Lohnerwerb für die Landwirtschaft.

Nun trieb mich die SM mich vor 1,5 Jahren fast in den Wahnsinn und ich zog aus. Der Kontakt zu meinem Mann blieb immer bestehen und er kam mich oft besuchen. Nach einem Jahr wollten wir wieder mehr (das war im Frühjahr 2014) und er hatte langsam eingesehen, dass er seinen Eltern hörig war, wollte sich davon lösen. Der ausschlaggebende Grund dafür war wohl, dass er erfahren hatte, dass sein Vater eine Entscheidung getroffen hatte, die er nicht hätte treffen dürfen. Von einem Nachbarn wurden Wiesen und Äcker zur Pacht angeboten und er teilte das dem Vater mit. Dieser entschied jedoch eigenmächtig, dass der Sohn keine weiteren Flächen benötigen würde. Dies erfuhr mein Mann dann im Frühjahr und war natürlich entsprechend sauer.
Ich muss noch sagen, dass der Hof mit 30 Milchkühen und insgesamt 100 Stück Vieh nicht wirklich rentabel ist... sondern einfach noch zur Beschäftigung der Eltern da ist. Mein Mann zahlt auch eine monatliche Pacht von 1000€ plus alle anderen laufenden Kosten (Diesel, Strom, Wasser etc). Die Eltern haben finanziell einfach NICHTS zu tragen.

Nun kam es zum Eklat! Meine SM möchte mich nicht wieder auf dem Hof haben! Ich würde auch nicht mehr dort wohnen wollen. Doch geht es um meine Pferde, die dort immer noch stehen. Sie will mich weghaben und fordert nun (am Samstag) gewisse Dinge von mir. Mein Mann sagt, er würde den Pachtvertrag kündigen wenn die Eltern nicht endlich einsehen würden, dass sie sich aus unserem Leben herauszuhalten haben und dass ER der Chef ist.

Die Frage ist: Kennt ihr diese Situation? Was wenn mein Mann den Pachtvertrag kündigt?
Ich hab den Pachtvertrag leider nicht gesehen und habe derzeit auch keinen Zugriff darauf. Es wird ein Standard-Vertrag sein. Wie lange ist dann die Kündigungsfrist? Und wie muss der Hof übergeben werden? Ist es nicht so, dass der Hof dann in den Ursprungszustand zurückgesetzt werden muss? Was, wenn seither viele Verbesserungen/Erleichterungen/Neuerungen geschafft wurden? Müssen die Eltern dann an den Sohn einen Ausgleich bezahlen?

Über jegliche Erfahrungen wäre ich einfach SEHR dankbar!

Grüße von der Kiliana

Offline Sasa

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #1 am: 07.11.14, 10:29 »
Also- Pachtverträge auf unbestimmte Zeit sind immer bis zum dritten Werktag eines Pachtjahres - das läuft nicht immer so wie das Kalenderjahr- mit Wirkung zum Ende des nächsten Pachtjahres kündbar. Bedeutet: Beginnt das Pachtjahr am 01.11.2014, dann ist der Pächter zum 01.11.2016 aus der Pacht raus.

Zwei Jahre kann man also das gepachtete Land weiter nutzen- so zumindest mein Kenntnisstand. Wer es genau weiß, möge mich bitte berichtigen!

Warum der Hof nun in den Urzustand zurückgesetzt werden sollte, erschließt sich mir nicht wirklich. Auch, warum die Eltern einen Ausgleich zahlen sollten.....

Der Sohn hat stets eine Vollzeitstelle gehabt und nach Deiner Aussage nichts auf dem Hof gemacht, also seine Arbeitskraft nicht auf den Hof eingebracht. Er kann also nicht argumentieren, er habe in den Hof investiert, weil er davon ausging, ihn mal übernehmen zu wollen.

Und wenn es diese Absprache gab- ich zahle diese, jene, welche Kosten....und lebe dafür kostenfrei bei Euch- dann hat er keine Rückforderungsanspruch. Man könnte "geleistete Arbeitszeit" in Rechnung stellen- die kann aber bei einem Vollzeitarbeitnehmer, der nach Deiner Aussage nicht auf dem Hof macht, nicht sehr viel sein.....

Genaueres regelt da aber wohl das jeweilige Höferecht, und das sieht überall anders aus.

Um die Sache zu "entzerren", würde ich raten: Sucht Euch eine gemeinsame Wohnung ausserhalb des Hofes und auch einen anderen Stellplatz für die Pferde. Dann seit Ihr erstmal "aus dem Hof raus". Wie es mit den Pachtverträgen etc. weiter geht, kann man dann sehen.

Außerdem bin ich mir ziemlich sicher- wenn der Vater alleiniger Hofinhaber ist, dann muß er den Sohn nicht fragen, ob er eine angebotene Pacht annimmt oder nicht.




Offline Mara

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #2 am: 07.11.14, 10:56 »
Hallo Kiliane,

Dem Vater ist sonst langweilig als Rentner, die Mutter braucht noch die Jobanstellung, damit sie einen Rentenbetrag bekommt.

also wenn dein Schwiegervater Rentner ist, dann müsste der Pachtvertrag meines Wissens mindestens 9 Jahre laufen, damit dein SV überhaupt die Rente bekommt.
Ob da dein Mann so einfach den Pachtvertrag kündigen kann, ist fraglich, da sonst der SV den Anspruch auf die Rente verliert.

Lg mara
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Offline Kleopatra

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #3 am: 07.11.14, 11:39 »
Diese Geschichte scheint mir etwas unstimmig.

Offline gammi

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #4 am: 07.11.14, 11:55 »
Ich würde auch nicht mehr dort wohnen wollen. Doch geht es um meine Pferde, die dort immer noch stehen. Sie will mich weghaben und fordert nun (am Samstag) gewisse Dinge von mir.

Musst Du für deine Pferde dort etwas bezahlen?
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Kiliane

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #5 am: 07.11.14, 12:01 »
Sorry, war falsch ausgedrückt:
Mein Mann hat schon viel auf dem Hof gearbeitet. Er ging/geht Vollzeit arbeiten, die Eltern versorgen die Tiere. Wenn die Eltern nicht da waren/sind haben wir die Tiere übernommen. Mein Mann hat für alles drum herum gesorgt: Futter, Einstreu, alles Feldarbeit, Dung fahren, Waldarbeiten etc. Das mit den Rindern wollte er auch nie zwingend, sondern die sind jetzt noch da, damit seine Eltern eben "was zu tun haben" ganz lapidar ausgedrückt.

Was genau in dem Pachtvertrag steht, weiß ich nicht, habe ich ja schon erwähnt. Und ich hab auch keine Ahnung wie lange der Pachtvertrag laufen muss, damit die Schwiegereltern den Rentenanspruch bekommen. Ganz ehrlich - das ist mir auch egal. Ich mag meinen SV, aber die SM ist eine Frau, die im 17. Jahrhundert lebt und auch von mir verlangt, dass ich das so mache.

Mein Mann hat mir auch lange nicht geglaubt, dass seine Mutter so eklig zu mir ist. Nun hat er es einige Male mitbekommen und steht zu 100% hinter mir.
Es ist aber nicht damit getan, einfach eine Wohnung zu suchen. Denn seine Eltern bestehen darauf, dass der "Bauer" auch auf dem Hof bleibt. V.a. die SM hat Angst, dass nun auch das dritte Kind auf eigenen Beinen steht nachdem sich schon zwei Kinder von ihr abgewandt haben. Fragt sich nur warum....

Mein Mann bekommt von mir einen Betrag für Heu und Stroh für die Pferde. Mein MANN bekommt das, nicht seine Eltern. ER hat es produziert, nicht die Eltern.


Offline Sasa

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #6 am: 07.11.14, 12:07 »
Also- das Gegifte gegen seine Mutter hilft Dir ja nun auch nicht weiter....

Ich weiß immer nicht, was sowas überhaupt soll. Wut, Frust, alles verständlich, aber nun...Du musst nicht auf dem Hof leben, Du kannst Dir notfalls auch alleine eine Wohnung suchen. Und einen Stellplatz für Deine Pferde.
Dann musst Du Dich mit seinen Eltern so gut wie gar nicht mehr auseinander setzen.

Offline fanni

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #7 am: 07.11.14, 12:08 »
Hallo Kiliane,

zunächst mal.........herzlich willkommen im Bäuerinnenforum.

Gleich solche Probleme zum Einstieg........na du hast aber schon was hinter dir.  :-*

Leider kann ich (und ich denke es wurde auch schon so gesagt) dir hier auch nicht recht weiterhelfen, weil das wirklich überall anders geregelt wird und man müßte ja auch den Inhalt des Pacht-Vertrages kennen. Lasst euch einfach rechtsberaten vom Fachmann (Bauernverband i.d.R.).

Ich persönlich würde wirklich auch die Pferde vom Hof nehmen, dann sollen die das halt alleine auf die Reihe kriegen. Da wirkst du doch eh schon wie ein rotes Tuch oder die Tiere. Da du dein Leben ohnehin scchon länger auf "ohne Hof" ausgerichtet hast denke ich,  es ist Part deines (Noch-)Mannes dies auf die Reihe zu kriegen.

Was will den er für eure Zukunft? Was ist wichtig? Wie lange gibt es denn auch dem Hof noch Kühe, wenn dein Mann auch aussteigt........

Alles Gute weiterhin. Du schreibst sehr strukturiert, ich denke für dich hast du ja schon Entscheidungen getroffen, jetzt sind halt die anderen dran.

Herzliche Grüße von Fanni

Offline Susanna

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #8 am: 07.11.14, 12:30 »

Mit meiner SM kam ich noch nie aus, weil ich nicht ihren Vorstellungen entspreche. Ich bin seit jeher berufstätig und habe auch von vorne herein gesagt, dass ich in einem Kuhstall nichts machen werde. Ich bin eine Pferdetante und kann/will mit Kühen nicht. Für meinen Mann war das immer in Ordnung und er wusste von Anfang an davon. Er ermöglichte mir aber auch die Haltung von Pferden auf dem Hof. Das passte meiner SM noch nie.
Es gab sehr viel Streit wegen den Pferden und auch wegen meiner Einstellung - weil ich arbeiten gehe und mich nicht für den Hof opfere, weil ich von meinem Mann Mithilfe im Haushalt erwarte und weil ich auch keine Kinder haben möchte. Mein Mann ist mit all dem einverstanden. Mein Mann geht auch Vollzeit arbeiten und macht im Stall eigentlich nichts. Das machen seine Eltern. Dem Vater ist sonst langweilig als Rentner

Wie kann er denn dann Entscheidungen auf dem Hof treffen?
Wenn die SMs die Arbeit tun und den Hof bewirtschaften, dann steht ihnen auch das Recht zu, mit zu bestimmen, meinst Du nicht (z. B. bei Landpacht)?

Ich weiß nicht, das klingt wohl sehr strukturiert, wie Fanni schreibt.
Aber auch ein wenig "eingefahren" und "einseitig".  Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber es tönt auch etwas überheblich.

Ich würde sehr gerne auch die Meinung Deiner Schwiegereltern hören.

Keine Ahnung, einen Rat habe ich nicht, ich habe teilweise Verständnis für Deine Situation, aber irgend was in mir sagt "Autsch", wenn ich Deine Beiträge lese.
Viele Grüße
Susanna

Kiliane

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #9 am: 07.11.14, 12:41 »
Danke fanni!

Mein Mann hat gestern klipp und klar gesagt, dass er mit MIR seine Zukunft verbringen will (zugegebenermaßen war das nicht immer so klar) und nicht mit seinen Eltern! Er sagte ja auch schon, dass er auch aus dem Haus raus will. Er möchte das Lebenswerk seines Vaters nicht zerstören. Finde ich auch gut. Ich könnte ja auch damit leben, dass seine Eltern noch ein bißchen mit den Rindern "tüddeln". Es geht einfach darum, dass die uns aber auch unser Leben leben lassen sollen. Und das funktioniert nicht.

Beide Elternteile, vor allem aber die Mutter, werden sauer sein, wenn er aus dem Haus rausgeht. Und wenn es nur ein Haus weiter ist. Interessant zu wissen ist, dass der jüngere Bruder ihr Elternhaus vermacht bekommen hat und die ältere Schwester bekam Geld um sich in einem anderen Ort eine Wohnung zu kaufen. Die beiden Kinder haben früh den Absprung geschafft, haben sie nie für den Hof interessiert, helfen auch nicht bei Engpässen (wenn die Senioren im Urlaub sind und wir beide arbeiten müssen) aus. Sie geben auch Widerworte, haben sich nie immer nur alles gefallen lassen.

Ich glaub nicht mal, dass es der SM reicht, wenn meine Pferde und ich weg sind. Ich hatte die Pferde 1,5 Jahre nicht dort. Ihr war es einfach zu viel, dass ich überhaupt noch im Leben meines Mannes existiere. Sie hat schon durchgedreht als wir vor 2 Monaten gemeinsam in den Urlaub gefahren sind. Da hat sie ihm Vorwürfe gemacht, er würde den Hof vernachlässigen. In meinen Augen will sie ihn einfach für immer kontrollieren. Er muss immer rennen sobald seine Eltern ein "Problem" haben.

Beispiel 1: Der Hochdruckreiniger hatte nur noch halben Druck. Bis seine Mutter den Hochdruckreiniger benötigte, waren es noch 2 Stunden hin. Nun sagte mein Mann, er würde in einer halben Stunde schauen, erst noch was anderes fertig machen. Da wurde seine Mutter so unfair und plärrte herum, dass er ja lieber mit mir reden würde als dass er sich mal um die wichtigen Dinge kümmern würde. Sie hörte erst mit dem Keifen auf, als er sich in ihre Richtung bewegt.

Beispiel 2: Beim Jungvieh müsste man misten. Mein Mann weiß das und nimmt es sich für vor oder nach dem Job vor. Sein Vater penetriert ihn dann auch damit, dass man dort misten müsste. Will mein Mann dann machen, nimmt sein Vater den Radlader, sodass mein Mann nicht misten kann. Er sagt dann, er müsste jetzt ganz dringend Holz hin und herfahren. Etwas in dem Moment absolut Unwichtiges. Am nächsten Tag wird mein Mann wieder darauf hingewiesen, dass man beim Jungvieh dringen misten müsste. Er kommt und will es machen - hat wieder kein Fahrzeug. Sein Vater sieht dann aber auch nicht ein, dass er dieses Fahrzeug dafür benötigt.

Das sind einfach so grundsätzliche Dinge. Seine Eltern möchten nicht machen was der Junior sagt. Sie wollen nicht loslassen, nicht von der Arbeit, nicht von ihrem Hof, nicht von ihrem Sohn. Da stimmt einfach irgendwas im Hirn nicht. Tut mir leid das so schreiben zu müssen, aber das ist so.

Natürlich bringen meine Aggressionen der SM gegenüber nichts. Aber ich möchte jemanden sehen, der ruhig bleibt wenn er sich täglich solche Sachen anhören müsste. Und ruhig bleibe ich ja noch. Aber ich sag ihr dann auch direkt ins Gesicht, dass ich mit ihr nichts zu tun haben will, dass sie aufhören soll zu lügen und einfach die Wahrheit.


Was meinen Mann dazu berechtigt Entscheidungen zu treffen? Das Vieh wird von seinen Eltern betreut - der Rest von ihm. An ihn gehen die Rechnungen. Er muss bezahlen, wenn die Eltern etwas kaputt machen, weil sie es nicht beherrschen. Beispiel: Der Vater kann Dinge seit einem Unfall mit Jungvieh nicht mehr richtig einschätzen. Er gibt es nicht zu, lässt sich nichts sagen. Vor zwei Wochen musste er unbedingt mit dem Hoftrack an einem Auto vorbeifahren, obwohl es sehr eng war. Er hätte nicht zwingend an der Stelle vorbei müssen, sondern hätte auch auf der anderen Seite, wo 10m Platz waren, vorbeifahren können. So, die Rechnung der Versicherung liegt vor. Das ist kein Pappenstiel. Klar zahlt es bei uns auch eine Versicherung. Aber so was ist unnötig. Und das passiert ein paar Mal im Jahr.

Was ich mir eigentlich hier erhofft hatte waren keine Anzweiflungen meiner Worte. Denn das ist alles wahr. Nichts übertrieben, nichts beschönigt.
Hatte eher gehofft, dass mir hier jemand Tipps wegen dem Pachtvertrag geben kann (was teilweise ja auch passiert ist, dafür danke) oder wie jemand in einer ähnlichen Situation reagiert hat. Vielleicht hat/hatte ja jemand auch solche Eltern oder Schwiegereltern.

Für uns sind die Entscheidungen klar: Wir würden den Hof, die Felder und Wiesen bewirtschaften, das Lohnunternehmen weiter führen. Das Vieh könnte bleiben, bis seine Mutter den Rentenanspruch hat. Wir selbst brauchen das Vieh nicht. Aber wenn seine Eltern nicht einsehen, dass ER der Chef ist und dass sie ihn auch mal machen lassen müssen, dann hat das keinen Sinn. Alleine können die mit dem Hof nichts machen.
Denn würde mein Mann den Pachtvertrag kündigen, würde er alle Gerätschaften und Fahrzeuge verkaufen. Er hat in den letzten Jahren alles neu angeschafft. Sie hätten nicht mal die Möglichkeit das Futter aus dem Silo zu den Tieren zu bringen. Die Eltern sind sich gar nicht der Tragweite bewusst, die ihr Tun gegen uns bewirkt.

Offline Pierette

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #10 am: 07.11.14, 12:52 »
S

Wenn die SMs die Arbeit tun und den Hof bewirtschaften, dann steht ihnen auch das Recht zu, mit zu bestimmen, meinst Du nicht (z. B. bei Landpacht)?

Ich weiß nicht, das klingt wohl sehr strukturiert, wie Fanni schreibt.
Aber auch ein wenig "eingefahren" und "einseitig".  Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber es tönt auch etwas überheblich.

Ich würde sehr gerne auch die Meinung Deiner Schwiegereltern hören.

Keine Ahnung, einen Rat habe ich nicht, ich habe teilweise Verständnis für Deine Situation, aber irgend was in mir sagt "Autsch", wenn ich Deine Beiträge lese.

Ich kann Dir da nur zustimmen, Susanna!

Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen (aus Afrika)

Offline mamaimdienst

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #11 am: 07.11.14, 12:57 »
Hallo Kiliane,
erst mal auch von mir herzlich willkommen hier. Daß manche hinter deinem Beitrag einen "Troll" vermuten, kommt nicht von ungefähr, also
nicht böse sein. Ich geh jetzt mal davon aus, daß Deine Berichte wahr sind.
Lies Dich doch einfach mal quer in der "Generationen-Box" dort sind schon ähnliche Geschichten wie Deine diskutiert, vielleicht findest Du
dort Anhaltspunkte.
Bevor man seine Feinde liebt, sollte man netter zu seinen Freunden sein. - Mark Twain-

Kiliane

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #12 am: 07.11.14, 13:16 »
Okay, wenn es hier wohl schon vorkam, dass ein Troll sein Unwesen trieb, dann kann ich eure Skepsis verstehen. Ich geb ja zu, die Geschichte hört sich heftig an. Zu  heftig um wahr zu sein. Leider ist sie es. Ich hab's schon zig Mal im Guten versucht, hab auch versucht der SM alles recht zu machen - aber es ging nicht. Sie fand immer und immer wieder etwas zu meckern.

Da haben wir das OG renoviert, es war ein Onkel als Handwerker da um Fenster auszutauschen. Da machte sie Theater, dass so viel Krach sei.
Dann habe ich mich endlich mal getraut eine Freundin einzuladen (am Nachmittag), nun war ihr das auch nicht recht, weil die Treppe knackte als meine Freundin hinauflief. Entschuldigung - was soll man denn da machen?
Daher bin ich dann vor 1,5 Jahren ausgezogen. Meinem Mann war das nicht Recht, ganz klar. Aber er hat es damals nicht geschafft, seinen Eltern die Stirn zu bieten. Jetzt ist er bereit dazu.

Noch ein ganz aktuelles Thema:
Wir wollen eine Bergehalle bauen, etwas außerhalb vom Ort. Dort sollen mehrere Fahrzeuge und Geräte rein - und eben auch meine Pferde. Damit wäre dann das Problem auch gelöst, dass ich als rotes Tuch auf dem Hof erscheine. Nun will aber die SM nicht, dass wir diese Halle bauen. Blöderweise hat der Architekt die Pläne bei den Senioren abgegeben und die SM dreht eben deshalb am Rad. Vom Grundbuch her ist es das Grundstück der SM. Darf sie aber ihrem Sohn als Bauherrn dann dennoch verbieten, auf der von ihm gepachteten Fläche etwas zu bauen? Oder kommt es da jetzt auch wieder drauf an, was im Vertrag steht? Oder gibt es eine generelle Regelung?

Offline annelie

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #13 am: 07.11.14, 13:32 »

Denn würde mein Mann den Pachtvertrag kündigen, würde er alle Gerätschaften und Fahrzeuge verkaufen. Er hat in den letzten Jahren alles neu angeschafft. Sie hätten nicht mal die Möglichkeit das Futter aus dem Silo zu den Tieren zu bringen. Die Eltern sind sich gar nicht der Tragweite bewusst, die ihr Tun gegen uns bewirkt.

Hallo.
ohne zu wissen was im Pachtvertrag steht kann man Dir eigentlich nichts raten. Es wurde ja mit Viehbestand, Maschinen und Gebäudenutzung verpachtet, das ist was anderes als nur Flächen und da braucht ihr auch professionelle Beratung. Ich kann mir zwar vorstellen, dass Dein Mann alle Gerätschaften  verkaufen kann, aber nicht ohne Ersatz für die bei Pachtbeginn vorhandenen, außer natürlich es war gar nichts vorhanden oder wurde abgelöst. Eben weils so viele Unbekannte gibt, solltest Du Dir mal den Pachtvertrag besorgen, ich kenn nur den Einheitspachtvertrag für Flächen.

Das die Geschwister Deines Mannes nicht helfen, wenn die SE nicht da sind und ihr arbeitet, finde ich persönlich völlig o.k. Dein Mann hat den Hof gepachtet und sollte daher zuständig sein. Du bist die Ehefrau und ich gehe davon aus, dass Du dann auch nicht die Kühe milkst, da Du nichts mit ihnen zu tun haben willst, egal ob sie nur für die SE gehalten werden.

Ich bin keine Fachfrau, aber ich bin immer davon ausgegangen, dass nur der Eigentümer ein Baurecht hat, besonders im Außenbereich. Auf Pachtland bauen geht meiner Meinung nach nicht so einfach. Komisch, dass das der Architekt nicht angesprochen hat und ich finde es seltsam, dass ihr nicht vorher mit den SE drüber gesprochen habt.
Man darf zwar jedes x-beliebige Gründstück überplanen, aber zum Bauen sollte man der Eigentümer sein oder zumindest die Einwilligung des Eigentümers haben.
« Letzte Änderung: 07.11.14, 13:50 von annelie »
Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist ein Geheimnis
und jeder Augenblick ist ein Geschenk.

Liebe Grüße
Annelie

Offline Mara

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Re: Eklat zwischen den Generationen
« Antwort #14 am: 07.11.14, 13:39 »

Noch ein ganz aktuelles Thema:
Wir wollen eine Bergehalle bauen, etwas außerhalb vom Ort. Dort sollen mehrere Fahrzeuge und Geräte rein - und eben auch meine Pferde. Damit wäre dann das Problem auch gelöst, dass ich als rotes Tuch auf dem Hof erscheine. Nun will aber die SM nicht, dass wir diese Halle bauen. Blöderweise hat der Architekt die Pläne bei den Senioren abgegeben und die SM dreht eben deshalb am Rad. Vom Grundbuch her ist es das Grundstück der SM. Darf sie aber ihrem Sohn als Bauherrn dann dennoch verbieten, auf der von ihm gepachteten Fläche etwas zu bauen? Oder kommt es da jetzt auch wieder drauf an, was im Vertrag steht? Oder gibt es eine generelle Regelung?

Hallo Kiliane,
also das würde ich nie machen, auf dem Grundstück von SM bauen.
Im schlimmsten Fall kann sie das Grundstück als Eigentümerin mit der Halle verkaufen oder
jemand anderem vererben. Was im Grundbuch steht, gilt, sonst nichts.

lg mara
3 Wünsche:
Die Gabe, nie zu vergessen, was Du warst,
den Mut das zu sein, was Du bist,
die Kraft, das zu werden, was Du sein möchtest.