Autor Thema: wer hat auch eine osteurop. Pflegekraft für die Eltern???  (Gelesen 33086 mal)

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Offline Marina

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Eben darum fällt es manchmal Menschen dieser Generation leichter, sich von fremden, quasi "Amtspersonen" (Ärzte, Krankenschwestern, Pflegedienstlern) waschen usw zu lassen.

 


Das kann ich voll unterschreiben. Mein SV hat sich anstandslos von den Schwestern der Diakonie duschen lassen.
Von uns hätte er diese Pflegeleistung nie im Leben machen lassen!

Gruß
Marina

Offline martina

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Marina, da schließe ich mich an, genauso war es bei uns auch und das wollte ich gerade selber schreiben.
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Offline Selina

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Hallo zusammen,

unsere Oma (SM) hätte eine Ausländerin niemals akzeptiert.
Jetzt ist sie ja eh im Pflegeheim aber es paßt ihr dort überhaupt nicht, wenn sie männl. Pfleger duschen, anziehen oder für die Nacht fertig machen.

Es gibt immer irgendwas zu bemängeln .....................
Liebe Grüße von Selina

Christel Nolte

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gammi, und so dreht man sich immer wieder im Kreis,

gute Heimerfahrung kontra  schlechte Heimerfahrung,
gute Erfahruing mit Pflegedienst zu Hause und schlechte,
das Gleiche mit den osteurop Haushaltshilfen....

was ist gut, was passt zur betroffenen Person...es ist eine enorme Verantwortung und eine Situation, in der man selten allen Beteiligten alles recht machen kann. Und dazu auch noch die Unbeteiligten, die meinen, sich ein Urteil erlauben zu können....


In der Kurzzeitpflege, in der sich "meine" betroffene Person zur Zeit befindet, als Übergangslösung, ist auch eine Frau für die Station zuständig, die ich selber kaum verstehen kann. Das ist ein Phänomen unserer Zeit, Mitbürger mit Migrationshintergrund die mangelhafte Deutschkenntnisse haben oder eben osteurop. Pflegekräfte, damit werden wir leben müssen. Wichtig ist aber doch der Umgang mit den alten Menschen, egal welche Sprachprobleme - eine liebevolle Zuwendung ist trotzdem möglich.

Clara

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Hallo und guten Abend,

da es einige ja brennend zu interessieren scheint, ob ich weiss, wovon ich schreibe...

Das kann ich mit einem eindeutigen JA beantworten. Ich wusste im März 2011 nicht, auf was ich mich einlasse und wie lange es dauern wird. Ich war 15 MONATE 24 Stunden in der Pflege aktiv allein. Sterben übten wir 2 Mal in den letzten 6 Wochen der Pflegezeit. Waschen, füttern und windeln und Bett frisch beziehen, wenn jemand im Bett liegt, kann ich inzwischen auch.  Ich kenne auch Nächte mit 2 Stunden Schlafphasen aus eigenem Erleben. Es gab Höhen und Tiefen.

Beruflich stieg ich aus, denn mit einem Pflegefall Pflegestufe 2 bin ich darf  noch 20 Stunden extern arbeiten. Zum anderen zeige mir auch mal nur einer hier solch einen verständnisvollen Arbeitgeber, der jemanden beschäftigt, der absolut flexibel in die Firma kommt und geht. Das ist für beide Seiten unzumutbar nach meinem Verständnis. Fokussierung ist das A und O in solchen Zeiten.

Soweit es mir möglich war, war ich auf Feldtagen und auch hier und da auf einer beruflichen Weiterbildung.

Was ich in der Zeit lernte? Ich bin der wichtigste Berater meines Lebens, beten hilft, lachen und singen entspannen ungemein in stressigen Momenten/Zeiten. Ich kann und schaffe mehr, als ich dachte und denke. Ich wuchs und wachse mit und an meinen Aufgaben. Ich wurde noch kreativer, was die Umnutzung  von vorhandenen Dingen wie Plastiktüten und Co angeht.
Ich lernte erneut, dass es Fragen und Problemstellungen im Alltag gibt, wo es besser ist, dass Taten folgen und Worte besser ungesagt und/oder ungeschrieben bleiben.

Beste Grüße,

Anja

PS. Es war mein 3. Pflegefall... und ich war zum allerersten mal komplett ALLEIN in der Verantwortung gegenüber mir, meinem Vater und nach aussen.

Und noch was, "schlaue" Ratschläge aller Art erhielt ich en masse per mail, telefonisch, per Weihnachtskarte oder als Geburtstagsgruss....und auch jetzt noch in der Trauerpost. Ich nahm und nehme zur Kenntnis, entschied mich jedoch dazu mir diverse Kommentare zu denken und mir die Antwortzeit zu schenken. Denn ab und an einfach mal nur 3 Stunden am Stück zu schlafen, ist mir wichtiger. Herausfordernde Zeiten verschieben auch die persönliche Prioritätenliste.
Ganz ehrlich, ALLE dürfen und können es besser machen als ich.  Ich versteh mein Tun lediglich als "Nullvariante" für alle anderen. In diesen Sinne- auf gehts.
« Letzte Änderung: 12.11.12, 19:03 von Clara »

Offline Marina

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... und auch nicht jeder hat die Nerven dazu.
Eine Verwandte hatte mit ihrer Mutter jetzt den 3. Pflegefall zu betreuen.
Zwischendurch ist ihr Mann von jetzt auf gleich verstorben und sie sie stand
mit dem Hof alleine da.
Vor 3 Wochen hat sie ihre Mutter ins Pflegeheim gegeben, weil sie nervlich am
Ende war und ihre Mutter nur noch angeschriehen hat.

Gruß
Marina

Offline martina

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Tja Andrea,

als Angestellte kann man sich halt für heimische Pflege freistellen lassen. Das ist dann wieder der Unterschied zum selbstständigen kleinen Familienbetrieb.
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Offline martina

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Andrea, ICH weiß das 8)

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Offline annama

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es gibt auch schon Überlegungen, die alten Leute nach Asien, Afrika zu schicken, um sie dort pflegen zu lassen, weil es dort billiger kommt.


Da häng ich grad noch ein zweiten Diskussionspunkt an, was geschieht mit den Leuten wenn sie sterben? Wo finden die ihre letzte Ruhe? Viele Städte, die für die Ruhestätte ihrer (Armen z.B. Sozialhilfeempfänger)Bürger verantwortlich,  schicken die sterblichen Überreste(Urnen) weit umher in eine Gegend wo sich´s günstig bestatten läßt. Da kommt es dann schon vor, dass ein Sozialhilfeempfänger, der am B´see Zeit seines Lebens verbrachte plötzlich im anonymen Grabfeld in Koblenz landet.

Hallo mary und Antonia ,

wenn ich hier so einige Beiträge lese kommen mir die Tränen  :'(   :o
Selbst habe ich fünf Pflegefälle in den Tod begleitet und weiß wovon ich rede.Es tut gut , dass ich diese Zeit für meine Eltern und S.Eltern geopfert habe. Was haben sie für uns nach dem Krieg für Opfer gebracht , mit wenig Geld sind wir aus gekommen und dafür bin ich Ihnen Dankbar!

Es gab damals noch keine Pflegeversicherung , keine Sozialstationen ,es ging auch ohne Geld ect. Man war jung , gesund u. hat die Pflege gerne getan neben Haushalt ,Familie und Betrieb.

Stehe selbst schon im Herbst des Lebens und mache mir meine Gedanken übers Älter werden , die Gebrechen und vielleicht auch über die bevor stehende Pflege . Es läuft mir kalt den Buckel runter wenn  Kinder  Vater oder Mutter nach Thailand in die Pflege schicken würden .

Genau so traurig macht es mich wenn ich sehe ,das viele Verstorbene Anonym beerdigt werden. Keiner hat mehr Zeit für die Grabpflege und deren Kosten.

Wir müssen wieder lernen die Werte zu schätzen !

Geld ist nicht alles auf der Welt , nur der Mensch zählt .

Genieße den Frühling des Lebens,
leb den Sommer nicht Vergebens,
denn gar bald stehst du im Herbste ,
wenn der Winter kommt dann Sterbste.





Gerade wenn eine Frau meint ihre Arbeit sei getan
wird sie Grossmutter

Liebe Grüsse annama

Clara

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Annama,

ich sehe es nicht so, dass ich meine Zeit "opferte". Es gibt Dinge, die kann ich nur in einem bestimmten Zeitfenster erledigen und dann nie mehr.

Wenn ich jemanden auf seiner letzten Wegstrecke im Leben begleite, dann werde ich mir auch bewusster, was mir wichtig ist im Leben.

@ all,

Ich finde es mal wieder super interessant, wie die Reaktionen hier sind. Auf einem Familienbetrieb geht dieses und jenes nicht... Ja, hallo, woher wisst ihr denn das alles so genau, wenn ihr weder drüber nachdenkt und noch viel weniger ausprobiert? Und noch was, wenn eine von euch morgen zu 100% auf dem heimischen Betrieb ausfällt, dann muss der betriebliche Alltag auch irgendwie weitergehen und wird es auch.

Ich weiss schon, warum ich mir wichtige Themen nie öffentlich zur Diskussion stelle.
Ich weiss auch, dass ich selten die Wege gehe, die andere gehen, sondern eher  meiner Wegen gehe, die auch andere gehen könn(t)en.

Und noch was, Pflegebedürftigkeit und Tod richten sich nach unserem Verständnis, wie das leben sein sollte eher selten. Beide Arbeiten vollkommen frei und selbständig und quer durch die Alterklassen.

Munteres Weiterplaudern. Ich verabschiede mich hier aus der Thematik häusliche Pflege, denn ich vertrete noch paar Ansichten in diesen Fragen, die jetzt noch nicht en vougue sind.

Anja

« Letzte Änderung: 15.11.12, 20:26 von Clara »

Offline maggie

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Und noch was, wenn eine von euch morgen zu 100% auf dem heimischen Betrieb ausfällt, dann muss der betriebliche Alltag auch irgendwie weitergehen und wird es auc

Anja



liebe anja,
gut, wenn ich ausfalle, aber dann hat meine fam. die möglichkeit fremdarbeitskräfte "anzufordern" - wenn ich aber meine ganze zeit für die pflege einsetze, bekommt meine fam. die wahrscheinlich von der vers. nicht zugesprochen -
also - sind das doch einige unterschiede -

und - ich weiss jetzt nicht wie deine fam. verhältnisse sind, aber wenn du noch mann und kinder und evt. angestellte im haus hast, kannst du das nicht alles zur seite schieben und dich "nur" der pflege widmen-

denn das ist für die fam. auch nicht gerade das "himmelreich" - ich würde das meiner fam. nicht zumuten - und ehrlich - ich würde auch nie eine pflege übernehmen !! - und ich werde es auch bei mir nie verlangen - schon so manche fam. ist dabei in die brüche gegangen und/oder die pflegerin wurde selbst (fast) zum pflegefall
ich weiss - es heisst das sagt sich jetzt so leicht, aber ich hätte ein schlechtes gewissen, wenn ich das von fam. angehörigen verlangen würde, und wenn ich mir heute schon gedanken darüber mache kann ich mich (vielleicht) eher ins unabänderliche finden

wir hatten gerade gestern ein gespräch mit einem berater über die hofübergabe - und ich bin froh, dass er von anfang an betont hat, so etwas kommt bei uns nie mehr in einen vertrag !!!
« Letzte Änderung: 15.11.12, 20:35 von maggie »
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Christel Nolte

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...
Ich finde es mal wieder super interessant, wie die Reaktionen hier sind. Auf einem Familienbetrieb geht dieses und jenes nicht... Ja, hallo, woher wisst ihr denn das alles so genau, wenn ihr weder drüber nachdenkt und noch viel weniger ausprobiert?
Anja



Was weißt denn Du, was andere schon ausprobiert, erlebt, erliitten und verworfen haben?

Ich finde es ganz schlimm, was hier auf eine Sachfrage, siehe Titel, für Kommentare kommen. Wenn ich nach Erfahrungen mit diesem oder jenem  frage, heißt das doch, dass ich mir schon so meine Vorüberlegungen gemacht habe. Únd womöglich mehr Informationen brauche.

Was ich nicht brauche, ist mich rechtfertigen zu müssen, weil anderen mein Weg nicht passt. Und was absolut keine braucht, die in solch einer körperlich und seelisch belastenden Situation ist, ist dieser eitle Wettstreit, wer denn  nun am meisten geleistet, geopfert oder sonstwas hat. Das finde ich einfach nur zum kot..n !

Wieviele Beiträge hier antworten auf die Titelfrage und wieviele naja, wie soll ich es nennen...tun es jedenfalls nicht ?

Warum bekomme ich zwar pm- Antworten, aber die Frauen outen sich nicht, trauen sich nicht hier zuzugeben, dass sie diesen Weg gegangen sind?
Denkt mal drüber nach, was wir Frauen, die wir doch in einem Boot sitzen, denn Pflege ist immer noch überwiegend Frauensache, uns gegenseitig antun.

Ich werde meine Beiträge hier auch überarbeiten, denn auch ich habe mich hinreißen lassen, weil ich momentan so angefressen bin von dem Thema. Wer meint, über außerhäusige Betreuung von Kindern oder Senioren grundsätzlich diskutieren   urteilen zu wollen könnte dazu ja an anderer Stelle ein n eues Thema eröffnen.
« Letzte Änderung: 15.11.12, 21:50 von erika2 »

Finchen

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Hier gibt es keine Pauschalantwort was richtig ist oder nicht.  Wer einen Pflegefall in der Familie hat, muss ganz inviduell entscheiden was geht und was nicht.

Die Verbindung zu den gebrechlichen Angehörigen.  Wer wie Hund und Katz ist, wird mit der Pflege scheitern.

Welchen Rückhalt bekommt von der Restlichen Familie, und Geschwistern etc.  Moralisch, seelisch, betrieblich, auch wenn die nicht in der Lage sind, die Pflege zu übernehmen. Es kann nicht jeder seine mama oder papa, etc.... füttern, waschen, windeln usw....

Wie sieht die Einkommenslage aus ?  Selbstständig o. Arbeitnehmer.

Was kann der Betrieb verkraften, an Wegfall von einer Arbeitskraft - die dann sich der Pflege widmet.
Kann auf dem Betrieb jemand eingestellt werden, wirft er soviel ab.  Oder auch kann jemand im Haushalt eingestellt werden ?

Wie ist der Betrieb strukturiert, Ackerbau und/oder Viehhaltung, Direktvermarktung, Dienstleistung oder oder
usw.  Ist der Verfahrensablauf der Produktion gut, mittelmässig, schlecht. usw.

Ich hatte über Jahre gleichzeitig 2 Pflegefälle (1 mal Pflegestufe 3) - das hat sicherlich viel Subtanz gekostet, doch die enge Bindung und Liebe zu den Menschen haben mich das durchstehen lassen.

Doch man wird auch einsam, Ausstehende können nicht verstehen, das man keine Zeit mehr hat, ausgelaugt ist und sich eben alles nur noch um die kranken Menschen dreht.
Vorwürfe hatte ich zu Hauf, man würde sich nicht helfen lassen usw. - waren  schwere Messerstiche.
Das war die schlimmste Erfahrung, das es kaum Verständnis gab das ich mich FÜR die Pflege entschieden habe.  
Das man keinen Respekt gezollt bekam, wenn man erschöpft war, seelisch so angeschlagen, wenn der Krankheitschub sich verschlechterte und darüber verzweifelt war,...auch enttäuscht war, über das abwenden der Anderen (Geschwister, Freunde).
Dann kamen Sätze wie:
warum tust du dir das denn an, du ziehst nur deinen Geschwistern einen Nagel aus dem Zeh.
Gedankt wird dir dies nie, was du tust.
Wenn du dir das antust, brauchst du dich auch nicht zu beschweren, das Du belastet bist und es dir seelisch nicht gut geht.
Warum hast du deine Existenz runtergeschraubt, das kannst du nie wieder aufbauen. Tua culpa - ich machte mich auch noch schuldig. Weil ich ja so dumm war.
Wenn der Mohr gedient hat - kann er gehen.  Du wirst schon sehen, wenn deine Lieben nicht mehr sind, ..... wir haben dich gewarnt.
Hole dir doch eine osteurp. Hilfskraft oder einen Pflegedienst, die leiden nicht so, den Zerfall ertragen zu müssen, die sind da abgebrüht.
Du hast keine Zeit mehr für dieses und jenes,.... du kommst da nicht mehr hin und dort nicht mehr,....  das echt grausm mit Dir,...... wie lange soll das noch so gehen.
  
Ja, ich hab auf vieles verzichtet, vieles verloren,finanziell, materiell, Freunde ( das waren aber auch keine)  uvm.  

Aber ich habe meine Versprechen eingelöst, für meine Lieben bis zur letzten Minute anwesend zu sein.
Erhalten habe ich eine tiefe Dankbarkeit von den Menschen um die ich mich kümmern durfte - ich habe mich nicht geopfert.
Solche Menschen werden mir im Leben nie mehr begegnen, doch ich war so nah wie kein ander an ihnen dran. Das kann mir keiner nehmen, ich habe diese Menschen ganz intensiv kennengelernt ( obwohl es zuvor schon eine enge Bindung war), man bekommt Dinge mit, die man sonst nie erfahren hätte.

Gewünscht hätte ich mir:

das wenigsten ab und an, ein kleines Danke gekommen - von der Familie oder die Frage können wir dir wo anders helfen.

das Geschwister und enge Weggefährten der kranken Menschen sich mal Zeit genommen hätte - eine halbe Stunde, ja wenigstens einige Minuten sind immer drin, sich ans Bett zusetzen, die Hand zu halten, zu reden, einfach da sein,.... da lass ich keine Ausrede zur - man kann das nicht ( ausser das Verhältnis ist so massiv gestört).

Das Aussenstehende Personen mit denen ich einen Konflikt und Probleme hatte, Bereitschaft gezeigt hätten, die Störungen zu klären und somit zusätzliche Belastung wegfallen ( Habe es oft probiert, um Gespräche gebeten - doch wurde ignoriert und wieder als schuldig abgestempelt).

Das Freunde mit mir das ausgehalten hätten und nicht noch dick Vorwürfe aufgetischt bekommen.

Einen Tipp kann ich nicht geben, ich kann meine Erfahrungen mitteilen.

Egal wie sich jemand entscheidet:
Urteilen sollte niemand. Vor urteile und Ver urteilen hinterlassen seelische Wunden.
Ich war oft erstaunt, was für Ratschläge ich bekam ( von den unterschiedlichsten Personen) , ich müsste nur so und so,.... und wenn man das nicht teilen konnte,.... war man selbst schuld.
Darüber muss ich noch nachdenken,......... ich bin sehr kritisch und auch unsicher geworden meinen Mitmenschen gegenüber.
In wieweit ich das Problem meistere wird die Zeit ergeben.

Ich wünsche jedem, der mit Pflegefällen konfrontiert wird,.... die richtige Entscheidung und die Kraft das alles zu bewältigen und ich wünsche ein stabiles Umfeld (Familie und Freunde - nämlich unbezahlbar und durch nichts zu ersetzen) .....

In dem Sinne alles Gute.
Finchen



« Letzte Änderung: 15.11.12, 22:12 von Finchen »

Finchen

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Ich wollte nur aufzeigen,

auch wenn man sich für die Pflege entscheidet,

das es immer welche gibt, die es besser wissen, was richtig wäre.

Entscheidet man sich dafür,.... siehe in meinem o. Beitrag,..... 

Entscheidet man sich dagegen,.... wissen es andere auch alles besser.

Ein schlechtes Gewissen hat also immer zu haben,........ 

Auch wenn man sagt, ich mache es,..... darf man nicht mehr schwach werden, seelisch am Boden liegen.....
man hat es sich ja so ausgesucht (ein Satz den zigmal zu hören bekam),.......

Doch die Meinungen dieser Personen sind überhaupt nix wert. 

Weil man selbst weiß was man tut und vor allem das eigene Herz weiß es.

 

Offline Gislinde

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  • BT - find ich gut!  Hätte gern öfters Zeit dazu !
Hallo
erst mal großen Respekt vor allen, die jetzt pflegen oder in der Vergangenheit gepflegt haben.
 Leider ist es traurig, wenn nicht immer der Rückhalt von der übrigen Familie da ist.
Ich habe meine Schwiegermutter für fast 2 Jahre gepflegt, sie war sehr pflegeleicht, nun wechseln die Familie meines Bruders und ich halbjährliche in der Pflege des jetzt 94jährigen Vaters mit Pflegestufe 2 ab.
 So habe ich eigentlich nur im Bekanntenkreis gehört und gesehen, wie diese mit rumänischen Frauen sehr zufrieden waren.

Allerdings gibt es leider auch negative Erfahrungen, ein alleinlebender 90jähriger Onkel wurde von Polinnen und Tschechinnen versorgt, eine deutsche Frau kam an deren freien Tagen und auch sonst mal in dessen Haus. Der Onkel war zwar ein schwieriger Charakter, deshalb öfters Wechsel. Er hatte einen Schlaganfall, bettlägerig, nun ist er gestorben nach 6 Wochen in einem Pflegeheim. Die ausländischen Damen sind weg, wie nun die deutsche Frau schon zusammen mit dem Onkel feststellen mußte, fehlen etliche Dinge aus dem Haus, Laptop, Drucker, Kaffeemaschine, diverse neue Kleidungsstücke, auch vermißte der Onkel eine Geldkassette mit angeblich 40000 Euro, die nicht mehr auffindbar war. Wie ich selber schon mitbekommen habe, hat der Onkel meist mehr Geld bar abgehoben und zuhause nicht mehr gefunden, öfters am Suchen und dann sagen, ich bin bestohlen worden. Allerdings hatten auch andere Personen einen Haustürschlüssel bekommen. Der Sohn möchte nun auch deswegen nichts mehr unternehmen, wen soll man da noch beschuldigen können?
Von einem Bekannten habe ich gehört, dass seine Tante auch eine polnische Frau hatte, diese hat in einer Nacht und Nebelaktion den meisten Hausrat ausgeräumt und ist verschwunden.

Ich hoffe aber, dass über eine Agentur die Ausländerinnen  überprüft und zuverlässig sind. Es wird sicher nicht schlecht sein, wenn die Familie auch immer wieder dazu schauen kann.
Bei meinem Onkel waren die 2 Kinder sehr weit weg, der Onkel hatte auch keine so guten Kontakt zu diesen, er wollte auch die Betreuungsvollmacht seinem Sohn entziehen.
« Letzte Änderung: 17.11.12, 19:46 von Gislinde »
Mit lieben Grüßen
Gislinde