Autor Thema: Reformationstag am 31.10.  (Gelesen 27954 mal)

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Clara

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Reformationstag am 31.10.
« am: 31.10.06, 00:08 »
Morgen ist offiziell arbeitsfrei in Thüringen.

Ich habe heute einige interssante Gespräche diesbezüglich gehabt... Ich war einkaufen bei Fleischer um die Ecke und als ich meinen Einkauf beendet hatte, meinte die Verkäuferin: Na denn, einen schönen Feiertag. Woraufhin ich sie fragte: Ja was feiern wir denn schon wieder???  Verkäuferin: Na, Sie wissen schon. Ich kann es Ihnen ehrlich gesagt auch nicht so genau sagen, ich weiß nur, dass ich morgen nicht auf Arbeit muss... *Interssant, dass man in einer Gegend, in der Luther ja sehr ausgiebig "rumgeluthert" ist, so wenig über den 31.10. weiss....*

Nachmittag steht mein Neffe (18) unerwartet hinter mir in der Küche. Er hat seit letzter Woche seine Führerschein und nu Selbstfahrer. Auch er erzählt mir voller Freude, dass er morgen nicht arbeiten muss --- na weil doch Halloween ist...*Ich habe nur gedacht, ich habe was mit meinen Ohren....* Als ich ihn dann auf den Reformationstag hinwies, guckte er mich nur an, als ob ich eine Fatamorgana sei... * Als ich ihm dann sagte, dass am 31.10.1517 Martin Luther an der Schloßkirche zu Wittenberg die 95 Thesen veröffentlicht hat, fragte mich Colin nur, woher ich so was denn alles wisse. Als ich ihm sagte, na sowas lernt man doch in der Schule im Geschichtsunterricht. War seinr Antwort nur ganz lapidar: Nee, heute haben wir für sowas keine Zeit mehr... * Ehrlich mich macht dieses Desinteresse an deutscher Geschichte sehr nachdenklich.*

In diesem Sinne einen schönen Tag für alle, egal welcher Glaubensrichtung man sich zugehörig fühlt,
wünscht eine sehr nachdenkliche

Anja

Offline martina

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #1 am: 31.10.06, 07:47 »
Hallo Anja,

wir hatten vor 6 Wochen Elternabend in der 3. Klasse. Da hingen an der Pinnwand viele Bilder von Martin Luther.

Die Lehrerin erklärte später, sie arbeite in Religion derzeit das Thema Luther durch, damit die Kinder auch wüßten, dass am 31.10. eben NICHT Halloween sei, sondern REFORMATIONSTAG.

Einigen Eltern fiel deutlich die Kinnlade herunter, ich hab sie schwer im Verdacht, grad noch anregen wolltend, ob man nicht mit den Kindern eine Halloweenparty feiern wolle... aber das haben sie sich dann doch verkniffen.

Wohlgemerkt, wir sind hier eine deutlich evangelisch LUTHERISCHE Gegend.

Ich hoffe, heute abend in meinem vollgepackten Tagesprogramm die zeit zu finden, noch in den Reformationsgottesdienst der Nachbargemeinde zu gehen, bei uns selber findet leider keiner statt.
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Offline Biobauer

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #2 am: 31.10.06, 07:59 »
hallo,ich muss gestehn ,ich weiss zwar das heute reformationstag ist ,aber genau warum weiss ich es erst seit ich claras text gelesen hab .ist hier halt urkatholisch,da bekommt man sowas ned gesagt.
was mich bissl nervt ist dieses hallowen,amerikanischer schmarrn,aber was willste machen ,mein jüngster will auch zum sammeln gehn,will ihm da jetzt doch die freudne nicht nehmen ,wobei die sowieso nur zu bekannten gehen ,deren kinder auch wieder bei uns auftauchen.
servus Herbert
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Offline annama

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #3 am: 31.10.06, 11:37 »

Der ökomenische Kirchentag in Berlin hat mir gezeigt,
dass der Wille zum geistlichen Miteinander unter uns
vorhanden ist. Das lässt mich hoffen.
Ich werde an Reformationstag um die Einheit
der Kirchen beten.

Bischof Joachim Wanke

Wie lange müssen wir noch Hoffen ?

Wir wohnen hier in einem Dorf, dass aus 98% von evangelischen Christen besteht.
Probleme kennen wir nicht, es würde mich nur freuen wenn auch hier ab und zu
mal Sonntags eine Messe gefeiert würde damit ich nicht immer ca. 10 km fahren muß.

Gerade wenn eine Frau meint ihre Arbeit sei getan
wird sie Grossmutter

Liebe Grüsse annama

Offline passivM

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #4 am: 31.10.06, 11:53 »
Muss Herbert beipflichten.

Halloween nervt mich auch. Ich finde das teilweise sehr aufdringlich von manchen Kids. Im Hessen3-Radio haben sie heute sehr schön den "heidnischen" Ursprung erklärt, dass die Leute in vorchristlichen Zeiten Angst hatten, dass die Seelen der Toten sich ihrer Körper bemächtigen, und dass sie sich deswegen als Tote verkleidet haben... Dann war da noch eine katholische Sprecherin, die einen weiteren, irischen Ursprung erklärte. Hatte auch mit Seelen von Toten zu tun. Ich finde das irgendwie woodoo-mäßig. Aber diese katholische Sprecherin sagte, sie wolle nachenklich Allerheiligen, und fröhlich Halloween feiern...   -   DAS ist zu rund für meinen eckigen Kopf..!  Welchem Herrn dient diese Frau. Vorher hatte ein Sprecher eines Karnevalls-Vereins gesprochen, der erklärte, dass man aus diesem Verein ausgeschlossen würde - wenn man sich (z.B. durch Kleidungsaccessoires) als Mitglied erkennbar, an diesem Brauch beteiligen würde.  -   DER weiß, dass man nicht zwei Herren dienen kann, im Gegensatz zu dieser Kirchensprecherin.
Außerdem mag ich dieses "Schnorren-gehen" sowiso nicht.
Dann lieber Saures von den Kids, als Bitteres in meinem christlichen Herzen. Meine Meinung!  :-X

lieben Gruß
Anna
Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern

Offline Mirjam

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #5 am: 31.10.06, 11:59 »
Hallo,

just als ich einen Link suchte mal hierher zu posten, wo man denn die Geschichte des Reformationstages nachlesen könne  - mit dem Thesen-Anschlagen zu heutigem Datum: Prompt mußte ich entgegen meiner ev.-luth. Ausbildung lesen: Das dem gar nicht so war..... man lernt ja nicht aus:

http://www.luther.de/legenden/tanschl.html


oder aber gaaaanz ausfürlich:

http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther


@ Anna: Allerheiligen kommt ja auch aus "all hollows eve" (to hallow = heiligen, weihen, kurz "Halloween") lt. wikipedia:

Ursprung
Der Termin beider Feste, Allerheiligen und Allerseelen, geht möglicherweise auf Samhain (Sommers Ende), ein vor-christliches Fest am Ende des Herbstes zurück, das im keltischen Kulturkreis das Jahresende bedeutete. Eine andere Theorie führt das Datum auf die am 1. November 609 erfolgte Um-Weihe des römischen Pantheon zur christlichen Kirche zurück.

Mit Ende der landwirtschaftlichen Tätigkeiten wandten die Menschen sich mehr häuslichen Fragen zu; Entscheidungen und auch Heiraten wurden oft durch Wahrsagungen entschieden.

Daneben trat das Element von der Rückkehr der Toten; am Jahresende durften die Verstorbenen ihre ehemalige Heimat wieder aufsuchen. Diesem Besuch sahen die Lebenden mit Ehrfurcht entgegen, und stellten Essen für die nächtlichen Gäste bereit.

Wenn man der oben erwähnten Theorie folgt, wurde, um einen Übergang zur christlichen Religion zu erleichtern, im Jahre 837 das keltische Fest unter Papst Gregor IV. in einen christlichen Feiertag umgewandelt, wobei insbesondere der Bezug zu den Toten aufrechterhalten wurde.


Nun ja, inzwischen glaub ich ja sowieso, dass die Hälfte der christlichen Bräuche vom Weihnachtsbaum bis zum Trauring, vom weißen Kleid bis Osterei ... heidnischen Ursprungs sind und mit der Bibel nicht viel gemein haben...

ach übrigens - was zum heutigen Tag auch noch passierte lt. Wikipdia:

1992: Papst Johannes Paul II. rehabilitiert Galileo Galilei und betont, dass es eine Pflicht der Theologen sei, „sich regelmäßig über die wissenschaftlichen Ergebnisse zu informieren, um eventuell zu prüfen, ob sie diese in ihrer Reflexion berücksichtigen oder ihre Lehre anders formulieren müssen“.

1999: Vertreter des Lutherischen Weltbundes und der Römisch-Katholischen Kirche unterzeichnen in Augsburg die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ und heben damit die gegenseitigen Lehrverurteilungen in dieser fundamentalen theologischen Streitfrage auf.


Gruß Mirjam
« Letzte Änderung: 31.10.06, 12:04 von Mirjam »
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Offline martina

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #6 am: 31.10.06, 13:24 »
Um mal auf den Reformationstag zurückzukommen, MIR ist er sehr wichtig und dabei spielt es eine eher untergeordnete Rolle, ob Luther seine Thesen nun genau am 31. Oktober "an die Schloßkapellentür" genagelt hat, oder nicht.

Die Welt hat sich auf dieses Datum geeingt und deshalb nehmen wir es an, genauso, wie wir die Geburt Jesu auf den 24.12. datiert annehmen, bzw. uns auf diesen Tag geeinigt haben.

DASS Luther tatsächlich seine Thesen in irgendeiner Weise veröffentlicht hat, ist nun einmal Tatsache, sonst gäbs uns ev. Christen ja nicht 8)

Und deshalb gehe ich heute zur Kirche genauso, wie ich am Heiligen Abend zur Kirche gehe.

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Offline Freya

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #7 am: 31.10.06, 22:09 »
Hallo Anja,

den ganzen Tag heute hab ich mir gedacht, daß ich das jetzt endlich mal ins Forum schreiben will, daß heute eben der höchste evgl. Feiertag ist und nicht Halloween. Mag ich ruhig als altmodisch gelten, aber das Halloween gefällt mir einfach nicht. Sicher können wir mit den Kindern mal einen Kürbis aushöhlen und eine Kerze reinstellen. Aber alles andere Drum herum ist ein heidnischer Brauch, der nun endlich auf dem Umweg über Amerika wieder zu uns herübergeschnappt ist.

Hallo Mirjam, danke für die links.
Die These mit den Thesen hat meine Oma mir damals schon so erklärt, daß es irgendwie ein Gleichnis sein sollte, dass Martin Luther diese an die Kirchentür genagelt hätte.

.. habe meinen Sohn gefragt ( er ist katholisch) was heute für ein Feiertag ist..... Halloween ??? .... Da hat er mir genervt geantwortet, dass ich ihm jedes Jahr das selbe erzähle und außerdem wäre er in der Klasse der einzige gewesen, der das mal gewußt hätte, dass Reformationstag ist ;D ;D ;D
Es wurde also in der Schule angesprochen. *wunder*

.. na wenigstens ist auch etwas von meiner "Erziehung" hängen geblieben. Ich bin ja hier eine Exotin als Evangelische.

Martina, in unserer evgl. Kirche hier im Ort ist heute gar kein Gottesdienst. Und als ich an Erntedank zuletzt im Gottesdienst war, wurde ich schwer enttäuscht. Stell Dir vor, ich kannte kein einziges von den Liedern ( die Gemeinde anscheinend auch nicht) welche gesungen wurden ... und ich kenne viele Lieder. War ja jahrelang im Kirchenchor. Dieser "Schock" und damit die Beurteilung der neuen Pfarrerin sitzt bei mir tief. Noch nicht mal "wir pflügen und wir streuen" ... *kopfschüttel*
Dafür kenne ich ja mehr Lieder in der kath. Kirche ...  aber ich schweife vom Them ab *sorry*
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Freya

Offline peka

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #8 am: 31.10.06, 23:04 »
Hallo Freya,
sind wir wirklich Exoten?

Es gab noch keine Umfrage zu diesem Thema, oder?

Ich bin vorhin von unserem Regional - Gottesdienst nach Hause gekommen. Das bedeutet: Wir haben hier 4 Gemeinden die auch zusammen einen Gemeindebrief herausgeben, Ausflüge veranstalten, Pfarrervertretungen untereinander machen und zu bestimmten Anlässen einen gemeinsamen Gottesdienst. Dieses Jahr waren wir eben mit dem Reformationsgottesdienst dran. Wir haben ein Pfarrerehepaar, das sich die Pfarrstelle teilt. Ganz zu Beginn des Gottesdienstes kamen als Halloweengespenster verkleidete Konfirmanden in die Kirche mit der Frage was denn da los wäre. Ob wir auch Halloween feiern würden. Die Pfarrerin "klärte" die Geister über unser Fest auf und lud sie zum Bleiben ein. Im weiteren Verlauf gab es dann ein " Gespräch" zwischen der Pfarrerin und ihrem Mann (als Luther) in verschiedenen Lebensphasen anstatt Predigt. Sehr ansprechend gemacht. Nach dem Gottesdienst ist bei uns immer noch ein Treffen, heute mit Schmalzbroten und Getränken.

Da ich mit Halloweenkindern vor Jahren mal sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe, klebt an meiner Haustüre ein Zettel. Darauf steht was wir ev. Christen feiern und warum. Und das ich unseren Feiertag respektiert haben möchte , so wie ich kath. Feiertage respektiere. Seitdem habe ich Ruhe.

Allen Halloween - Geplagten rate ich : Aufklären und es mir vielleicht nachmachen

liebe Grüße
peka
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Offline Freya

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #9 am: 01.11.06, 00:00 »
Hallo Peka,

ja, ich bin hier umgeben von Katholiken in der Großgemeinde mit weniger als 10.000 Einwohnern und in unserem Weiler haben wir mit den 5 Bauernhöfen (die es mal waren) sogar eine eigenen Filialkirche (kath.) In der Schule sind nur die Kinder evangelisch, die entweder aus dem Ausland oder aus "Preußen" zugezogen sind. Einheimische, die evgl. sind, gibt es hier nicht. Nur ich .. und ich bin eingeheimst ;D
..zu uns kommen keine Halloweenkinder raus. Die müßten ja mit dem Auto gefahren werden, so wie die 3-Königs-Sänger. Denn mit dem Radl fährt ja niemand ... Die sind nur in den Siedlungen und pflegen dort das spuken ...
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Freya

Offline Christine

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #10 am: 01.11.06, 07:04 »

den ganzen Tag heute hab ich mir gedacht, daß ich das jetzt endlich mal ins Forum schreiben will, daß heute eben der höchste evgl. Feiertag ist und nicht Halloween. Mag ich ruhig als altmodisch gelten, aber das Halloween gefällt mir einfach nicht. Sicher können wir mit den Kindern mal einen Kürbis aushöhlen und eine Kerze reinstellen. Aber alles andere Drum herum ist ein heidnischer Brauch, der nun endlich auf dem Umweg über Amerika wieder zu uns herübergeschnappt ist.


Hallo, Freya u. ihr anderen hier!

Kann Euch nur beipflichten in Euren Meinungen - Halloween gehört nicht in unseren Kulturkreis, aber (u.a.) der Kommerz....
Ich komme ja nun aus dem ''gottlosen", evangelischen Osten; bin christlich erzogen u. praktiziere meinen Glauben auch. Bei uns war gestern Gottesdienst!
Was mich aber wirklich sehr gestört hat:
Meine Mutter ist z. Z. zur Kurzzeitpflege in einem Seniorenzentrum. Dort waren gestern die Tische im Speise-/Aufenthalsraum auch halloweenmäßig dekoriert. Das finde ich in einem solchen Haus völlig "daneben"! Die alten Leutchen sind ja zum ziemlich großen Teil schon "jenseits von gut u. böse" - sprich dement u.s.w. Was sollen die denn mit Halloween? Damit verknüpft doch niemand eine Erinnerung! Ja, hätte es z. B. zum Kaffeetrinken für jeden eines der hier üblichen "Reformationsbrötchen" gegeben, wären vielleicht doch Gedanken an früher wach geworden.
Als meine Mutter (die noch "voll" da ist) eine Schwester fragte, ob sie denn wisse, welcher Feiertag ist, wusste sie es zwar, aber die Bedeutung war ihr auch net klar.
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Offline martina

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #11 am: 01.11.06, 07:16 »
Um nochmal auf den Luther und seine Thesen zurückzukommen, ob die denn nun an der Schloßtür waren oder nicht.

Gestern auf Phönix lief zeitgleich zur tollen Luther-Verfilmung im mdr eine Dokumentation. SEHR interessant, nur leider arg spät.

Dort hieß es jedenfalls, die Schloßkirchentüre sei damals quasi als "Schwarzes Brett" für An- und Verkündigungen der Universität genutzt worden. Von daher sei es gar nicht so abwägig, dass der Luther seine Thesen tatsächlich dort aufgehangen hätte.

Egal, wichtig ist *ich wiederhole mich* dass er es getan hat.

Viel wichtiger noch ist der Prozess, der sich durch die Reformation angeregt, auch durch die kath. Kirche gezogen hat und dass auch diese inzwischen der allgem. Meinung ist, dass ein gerechter Gott einer der Vergebung und nicht einer der Rache ist, von wegen Fegefeuer und so.


@ Peka,
sind denn die Halloween-Konfirmanden in der Kirche geblieben?






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Offline Mirjam

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #12 am: 01.11.06, 07:55 »
Hallo,

@ Martina: Oje, ich wollte doch keinesfalls die Bedeutung des Reformationstages in Frage stellen, nur weil ich es interesssant fand, dass ichs "geschichtlich falsch" gelernt habe.

Luther fand ich sogar seeeehr mutig, dass er die Thesen als Beilage zu Briefe direkt an kirchliche Oberheiten schickte...

@ Halloween. Gestern war ein Stadtkind bei uns zu Besuch, der hier in kleinst-Dorf  auch noch mit Junior auf Tour gehen wollte - was ich dann gegen ein Kürbisschnitzen austauschte.

Ältere, katholische Nachbarn - mein Argument - meinte er, dass beim letzten Jahr gerade DIESE in der Stadt die Kinder gut beschenkt hatten?

Das mit dem Altenheim verstehe ich nicht. Warum gerade diese nicht wenn doch überall in der Gesellschaft?

Ich stell mir grad vor, es kommt ein z.B. irischer Brauch in Mode und ich sitze tagein-tagaus in einem Altenheim mit Kantinenküche - und bei uns dürfte dann zur Abwechslung so nicht dekoriert werden?

Was die Masken betrifft: Fasching hat aber so gar nix mit Christentum zu tun (oder Hexen/MaskenBräuche am Blocksberg oder in den Alpen) und der Advent ist eigentlich ein Fastenmonat.

Bitte vergessen wir nicht:
Nur ein Drittel der Deutschen ist evangelisch getauft und davon wiederum nicht alle ev-luth. gläubig.


Wenn mich jemand nach den Bedeutungen der speziell katholischen Feiertage fragen würde - ich tät auch nicht viel zusammenkriegen, allein auf "Maria Himmelfahrt" kam ich erst nach Gesprächen JHV Fulda... und mußte erst mal nachlesen...


Was sind übrigens Reformationsbrötchen?


Gruß Mirjam



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Offline Christine

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #13 am: 01.11.06, 10:31 »
Hallo,


Das mit dem Altenheim verstehe ich nicht. Warum gerade diese nicht wenn doch überall in der Gesellschaft?

Ich stell mir grad vor, es kommt ein z.B. irischer Brauch in Mode und ich sitze tagein-tagaus in einem Altenheim mit Kantinenküche - und bei uns dürfte dann zur Abwechslung nicht dekoriert werden?

Was sind übrigens Reformationsbrötchen?

Gruß Mirjam


Hallo, Mirjam,

 ich meinte, dass alte Leute u. vorwiegend Demenzkranke ja mehr oder weniger in der Verganenheit leben; dieser "neumodische" Halloween-Brauch" (der in Deutschland) überhaupt keinen geschichtlich-ethischen (oder wie auch immer) Hintergrund hat u. speziell für diese Leutchen keinerlei Bedeutung. Sie kennen ihn schlichtweg net.  Nix gegen eine schöne Dekoration u. dort ist auch schön (herbstlich) dekoriert gewesen, aber ich finde eben, dass man doch eine Verbindung zur jeweiligen Deko braucht (Ostern, Advent, Weihnachten u.s.w.). An so was erinnern sich alte Leute doch - wenn sie sich erinnern!
Die Reformationsbrötchen gehören hier bei uns dazu wie Pfannkuchen (Berliner) zur Faschingszeit; es gab sie früher wirklich nur am 31.10. - vielleicht mal noch 1-2 Tage davor. Aber heutzutage gibt es sie auch schon 4 Wochen davor. Sie sollen an die Lutherrose erinnern; ich such mal ein Rezept raus u. stell's an entsprechende Stelle.
Herzlichen Gruß - Christine

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Offline Christine

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Re: Reformationstag am 31.10.
« Antwort #14 am: 01.11.06, 10:35 »
Nach "Wikipedia".....

Ein Reformationsbrötchen ist ein meist quadratisch aussehendes, süßes Gebäck, meist von der Größe einer Apfeltasche. Es soll eine Lutherrose symbolisieren. Martin Luther hatte zu seiner Zeit seine Schriften mit der Lutherrose in der Art eines Stempels versehen, um sie als von ihm stammendes Original zu kennzeichnen.

Das Reformationsbrötchen ist im weiten Umkreis um Leipzig bekannt, das heißt: unter anderem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In der Gegend um Dresden ist es eher als Reformationsbrot bekannt, da dieses erheblich größer als ein Reformationsbrötchen ist, dort aber seinen Platz einnimmt.

Es ist Brauch, dass speziell im Oktober eines jeden Jahres Reformationsbrötchen von fast allen Bäckereien im Verbreitungsgebiet angeboten werden, denn der 31. Oktober ist Reformationstag.

Die Geschichte des Reformationsbrötchens ist weitgehend ungeklärt.

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