Autor Thema: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?  (Gelesen 37384 mal)

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Offline maria02

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #45 am: 03.01.14, 10:13 »
@ Marianne,

das ist doch süß wenn man nach so vielen Jahren noch  
in seinen Erinnerungen  schwelgen kann....

Gruß Maria

Offline Finn

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #46 am: 03.01.14, 10:25 »
"1 wir sind die besch... Generation, erst mussten wir uns von den Alten bevormunden lassen und jetzt von den Jungen."


Kann ich voll und ganz unterschreiben. Sind momentan SK und Altenteiler. Ein ganzes "Leben" lang Rücksicht auf SE genommen und nun nehmen wir gleichzeit Rücksicht auf die Jungen. Die haben heute Gott sei Dank genaue Vorstellung von Ihrem Leben.
Die Großeltern werden von den Enkeln sehr geachtet, manchmal verstehen sie ihre Eltern nicht, die sich nicht immer nach den Großeltern richten wollen, aber gleichzeitig wollen Sie ihr eigenes Leben auf den Hof verwirklichen und die Eltern stören oft nur, da sie eventuell auch noch eigene Wünsche haben.
Manchmal frage ich mich schon, wo bleiben wir?  Wenn es auch meistens gut klappt. Liegt aber auch oft an der Sandwichgeneration, die versucht es allen recht zu machen, und manchmal! dabei selbst auf der STrecke bleibt

Wenn man jung ist, denkt man nicht daran, einmal selbst alt zu werden und dann nur noch als lästig und störend empfunden zu werden.


Liebe und nachdenkliche Grüße

Offline gammi

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #47 am: 03.01.14, 10:31 »
Und glaubt ihr unser "Alten" sind nicht in der gleichen Situation?

Die stand genauso zwischen ihren Alten und uns Jungen.......................und unseren Kindern wird es genauso gehen....................jede Generation steht zwischen zwei anderen.

Die haben sich doch genauso für uns "aufgeopfert" und genauso ihre Schwiegereltern versorgt.........................und hatten oft noch viel weniger Freiräume dazwischen wir wir.
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Offline Nanne

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #48 am: 03.01.14, 10:33 »
Ich hör mir ab und an auch ganz gerne die Erzählungen von den "alten Zeiten" an, aber wenn nur noch solche Geschichten kommen und das tagtäglich wieder, dann wird´s schon langweilig.
Wir haben hier im Dorf einen Mann(ca. das Alter wie SE), der hat angefangen, für die Lokalzeitung die Vorkommnisse im Dorf zu fotografieren und Berichte darüber zu schreiben und das dann im Lokalteil der Zeitung veröffentlichen zu lassen. Auch die Fußballspiele der Vereine in den umliegenden Ortschaften werden kommentiert. Bekommt, glaub ich, einen kleine Entlohnung dafür, ist aber nicht wichtig. Und wie war der Kommentar von SE auf seine Tätigkeit: der kann das ja machen, der hat ja eh nichts zu tun.  ::) Oder einer hat so einen kleinen Seniorenstammtisch organisiert, immer mittwochs im Sportheim so zum tratschen und evtl. Kartenspielen. SV war 1-2 mal dort, dann kam die Bemerkung: die reden eh immer dasselbe und mittwochnachmittags hat er keine Zeit :-X Sind aber alles Landwirte und in seinem Alter, aber die tun ja eh nichts mehr. Oder SM wird zum Geburtstagskaffee eingeladen im Dorf, ab ca. 15.00 Uhr. Geht sie nicht hin, weil sie ja um 16.00 Uhr in den Stall muß und so spät macht man keine Einladungen. Wenn man nicht will >:(

LG
Nanne

Offline mary

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #49 am: 03.01.14, 10:55 »
Hallo gammi,
und dazu noch der 2. Weltkrieg, der ihnen Väter, Onkels und andere Verwandte raubte, die Kindheit oder Jugend dazu, einem grossen Teil die Heimat nahm, viele Frauen kamen auch nicht gut dabei weg.
Nein, wir können uns nicht beschweren, wir durften in Friedenszeiten aufwachsen.
Kommen und gehen - solange es mit Familien weitergeht- wird es immer so weitergehen. Beim Lesen mancher Beiträge werde ich sehr nachdenklich. Sind die "Alten" nur Last? Aber was wird mit uns, wenn wir alt werden, sind wir dann auch nur noch Belastung?
Wie sehen wir unser Alter?

Und wie wir einmal sein werden, wenn wir alt werden dürfen- das werden wir dann schon sehen.
Vor ein paar Tagen habe ich einen interessanten Spruch gelesen, die Dame wurde 50 und sie fühle sich wie 50- älter wird man ja nicht nur selbst, sondern auch die anderen.






Online LunaR

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #50 am: 03.01.14, 11:08 »
Martina, ich verstehe dich sehr gut  :)

@Marianne: Ist doch ein tolles Hobby, alte Liebesbriefe lesen  ;D


Ich bin mir ganz sicher, wenn man selbst im Alter anders sein will, muss man sehr auf sein eigenes Tun achten und schon sehr früh damit beginnen, konsequent und bewusst anders zu sein. Im tut/sagt man nur noch das verstärkt, was man schon immer gesagt oder getan hat. Unsere im Leben erworbenen Routinen kommen dann ganz stark zum Vorschein. Bin auch überzeugt, dass man von einem älter werdenden Menschen keine Änderung mehr erwarten oder erhoffen kann, zumindest nicht zum Guten.

@Gammi, mit "Bespaßen" habe ich auch ein Problem.

LG
Luna
Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


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Offline gina67

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #51 am: 03.01.14, 11:15 »
Hallo
ich bin in dieser Sandwichgeneration und ich kann für mich sagen, dass es schwieriger ist mit meiner SM auszukommen als mit meiner ST. Was sicher daher kommt, dass ST nicht mit unserem Haushalt wohnt und wir uns nur sehen wenn sie im Büro oder im Stall arbeitet. Das ist nicht jeden Tag, weil sie einen Teil der Buchführung zu Hause macht. Meine SM habe ich den ganzen Tag um mich herum, da geht es mir wie Martina. Oft kann ich es kaum aushalten, weil sie mir immer wieder von Leuten erzählt die ich nicht kenne und die schon lange tot sind.
Gestern z.B. hat sie mir von einem Bekannten erzählt der 1945 mit ihr geflüchtet ist und der sich dann nicht mehr um seine Familie gekümmert hat und dann irgendwann an Drogen gestorben ist. Fragt mich nicht wann das alles war, aber so was muss man sich anhören. Und auch wenn man denkt, dass man das gar nicht hören will und einfach nicht antwortet, dann bleibt trotzdem noch was hängen.
Ich nehme mir fest vor als Altenteilerin mich nicht einzumischen, ich werde als Arbeitskraft in Spitzenzeiten und als Wochenend- und Urlaubsvertretung zur Verfügung stehen. Aber mehr nicht, jedenfalls ich nicht, was mein Mann dann macht, weiß ich nicht. Ich habe schon soviele Pläne für diese Rentenzeit, da habe ich Angst dass ich gar nicht alles schaffe, was ich gerne möchte.

LG Gina


Offline Maja

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #52 am: 03.01.14, 11:36 »
Also was ihr alle schreibt ist richtig. Jeder Beitrag hat was!!
Wenn ich mein Leben so betrachte( bin ja nun schon Rentnerin und übrig), dann denke ich, wir, diese Generation seit Kriegsende haben ein gutes Leben gehabt bisher und brauchen uns eigentlich nicht beschweren.
Wir haben alle einen gewissen Lebensstandard den die Generation vorher nicht hatte.
Wir hatten das Glück Hobbys haben zu dürfen( nicht jeder hat daran für sich gearbeitet), unsere Vorgängergeneration wurde nur an ihrer Arbeitsleistung gemessen.
Wir sollten uns nicht wundern dass sie so sind wie sie sind.
Wir sollten einfach nur so sein wie wir die Andern gerne haben wollen.
Das alleine wäre schon schwer genug.
Ich bin auch als Rentnerin nicht mit einem Schlag zu doof um gut zu kochen und zu backen oder mein Haus zu dekorieren und Gäste zu begrüßen und zu erfreuen .Aber andere sehen das anders!!!!!Die Freundin meines Sohnes zum Beisp.
Ich habe mir angewöhnt sie zu ignorieren mit ihrer Denkweise....mag sie es halten wie sie es will.
Ich lebe wie ich es will. Sehe ich sie, dann grüße ich sie, als wäre es nur meine Nachbarin.
An Weihnachten beschenke ich sie als wäre es eine gute Freundin. Geburtstage werden nur auf meiner Seite ordentlich gefeiert, anders rum gibt es nicht mal einen Kaffee.
Es ist wie es ist!
Aber was ich eigentlich damit sagen will....ich brauch niemand der sich Gedanken macht wie man mich bespaßt, das würde ich mir auch wirklich verbitten.
Wir alle sollten nur an uns arbeiten und unseren Kindern( auch den mittlerweile erwachsenen) eine gute Art vorleben wie man sinnvoll mit seiner Lebenszeit umgeht.
Wer arbeiten mag soll arbeiten so gut und so viel er kann, wer verreisen will soll verreisen und wer ein schönes Hobby hat sollte es mit möglichst vielen Menschen teilen.
Ach ja eines meiner Hobbys ist hier der BT und da kann ich mit vielen teilen.

Heute ist in meinem Kalender ein schöner Spruch den ich euch nicht vorenthalten möchte.
Paßt schon ein bißchen zum Thema denke ich.


" In jedem Menschen ist Sonne-
man muss sie nur zum Leuchten bringen"

Also leuchtet damit andere von eurem Strahlen ein bisschen was ab bekommen und ihr Leben heller wird dadurch.

KATHRINA H:

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #53 am: 03.01.14, 12:34 »
@ Martina- Deine Beiträge sind sehr gut! Habt Ihr schon immer zusammengewohnt?
Wir haben einen eigenen Wohnbereich- Haus u. SE auch, Wohnung, könnte mir nie!!
vorstellen in einem Haus mitnand zu wohnen!! SE glaub ich, auch nicht.
Gruß Kathrin

Offline martina-s

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #54 am: 03.01.14, 12:40 »
Hallo,
ich hab heut auch schon mit meinem Mann über das Thema diskutiert.
Jeder Beitrag hier hat was.
Nur finde ich einfach wenn es einseitig wird, dann ist es nicht in Ordnung.

Denn da ist es wie mit dem letzten Krieg. Da kann man auch auf Ewigkeit ein Drama drum machen. Man muss alle Themen des letzten Krieges respektieren. Aber irgendwann muss (ohne zu vergessen was Schreckliches passiert ist) Schluss sein. Man kann nicht auf Ewigkeit darauf herum reiten.

Meine Mutter war Kriegsopfer und hatte von daher nur noch eine Hand und auch sonst noch Schaden davon getragen. Diese Generation hatte es nicht leicht... Keine Frage.
Aber man demotiviert junge Menschen indem man ihnen ständig anlastet wie gut sie es doch haben und angeblich nicht schätzen. Genauso gut könnte ich auch meiner SM anlasten dass sie es nicht schätzt, dass sie nicht irgendwo alleine in einer Stadtwohnung sitzt ohne Ansprache sondern uns um sich hat, immer eine warme Bude ohne Hand anlegen zu müssen und auch sonst versorgt ist.

Man kann auch unausgesprochen mitteilen dass man mit dem Leben so wie es ist zufrieden ist.

Und das mit gegenseitig sich achten und ihr Aufmerksamkeit und Liebe schenken, das ist in Ordnung und wenn man sich gut leiden kann, dann ist das wunderbar. Ich hab auch nichts gegen unsere Oma.
Finde es aber befremdlich wenn man sich zu Tisch setzt, sie allen anderen was hinterher trägt, so dass es schon fast peinlich ist. Und sie sieht, dass ich z. B. wie gestern kein Besteck habe, mir aber keins hinlegt.
Ich bin auch früher aus der Schule gekommen, hatte zuvor vorgekocht. Ihr braucht nicht zu denken, dass man mir was übrig gelassen hätte von manchen Speisen und mal eine Portion hübsch angerichtet zur Seite getan worden wäre von ihr.
Da kommt man sich dann schon ein wenig als Außenseiter vor. Für alle anderen würde man sich den Hintern aufreißen.

Da bin ich dann auch verletzlicher geworden. Ich hab mich bemüht, dass es allen gut geht und bei mir würden die Bereiche getrennt. Ich mache einige Dinge für Oma die sie nicht kann und auch nicht machen will. Und die Dinge die sie für mich machen könnte, weil sie es für andere ja auch tut, da werden dann Unterschiede gemacht.

Und wenn ich merke, ich bin offen und erzähle, und hinterher merke ich, dass ich nur ausgehorcht worden bin und mir wird diese Ehrlichkeit vorenthalten, dann erzähle ich eben irgendwann einmal nichts mehr.

Ich denke, das sind alles psychologische Reaktionen die normal sind und sich eben so ergeben im täglichen Umgang.

Es mag schon sein, dass in jedem Menschen Sonne ist. Aber es kann nicht von mir verlangt werden sie bei jedem Menschen zum Leuchten zu bringen. Wenn es nicht gewünscht wird, dann ziehe ich mich zurück. Denn es heißt auch jeder ist seines Glückes Schmied. Und wenn man selber nicht an sich arbeitet und versucht auch den anderen neben sich etwas sein und werden zu lassen, dann steht man plötzlich ganz schön allein da.

Man muss keine großen Geschenke machen. Aber nette Kleinigkeiten oder Erledigungen die man selbstlos ohne groß damit zu prahlen wer das machen würde, wenn man nicht da wäre... - sind dann doch oft so Dinge die das Leben wesentlich vereinfachen würden.

Ich gehe ja immer Einkaufen weil unsere Oma das nicht machen kann und wenn sie könnte auch nicht machen will. Hat früher schon immer alles besorgen oder liefern lassen. Oft bringe ich etwas auf Verdacht mit weil sie nämlich nicht an alles denkt wenn sie mir den Zettel schreibt und hinterher fällt es ihr dann ein.
Und wenn ich denke, das und das würde sie gerne essen, hab ich schon oft ins Schwarze getroffen damit. Und was mich dann traurig macht, das ist, dass sie mir das alles zahlen will und zwar möglichst sofort, so dass es nervt weil ich oft noch gar nicht ausgepackt hab und sie steht schon mit der Börse da.
Ich hasse dieses Aufrechnen. Ich komme mit Menschen besser zurecht und mag die lieber wo ich auch mal eine Freude machen kann ohne gleich gegengerechnet zu bekommen.

Liebe Grüße
Martina

Offline frankenpower41

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #55 am: 03.01.14, 12:49 »
Hallo  Martina

Ich habs ja schon öfters gedacht, dass unsere SM sich ähnlich sind.
Unsere geht zwar noch einkaufen, genau nach Plan alle 4 Wochen (so oft wie Du fort fährst, das konnte ich nicht ::) ::) ::) ::)),
und bringt immer was mit für uns, oft bräuchten wir das nicht. Sie isst ja fast nichts, weil sie ist ja sooo genügsam (wohl im Gegensatz zu uns). Das lässt sie sich auch nicht zahlen, aber wehe ich muss ihr mal ein Päckchen Hefe mitbringen, nicht mal das lässt sie unter den Tisch fallen. Mich wurmt das auch. So ein Verhalten kenne ich von uns daheim nicht.
Irgendwie hat man immer das Gefühl, dass man ständig zu Dank verpflichtet sein muss.
Aus dem Grund will ich zum Beispiel schon jahrelang nicht mehr, dass sie für uns was bäckt, sie isst von mir nichts, aber ihren Kuchen (sie bäckt sehr gut), den sollen wir dann essen. Wenn die anderen Familienmitglieder ihren Kuchen essen ists mir recht, aber für mich sollte ein Zusammenleben aus geben und nehmen bestehen.

Marianne
« Letzte Änderung: 03.01.14, 14:20 von frankenpower41 »

Offline martina-s

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #56 am: 03.01.14, 12:51 »
Hallo Kathi,
ja, wir haben schon immer zusammen gewohnt. Früher hatten wir sogar nur eine Küche. Dann hatten wir zwei Küchen und SE Küche ist nie groß genutzt worden.
Abends haben wir sogar zusammen fern gesehen.
Dann hat wenn SV seinen Grant hatte und unterm Tag was nicht so in seinem Sinne lief, abends immer damit gedroht sich selber einen TV zu kaufen.
Hat er nie gemacht.
Irgendwann haben wir ihnen dann zu Weihnachten ein Fernsehgerät gekauft. Das war der schlimmste hl. Abend den ich je erlebt hatte.
Er hat uns angelastet, dass wir ihn aus der Stube (war eigentlich nicht die Stube - wir hatten früher einen Fernsehraum mit 9 m² wo wir gemeinsam guckten) geworfen hätten.
Von da ab haben sie dann auch ihre Küche mehr genutzt.
Mein Mann hatte dann mal die Erkenntnis, dass wir (also mein Mann und ich) ziemlich doof wären weil ich jeden Sonntag kochte und mein Mann und ich hinterher den Abwasch hatten, während SE den Löffel weg legten und Sonntags - nachmittags - Kaffeefahrten und Ausflüge machten. Gegessen hatten man zuvor gemeinsam.
Da sind sie sich in die Wolle gekommen und von da an haben wir den arbeitsfreien Sonntag immer alleine verbracht und mal gekocht oder auch mal weg gefahren ohne was vorbereitet zu haben oder zuerst noch schnell die ganze Großfamilie abgefuttert haben zu müssen.

Oma und Opa sind dann oft demonstrativ zum Essen in die Gaststätte gefahren.

Jetzt lebt ja Opa nimmer (seit 2002) und Oma versorgt sich mittags immer selber weil wir andere Essenszeiten angefangen haben mit denen sie nicht einverstanden war. Das hindert sie aber nicht, sich bei unseren Mahlzeiten dazu zu setzen um zu hören was läuft.

Wir haben keine getrennten Wohnungen und müssten jedes Zimmer einzeln abschließen wenn man da nicht von sich aus Respekt vor den Räumen der anderen haben würde. Ist halt ein altes Bauernhaus von 1864.

Oma und Opa hätten gar keinen Sinn dahinter gesehen, die Wohnbereiche zu trennen und wenn wir so eine Trennung vollzogen hätten, dann wäre das als persönlicher Angriff gewertet worden.

Ich allerdings möchte das, sollte hier mal je eingeheiratet werden, nimmer.
Liebe Grüße
Martina

Offline martina-s

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #57 am: 03.01.14, 12:53 »
...ja, Marianne, genau so habe ich das gemeint. Ich sehe, Du hast mich verstanden.. :D
Liebe Grüße
Martina

Offline gammi

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #58 am: 03.01.14, 13:06 »
Ich hör mir ab und an auch ganz gerne die Erzählungen von den "alten Zeiten" an, aber wenn nur noch solche Geschichten kommen und das tagtäglich wieder, dann wird´s schon langweilig.
Wir haben hier im Dorf einen Mann(ca. das Alter wie SE), der hat angefangen, für die Lokalzeitung die Vorkommnisse im Dorf zu fotografieren und Berichte darüber zu schreiben und das dann im Lokalteil der Zeitung veröffentlichen zu lassen. Auch die Fußballspiele der Vereine in den umliegenden Ortschaften werden kommentiert. Bekommt, glaub ich, einen kleine Entlohnung dafür, ist aber nicht wichtig. Und wie war der Kommentar von SE auf seine Tätigkeit: der kann das ja machen, der hat ja eh nichts zu tun.  ::) Oder einer hat so einen kleinen Seniorenstammtisch organisiert, immer mittwochs im Sportheim so zum tratschen und evtl. Kartenspielen. SV war 1-2 mal dort, dann kam die Bemerkung: die reden eh immer dasselbe und mittwochnachmittags hat er keine Zeit :-X Sind aber alles Landwirte und in seinem Alter, aber die tun ja eh nichts mehr. Oder SM wird zum Geburtstagskaffee eingeladen im Dorf, ab ca. 15.00 Uhr. Geht sie nicht hin, weil sie ja um 16.00 Uhr in den Stall muß und so spät macht man keine Einladungen. Wenn man nicht will >:(

LG
Nanne

Nanne ich versehe schon auch,  dass du genervt bist.

Wir brauchen hier auch nur ein Wort sagen, und jeder kann Schwiegermutters Geschichte aufsagen. Aber das war eben ihre Welt. Es war nicht unsere Welt, aber es war ihre Welt.
Und sie hat sich auch in Gesellschaft anderer nicht wohlgefühlt, weil es nicht ihre Welt war.

Und sie hat uns auch dreingeredet usw., da hätte ich sie auch oft gerne auf dem Mond geschickt.......aber das war ihr WESEN, das war sie. Ich hab auch oft damit gekämpft und ich hatte auch viel Streit, Unzufriedenheit...........bis zu dem Zeitpunkt als ich es eben mit anderen Augen gesehen habe. Das ging auch nicht von heute auf morgen und hat auch oft wehgetan.

Kinder steht man zu dass die sich individuell entwickeln. Alten nicht...........die entwicklung geht dort halt rückwärts, aber es ist eine Entwicklung.

Und überlegt mal.......wollt ihr zu euch Vergleiche hören, dass andere das doch so und so machen? Aber bei den "Alten" macht man das gerne.
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Christel Nolte

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Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
« Antwort #59 am: 03.01.14, 13:18 »
Es ist nur so, dass es keine Lösung gibt für Fälle wie Deinen Martina, oder auch wie meinen. Wir tragen Verletzungen davon, wir werden ungewollt härter, aber was will man machen?

Ich denke manchmal, nur ein gewisser Prozentsatz des Ärgers/Problems liegt wirklich in dem Verhalten der anderen Generation (kann genausogut die jüngere sein), der andere  Teil liegt darin begründet, dass wir etwas anderes erwartet haben/erwarten, jetzt in Punkto Familienleben, als die Umstände es zulassen.

Also unsere Erwartungen von Zuneigung oder Respekt oder Toleranz etc werden ständig enttäuscht-----während wir gleichzeitig wissen, dass sich nichts ändern wird----könnte man daraus folgern, dass es unsere Erwartungen sind, mit denen etwas nicht stimmt? Dass es das, was wir uns als Großfamilienleben idealerweise vorstellen, nie gegeben hat und nicht geben wird? (Ausnahmen inbegriffen), dass es naturgegeben ist, im Zusammenleben so verschiedener Menschen?  Ginge es uns eventuell besser, wenn wir von vorneherein das Schlechte erwarten, als das "Normale" etrachten, um dann positiv überrascht zu werden, wenn es besser läuft?

Das soll nur mal ein Denkanstoß sein, ein anderer Ansatz, soll nicht heißen, wir müssen uns immer anpassen, sondern eher eine gewisse Gelassenheit entwickeln....sonst halten wir es nicht aus


ich weiß nicht, ob ich mich verständlich machen konnte.

....
Wir haben keine getrennten Wohnungen und müssten jedes Zimmer einzeln abschließen wenn man da nicht von sich aus Respekt vor den Räumen der anderen haben würde. Ist halt ein altes Bauernhaus von 1864.

Oma und Opa hätten gar keinen Sinn dahinter gesehen, die Wohnbereiche zu trennen und wenn wir so eine Trennung vollzogen hätten, dann wäre das als persönlicher Angriff gewertet worden.

Ich allerdings möchte das, sollte hier mal je eingeheiratet werden, nimmer.

Aus dieser Erfahrung heraus, gehe ich nur nach Vorankündigung durch die Wohnung meiner Tochter und leihe mir nichts, bevor ich nicht gefragt habe, mit dem Resultat, dass ich geschimpft  ;) werde, ich soll mich nicht so anstellen, ich könnte doch wohl jederzeit da rein und mir was zB ausborgen......das wär doch wohl kein Thema....