Autor Thema: wer hat auch eine osteurop. Pflegekraft für die Eltern???  (Gelesen 33085 mal)

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Offline apis

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Ich war durch längere Krankheit schon zweimal pflegebedürftig.
Jedesmal kam für einige Wochen eine Frau aus dem Nachbarort um mich zu versorgen. Sie war täglich 10 Stunden da und machte praktisch alles für mich. Natürlich gegen entsprechende Bezahlung.
Meine Tochter hätte das neben ihrer Arbeit niemals schaffen können. Und ich war froh sie nicht noch zusätzlich zu belasten, immerhin war sie die restlichen 14 Stunden regelmäßig für mich da.
Pflegebedürftig zu sein und zu wissen das man seine Liebsten überfordert ist ganz, ganz schlimm!

Viele Angehörige stellen doch Pflegekräfte aus dem Ausland ein weil hier niemand zur Verfügung steht.

Online Margret

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Das ist ein schöner Beitrag, apis ! Die Denkansätze finde ich sehr gut.
Das Leben muss für alle Beteiligten noch lebbar bleiben.

Ich beobachte bei den Älteren in meinem Umfeld eher, dass sie es sehr vermeiden, irgend etwas Greifbares für sich und die nahen Angehörigen zu regeln, wie es mit Versorgung und Pflege laufen soll.
Ob sie ganz sicher erwarten,  dass nur eigene Leute pflegen und wie das gehen soll neben dem normalen Wahnsinn.  
Ob sie jemand Ausländisches dulden würden,  ob sie lieber ins Heim möchten oder wie.  
Da ist fast nur Hoffen,  dass man nicht pflegebedürftig wird.  
Nichts Konkretes, an dem die Angehörigen sich  "heben können", aus dem der Wille klar hervorgeht.
Pflegebedürftige können ja nicht mehr immer ihren Willen eindeutig  kundtun.
Dann denke ich,  müssen sie es annehmen, wie die Kinder/Angehörigen es  mit ihrem Leben, ihrer Kraft  und  ihrem Gewissen vereinbaren, die Pflege zu stemmen.

Wie ich bei meinem Opa gesehen habe und von anderen Pflegefällen öfters gehört habe:
sie wollen möglichst wenig allein sein,  wollen möglichst viel Zeit bekommen und haben nicht mehr das Verständnis für die Hektik des Arbeitsalltags.
Meien Mutter pflegte einige Zeit ihren Vater, von dem sie den Hof übernommen hatte.
Früher  hatte sie ihm gar nicht genug im Betrieb arbeiten können  :'( :-\,    nun überhäufte er sie mit Vorwürfen, wenn sie nicht immer da war :
 "Wenn die Kälber schreien, hörst du es und hast Zeit;  mich hörst du nicht !"  :'( :'( :'(
Das war ganz , ganz schlimm für meine Mutter  und ihm scheint es auch an was gefehlt zu haben.

Da denk ich heut,  es wäre ein Segen gewesen für beide Seiten, wenn da jemand gewesen wäre mit mehr Zeit.

@ Erika:
sowohl bei meiner Mutter damals  als auch heute hier bei uns  wäre vorrangig ein Platzproblem da (kein Zimmer frei,  erst recht kein Bad oder gar eine abgeschlossene Wohneinheit  für die Pflegekraft)

Margret
« Letzte Änderung: 02.11.12, 12:47 von Margret »

Offline gammi

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Margret, da sprichst du auch etwas an. (Was mir grad am meisten Probleme bereitet)

Die Häuser sind oft nicht für Pflege ausgerichtet. Bei meiner Schwiegermutter ist das Bad und das WC einen ganz langen Gang nach hinten im Oberstock.  Den Weg hat sie bald nicht mehr geschafft und wir mussten sehr schnell auf den Nachtstuhl umstellen.
Für sie ist es noch viel unangenehmer, dass den jetzt jemand leeren muss. Jetzt macht es mir auch nix mehr aus. Aber nach meinem dritten Kind hatte ich eine Phase, da musste ich mich schon übergeben, wenn ich nur an so etwas gedacht habe. Damals hätte ich es nicht gekonnt.
Aus dem Grunde denke ich auch, dass es für die alten Menschen angenehmer ist, wenn fast immer jemand in der Nähe ist. Ist ja auch kein tolles Gefühl, wenn der Topf sonst den ganzen Tag steht und man dann nochmals drauf muss.

Meine Eltern haben vor ca. 10 Jahren ihr Haus umgebaut und haben ihren gesamten Lebensbereich in die untere Etage verlegt. So könnte man jetzt relativ einfach den oberen Bereich noch weiter ausbauen.

Und weil es weiter oben um die Ausbeutung ausländischer Pflegekräfte ging: was ist mit den deuteschen. Die werden doch auch nicht besonders gut bezahlt und die Pflege muss auch im minutentakt erfolgen.

@margret:
bei meiner Schwiegermutter ist es eher andersrum. Sie sagt mir nicht, wenn ihr etwas fehlt, damit ich schneller wieder an die Arbeit kommen.
Nur wenn ich nicht weiß was ihr fehlt, dann kann ich ihr ja auch nicht helfen.  Aber inzwischen hat sich das auch gebessert, weil sie gemerkt hat, dass es ihr dann doch gut tut.
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Mucki

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Das ist ein schöner Beitrag, apis ! Die Denkansätze finde ich sehr gut.
Das Leben muss für alle Beteiligten noch lebbar bleiben.

Ich beobachte bei den Älteren in meinem Umfeld eher, dass sie es sehr vermeiden, irgend etwas Greifbares für sich und die nahen Angehörigen zu regeln, wie es mit Versorgung und Pflege laufen soll.


@apis schöner beitrag dem muß ich zustimmen   :D

@Margret
genau des hab ich auch festgestellt meien SM sagte auf die frage wie sie sich des den mal vorstelle das sie so lang es geht ihr zeug selber machen möchte,und ob sie Patienverfügung oder sowas gemacht Habe meient sie nen warum den ihr habt den hof gerbt ihr werdet des dann schon regeln für mich ,wir hebn ihr dann nahe gelegt vielcht ihre Tochter eien volmacht auszusellen für solche netscheidnungen,sie meinte nur Ach für bank hat sie eine und alles ander könnt ihr entscheiden,ich fall sowie so mal einfach um war bei allen ihren cusins (geschwister lebn noch alle ) so.
Des nen ich doch mal eine gute ausischt oder  ???

Meine Mama meinte daraufhin nur das du mich ned Pflegen kanst wissen wir doch eh,also zuwas soll ich sowas schreiben,ja gerade darum sollte du das machen meinet ich ,aber sie will nix regen weder übergabe noch Pflege noch sonst was ,ich meinte dann das es dann sein könnte das sie mal eien Staatlichen vormund beckäme im schlimsten fall,ja sagte sie der wird dann schon gut für mich sorgen du kannst es ja eh ned  ??? :o :'(.

Nun so wissen wir nicht was auf uns zu kommt die eien ist 80 die ander 76 beide momentan noch fit und mit dem Auto slebständig unter wechs aber wie lange noch und was dann ,beide wohen auf dem land ohne einkaufsmöglichkeit und bus verbindungen die wirklich praktisch wären.

Des ander Problem ist ja mein SM sagt halt wen sie hilfe braucht ab wir ihr da helfen könnten mal zu mir mal zu ihren töchter oder den andern ST wir sidn 5 also eien hat immer grad mal zeit .
Meien Mama würde nie um Hilfe fragen des ist unter ihre würde sie kann alles selber udn weis alles besser,da durch kann ihr auch niemand helfen und ich bin die einzige die sie hat und trotzdem behandlt sie mich wie eine sehr doffe Persohn die zu allem zu dum ist zum waschen,putzen,kochen,kindererziehn udn so weiter. Da soll man dann Helfen  ???wie soll man des machen wen man weis das eh egal was man tut ned gut genug ist ,davor hab ich echt angst.

Lg Mucki

Offline maggie

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ich hätte nie jemnden von den senioren gepflegt - weder meine eltern noch se ... - gibt es nicht, ich hatte zu jener zeit mehr als genügend arbeit - und heut - mit gut 60 würde ich es auch nicht mehr machen ....
meine mutter träumte immer von einer hilfe die im haus wohnen würde - nur - ihr hätte es nie jemand recht gemacht -

und auch ich will nicht dass mal sohn oder st - sind ja die einzigen die in der nähe wohnen, mich mal pflegen müssen, wir haben auch den unteren stock so gebaut, dass wir da leben könnten ohne gross treppen zu steing -
aber, wenn es so schlimm wird, werde ich nicht hier auf dem hof bleiben, was soll ich, wenn ich nicht mehr selbst autofahren kann - entweder gibt es dann eine kleine wohnung oder eben das altersheim - ich weiss, das wird schwierig sein, aber darum mache ich mir ja heute schon gedanken darüber (und hoffe ich brauche es nicht !!)
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline apis

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Was wir bei "den Alten" schwierig finden oder schwer zu händeln ist sollten wir "Jungen" besser machen.

Mein Mann und ich haben mit 50 Jahren unser uraltes Haus so renoviert das man bis auf den Duschbadzugang in unserer Wohnung mit dem Rolli unterwegs sein kann. Die zT neue Einrichtung haben wir so gewählt das wir auch mit körperlichen Schwächen drin klarkommen, also höhere Bettstellen, Sitzhöhe von Sofa und Sessel, rutschfester Fußboden.

Ganz wichtig war uns die Patientenverfügung (notariell), die Gespräche mit den Kindern über unsere Wünsche in Bezug auf evtl Hilfsbedürftigkeit.
Wenn einfache häusliche Versorgung nicht mehr ausreicht müssen eben andere Wege gegangen werden. So brauchen sie sich später keine Sorgen machen wenn unser Gesundheitszustand die Versorgung in einem Heim erforderlich machen sollte. Das ist dann eben so.
 
Unsere Tochter soll niemals mit schwerster Pflege überlastet werden, wir haben es mit SM erlebt und wünschen keinem diese Hölle. Wir wünschen uns Besuche, unbelastet und möglichst fröhlich.
Hoffen wir das die finanzielle Situation das alles zuläßt.  -  Pflege ist teuer und leider manchmal lang.

Offline gammi

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Meine Oma (die Mutter von meinem Vater) habe ich nicht gekannt, denn sie ist schon in jungen Jahren ins Altenheim gegangen. Weil sie hat gemeint, dass sie es überall besser hätte als zu Hause.
Als sie dann aber dort "alt" und pflegebedürftig wurde (sie hatte am Schluß Demenz) hat sie immer darum gebeten, dass sie wieder heim darf.

Meine Eltern haben sie dann als pflegebedürftige Person nach Hause geholt .- genau den anderen Weg wie es sonst üblich ist. Damals war ich 12 Jahre alt. Und ich hab dann meiner Oma Märchen vorgelesen - auch genau andersrum wie sonst üblich.
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Offline apis

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Hallo gammi,

es gibt aber auch die andere Seite.
Ich besuche des öfteren Menschen in Altersheimen. Nur sehr wenige sind dort unzufrieden, die meisten der Bewohner fühlen sich sehr wohl und gut aufgehoben. Vor allem schätzen viele die Geselligkeit, endlich sind sie nicht mehr allein.
Ständig ist ein freundlicher Mensch zur Hilfe bereit, man braucht kein schlechtes Gewissen haben weil man die Tochter oder ST belastet. Natürlich bleiben Alter und Krankheit eine Last.

Hier in der Region gibt es sehr viele Alleinstehende die in den Altenwohnheimen mit Pflegeeinrichtungen Ansprechpartner und sogar für den letzten Lebensabschnitt noch mal eine Liebe gefunden haben.
Ich freue mich immer darüber und hoffe mit meinem Liebsten in hohem Alter noch genauso liebevoll zu sein. Warten wir es ab!


Offline clara22

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Ich sage zwar auch immer ich will nicht von meinen Kindern gepflegt werden aaaaaaaber.
Wenn ich mal alt bin dann möchte ich noch ein Ziel haben, und wenn es nur da sitzten und zuhören ist, wenn es auch nur eine winzig kleine Arbeit wäre am Tag, wenn es auch nur ein kurzer Händedruck wäre, oder dass weinen und lachen unserer Enkelkinder. Dass wünschen wir uns. Aber die Realität ist nun mal ganz anders. Die Jungen müssen viel mehr und auch viel schwerer arbeiten als wir zu unserer Zeit um überhaupt ein einigermaßen gutes Leben führen zu können.
Was wir tun können      (aber leider tun wir zu wenig) sich stark einsetzen dass unsere Pflegekräfte gut bezahlt werden dass die Heimstrukturen sich ändern in z.b kleine Wohngemeinschaften  Ideen gäbe es viele aber  viel zu wenig die sich dafür einsetzen.

Meine Idee ist, unser Haus so umzubauen dass oben eine komplette Wohnung enstseht in den Pflegekräften wohnen können, der Rest eine WG.

Meine Kinder können mich uns ganz bestimmt nicht pflegen wie denn auch?
Wenn wir pflegebedürftig sind  werden sie ihre Enkelkinder und auch noch (je nach alter) ihre eigenen Kinder haben. Sie werden arbeiten müssen, wie sollen sie dann dass auch noch Schultern?.

Meine Oma ist in einem Altersheim     nein es ist keine ideale Lösung,     weil einfach der Sinn fehlt die Aufgabe und ist sie auch noch so klein. Aber wer von uns könnte dass Schultern?
Wir sind alle zerstreut in ganz Deutschland, sie kann keine Minute mehr allein sein. Ich habe einmal gepflegt für eine kurze Zeit, rund um die Uhr für jemanden da zu sein ist alleine nicht machbar. Sehr wohl gibt es einige die dass können   aber viele sind dann restlos ausgebrannt und dass kann auch nicht der Sinn einer Pflege sein. Pflege kann nur funktionieren wenn alle aber auch wirklich alle in der Familie mithelfen und unterstützen. Alle Schwiegertöchter Schwiegersöhne usw. Nur dass ist ganz selten der Fall. Werde ich alt ohne Demenz und nur mit den körperlichen Gebrechen so ist dass sicherlich einfacher.

Ganz einfach unser System müßte sich ändern aber dazu braucht es Menschen die sich wehren und dass kann nur unsere Generation     aber leider sind es viel zu wenige die sich ernsthaft damit aus einander  setzten.

Lg clara

Offline maggie

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danke apis,
genau so habe ich es auch erlebt - meine mutter wollte einfach nicht ins altersheim - wenn wir mit vater darüber sprechen wollten hiess es immer, nein heute nicht - es geht ihm nicht gut ...
als wir uns dann mal über ihren willen hinweggesetzt hatten, meinte er - ich wäre schon lange gegangen, oder in eine kleine wohnung - aber mutter wollte nicht -
nun das war im frühling 2003, mutter konnte nicht mehr viel machen - sie war normalerweise mit 2 stöcken unterwegs (osteoporose an der wirbelsäule) - vater war wirklich nur noch "ihr gango" ... -
und ihm wurde es einfach zu viel, da sie auch dement wurde und oft ein furchtbares durcheinander ausrichtete .. -
sie hatten nötige hilfe für's haus - aber nix war recht - meine brüder waren oft da, haben eingekauft und sonst viel erledigt - sie wohnten in der nähe - wir schwestern 80 km weg...

gut - wir gaben ihnen zeit bis zum herbst, sie würden für dann ins altersheim angemeldet - wenn ihr wüsstet wie mutter versuchte uns alle gegeneinander auszuspielen, damit sie nicht aus dem grossen haus raus müsse ...

nun - sie liess sich fallen und starb im oktober 03, ein monat später war vater im altersheim und genoss die gut 5 jahre die er dort noch verbrachte (87 - 92 jahre), er hatte immer gesellschaft, wenn er es wünschte, sonst sass er in seinem zimmer, las seine alten bücher, die wir ihm immer wieder tauschten -
genoss das feine essen - wie im hotel (wenn er mal wieder ins krankenhaus musste, war seine erste frage - wann kann ich wieder heim in die "abendruh" ), auch wenn wir mal wieder ein fam. fest feierten in unserem haus, wollte er gegen abend immer wieder heim in sein zimmer, obwohl, es war sein geburtshaus !!! (ein bruder wohnte noch einige zeit drin, jetzt steht es leider lerr - da sehr schwer zu verkaufen),
und ich habe dort viele bekannte erlebt die vor allem die gesellschaft mit den "gleichaltrigen" (oder fast) genossen, und nicht allein in ihrem leeren haus hocken mussten  -
ich finde es einfach falsch, wenn die altersheime immer verteufelt werden, natürlich müssen persönliche abstriche gemacht werden, aber es kann auch ein aufatmen sein für die senioren -
in dem haus wo wir heute wohnen, lebte auch ein junggeselle während 20 jahren allein hier - mit gut 60 bemerkte man dass er an altsheimer litt, da ich im nachbarhaus wohnte habe ich mit einer kollegin aus dem dorf bei ihm haushalthilfe gemacht - und wir versuchten ihn zu überzeugen ins altersheim zu geheh - ohne erfolg (ca. 200m - und wir waren die einzigen nachbarn, und das haus hatte keine heizung - kachelofen und holzherd, kein bad - duschkabine in der waschküche, die auch mit einem holzofen geheizt werden musst !!) - als es dann nicht mehr ging, dass er allein lebte, wurde er durch seinen beistand und den hausarzt ins altersheim eingewiesen, wir hatten schon angst, dass er sich dagegen sperren würde - doch nichts, er ging friedlich mit -
und als ich einige tage später bei ihm zu besuch war, meinte er ganz glücklich, es ist so schön hier, ich bin nicht mehr allein und muss nicht mehr selbst für's essen sorgen !! -
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margrith  us der schwiiz

Offline mary

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Dieses Gebraucht werden, eine sinnvolle Aufgabe zu haben, mir ist das noch nie so klar geworden als heute.
Ich hab heute jemand zum Arzt gefahren und die Wartezeit im Wartezimmer verbracht, bin mit einer alten Dame ins Gespräch gekommen, die mir von ihrem Leben erzählte, der Mann gestorben, die Kinder in allen Himmelsrichtungen, die einen Bekannten und Freunde sind gestorben, manche im Pflegeheim- und sie fühlt sich zwar noch gesund vom körperlichen her, aber ihre Seele leidet, weil sie das Gefühl hat, für niemanden mehr wichtig zu sein, von niemanden mehr gebraucht zu werden. Bis 80 so hat sie erzählt, hat sie noch viele Ehrenämter geschultert und heute frägt sie niemand mehr, ob sie mitgenommen werden möchte zu den Veranstaltungen, die sie so viele Jahre mit sehr viel Herzblut organisiert und geleitet hat.
Ich war vor einigen Jahren in einer Veranstaltung, die sich um das Leben im Alter in der Stadt drehte, wer genug Geld hat, kann sich gute Pflege, Betreuung, Versorgung leisten, aber was wird mit den vielen Menschen, die diese Dienstleistungen einmal nicht mehr bezahlen können?
Und wir können nur hoffen, dass es für die grosse Zahl an Menschen, die im Alter Hilfe brauchen, genug Menschen gibt, die diese Tätigkeit leisten können und möchten.
Nach meinen Gefühl kommt hier ein Tsunami auf uns zu und er wird nicht gesehen.
Einen Satz hab ich mir aus der Pflegeveranstaltung damals mitgenommen-
so wie wir im Alter leben und behandelt werden möchten, sollten wir versuchen, auch den jetzigen alten Menschen zukommen lassen.
Wir werden alle selbst einmal alt-  jung sterben ist auch nicht erstrebenswert.

Offline apis

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Jetzt sind wir aber doch weit ab von der Fragestellung...........

Ihr schreibt das die Menschen im Alter noch eine Aufgabe brauchen um sich nicht nutzlos oder überflüssig zu fühlen.
In den mir bekannten Seniorenhäusern bekommen viele, soweit es die Gesundheit zuläßt, eine "Arbeit". 
Je nach Eignung besucht der Eine bettlägerige Mitbewohner, manche lesen anderen vor, einige Frauen helfen in der Küche beim Kartoffelschälen. Ein älterer Herr hat einen Bücherverleih aufgebaut, sein Freund verleiht Zeitungen. Unser ehemaliger Nachbar, ein Landwirt und jetzt im Rollstuhl, legt in der Waschküche Handtücher zusammen und ist mit 87 Jahren stolz auf seine Leistung. (Handtücher und Waschlappen werden zur Beschäftigung der Hausbewohner dort gewaschen, der große Rest vergeben)

Freiwillige Mithilfe ist überall sehr gewünscht. Sie strukturiert den Tag und bringt Zufriedenheit. Zudem stellt sich durch vielfältige Kontakte, auch wenn es mal Krieg unter den Alten gibt, längst nicht so schnell eine Depri ein als wenn der Mensch allein zu Hause sitzt.
Ich wundere mich immer wieder wie man in solchen Häusern selbst Menschen die bettlägerig waren wieder auf die Beine bringt. Seelisch wie auch körperlich.

Offline mary

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Hallo apis,
ja, die Fragestellung geht weit auseinander, aber sie beinhaltet die Probleme, die das Alter aufwirft- und wir müssen uns auch damit auseinandersetzen.
Die Frage, wo die vielen Pflegekräfte aus dem Osten einmal alle herkommen sollen- wie die Heimkosten in Zukunft geschultert werden-
es gibt auch schon Überlegungen, die alten Leute nach Asien, Afrika zu schicken, um sie dort pflegen zu lassen, weil es dort billiger kommt.
Vielleicht wird es einmal so werden, dass die jungen Kräfte für die Wirtschaft zu uns kommen und die Alten in die Billiglohnländer?
Meine Tante wurde von osteuropäischen Pflegekräften versorgt, sie haben sich bestimmt gut um sie gekümmert. Sie war sehr schwerhörig, die Verständigung war nicht so ganz einfach, ihr ist das Heim erspart geblieben. Mag sein, dass ein Altersheim mehr Geselligkeit bietet- wenn ich Menschen im Pflegeheim besuche- dann brauch ich immer ein paar Tage, um mich wieder zu sortieren-
meine Hochachtung, was dort die Pflegekräfte leisten.
Bei den Altersheimen gibt es eine grosse Bandbreite, gut geführte Heime, die sogar Tiere halten, um den alten Menschen noch eine sinnvolle Aufgabe zu geben und andere, die die Menschen versorgen.
Vor ein paar Tagen war eine Diskussion mit Sandra Maischberger über das Alter, von Marianne Sägebrecht bis ............ Politiker, eine Professorin, ........., die berufliche Bandbreite war relativ eng oder weit gemischt, wie man es sehen mag.
Wer über genügend Geld verfügt, kann dem Alter und der zunehmenden Pflegebedürftigkeit gelassen entgegensehen- das war das Fazit, das ich aus dieser Diskussion gezogen habe.



Offline Antonia

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es gibt auch schon Überlegungen, die alten Leute nach Asien, Afrika zu schicken, um sie dort pflegen zu lassen, weil es dort billiger kommt.
Hallo,
Bin mir nicht sicher war im Stern der Artikel zum Thema dass man das Pflegepersonal nicht mehr nach Dtld. holt, sondern die "Alten" quasi auf ihre letzte Reise schickt in ein Altenheim in Osteuropa. Es war die Geschichte eines Mannes der von seinen Kindern quasi zwangsverschickt wurde. Ich empfand das auch befremdlich, aber denke das ist der Anfang von dem was Zukunft haben könnte und nicht als Räuberpistole gehandelt wird. Im TV kam unlängst auch etwas da gingen die Senioren nach Thailand. Für 800€ ließe es sich gut leben und man hatte den Eindruck wie schön - die nötigen Massagen zum Schnäppchenpreis und die Pflegerinnen wirklich schwer in Ordnung bis auf die Verständigung. Gute Beispiel berichtete über eine Schweizer Seniorin, eine Frau die wohl viel gereist in allen Kontinenten in der Blüte ihres Lebens, durch die berufsbedingte Tätigkeit ihres Mannes, besaß gute Englischkenntnisse und hat den Pflegerinnen englisch beigebracht  somit gab es eine bessere Verständigung. Aber last not least wäre sie halt doch liebend gerne zurück in die CH. Doch der Sohn meinte, unbezahlbar die Rundumpflege dort wäre.

Da häng ich grad noch ein zweiten Diskussionspunkt an, was geschieht mit den Leuten wenn sie sterben? Wo finden die ihre letzte Ruhe? Viele Städte, die für die Ruhestätte ihrer (Armen z.B. Sozialhilfeempfänger)Bürger verantwortlich,  schicken die sterblichen Überreste(Urnen) weit umher in eine Gegend wo sich´s günstig bestatten läßt. Da kommt es dann schon vor, dass ein Sozialhilfeempfänger, der am B´see Zeit seines Lebens verbrachte plötzlich im anonymen Grabfeld in Koblenz landet.
herzliche Grüße aus dem Süden
Antonia

Christel Nolte

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Hallo in die Runde,

was ich bei der Pflegefrage immer wieder auffällt, ist, dass wir als Kinder/Geschwister/Freunde meinen das Sagen zu haben.

Das finde ich absolut nicht, ich denke an erster Stelle stehen die Wünsche der betroffenen Person unter Berücksichtigung der pflegerischen Notwendigkeiten.

Zitat
Dabei steht die gebrechliche Person im Mittelpunkt des Geschehens, denn sie muss sich von der Pflegeperson anfassen und waschen lassen... im Gesicht, im Intimbereich und am ganzen Körper.

Die Generation unserer "Alten" wuchs in einer gänzlich anderen Welt als wir auf. Da zeigte man sich nicht so freizügig im Alltag.

Eben darum fällt es manchmal Menschen dieser Generation leichter, sich von fremden, quasi "Amtspersonen" (Ärzte, Krankenschwestern, Pflegedienstlern) waschen usw zu lassen.

Zitat
Was ich auch erstaunlich finde, wenn es um die Kinderbetreuung geht, da möchte auch hier manche, dass nur sie das Kind betreut und sonst niemand.

Geht es um unsere ältere Generation, da versucht sich manche(r) aus der Verwantwortung zu stehlen... Da "darf" dann auch mal jemand anders mit anpacken, am besten eine Frau aus Osteuropa... die 24 Stunden Dienste schiebt und am besten 4 Stunden bezahlt bekommt. *Ich weiss, es ist jetzt "etwas" überspitzt formuliert.*

Den ersten Satz verstehe ich nicht, den zweiten finde ich eine Frechheit. Ich weiß nicht, ob  Du das mal so allgemein stammtischniveaumäßig loswerden wolltet, oder ob Du mich meinst, weil ich das Thema aktiviert habe.

Für mich kann ich nur antworten, dass es der 3. Pflegefall innerhalb der Großfamilie ist und ich davon gesundheitliche Folgen zu tragen habe und es mich ankotzt, so etwas zu lesen:
da versucht sich manche(r) aus der Verwantwortung zu stehlen.

Und ich habe sehr deutlich geschrieben, dass nur eine faire Lösung in Frage kommt. Das heißt die Pflegeperson hat einen geregelten Vertrag un d in der Regel eine 38,5 Stunden Woche und das ganze läuft über die Arbeitsagentur oder eine seriöse Vermittlungsstelle. Und dann bleiben mir immer noch 129,5 Stunden die Woche übrig...

Wen Du allerdings nicht mich meinst sondern....ja wen meinst Du mit solchen Aussagen?