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Texte, Sprüche, Gedichte zum Advent, zu Weihnachten

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Beate Mahr:
Hallo

dieses Gedicht hat eine Bekannte von mir verfaßt.

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Weihnachten für Abtrünnige

Weihnachten mit Eis und Schnee,
womöglich noch am Ammersee,
in einer Hütte hoch am Berg,
womöglich noch mit Gartenzwerg,
das eine Bein im Gletscherspalt,
das andre auch empfindlich kalt,
ist nicht nach jedermannes Sinn;
das sind die Leute, die dann flieh´n.

1. Zu den Bahamas auf ein Schiff,
womöglich mit Korallenriff,
um dort zu schnorcheln und zu tauchen,
womöglich auch, um Rum zu schlauchen.
Das eine Bein hängt über Bord,
das andre wird an Deck geschmort
in Salzkruste und Sonnenglut,
den Kopf verziert ein Sonnenhut.

2. Nach Thailand, wo die Mädchen willig,
womöglich auch das Leben billig.
Im Mietwagen geht's zum Hotel,
womöglich mit safe sex-Bordell.
Das eine Bein hängt aus dem Bett
im Kniestrumpf wirklich sehr adrett -
das andre steckt im Wanderschuh,
so hat das Sportsgewissen Ruh.

3. Nach Afrika - oh fremde Welt! -
womöglich noch mit sehr viel Geld,
in die Pension mit Tisch und Stuhl,
womöglich auch mit Swimmingpool.
Das eine Bein im Okavango,
das andre tanzt des abends Tango;
das Krokodil, von dem man träumt,
das hat man tagsüber versäumt.

Bahamas, Thailand, Afrika -
der Grund für Euch zu fliehen, war
nicht etwa Kälte, Eis und Schnee,
nicht etwa Wandermannes Weh
nach fernen, dämmernden Gestaden
mit frommem Wunsch und strammen Waden.

Tatsächlich wolltet Ihr verreisen,
um Euch vom Feste loszueisen,
von stiller Nacht und frohem Klang,
gebrat'nen Gänsen und Gesang.


Und was geschieht in jener Nacht,
die Ihr geflohen so bedacht?

1. An Bord entzündet einer Kerzen
und unter leicht verschämten Scherzen
tauscht man Kleinigkeiten aus
und freut sich auf den Weihnachtsschmaus.

2. In Thailand, wo das Leben billig,
schenkt man dem Mädchen, das grad willig,
seine Anschrift und zehn Mark
und fühlt sich ungeheuer stark.

3. In Afrika wird diskutiert,
die Schwarzen seien korrumpiert.
Da scheint Zurückhaltung geboten!
Man zückt das Geld mit samt'nen Pfoten
und gibt - von Milde übermannt -
dem Kellner einen ganzen Rand.

Und dafür zahlt Ihr soviel Geld?
Fliegt praktisch um die halbe Welt,
um Euch halbnackt zu präsentieren
und fremde Völker zu brüskieren?

Wer Weihnachten nicht leiden kann,
erzähle einfach jedermann,
daß er dann in der Ferne weile,
besorge still und ohne Eile
Bücher, ein paar Flaschen Wein,
Zeit-Kreuzworträtsel, Gänseklein,
gönne sich zwei Salsa-Platten,
erträume sich den Palmenschatten
auf einer Sandfloh-freien Liege,
in die man sich behaglich schmiege.
Das ist ganz ruhig und bequem
und billiger ist's außerdem.


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Liebe Grüße
Beate





martina:
        ADVENT


Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat Sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
am Nikolausabend muß es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh',
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-. viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln,
derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
(was der Gemahl bisher vermied)-,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt zum Schluß, es geht auf vier
die Reste in Geschenkpapier.
Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!
"He, gute Frau, habt ihr noch Sachen
die armen Menschen Freude machen?"
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:
"Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann."
Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt - es ist Advent.

(Loriot)

martina:
Und noch ein Gedicht, dies hatte Ursel W. letztes Jahr in die ML gestellt.


O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie grün sind deine Blätter" ...
krakelt das Radio durch den Raum,
und Vater sucht Lametta.

Die Mutter schimpft: "Der nadelt schon!",
holt Staubsauger und den Besen.
"Der nadelt nicht ", sagt der Herr Sohn,
"der ist schon kahl gewesen!"

Klein Monika ist mäus`chenstill,
will flink den Baum erklimmen,
was Vater allerdings nicht will -
"ich werd dich gleich vertrimmen!"

Dem Köter ist es anzusehe`n:
Ein Baum? Direkt im Zimmer?
Bleibt der das ganze Jahr hier steh`n?
Bequemer geht es nimmer.

So geh`n die Meinungen hin und her
rund um den Baum erbittert,
der ruhig steht wie`n Fels im Meer,
nicht schwankt, nicht bebt, nicht zittert..

"O Tannenbaum, o Tannenbaum"...
man schimpft, verspricht sich Hiebe,
und so beginnt, man glaubt es kaum,
das schöne Fest der Liebe.

Beate Mahr:
Hallo

ich hab auch was ...

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Fest der Stille

Jetzt naht die liebe Weihnachtszeit,
Ihr Kinder seid fein stille,
die Mutti ist schon ganz nervös,
sucht ihre Kreislaufpille.


Es gibt so furchtbar viel zu tun,
ein Fest braucht Vorbereitung,
nur Opa sitzt vor seinem Schnaps
und liest in Ruhe Zeitung.

Der Vati zerrt am Weihnachtbaum,
das Ding steht nicht gerade,
und dass er kaum noch Nadeln hat,
ist auch ein bisschen schade.

Nur Dackel Waldi ist entzückt,
bis dahin musst´ er immer
zum Bäumchen vor die Tür hinaus,
jetzt hat er eins im Zimmer.

Papa wühlt im Pappkarton,
dann schimpft er: "Donnerwetter,
was ist das für ´ne Wirtschaft hier,
wo ist denn das Lametta?"

Dann brennt der Käsekuchen an,
Mama fängt an zu weinen,
und Opa ohne Zartgefühl
genehmigt sich noch einen.

Und morgen steh´n sie dann vor´m Baum,
dann sucht Mama die Brille,
und Opa macht das Fernsehn an,
das ist das Fest der Stille!!!
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Liebe Grüße
Beate

PS: der Spruch von Rebecca (damals 8 ) zum Nikolaus


Lieber gute Nikolaus
lösche meine 6sen aus
mache lauter 1sen drauß
bist ein lieber  Nikolaus

Beate Mahr:
Hallo


Hier etwas Völkerverbindendes. Diese schönen Zeilen
sind nicht von mir, aber ich weiß leider auch nicht mehr, von wem. Spaß machen sie trotzdem.

FRÖHLICHE WEIHNACHTEN

When the last Kalendersheets
flattern through the winter streets
and Dezemberwind is blowing,
then is everybody knowing,
that it is not allzuweit:
she does come - the Weihnachtszeit!

All the Menschen, Leute, people
flippen out of their warm Stüble,
run to Kaufhof, Aldi, Mess,
make Konsum and business.
Kaufen these and jene things
and the Churchturmglocke rings.

Manche holen sich a Tännchen,
when it brenns, they cry: Attention!
Rufen for the Feuerwehr:
"Please come quick zum Löschen her!"
Goes the Tännchen auf in Rauch,
they are standing on the Schlauch.

In the kitchen of the house
mother makes the Christmasschmaus.
She is working, schufting, bakes
hit is now her Joghurtkeks.
And the grandpa as the Tester
shouts:"We are killed bis to Sylvester!"
Then he fills the next Glas Wine -
yes, this is the Christmas time!

Day by day does so vergang,
and the Holy Night does come.
You can think, you can remember,
this is immer in Dezember.

Then the childrenlein are coming
Candlewachs is abwärts running.
Bing Crosby of Christmas sings
and the towerglocke rings.
And the ängels looks so fine -
well this is the Weihnachtstime.

Baby-eyes are big and rund,
the family feels kerngesund
when unterm Weihnachtsbaum they're hocking
than nothing is them ever shocking.
They're so happy, it's so fine -
this happens in the Christmastime!

The animals all in the house,
the hund, the Katz, the bird, the mouse,
are turning round the Weihnachtsstress,
enjoy this day as never guess,
well they find Kitekat and Chappi
in the Geschenkkarton von Papi.

The family begins to sing
and wieder does a Glöckchen ring
zum song vom grünen Tannenbaum
the Tränen rinnen down and down
bis our mother plötzlich flennt:
"The Weihnachtsgans im Ofen brennt!"
Her nose indeed is very fine -
Ende of the Weihnachtstime!


Gruß
Beate

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