Autor Thema: Was kommt danach ?????? Schwiegereltern-Generationsprobleme  (Gelesen 106631 mal)

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Offline Gitta

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nun meine geschichte, bzw erlebtes:

ich ging mit einem äußerst schlechten gefühl auf den hof meinen mannes, wegen seiner sm und bruder.
viele meiner fam. mitglieder und meiner besten freundinnen rieten mir ab, aber   die liebe war stärker, dass erkannte auch mein mann.

wir durchlebten höllentage, ich bin auch schon einmal über nacht weg gelaufen und hab bei meiner freundin geschlafen, einfach um über alles
in ruhe (die hatte ich in dem haus nicht) nachzudenken.
ich ging wieder zurück und ich erlebte einen völlig aufgelösten und verzweifelten mann, der damals sogar tränen weinte.

in dieser schweren zeit beschlossen wir beide (auf meine anregung hin) ein eigenes haus zu bauen um von diesen negativen einflüssen weg zu kommen. mein mann hat eingesehen, dass ich (wie auch meine beiden vorgängerinnen) diese lebenssitution nicht aushalten kann!

gesagt getan, wir bauten und wir verriegelten uns ab von der sm und wir hielten zusammen.
das verhältnis wurde erst etwas besser, als sie erkannt hat, dass sie nicht mehr so leicht an uns ran kann.
am sterbebett gab sie mir die hand und ich konnte mich auch nocht im guten von ihr verabschieden, war  für mich und meinen seelenfrieden wichtig.
mein mann ebenso.
mittlerweile habe ich den sv und den bruder noch, zu versorgen und ich verstehe so manches besser, warum das die sm oft so garstig und gefrustet war. natürlich war es auch ihre art den feldwebel und thyrannen zu machen.


fazit:
wir liebten und lieben uns, und das schlechte verhältnis zur sm hat uns nur noch besser zusammengeschweißt, allerdings haben wir viel über meine und seine gefühle, situationen geredet. ich wollte ihn verstehen, warum er das oder das so gemacht hat und ich hab ihm von meiner seite erzählt, dass mir das oder jenes weh getan hat oder oder. geredet haben wir viel, um einfach den anderen besser verstehen zu lernen.

mittlerweile sind wir eine sehr glückliche familie und ich hab so manches vergessen (schublade) bzw auch verziehen. den verzeihen gehört auch zur liebe.


gitta
Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht finden.
Liebe Grüße
Gitta

Krümmelmonster

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nEs ist offensichtlich, dass viele Paare in den ersten gemeinsamen Jahren auf den Höfen wohl durch eine mehr oder weniger große "Hölle" gegangen sind. Ich lese auch, dass sich nicht alle getrennt haben.

Was mich mal interessieren würde: Wie ist es der tiefen Liebe/dem Vertrauen zueinader bekommen?????

Ich für mich habe das Gefühl, dass mit jedem erneueten Streit wegen SE oder SM,  jeder Situation wo der Partner sich nicht sofort (warum auch immer Abhängigkeit/Gewohnheit/Gedankenlosigkeit) vor einen stellt, jede Gemeinheit die der Partner irgendwie "zulässt" (er ist ja wie auch immer der Mitverursacher für unser Leid/Ärger etc. weil nicht abgenabelt/weil er nur in Ruhe seine Arbeit machen will/weil er schon immer gern den Weg des geringsten Widerstandes gegangen ist)) ein Stück von der Liebe bzw. des Vertrauens, einfach der Gefühle die man füreinander hat abbröckelt.........

Am Anfang einer großen Liebe denkt man ja egal was geschieht: Hauptsache wir sind zusammen, wir haben einander und gemeinsam schaffen wir alles.etc...............wenn ich die Beiträge so lese, schafft es das Umfeld/die Lebenssituation)  recht schnell uns eines Besseren zu belehren.

Meine Frage: Gibt es in diesem Forum auch Mitglieder, die es all diesen Dingen zum Trotz geschafft haben, sich ihre Liebe (nenn es jetzt einfach mal nur so) zu bewahren bzw. haben es welche auch geschafft, nach dem Sie durch so eine Lebensituation "abgebröckelt/zerbröckelt ist" diese wieder zu mehren und zu einer innigen, vertrauensvollen Beziehung zurückzufinden. Ich meine so richtig, ohne Knoten (Reiß den Faden der Freundschaft/Liebe nicht allzu rasch entzwei, wird er auch neue geknüpft, ein Knoten bleibt dabei) Gibt es diese Möglichkeit überhaupt bzw. wie hat es der eine oder andere geschafft?

Imogen
du schreibst mir grad so aus der seele.. ich kenne das problem nur zu gut..
wir sind aber dabei es etwas zu lösen und hoffentlich bald aus dem gröbsten,aber deine frage kann ich noch nicht beantworten..leider :(
das einzigste was hilft, ist es nur den kopf nicht hängen zu lassen und auch mal freiräume zu schaffen..so schaffen wir es immer ein stückchen weiter.. ist zwar recht mühsam,aber irgendwann kommen wir ans ziel hoffe ich :)

Offline mary

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Im Heft der Berufsgenossenschaft fand ich ein Seminarangebot zum Thema übergeben.
http://www.lsv.de/nos/6gesundheitsangebote/betriebsuebergabe/hintergrund/index.html

Warum ist das Zusammenleben zwischen den Generationen so schwierig?
Früher - keine getrennten Räume, mehrere Familienmitglieder,

heute getrennte Wohnungen und Arbeitsbereiche, in der Regel noch mittem im Leben stehende Übergebende,
die auch noch an der modernen Technik nahe dran sind,

aber trotzdem- sind die Probleme nicht weniger geworden.

Arbeiten die "Alten" noch viel, wird geschumpfen, arbeiten sie nicht mehr viel, ebenso.
Haben sie den Betrieb aufgebaut, wird geschimpft, dass sie viel zu viel im Betrieb hängen, dass die Söhne nur die Arbeit kennen gelernt haben,
haben sie nicht viel investiert, wird geschimpft, weil so viel zum Nacharbeiten und investieren ist.
Wie sollten die "pflegeleichten Alten" der Zukunft ausssehen?
Und vor allem, wie stellt sich die "jüngere Generation" den Familienbetrieb der Zukunft vor- oder seht ihr diese Betriebsform als Auslaufmodell?
Wenn die "Alten" so eine Belastung für Beziehungen sind- dann müssten eigentlich alle Paare, die von dieser Bürde befreit- in vollkommener Harmonie leben.
Sind die "Alten" einfach nur - weil sie am Hof vorhanden sind- zuviel?
Entschuldigt, dass ich mal in den Ironietopf gegriffen habe- aber wenn man den Fernseher am Sonntagabend mit der Landlustsendung gesehen hat- und hier nur ein wenig mitliest-
dann wäre es doch wichtig nachzufragen, warum es auf den Hofen so schwierig ist, miteinander auszukommen.
Oder ist eben der Familienbetrieb- egal ob Landwirtschaft oder Gewerbe das Auslaufmodell?
Und dann würde mich interessieren, wie und wo sollen die Lebensmittel der Zukunft herkommen?
Herzl. Grüsse
maria



Offline Maja

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Zitat

fazit:
wir liebten und lieben uns, und das schlechte verhältnis zur sm hat uns nur noch besser zusammengeschweißt, allerdings haben wir viel über meine und seine gefühle, situationen geredet. ich wollte ihn verstehen, warum er das oder das so gemacht hat und ich hab ihm von meiner seite erzählt, dass mir das oder jenes weh getan hat oder oder. geredet haben wir viel, um einfach den anderen besser verstehen zu lernen.

mittlerweile sind wir eine sehr glückliche familie und ich hab so manches vergessen (schublade) bzw auch verziehen. den verzeihen gehört auch zur liebe.


Genau das ist es was ich meine.
Zusammenhalten und Zusammen stehen auch vor den SE und den Schwägerinnen und Schwägern. Wenn sie merken , dass nichts zwischen die Partnerschaft kommen kann, dann ändern sie sich oder auch nicht.
Wenn es wirklich dann so sein muss , wie es hier einige schreiben, dass gar kein Kontakt mehr zustande kommen kann. Dann ist es eben so. Dann muss man seinen Weg eben ohne den Segen oder Unsegen der SE `s gehen.
Aber ihr werdet mir doch Recht geben, dass beide Seiten etwas davon haben wenn es in Harmonie funktioniert.
Es kann funktionieren ,das bin ich mir ganz sicher. Nur muss wie schon Luna schreibt jede Seite es wollen.
Man muss schon sehr hart gestrickt sein wenn man ewigen Unfrieden aushalten will.Was da für unnötige Energie verschwendet wird.
Besser ist es anders rum und ein Versuch ist es immer wert.

Ich gebe nur zu bedenken, dass alle die hart zu ihren Vorgängern sind ein Beispiel geben. Es kann sich alles rächen im Leben , auch für die "Nichtverzeihenkönner" .
Auch Verzeihen können gehört zur Liebe wie es gitta schreibt.

Offline Susanna

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ich hab so manches vergessen (schublade) bzw auch verziehen. den verzeihen gehört auch zur liebe.
Das kann ich nur bestätigen.
Allerdings mit einer Einschränkung, verzeihen ja, aber bitte nicht vergessen. Denn wenn man es vergessen würde, dann hätte man ja seine Lektion nicht gelernt.

Ich hoffe mal, dass wir, also unsere Generation, es besser macht. Zumindest machen wir uns (glaube ich) wesentlich mehr Gedanken um die Problematik als unsere Schwiegermütter und -väter.
Viele Grüße
Susanna

Offline Pierette

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Hallo Milli,
so ganz falsch liegt Dein Sohnemann da ja auch nicht - er hat nur nicht ganz zu Ende gedacht: SE sind auch über 40 !
Es ist nunmal nicht nur eine Altersfrage, sondern auch die des Charakters und der Erziehung.

Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen (aus Afrika)

Offline Ingrid2

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@Mary: Ich weiß nicht, worauf du genau hinauswillst. Es geht doch nicht darum, die "Alten" vom Hof zu jagen. Nur - so wie die Generationen vor 100 Jahren gelebt haben, so will ich heute nicht mehr leben. Schau doch genau hin und lies mal in diversen Büchern nach: Auch damals war das Verhältnis oft sehr schlecht, die von dir so betitelten "Alten" hausten oft in winzigen Kammern mit einer mickrigen Bauernrente. Mehr schlecht als recht versorgt von den "Jungen". Andererseits hatten viele ST unter ihren SM zu leiden - und konnten nicht gehen, weil sie nichts hatten und keinen Beruf erlernt hatten. Möchtest du diese Zustände wirklich wieder haben? Das was ich hier beschrieben habe, war sicher nicht auf allen Höfen so. Genausowenig wie die Zustände heute auf allen Höfen so sind.

Die Lebenswirklichkeit hat sich geändert und das finde ich schön. Daß ich als Frau auch Rechte habe und diese auch mal durchsetzen kann. Mir wäre es auch viel lieber, mit meinen SE ein gutes Verhältnis zu haben, aber dazu gehören zwei. Meine SM wäre vor 100 Jahren eine wunderbare Chefin gewesen, mit einer ST, die als Dienstmagd da gewesen wäre. Mit einem Sohn, der sich ihr nicht widersetzt hätte. Nun leben wir aber im 21. Jahrhundert und das Leben hat sich geändert.

Ingrid

Offline Lexie

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ich glaub, es kommt auch auf die "Tagesform" an. Gestern hätt ich meinen Mann am liebsten
zum Mond geschickt ohne Rückfahrticket und heut ist er wieder ganz lieb zumir.
Meiner Meinung nach haben wir alle zuviel Streß und zuviel um die Ohren, da bleibt für einen selber
keine Zeit mehr und man ist immer mehr gereizter und agressiver, da bringt schon ein falsches Wort das
Faß zum überlaufen.
Sicher es gibt vieles was einen belastet, aber ich glaube wir kopfen auch zuviel herum und werden betriebsblind.
Bringt jemand einen Lösungsvorschlag (bei uns letztens SM), will man es ja meistens auch nicht hören.

Auch wenn ich gestern anders geschrieben hab  ;), ich würde wieder meinen Mann heiraten. Er ist ein grund guter
Mensch, der nicht nachtragend ist, und halt für sein Leben gern Bauer ist. Vielleicht ist er deshalb auch so glücklich, weil
er seine Arbeit so gerne macht.

Ich bin viel mehr der Kopfmensch, bei mir fehlen einfach die Emotionen, was ich einfach schlecht finde.
Aber ich versuch, mich zu ändern. Schauen wir mal ob´s klappt.

LG Lexie

Schneeadler39

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@Mary: Ich weiß nicht, worauf du genau hinauswillst. Es geht doch nicht darum, die "Alten" vom Hof zu jagen. Nur - so wie die Generationen vor 100 Jahren gelebt haben, so will ich heute nicht mehr leben. Schau doch genau hin und lies mal in diversen Büchern nach: Auch damals war das Verhältnis oft sehr schlecht, die von dir so betitelten "Alten" hausten oft in winzigen Kammern mit einer mickrigen Bauernrente. Mehr schlecht als recht versorgt von den "Jungen". Andererseits hatten viele ST unter ihren SM zu leiden - und konnten nicht gehen, weil sie nichts hatten und keinen Beruf erlernt hatten. Möchtest du diese Zustände wirklich wieder haben? Das was ich hier beschrieben habe, war sicher nicht auf allen Höfen so. Genausowenig wie die Zustände heute auf allen Höfen so sind.

Die Lebenswirklichkeit hat sich geändert und das finde ich schön. Daß ich als Frau auch Rechte habe und diese auch mal durchsetzen kann. Mir wäre es auch viel lieber, mit meinen SE ein gutes Verhältnis zu haben, aber dazu gehören zwei. Meine SM wäre vor 100 Jahren eine wunderbare Chefin gewesen, mit einer ST, die als Dienstmagd da gewesen wäre. Mit einem Sohn, der sich ihr nicht widersetzt hätte. Nun leben wir aber im 21. Jahrhundert und das Leben hat sich geändert.
Ingrid


@ Ingrid

Tolle Ausführung !!!!

Ich kann doch nicht auf einen Hof kommen und verlangen, dass ich dann eingespannt werde , mich beschimpfen lasse und die Hausmagd spiele ?! Man kann nicht erwarten , dass wenn man sich den Schritt überlegt auf einen Hof zu gehen alles zu wissen und zu funktionieren....
Das geht nicht. Ich hätte mir sehr gewünscht , dass mir jemand was zeigt , dass man mit mir spricht um überhaupt zu wissen was los ist... Es war nichts möglich entweder es wurde unterm Tisch geschwiegen oder mein Freund hat es aufs Butterbrot geschmiert bekommen und wenn ich meinem Freund erzählte was am Tag ablief hieß es ich wäre eine Petze wenn er SM und SV darauf ansprach.
Ganz zu schweigen das sie sich dann alles schön geredet hat und ankam mit , waaas das hab ich doch nie gesagt . die spinnt doch...
Was will man da machen ??? Das frage ich , wie oft bin ich zu ihr, hab sie gefragt, wie dies oder jenes geht und was war am Ende , sie ging zum Sohn und sagte ihm , such Dir ne neue die bringt nix und kann nix.
Oder das sie 2 Stunden auf ihn einreden , dass er sich jemanden anderen suchen soll ? Und ich erfahre es dann .... Das tut verdammt weh so ein Verhalten gegenüber einem anderen.

Ich habe völligen Respekt davor was sie geschaffen haben , einen Hof aufgebaut haben , investiert haben aber es gibt ihnen nicht das Recht dem Sohn Vorschriften zu machen wen er zu lieben hat und wie er zu funktionieren hat.
Und es gibt ihnen auch keiner das Recht jemanden zu behandeln wie Dreck. Auch den eigenen Sohn nicht.

Da frage ich , wie kann ein schönes harmonisches Zusammenleben funktionieren unter lauter Demütigungen , die ganz gewiss nicht von mir kamen.

Früher war alles besser ???? Beileibe nicht.

LG
Schneeadler


Offline SiegiKam

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Darf ich einmal von einer ganz anderen Seite was sagen?

Wenn man einen Hof hat, hat man den Arbeitsplatz quasi vor der Haustüre, man kennt die Leute schon sein Leben lang, auch die Zulieferer und Kunden hat man anfangs an der Hand. Man bekommt einen fertigen Arbeitsplatz in den man schon als Kind hineinwächst.

Das schaut für andere Leute anders aus: Schulabschluss so gut wie möglich um überhaupt einen Ausbildungsplatz zu ergattern, bewerben mit Kniezittern an vielen Stellen, neue Menschen überall, nicht überall nette. Azubis werden auch ausgetrickst und mal richtig auflaufen gelassen, oder es steht einer da und markiert den Tollen und zeigt dem Azubi mal so richtig, wie dumm er ist. Oder er darf monatelang die Depperlarbeit machen.  Später kämpfen um das Übernommen werden vom Arbeitgeber, wieder neue Kollegen, wieder neu dazulernen und der Dumme sein. Wenns blöd läuft nach ein paar Jahren einen anderen Arbeitsplatz suchen müssen, wieder ausloten, wie ist wer und wie benehme ich mich richtig. Jeden Tag pünktlich auf die Minute zum Arbeitsplatz, egal wie das Wetter und der Verkehr ist.

Das ist am heimischen Arbeitsplatz anders, sicherlich muss man viel arbeiten und trägt das Risiko als Selbständiger, aber andererseits ist man auch sein eigener Herr und muss sich nicht von fremden Leuten blöd anreden lassen.  Ich möchte nur zeigen, dass für Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft auch nicht jeder Tag ein Honiglecken ist und man oft einiges einstecken muss. Das summiert sich in der Landwirtschaft halt auf ein paar wenige Leute und erschwert vielleicht das Verhältnis besonders, weil man ja nicht heimkommen und sich mal ausjammern kann. Andererseits braucht man auch nie um seinen Arbeitsplatz zu bangen und ist irgendwann doch sein eigener Herr. Zu den Problemen, die die Pubertät für die meisten mit sich bringt, das Streiten mit den Eltern, kommt in der Landwirtschaft die Angst der Eltern, was wird, wenn der Junge nicht arbeiten lernt, das verunsichert auch und bringt evtl. manch hartes Wort mit sich.

Ich fände es am besten, wenn die Eltern ihren Kindern einen klaren Weg aufzeigen könnten: Ausbildung in einem anderen Betrieb, evtl. eine Lehre in einem Handwerksbetrieb, evtl. Arbeiten in diesem Beruf einige Jahre oder in einem anderen Betrieb noch Erfahrungen sammeln und aufzeigen, wann der Junge zuhause mitarbeiten kann, um wieviel Lohn, wann er mit dem Übergeben rechnen kann. Das alles ist doch eine Rechensache, wieviel der Hof trägt, wie alt die Betreiber sind, das kann man doch eigentlich alles einigermaßen planen, denn auch die Jungen müssen sich ja einrichten im Leben.

Siegi
« Letzte Änderung: 11.01.12, 18:56 von SiegiKam »
Leben und leben lassen

Offline gundi

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Hallo!

Siegi, hier lernt eigentlich jeder zukünftige Hofübernehmer einen Handwerksberuf. Das war aber nicht immer so. Mein Mann (geb.1948) hätte gerne was gelernt, aber das wäre zu der Zeit ja unmöglich gewesen, der muß ja den Hof übernehmen :-\ da braucht man keinen anderen Beruf. Für die Bauernkinder gab es zu der Zeit sogar die Möglichkeit das Schuljahr im Frühjahr um ein Monat früher zu beenden zwecks Mithilfe auf dem Hof. Irgendwo war da auch immer die Angst das die Kinder nicht mehr in die Landwirtschaft zurückkommen, wenn sie die "Vorzüge" eines anderen Berufes, Gehalt und Freizeit, kennenlernen. Ja und dann "durften" die Jungbauern jahrelang für Kost und Logi zu Hause arbeiten um irgendwann doch einmal den Hof zu übernehmen. Mein Mann mußte dazu 45 Jahre alt werden.
Als unser Sohn die Schule beendet hat ging er auch in die Lehre, ein Jahr früher die Tochter, was zur Folge hatte das uns SV nicht mehr mithalf, weil wir ja nicht fähig sind, unsere Kinder zu Landwirten zu erziehen ::) wohlgemerkt, es war noch nichts übergeben. Es war arbeitsmäßig eine harte Zeit, aber sie ging auch vorbei. Jetzt hat unser Junior den Hof übernommen, er macht seine Sache gut und ist mit Freude dabei. Und mit unserer Hilfe kann er auch rechnen. In den Wintermonaten geht er zeitweise in seinem erlernten Beruf arbeiten. Er weiß es auch zu schätzen, das er daheim sein eigener Herr sein kann.
Und die Lehrzeit hat auch nicht geschadet. Da muß sich an die Zeit gehalten werden (früh aufstehen) und mit dem Chef wird nicht lange herumdiskutiert.

lg gundi
Es ist kein Herr so hoch im Land, der nicht lebt vom Bauernstand!

Offline ImogenTopic starter

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Mein Thema ist nicht  über"die Alten" schimpfen oder den Arbeitsplatz Hof schlechtmachen.....haben wir schon mehr als genug............und Seeadler du weißt noch nicht was das alles mit deiner Liebe macht......................

Imogen
Viele Grüße
aus dem Tal der Liebe

Offline Maja

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Du weißt nie was du kannst...bevor Du es versuchst?!
Und nun geh und hole Bauholz auch wenn Du leise fluchst.

Diese Zeile aus einem Liedtext geht mir jetzt gerade wenn ich hier lese durch den Sinn.


Vielleicht ist es  gleich zu setzen mit dem Satz : Wer nicht wagt , der nicht gewinnt.


Offline Gitta

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richtig maja,

genau unser spruch!

und wir haben gewonnen.

gitta
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Liebe Grüße
Gitta

Offline Christine

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Du weißt nie was du kannst...bevor Du es versuchst?!
Und nun geh und hole Bauholz auch wenn Du leise fluchst.

Bruce Low's "Noah" hat mir immer sehr gefallen.

Christine
Herzlichen Gruß - Christine

Humor ist der Knopf, der verhindert, daß einem der Kragen platzt.
Joachim Ringelnatz