Autor Thema: QM-Fleisch- Schlachtung, Dokumentation, Stempel etc.  (Gelesen 52937 mal)

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Offline Mirjam

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Re: QM-Fleisch- Schlachtung, Dokumentation, Stempel etc.
« Antwort #75 am: 07.09.06, 09:55 »
Danke Mirjam,
ja - es gäbe auch im Hygienepaket selbst Ansätze, die es möglich machten, dass wir weiter auf der Weide töten. Du darfst mir glauben, dass ich das Ding gründlich gefilzt habe.

Hallo Conny,

ich schau grad mal ob ich noch was finde, was euch helfen könnte.

Vielleicht hat diese Box und die sehr spezielle Diskussion um das Wissen um Gesetzestexte und Auswirkungen für die Praxis dann doch noch ihre Berechtigung.

Aber keine Angst - noch haben wir nicht aufgegeben - und wir werden sicher nicht lautlos verschwinden...
Gruß, Conny

Aber, wie Aristoteles sagt: Seinen Ärger an der richtigen Person, zur richtigen Zeit am richtigen Ort ...  ;)

Gruß Mirjam
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Offline Mirjam

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Re: QM-Fleisch- Schlachtung, Dokumentation, Stempel etc.
« Antwort #76 am: 07.09.06, 13:00 »
Zur Frage warum Ausnahme Wasserbüffel und Bisons:

Die Dicke/Struktur der Schädelplatte: Mit einem Bolzenschuss schlecht zu durchdringen.

Gruß Mirjam
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Offline StanzerlTopic starter

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Re: QM-Fleisch- Schlachtung, Dokumentation, Stempel etc.
« Antwort #77 am: 07.09.06, 20:20 »
Hallo Mirjam,

Zitat
Aber, wie Aristoteles sagt: Seinen Ärger an der richtigen Person, zur richtigen Zeit am richtigen Ort ... 

Da kannst Du sicher sein!

Es scheint aber so, als hätten wir zumindest für uns eine Lösung gefunden. Ich hoffe, dass die Diskussion dennoch zu weiteren Denkanstößen bei den Entscheidungsträgern führt.

Zitat
Zur Frage warum Ausnahme Wasserbüffel und Bisons:

Die Dicke/Struktur der Schädelplatte: Mit einem Bolzenschuss schlecht zu durchdringen.

Das glaube ich nicht - mit Sicherheit ist auch der Lebendtransport ein riesen Problem - Büffel können normalerweise nur in Transportkisten gefahren werden. Zumindest hat uns das ein Bisonhalter hier aus der Nähe erzählt. Ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass das Schlachpersonal begeistert wäre, wenn die lebend angeliefert würden.


Gruß, Conny
« Letzte Änderung: 08.09.06, 06:47 von Stanzerl »

Offline Mirjam

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Re: QM-Fleisch- Schlachtung, Dokumentation, Stempel etc.
« Antwort #78 am: 08.09.06, 08:06 »
Doch, es ist v.a. die Schädelplatte, die des Wasserbüffels soll dann noch eine besondere Struktur haben Höhlen aber ich hab da noch nicht reingekuckt  8).

Schon bei normalen Rassen und sehr alten Zuchttieren/Bullen ist diese tw. so verdickt, dass man nicht mehr den normalen Kreuzungspunkt Ohren-Augen schießt, sondern, "versetzt/schräg".

Der Transport kommt natürlich hinzu - schon allein von der Höhe her könnte ich mir vorstellen, dass ein Bison Probleme in den Zutriebsgängen des Schlachthofes macht. Mal vom Verladen abgesehen.

Gestern hab ich gestöbert, wußte gar nicht, dass es in Bayern so große Bisonherden gibt, von den Wasserbüffel (Mozzarelle) in Chur hatte ich schon länger gelesen.

Gruß

Mirjam
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Offline StanzerlTopic starter

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Re: QM-Fleisch- Schlachtung, Dokumentation, Stempel etc.
« Antwort #79 am: 09.09.06, 11:23 »
Hallo Mirjam,

Bisons sind nicht größer als andere Rinder. Ihr Bewegungsapparat ist sogar relativ zierlich (kein Vergleich mit einem erwachsenen Zuchtbullen der schweren Fleischrinderrassen). Ich kann Dir Fotos von Bisons hier aus der Nähe schicken, wenn es Dich interessiert. Die Zutriebsgänge des Schlachthofes sind daher wohl eher nicht das Problem.

Aber ausgewachsene Bisons haben einen sehr kräftigen Vorbau und gefährliche Hörner - wenn man sie lose verlädt, können sie die Bordwand eines Viehanhängers locker in Kleinholz verwandeln. Deshalb werden sie in der Regel in Transportkisten verladen, die so schmal sind, das sie mit dem Kopf/ Hals keinen Schwung holen können. Außerdem sind Bisons sehr agil. Deshalb ist eine Lebendanlieferung am Schlachthof einfach zu gefährlich. Dazu kommt, dass diese Tiere ausschließlich im Freiland gehalten werden und entsprechend fit und aufgeweckt sind, so wie ich es auch von unseren Angus kenne. Ich nehme mal an, dass das bei Wasserbüffeln ähnlich ist.

Die Bisons die ich kenne, verhalten sich genau wie unsere eigenen, ganzjährig im Freiland gehaltenen Rinder. Deshalb bin ich der Meinung, dass die Zulassung einer Tötung auf der Weide unabhängig von der Rasse zulässig sein muss. Denn abgesehen von der Gefährdung des Schlachtpersonals, ist eine Lebendanlieferung im Schlachthof für solche Tiere aus Gründen des Tierschutzes nicht vertretbar.

Zur Beschaffenheit der Schädelplatte: Wir haben selbst Versuche unter Beteiligung des Veterinäramtes gemacht, die gezeigt haben, dass selbst ein erst 9 Monate altes Angus-Stierchen mit einer 9 mm Parabellum - Pistole nicht von vorne geschossen werden kann. Die Struktur des Schädels hat eine ähnliche Wirkung wie eine schusssichere Weste. Die männlichen Tiere haben bei den Angus möglicherweise gerade wegen ihrer Hornlosigkeit eine dickere Schädelplatte. Allerdings: die weiblichen Tiere können problemlos geschossen werden. Das liegt daran, dass es zu heftigen Rangkämpfen nur unter Stieren kommt, weshalb diese eine besser geschützte Schädelplatte brauchen.


Gruß, Conny