Autor Thema: Was kommt danach ?????? Schwiegereltern-Generationsprobleme  (Gelesen 104661 mal)

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Offline LunaR

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Es hilft, gedanklich in den Schuhen der anderen zu gehen, aber Kränkungen bleiben Kränkungen.


... die bei ähnlichen Situationen so leicht wieder hochkommen oder auch bei dem Gedanken an die verlorenen Jahre und die verbrauchten Kräfte:

Zitat
Ich spüre aber sehr deutlich, dass ich da Energien verbraucht habe, die mir jetzt immer n och fehlen.


Würde mich mal interessieren, ob jemand es geschafft hat, die Beziehung über diese Zeit zu bewahren und unbeschadet daraus hervorzugehen.

Mal am Rande: Es ist nicht selbstverständlich, dass es danach noch Zeit bleibt. Hier ist im letzten Jahr eine Frau gestorben mit erst 65 Jahren, die sehr unter ihrer SM gelitten hat. Der Mann hat zu ihr gehalten und sie wirkte oft fröhlich. Ihre SM ist nur wenige Jahre vor ihr verstorben. Es blieb nicht mehr viel Zeit danach.

Luna
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Offline frankenpower41

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Hallo

ICH war dieser Tage auf Vortrag Thema  "Turbo im Betrieb - Kolbenfresser in der Familie"
Beitrag war zwar allgemein gehalten und Ratschläge   w i e  man es macht gabs auch keine konkreten, was aber hauptsächlich rüberkam war  R E S P E K T  vor dem anders machen (und sein).
Es ging zwar eher um Hofübergabe Vater - Sohn aber ich denk man kann das umsetzen.
Wenn man selber sieht (natürlich auch der Übergeber) " Für mich ist das der richtige WEg so, für Dich war es deiner" ist schon ein Stück gewonnen.  Die gingen aber immer von getrennten Wohnbereichen aus und den haben leider immer noch nicht alle. Die Jungen schon, aber wie soll man bestehende Dinge ändern. Wir können schlecht Haus neu bauen, zumal SM inzwischen alt ist.   Da hab ich einiges versäumt.
Ich kann auch fast ein Buch schreiben, was wir an unterschiedlichen Ansichten schon hatten. SM war sehr dominant und hat ein anderes Weltbild/Familienbild als ich. Mittlerweilen ist es so, dass meist jeder den anderen machen lässt.  Manches erzähl ich ihr, anderes von dem ich weiss das gibt eh wieder Diskussion erfährt sie (zumindest von mir) nicht. Es ist auch so, dass wir mittlerweilen einige Bereiche getrennt haben, was früher nicht war. Sie hat ja eigene Küche, wuselt aber in meiner, mit Vorliebe in meiner Abwesenheit, immer noch rum.
Dann kommt Argument "was störts Dich, Du bist ja nicht da".  Ich reg mich meist nicht mehr drüber auf. Ändern werde ich sie nicht mehr. Wozu bereden oder streiten, bringt eh nichts.  Ich sag inzwischen, das kann ich dem Kalb im Stall genauso sagen, da hab ich den selben Erfolg.

Marianne

Offline LunaR

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R E S P E K T

auf Gegenseitigkeit ist in jeder Beziehung das A und O. Funktioniert m. M. aber auch nur, wenn beide Seiten es so sehen. Sowie sich eine Seite diesem Gedanken widersetzt , geht es nicht mehr. ist genauso mit der Toleranz.

Luna
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Offline Rosi K

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  Ich sag inzwischen, das kann ich dem Kalb im Stall genauso sagen, da hab ich den selben Erfolg.
Ja, so seh ich es auch ein bisschen. Die Jahre können den ganzen Ärger ja nicht vergessen machen, aber man wird vielleicht doch ein kleines bisschen weiser und etwas gelassener. Man weiß eben, dass die Menschen sich in dem Alter nicht mehr ändern werden, weder in ihren Ansichten noch in ihrer Handlungs- und Argumentationsweise. Und sehr vieles passiert da im Unterbewusstsein, sowohl bei uns als auch bei den Älteren. Manchmal denke ich, sie sind sich oft gar nicht so richtig im Klaren darüber, was sie tun und sagen.
Sicher spielt auch eine Rolle, ob man selbst eine SM hatte, und einiges selbst auch erlebt hat. Das ist leider bei meiner SM nicht der Fall gewesen. Ich hoffe und wünsche sehr, dass ich es erleben darf, aus meinem Erfahrungsschatz zu profitieren, und dass ich einmal eine mindestens "annehmbare" SM werde.

Offline Susanna

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Das Thema gleitet wieder sehr in die 2-Generationen-Problematik ab. Gibt es ein Danach oder reiben die Probleme so auf, dass alles auseinander bricht? Falls es ein Danach gibt, wie sieht es aus?
Relativ entspannt sag ich mal ganz lapidar - wenn man es schafft, sich die Jahre über nicht selbst aus den Augen zu verlieren und nicht ständig alles überbewertet.

Wie es danach aussieht, kommt ganz auf die Menschen an, wie sie die Probleme individuell handhaben, es ist ja jeder anders gestrickt, nicht wahr?!
Viele Grüße
Susanna

Online gina67

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Man muss den anderen auch mal was gönnen können. Das fällt besonders meiner SM sehr schwer. Freizeit und Urlaub gab es früher kaum und deshalb brauchen wir so was auch nicht. Es ist jedesmal ein neuer Kampf, wenn wir unseren Urlaub planen. Wir haben ihr das auch schon mal ganz kurzfristig gesagt, 1 Woche vorher, damit wir die Nerverei nicht noch länger aushalten müssen.
Im Moment machen unsere jungen Leute Urlaub, nur ein paar Tage, aber das wird auch jeden Tag kommentiert.
LG Gina

Offline apis

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Wörtlich genommen  -  was kommt danach?

Unser Schwiegerelternproblem war - besser nicht mehr dran denken - 20 Jahre lang riesig und zerstörend.
Die Zeit hat es gelöst und jetzt wollen wir alle, auch die Enkelkinder, nicht mehr an diese beiden schwierigen, unnahbaren und kalten Menschen denken.

Für mich ist das ein schlimmes DANACH, wer will nach seinem Ableben mit einer so negativen Erinnerung belegt sein?
Eigentlich möchte doch jeder in der Generationenkette ein positives starkes Glied werden und Gutes weitergeben.

LG  apis
« Letzte Änderung: 19.01.12, 16:09 von apis »

Offline Maja

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HAllo Inga
HAbt Ihr Eure Sm schon mal gesagt , dass Ihr Eure Urlaubspläne nur deshalb nicht frühzeitig bekannt gebt, weil Sie Euch dann nur nervt und euch nichts gönnt.??
Vielleicht gibt ihr das mal zu denken?

Offline Marina

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Als ich das erste Mal mit den Kindern in Urlaub gefahren bin, war noch
alles im Grünen Bereich.
Das zweite Mal hat uns SV einfach den Rücken zugekehrt, als ich es ihm
gesagt habe. Die Stimmung war dann tagelang denkbar schlecht. Die Kinder
konnten sich schon nicht mehr freuen, die ganze lange Zugfahrt Richtung Norden
war das lange Gesicht von Opa Gesprächsthema Nr. 1.
Von da an haben wir NIX mehr gesagt. Mein Mann war nie dabei, die Arbeit daheim
lief also weiter. Vorgekocht habe ich. SM hatte nichts gegen den Urlaub, freute sich
mit uns.

Nun sind beide schon 4 und 1 1/2 Jahre nicht mehr am Leben. Von Oma wird oft
gesprochen, Opa wird "totgeschwiegen". Für unsere Kinder war er nie ein Opa,
nur eine Respektsperson, vor der man zu kuschen hatte. Jeder ist einfach nur froh,
dass er nicht mehr da ist.

Gruß
Marina

Offline Ca.

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Hallo,
ich denke , die meisten unserer Sm waren es einfach gewohnt, das Kommando zu führen.
So zumindest war es bei uns . Sie behandelte meinen Mann wie einen kleinen Jungen - und wenn er sagte er geht wollte sie sich entweder umbringen ,oder sie tischte im Storys über schwere Erkrankungen des Sm auf (alles erfunden). Mein Mann meinte mal, man denke ja nicht, dass die eigene Mutter einen so anlügt.
Unsere Liebe hat bis jetzt gehalten (26 Jahre ). Aber es waren schon schwere Zeiten. Sie konnte mich einfach nicht leiden. Ich vermute es war Eifersucht und Neid. Neid spielt bei ihr eine große Rolle - auf unseren etwas unkonventionellen Lebensstil (d.H. keinen Sonntagsnachmittagskaffe
mit Verwandten, auslassen des " Samstagnachmittags-schumpenstall-pflaster-runterwaschen ",oder Göga darf sich aufs Sofa legen wann er will (vor allem nach der Musikprobe)usw.
Mein SV wurde ebeso rumkommandiert und ließ dann seinen Frust an uns hinaus.
Nun ist meine SM voriges Jahr gestorben , sie hatte Krebs . Mein Mann fühlt sich gut , mein SV fühlt sich gut - niemand mehr da, der Kommando führt.  Ich find das traurig........
VG
Ca.

Offline Marina

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@Petra2: ich hätts nicht besser beschreiben können (außer dass bei uns SV der Knackpunkt war).

Ich dachte immer, wenn er mal gestorben ist, ist Friede, Freude, Eierkuchen. Aber ich habe länger
als ein Jahr gebraucht, bis ich "ihn loslassen" konnte  :-\

Gruß
Marina

Offline cliff

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Wißt Ihr, was bei mir danach kam?

ich bin in ein großes Loch gefallen, erst hatte ich 6 Jahre meinen SV, er war aber klar im Kopf, "nur" krank, dann hatte ich meine SM, ganz schwer Alzheimer, auch 6 Jahre, meine Nerven haben sich immer noch nicht ganz erholt, obwohl es jetzt schon fast 15 Jahre her ist!!!! :(

Cliff

Offline anka

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Ich finde es schrecklichst euere Beiträge zu lesen. Ist es wirklich unsere christliche Pflicht die besten Jahre im Leben zu opfern, die gesamte Familie zu vernachlässigen und danach ins tiefe Loch zu fallen ? Früher sind die Altenteiler mangels medizinischer Versorgung  früher heimgegangen. Meist waren auch mehr Arbeitskräfte am Hof und damit blieb nicht alles an der Tochter oder Schwiegertochter hängen. Bitte nehmt soviel Hilfe wie es nur geht, auch wenn es viel Geld kostet und alle über einen reden.

Das mußte ich loswerden.

Offline maggie

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hallo anka,
bin ich froh dass das nicht nur meine meinung bin -

ich muss sagen - ich hätte es nie gemacht (bin heute auch 63) und meine st oder sohn werden nie zu solchen hilfen verdonnert werden (in der schweiz ist es zum glück auch anders gelöst - junior kauft uns den hof ab - spezialpreis - nach gesetz - und so sollten wir selbst für uns aufkommen können ) -
wohnrecht oder miete im stöckli werden noch in den vertrag reingenommen - aber nie was von pflege !!!
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline Ginchen

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Habe auf alle Fälle vor fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wüßte auch gar nicht wie es sonst funktionieren sollte.
Da eine Tante (wird jetzt 80), SV (wird nächstes Jahr 80) und meine Eltern (zwar beide noch keine 70 aber leider nicht mehr gesund) auf mich warten. Die Kinder sind jetzt zwar erwachsen aber die Arbeit wird nicht weniger sondern mehr und ein bischen was vom Leben will Frau ja auch.
Und ich hab kein schlechtes Gewissen! Aus Erfahrung weiß ich das auch das ganze Planen und drumherum noch genug arbeit macht, wenn auch keine körperliche.

Liebe Grüße
Regina
Herzliche Grüße aus Niederösterreich
Regina

Mut ist der Zauber, der Träume Wirklichkeit werden lässt!