Bäuerinnentreff

Familie und Co. => Familienbande => Generationsprobleme => Thema gestartet von: Edith am 05.10.02, 15:12

Titel: Altenpflege
Beitrag von: Edith am 05.10.02, 15:12
Hallo, an alle!
In meiner Familie gibt es mehrere Alte ohne eigene Kinder, die in der nächsten Zeit pflegebedürftig werden können.
Ein Onkel ist schon hinfällig, und eigentlich wollte ich der Tante  bei der Betreuung behilflich sein.
Ich erbitte Eure Erfahrungen,
 was man zusagen kann,
 wie man helfen kann.

Ich denke, das einige von uns schon Erfahrungen in dem Bereich haben.
Weiterhin würde mich auch interessieren, welche Pflegekurse empfehlenswert sind.
Titel: Re:Altenpflege
Beitrag von: vicky am 25.10.02, 16:51
                               l liebe edith                                                                                habe den schwiegervater schon 14 jahre zur pflege.
die ersten jahre kam er nur zum essen,aber dann ist
die schwiegermutter gestorben ab da brauchte er
mehr familienersatz. jetzt ist er 82 und hat sich an die
situation gewohnt,wie auch ich
mußt ihm auch bestimmte grenzen setzen, weil er so
auch noch mehr mittut. alles gute
Titel: Re:Altenpflege
Beitrag von: Edith am 25.10.02, 19:08
Liebe Vicky,
lebt ihr in einem Haus?
Ich denke, die Situation ist unterschiedlich, je nachdem ob man weg ist oder immer erreichbar.
Gibt es Unterstützung durch andere Verwandte, habt ihr einen Pflegedienst nötig?
Ich wäre für positive und negative Erfahrungsberichte dankbar.
Titel: Re:Altenpflege
Beitrag von: vicky am 25.10.02, 23:08
liebe edith!
mittwochs kommt eine altenpflegerin und geht mit dem
schwiegervater caffe und kuchen essen.
der vater ist dazu auch sehr depressiv und der tapetenwechsel ist desshalb gut für ihn.in manchen dörfern bieten sich auch ehrenamtliche helfer an.
freitags wird gebadet.
bei uns würden die altenpfleger auch fünf mal die woche kommen,aber der vater will das nicht.
bei uns ist das problem, daß sich seine drei kinder so gut  wie nicht um ihn kümmern, vielleicht sollte man mehr aufgaben verteilen lernen.
mein mann hatte mit seiner cousine einen onkel im altersheim zu betreuen, aber hier habe ich mich etwas rar gemacht.
da waren mir die eigenen kinder wichtiger.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Sonnenblume2 am 02.09.05, 09:06
Hallo,

hatte gestern eine "nette" Diskusion mit einer alten Tante (eigentlich Großtante) und Oma über Altenpflege.
Meine Großtante liegt diese Tage im Krankenhaus weil sie schlecht gehen kann bzw. in den letzten Tagen gar nicht mehr gehen konnte.
Also kam von ihrer Seite wieder, wie so oft, der Vorwurf über ihre Schwiegertochter, dass die ihr "überhaupt" niergends hilft. Das Tante den ganzen Tag immer alleine sei usw. und sofort. (was von ihr wie immer auch etwas übertrieben wird)
Dann habe ich zu ihr gesagt  "warum soll nur die Schwiegertochter für ihre Pflege zuständig sein, sie hat auch einen Sohn, der ihr dort und da zur Hilfe kommen kann". Antwort "das ist Schwiegertochtersache"  :o :o "denn sie hat auch damals, als die Übergabe war, unterschrieben, dass für mich die Pflege übernommen wird"
Ich habe ihnen meine Ansicht darüber erklärt, dass die Pflege der Schwiegereltern nicht nur von der Schwiegertochter gemacht werden soll, sonderen schließlich sind es die Eltern des Mannes und auch der hat die Pflicht sich um seine Eltern zu kümmern - der hat ja auch die Übernahme unterschrieben  8)
Antwort - "der hat keine Zeit"  :o ::)
Aber als Frau muss man Zeit haben.
Ich muss sagen, wenn meine SE auch so eine Einstellung bezüglich Pflege hätten, dann würde ich auf Stur stellen. *hoffe nicht das SE so eine Einstellung bekommen*
Pflege der Eltern ist meiner Meinung nach Sache für beide Kinder (Sohn wie Schwiegertochter) und nicht nur die Angelegentheit der ST.
Es kann von der ST nicht erwartet werden, dass sie alles aufgeben muss (Arbeiten aufhören usw.) nur um den ganzen Tag für SE dazusein.

Sonnenblume




Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Helga am 10.08.06, 10:38
Hallo, hier ist Helga, ich möchte auch mal meinen Frust über meine SM loswerden. Ich bin seit 18 Jahren verheiratet, mein SV ist vor knapp 19 Jahren verstorben. Mein Mann ist Einzelkind. SM hat sich sehr an Ihn geklammert und mein Mann hat ein paar Jahre gebraucht, um zu begreifen, das ich und die Kinder seine Familie sind. Sie hat sich auch immer eingemischt. Wir haben einen gemeinsamen Haushalt, sie wollte nie alleine sein. Aber abends gehen wir nach oben, Wohnzimmer haben wir allein.
Ich weiss, das ich überall von Ihr schlechtgemacht werde, vor allem in der Verwandtschaft, aber damit kann ich leben. Ich konnte mich auch immer gut durchsetzen, aber belastend ist die Situation schon.Wenn Sie Ihren Willen nicht bekommt, fängt Sie an zu heulen.Für mich ist das Schlimme nun, das Sie mitlerweile 80 Jahre ist und auch durch einige Krankheiten immer mehr auf Hilfe angewiesen ist. Es ist für mich ein Graus, wenn ich daran denke, Sie einmal ganz pflegen zu müssen. Die Athmosphäre bei uns ist viel freier und schöner, wenn Sie nicht da ist. Ich habe ein schlechtes Gewissen, aber ich habe so manches Mal gedacht, wenn Sie im Krankenhaus liegt, hoffentlich kommt SM nicht wieder,. Ich weiß, das ist ganz, ganz schlimm, sowas auch nur zu denken, sie hat ja auch gute Seiten, aber die halten sich wirklich in Grenzen.
Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 10.08.06, 11:07
Hallo Helga,

das tut mir wahnsinnig leid für dich und deine Familie.
Bestimmt hast du diese Box schon durchgelesen und gesehen, dass so einige die gleichen Probleme haben.
Mach dich nicht verrückt. Auch du bist nur ein Mensch. Ich kann deine Gefühle sogar nachvollziehen. Die kommen auch nicht einfach so. Es muss viel vorgefallen sein. Das weiss ich leider aus eigener Erfahrung.
Ich hoffe für dich, dass du drum herum kommst, sie pflegen zu müssen. Sollte es doch der Fall sein, gibt es bestimmt eine andere Lösung z. Bsp. in Form einer Betreuerin, die dich dabei unterstützt.

Ganz liebe Grüsse und lass den Kopf nicht hängen!
Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 10.08.06, 14:18
Schade dass Du solche Gefühle hast für deine SM ,Helga.
Aber sie kommen nicht von ungefähr.Aber mit einer solchen Einstellung kannst Du nicht pflegen,da musst du schon sehen dass es eine andere Lösung gibt. Aber so während ich dies schreibe kommt mir der Gedanke,dass die Zeit der Pflege auch eine Chance sein kann. Für Dich die guten Seiten deiner SM rauszufiltern und für Sie altes UNerledigtes abzuarbeiten und Seelenfrieden zu machen.
Ich weiss dass dies eine ungeheuere Anstrengung sein wird,aber weiss auch dass sich solche Anstrenguing lohnen kann.
Was nicht heißen muss zwangsläufig dass du annehmen sollst was ich schreibe. Jeder muss selber wissen was er tut.
Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Helga am 10.08.06, 15:54
Hier ist noch einmal Helga,

Ich weiß, das ich irgendwie versuchen muss, darüber zu stehen. Nur sogar meine Kinder haben schon zu mir gesagt, wenn ich mal wieder nachgegeben habe, weil ich keinen Streit mag, das SM, wenn Sie unsere Kinder, als Sie klein waren, ins Bett gebracht hat und mit denen beten wollte, für sich und für die Kinder und für den Papa gebetet hat und mich grundsätzlich nicht erwähnt hat. Die Kinder konnten das nicht verstehen und wundern sich, das ich mir so viel gefallen lasse. Das was ich eigentlich sagen und klarstellen muss, übernehmen die Kinder. Nur ich musste die ganzen Jahre kämpfen um meine Stellung und Meinung vertreten zu können, jetzt rede ich mit Ihr nur noch das nötigste und gehe ihr wenn möglich aus dem Weg.
Meine Gedanken beschäftigen sich so mit Ihr, das ich morgens schon weiss, was Sie als nächstes will. Vor allen Dingen ist Sie nur an ausfragen und beleidigt, wenn Sie keine Antwort bekommt. Manchmal wird mir das zuviel. Mein Mann ist Diabetiker, er kommt zwar sehr gut damit klar, aber ich muss auch viel auf Ihn achten und so bin ich manchmal nur an routieren und weiss nicht wo mir der Kopf steht. Ich bin froh, wenn ich mal ganz alleine bin und meine Ruhe hab, aber das kommt viel zu selten vor.

Viele Grüße
Helga
Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Gitte am 10.08.06, 16:43
Hallo Helga!

Ich kann dich sehr gut verstehen, weil ich in der gleichen Situation bin wie du und sehr darunter leide.

Es frißt in einem und man hat keine Kraft sich gegen so jemand übermächtigen zu wehren. Sage ich doch mal was, dann weiß ich, wie sie über mich herzieht. Es ist zum K......

Eins weiß ich heute schon. Sollte es mal soweit kommen, daß sie ein Pflegefall wird, ich kann das nicht übernehmen.

Zuviel ist schon hier vorgefallen und ich bin so oft verletzt und beleidigt worden und werde es immer noch.

Sie stellt sich als Heilige dar und macht allen die Hölle. Meine Tochter ist zum Glück schon fast erwachsen und läßt sich schon lang nicht  mehr von ihr beeinflussen.

Aber als sie noch klein war, hat uns SM ständig gegeneinander ausgespielt.  >:( >:( >:(

Ich kann nicht mal was in den Müll werfen, ohne daß sie die Mülltüten wieder aufknotet und drin rumwühlt um mir vorzuhalten was ich weg geschmissen habe. Wenn ich was auf den Mist werfe ist es das selbe.

Kontrolle von hinten bis vorn. Einfach nur noch ätzend!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Muß jetzt Schluß machen, sonst kommt wieder soviel Verbitterung auf in mir.

Ich wünsche dir viel Kraft und alles liebe
Gitte
Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 10.08.06, 16:55
Hallo Helga,

gibt es denn keine Möglichkeit für dich, dir kleine Ruhepausen einzurichten? Es muss ja nicht lange sein, Hauptsache du hast Zeit zum Abschalten. Sei es ein Mittagsschläfchen oder Kaffeeklatsch mit Freunden.
Hatte leider die gleichen Probleme und SM ist heute bei uns in Pflege.  :-\ Im Nachhinein könnte ich dir nicht mal sagen, ob es nicht doch besser gewesen wäre, sich früher zu wehren. Es hätte doch bloss noch mehr Streit gegeben. Eine Chance war es leider nicht, als sie plötzlich pflegebedürftig und auf unsere Hilfe angewiesen war, denn SM lehnt mich immer noch ab - ebenso wie ihren 1. Sohn, meinen Mann. In ein Heim geben? Die Wochen bis wir die Lösung für unser Problem hatten, waren die Hölle für mich. Mein Mann wollte seine Mutter nicht in ein Heim geben (das könnte er sich nicht verzeihen) und mein Schwager jammerte, er müsse in diesem Falle den Löwenanteil zahlen als lediger gutverdienender Dipl.-Ing. Was blieb da noch gross übrig?! Ich war total mit den Nerven fertig und dachte nur noch: jetzt ist dein Leben endgültig vorbei.
Sieh zu, dass es dir und deiner Familie gut geht. Versucht, Euch zu distanzieren. Mach dir heute keinen Kopf über was kommen könnte. Die Zeit wird alles zeigen. Du weisst ja nicht, w a s  auf dich zukommt und auch nicht, ob überhaupt etwas auf dich zukommt. Mach dich nicht noch zusätzlich mit solchen Gedanken fertig. Und wenn´s soweit ist, werdet auch ihr eine Lösung finden.

Kopf hoch und fühl dich gedrückt!
Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Helga am 10.08.06, 19:03
Hallo euch alle,

die mir so nett geantwortet haben. Irgendwie bin ich ja froh, dass es anderen auch so oder ähnlich geht wie mir. Ich habe auch meinen Freundeskreis, mit denen ich mich regelmäßig treffe.

Ich bin auch in einem Verein im Vorstand, um irgendwie einen Ausgleich zu haben. Denn da wird meine Arbeit auch anerkannt.

Aber ich fahre regelmäßig alle zwei Jahre ein Wochenende mit meinen Freunden weg und mag da nicht dran denken. Wenn ich nach Hause komme, muss ich mir auch von meinen Kindern anhören, wie Oma nervt.
Auch zu den Kindern hat Sie wenig Bezug.

Ich bin jetzt schon mit Yoga angefangen, um irgendwie eine Entspannungsart zu lernen.
Aber wenn ich SM sehe, regt Sie mich schon auf.
Da hat sich so viel Wut angesammelt, und nun erwartet SM wie selbstverständlich meine Hilfe.

Viele liebe Grüße an euch alle
Helga






Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 10.08.06, 19:53
Hallo Helga,

ich hab heute viel über deine Einträge nachgedacht,  da sie mich sehr berühren.

Es ist tatsächlich  zum Glück noch eine Weile hin,  bis die Pflege wirklich kommen könnte. 
Aber es ist richtig,  dass du dir Gedanken drüber machst.   
Bloß darfst du dich nicht fertigmachen (lassen)  davon.    Das wäre "Energieverschwendung",  unter der  v.a. du leidest.
Und deine Familie natürlich auch.
Gut wäre vielleicht,  mit deinem Mann und deinen Kindern vorsichtig drüber zu reden  und ihnen zu sagen,  wie es dir beim Gedanken daran geht   und wie weit sie dich  event. entlasten würden.
Wenn da nicht viel Angebot kommt  oder von Geschwistern deines Mannes,  dann muss man sich zu gegebener Zeit überlegen,  ob es Hilfe von außen geben kann und wieviel Entlastung diese brächte. 
Oder ob nur eine Pflege im Heim in Frage käme  und ob diese irgendwie finanzierbar wäre.

Vielleicht regelt sich da wirklich manches von selber. l

Ich kann bei deiner Lebensgeschichte  total verstehen und bejahen,  dass du so fühlst und denkst.
Lass dir da auch kein schlechtes Gewissen machen.  Nicht aus dir selber  und nicht von außen.

Wer häusliche Pflegefälle   -und erst recht nach solcher Vorgeschichte !!!-   bagatellisiert und schönredet,  der hatte wohl noch nie einen !?
Oder er sollte dann sofort verbindlcih zusagen,  welche Tage und Nächte und Dienste  er verbindlich übernehmen wird... !

Ein klitzekleiner Trost noch:   
der Vater meiner Mutter war  sein Leben lang recht grob und böse  zu  Ehefrau,  Töchtern, Schwiegersohn  usw..
Meine Mutter musste ihn pflegen   (war im Hofübergabevertrag drin)    und hatte großen Horror davor.
Es war auch überhaupt nicht einfach  und sie hat auch Schaden genommen,  aber  drei Dinge waren daran gut:

1.  er war unerwarteterweise sehr zahm geworden,  fast liebenswert,  im pflegebedürftigen Alter
2.  sie hat bis heute das Gefühl,  ihrer Pflicht nachgekommen zu sein und sich nicht gedrückt zu haben
     (leider leiden viele Frauen sehr draunter,  wenn sie ihre Eltern ins Pflegeheim geben mussten)
3.  man lernt bei einer Pflege  seine Nächsten (enge Familie,  Geschwister usw.)  sehr gut kennen... ;D

Zur Klarstellung:  ich bin überhaupt nicht gegen häusl. Pflege  bzw.  wenigstens ernste längere Versuche dazu.
Aber ich behaupte,  niemand kann das allein packen  ohne Schaden zu nehmen.
Und bei einer so harten Vorgeschichte  ist man bzw. frau  zunächst eigentl. nicht in der Lage zu pflegen.
Außerdem  weiß keiner,  wie lange der Pfelgezustand andauern wird.  Das ist mit das Schlimmste daran.

Ich wünsch dir viel Stärke und Nervenkraft  und niemals ein schlechtes Gewissen  !

Margret


Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 11.08.06, 09:55
Siehst Du MArgret wieder eine Gemeinsamkeit. ICh denke da auch wie Du.
Sich nicht schon vorher so verrückt machen das kostet unnötig Energie. Alles regelt sich irgendwie.
Ich weiss jetzt durch die Pflege bei meinem Vater dass meine Geschwister mich voll unterstützen und unser Familiengefüge absolut dicht ist. Das gibt ein gutes Gefühl.
Grüße Euch alle ganz lieb und wünsche von hier jedem der Pflegebedürftige Eltern und Schwiegereltern betreut und pflegt,viel Kraft und Geduld und Ausdauer und die rechten Menschen an der Seite.
Maja
Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 11.08.06, 10:43
Da sind wir ja schon zu dritt!  ;)
Aber eines haben wir gelernt: am Anfang, wenn alles frisch ist und klar wird, die betreffende Person wird ein Pflegefall bleiben, ist die Wallung gross. Das Schlimmste: jeder will dir reinreden und Vorschriften machen (du musst sie heimholen, ja nicht in ein Heim, so muss du mit ihr umgehen, bla bla bla). Meist sind die Familienangehörigen am schlimmsten. Da sind wir in die Offensive gegangen und einen "grossen Tisch" einberufen, bei dem wir die weitere Vorgehensweise und jeweiligen Tage, wo jeder da sein sollte, festlegen wollten. Ratet mal! Von allen, die so gross getönt haben, kamen nur Bruder und Schwester von SM. Übrig geblieben ist mittlerweile nur noch der Bruder, der (dafür danken wir ihm sehr) jeden Donnerstag mittag pünktlich auf der Matte steht. So hat man wenigstens einen festen Tag in der Woche, um Erledigungen zu machen.
Den Rat, die mit den grössten Sprüchen festzunageln, hab ich von einer Bekannten bekommen, die über Jahre hinweg zwei! Pflegefälle gleichzeitig hatte. Und sie behielt recht.

Wenn es wirklich so kommen sollte, macht, was ihr für richtig haltet. Und macht euch nicht schon im Vorfeld verrückt. Wenn ihr so lange zusammen gehalten habt, dann schafft ihr das auch noch.

Wünsche Euch alles Gute für die Zukunft und starke Nerven.
Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 11.08.06, 12:41
Hallo Christine,

das hast du total gut geschrieben !   Hab mich in vielem weidergefunden.
Ich war noch  nie Hauptverantwortliche bei der Pflege;  nur zweimal  sehr, sehr nahe dabei  als jeweils die Tochter gepflegt hat.
Habe oft die Verzweiflung der pflegenden Tochter miterlebt.

Es war genau so wie du es schreibst:  es gab vorher  große Worte über das Abwechseln in der Betreuung - reell wars dann nicht bei allen weit her mit der Zuverlässigkeit...  Manche haben nicht mal abgesagt,  wenn sie die Oma am vereinbarten Tag nicht betreut haben.
DAS  ist auch was,  was die Hauptverantwortlichen in der Pflege total fertig macht:  alle anderen leben weiter wie bisher,  frei und ungebunden;   aber der,  der eh schon für alles verantwortlich ist und ertragen muss ist im Zweifel immer dran.   Und immer ist eben oft...

Deshalb darf nie jemand von außen gescheit herreden,  dass Pflege  kein Problem sei.
Wer das tut,  muss sofort fest eingebunden werden.  Verpflichtend.  Dann ist das ein Wort.

Margret

PS:  an Moderatorin:   

das Thema   " Pflege durch ST und andere Angehörigen"   finde ich  total wichtig für uns Bäuerinnen - keine Gruppe sonst hat diese Pflegeverpflichtung  rechtlich in irgendeiner Form so drin wie wir alle in den Hofübergabeverträgen.

Wäre es event. sinnvoll und gut,  ab Helgas erstem Beitrag von gestern früh   hiermit dieses Thema  bewusst neu anzufangen ?

Ich wäre sehr interessiert daran.  Es ist ein sehr dominantes Thema  und frau kann gar nicht genug darüber erfahren,  wie eswoanders so läuft  und welche Lösungen es geben kann.

Da es ein  Stückweit ein Tabuthema  ist (jemanden nicht pflegen zu wollen),  lesen sicher viele mit,  die sich öffentlich gar nicht dazu äußern möchten  aber eben in der Situation stecken.
Titel: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Romy am 11.08.06, 13:10
Hallo Margret
Ich werde es an die verantwortliche Moderatorin weiterleiten (wenn sie es nicht schon gelesen hat  :) sie sind alle sehr schnell)
Bis jetzt habe ich hier weder gelesen noch geschrieben. Vieles habe ich selber erlebt und obwohl SM seit nun 9 Jahre gestorben ist, kann ich kaum darüber reden oder schreiben ohne das alles wieder hoch kommt. Es ist erschreckend wie tief solche Wunden sind.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: martina am 11.08.06, 13:39
Euer Wunsch sei mir Befehl ;)
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 11.08.06, 13:55
Hallo Margret,

du hast es auf den Punkt gebracht. Wenn es die eigene Tochter trifft, ist es  n o c h  was anderes. Aber wenn´s die Schwiegertochter trifft, kann es sehr hart sein. Ganz besonders, wenn sie eh nie willkommen war. Jeder will Druck ausüben, jeder hat gute Ratschläge, jeder will einen rumkommandieren. Man ist ja schliesslich die Schwiegertocher, also muss man jetzt auch, denn alle Welt baut in dem Moment auf dich. Ich kann dir nicht beschreiben, wie fertig ich in dieser Zeit war. Schwagerherz hat mal kurz verlauten lassen, wie froh er ist, seine Arbeitsstelle im Ausland zu haben, damit er weit genug weg vom Schuss ist. Das Problem war nur: er ist der absolute Lieblingssohn und niemand kann ihm das Wasser reichen. Heute noch nicht. Wie du schon sagst: alle spucken grosse Töne, aber niemand will Verantwortung übernehmen und jeder sein Leben frei und ungebunden weiter leben. Das wälzen wir dann doch lieber auf die Frau in der Familie ab.  >:(
Ich bin meinem Mann unendlich dankbar, dass er mit mir zusammen eine für uns alle akzeptable Lösung gefunden hat und sich nicht hat unter Druck setzen lassen. Schliesslich muss auch unser Leben und unsere Arbeit irgendwie weiter gehen.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 11.08.06, 14:21
Hallo Bridda,

das ist ja das Problem. Es ist ja nicht damit getan, dass du der pflegebedürftigen Person beispielsweise eine frische Pampers anziehst, sie in den Rollstuhl setzt und ihr einen angenhmen Tag wünschst. Diese Menschen müssen betreut werden. SM (Gehirnschlag) z. Bsp. bekommt 6 x pro Woche vormittags Anwendungen: Ergo, logopädische und Gymnastik. Damit sie das nicht verlernt, muss man ständig mit ihr üben. Das gleiche gilt für das Sprechen. Jeden Tag die gleichen Wort, jeden Tag. Ein Tag aussetzen wirft einen total zurück. Zudem muss man sie beschäftigen, spazieren gehen usw. Es muss gekocht und eingekauft sowie gewaschen werden, Tabletten geregelt werden, morgens und abends waschen, Toilette, anziehen usw. Und das Ganze neben deiner normalen Arbeit! Absolut nicht zu verachten ihre Wutausbrüche und Depressionen, die normal bei diesem Krankheitsbild sind. Sie hat´s schon gebracht, jemanden aus dem obersten Stock runter zu holen, weil ein Fusel vor ihren Füssen sie gestört hat und sie drauf bestand, dass man diesen Störenfried  S O F O R T  entfernt. Bis du mal begreifst, was ein Sprechbehinderter eigentlich will! Und wenn dann noch sowas dabei rauskommt! Der helle Wahnsinn!

Aber noch was ganz Wichtiges: die Pflegeperson erhält heute wenigstens als Anerkennung eine Rente für die Pflegezeit.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 11.08.06, 14:36
Hab noch was vergessen:
es gibt ja auch noch schwere bettlägerische Fälle. Das ist Verantwortung ohne Ende. Man stelle sich nur mal vor, die Person hätte ein Katheder, bekommt eine Entzündung mit 40 Fieber.  :o Nicht nur, dass du ab dem Moment 24 Stunden nur neben dem Bett sitzt! Es kann Kompilkationen geben!  :o
Das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen, was man vorher nicht weiss und auch logischerweise nicht bedenkt.
Da lastet schon ein gewaltiger Druck auf einem.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 11.08.06, 14:59
Liebe Moderatoren,

ich bedanke mich ganz herzlich für die so rasche Aufnahme meines Vorschlages !

Margret
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Sonnenblume2 am 11.08.06, 15:18
Der für mich am höchsten angesiedelte Beruf ist übrigens Altenpflege. Die haben meine absolute Hochachtung, die das täglich machen.

Auch ich habe vor diesen Leuten die größte Hochachtung!
Leute, die noch nie täglich Pflege gemacht haben, können es gar nicht abschätzen was dies Arbeit, Zeit, Verzicht, Geduld, Kraft, Nerven,  ... heißt.

Was ich als "Heuchlerei" sehe, wenn die anderen Kinder des Pflegebedürftigen NUR ein paar Stunden (auf Besuch) kommen und auf "brav" machen, statt einmal zu sagen, ich übernehm die Pflege für (wenigstens) ein paar Wochen.


Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: brit am 11.08.06, 19:29
hallo,

ich arbeite in der ambulanten pflege. ich finds gerade gegenteilig, dass ich sehr grosse hochachtung vor allen angehörigen habe, die solche aufgaben bewältigen!!!


mein tip vielleicht , sich nicht zuviel aufladen!!..also von anfang an jede möglichkeit zur  entlastung suchen und packen, und soviel wie möglich auf andere schultern abgeben!(.. und keinesfalls einer situation zustimmen, wo keine entlastung  geplant ist!)

auch sehr gut find ich ferien im altenheim, wo dann die angehörigen mal ein monat oder so entlastet werden. ich seh einfach , dass es oft sehr empfindliche betreuungssysteme sind, und wenn der pflegende angehörige wegen überlastung ausfällt , ist am schluss wirklich  niemandem geholfen!

was ich verrückt finde,dass sowas in den hofübergabeverträgen steht, ist das eigentlich dann zwingend?

lg   brit
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 11.08.06, 19:37
Hallo,

ich habe ebenfalls allerhöchste Achtung vor Menschen mit Pflegeberufen.

Aber diese haben natürlich  neben der Ausbildung    einige ganz große Vorteile gegenüber den pflegenden Angehörigen.
Sie haben  relativ große innere Distanz (diese brauchen sie,  um nicht kaputtzugehen auf Dauer !),  haben Schichtdienst und nicht 365 Tage x 24 Stunden  und sie leiden nicht unter Vergangenheitsbewältigungen mit den Gepflegten.
Diese können   "alten Rechnungen"  sein  aber auch ganz einfach die "absurde" Umkehrung des Bisherigen (die Tochter badet den Vater) ,  wobei  z.B. Schamgrenzen neu gesucht bzw. überwunden werden müssen bei der Körperpflege.   Der Pflegende,  der ziemlich angespannt ist,  muss auch noch  den Verfall des Kranken  ertragen  und seine event. Wesensveränderung.    Und die Rollen werden völlig neu sortiert.

Margret

  
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 11.08.06, 19:45
Hallo Brit,

unsere Beiträge haben sich überschnitten.

M.W.  muss nichts reingeschrieben werden,  wenn der Übergeber das nicht möchte  oder der Übernehmer sonst nicht übernehmen würde.

Aber es ist üblich,  dass was reinkommt.
Ist nur die Frage,  wie es formuliert wird.
Das liegt am Alter des Vertrages (je länger her,  desto übler und fordernder und gnadenloser für die Übernehmer i.d.R.).
In neueren Verträgen  bzw.  wenn der Notar  da ein Auge drauf hat,  kommt eher die Passage rein,  dass der Übernehmer versorgt und pflegt,  "soweit dies zumutbar ist".  Da ließe Raum für Überprüfung.  Soweit ich mich erinnere,  wird das dann an die Einstufung in Pflegestufe  gekoppelt,  wenn es zur Auseinandersetzung käme,  ob es noch zumutbar sei.
Ist auf jeden Fall  moralisch und rechtlich  viel großzügiger für den Übernehmer.   
Auch ist es finanziell besser für ihn.   Die alte Formulierung bedeutet m.W.  dass er ganz alleine die gesamten Kosten für einen event. Aufenthalt im Pflegeheim tragen muss.   Bei der neueren,  "leichteren"  Version  der Pflegeverpflichtung  sind die anderen Geschwister eher auch mit dran.  Event. auch notfalls das Sozialamt,  aber da bin ich mir nicht sicher.

Margret
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Ayla25 am 11.08.06, 20:09
Hallo,

als es sich damals bei uns abzeichnete das meine SM ein Pflegefall wird haben meine Schwägerin (Tochter) und ich einen Pflegekurs bei der AOK besucht. Ich muß sagen der Kurs war interessant und lehrreich. Wir haben auch andere Betroffene kennengelernt und konnten uns so austauschen. Die Kosten wurden von der AOK komplett übernommen.

Meine Schwägerin und ich hätten uns die Pflege dann geteilt (wobei ich ehrlich gesagt bezweifle das das funktioniert hätte) oder sie wäre komplett von der Arbeit zu Hause geblieben.

Aber das Problem hat sich dann ja nicht gestellt weil meine SM vorher gestorben ist.

Jedenfalls habe ich sehr viel Respekt vor Leuten die Ihre Angehören zu Hause pflegen. Denn es ist mit Sicherheit nicht einfach.

Wenn mit meinem SV mal was ist dann werden wir es warscheinlich wieder so machen wollen. Meine Schwägerin und ich teilen uns das ganze. Auf die beiden Söhne von meinem SV können wir nicht zählen denn die haben sich schon rar gemacht als es SM nicht mehr gut ging und täglich die "Ambulanten" zum verbinden der offenen Füße kamen.

Einen schönen Abend noch

Kerstin
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: brit am 11.08.06, 21:32
magreth, das ist ja schlimm..
naja nicht wenns gut läuft, jedoch wenn die beziehung denkbar schlecht ist?!

gut vielleicht kommt das immer weniger vor, oder würdet ihr das euern kindern in den vertrag mitrein tun?

ich kenn  nur das wohnrecht..das ist  üblich..das ist nicht das gleiche , oder?
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 11.08.06, 21:51
Hallo Brit,

das mit der Pflegeverpflichtung  kann  neben der Belastung durch die eigentl. Pflege,  die eigentl. neben einem Betrieb gar nie möglich ist,  psychisch enorm schwer sein.

Wenn du  -was der Ausgang dieses Themas war-  liest und weißt,  dass es SE gibt,  die 20 Jahre oder mehr negativ über die ST hetzen,   böse zu ihr sind   und   ihr zeigen,  dass sie nicht gut ist und nicht  die Richtige für den Sohn  usw.  - wie soll da eine Basis für Pflege sein ?!

Meine SE sind recht nett  und waren nie böse zu mir.   Das ist eine völlig andere Basis !  Selbstverständlich bin ich bereit,  einiges,  nein,  ziemlich sehr viel für sie zu tun.  (Und doch mach ich mir schon ernstliche Gedanken, wie das später mal realierbar sein soll !?)

Aber wenn  SE einer ST lange Zeit  bei vollem Bewusstsein Böses tun - wie können sie da naiv glauben,  dass Pflege klappen kann ? 
Wie können sie so blöd sein,  Pflege durch diese Person zu wollen ?!  Und zu meinen,  dass sie das tut ?

Ich weiß,  dass viele Generationen Frauen pflegen mussten,  auch wenn sie von diesen Menschen vorher geplagt  usw. wurden.  War bestimmt sehr schlimm.   Auch weil sie sich gar nicht nach außen dazu äußern durften. 
Und auch heute kann man es sich nicht immer aussuchen,  aus moralischen  und oft  auch aus finanziellen Gründen.

Seit meine SE die eigenen Eltern gepflegt haben,  haben sie ein sehr realistisches Denken  über Pflege und ihre Grenzen und Möglichkeiten.
Der letzte Fall,  für den sie zuständig waren,  liegt erst 6 Jahre zurück  und hat sie sehr alt werden lassen.

Bei der Hofübergabe  haben wir nur die "leichte Version"  drin.  Was anderes hätte der Notar auch nie "geduldet"  aus den  o.g. Gründen.

Wohnrecht  ist wirklich was anderes,  Eigenständiges  und hat überhaupt nichts mit Versorgung  oder gar Pflege  zu tun.

Wie läuft das in der Schweiz üblicherweise ab ?

Margret

PS:  in einer der letzten Ausgaben von  "Top agrar"  waren Beiträge zum Thema  Pflegeverpflichtung drin !
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: brit am 12.08.06, 09:06
hallo margreth,

keine frage, dass ist absolut keine basis für pflege!!
da find ich auch, dass sich der/ die geplagte unbedingt vor schützen sollte.

genau wie ihr schreibt, niemand weiss , was und wie er mal hilfe benötigt im alter..
man kann das in dem sinne also nicht planen..
jedoch ich denk man kann paar dinge in die wege leiten, und ne haltung dazu gewinnen , im falle des falles.  oftmals klappt das aber nicht, der entscheid im hohen alter nochmals ne änderung zu wagen ist oft schwierig, und braucht oft ein äusserer auslöser.

und wenn da natürlich inem vertrag gar ein pflegerecht (oder wie nennt sich das?) veankert ist, da ist die selbstverantwortung sehr klein.. sprich da wird die ganze verantwortung abgegeben, und damit braucht man selber keine entscheide zu treffen. (die fähigkeit im alter selbstbewusst zu entscheiden, muss man sich auch irgendwie erarbeiten)
da kann man wirklich nur darauf aufmerksam machen ja keine solchen floskeln reinzunehmen.
und das problem wie das pflegerecht in zahlen angerechnet wird ?  schwierig..

im beruf ists aber auch so, dass man oft diese familiären spannungen mitbekommt, und irgendwie lösungsansätze vermitteln will..das ist aber echt auch schwierig..

lg   brit


Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Antonia am 12.08.06, 09:32

PS:  in einer der letzten Ausgaben von  "Top agrar"  waren Beiträge zum Thema  Pflegeverpflichtung drin !

Dieser Artikel in der Ausgabe vom August 2006 ist absolut hilfreich, es sind mehrere Seiten, betreffen einmal "Aufpassen bei Wohnrecht und Beköstigung" und zum 2. "Hofübergabe:Pflegeklausel ja oder nein?"

Hilfreich, wenn solche anschauliche Texte in Broschürenform mit Fallbeispielen von den Bauernverbänden zu beziehen wären. Klar bieten verschiedene Organisationen Seminare an zum Thema, aber oft scheitert eine Teilnahme, weil der Veranstaltungszeitpunkt  sich nicht mit dem eigenen Terminkalender vereinbaren läßt od. Veranstaltungsort zu weit entfernt.

Anmerken möchte ich zu einem Satz aus dem TOP-agrar Artikel:
"In der Praxis hängt die Entscheidung und die konkrete Gestaltung aber oftmals von der persönlichen Einschätzung des Kreisgeschäftsführers oder des Notars ab."

Da habe ich bei Notaren eben den Eindruck gewonnen, die kennen sich zuwenig in bäuerlichen Details aus - mir ist in meiner Ecke kein auf Hofübergabe spezialisierter Notar bekannt. Wenn es solche gäbe, würde sich für manchen Übernehmer selbst eine Anfahrt von mehreren hundert Kilometer rechnen.
Da bleibt nur zu hoffen "es mich persönlich niemals eiskalt erwischt" und dieses Stoßgebet Erhörung findet.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: martina am 12.08.06, 10:04
M.W.  muss nichts reingeschrieben werden,  wenn der Übergeber das nicht möchte  oder der Übernehmer sonst nicht übernehmen würde.

Aber es ist üblich,  dass was reinkommt.
Ist nur die Frage,  wie es formuliert wird.

Zur Pflegeklausel in den Hofübergabeverträgen und zur Pflege der Altenteiler allgemein gibts in der aktuellen topagrar einige sehr informative Artikel.


Zu Brittas Anmerkung, dass man auch freiwillige Hilfe von aussen annehmen soll, will ich Euch kurz erzählen wie das aussehen KANN.

Mein Opa hat bis zu seinem Tod mit 94 in seinem eigenen Haus gelebt. Frühstück und Abendessen hat er sich selber gemacht, Mittagessen kam von den Johannitern "Essen-auf-Rädern". Hat ihm sehr gut geschmeckt und wir wußten, er hat regelmäßig warmes Essen, ohne dass wir jeden Tag losmüssen. Meine Mutter hat Opa abends besucht, sie arbeitete zu dem Zeitpunkt noch.
Das letzte, was unser Opa wollte, war irgendjemandem zur Last fallen.

Gegenüber vom Haus war unser Dorfladen. Die Inhaberin konnte vom Fenster hinter der Kasse genau auf Opas Küche gucken. Wenn Opa bis 10.30 Uhr nicht zum Brötchenholen kam oder sonst irgendetwas war, bekam ich einen Warnanruf und konnte gucken gehen. Das System hat funktioniert, weil es eine intakte Gemeinschaft war.

Die letzte Zeit sind wir nat. noch öfters am Tag vorbeigegangen. Meine Mutter hätte es sich einfacher machen können, in dem sie ihn die letzte Zeit zu sich ins Haus holt. Aber das hätte unser Opa nicht gewollt. Das war immer das Haus seiner Schwiegereltern, er wollte lieber in seinem eigenen Häuschen bleiben, auch wenn er da nicht so die Gesellschaft hatte.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Mirjam am 12.08.06, 11:00
Hallo

ich bin weichende Erbin - und weit weg von meinen Eltern. Klar mache ich auch mir Gedanken um das wie es mit meinen Eltern mal werden soll. Nur - 150 km entfernt... Bei meinen weiteren Geschwistern ist es bis auf eine Ausnahme auch so, dass sie mindestens 1 Stunde entfernt sind.

"Mal so eben vorbeischauen" geht ebensowenig wie für eine Zeitlang bei uns aufnehmen, da ja schon das Büro bei uns im Wohnzimmer ist in den letzten 10 Jahren... mal davon abgesehen, dass mein Mann immer unterwegs und ich ebenfalls mit zunehmend mit beruflichen Wiedereinstieg bin, wo schon die Kinderferien ein "Problem" darstellen.

Vielleicht geht es ja anderen weichenden Erben ebenso?

Was das Bewundern der Pflegeleistung betrifft - keinesfalls möchte ich diese Arbeit, das Engagement und den mitkommenden Verzicht in Abrede stellen: Nur wenn jemand bis zur Selbstaufgabe und Eigen-Leid andere pflegt - kann ich hier keine Bewunderung aufbringen!

Wenn dagegen jemand dazu steht zu sagen: Das schaffe ich arbeitsmäßig, familiär, persönlich-psychologisch (nach o.g. Vorkommnissen) NICHT und es werden andere Lösungen gesucht: Das finde ich ganz wichtig und richtig.

Ein Bekannter der selbst aus einer landw. Familie stammt  - hat ein treffendes Wort dafür. Die "1000jährigen Gesetze".
Im Prinzip: Das war schon immer so (einheiratende Frau ~ muss ~ pflegen, Verantwortungsübernahme?).

Und diese dann zum ersten Mal in Frage zu stellen - ist so was wie eine schwarze Peter Karte.

Eine andere Frage an (ehem.) Pflegende oder wie ihr das mitbekommt: In wie weit unterstützen die männlichen Hausangehörigen wie der Sohn z.B. aktiv die Pflege?

Ist dass, was man ihm nicht ~ zumuten könnte ~ dann automatisch einer Frau in jedem Fall zuzumuten? Einfach grundsätzlich die Frage bei einem steigenden? Anteil von noch- oder wieder Junggesellen: Würde ich dass, was ich hoffe, dass mal meine (zukünftige) Partnerin auch selbst tun - oder umgekehrt: Nur das unterschreiben, was man auch selbst bereit wäre zu leisten - unabhängig, was jetzt ein Notar oder sonstwer spricht: Es ist EURE Unterschrift obs unterschrieben wird.

Ich glaube wir hatten schon mal eine Box hierüber, dass wie Bridda schrieb: Das was z.B. nur der MANN im Übergabevertrag unterschrieben hat - ist rechtlich nicht auf die Frau übertragbar und wie ein Bekannter vom Bauernverbandsberatung sagt: Persönliche Pflege kann man mit noch so viele Verträgen nicht erzwingen...

viele Grüsse

Mirjam
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Romy am 13.08.06, 11:06
Ich muss ganz ehrlich gestehen, einen Pflegefall zu Hause - da wäre ich hoffnungslos überfordert. Damals als man bei meiner SM Krebs fest stellte und sie kurz vor Weihnachten aus dem Spital entlassen werden sollte, ging ich zu unserem Hausarzt und verlangte von ihm eine schonungslose Aufklärung was mich erwartete. Noch bevor SM nach Hause kam, war alles organisiert, Spitex, Arzt etc. Am Abend zuvor ist sie dann friedlich eingeschlafen, für sie war es gut so, ich konnte mir SM einfach nicht bettlägerig vorstellen. Bis sie ins Spital musste, war ihre Energie kaum zu bremsen.
Heute lebt SV bei uns im Haus, er hat eine eigene Wohnung und macht vieles selber. Nächstes Jahr wird er schon 90 Jahre alt. Er hat eine kleine Waschmaschine, wäscht, bügelt und kocht für sich. Nur das Mittagessen, das nimmt er mit uns zusammen ein. Ich möchte sicher sein, dass er einmal im Tag richtig isst. Ab und zu kommt meine Schwägerin und putz ihm gründlich die Wohnung. Geistig ist er noch top. Meine Kids sagen immer, er sei der coolste Tat (Opa) der Welt. Ich konnte ihn jetzt überreden, dass er sein Moffa gegen ein Dreiradelektromobil umstellt. Seither bin ich ruhiger, wenn er unterwegs ist.
Er braucht einfach ab und zu jemand der ihm zuhört. Sein grösstes Problem ist, dass alle seine ehemaligen Schulkollegen, gleichaltrige Bekannte und Verwandte sterben. Er ging jedes Jahr mit Begeisterung zum Veteranentreffen der ehemaligen Kriegssoldaten. Jetzt geht er nicht mehr, er sagt: "Dort sind alle so alt und klapprig, das ist ja schlimm."

Meine Schwester hat jahrelang die bettlägerige Schwiegermutter gepflegt. Sie bekam von den anderen einen Lohn dafür. Für sie ein willkommener Zustupf. Aber manchmal war sie sicher am Anschlag. Vor allem konnte sie kaum mehr weg. Natürlich war da vorher auch; "wir helfen dir wo immer wir können" aber das ist doch alles blablabla... wenn es darauf ankommt hat niemand gerade Zeit
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: wesemichshof am 13.08.06, 14:53
Hallo zusammen,
Romy, das klingt wirklich klasse! Meine Oma bestand auch darauf, sich so lange wie möglich selbst zu versorgen und hat das auch durchgezogen. Bei ihr hätte ich mir auch vorstellen können, einen gewissen Teil der Pflege zu übernehmen (alles würde ich nie und nimmer schaffen, denn schließlich ist meine Tochter ja schon sehr pflegebedürftig und arbeiten gehe ich ja auch noch). Oma ist aber auch im Alter von 94 Jahren ziemlich plötzlich innerhalb von ein paar Stunden gestorben (ein Segen für sie!).
Meine SM lebt schon lange nicht mehr (Krebserkrankung). Damals habe ich viel mit Kranken-/Pflegekasse und Hilfsmitteln organisiert, aber keine Pflege übernommen. Der SV wäre entsetzt, wenn wir bei ihm Pflege übernehmen würden - der würde das nie wollen! Organisation auch, aber mehr nicht; das hat er schon mehrmals durchblicken lassen.
Bei meinen Eltern würde ich keine Pflege machen, da ist das Verhältnis einfach nicht gut genug. Als sich herausstellte, dass unsere Tochter behindert ist, hatten die kaum noch Zeit für sie und haben auch keine Babysitter-Stunden mehr übernommen (obwohl das bei einem schlafenden Kind und Telefon in Reichweite wirklich einfach gewesen wäre). Ich würde - wie bei den SE auch - Organisation übernehmen, aber keine direkte Pflege.
LG
Inge
 
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Beate Mahr am 13.08.06, 16:09
Hallo

tja ... ein heißes Eisen ... ich bin auch weichender Erbe ... und Schwiegertochter.

Mein Bruder - als Übernehmer - hat laut Übergabevertrag auch die Pflege zu übernehmen
solange sie << im häuslichen Umfeld möglich ist >>
wie das mal endet weiß ich nicht - er hat damals schon gesagt
*** wenn was ist kannst du sie haben ***

Meine Eltern machen sich mittlerweile Gedanken darüber
wie sie ihr Bad z.B. so umbauen, dass es ** altersgerecht ** wird.
Anregungen dazu holen sie sich bei mir, weil wir grad am bauen sind
Also die Toi. etwas höher setzen lassen - damit man sich nicht so tief hinsetzen braucht
oder diese neuen Duschwannen, die ebenerdig eingebaut werden
ein Gefälle von ca. 2 cm haben und somit Rollstuhltauglich sind

Vor 2 Jahren haben sie sich neue Lattenroste für die Betten gekauft
die sich heben und senken lassen ...

Sie machen sich Gedanken wie sie sich ihr Leben erleichtern können ...
damit sie möglichst lange ohne Hilfe durch ihren Sohn auskommen ...
dass sie mal von ihrer ST gepflegt werden das glauben sie selbst nicht mehr

Bei SM sieht das anders aus ...
bei meinem Süßen hat es keine Übergabe gegeben ... also gibt es auch keine Pflege
SE haben sich im Haus der ältesten Tochter ** eingekauft **
also muß sie auch nach SM schauen ...
Bis jetzt zumindest hat SM das so geplant ... was kommt ??? wer weiß

Mirjam du fragst ob die Männer auch bei der Pflege helfen ...

Dazu kann ich nur sagen, dass GöGa mit unserer aktuellen Situation sehr schlecht umgehen kann
je mehr Ludwig abbaut, desto weniger wird seine Mithilfe.
Gut er macht morgens das Frühstück für Ludwig ... rassiert ihn ...
hilft mir ihn zum Essen zu setzen - hoch zuheben ...
Staucht ihn zusammen, wenn er die verbalen Angriffe auf mich mitbekommt ...
aber beim Windelwechsel ergreift er die Flucht - grins
Das konnte er schon bei unseren Kindern nicht ::)
Ich zumindest fordere die Unterstützung ein ...
auch durch unsere Kinder - - -
sie sind alt genug um auch ein Stück soziale Verantwortung zu übernehmen

Was ich meiner Familie hoch anrechne, dass ich mal einen ( halben ) Tag raus kann -
wenn alles organisiert ist ( Abführtag z.B. )

Da Ludwig jetzt schon 1 Jahr eine Pflegestufe hat könnte ich bis zu 4 Wochen Urlaub machen
er könnte ich dieser Zeit z.B. in einem Heim untergebracht werden auf Kosten der KK
nur weiß ich nicht wie Ludwig darauf reagiert  :-\
obwohl er die letzte Zeit immer öfter im KKH war ...

Was ich als schwierig empfinde, ist die Tatsache, dass man als Pflegende Person
ziemlich alleine dasteht ... man um vieles hart kämpfen muß
vorallem wenn die KK mit der PV um die Kostenübernahme streitet
Diese Aktionen gehen immer zu Lasten der zupflegenden Person.

Eines ist auch sicher ... wer  zuhause pflegt, braucht den Rückhalt durch die Familie
diese Entscheidung sollte gemeinsam getroffen werden.

Liebe Grüße
Beate
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: wesemichshof am 14.08.06, 09:49

Was ich als schwierig empfinde, ist die Tatsache, dass man als Pflegende Person
ziemlich alleine dasteht ... man um vieles hart kämpfen muß
vorallem wenn die KK mit der PV um die Kostenübernahme streitet
Diese Aktionen gehen immer zu Lasten der zupflegenden Person.


Ja Beate,
das ist für mich häufig das Schwierigste an der ganzen Sache: man hat das Gefühl, dass die KK, die PV und auch die diversen Ämter oft gegen die Pflegeperson arbeiten, dass da keinerlei Anerkennung kommt, dass man als Bittsteller seine Rechte massiv erkämpfen muss, und dass man nur ein Kostenfaktor ist...
Grüße
Inge
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 14.08.06, 10:17
Guten Morgen,

wie wahr! Kurz nach dem Gehirnschlag von SM beantragten wir auch Pflegestufe. Die "Dame", die zwecks Einstufung da war, war der Horror. Da hattest du wirklich das Gefühl, die arbeitet nur für die Pflegekasse und absolut gegen dich. Dass sie uns nicht als faul hingestellt hat, war alles. Ein Beispiel: SM verwechselte immer die Zahnbürste mit der Haarbürste. Das wolle sie sehen, meinte die Frau. Als wir SM die Haarbürste in die Hand drückten - natürlich Vorführeffekt!  >:( - fuhr sie sich damit durch die Haare, allerdings mit der Bürstenrückseite nach unten. Was wir denn wollten, fauchte sie uns an. Dann müssten wir eben üben.  >:( SM war aber bettlägerisch und durch eine weitere Lungenembolie muss sie rund um die Uhr betreut werden. Egal - wir bekamen nur Pflegestufe 1. Wir wehrten uns und drohten mit einem privaten Gegengutachten. Sagten, wenn da was anderes bei raus käme als Pflegestufe 1, könnten sie sich warm anziehen. Ohne Nachkontrolle erhielten wir innerhalb einer Woche ein Schreiben mit Änderung auf Pflegestufe 2.
Noch ein paar Wochen später erfuhren wir, dass die Personen, die rausgeschickt werden, Provisionen kriegen auf alles was sie für die Pflegekasse einsparen.  :o
Ich finde das unmöglich. Als ob es nicht schlimm genug für die Kranken und die betreuenden Personen ist, da muss man sich noch mit sowas rumplagen!
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Romy am 14.08.06, 18:13
Ach Schreck! Da habt ihr ja mächtig zum kauen. Ich weiss jetzt gar nicht wie das bei uns in der Schweiz ist. Wir holen uns immer gleich die Spitex, das ist schon eine tolle Sache. Aber ich glaube die haben auch ihr Los mit der Krankenkasse
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: brit am 14.08.06, 19:14
yes romy, wir habens wirklich gut..

hab aber auch gehört, dass das in deutschland sehr streng läuft mit den pflegestufen.
in der spitex seis auch abartig zum arbeiten, hat mir ne deutsche kollegin erzählt, extremer zeitdruck /- limiten etc.
da sind wir hier schon verwöhnt..
(meistens zumindest, in letzter zeit fand ichs auch bissel abartiger, dass hatte aber andere gründe)

verstehe übrigens alle sehr gut, die keine pflege übernehmen möchten.. ich hoff , dass ich nicht vor das problem gestellt werde..(als wir uns um ein haus rumguckten, hatte da meine mam auch sone idee , wegen mitfinanzierung und trallala.. da mussten wir auch  passen, weil das nimmer und nie gutgegangen wäre..)
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Gelika am 14.08.06, 21:45
Hallo zusammen,

leider habe ich auch eine Menge Schlimmes vom Medizinischen Dienst gehört.

Als mein Schwiegervater vor einigen Jahren gestürzt ist, wollten wir ihn von Pflegestufe 1 in 2 höherstufen lassen.
Vor dem angekündigten Besuch habe ich mich ganz schön gesorgt...
Ich war darauf vorbereitet, das jemand freundlich tut, aber Schlimmes schreibt.
Doch es kam alles ganz anders !!

Unsere Dame war sehr nett, hat Opa glatt von selbst in Stufe 3 befördert.
Sie meinte, der wäre sicher auch nie ein einfacher Mensch gewesen- womit sie gar nicht so unrecht hatte !!
Außerdem sähe sie nicht ein, daß die pflegenden Familienangehörigen schlechter gestellt würden als die Heimbetreung.

Ich habe die ganze Zeit gedacht, die wolle uns linken !
Hab ihr nicht mal einen Kaffe angeboten...

Aber war alles korrekt, nach kurzer Zeit hatten wirs schriftlich.
Das es sowas gibt ?!

Hoffe Euch geht es ebenso, wenn ihr mal in dieser schwierigen Lage seid !!!


Liebe Grüße, Gelika

Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 14.08.06, 22:01
Ich hatte selber bisher nicht mit dem medizin. Dienst  zu tun.
Aber was manche von euch    Negatives erlebt haben,  ist schlimm.

Bedenken sollte man bloß zweierlei,  was die Arbeit des medizin. Dienstes schon schwierig macht:

- die Angehörigen wollen logischerweise den Patienten möglichst pflegebedürftig schildern  bzw. wirken lassen;  es geht für sie ja auch wirklich um viel !

- der Pflegebedürftige  reißt sich ja  bewusst oder unbewusst  möglichst  arg zusammen,  wenn da jemand Fremdes kommt und stellt sich so gut wie möglich dar = Vorführeffekt   (dies habe ich selber bei alten Menschen in der Familie  immer wieder erlebt und von betreuenden Angehörigen bestätigt bekommen:  wenn jemand Fremdes kommt, laufen sie zu Höchstform auf,  um anschließend wieder zusammenzuklappen).

Das ist schon schwer für einen Außenstehenden,  da genau das Richtige herauszufinden,  wie es normal wirklich läuft.

Margret
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 15.08.06, 11:26
Alt wollen alle werden- aber keiner will alt sein.

Wen es dann soweit ist und man angewiesen ist auf die Hilfe anderer,steht man als  Pflegebedürftiger auch manchmal ganz schlecht da.
Die Lieblosigkeit mit der manche alten Leute gepflegt werden schreit schon ganz schön zum Himmel.
So lange ich irgendwie kann würde ich meinen VAter zu Hause pflegen ohne Wenn und Aber,auch meine SM würde ich pflegen,aber die würde es nicht wollen weil sie eigene Töchter hat und ich als ST nur letzte Wahl wäre.

Die Menschen die vor uns ihre Kraft in den Hof investiert haben ,haben das Recht auf ordentliche Pflege wenn es gebraucht wird. Es gibt glaube ich niemand der sich pflegen lässt wenn es nicht nötig ist. Es ist schließlich schon ein Schritt zurück aus dem aktiven Leben und wer will das schon tun wenn er nicht wirklich Hilfe braucht.
Wenn das emotional nicht möglich ist seine alten Leute zu pflegen,muss eben für die bestmögliche Pflege anderweitig gesorgt werden auch wenn es dann teuer wird.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 15.08.06, 11:39
Hallo Maja,

da kann ich dir nur teilweise recht geben.
Meine Eltern haben auch durch die Blume gesagt, dass sie darüber nachdenken, mich als "Vormund" einsetzen zu lassen für den Fall der Fälle. Natürlich ist das Verantwortung und Belastung, aber ich würd´s gerne tun.
Wenn aber Menschen einen ein Leben lang nur abgewiesen und tyrannisiert haben, können sie meiner Meinung nach nicht erwarten, GERNE gepflegt zu werden. Wie soll man denn deiner Meinung nach reagieren?  ???
Es ist sehr schwer, aber auch wir denken immer daran, wie´s mal wäre, wenn wir in dieser Lage wären. Schliesslich wollen wir auch nicht einfach so abgeschoben werden.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Luetten am 15.08.06, 15:27
Hallo ChristineN,
mein SM tyranisiert mich seit 17Jahren, am allerschlimmsten ist, das auch unser Sohn darunter zu leiden hat. Mein Mann hat Testamentarisch dafür gesorgt das ich meine SE nicht zu pflegen brauche falls es mal so weit kommen sollte aber trotzdem werde ich mein bestmöglichstes Tun damit sie in Ruhe zu Ende kommen können!
LG Petra
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 15.08.06, 23:03
Hallo Petra,

das sehen wir genauso. Deshalb pflegen wir SM ja auch und geben sie nicht in ein Heim.
Obwohl - ich würde meine Schwiegertochter NIE so schlecht behandeln wie SE mich 20 Jahre lang behandelt haben.

Liebe Grüsse!
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 16.08.06, 00:16
Na Gott sei Dank da haben wir der Generation vor uns was voraus.
Aus den Fehlern gelernt. !!
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Romy am 16.08.06, 08:58
Ja Maja, schreiben wir es uns ganz dick auf, damit wir es niiiie vergessen
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Beppa am 16.08.06, 13:26
Ich habe zwar niemanden den ich pflegen muss und habe auch meiner Mutter schon angekündigt, dass ich das nicht machen werde. Aber vielleicht ändere ich ja meine Meinung noch. ;)

Wenn mich jedoch jemand 17 oder 20 Jahre lang tyrannisiert und piesakt dem würde ich schon mal sagen, dass sie von mir auf keine Fall Hilfe jeglicher Art im Alter zu erwarten haben. Manche würden dann vielleicht doch mal ihr Verhalten überdenken und es gibt noch ein paar freundliche Jahre. Wenn nicht dann auch gut. Zumindest wissen sie dann mit wem sie nicht rechnen können.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Luetten am 16.08.06, 15:06
Ja, Beppa mein Mann hat ihr das auch gesagt aber sie merkt ja nicht einmal das sie durch ihre Gehässigkeiten ihren Sohn verloren hat :-\
LG Petra
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Sonnenblume2 am 16.08.06, 16:40
ich bin weichende Erbin - und weit weg von meinen Eltern.

mal davon abgesehen, dass mein Mann immer unterwegs und ich ebenfalls mit zunehmend mit beruflichen Wiedereinstieg bin, wo schon die Kinderferien ein "Problem" darstellen.

Vielleicht geht es ja anderen weichenden Erben ebenso?

Hallo Mirjam,
ABER DIE "Kinder", die die Eltern pflegen, müssen schon versuchen es zeitlich so hinzubekommen und zu organisieren, dass nebem dem Beruf die Pflege gemacht werden kann oder müssen sogar den Beruf aufgeben um der Pflege nachzukommen!
Warum soll es dann für die anderen "weichenden Erben" nicht auch mal für ein paar Wochen möglich sein die Pflege zu übernehmen. Muss halt der Urlaub mal für Pflege hergenommen werden, oder?
Es muss ja nicht unbedingt ein eigenes Zimmer für die pflegende Person für diesen kurzen Zeitraum vorhanden sein. Man kann auch die Kinder für diese paar Wochen in ein gemeinsames Zimmer geben und das andere Kinderzimmer wird halt als vorübergehendes "Pflegezimmer" genutzt. (Die Kinder, die sonst immer für die Pflege der Eltern zuständig sind, müssen auch Platz finden um die pflegende Person unterzubringen)
Also meiner Meinung nach, kann JEDES der Kinder, wenn der Wille vorhanden ist, die Pflege übernehmen, zumindest für ein paar Wochen im Jahr.


Was das Bewundern der Pflegeleistung betrifft - keinesfalls möchte ich diese Arbeit, das Engagement und den mitkommenden Verzicht in Abrede stellen: Nur wenn jemand bis zur Selbstaufgabe und Eigen-Leid andere pflegt - kann ich hier keine Bewunderung aufbringen!

Wenn dagegen jemand dazu steht zu sagen: Das schaffe ich arbeitsmäßig, familiär, persönlich-psychologisch (nach o.g. Vorkommnissen) NICHT und es werden andere Lösungen gesucht: Das finde ich ganz wichtig und richtig.
Finde ich ja auch, dass das sehr wichtig ist.

Heute kann sich der Staat es sich noch leisten, Pflegegelder zu zahlen.
Pflegepersonal wird HEUTE schon knapp - ABER wie sieht es in 20 -30 Jahren aus?
Laut Statistiken wird es dann doppelt so viele Pflegende geben. Wer bezahlt dann? Der Staat wird sich das nicht mehr leisten können ... Pflegegelder werden sicher weniger
und wenn man dann Pflegepersonal aus der eigenen Tasche finanzieren muss  :o dann würde ich schon überlegen ob ich nicht die Pflege selber mache, bzw. es wird gar kein Pflegepersonal vorhanden sein, welches man sich noch leisten kann.

Bei unserem Opa kommt 2x die Woche eine Hauskrankenpflege (Waschen, Verbinden, Blutzucker messen, usw.) Wir hätten schon angefragt, dass sie öfters kommen soll ... geht nicht, sie hat jetzt schon mehr als genug Patienten.
Was soll man da machen?
Was soll man tun, wenn für die pflegende Person ständig wer erreichbar sein muss (und die anderen weichenden Erben eben "keine Zeit haben")?
So einfach ist es gar nicht.

Gruß Sonnenblume
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: martina am 16.08.06, 20:57
Zitat von: Maja
Die Lieblosigkeit mit der manche alten Leute gepflegt werden schreit schon ganz schön zum Himmel.

Liebe läßt sich nicht erzwingen, oder?

Wer jahrelang schikaniert wurde von der älteren Generation und sie trotzdem zu Hause pflegt, aus welchem Grund auch immer, der braucht vielleicht gerade die Sachlichkeit im Umgang mit den zu Pflegenden, um selber die Situation überstehen zu können?

Meine Oma sagts mir immer wieder, sie sei in Krisenzeiten (2malige Flucht, erst aus Polen, dann aus der DDR) immer ganz kalt geworden und habe die Gefühle ausgeschaltet, weil sie sonst mit der jeweiligen Situation nicht fertig geworden wäre.

So ungefähr stelle ich mir manchmal auch die Pflegesituation vor. Der Pflegende schaltet seine Gefühle ab, damit er die Pflege überhaupt durchführen kann. Weil seine Gefühle eben keine Liebe ist, sondern bestenfalls Gleichgültigkeit, schlimmstensfalls Haß. Und dann hat der Pflegende vielleicht auch Angst vor sich selber und den eigenen Gefühlen. Also wird das schlechte Gefühl zugunsten von Sachlichkeit unterdrückt, damit eine Pflege überhaupt möglich ist.

Wenn jemand seine Umgebung nur schikaniert, der kann nicht erwarten, geliebt zu werden, er kann sich nur freuen, wenns trotzdem so ist.

Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 16.08.06, 21:38
Hallo Martina,

genau so sehe ich das auch. Wir tun unsere Pflicht. SM geht es gut. Das ist die Hauptsache. Das Schlimme: sie hat sich immer noch nicht geändert, obwohl sie von uns abhängig ist. Diese Hoffnung hatten wir nur kurz. Aber kaum betritt ihr Lieblingssohn den Raum, geht die Sonne für sie auf. >:( Sie ist überglücklich, wenn der sie ins Auto packt und in ein Restaurant begleitet. Was wir die ganze Woche über für sie tun, interessiert sie nicht das Schwarze unter´m Fingernagel. Wenn man da keinen "Schutzwall" um sich herum baut, funktioniert das nicht.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 17.08.06, 00:31
Ich verstehe euch alle und natürlich kann man keine Liebe in sich haben für jemand der einen elendig gepiesckt hat.
Wir wären ja allesamt Heilige wenn es so wäre.
Und trotzdem bleibe ich dabei ,dass die Pflegesituation auch eine Chance für alle Beteiligten sein kann!!!.
Ich weiss sehr wohl dass es nicht bei jedem zutrifft.
Es gibt sehr viel hartherzige Menschen in unserem LAnd die genau wissen was IHNEN  zusteht ,aber vergessen dass den Altvorderen ( um mal diesen Ausdruck zu gebrauchen )das  Recht auf Pflege in kranken und alten Tagen sehr wohl  zusteht.
Wir dürfen da noch gar nicht mal daran denken ,dass wir auch einmal gepflegt werden wollen,wenn nötig, und das kann manchmal ganz garstig schnell sein.
Genau so wie man sagt, man muss das Gefühl ausschalten wenn man pflegt, könnte man auch sagen man muss das Vergangene ausschalten und vergessen und pflegen.
 Aber ganz sicher ist die Pflegebedürftigkeit kein Freibrief für die gepflegte Person Garstigkeiten und Gemeinheiten an den Pflegenden FAmilienmitgliedern  und  MItmenschen auszulassen.
 Aber das müssen auch wieder diese Wiederwärtigen und Garstigen  selbst verantworten und vor ihren Herrgott tragen..
Allerdings  sehe ich es auch so dass die " weichenden Erben",die ja auch Erbe einstecken sich in der PFlege einbringen müssen oder sagen wir besser sollten.
Ich kann nur von meiner Familie sprechen und sagen meine Schwestern haben ihren Vater genauso gerne wie ich und sind immer da wenn ich alleine nicht klar komme und der Betrieb mir nicht die Zeit lässt die ich vielleicht bräuchte für meinen Vater. Wir haben einen guten FAmilienverband und da bin ich auch ein wenig stolz drauf.
Von ungefähr kommt das gute Verhältnis nicht und hat uns alle schon ganz schön viel Kraft gekostet. Aber die Erkenntnis dass wir alle endlich sind und keiner von uns in seinem letzten Hemd Taschen hat ,das Leben ganz schnell von jetzt auf Gleich anders verlaufen kann als man es sich geplant und erträumt hat, das hat uns einfach besser hinhören, hinsehen und lieben gelehrt.
Und darum packen wir es:
Für mich war der Satz meines VAters gestern : Es ist so schön dass alle zusammennhelfen und für mich da sind! " einfach das Größte.
Maja
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: mary am 17.08.06, 07:08
Hallo Sonnenblume und Maja,
herzlichen Dank für eure Beiträge.
Ihr schreibt mir wirklich aus dem Herzen.
Und wir dürfen nicht vergessen, dass nicht nur Altenteiler pflegebedürftig werden können,
Ehemänner, Kinder- Autounfälle und Krankheiten können da ganz schnell Lebensbedingungen total umwerfen und glücklich die, die eine Familie haben, die auch dann noch für diesen Menschen da sind.
Ich war gestern wieder auf Besuch bei einer uns sehr nahestehenden Familie, der Ehemann liegt seit 5 Jahren im Wachkoma, versteht und bekommt alles mit-
er kann inzwischen wieder ein paar Worte sprechen und seine glänzenden Augen zeigen die Freude über den Besuch.
Was seine Frau leistet- ist für mich der grösste Liebesdienst, den ein Mensch erfahren kann.
Zu diesem Thema Altenteiler, auch wir werden alt, schneller als wir es vermuten-
und ich frage mich auch, was ist einmal, wenn ich alt werde?
Vor kurzem habe ich einen Bericht über eine Insel in Japan gelesen,
dort steht die Hundertjährige noch hinter dem Ladentisch, sehr viele alte Menschen sind dort noch aktiv und leben recht selbständig- in relativ guter Verfassung.
Da kommt dann bei mir die Frage, was kann ich machen, dass ich einmal alt werden kann-
jemand hat einmal gesagt, wer alt werden will, muss jung damit anfangen.
In dem Bericht über diese Insel der Hundertjährigen war eines sehr gut sichtbar-
Alter in Würde leben zu können, hat auch mit der Wertschätzung des Lebens an sich zu tun.
Wenn nur der junge, fite, dynamische Mensch zählt, dann kann das Streben des älter werdenden Menschen nur dahingehen- eben so lange es geht- jung zu bleiben-
und dabei bleibt aber oft die Beschäftigung mit dem Reiferwerden auf der Strecke.
Die Kulturleistung eines Vokes zeigt sich darin, wie sie mit Kindern und Alten umgeht.
Herzliche Grüsse
maria
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Sonnenblume2 am 17.08.06, 09:52
Denn wenn derjenige trotz Vertrag die Pflege nicht übernimmt, was ist dann??

Wenn keines der anderen weichenden Erben die Pflege FREIWILLIG machen will, dann wirst du als Übernehmer, weil es im Übergabevertrag steht, dass du für die Pflege verantwortlich bist, das HEIM ZAHLEN - auch nicht ganz billig!

Gruß Sonnenblume
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 17.08.06, 10:17
Hallo Sonnenblume,

da hast du absolut recht. "Nicht ganz billig" ist noch milde ausgedrückt. Da gehen ganze Häuser drüber weg, um die Zahlungen tilgen zu können.

Trotz allem: ich persönlich sehe einen grossen Unterschied darin, ob ich "nur" die Schwiegereltern pflege oder meine eigenen Eltern. Erst recht, wenn SE einen ein Leben lang wie Dreck behandelt haben. Anstatt weiter bockig zu sein, sollten sie nach so vielen Jahren lieber einmal lernen, dass es eben ist wie es ist, auch wenn der Sohn nicht die Wunsch-Schwiegertochter geheiratet hat. Was wollen sie denn noch?!
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: passivM am 27.08.06, 18:14
Mensch, nachdem ich dachte, ich hätte ein gutes Verhältnis zu meiner SM, muss ich jetzt doch mal meinen Frust los werden, zumal ich mich allen erstes frage, ob ich sie unter diesen Umständen später (jetzt ist sie 70 und topfit) mal pflegen soll. Ehrlichgesagt bin ich dazu zur Zeit absolut nicht bereit.

Mein 17j. Sohn aus erster Ehe, der vor fünf Jahren nach all dem Mobbing (ich war halt nicht die Traum-Schwiegertochter) auf dem Hof zu seinem leiblichen Vater gezogen war, versteht sich nicht mit seiner Stiefmutter. Sie hat es geschafft, ihn über die Kinder- u. Jugendpsychiatrie ins Betreute Wohnen (Fremdunterbringung, Heim) abzuschieben. Während dieser Sommerferien war er fünf Wochen bei uns, machte drei Wochen lang einen Ferienjob und es klappte alles super gut.
Trotzdem sind mein Mann (aus Angst zu versagen - "Ich hab' doch sowieso keine Zeit, und ich müsste mich dann doch um ihn kümmern..") und meine SM ("Was hab' ich mit dem Junge abzumachen?!")  :o nicht bereit, ihn zu mir auf den Hof ziehen zu lassen. Ich musste also - letztendlich auch auf Rat meines Anwalts - zustimmen, dass er ins "Heim" geht. Weil ich gezögert hatte, will mein Ex-Mann jetzt das alleinige Sorgerecht für unsere 14j. Tochter aus der gleichen Ehe, die ebenfalls seit fünf Jahren bei ihm lebt. Das J.A. scheint das zu befürworten, weil es mit dem Junge so "unbefriedigend gelaufen" war. Gemeint ist, dass ich so lange mit meiner Einverständnis gezögert hatte.
Ich bin meiner SM nun so böse, dass ich nicht bereit bin, sie später mal zu pflegen.
...und das habe ich ihr auch schon - zugegebenerweise in einem unangemessen bösen Ton - gesagt.

Meine Freundin meint, ich hätte so ein "gutes Herz", dass ich das im Bedarfsfall dann doch täte, und dass ich mich demnach falsch dargestellt hätte. Ich solle mich für den "Ton" ("...und du sitzt hier auf deinem fetten A...., und ich wasche ihn dir mal nicht ab!") entschuldigen. Ich habe mich klar im Ton vergriffen. Aber das ich letztendlich zustimmen musste, dass mein Sohn ins Heim geht, tut mir so weh, dass ich mich (noch?) nicht entschuldigen kann/will für den Ton, in dem ich das gesagt habe.
Sie "sitzt" auf ihrem Besitz und meint, sie hätte mit meinem Sohn nichts abzumachen. Was habe ich mit ihr eigentlich abzumachen, wo ich doch auch nicht "ihr Fleisch und Blut" bin, genauso wenig wie mein Sohn.

Und dann ist da noch was: Ich merke immer mehr Antisympathien gegen die mittlerweile drei Kinder meiner Schwägerin (auch angeheiratet wie ich). Die Kinder sind ja auch unschuldig, genauso wie meine beiden Kinder aus erster Ehe. Unsere gemeinsame Tochter aus dieser (zweiten) Ehe hängt sehr an ihren Neffen und Nichten. Aber ich entwickele immer mehr Abneigungen, und ich bin auch total eifersüchtig auf meine Schwägerin, die die "wertvolleren" Kinder hat. --- Irgendwie geht bei der ganzen Sache mein Herz kaputt, bzw. meine Fähigkeit, andere zu lieben.

In welcher Reihenfolge würdet Ihr die Dinge denn angehen, und wie würdet ihr sie handhaben? Oder würdet ihr es einfach bei der jetzigen Situation (Trennung zwischen der Schwiegerfamilie und meiner eigenen) belassen? Übrigens: Seit diesem Vorfall ist mein Mann wie umgewandelt zu mir, total lieb. Ich kann ihn zur Zeit echt nur loben  :).

lieben Gruß
Anna
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 27.08.06, 18:51
Hallo Anna,

ich habe deine Zeilen zwei Mal durch gelesen. Ganz spontan würde ich persönlich erst einmal ganz auf Distanz gehen bis sich alles ein wenig beruhigt hat. So kannst du dir, evtl. zusammen mit deinem Mann, in Ruhe Gedanken machen, wie es weiter gehen soll. Das ist eine ganz schlimme Situation für dich. Ihr solltet jetzt nichts überstürzen.
Wenn dir nicht nach entschuldigen ist, dann tu´s nicht. Vielleicht ist dir später einmal danach. Vielleicht auch nur nach einer Entschuldigung, deinen Ton betreffend. Das was sie zu dir gesagt hat, gehört sich genauso wenig und ihr Verhalten finde ich absolut nicht in Ordnung. Auch sie muss wissen, wenn gewisse Grenzen überschritten sind.
Versuche, nicht alles zu nah an dich heran kommen zu lassen. Du bist nicht verpflichtet, mit deiner SM gut auszukommen, nur weil sie deine SM ist. Vielleicht macht sie sich erst Gedanken, wenn ihr nicht jederzeit verfügbar seid. Nach all deinen Schreiben würde ich die Distanz auch in Zukunft beibehalten. Ich meine damit nicht, dass ihr Euch komplett aus den Füßen gehen sollt. Aber mit ein wenig Abstand geht vieles mit der Zeit einfacher. Und wie es aussieht, hält dein Mann doch zu dir. Also Kopf hoch!

Ich wünsch dir viel Geduld und Kraft für die nächste Zeit und hoffe, dass sich für Euch alles zum Guten wendet.

Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Beppa am 28.08.06, 07:21
Wie findet denn dein Sohn die Unterbringung im Heim ?

So hart, wie es ist aber du bist die Mutter und solltest für ihn da sein. Dein Mann ist erwachsen und deine SM mag dich sowieso nicht, aber dein Sohn braucht dich noch.

Könnt ihr ihm nicht vielleicht sogar eine Lehre und eine kleine Wohnung in eurer Nähe versorgen. Er ist ja immerhin schon 17 und mit deiner Unterstützung könnte er es alleine schaffen.

Die Aussage von deinem Mann finde ich übrigens irgendwie fadenscheinig. So nach dem Motto: "Aus den Augen aus dem Sinn" und wenn er ihn jeden Tag sieht, dann müßte er sich um ihn kümmern, will es aber eigentlich nicht. Er soll ihn ja nicht gleich als Lieblingssohn annnehmen aber ihn noch für 1 oder 2 Jahre bei dir leben lassen wäre ja sowohl für dich als auch für deinen Sohn ein ausreichendes Zugeständnis. Schließlich gehört er trotz allem zur Familie die dein Mann mit dir geheiratet hat.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 28.08.06, 09:01
Hallo Beppa,

deine Idee find ich gut. Das wäre natürlich toll für die beiden, wenn der Sohn in der Nähe eine Unterkunft und Arbeit finden würde. Oder geht er noch zur Schule?
Ich hatte auch mit 17 meine erste eigene Wohnung - genau gegenüber von meinen Eltern. Das war total klasse und ich würde es jederzeit wieder tun. Wenn die Mama in der Nähe ist, hat der Sohnemann auch immer einen Ansprechpartner. Und vielleicht würde sich so auch mal das Verhältnis zu Anna´s Mann und SM verbessern.

Anna,

wünschen würd ich es dir sehr. Vielleicht würde dann auch das Jugendamt in Bezug auf deine Tochter umdenken, wenn sie sehen, wie gut es deinem Sohn dann geht.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: passivM am 28.08.06, 22:21
Die Idee hatte ich auch schon.
Ich habe aber bei uns in der Nähe nichts passendes gefunden. Und mein Sohn, der monatelang zu mir wollte, hatte irgendwann "nachgegeben" und nun "will" er (notgedrungen?) auch ins Betreute Wohnen.
Er muss die 10. Klasse jetzt wiederholen, weil seine Stiefmutter ihn kurz vor den Abschlussprüfungen in die stationäre Psychiatrie verbracht hatte, angeblich wegen Selbstmordgefährdung - was aber Quatsch ist. ...und das alles ohne mein Enverständnis.
Die behauptet frechweg, ich sei psychisch krank. Ich wollte sie schon anzeigen. Aber mein Anwalt rät davon ab, weil J.A. und Ärzte unter Schweigepflicht stehen, und da hätte ich dann keine Zeugen. Aber das nur am Rande.

Ich habe meinem Mann den Vorschlag gemacht, dass wir ihn zu uns "holen", nachdem er die Schule fertig hat, so dass er dann von uns aus in die Lehre gehen kann. Immerhin hat mein Mann nicht NEIN gesagt. Ich habe heute mit seinem Petter telefoniert, und ihn gebeten, bei Gelegenheit mal in dieser Richtung zu vermitteln. Er hat es versprochen. Naja, schau'n mer mal...

Christine, bezüglich meiner Tochter wird das aber alles zu spät sein. Die gerichtliche Anhörung ist schon Ende September. Und seit ein paar Wochen will sie plötzlich nicth mehr zu mir. Warum, weiß niemand. Aber mein Sohn und ich vermuten, dass es Manipulation ist. Es gibt da so etwas, das nennt sich PAS - parental aliental syndrom, ein "Entfremdungssyndrom" (Google weiß alles...) Aber sie wird ja älter, und irgendwann wird sie sicherlich von sich aus kommen und Fragen stellen...

Übrigens, Beppa: mein Sohn hat mitgekriegt, wie sehr ich bis zuletzt darum gekämpft habe, dass er zu uns zieht, und es ging ihm in den fünf Wochen bei uns/mir auch total gut. Ich habe gehört, wie er das einem Kumpel von sich erzählt hat. Er weiß, dass ich absolut hinter ihm stehe. Aber ich schäme mich wegen meiner Machtlosigkeit. Ich kann ihm gar nicht wirklich helfen, nur emotional - immerhin.

Meine SM hat mich deswegen sogar weinen sehen (ich weine sehr selten, und schon gar nicht vor "Publikum"). Ich hatte sie wirlich lieben gelernt, aber dieeeese Härte, das hat bei mir gefühlsmäßig alles kaputt gemacht.
Naja, und mein Mann: Besonders "stark" finde ich sein Verhalten auch nicht. Aber seine "Angst" - mancher denkt vielleicht: "Feigheit" finde ich immernoch erträglicher als diese selbstgefällige Arroganz meiner SM, die selbst Mutter von vier Kindern ist.

lieben Gruß
Anna
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Beppa am 29.08.06, 08:00
@AnnaAnna

So wie du das schreibst  ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn dein Sohn ersteinmal in die Wohngruppe kommt. Vielleicht bekommt er dann etwas Ruhe und Abstand. Vielleicht hat er ja auch das Glück eine richtig gute Wohngruppe zu finden.

Die Position deiner SM finde ich aber unter aller Sau. Nicht nur als Mutter sondern auch als Mensch.

Um dann mal zum eigentlichen Thema zurückzukehren muss ich sagen. Wer den Kindern die Zuwendung der Eltern versagt, den würde ich später auch nicht pflegen wollen. Denn Sie verwehren einem das, was sie später selber von einem haben wollen. Mit welchem Recht ?
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 29.08.06, 09:49
Muss man ihnen vielleicht auch mal knallhart und direkt sagen, den SM und SV und SE.
Manch einer sieht nur sich und bedenkt die Konsequenz seines jetzigen Handelns nicht. Wenn es dann zu spät ist gibts lange Gesichter und viel Gram. Ich halte es für das Ehrlichste Dinge anzusprechen die nicht stimmen und aus der Welt zu räumen. Mit ehrlichen Worten  - aber nicht verletzend.
Wer sich allerdings mit garstigen Worten  zur Wehr setzt ist im Endeffekt nicht besser als der Andere der erst garstig ist.
Wie heisst es so schön " Gleiches mit Gleichem vergelten" da hat dann der Religionsunterricht  keine Spuren hinterlassen. Wir sollten nicht nur schimpfen und dann alles so weiterlaufen lassen, Nein "WIR" sollten etwas ändern.wenn wir schon erkannt haben was quer läuft.
Geht  natürlich nicht alles sofort und gleich,aber es muss erst versucht werden
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 29.08.06, 15:02
Hallo Anna,

du schreibst, deine Tochter ist 14 Jahre alt. Ich denke nicht, dass schon alles zu spät ist. Sie ist wahrscheinlich mitten in der Pubertät. Da wissen die meisten eh nicht, ob sie Männchen oder Weibchen sind und stehen oft neben sich. So hart es auch ist, du musst ihr wahrscheinlich die Zeit geben, sich selbst ein Bild zu machen. Wenn sie tatsächlich manipuliert und bearbeitet wird, ist sie evtl. gerade garnicht in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen. Ich denke auch, dass sie irgendwann von selbst zu dir kommen und Fragen stellen wird. Sei ihr nicht böse deswegen. Sie wird schon wissen, dass du immer und zu jederzeit für sie da sein wirst.

@ Beppa,

das mit dem nicht pflegen wollen sagt sich so leicht. Ich wollte meine SM auch nie pflegen. Lehnt sie ihren Sohn und mich doch heute sogar noch ab. Aber wer ist so hart und schiebt sie einfach ab? Wir konnten es nicht. Auch aus finanzieller Sicht........

Ganz liebe Grüsse!
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: passivM am 29.08.06, 19:51
Wer sich allerdings mit garstigen Worten  zur Wehr setzt ist im Endeffekt nicht besser als der Andere der erst garstig ist.
... Gleiches mit Gleichem vergelten" da hat dann der Religionsunterricht  keine Spuren hinterlassen.

Oh, maja :-\
bist du da nicht ein wenig zu schnell bei der Hand, mit einem Urteil? Zweifelst du jetzt an meiner Lauterkeit als Christin, weil ich nach all den Schmerzen und Kränkungen auch mal meinen Schmerz rausgelassen habe? Wohlgemerkt: Ich habe ja von Anfang an zugegeben, dass ich mich im Ton vergriffen habe.

Ein Beispiel, das du kennst, Hiob:
Denke doch mal an den gerechten Hiob. Auch er hat seine Lage beklagt. Seine Gefährten haben auch an seiner Lauterkeit gezweifelt. Aber Gott nannte ihn "seinen Freund". Und denke doch mal an Hiobs Frau. Die sagte sinngemäß "fluche Gott, und stirb!". Schlimm! - auch für SIE. Denn nicht nur der gerechte Hiob hatte seine 10 Kinder verloren, sondern auch seine Frau! Was meinst du, wie verzweifelt sie gewesen sein muss! Wie weh das tat! - Da hat sie sich "im Ton vergriffen", aber Gott hat ihr offensichtlich verziehen. Denn nachdem Hiob für seine Gefährten gebetet hatte, nachdem sie ihn in seiner Not auch noch so ungerecht kritisiert hatten, vonwegen Lauterkeit und so, da segnete Gott Hiob, u.a. dadurch, dass er ihm weitere Nachkommen (Kinder) gab, und auch wirtschaftliche Güter. Aber Hiob hatte auch diese Nachkommen mit seiner Frau, mit der, die sich so "im Ton vergriffen" hatte. Auch sie wurde somit gesegnet.
Liebe Maja, Gott hat viel Verständnis.
Gott weiß nicht nur, WAS wir im Herzen haben. Er weiß auch, WARUM. ;)

liebe Grüße
Anna


Ich habe "nachdem" unterstrichen, weil ich es für so wichtig halte. Erst hatte Hiob seinen Gefährten verziehen, dann kamen die Segnungen von Gott. Auch da kann man draus lernen. Auch ich. ...wenn da nicht immer diese Gefühle wären.
Wie sagte Paulus doch (sinngemäß - leider weiß ich auch nicht, wo genau es steht): Das Rechte, das ich zu tun beabsichtige, verlasse ich. Das Unrechte aber, das ich verabscheue, das mache ich. Ich elender Mensch!
DIESEN PAULUS WÜRDE ICH AUCH GERNE MAL KENNEN LERNEN  !  Der wäre mir sicher sympatisch.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: passivM am 29.08.06, 20:06
Aber wer ist so hart und schiebt sie einfach ab? Wir konnten es nicht. Auch aus finanzieller Sicht........
tja, solche Gedanken habe ich mir auch schon gemacht  ???

...und wegen meiner Tochter: Ich habe mich entschlossen, auf sie zu warten - ohne Gram, so wie ich auch auf meinen Sohn gewartet hatte. Ich denke schon, dass sie irgendwann - wenn SIE es will, kommen und Fragen stellen wird.

Vielen Dank für euere lieben Worte, und für euere Aufmunterung ! (http://www.cosgan.de/images/smilie/liebe/n030.gif)

lieben Gruß
Anna
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 29.08.06, 21:28
O Anna da hast Du aber was missverstanden,oder ich habe mich nicht klar ausgedrückt.
ICh habe es so gemeint,dass Du deiner SM sagen sollst was dich verletzt.
HAbe es einfach nur als Aussage gedacht, wollte Dir auf keinen FAll zu nahe treten oder Dich kriitisieren.
ICh habe einfach schon zu oft gemerkt dass das unausgesprochene Wort  in der Seele das Drücken anfängt,und dann kommt es auf einmal - das ganze angesammelte  Ungute und ist nicht zu stoppen. Weil es einfach raus muss. !!!
So ergibt dann ein schlimmes Wort wieder neuer Zündstoff. Also ist es doch ehrlicher wenn man gleich aufräumt .
In Bezug auf deine Tochter würde ich sagen,warte einfach und sei da wenn sie von selbst kommt,aber vergiss sie nicht in der Wartezeit.Lass sie merken mit Briefen und Kartengrüßen oder wie es jetzt ja üblich ist mit SMS dass du an Sie denkst. Oder schreib einfach alles auf in ein Tagebuch und gib es ihr zu rechter Zeit zum Lesen.
Ich kann mit dir fühlen wie weh es tut wenn man seinen KIndern helfen will und der Partner grenzt sie aus.
Ich glaube sowieso,was ich so zwischen den Zeilen lese,bist du ganz schön arm dran und hast kein gutes Leben. Ich wünschte weiss Gott es wäre anders und du müsstest Dich nicht mit soviel Seelenpein quälen.
Ich gebe Dir jetzt den Wunsch meines Indianers weiter der da zu mir sagte: Segen sei mit Dir und deiner Familie.Wohlergehen,Gesundheit und Freude . Friede  Dir und deinem Haus

Alles Liebe
Maja
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: passivM am 03.09.06, 23:35
Na, da habe ich dich wohl wirklich falsch verstanden. Das tut mir leid, Maja.
Das mit dem Tagebuch könnte ich machen. Das ist eine gute Idee. Später könnte ich es ihr zeigen.
lieben Gruß
Anna
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Mathilde am 04.09.06, 12:06
Hallo Anna,

das mit dem Tagebuch habe ich gestern in der Zeitung gelesen. Da schreibt ein Vater Tagebuch für seine Tochter. Die haben sich vor der Geburt des Kindes getrennt und nun ist das Kind 3 Jahre alt und er hat es ganze 8 mal bekommen  :o
Unser Sohn lebt auch nur zusammen und hat einen Sohn.........darf gar nicht daran denken.

Ich kann Dich da ganz gut verstehen aber so richtig nachfühlen das kann nur jemand der "in Deinen Schuhen ein Stück des Wegs gegangen ist"
Manchmal denke ich auch dass wir alle damit erst fertig werden müssen.
Zuerst baut man auf hat kleine Kinder kann nicht weg, verzichtet auf vieles. Dann wenn man endlich mal etwas Licht am Ende des Tunnels sieht dann kommt der Boomerang und es kommt die Pflege der Eltern oder Schwiegereltern  :-[

LG Mathilde
(gebe offen zu dass mir davor graust)
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 04.09.06, 12:54
Ich glaube davor graust es viele. Auch mich.
Denn es wäre ja wirklich zu schön  mal  nicht für jemand sorgen zu müssen und mal Zeit für sich zu haben.
Aber ich glaube man muss auch wenn man Pflegebedürftige um sich hat die Zeit für sich finden. DAs ist zwar ganz schwierig zu bewerkstelligen manchmal aber es ist machbar. Ich erlebe es gerade.
Ich habe zur Zeit meinen VAter der Pflege braucht und ich bin froh dass es bei uns gut läuft und ich nicht alleine an der Pflege hänge.
Ich habe Glück.!!
Meine Schwestern helfen ihrem Vater auch so viel sie können. Ich habe aber auch Glück damit, dass mein Vater nicht jammerig ist und sehr dankbar für alles was ihm von uns getan wird.
Er möchte seine Selbständigkeit soweit als möglich behalten und das gibt ihm natürlich auch Aufschub und Kraft.
Aber er ist wohl eine große Ausnahme.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: annama am 04.09.06, 13:21
Hallo Anna,



Ich kann Dich da ganz gut verstehen aber so richtig nachfühlen das kann nur jemand der "in Deinen Schuhen ein Stück des Wegs gegangen ist"
Manchmal denke ich auch dass wir alle damit erst fertig werden müssen.
Zuerst baut man auf hat kleine Kinder kann nicht weg, verzichtet auf vieles. Dann wenn man endlich mal etwas Licht am Ende des Tunnels sieht dann kommt der Boomerang und es kommt die Pflege der Eltern oder Schwiegereltern  :-[

LG Mathilde
(gebe offen zu dass mir davor graust)

Hallo Mathilde

So ist das Leben!

Macht euch nicht allzu viele Gedanken:
1. kommt es anders wie man denkt.
2.regelt sich alles von alleine.

Was ich so in einigen Beiträgen hier lese habe ich alles schon zur Genüge erlebt . (5 Pflegefälle )
Heute würde ich vieles anders machen und mehr an meine Familie denken.Aber im nachhinein bin ich doch froh und dankbar dass wir unsere  Eltern (gemeinsam mit meiner Schwester), Schwiegereltern und eine Tante in Würde zum letzten Weg begleitet  habe.
Im Übergabevertrag haben wir bewusst die Pflege aussen vor gelassen.
Nun sind wir schon in Rente und die Jahre fliegen so dahin.

Im Glauben und Gebet hole ich mir jeden Tag neue Kraft ......und das hilft mir !

annama
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: mary am 04.09.06, 13:29
Hallo Mathilde,
es ist auch nicht einfach, zuerst Kinder gross zu ziehen und dann wieder Verantwortung für die Eltern oder Schwiegereltern übernehmen zu müssen.
Jahrelang hiess es in der Gesellschaft, dass die Pflege in Alter und Krankheit ein Absicherungsproblem darstelle, Pflegeversicherung, Pflegezusatzversicherung,
es hat sich eine ganze Pflegeindustrie spezialisiert-
jetzt wo Eltern und Schwiergereltern älter werden, sind wir mit diesem Problem befasst.
@Maja, das grösste Problem in der Pflege sehe ich darin, dass es so viel Kraft fordert,
alle anderen leben oft ihr normales Leben weiter, diejenige, die Pflege übernimmt,
wird zunehmend isoliert.
Wer da nicht aufpasst, gerät leicht in Gefahr vollkommen auszubrennen.
Das 4. Gebot gilt sicher auch für die Pflege, liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Gut, dass dein Vater so eine Einstellung hat,
bei mir ist momentan meine Mutter schwer krank, mein Vater kommt mit der Situation überhaupt nicht klar- und ich bin am überlegen, wie ich mit ihm in aller Ruhe reden kann- ohne dass er das wieder vollkommen falsch auffasst.
Meine Mutter hat ihm alles untergeordnet und jetzt ist es nicht ganz einfach.
Irgendwie müssen wir zusammenhelfen.
Herzl. Grüsse
maria
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Mathilde am 05.09.06, 12:38
Hallo,

man merkt aber auch an einem selbst wie man sich immer weniger "unterordnet" und sich nichts mehr sagen lässt  :-[

Schon Fremde Leute die mit meiner SM Kontakt hatten haben zu meinem Männe gemeint er hätte aber eine "Starke Mutter". Was immer das auch heissen mag  ::)
Mir wird das jedenfalls nicht leicht fallen weil ich hier ja dann auch gar niemanden habe der zu abwechseln bereit steht.
Maria das sind die Vor- u. Nachteile  ;)

LG Mathilde
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 05.09.06, 13:43
JA MAthilde das kann auch eine Gefahr sein  eine "Starke Mutter". Eine starke Mutter ist ganz sicher auch eine schwierige Schwiegermutter.Oder etwa nicht????
Von mir sagen auch einige ich wäre eine starke Frau. Was  das jetzt aber für mich heißt?
Eine schwierige Schwiegermutter möchte ich nämlich nicht sein und auch nicht starrsinnig bösartig und stur.
Ich glaube eine starke Frau oder Mutter sein heisst auch sehr viel arbeiten und leisten zu können und mit schwierigen Situationen gut klarkommen und in sofern sehe ich das Wort Starke Frau oder starke Mutter nicht unbedingt als negativ.
Aber es ist wirklich nicht einfach wenn man  an der Pflege eines Menschen alleine hängt. Noch dazu wenn es eine SM ist die einem nie gut war.
Mary ich hoffe dass der Gesundheitszustand deiner Mutter noch auf Besserung hoffen lässt.?!
Schon schlimm genug wenn die Mutter krank ist,wenn man da auch noch  ein Ende vor Augen haben muss ist es erst recht mies. Und einen VAter der sich selbst im Weg steht,oje das ist schon ein schönes Mass an Aufgabe für Dich. Wünsche Dir viel Kraft  dabei
Maja
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Mathilde am 05.09.06, 14:42
Hallo Maja,

das wird´s wohl sein. Zwei starke Frauen das birgt jede Menge Sprengstoff .......
Denke dass deswegen auch soooooooviel in Familienbande steht.

LG Mathilde
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Helga am 18.09.06, 10:19
Hallo,

ich hatte euch ja schon einmal von meinen Problemen mit meiner SM erzählt.
Auch, das sie an der Hüfte operiert werden soll. Nun hat sie einen Termin am 09.Okt.
Bei der Besprechung war ich mit dabei und die Ärzte haben ihr ganz klar gesagt, das Risiko wäre aufgrund ihrer Vorerkrankungen doppelt so gross, das sie die OP überhaupt überlebt

Nun erwartet sie natürlich, das ich mich um sie kümmere, weil sie nun auch ziemlich geschockt ist.
Aber ich kann das nicht, ich mache das, was sein muss und beachtet sie sonst nicht oft. Ich kann das einfach nicht,sie hat mich jahrelang schikaniert und versucht es heute auch noch.
Ich bin chrißtlich eingestellt, aber wenn sie die OP nicht übersteht, wäre mir das auch egal. Ich weiß, das hört sich ganz schlimm an, aber ich kann meine Gedanken nicht ändern, auch wenn ich deshalb ein schlechtes Gewissen habe.

Sie hat nur uns, keine weiteren Kinder. Sie hält es für selbstverständlich, das ich für sie springen soll und bei anderen lästert sie nur über mich.

Meinen Mann zuliebe helfe ich ihr wo ich kann, denn es ist immerhin seine Mutter.

Aber ich weiß, Ruhe kehrt erst ein, wenn sie nicht mehr da ist.
Hoffentlich bekomme ich für diese schlimmen Gedanken nicht mal meine Quittung, aber ich kann sie nicht ändern.

Ich freue mich, wenn mir jemand zürück schreibt, vielleicht bin ich ja wirklich so ein schlechter Mensch, aber sie hat mir zu viel angetan.

LG an alle
Helga
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: wesemichshof am 18.09.06, 19:46
Hallo Helga,
es muss wirklich sehr viel passiert sein, damit Du Dich so gegen Deine SM abschotten musstest. Ich kann Dich wirklich nicht dafür verurteilen, wenn Du nicht in der Lage bist, alles zu vergessen - besonders, wenn sie ihr Verhalten auch jetzt nicht ändert.
Wichtig ist, dass Du (wie Du schon geschrieben hast) das Nötigste machst, damit Du mit Dir selbst im Reinen bist.
Liebe Grüße
Inge
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Johanna1967 am 18.09.06, 21:57
Hallo Helga,


Du bist sicher kein schlechter und unchristlicher Mensch. Du hast sicher gute Gründe, die Dich gegen Deine SM so hart gemacht haben; hart machen müssen, damit Du nicht zugrunde gingst. Gegen manche "Einflüsse" müssen wir eine Mauer errichten, als Selbstschutz sozusagen, damit wir nicht umkommen....

Ein Mensch kann einem so viel Leid antun, dass es unermesslich ist. Ich weiss das aus eigenen Erfahrung. Meine SM hat mir soviel angetan, dass nicht nur ich, sondern auch mein Mann und unsere Kinder darunter leiden mussten. Ich bekam wegen ihr schwerste Depressionen bis Selbstmordabsichten. Ich war 20 als ich hier einheiratete und ich kann sagen, sie hat mir mein Leben; bzw. die besten Jahre kaputtgemacht. Das ging so weit, dass ich die Isolation wählte und nirgends mehr hinging. Ich hatte meinen Heimatort bei der Heirat verlassen und keine neue Heimat mehr gefunden, weil sie (+ der Schwager und die Schwägerin) alle gegen mich aufhetzte und so richtig in den Dreck tauchte, wie wir hier sagen. Alles was ihnen nicht passte, schoben sie auf mich, damit sie schön dastanden. Ich zog mich immer mehr zurück und bekam Depressionen.

Ich wünsche keinem Menschen etwas schlechtes. Aber wenn Gott gerecht ist, dann haben sie noch sehr viel zu büßen.........

Sie hat mich mit Füßen getreten; es war ihr egal, was sie mit dem Verhalten mir gegenüber ihrem Sohn; meinem Mann antat. Nicht einmal mit unseren Kindern wollte sie Kontakt haben; wir wohnen im selben Ort, nur 5 Häuser entfernt.
War ich mit einem Kind im Krankenhaus (Gehirnhautentzündung, Obeschenkelbruch) und wusste nicht wohin, mit dem anderen Kind, bekam ich von ihr auch noch einen Dämpfer statt Hilfe: was muss die mit ins Krankenhaus? dazu sind doch die Krankenschwestern da! - mit dem Oberschenkelbruch war unser Kleiner (damals 2) 6 Wochen bei den Beinen im Streckverband aufgehängt und schrie die erste Woche Tag und Nacht. Ich wusste nicht wohin mit unserer Tochter (damals 3,5). Gottseidank hatte der Arbeitgeber meines Mannes mehr Verständnis. Er bekam Urlaub über die Krankenkasse, solange er ihn brauchte. Diesem Mann könnte ich noch heute dafür helfen, wenn er meine Hilfe bräuchte. Meiner SM nicht. Dazu hat sie mir und uns viel zu viel angetan.
Seit 6 Jahren hat sie ein Bein amputiert. Über ihre Schwester erfuhr ich einmal, dass sie sagte, ich müsse sie einmal pflegen, denn die andere ST, die im Haus ist, muss in den Laden (Metzgerei); hätte dazu keine Zeit.

Ich würde jedem Menschen helfen, der meiner Hilfe bedarf (habe Jahre in Kranken und Altenpflege gearbeitet). Meinen SE nicht. Nicht weil ich nicht will, sondern weil ich nicht  k a n n.

Helga, ich kann Dich sehr gut verstehen. Und sicher noch viele hier auch.

Mach Dir keinen Kopf. Unsere SE (od. SM) haben sich das selbst zuzuschreiben, wie wir ihnen heute gegenüberstehen. Sie hätten es in der Hand gehabt. Wir wurden nicht willkommen aufgenommen.

Die Früchte, die man im Alter ernten will, dafür muss man Beizeiten säen.....

Gruß

Johanna
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 18.09.06, 22:12
JA Johanna da hast Du recht.
Vergesst bitte das Säen nicht.
Denn die Zeit vergeht schnell und ihr steht in den Schuhen die jetzt die SE anhaben.
MAnchmal denke ich man soll sich nicht so viele Gedanken machen vorweg,es kommt so oft ganz anders als man denkt.
Und eines bedenkt bitte noch... Verzeihen ist eine christliche Tugend,auch wenn sie ungeheuere Kraft abverlangt. Ich weiss wovon ich rede.
Mir hat eine meiner Schwestern so schweres Leid zugefügt,dass ich nicht mehr sprechen konnte wenn sie in der Nähe war. Jahre habe ich gebraucht um das zu verwinden. Seit einigen JAhren ist der MAnn meiner Schwester sehr schwer zuckerkrank. Ich kann ihr nichts Altes mehr nachtragen,sie hat so schwere neue LAst bekommen. Was soll ich da noch zürnen,wo ein Anderer ihr eine Bürde auferlegt hat.
Also nochmal macht euch nicht zu schnell verrückt es kommt oft anders als man denkt.
Maja
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Helga am 19.09.06, 13:33
Mein Mann ist auch seit 16 Jahren zuckerkrank. Das kommt auch noch dazu. Mann muss da doch nach sehen, vor allen Dingen ist er sehr nervös, was für den Diabetes auch nicht gerade von Vorteil ist.

Aber er hat auch schon einiges hinter sich. Vor zwei Jahren ist er unter eien Bullen gekommen und wurde schwer verletzt. Nachdem er das einigermaßen überstanden hatte, verursachte er beim Maisfahren an einer Nebenstraße einen tödlichen Unfall. Er hat einer Fahrerin die vorfahrt genommen. Mein Mann hatte nun ja schuld, aber der Fahrerin wurde nachgewiesen, dass Sie mit über 100Km und mit 4 Kindern im vollbesetzten Kleinwagen die Kurve schnitt. Die Polizei sagte ihr auch, das Sie den Schlepper hätte sehen müssen und wie verantwortungslos Sie wäre.Aber es war nun mal eine Vorfahrtsmißachtung, obwohl die Fahrerin auch eine Teilschuld mitbekam. Als mein Mann anrief, war ich sofort da. Er stand an der Beifahrertür und hielt das Mädchen fest. Ich habe ihn abgelöst. Es war eine Schulkameradin von unserem Sohn, der zufällig auch mit auf dem Schlepper sa?. Das Mädchen ist dann gestorben. Ihr könnt euch ja vorstellen, was da bei uns los war.
Die nachfolgende Zeit war sehr schwer für uns. Aber das haben wir nun hinter uns, auch wenn das nicht vergessen ist.
Und SM läuft dann auch noch so nebenbei. Ihr habt recht, ich werde erst mal abwarten, wie die Operation verläuft und dann müssen wir weitersehen.
Mir gibt das unwahrscheinlich viel Kraft, das hier alles loszuwerden.
Ich sehe ja, es geht vielen genauso oder noch schlimmer.

LG
Helga
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: spirit am 19.09.06, 15:28
Mich holt gleich wieder meine ganze Vergangenheit beim Durchlesen der Beiträge ein. Vieles von den beschriebenen Situationen hab ich mit meiner Schwiegermutter erlebt.
Jetzt ist sie ein Pflegefall. Nach  Hauskrankenhilfe und div. Möglichkeiten die so zur Verfügung stehen haben wir jetzt Pflegerinnen die sich abwechseln. Sie ist einsam und verbittert.  Alleingelassen von jenen, denen sie jahrelang Zuneigung und Vermögen hineingeschoben hatte. Ich erledige alles was für sie wichtig ist. Medikamente, SV-Angelegenheiten, Arztbesuche, aber Zuneigung kann ich ihr nicht entgegenbringen. Ich bemühe mich zwar ab und zu mit ihr etwas zu plaudern, aber nicht wegen ihr, sondern wegen mir , um mir zu beweisen, dass ich über meinen Schatten gesprugen bin u. das kann. Früher hatte ich immer große Angst davor, dass sie eines Tages stirbt und ich habe keinen Frieden mit ihr geschlossen. Das hat sich bei mir mittlerweile gelegt und ich freue mich über meine neu gewonnene Freiheit, ich kann tun und lassen was ich will, nichts wird von ihr hinterfragt und es ist ihr nicht mehr möglich über mich zu herrschen. Ich  weis natürlich, dass sie das nur konnte, weil ich ihr die Möglichkeit gab, aber durch die vielen Jahre kommt man erst zu einer anderen Sichtweise.

Ich wünsche euch allen viel Kraft und Gottvertrauen.
Liebe Grüße
Marianne
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Christine am 28.09.06, 12:46
Hallo, miteinander!

Irgendwo hatte ich von meiner Mutter geschrieben, die nach einem Unfall während der  geriatrischen Reha (verschuldet durch eine autom. Toitettentür) in einem viel, viel schlechteren Zustand entlassen wurde, als sie dort hin kam. Am Tag, als sie zu der  dadurch erneut nötig gewordenen OP (neue Hüfte) in's KH musste, kam früh noch der med. Dienst zur Einstufung Pflegestufe.
Heute bekamen wir Nachricht, dass sie gleich Stufe 2 bekommt. Allerdings hatte die Dame uns schon gesagt, dass nach dieser OP u. nochmaligen Reha wohl eine neue Einstufung Bzw. Begutachtung gfolgen wird. Jetzt sind wir erst mal erleichtert, dass der bis dahin 3malige Einsatz des Pfl.-Dienstes abgedeckt ist.

 
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: lazy_woman am 17.10.06, 11:31
Hallo an alle in dieser Box ;D

Meine SE, besonders die SM, haben mir das Leben sehr schwer gemacht (rückblickend würde ich sagen, sie haben mich gehasst wie die Pest, habs nur leider damals nicht gemerkt, hatte ja schon immer eine rosarote Brille auf). Ich hab immer gebetet, lieber Gott mach, dass ich sie nie pflegen muss, es war das Schlimmste, was ich mir habe vorstellen können. Es kam aber leider so, habe über 4 Jahre lang die SM gepflegt, dachte immer, es kann ja so lang nicht mehr dauern. Bis ich dann völlig ausgebrannt war. Seitdem ist sie im Heim. Ich mache mir deswegen kein schlechtes Gewissen, ich sage mir immer, ich habs ja versucht, vielleicht sogar etwas mehr als versucht.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 17.10.06, 13:55
Du hast es versucht und einen Teil deines Lebens und viel von Deiner Kraft gegeben.
Niemand würde  Dir was nachsagen wollen.
Es ist gut auch für dich ,für dein Gewissen.
Und wenn Du sie im Heim besuchen musst ist auch noch genug Last.
Also ist es doch gut . Niemand kann alle Last alleine tragen,aber hat dir  deine SM einmal gedankt für deine Arbeit und Pflege an ihr?
DAs würde mich interessieren.
MAnchmal merken die alten Leute ja doch was abgeht und wer wirklich hilft und für sie da ist.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: lazy_woman am 17.10.06, 16:31
@Maja

Meine SM war schon seit Jahren dement und das wurde immer schlimmer. Sie kannte mich schon nicht mehr als ich sie noch pflegte. Ich hätte auch, wenn sie mir gedankt hätte als sie noch bei Verstand war, es ihr nicht abgenommen, daß sie es ehrlich meint. Sie war ein Mensch, der mir schön ins Gesicht tat, sich dann umdrehte und ins Dorf lief und mich bei allen schlecht machte. Das habe ich aber leider erst im Laufe der Zeit gemerkt (wie gesagt: rosarote Brille aufgehabt). Erst als ich sie gepflegt habe, meinten die Leute, dass Du das kannst, sie hat doch immer so geschimpft über Dich. Heute bin ich sehr enttäuscht über meine Mitmenschen im Dorf, weil sie damals, als ich SM noch zur Rede hätte stellen können, nicht so richtig mir was gesagt haben, es wurde nur manchmal angedeutet und ich hab immer gedacht, so schlimm wird's schon nicht sein, aber heute weiss ich, es war schon heftig, wie sie über mich herzog ohne ersichtlichen Grund.  >:(
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 18.10.06, 09:50
DAs tut mir sehr leid für Dich. Aber trage es deinen MItmenschen im Dorf nicht nach ,dass sie dir nicht eher alles gesagt haben,was deine SM über Dich in die Welt gesetzt hat, es nützt jetzt eh nichts mehr. Du hast ja durch den Handeln bewiesen,dass du nicht so schlecht sein kannst wie sie dir nachgesagt hat. Also lass einfach das Alte hinter dir und denke wie ich : Jeder Tag ein neuer Anfang jeder Tag ein neues Glück,ein Tor der ewig klebt am Alten und vergisst den Augenblick.
Liebe Grüße
Maja
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: spirit am 18.10.06, 10:21
@ lazy_woman
Ich kanns dir gut nachfühlen wie es dir ergeht bez. ergangen ist. Ich habe auch so was ähnliches erlebt.
Oft denke ich wie blöd war ich eigentlich? Was hab ich mir alles zugemutet.
Hatte das Glück, dass mein Mann immer und in jeder Lage zu mir gestanden ist. Wir reden oft noch darüber, wieso wir uns das alles gefallen lassen haben.... aber hinterher ist man immer gescheiter.
Gott sei Dank haben wir den richtigen Draht zu unseren Jungen gefunden, weil so oft kann man beobachten, dass es einer Generation schlecht gegangen ist und im Handumdrehen praktizieren sie es mit ihren Kindern u. Schwiegerkindern ebenso.

Liebe Grüße
Marianne
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: sandra am 02.03.07, 12:02
Thema mal wieder anschubs...  ;)

ich denk, es ist doch immer aktuell!  ::)

Wir stehen grad dabei, dass der Hof übergeben werden soll...
Einziger Erbe ist mein Mann, er bekommt ihn deshalb ja auch... Aber er wird alleine im vertrag stehen, da wir ja gesetzlichen Güterstand haben.

SM will unbedingt Wart und Pflege im Übergabevertrag stehen haben. es ist schon im Entwurf jetzt so geschrieben dass es nur bis einschl. Pfelgestufe I geht. Aber, wenn ich nicht nterschreibe, kann sie mich ja auch nicht zwingen, sie zu pflegen? Dass ich mich vielleicht moralisch meinem Mann verpflichtet fühle, ist was anderes, aber er selber ist auch net so wirklich begeistert.
SM kann kein gutes Jahr an uns lassen. Wir sind nun fast 14 Jahre verheiratet, und es passt einfach nix, was ich mache. GöGa fährt "den ganzen Tag nur in der Weltgschicht rum" (er geht zur Arbeit!), und egal was ich mache, es passt eh nicht. Sie mischt sich in alles ein. ich bin damals echt mit den besten Vorsätzen auf den Hof gekommen, war ja auch das Zusammenleben mit mehreren Generationen in einem Haus gewohnt - nicht, dass das etwas neues für mich gewesen wäre. Aber hier wird nur rumgemosert und hintenrum noch viel schönere Geschichten über uns - und vor allem mich - erzählt.
und sie soll ich vielleicht mal pflegen???
Mir graut davor! :'(
Vor allem, wenn GöGa dann wahrscheinlich von der Arbeit zuhausebleiben muss, dann müsste ich wieder gehen - es ist ja nur ein Nebenerwerbsbetrieb, und es wollen auch noch unsere 3 Kinder versorgt werden, zusätzlich dann auch noch das, was wir sonst noch für SE leisten müssen... Wann bitte zwischen Stall, Arbeit und den Kindern (die ich ja auch noch ein paar jährchen hab), soll ich die Pflege verrichten?
Der nächste Punkt, der noch gar net angeprochen wurde, ist ja, dass auch derjenige, der gepflegt werden muss, "mitarbeiten" müsste in der Pflege. Zum Beispiel, dass er halt, wenn ich ihm die Tabletten zum schlucken geb, er die auch runterschluckt und nicht ausspuckt, wenn ich das Zimmer verlassen hab, um mich halt zu ärgern, oder/und danach sagen zu können, ich mache es nicht richtig... Denn SM findet ja immer was...

@Helga:

Wie ging es denn nun weiter bei euch?
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 02.03.07, 12:23
Hallo Sandra,

so weit muss es ja nicht kommen. Wir pflegen SM auch bzw. haben zusätzlich eine Betreuung bei ihr, da sie aufgrund von Gehirnschlag und Lungenembolie rund um die Uhr betreut werden muss. SM lehnte ihren Sohn, also meinen Mann, genau wie mich immer schon ab. Aber wir sind nunmal diejenigen, die sie pflegen müssen, da Lieblingssohn im Ausland arbeitet. Klar versucht sie immer zwischendurch noch, ihren Kopf durch zu setzen, will keine Tabletten mehr nehmen oder ruft uns wegen eines Krümels auf dem Teppich aus dem zweiten Stock runter, als wäre sonst was passiert. Aber das lernt man, sich da durch zu setzen. Sie weiß ja, dass sie von uns abhängig ist und mittlerweile, nach 3 Jahren Pflege, hat sie sogar schon mal ein Lächeln für mich übrig. Aber auch vorher mußte es ja funktionieren. Da lernt man, dass es einfach unumgänglich ist, dass sie begreift, dass sie sich ab sofort nach unseren Regeln zu richten hat. Unser Leben und unsere Arbeit muss ja auch weiter gehen. Ihr Arzt sagte ihr jedenfalls, dass es nicht oft vorkommt, dass kranke Menschen so gut betreut werden.
Und so kann uns niemand was vorwerfen und SM erst recht nicht.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Sindy am 02.03.07, 13:53
Hallo Sandra,
ich kann Dich nur zu gut verstehen. Als wir kurz nach unserer Hochzeit den Hof übernahmen, wurde auch die Wart und Pflege im Alter reingeschrieben, und naiv und jung wie man ist, denn man denkt ja  am Anfang das klappt zumindest ich habe das gedacht, haben wir auch unterschrieben. Von wegen, es klappt mit meiner SM überhaupt nicht und  der Gedanke sie einmal pflegen zu müssen macht mir Angst und macht mich auch teilweise wütend. Momentan steht es ja Gottseidank noch nicht an, hoffentlich kommt es nicht mal dazu, aber man weis es ja nie. Es ist bei uns jetzt so abgesprochen, sollte es mal so kommen, geht mein nicht mehr zur Arbeit, dafür werde ich mich um Arbeit umsehen
um zum Einkommen noch beizutragen.
Es hat eben alles zwei Seiten und man sollte sich das vorher wirklich sehr gut überlegen, das weis ich jetzt.
Wünsche Dir alles Gute und die richtige Entscheidung. LG Sindy
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 02.03.07, 14:05
SM will unbedingt Wart und Pflege im Übergabevertrag stehen haben. es ist schon im Entwurf jetzt so geschrieben dass es nur bis einschl. Pfelgestufe I geht.

Was ist, wenn sie Pflegestufe 2 bekommt oder mehr? Vor allem wird die Frage auftauchen: wer bezahlt im Falle eines Falles den Heimaufenthalt?
Den meisten bleibt überhaupt nichts anderes übrig, als die Kranken zu pflegen, denn die Pflegestufe und Rente reichen in der Regel bei weitem nicht aus. Mal abgesehen von moralischen Bedenken....
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: sandra am 02.03.07, 18:16
Es ist so, dass wir im Falle eines Heimaufenthaltes weiterhin das Taschengeld und das Verköstigungsgeld bezahlen müssten sowie die "anteilige ortsübliche Wohnungsmiete" für die 3 Zimmer, die sie jetzt alleine bewohnen. Wäre aber mit einem Abschlag bei uns, da es keine abgeschlossene Wohnung ist und die Zimmer nicht mal alle nebeneinander liegen...  ;)
Im Falle einer Heimunterbringung bei Pflst. I käme noch ein Betrag hinzu von derzeit 102 €/Monat eben für die Nichterfüllung der Vertragspflicht.
Alles halt immer für den, der im Heim ist.

Wenn Rente bzw. der Nießnutz an dem einem Stück Wald aufgebraucht ist, muss für die restlichen anfallenden und ungedeckten Heimkosten das Sozialamt einspringen.
Wurde uns jedenfalls so erklärt!
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: mone12 am 02.03.07, 23:33
da bin ich doch froh das meine SM noch gut auf den Beinen ist und sogar im stall mit hilft trotz ihrer 81 Jahre.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: fanni am 03.03.07, 09:05
Hallo LunaR,

bei mir ist es ähnlich, SM ist 76, noch relativ rüstig, baut aber geistig sehr ab. Ich hab jetzt auch 15 Jahre ähnliche Bosheiten ertragen.
Das ist ja oft der Trugschluss, dass man meint, die Leute die im ALter krank werden müssen vielleicht duldsamenr, milder, friedlicher werden. Das müssen sie wirklich nicht, denn sie sind schon noch in ihrer Persönlichkeit ganz da und dürfen ihre verdienten Ansprüche geltend ,machen.
Meine Erfahrung mit meiner Oma, SM oder einem Onkel ist aber eine andere. Eher negative Grundcharakterzüge, wenn jemand mit sich selbst nicht zufrieden ist, oder nichts von anderern annehmen kann, oder einfach nachtragend ist, neidisch, streitsüchtig......... usw.   die verstärken sich mit dem Älterwerden noch.

Bei meiner Oma war es so, dass sie immer ihr Geld irgendwo im Zimmer versteckt hat und dann meine Mutter bei den anderen Geschwistern und bei meinem Vater des Diebstahl bezichtigte. Die hat sehr darunter gelitten und konnte es den Geschwistern meines Vaters nie verzeihen, dass sie das von ihr geglaubt haben. Da hat dann auch die Entschuldigung als das Geld zwischen den Handtüchern gefunden wurde nix mehr geholfen.

Bei meiner SM ist es so, dass sie nicht mehr rausgeht. Da sitzt sie die ganze Woche in ihrer eigenen Soße und kriegt außer mal Fernsehen und nachspionieren was wir so machen keine Impulse. Sie hat auch kein Interesse mehr Besuche zu machen, obwohl ich sie da gerne hinfahre, weil es für uns alle gut ist, wenn sie sich noch mit etwas anderem beschäftigt, als nur mit sich selbst und mit unserem Zusammenleben hier am Hof.


Ach ja, ich weiß auch nicht, was dann auf meinen Mann und mich zukommt. Aber wenn der Pflegefall da ist, dann werden wir sehen...............ich wünsch ihr und auch mir noch lange eine gute Gesundheit, und sonst werden wir dann alle schon hineinwachsen.
Ich denke ein Stück weit kommt diese Verbitterung einfach von der Angst heraus. Jetzt ist für uns das Thema Krankheit, Siechtum, Abhängigkeit und letzendlich Tod noch weit weg. Für meine SM kann es morgen soweit sein oder auch erst in 10 Jahren, aber es kommt.

Viel macht es auch aus, dass SM schon 10 Jahre Witwe ist. Meine Eltern, die haben sich noch beide und unterstützen sich gegenseitig beim Älterwerden, aber sie ist ganz alleine und sieht in uns, ja das blühende Leben, das sie schon zum größten Teil hinter sich hat, aber an dem Alleinsein ist sie zum Teil auch selbst mitschuld und muss das aushalten, genau wie wir.

Fanni



Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Schoko am 04.03.07, 09:30
Britta, genau!!
Heute wird schon oft empfohlen, keine Pflegestufe mehr einzutragen. Das wurde von meinen Schwiegereltern schon vor 2o Jahren in unserem Übergabevertrag gestrichen. Wir müssen per Vertrag nicht pflegen. Was aber nicht heißt, dass ich sie nicht pflegen werde.
Wie soll eine Frau heute mit  8 0  und oft nochmehr Kühen es nervlich schaffen, auch noch die Schwiegereltern zu pflegen? Wir schreiben bei Übergabe keine Pflegestufe in unseren Übergabevertrag.
Schoko
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Sasa am 05.03.07, 13:17
Problematisch ist ja auch, daß man in vorneherein nicht weiß, welche Art von "Alterserkrankung" auf die "Pflegerin" zukommt...Ich habe meine Oma einige Jahre zu Hause gepflegt, nach einem Schlaganfall. War es am Anfang noch so, daß sie halt nicht mehr laufen konnte, kaum noch sprechen usw.- die direkten Folgen des Schlaganfalls eben-, kam später noch eine Art "Verwirrtheit" dazu. Sie "geisterte" praktisch durch ihr Leben, wenn sie dann mit mir sprach, wußte ich nie so recht, wo befindet sie sich gerade. Sie hielt mich, je nachdem, für ihre Mutter, Schwester, Schwägerin ( das war dann von Übel, die mochte sie nicht ;D), aber auch für die Tochter, ST, und, gaanz gaanz selten, für mich... Das war schon schwer, man ist so angebunden wie mit einem Kleinkind, während man aber das Kleinkind notfalls schnell mal ins Auto packen kann, geht das mit Oma nicht so leicht...

Ich habe meine Oma sehr geliebt, und sie ist dann nach einigen Jahren friedlich gestorben. Für mich war ihre Pflege immer auch ein bißchen wiedergeben können, was sie mir als Kind gegeben hat...Ich bin froh, daß ich sie bei mir hatte bis zum Schluß. Aber sollte so ein Fall ( Eltern/Schwiegereltern) nochmal auf mich zu kommen, werde ich darauf bestehen, mehr Freiraum zu haben ( notfalls müssen die Geschwister der jeweiligen Seite eben selber zum "Altenteiler-Hüten" anrücken bzw. zusammenlegen, um die Pflegekraft zu zahlen).

Ich wäre daher mit Formulierungen in Übergabeverträgen, die über die normale Unterstützung im Alter hinausgehen, sehr vorsichtig...
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 05.03.07, 14:11
Hallo Sasa,

da stimme ich dir zu. Obwohl SM mich von jeher abgelehnt hat, war es trotzdem selbstverständlich (wenn auch sehr schwer), dass sie niemals in ein Heim kommt. Ich hätte das nicht fertig gebracht, mein Mann und sein Bruder erst recht nicht. Es ist doch die Mutter! Mal abgesehen davon, dass auch wir irgendwann alt und evtl. pflegebedürftig werden, ich möchte auch nicht, daß mein Mann mal Probleme macht, sollte ich die Pflege meiner Eltern übernehmen. Da will ich ja auch seine Unterstützung.

Was pflegetechnisch auf einen zukommt, kann keiner wissen. Es kann alles ganz schnell und friedlich von statten gehen. Es kann aber auch sein, daß man Angehörige betreuen muss, die einem jahrelang viele Sorgen und Arbeit bereiten.
Eine Bekannte hatte 10 Jahre lang gleichzeitig zwei (!) Pflegefälle. Ihre SM war nachher bettlägerisch. Die Tochter der SM war etwas geistig behindert und wußte nachher nicht mehr, was sie tat. Die letzten Jahre mußte meine Bekannte mehrmals in der Woche die Badezimmerfliesen usw. von ihrem Stuhl säubern, den sie immer überall hinschmierte. Nur um ein Beispiel von vielen zu nennen, ganz zu schweigen von hinzu kommenden Krankheiten oder Katheter usw.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Helga am 09.03.07, 12:04
Hallo an alle,

wie es bei mir weiter geht. Also, SM ist ja im Oktober an der Hüfte operiert worden.
Sie kann aber nicht gut laufen, also ausser im Haus nur mit einer Gehhilfe, weil nun festgestellt worden ist, dass auch ihr Knie an dem gleichen Bein stark verschlissen ist und auch neu muss, wozu SM sich noch nicht entscheiden kann.
Ihr Verhalten hat sich in dem Maße geändert, dass Sie ruhig geworden ist. Sie weiss mittlerweile, dass Sie auf mich angewiesen ist und lässt mich einigermaßen in Ruhe.
Für uns ist das auch selbstverständlich, ihe zu helfen und wenn nötig auch zu pflegen.
Aber Zuneigung kann SM von mir nicht erwarten. Ich erledige meine Pflicht und helfe ihr, aber mehr nicht. Was man 18 Jahre gesät und zerstört hat, wird man irgendwann ernten. Nur so komme ich mit der Situation klar, ihr zur Seite zu stehen. Ich tue es meinem Mann zuliebe und es ist für mich einfach nur Pflicht, als wenn ich im Altenheim arbeiten würde und dort Menschen betreuen würde.
Es hört sich hart an, aber ich kann nicht anders, zu viel ist geschehen.
Ich wünsche euch alles Gute und versucht damit zurechtzukommen. Es ist nicht einfach, aber es geht, wenn es keinen anderen Weg wie bei uns gibt.

LG
Helga
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Sasa am 09.03.07, 18:11
Hallo Helga,

ich wünsche Dir viel Kraft für Deine Aufgabe- und daß entweder, wo Deine SM, wie Du schreibst, jetzt ruhiger geworden ist, mindestens eine Art "Burgfrieden" einkehrt, besser aber noch, über die Zeit hinweg eine Art von Zuneigung entsteht, die Dir die Pflege und den Umgang leichter macht. Hoffentlich findest Du bei Deinem Mann genügend Rückhalt, denn sonst kann Dir die Pflicht sehr hart werden...


Viele Grüße

Sasa
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 09.03.07, 20:22
HAllo Helga ich schließe mich sasa an und wünsche Dir dass der Burgfrieden anhält. Auf alle Fälle würde ich Dir raten auch deinen MAnn ,den Sohn deiner SM , in der Pflege und Betreuung, oder bei den FAhrdiensten mit einzubinden. Das erleichtert einiges und vor allem weiss er dann deinen Einsatz zu schätzen.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: ChristineN am 09.03.07, 20:29
Hallo Helga,

kann mich ebenfalls nur anschließen. Wenn irgendwie möglich, versuche dir Hilfe an festen Tagen zu verschaffen. Bei uns z. Bsp. kommt SMs Bruder jeden Donnerstag. (Er ist aber auch der einzig "Übrig-Gebliebene"). An diesem Tag mach ich dann die Besorgungen usw., für die sonst keine Zeit ist.
Und wenn mal nichts zu besorgen ist, hast du eben einfach "frei".  ;)
Das hilft ungemein.

Liebe Grüße!
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: klara am 09.03.07, 22:36
Hallo Helga,
gibt es bei Euch keine Diakonie in der Nähe, wo Du Pflegeerleichterung bekommst?
Kann Dich gut verstehen.
Was lange ausgesäht wurde, ist nun erntereif.
Wünsche Dir viel Kraft dazu,u. guten Mut.
LG Klara
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Julia am 14.03.07, 11:27
Hallo aus Niedersachsen, da ich keine andere passende Stelle gefunden habe, frage ich einfach mal hier.
Wir pflegen unseren 85j. Altenteiler (Rollstuhlfahrer) und nach seinem letzten längeren Krankenhausaufenthalt ist er besonders gegen Abend verwirrt, so dass er steif und fest behauptet wir würden ihn jeden Abend in ein anderes Zimmer und Bett legen. Was natürlich nicht so ist, da wir nur ein Pflegebett haben. Er lässt keinerlei Argumente zu und dem entsprechend nervenaufreibend ist es ihn zu Bett zu bringen. Hat jemand ähliches erlebt und hat einen Tipp? Gruß Julia
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Beppa am 14.03.07, 11:44
Meine Hilfe hat sie auch hierbei abgelehnt mit der Begründung "Du nicht, dann mache ich das lieber selbst!". Seitdem meide ich sie (noch etwas mehr als vorher) und habe mir vorgenommen. nur noch erwas für sie zu tun, wenn sie ausdrücklich darum bittet.  - A B E R   nun ist sie gestürzt und hat sich den Oberschenkel gebrochen. Könnt ihr euch vorstellen, was mir durch den Kopf geht?  :o Sie wohnt übrigens in der oberen Etage und muss eine Treppe steigen können.

Ich bin immer sehr hart in solchen Situationen. Man kann die Leute einfach nicht zu ihrem Glück zwingen. Müssen sie eben selber sehen, wie sie zurecht kommen.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: ChristineN am 14.03.07, 11:56
Hallo Luna,

möchte nicht in deiner Haut stecken. Wie reagiert denn dein Umfeld? Meistens kommt ja der Hauptdruck von außen. Ist zumindest meine Erfahrung.

@ Julia,

hört sich nach einer Art Demenz o. ä. an. Ich würde mal mit dem Hausarzt sprechen. Vermutlich bringt eine neurologische Untersuchung mehr Klarheit, sofern der alte Herr zustimmt. Kenne ältere Menschen, die waren fest davon überzeugt, die eigene Tochter würde versuchen, sie umzubringen. Klar, dass auch dem nicht so war.  ;)

Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Julia am 14.03.07, 12:53
Hallo ChristineN, Habe den Punkt Demenz beim Hausarzt angesprochen, er meinte: da kann man nur das Beruhigungsmittel stärker dosieren und Schlafmittel einsetzen. Für uns eine unbefriedigende Antwort. Gruß Julia
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: ChristineN am 14.03.07, 12:58
Hallo Julia,

dann muss aber eine Untersuchung und Diagnose vorliegen, weshalb eine stärkere Dosierung von Beruhigungsmitteln und Schlafmitteln aursreichend sein soll. Ansonsten würde ich mich mit diesem Ausspruch auch nicht zufrieden geben.

Liebe Grüße!
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Beppa am 14.03.07, 14:51
Und die Wohnungen komplett tauschen wird zu teuer ?
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Sonnenblume2 am 14.03.07, 15:01
Hallo luna,
wäre ein Treppenlift möglich oder außen (innen) ein Lift?
lg Sonnenblume
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Julia am 15.03.07, 19:04
An LunaR, die Aussage über die Beruhigungsmittel erfolgte ohne besondere Untersuchung, aber ich stimme voll zu, das einiges der Verwirrtheit durch die Medikamente ervorgerufen wird, da er im Krankenhaus so viele verschiedene Schlafmittel bekommen hat ( ich hatte das Gefühl von jeder Nachtwache ein anderes) das er nur noch fantasiert hat und nicht mehr ansprechbar war, dies ist zu hause schon viel besser geworden Gruß Julia
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: renate am 16.03.07, 08:32
Hallo Julia,

achtet Ihr darauf, daß Euer Patient auch genügend trinkt? Grad wenn der Mensch nicht mehr mobil ist und nicht ohne Hilfe zur Toilette kann, wird häufig zu wenig getrunken. Auch das kann beim alten Menschen zur Verwirrtheit führen.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Irmgard3 am 16.03.07, 18:06
Hallo Luna,

erst würde ich mal den Gesundheitszustand nach der Reha abwarten und dann entscheiden. Vielleicht wird die SM ein wenig anders und bescheidener und dankbarer. Oder denkst du eher das ist unmöglich?
Meine Mutter steigt nach ihrem Oberschenkelhalsbruch wieder einwandfrei Treppen und davon hat sie reichlich. Es ist übrigens eine gute Übung zur STärkung der Muskulatur des Oberschenkels. Nur die Sturzgefahr ist natürlich die gefährliche Sache an Treppen.


Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: passivM am 18.04.07, 22:00
Hallo ChristineN,
das klingt ja schon mal ganz gut  ;) Ich freue mich für dich.
Genieße das "in Ruhe Besorgungen machen" oder deine so gewonnene Freizeit.

Ich finde es bemerkenswert, dass sich zu diesem Thema auch mal ein Mann äußert, ..finde ich prima, denn das hat ja eher Seltenheitswert.

Klara schreibt:
"Was lange gesät wurde, ist nun erntereif.." - Da denk' ich an meine SM: Ihr kennt die Geschichte ja. Z.Bsp. wollte sie vor etwa einem Jahr den Betrieb (mein Mann ist Pächter) auflösen, um das neu ausgewiesene Bauland verteilen zu können..u.s.w. Mein Mann hat mal wieder angefangen, was anderes zu suchen, nur: dieses mal wurde was draus. Im Juli ziehen wir um, ca. 650 km weit weg. ..und nun bekommt SM Frust, weil sie dann alleine auf dem Hof ist. Von den anderen Kindern will NIEMAND zu ihr auf den Hof ziehen. - Sie hatte es mir wirklich sehr schwer gemacht, aber ich will nicht mit ihr tauschen. - Armes reiches Mädchen... Mal sehen, welches von den Lieblingskindern sich mal "erbarmen" wird, wenn sie wirklich mal nicht mehr alleine klar kommt. Noch ist sie mit ihren über 70 topfit... 
Ich finde das schon traurig. Aber ich hoffe dennoch, dass der bevorstehende Umzug meinem Mann und mir als Familie Frieden bringt. Die Zeichen dafür stehen gut, seit das Vieh weg ist, und seit die Sache im Grunde in trockenen Tüchern ist, erkenne ich meinen Mann kaum wieder. Ich glaube, so friedvoll war es bei uns noch nie. - Aber, wie ich in anderer Box schon schrieb: Nach "Sorgenlos" ziehen wir nicht...

Helga,
ich möchte mich den Wünschen meiner Vorschreiberinnen an dich anschließen  :)
Vielleicht hat ihre gesundheitsbedingte Lage deine SM ja ein wenig "demütig" gemacht... Helga, wenn du sie trotzdem pflegen willst - ich kenne deine Geschichte zwar nicht - aber dann hast du wohl so was wie "den Frieden Gottes" im Herzen. Wenn es mal arg wird, dann mach' es IHM zuliebe, soweit deine Kraft das zulässt !  Gott ist zufrieden, wenn du mit deiner "Barmherzigkeit" nur so weit gehst, wie deine Kräfte es zulassen. Sich übernehmen (sich kaputt machen) bringt indes nur neue Probleme...

liebe Grüße
Anna
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 28.04.07, 23:49
Hallo,

bei unserem AK Bäuerinnen hatten wir neulich einen superinteressanten Abend zum Thema  "Pflege - welche Hilfe / welche Möglichkeiten gibt es ?".

Die Referentin war eine Fachkraft für Altenpflege mit viel beruflicher Erfahrung und zusätzl. auch Mutter einer schwerstbehinderten Tochter.  Sie wusste also wohl,  wovon sie sprach  und hat mich sehr berührt mit ihren Ausführungen. Gefiel mir gut !
Sie war dabei einerseits sehr sachlich und ehrlich,  anderseits aber  warmherzig und lebensbejahend.
Ihre Ausführungen waren voll aus dem Leben gegriffen !

Da wir Bäuerinnen ja   neben der üblichen moralischen Verpflichtung den Eltern/SE gegenüber 
i.d.R. die Pflegeverpflichtung der Altenteiler im Hofübergabevertrag verpflichtend geregelt haben,
betrifft es uns ja ganz besonders.

Auf die Frage,  ob  eine Vorbereitung auf Pflege möglich sei,  antwortete sie mit J-Ein.
Ja:    man könne Infos einholen,      einen Pflegekurs machen  und v.a. schon mal trainieren,  um Hilfe zu bitten und für erhaltene Hilfe zu danken,  da nicht immer ein Entgelt möglich sei.
Nein:  jeder Pflege-Verlauf ist nicht plan - und einschätzbar,  verläuft häufig ganz anders als von den Ärzten vorhergesgt, 
ist individuell.


Für Beratung und Infos  müsse man immer suchen und nachfragen !!!
Praktisch nie kämen Infos von selber .

Beratung und Info gibt es  z.B. von

-  Diakonie / Pflegedienst / Sozialstation / Nachbarschaftshilfe / Sozialdienst im Krankenhaus
-  falls Reha erfolge:  unbedingt dort beraten lassen,  da diese Beratung und Schulung immer besonders  gut und hochwertig sei
-  Landratsamt  (Vorträge, Broschüren,  Beratung)
-  frühzeitig Pflegekurs absolvieren
-  Rathaus (hat teilw. sog. IAV-Stelle bzw. den Allg. Sozialen Dienst)
-  Ärzte ,  Therapeuten,  Krankengymnasten
-  Selbsthilfegruppen  (bes. wichtig bei ALzheimer !)  und Gesprächskreise
-  Internet
-  Kranken- und Pflegekasse
-  Med. Dienst  (wenn dieser zur Einstufung käme,  sei es zweckmäßig, vorher eine Art Tagebuchaufzeichnungen zu machen und 
   aufzulisten, was für den Pflegenden alles zu machen ist)

Absprachen  sollten frühzeitig getroffen werden;  möglichst in gemeinsamem Gespräch sollen alle Betroffenen ihren Willen kundtun.
(dass dies die Bäuerinnen mit ihre Pflegeverpflichtung oft nicht durchsetzen können und auch sonst oft solche Gespräche nicht glücklich laufen,  war der Referentin schon auch klar...).  Absprachen wären eben ideal und eigentl. sind sie unabdingbar.

Dabei dürfe  ruhig die Frage aufgeworfen werden,  was Pflege wert sei...

Interessant ist ja,  dass das Pflegegeld der Pflegekasse dem Pflegebedürftigen zusteht - nicht dem Hauptpflegenden !
Theoretisch könnte der Pfelgebedürftige es den "lieberen Kindern" geben und nicht den "bösen pflegenden Kindern"...
Praktisch kommt aber je nach Pflegestufe jedes  1/4 oder 1/2 Jahr der Medizin. Dienst und schaut, ob die Pflege klappt usw.,  d.h. wie das Pfelgegeld verwendet wird.
(Diesen Besuch des Med. Dienstes solle man nicht nur als lästige Kontrolle sehen,  sondern bei der Gelegenheit gleich mal alle seine Fragen loswerden... ;D))

Der Pflegende müsse beim Pfelgebedürftigen und den anderen Angehörigen unbedingt das Pflegegeld beanspruchen und fordern !

(Anmerkung von mir:  wirkt sich das nicht auch irgendwie bei der Rente aus ?! Wie ? Weiß das jemand hier ?)

Unbedingt erforderlich und erlaubt !!!!  sei die Absprache mit den anderen nahen Verwandten, dass jeder,  der zu Besuch kommt,  sein "Gastmahl" für sich und ggf. den Pflegebedürftigen (sofern der nicht Diät braucht) selber mitbringt !!!!
Dem Pflegenden sei in keinster Weise zuzumuten, diese Verwandten zu bewirten usw. !
Vielmehr soll er durch deren Besuch erntlastet werden !
(Praktikabel ist das wohl nur,  wenn der Pfelgebrdürftige eine extra Wohnung  hat.)

Der Pflegende muss lernen,  seine Bedürfnisse zu formulieren,  sonst gehen ihm die Kräfte aus.
Und es kommen nur wenige Hilfsangebote freiwillig/von selber....

In der Ehe muss abgesprochen werden,  wer was bei der Pflege machen kann.
Z.B. sei es sehr geschickt,  wenn der  Ehemann seinen alten Vater badet, da er  erstens meist kräftiger ist als seine Frau 
und er zweitens keine Frau/Schwiegertochter ist (wg. Schamverletzung) 
und er so dem Pfelgebedürftigen eher lieber ist als Badehelfer.

Pflege sei lernbar  und müsse auch gelernt werden.  Auch um selber nicht Schaden zu nehmen (z.B. am Rücken).
Nicht entschuldbar seien so Ausflüchte (gerade des Ehemannes bei der Pflege seiner Eltern !) wie "Das kann ich nicht;  mich ekelt es - mach du das mal,  du kannst das besser,....."   
Bzw.  wer sich nicht beteiligen wolle oder könne (z.B. weitere Kinder des Pflegebedürftigen),  müsse eben berappen...
(Ich weiß wohl,  dass das durch die Pfelgeverpflichtung im Hofübegabevertag schlechter durchzusetzen ist.)

Die Referentin  betonte die Wichtigkeit eines  sozialen Netzwerkes !
Es müsse kostenlose Helfer geben aus Familie,  Nachbarschaft, Besuchsdienste der Kirchen,  Hospizdienst,...
Am Netzwerk müsse in guten Zeiten gearbeitet werden,  d.h. Kontakte pflegen.
(Wie schwer dies manchen Altenteilern fällt,  weiß ich wohl...)
z.B. schauen Nachbarn,  ob bei Alleinwohnenden der Rolladen hochgeht,  oder
Besucher/ehrenamtl. Helfer z.B. aus der ALzheimerpflegegruppe kommen zu bestimmten vereinbarten Zeiten, um zu entlasten
oder Mitarbeiter der Hospizgruppe kämen (diese wollen übrigens lieber schon in früherem Stadium,  nicht erst zum eigentl. Sterben hinzugezogen werden,  um zum Kranken noch eine Beziehung aufbauen zu können).

Es gibt privatvertragliche Regelungsmöglichkeiten,  um weitere Hilfe zu bekommen.
Per Minijob (Info hierzu beim LRA oder Arbeitsamt oder Internet) kann jemand angestellt werden.
Vor illegalen Arbeitverhältnissen konnte sie nur waren,  obwohl diese teilw. ja zu funktionieren scheinen...

Interessante kleine Info war auch z.B.,  dass es  (leider nicht so häufig)  nicht nur Tagepflege oder  Kurzzeitpflege (diese bekommt man m.W. für 4 Wochen im Jahr  bezahlt von der Pflegekasse ) gibt,  sondern auch  Nachtpflege.
Da wird der (normalerweise verwirrte, nachtaktive) Patient abends abgeholt und morgens gebracht,  damit der Pfelgende wenigstens schlafen kann und nicht zusammenklappt....
 
Über die Kosten und jeweiligen event. Kostenübernahmemöglichkeiten muss jeweils individuell Auskunft eingeholt werden  (s.o.).

Ihre Erfahrung ist,  dass die eigentl. Pflegeverrichtung mit der Zeit recht gut laufe,  wenn sie erstmal erlernt und geübt worden sei.

Probleme und mehr Kummer und Belastung gebe es ganz klar durch die Beziehungen.
Teilw. die zum Pflegebedürftigen, häufig zur weiteren nahen Verwandtschaft...

Ihre Meinung ist ganz klar:
Pflege ist (zumindest bis zu einem gewissen Grad)  machbar,  aber niemals alleine ! Das schafft niemand.
Man kann sie lernen  und sie kann einem durchaus viel "zurückgeben" (ist nicht in allen Fällen so optimal, ich weiß...).

Ich möchte hier nicht  "besserwisserisch"  daherschreiben.
Aber es kam an dem Abend immer wieder heraus,  wie schmerzlich es ist,  wenn jemand schlechte Erfahrungen macht mit Pflege  und sich ausgenutzt fühlt,  weil alle anderen sich drücken vor der Pflege.  Das kenne ich auch sehr gut aus der Familie... ;D
Und wie tragisch es ist, wenn jemand dringend eine bestimmte Hilfe brauchen würde,  aber nicht wusste,  dass  es sie gibt bzw. wie  er sie bekommen kann. 

Margret


 

Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: reserl am 29.04.07, 15:29

Hallo Margret,

vielen Dank für deinen interessanten Beitrag!  (http://www.agrar.de/smileys/blume.gif)

Solange es einem noch nicht direkt betrifft, verdrängt man das Thema nur allzu gerne, aber es schadet nicht, wenn man sich auch im Vorfeld Gedanken macht, wie man im "Fall des Falles" damit umgeht.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 29.04.07, 20:58
Ja,  Reserl,

wir (Jung-)Bäuerinnen,  für die dieser AK eigentlich ist,  haben uns das Thema deshalb auch gewünscht .   Allen ist mulmig...
Es kam jetzt an dem Abend  ganz klar raus,  dass allen damals  -als der Hofübergabevertrag unterzeichnet wurde-  nicht bewusst war,  was so eine Pflegeverpflichtung bedeutet  bzw. hätte man sich zu der Zeit nicht getraut,  dagegen Einspruch zu erheben.
Außerdem fühlt man sich ja durchaus sowieso moralisch verpflichtet,  nach den Eltern zu schauen !

Entsprechend aufmerksam haben wir der Referentin gelauscht,  die uns einfach ein Stückweit Mut machte:
zum Versorgen und Pflegen an sich und auch zum   Bedingungen,  Fragen und  Forderungen Stellen  ("Was ist euch allen Pflege wert;  was seid ihr anderen bereit  an Mithilfe beizusteuern   und wenn nicht,  wo kriegen wir Hilfe her  und wie wird diese bezahlt?").

Ich muss sagen,  dass ich  vor Jahren zwei Pflegefälle eng miterlebt  und mitgetragen habe als Enkelin bzw. Ehefrau des Enkels.
Da waren jedesmal die Hauptpflegenden (Tochter)  sehr fertig und frustriert.  Es haben  Überlastung und Überforderung  und all die negativen Gefühle überwogen  neben den guten,  die es schon auch gab.   
V.a. auch  den eigenen Geschwistern gegenüber ,  deren Leben so ganz normal weitergegangen ist im Gegensatz zum Angebundensein des Hauptpflegenden,  hegten die Pflegenden großen Groll und empfanden es als sehr ungerecht.
Beide Frauen wurden nach der Pflege eine Zeitlang recht krank,  ob es Zufall war oder durch die Überlastung kam,  kann natürl. nicht sicher gesagt werden.

Ich denke nach diesen Erfahrungen,  man muss sich viel organisieren,  um einen starken Versorgungsfall und v.a. Pflegefall lange schaffen zu können.  Und über die Dauer kann man ja nichts erahnen vorher.

Wenn man bloß bedenkt,  wie stark unsere Tage bereits jetzt mit festen Aufgaben  im Betrieb und der Familie usw. gefüllt sind ! 
Wo soll da bloß Pflege rund um die Uhr Platz haben ?!

Aber die Referentin hat uns soweit den Rücken gestärkt,  dass es keine Schwäche ist,  wenn man Hilfe holt,  sondern notwendige Hilfe zum eigenen Überleben  und zum längeren Möglichmachen einer besseren Pflege.
Dass man auch den Mut haben kann,  jemanden herzuholen zum Helfen,  auch wenn es dem Pflegebedürftigen nicht passt.
Dass man den Mut haben kann,  die  nahen  "lieben Verwandten"  mit ins Boot zu holen.
Dass man den Mut haben kann, Fremde zu bitten (gegen Geld oder ehrenamtlich),  wenn die Verwandten "kein Interesse" haben...

Durch diese Hilfe  erhält man sich eher seine Kraft  und geht nicht am Pflegefall kaputt.

Mir ist aber schon bewusst,  dass manche Pflegende großen Kummer und wenig Handlungsfreiheit haben wg. dem Starrsinn  vieler Alten und wegen Geldmangel.

Und es ist schon ein großer Organisationsaufwand und manche Überwindung,  dauernd alles einzuteilen und zu managen.



Hier noch ein paar für mich absolut nachvollziehbare und sensible  Sätze  der Rückerinnerung einer Pflegenden , die seit mehreren Monaten pflegt und noch pflegt:


Was ich alles noch nicht wusste, als ich mich entschloss,  meinen Schwiegervater zu pflegen:

Ich wusste nicht.....

- dass ich um Hilfe bitten und Hilfe annehmen darf

- dass ich ganz allmählich,  mit Hilfe der Krankenschwester ,  in die Pflege eingeführt worden bin  und meinen SV anfassen kann,
   was mir anfangs schwer fiel

- dass mein Mann mir so viel wie möglich abnimmt,  weil es sein Vater ist,  und auch mal die Kinder helfen,  wenn wir sie darum
   bitten

- dass ich heute froh bin,  meinen Schwiegervater pflegen zu können


Es belastet mich,.....

- dass er nie einen Wunsch äußert und ich ihm alles von den Augen ablesen muss

- dass ich mir vergeblich wünsche,  er würde ein wenig Dankbarkeit zeigen

- dass ich hinter jedem  Nicht-Mithelfen  bei der Pflege ein  Nicht-Wollen vermute  und nicht an ein  Nicht-Können glaube

- dass ich trotzdem oft darunter leide,  dass ich ihn zwar pflege,  aber nicht so liebevoll pflegen kann, wie ich es gerne hätte

- dass unsere engsten Verwandten zwar wissen,  wie es bei uns ist,  aber uns nie ihre Hilfe anbieten

(Diese Gedanken einer Pflegenden  hat uns auch die Referentin des Abends gegeben.)


Margret






Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Maja am 29.04.07, 22:37
MArgret deine beiden Beiträge gehen mir zu Herzen. ZUm ersten weil alles sowas von wahr ist. Wie es von der Referentin berichtet wird und auch wie es  die Pflegende beschreibt.
ICh glaube ich drucke mir beide Beiträge aus.
Ja man weiss viel zu wenig wenn man den Hof und damit die Verpflichtungen übernimmt. Ja man traut sich viel zu wenig andere um Hilfe zu bitten und Hilfe anzufordern bei den geschwistern die ihr Leben einfach wie gewohnt weiterleben und dan noch sagen :" Ich könnte das nicht so wie Du!! Wo nimmst du bloss die Kraft dazu her? "
Aber niemals auf den Gedanken kämen Ihre Hilfe in noch so kleinen Dingen anzubieten die sie vielleicht ausserhalb einer Pflege als Entlastung tun könnten.
Man erlebt so einiges im Familienkreis. Und so ein Vortrag ist sehr gut wenn man mal hört was alles möglich ist.

Danke MArgret


Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Mirjam am 30.04.07, 07:49
Hallo,

auch mich machen eure Beiträge sehr betroffen.

Meine Eltern gehen auf die 70 zu und - ich bin 150 km weit weg. Meine Kinder noch so jung/Schule, dass ich sie über lange Zeit nicht allein lassen - oder auch nicht mitnehmen könnte. Andersherum schafft meine Mutter kaum mehr jetzt die Fahrt hierher, wie sollte das gehen z.B. eine Zeitlang als Entlastung, wenn sie Pflegefall wäre?

Noch steht es nicht zur Debatte, aber ich weiß nicht, wie ich als Verwandte hier unterstützen sollte - geht es mir doch ähnlich wie 3 meiner Geschwister, die a) ebenso weit weg sind, b) mit den Kids ähnlich geht und c) wie ich als Frau auch berufstätig sind im Angestelltenverhältnis und von der Lebenssituation darauf finanziell angewiesen?

Sicher - ein, zwei, drei Tage wären u.U. möglich - aber regelmäßig als Entlastung?

Wie sehen bei euch überhaupt die Verwandtschaftsverhältnisse aus - habt/hättet ihr nähere Verwandtschaft vor Ort, die selbst noch nicht aus-/überlastet ist, wo ihr euch fragen trauen würdet?

lieben Gruß

Mirjam

Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 30.04.07, 07:52
Ja,

wir wissen nun mehr und sind gewappneter,  aber  erst die Praxis wird es bringen eines Tages...
Ich bin  sowohl Schwiegertochter hier auf dem Hof    als  auch Tochter 100 km weg von zuhause.
Da muss ich mal schon gut Bescheid wissen und viel organisieren,  um daran nicht selber krank zu werden.

Ich denke,  mehr Sorgen darf und muss man sich  aber auch nicht machen  in zu frühem Stadium.
Aber Gedanken machen muss man sich  und  sich möglichst ein bisschen unterhalten darüber.

Margret
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 30.04.07, 07:59
Mirjam,

"Überlastung"  ist sehr relativ...
Ich habe die Erfahrung gemacht,  dass gerade Leute,  wo ich meine, da wär noch deutlich  Kapazität frei,  sich recht gestresst fühlen...
Wer bisher viel frei verfügbare Zeit hat,  nimmt sich nach meinen Erfahrungen viel ungerner/schlechter was davon weg mit verbindlich zugesagter Belastung   als jemand mit straffem  Arbeitspensum bzw. der eh schon recht wenig Freizeit hat.
Traurig und eigentl. unlogisch,  aber eben meine gemachte Erfahrung...

Leider ist es auch so  für die Frauen auf dem Betrieb,  dass sie  "eh da"  sind und so eine Betreuung  dadurch "locker" mitmachen können,  während  Arbeit außer Haus viel höher bewertet wird als Enstschuldigung fürs Nicht-Helfen-Können.  Auch wird den Außer-Haus-Arbeitenden  ihre Freizeit neben dem Arbeitsverhältnis viel eher zugestanden  als denen,  die doch sowieso den ganzen Tag lang daheim rum sind  (und den Dauerspagat zwischen Betrieb, Familie, Pflege usw. machen  und leider fast keine freie Zeiten beanspruchen können).

Margret
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Mirjam am 30.04.07, 09:12
"Überlastung"  ist sehr relativ... Ich habe die Erfahrung gemacht,  dass gerade Leute,  wo ich meine, da wär noch deutlich  Kapazität frei,  sich recht gestresst fühlen...

Hallo Margret,

ich denke, hier sprichst du auch in Hinblick auf Pflege einen ganz wichtig Punkt an:

Die Eigeneinschätzung, wann man gestresst, aus- oder überlastet ist. Ich kann hier dein Argument gut verstehen, dass du den Eindruck hast - dass hier Leute ausserhalb der Landwirtschaft ein anderes Stressgefühl (oder Belastbarkeit?) und Freizeitbedürfniss haben.

Aber - gehen wir in der Landwirtschaft oder Dauerpflege hier nicht oft/häufig über die eigenen Grenzen, weil wir hier eine andere Grenzführung haben? Das wir dann selbst eher chronisch krank sind als irgendwann zu sagen: Egal was kommt - aber ich kann nicht mehr; die Verantwortung dann auch bei sich selbst zu suchen und nicht zu sagen: Die anderen (wegs Nichtmithilfe/-verantwortungsübernahme) sind schuld, dass ich mich aufgearbeitet habe.

In dem Beitrag von der Referentin vermisse ich ein wenig die Grenze, wann häusliche Pflege dann eben nicht mehr möglich ist und ggf. eine Heimunterbringung angesagt ist? Erst wenn der Pflegende selbst krank ist?

Ich bin mir nicht sicher, was mehr Stärke bedeutet: Das "Durchhalten" oder das Erkennen und Aussprechen, welche Leistungs/Stress/grenzen man selbst auf Dauer stößt.

Gruß Mirjam
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Gitta am 30.04.07, 13:11
ich darf euch nun von meinem pflegefall berichten:

meine mum ist seit fast 10 jahren pflegefall, zuerst stufe I, dann ein weiterer schlaganfall, dann stufe II und sein okt 06 (durch gehirninfakt) stufe III. die körperfunktionen der arme und beine sind ausser kraft. lediglich die organe und das gehirn (zeitweise) funktionieren.
mit ihr kann man reden, wie mit jeder anderen oma auch und sie begreift auch, in welchem umfeld sie lebt, wer bei ihr ist und erzählt viel von früheren zeiten.

aber sie muß fast rund um die uhr gepflegt werden.

nach dem kh haben wir sie in ein heim getan, war die ersten 4 monate (von okt06 bis jan07) auch nötig. nun ist sie soweit stabilisiert, dass sie auf biegen und brechen wieder heim will. letztendlich verweigerte sie die essensaufnahme und wurde depressiv auch aggressiv (zumind. verbal).

heute nun haben wir sie aus dem heim geholt und wieder in ihre heimat gebracht und hoffen nun, dass alles klappt.

 
die pflege wird auf mehrer beine gestellt: 4 mal täglich die ambulante pflege, dazwischen eine familienhelferin oder dorfhelferin, ihr mann ist sozusagen der aufpasser und alamiert uns, wenn was wäre. Mein Bruder, mein Mann und ich abwechselnd, je nach Arbeitszeiten.

ich hab die erkenntnis gewonnen, wenn ein alter mensch, schon mal länger allein leben mußte und dann in ein heim kommt, verkraftet er es besser.

wird ein alter mensch aus der familie in ein heim gegeben und will das nicht, der hat mit der heimunterbringung zu kämpfen.
ich besuchte meine mum täglich. täglich nach der arbeit fuhr ich vorbei und ich gab ihr dann dass abendessen ein.
auch der rest der familie besuchte sie so oft es ging, aber der wunsch nach der vertrauten umgebung, nach den vertrauten leuten war immer da.

ihr ging es im heim gut, sie wurde gut versorgt und gepflegt. aber das "alleinsein" verkraftet sie nicht.


Es ist eine wahre herausforderung für die familie mit einem schwerstpflegefall klar zu kommen und noch "nebenbei" sein eigenes leben leben zu können.  auch finanziell.

Überall zuzahlungen oder ablehnung. mit ihrer kleinen bauernrente könnte sie nie alles bewältigen.

gitta
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 30.04.07, 21:18
Hallo,

@ Mirjam:  Der Vortragsabend dauerte nur zwei Stunden,  da blieb vieles unangesprochen.
So wie ich die Referentin einschätze,  hat sie kein Problem mit Pflegeheim,  wenn es eben nicht mehr gut geht daheim.
Sie ist Praktikerin !     Es weiß doch keiner,  wie sich alles entwickelt.  Bei einem selber und erst recht nicht beim Pflegefall .
Das muss schon alles offen bleiben.     Aber mindestens versuchen möchte ich es für mich schon mit  Versorgung und Pflege.
Aber du hast schon recht und ich seh das Problem sehr wohl:  eine Bäuerin geht selten ausgeruht in so eine Pflege hinein sondern ist oft sogar sehr ausgepowert.  Da darf man den Absprung nicht verpassen,  wann es Zeit ist zu sagen,  dass es nicht mehr geht.
Aber mir ist wichtig und deutlich  geworden,  nicht erst beim Erreichen bzw. Überschreiten der Schmerzgrenze um Hilfe bitten zu können,  sondern ruhig sehr früh.

Nicht vergessen darf man auch,  dass es in manchen Familien einfach finanziell nicht drin ist,  ein Pflegeheim  oder kostenpflichtige Hilfe zu bemühen,  weil einfach kein Vermögen o.ä. da ist.
Unterhaltspflichtig sind ja nur die Kinder der Pflegebedürftigen mit ihrem eigenen Einkommen;  nicht etwaige Schwiegersöhne oder Schwiegertöchter. Aber so genau kenne ich mich da nicht aus.

@ Bridda:  bist du dir sicher,  dass Heimunterbringung nicht teurer kommt als daheim ?! Wie kommst du darauf ? Wegen der Rund-um-die -Uhr-Betreuung ?

@ Luna:  so stell ich es mir vor wie bei deinem Vater:  dass alle sich zuständig fühlen...

@ Gitta:  ich wünsche dir ganz viel Kraft und helfende Hände !!! 
Wenn es dir nicht zu viel ist,  wäre es schön,  wenn du mit der Zeit mal hier berichten würdest.

Margret


Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: mary am 30.04.07, 21:29
Hallo Margret,
dein Beitrag über die Pflege ist sehr interessant. Wer ist bei euch zu pflegen?
Ich besuche eine Bekannte desöfteren in einem Pflegeheim- irgendwie holt mich ds Thema "Altern" dort besonders ein.
Und bei jedem Besuch stellen sich mir Fragen, für die ich noch keine Antwort gefunden habe.
Herzl. Grüsse
maria
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Margret am 30.04.07, 21:50
Maria,

im Moment ist zum großen Glück niemand zu pflegen bei uns.

Mir hat bei der Pflegesituation  wie sie meine Mutter und meine Schwiegermutter jeweils hatten, vieles zu denken gegeben.
Deshalb ist mir das Thema sehr wichtig.

Margret
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Sonnenblume2 am 02.05.07, 09:18
hallo an alle,
erklärt mich bitte jetzt nicht als verrückt, aber auch mir macht dieses Thema "Pflege" immer wieder Angst und viele Gedanken, wie das einmal gehen soll
Ich denke das kommt auch etwas davon, weil ich täglich mitbekommen haben, als Opa (eigentlich Opa von Herbert) gepflegt wurde von SE und auch die Oma von Herbert über ein 3/4 Jahr lang ein totaler Bettpflegefall war (wobei bei der Pflege von Oma auch die Schwester von SM sehr viel (täglich) mitgeholfen hat ... Hochachtung vor dieser Frau)
Jeden Tag dazusein für diese Menschen, jeden Tag (speziell) kochen für ihn, 3x täglich Essen eingeben, mehrmals am Tag ihn vom Bett in den Rollstuhl herausheben und wieder zurück ins Bett zwecks Aufliegen und Aufsitzen, Kateder ausleeren, waschen, ...
angehängt sein den ganzen Tag lang (und oft auch Nachts), 7 Tage die Woche,
Muss hier meine SE total bewundern, dass sie das mehr als 6 Jahre lang machen konnten, dass sie auf vieles verzichtet haben (keinen gemeinsamen Urlaub, wenige Tagesausflüge, oft Sonn- und Feiertags zuhause geblieben, bei Familienfeiern in einem Gasthaus zu Mittag nachhause) dass will ich nicht und glaube es auch nicht zu können.


Was mir dabei am meisten Gedanken bereitet, dass uns wahrscheinlich niemand helfen wird von den Geschwistern. Der Bruder von Herbert ist zwar gleich Nachbar, aber die haben sich bis jetzt noch nie wirklich um SE gescherrt z.B.: haben sie SV nicht einmal zum Essen eingeladen, als SM 14 Tage im Krankenhaus lag; SM hatte mal Grippe -Schwägerin hat nicht einmal nach ihr geschaut oder das Essen kochen übernommen

aber das erkennen SE nicht, die meinen immer dass der Bruder bzw. die Schwägerin schon helfen beim Pflegen... sind da wohl sehr optimistisch (wenn die sich jetzt schon nicht viel aus SE machen, werden die es noch weniger machen, wenn z.B.: mal der Hintern zum Auswischen wird)
muss auch noch dazusagen, dass Herbert und ich mich mit seinem Bruder und dessen Frau nicht besonders verstehen, also wird es auch nicht besonders leicht, bei diesen Hilfe einzufordern
Die Schwester von Herbert, wie ich sie einschätze, würde zwar schon helfen wenn wir sie fragen würden, aber die ist über 100km entpfernt.

Kann man irgendwie den Geschwistern ein Druckmittel ansetzen, dass auch sie zur Pflege 'verpflichtet' werden? Mit Übergabsvertrag geht nichts mehr, da wurde die Pflege nur auf uns bzw. eigentlich nur auf Herbert geschrieben. Mit den SE jetzt schon darüber sprechen und dass diese irgendwelche Möglichkeiten hätten, die anderen Geschwister noch etwas zu verpflichten? Was meint ihr?

lg Sonnenblume




 
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Mirjam am 02.05.07, 09:39
Hallo Sonnenblume,

nein. Selbst wenn sich irgendjemand schriftlich zur Pflegestufe 3 hätte hinreißen lasse - zwingen kann man niemanden und (auch die Ehefrau nicht, als "Arbeitsmithaftung") und das wäre auch keine gute Basis, wenn ihr erst dann "fordert" von ihnen und vorher kein gutes Verhältnis pflegt.

Man kann auch dich nicht zwingen, welche Pflegestufe hat er den unterschrieben?

Gruß Mirjam
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Gitta am 02.05.07, 10:42
Hallo Sonnenblume2

das mußt du auf dich bzw. euch zukommen lassen. Vielleicht werden sie gar kein Pflegefall.

zwingen oder Druckmittel bewirken meistens das Gegenteil. Flüchten vor der Verantwortung und Aufgabe.

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es eine menschliche innerliche Entscheidung und Bereitschaft jedes einzelnen ist.

Die Hilfe von Außen sprich außerfamilär ist oft besser, als die erzwungenen Pflegegriffe von Fam.Angehörigen mit der dem entsprechenden
Laune.

Gitta
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Sonnenblume2 am 02.05.07, 11:10
Hallo Mirjam

und das wäre auch keine gute Basis, wenn ihr erst dann "fordert" von ihnen und vorher kein gutes Verhältnis pflegt
da ist schon so einiges vorgefallen, dass ich mit diesem Bruder und der Schwägerin nicht mehr viel zu tun haben will, aber das ist eine andere Sache.
Weiters will ich nicht mein Leben lang bei den Geschwistern von Herbert auf die Knie fallen, damit ich VIELLEICHT mal Pflegeunterstützung von ihnen bekomme.

Man kann auch dich nicht zwingen, welche Pflegestufe hat er den unterschrieben?
Das stimmt schon, aber in wievielen Fällen pflegt denn der Mann seine Eltern und nicht die ST?
Und wenn es auch so sein sollte, dass er die Pflege machen würde, es ist doch auch UNSERE Zeit bzw. wird halt eine andere (Mehr)Arbeit an mich abfallen
Weiters trifft es mich auch insovern, wenn es an das liebe Geld geht, was zwar von ihm event. berappt werden muss, aber UNSERE finazielle Situation wird dadurch beeinflußt.

Es gibt im Übergabsvertrag keine Pflegestufengrenze. Es ist laut Notat so geschrieben, dass er (wir) für die Pflege der Eltern (SE) nur solange zuständig ist, solange sie in diesem Haus leben. Wenn sie also wegziehen würden (was sicher nie der Fall sein wird) oder in ein Heim kommen würden, sind wir anscheinend nicht dazu verpflichtet, mitzuzahlen ... aber wer weiß wie viel Geld der Staat, wenn´s mal soweit sein sollte noch übrig hat für Pflegegelder bzw. Heimplätze und man nicht selber mitzahlen muss!

hallo gitta,
ich bin sicher gerne bereit die SE mal zu pflegen, vorrausgesetzt es sollte mal soweit kommen UND sie behandeln mich nie wie 'den letzten Dreck'
Aber dass ich eben dann fast nichts anderes mehr machen kann und dass man dann nicht sagen kann, 'könnntet ihr diese paar Tage drauf schauen' oder 'wir sind zu Mittag nicht zuhause, könntet ihr das Essen kochen und sie füttern',
dass macht mir solche Gedanken

lieben Gruß Sonnenblume
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Helhof am 02.05.07, 23:26
Hallo Maria,
ich hoffe, ich bin jetzt nicht zu blauäugig, aber ich denke für solche Fälle (Feiern, andere Verpflichtungen) sollte man, wenn auch nicht die Geschwister, so doch irgendjemanden, auch wenn man die Person dann bezahlen muss, finden, der für kurze Zeit die Pflege übernimmt.
Bekannte von uns haben ihre Oma auch in die Kurzzeitpflegestation gegeben, wenn sie ein paar Tage wegfahren wollten.
Wenn du gar nicht mehr rauskommst, das kannst du doch nicht aushalten.

Bei uns ist es zum Glück auch noch nicht so weit, aber ich denke schon auch mal drüber nach. Wobei meine Schwiegermutter aber schon immer gesagt hat, wenn sie mal Pflegestufe 3 sein sollte, geht sie in ein Pflegeheim.
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Sonnenblume2 am 03.05.07, 08:22
mach mir darüber wirklich schon zu viele Gedanken  :-\
erst vor kurzen ist in meinem Familienkreis eine Frau mit 65 Jahren wegen Gehirnschlag ins Koma gelegt worden und es kann Alles sein mit ihr (also auch ein totalter Pflegefall)
... sowas macht einem wieder viele Genanken und Fragezeichen

lg Maria
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Mirjam am 03.05.07, 08:37
da ist schon so einiges vorgefallen, dass ich mit diesem Bruder und der Schwägerin nicht mehr viel zu tun haben will, aber das ist eine andere Sache.

Es gibt im Übergabsvertrag keine Pflegestufengrenze. Es ist laut Notat so geschrieben, dass er (wir) für die Pflege der Eltern (SE) nur solange zuständig ist, solange sie in diesem Haus leben. Wenn sie also wegziehen würden (was sicher nie der Fall sein wird) oder in ein Heim kommen würden, sind wir anscheinend nicht dazu verpflichtet, mitzuzahlen ... aber wer weiß wie viel Geld der Staat, wenn´s mal soweit sein sollte noch übrig hat für Pflegegelder bzw. Heimplätze und man nicht selber mitzahlen muss!

Hallo Sonnenblume,

ist das wirklich eine "andere Sache" für die Geschwister im Verhältnis zu euch? Wenn da so Vorfälle waren, sind die Geschwister vielleicht gar nicht bereit, zu euch regelmäßig ins Haus zu kommen? Siehst du bei den jetzigen Fronten überhaupt eine Chance, dass im Fall der Fälle du hier mit Ansprüchen an sie kommen kannst?

Ich habe das im Bekanntenkreis auch mal erlebt, dass die Geschwister sich nicht so gut vertrugen, aber welche von ausserhalb zur Pflege regelmäßig ins Haus kamen - das tat nicht gut! Also doch eher schaun, was von ausserhalb (ohne Kniefall etc.) möglich wäre?

Das mit den Pflegestufen etc. würde ich klären, ggf. kann man nämlich einen Hofübergabevertrag auch nachträglich ändern mit Einverständnis beider Seiten? Allerdings gibts da in D Grenzen, wie lang dann die Änderung her sein muss, dass die Sozialämter hier das nicht ankreiden.

Aber hier kannst du dich sicher schlau machen bei den entsprechenden Fachberatungsstellen.

Gruß Mirjam
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Gitta am 03.05.07, 10:34
hallo

wenn ein Elternteil in ein Heim kommt und die Sozialkasse muß für die Finanzen mitaufkommen, ist jedes kind unterhaltspflichtig!

vollkommen egal was oder wie es im Übergabevertrag steht.

entscheidend ist dann, ob die Kinder auch unterhaltsfähig sind. Hier wird dann gerechnet.

Stehen dann im Übergabevertrag Wohnrechte oder Sachleistungen oder Taschengeld drin, werden die umgerechntet und dem Kind (Hofnachfolger) angerechnet, da es diese Leistungen ja eh erbringen muß.

ähm, auch Schwiegerkinder sind indirekt bei der Berechnung ob unterhaltsfähig oder nicht  mit dabei.
Es wird das gesamte Familieneinkommen und Vermögen (auch Grund und Boden) mit heran gezogen.

Für beide (Ehemann und Ehefrau) gibt es Freigrenzen, so und so viel darfst du auf der Seite haben, z.B. für Altersversorgung oder Neuanschaffungen (Auto).

Aber täuscht euch nicht, diese Grenzen sind  nicht sechsstellig, sondern nur wenige fünfstellig.

Darlehenszahlungen werden wieder vom Gesamteinkommen abgezogen und auch die laufenden Unterhaltszahlungen für Haus, Familie und privat. Nicht der Betrieb!!  werden abgezogen.


Ein landwirtschaftlicher Betrieb,wenn er betrieben wird, wird nicht angetastet, aber das daraus entstehende Vermögen oder Erspartes wird wieder zu dem Familiengesamteinkommen herangezogen.
Mietobjekte und Pachtobjekte werden dagegen herangezogen und berechnet.
Und dann kann es sein, dass du Zuzahlungen leisten mußt.
Die erhaltenen Mieten oder Pachten werden oft vom Sozialamt geholt.

Eigenbewohnte Immobilien werden nicht angetastet.


hatte das ganze letztes jahr zu bewältigen.

gitta
Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: Sonnenblume2 am 04.05.07, 08:03
ist das wirklich eine "andere Sache" für die Geschwister im Verhältnis zu euch? Wenn da so Vorfälle waren, sind die Geschwister vielleicht gar nicht bereit, zu euch regelmäßig ins Haus zu kommen? Siehst du bei den jetzigen Fronten überhaupt eine Chance, dass im Fall der Fälle du hier mit Ansprüchen an sie kommen kannst?

Ich habe das im Bekanntenkreis auch mal erlebt, dass die Geschwister sich nicht so gut vertrugen, aber welche von ausserhalb zur Pflege regelmäßig ins Haus kamen - das tat nicht gut! Also doch eher schaun, was von ausserhalb (ohne Kniefall etc.) möglich wäre?

hallo Mirjam,
Zitat
Wenn da so Vorfälle waren, sind die Geschwister vielleicht gar nicht bereit, zu euch regelmäßig ins Haus zu kommen?
IMMER waren wir ja noch nicht "verstritten" mit dem Bruder
UND in dieser Zeit sind er und Schwägerin auch nicht oft bei SE gewesen, außer sie haben was von ihnen gebraucht, gewollt oder bekommen, sonst (zur Arbeit oder Hilfe inder LW) haben sie sich nicht Blicken lassen. Heute ist es auch nicht anders.
Da ja der Bruder zugleich Nachbar ist, währe es somit auch möglich, die pflegenden auch mal für ein paar Tage zu ihnen ins Haus zu geben, Platzmäßig währe es kein Problem
Zitat
Siehst du bei den jetzigen Fronten überhaupt eine Chance, dass im Fall der Fälle du hier mit Ansprüchen an sie kommen kannst?
eigentlich nicht  :-[
Irgendwie hätte ich halt so in die Richtung gedacht, heute schon mit SE darüber zu reden, dass sie uns nicht als die Bösen ansehen sollen, wenn wir sie z.B.: für einen Urlaub ins Heim geben würden, weil die anderen nicht bereit sind sie für diese Zeit zu pflegen
Zitat
Ich habe das im Bekanntenkreis auch mal erlebt, dass die Geschwister sich nicht so gut vertrugen, aber welche von ausserhalb zur Pflege regelmäßig ins Haus kamen - das tat nicht gut! Also doch eher schaun, was von ausserhalb (ohne Kniefall etc.) möglich wäre?
wenn´s mal soweit sein sollte, hoffe ich, dass ich Kinder und Enkel habe, die mir dann helfen und mich unterstützen  :)

lg Maria



Titel: Re: Altenteiler: häusl. Pflege durch Angehörige?
Beitrag von: mary am 04.05.07, 08:41
Hallo Maria,
kann es sein, dass euer Schwager und Nachbar der Meinung ist, dass er mit einem Bruchteil abgespeist und deshalb noch immer was zu fordern und zu bekommen hat, dass ihn auch deshalb die Pflege der Eltern überhaupt nichts angeht, denn derjenige, der den Hof bekommen hat- ist sowieso bevorteilt?
Vielleicht ist auch die langjährige gesellschaftliche Meinung, dass dank Sozialversicherung das Alter  von der Gesellschaft getragen wird und die Kinder keine Verpflichtung haben, sich um die Eltern zu kümmern, an deinem Schwager nicht spurlos vorübergegangen.
Das man sich in einer Familie umeinander kümmert, beginnt zuerst beim kleinen Kind- und dann erst für die Älteren.
Die Problematik einer alternden Gesellschaft wird ein weltweites Problem, da steckt noch eine Menge Lernstoff für uns alle drinnen.
Und je nach Alterstufe bewertet man das anders.
Bei uns auf dem Hof waren 3 Ältere, die alle zu Hause sterben durften-
das hat mich sicher anders geprägt, war auch nicht ganz einfach, aber ich bin heute sehr froh drüber, denn aus diesen Erfahrungen habe ich für mich selbst sehr viel gewonnen.
Aber wie du schreibst, das Beste ist, mit deinen Schwiegereltern zu reden, kann mir allerdings vorstellen, dass da auch von ihnen einges abervlangt wird, denn so müssten sie auch ehrlich zu sich selbst sein- und erkennen, dass erwachsene Kinder nicht nur nehmen können.
Wenn die Eltern älter werden- brechen oft unter den Kindern uralte Konflikte wieder ans Licht- und besonders auf den Höfen- macht es diese Nähe nicht immer einfacher.
Drück dir die Daumen,
herzliche Grüsse
Maria
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Bärbel am 14.11.07, 19:27
Hallo Emma

Was sagt Dein Mann zu der ganzen Situation?
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Luetten am 14.11.07, 19:53
Mensch Emma, wach mal auf du hast nur ein Leben, rede mit deinem Mann über deinen Kummer, bei uns gibt es Menschen von der Kirche die  für 10€std. kommen und die alten betütteln ;), sie können z.B. bei dir Mittag holen und es zu ihm rüberbringen und ihm helfen usw.
LG Petra
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: ELLI47 am 14.11.07, 20:12
Hallo Emma
Bist du wirklich verpflichtet deinen SV zu pflegen?
Ist er nicht schon eine Pflegestufe?
Wo sind seine Kinder?
Und wie Petra und Bärbel schon schreiben,wo ist dein Mann.
Ich habe auch schon oft überlegt,wie wird es sein,
wenn ich meinen SV pflegen muß.Aber gegen das was du
schreibst wird das nichts sein.
Wenn du nicht bald Unterstützung bekommst, klappst du
zusammen.Wehr dich und versuche etwas zu ändern.
  LG Elli
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: em am 14.11.07, 20:47

hallo emma,

du könntest in etwa meinen vater als sv haben ...
kommt mir allesso bekannt vor,
und ich bin jetzt schon ziemlich am ende,
obwohl weder vater noch mutter
schon *richtige* pflegefälle sind.

ich war in einer selbsthilfegruppe
für angehörige dememz - und alzheimerkranker,
bis mich der leiter gefragt hat,
warum ich denn überhaut zu ihnen komme,
da meine mutter ja noch nicht *richtig* demenzkrank ist,
und nicht zu pflegen ist.
naja ich hatte mir ja etwas unterstützende hife gedacht,
aber das war wohl nichts.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: em am 14.11.07, 21:08


stimmt,
aufgezwungene nähe ist furchtbar,
da schreit die seele um hilfe
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: klara am 14.11.07, 22:53
Hallo Emma,
eine Hand ist kein Grund um nicht´s tun zu können. Ich kenne zwei Leute mit einer Hand, der eine spielte Klavier, als hätte er zwei Hände, der andere treibt seine Feierabendlandwirtschaft um. Beides ältere Semester. Du musst das ganze gelassener sehen u. nicht immer denken erkann nicht´s tun. Kann er wohl, wenn er gefordert wird, also nicht alles abnehmen.
Wie ist das denn, wenn Du mal krank bist? Was passiert da?

Ich wünsche Dir gute Gedanken ,wir helfen Dir dabei.

Klara
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: sandra am 16.11.07, 09:24
Hallo Emma!

Du schreibst, der Pfelgedienst kommt, um die Wunde zu versorgen. Red mit denen, um Himmels Willen, lass dir ein Angebot schreiben, damit dein Schwiegervater wenigstens morgens von denen versorgt wird (komplett!!! Waschen, anziehen, frühstück richten...), ist ganz sicher in der Pflegestufe drin! So hast du ihn wenigstens erst ab mittag am Wickel und hast auch etwas mehr körperlichen Abstand! Sorry, wenn das jetzt hart klingt, aber wem bitte ist damit gedient, dass du dich kaputt machen lässt? Irgendwann liegst du nämlich flach, und was ist dann??? Ewig macht auch dein Körper die psychische Überlastung nicht mehr mit! Glaub mir, ich weiß, wovon ich rede. Zwar in einem anderen Zusammenhang, aber das ist für das Ergebnis letztendlich ja egal...  ::)

Dann finde ich, dass du aber durchaus deinen Mann und auch deinen Sohn sowie seine anderen Kinder mit in die Pflege einbeziehen solltest. Klar wird das nicht einfach aber... siehe oben. Du schriebst, dien Mann hat viele Ehrenämter und seine Jagd als Ausgleich... was ist dein Ausgleich? Ich bin durchaus der Meinung, dass auch dir mal ein oder zwei freie Abende zur freien verfügung zustehen sollten, an denen du dich NICHT um deinen SV oder um irgendwas anderes auf dem Hof kümmern solltest. Und Samstag/Sonntag könnten sich auch mal die anderen ums Mittagessen ihres Vaters kümmern. Schön abwechselnd halt, weiß ja nicht, wie viele Kinder dein SV hat.

Zusätzlich gäbe es in den Arbeitssptizen im Sommer - oder auch mal ne Woche im Winter, damit ihr auch mal wegfahren könnt! - die Möglichkeit der Kurzzeitpflege.  Die wird nämlich von den Kassen bis zu 4 Wochen jährlich übernommen bis zu einem Betrag von knapp 1500 €. Da würde ich mich einfach mal bei deiner Krankenkasse erkundigen! Bzw. der, die für deinen SV zuständig ist.

Raff dich mal auf, Emma, und lass dir mal helfen! Klar soll sich dein Mann nicht so aufregen, aber heißt das dann, dass er seinem Vater nciht mal das essen bringen kann oder ihn abends mal umziehen helfen?

Ich wünsch dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit, lass dir alles mal durch den Kopf gehen.

lg von sandra, die auch schon fast 5 Jahre in der ambulanten Pflege gearbeitet hat und die auch mit Schrecken daran denkt, was möglicherweise noch vor ihr liegt!!!
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Maja am 16.11.07, 20:55
HAllo Emma.
Ja ich habe gerade deinen Beitrag gelesen und finde es schon mal gut dass du es uns hier aufgeschrieben hast. Einmal weil du dir ein wenig Luft gemacht hast und zum zweiten für alle jene die es bequemer haben mit ihren SE oder Sv und dennoch jammern.
Ich finde es schlimm was bei dir passiert und sage wie alle Vorschreiberinnen, lass dir helfen!!!!!!
Und zwar von deiner FAmilie  und deinen Schwägern und Schwägerinnen, so du welche hast. Und wenn sie nicht wollen dann schick ihnen den Vater mal nach Hause zu Ihnen für ein paar Tage.
Auch mit einer HAnd kann man viel bewegen und sich selbst noch ganz schön selber helfen. Es ist nicht gerechtfertigt weil ihr den Hof habt sich von vorne und hinten bedienen zu lassen und gar nichts mehr selbst zu tun.
Alle haben dir hier gute Tipps gegeben , aber du musst sie jetzt eben umsetzen. Du sollst nicht dich selbst ganz verleugnen,nein du sollst dir unbedingt selbst was gönnen. Ich weiss ja nicht wie alt deiner Kinder sind, aber einige Handgriffe können Sie dir sicher abnehmen und evtl haben die Enkelkinder auch einen besseren Draht zu ihrem Opa und es fällt ihnen nicht so schwer wie dir leichte Pflegeaufgaben zu übernehmen. Ich meine da jetzt z. B. beim Frühstück ein Brot schmieren oder das Fleisch beim Essen kleinschneiden. Aber gut ich kenne nicht den Behinderungsgrad deeines Sv.
Kann aber deine Beklemmung bei zuviel Nähe schon verstehen.
Evtl. würde es deinem SV mal gut tun ein paar Wochen zur Pflege in ein Heim zu gehen und du gehst mal zur Kur.
Hat dein SV noch Geschwister? Evtl ist da was zu organisieren. ?
Auf alle Fälle weiss ich eines ganz genau, du must dich stark machen und Arbeiten delegieren damit du nicht vor die Hunde gehst. Wünsche Dir viel Kraft dazu....ich weiss es ist manchmal einfacher dem" schreienden Kind "seinen Willen zu tun, als stark zu bleiebn und eigene Bedürfnisse durchzusetzen.Gearde bei "alten knötterigen Kindern".
Mir hat mal jemand gesagt :Alte Menschen werden so wie kleine Kinder -  nur nicht so lieblich.
Alles Liebe wünsche ich dir und gutes Gelingen
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Julia Schulte am 16.11.07, 21:17
Hallo Emma
Du bist wirklich nicht zu beneiden, aber ich kenne solche Leute wie deinen Schwiegervater. Da ich ja halbtags in einem Altenheim arbeite weiß ich nur zu genau wovon ich rede.
Wußtest Du das Ihr einen Anspruch auf Urlaub habt? Dann kommt dein SV in die kurzzeitpflege in ein Heim und die Pflegekasse zahlt.
Das musst Du unbedingt in Anspruch nehmen, denn so gehst du körperlich bzw. psyschich daran kaputt.
Vielleicht gibt es ja bei euch auch ehrenamtliche die Dir ein bißchen unter die Arme greifen. Aber auf jeden Fall suche Dir Hilfe!!!!!!!!!!!!
Was aber noch viel wichtiger ist rede mit deinem Mann, er muss auch mal aus sich rauskommen, denn sonst steht der nächste Hezinfarkt vor der Tür.
Kopf hoch, lass dich nicht unterkriegen und denke dran nach Hilfe zu fragen ist keine Schande.
Schöne Grüße aus Ostfriesland
Julia :)
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: em am 16.11.07, 21:25


wenn die anderen familienangehörigen das aber nicht als problem sehen
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Julia Schulte am 16.11.07, 21:29
Wenn Die das nicht so sehen, musst Du versuchen Dir durch eine Selbsthilfegruppe oder soetwas Hilfe zubeschaffen, denn sonst gehst Du dabei drauf. Glaube mir meine Mutter hat das so ähnlich 30 Jahre mit meiner Oma mitgemacht!
LG Julia
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: em am 16.11.07, 21:35

hallo julia,

dazu habe ich in meiem beitrag weiter oben (der scheinbar eh überlesen wurde)
schon was geschreiben
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Julia Schulte am 16.11.07, 22:11

hallo julia,

dazu habe ich in meiem beitrag weiter oben (der scheinbar eh überlesen wurde)
schon was geschreiben
Sorry bin schon etwas müde habe nicht genau genug gelesen.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: em am 16.11.07, 22:14


kein problem *lächel*
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Maja am 17.11.07, 10:54
Em es muss nicht immer so sein dass man in einer Selbsthilfegruppe keine Hilfe sondern komische Antworten bekommt.
Es muss immer wieder probiert und gesucht werden und wenn man so will sind wir hier im BT schon eine Selbsthilfegruppe und diese Gruppe funktioniert meines Erachtens doch super.
Hilfe zur Selbsthilfe wird hier jedem geboten.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: em am 17.11.07, 11:51
hallo maja,

hier in meiner umgebung ist das die einzige derartige selbsthilfegruppe weit und breit
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: mary am 17.11.07, 13:29
Hallo EM,
es ist gar nicht so einfach, wenn die Eltern älter werden. Besonders wenn sie sich in ihrem Wesen oder Verhalten verändern.
Angeblich sind das Stoffwechselprozesse im Gehirn , das macht das Zusammenleben nicht einfacher.
Mir ist neulich eine April Ausgabe von Psychologie heute untergekommen, dort war ein Artikel über das Alter.
Ich muss mir diese Ausgabe der zeitschrift noch besorgen, weil dort die Veränderungen im Gehirn in einen Zusammenhang mit der Ernährung gestellt worden sind.
Besonders ein Vergleich mit Mittelmeerdiät in Bezug auf das Gehirn-
ist mir aufgefallen.
Ist jetzt nur meine Vermutung, aber wenn z.B. Fettsäuren auf die Gehirnentwicklung bei Kindern Auswirkungen haben, wenn sie auf die Psyche wirken, dann wäre es doch leicht möglich, dass sie auch auf das Gehirn und Psyche  im Alter wirken.
Ich mach mir so meine Gedanken, wie werden wir im Alter? Es gibt sicher keine Pillen, die uns das Alter ersparen, aber irgendwie geht mir der Artikel nicht mehr aus dem Kopf, dass Ernährung solche tiefgreifenden Wirkungen auf das Gehirn hat. Und wenn es so wäre, dann ist das was in den Kochtopf und auf das Teller kommt- nicht so unbedeutend.
Herzliche Grüsse
maria

Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Maja am 17.11.07, 14:39
Em sei nicht traurig wenn die einzige Selbsthilfegruppe in deiner Nähe nicht funktioniert, du hast doch uns.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Maja am 17.11.07, 14:46
Mary ja das ist mir auch schon aufgefallen. Ernährung ist ungeheuer wichtig.
Ich spür`s an mir selber wenn ich entsprechend esse , fühle ich mich viel wohler. Aber ganz alleine ist es das Essen auch nicht, die Gene sind viel schuld und da wäre auch noch der eigene Willen. Wer hat denn früher dran gedacht dass auch jüngere Leute in der Familie Rechte hat. Ehret das Alter war der Spruch und damit hat man automatisch vieles ungute zugedeckt.
Ein ewig unleidlicher Mensch wird nicht zwangsläufig lieblich wenn er entsprechende Diäten ist,genau wie umgekehrt.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: mary am 17.11.07, 15:49
Hallo Maja,
Ernährung ist sicher nicht alleine für die Veränderungen maßgebend.
Mir ist dieser Artikel nur deswegen im Gedächtnis hängen geblieben, weil es um Demenz usw. Veränderungen des Gehirns im Alter ging.
Selbst liebliche Menschen können sich im Alter total verändern, ich erlebe es in meinem Umfeld, ist für die Angehörigen oft sehr schwer auszuhalten. Bei Demenzerkrankungen scheint der freie Wille wegzubrechen.
Älter werden ist keine einfache Aufgabe - aber wenn eben durch bestimmte Ernährung des Gehirn beeinflusst wird-
dann wäre es nicht so ganz verkehrt, wenn wir das wissen würden. Die Gene haben wir geschenkt bekommen, aber auf die Dinge Einfluss zu nehmen, die möglich sind, das fänd ich schon wichtig.
Wir werden ja auch Älter und ich möchte nicht unbedingt so werden, dass ich meinen Leuten auf den Geist gehe ;).
Mittelmeerdiät sehe ich nicht als verzichtend und darbendes Essen an, sondern als Genuss mit Lebenslust pur :-*, das müsste doch auch im Norden machbar sein.
Vielleicht sind es wirklich die Gene, aber die Oma meiner Schwägerin wagt noch mit 86 ein Tänzchen und ist geistig topfit und die Grosstante mit 100 kocht sich noch selbst und deren geistige Fitness ist wirklich beieindruckend.
Kann ja wirklich Zufall sein, aber das Essen entspricht in etwa dieser Richtung.

Herzliche Grüsse
maria


Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Maja am 17.11.07, 20:36
Prima Mary, freue mich immer wenn ich ältere Menschen erlebe die lebenslustig sind und gerne unter Menschen sind und auf ihre Mitmenschen zugehen. Ich glaube wir werden schon alleine deshalb nicht so garstig , weil wir mehr über die dinge reden und auch weil wir uns über sowas wie Ernährung mehr Gedanken machen . Früher wurde eben gekocht was einem gut geschmeckt hat, was ja richtig ist, aber heutzutage wird eben auch um die Zusammenhänge gewußt und darauf geachtet.
Ich esse gerne mediterran und endlich hat auch mein Liebling etwas von essentiellen Fettsäuren gehört und dass zum Beispiel Olivenöl gut sein soll.
Ha ich könnte lachen, weil er es von mir nie hören wollte. Aber seit sein Cholesterin mal schnell in die Höhe ging wird er auf dem Ohr etwas empfänglicher.
Falls du also mal was extra spezielles über Ernährung und Demenzerkrankung weist, gerne an mich weiterleiten.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: mary am 19.11.07, 08:25
Hallo maja,
ich werd mich um diese Zeitschrift kümmern, dan bekommst du diesen Artikel.
http://www.magwien.gv.at/lebensmittel/lebensmittel/inhaltsstoffe/omegafett/gesundheitswert.html

Hb dir nur kurz was reinkopiert, zeigt, wofür die Fettsäuren alles gut sein sollen :-)
Olivenöl ist deshalb so gut, weil es ein neutrales Öl in Bezug auf Omega 3 und 6 ist.
Bei Olivenöl gibt es Geschmacks- und Qualitätsunterschiede, genauso haushoch wie beim Leinöl.
Es gibt ja nicht nur die Untersuchungen über die Mittelmeerdiät, sondern auch eine über die Langlebigkeit der Bewohner von Hokaido.
Herzl. Grüsse
maria
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Julia Schulte am 19.11.07, 08:52
Hallo Maja
Was suchst du denn über Demenz?
Ich arbeite ja in einem Altenheim und wir haben überwiegend Demenzkranke, vielleicht kann ich Dir da weiterhelfen, musst dich nur melden
Gruß Jule :)
[/quote]
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: em am 19.11.07, 09:00

hallo maja,

lieb gemeint,
aber hier öffentlich werd ich nicht zuviel schreiben
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Vöglein am 07.01.08, 15:51
Zitat
    ganz viel Wärme für alle denen es kalt ist.

Hallo emma,

darf ich dir ein bischen Wärme schicken für dein Herz.
Habe deine Zeilen zwar aus einer anderen Box, aber ich denke auch hier
können wir eine liebevolle Umarmung gut gebrauchen und ich möchte dich
ein bischen wärmen.

Liebe Grüße von Andrea
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Luise am 27.05.08, 14:22
Hallo,
ich muß hier Heute mal brüllen, wo auch sonst???
Seit jahrzehnten werden wir erpresst mit (eigebildeten) Krankheiten.Und ich bin ja alt...........
immer  wird versucht ein schlechtes Gewissen zumachen und es funktioniert.Im Moment ist es echt kaum zu ertragen. Kein Mensch, der das nicht mit eigenen Augen sieht glaubt mir.
Ich versuche zu ignorieren, aber die Geschütze werden immer härter.
Ich brülle!!!!!!!!!!!!!!
  Luise
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: amber am 27.05.08, 15:49
Hallo Luise,

ich kann dich ja sooooo gut verstehen.

Meine SM (68) hat die gleichen Symptome. Sie ist aber kein Pflegefall oder dergleichen.

Wenn es ihr gerade in den Kram paßt, hat sie unbeschreibliche Schmerzen und ist nur am Jammern und Lamentieren. Bin schon öfter überrascht, wie schnell doch so eine Spontanheilung auftritt, wenn sie plötzlich was vor hat oder abgeholt wird.

Sogar nachts macht sie unglaublichen Radau (wir wohnen im gleichen Haus) wegen angeblicher Schmerzen und am Morgen ist sie quietschfidel.  ::)

Ernst nehmen tut das keiner mehr hier in der Familie (wie denn auch?), aber Nerven kostet es viele und immer öfter mal die Nachtruhe.  >:(

LG Gitte

Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Luise am 27.05.08, 22:03
Hallo Gitte,
-Spontanheilung-genau das meine ich!
Aber glauben tuts doch keiner? oder?
  Luise
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: amber am 28.05.08, 09:42
Hallo Luise,

klar wird sie bedauert von denen, die es nicht wissen. Sie ist ja sooo arm dran.

Und im Grunde genommen stimmt das ja auch, weil sie sich solche Werte gesetzt hat.  ::)

Gitte
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: ELLI47 am 11.06.08, 19:47
Hallo
Nach drei Wochen Krankenhaus hab
ich meine Mutti heute ins Altenheim gebracht :'(
Sie hat geweint und gemeint hier will sie nicht bleiben :'(
Aber was soll ich machen.
Es ist ein Trauerspiel,wenn man sich nicht mehr alleine
helfen kann :'(.
Es ist ein schönes kleines Heim,wo sie sich noch um
alle kümmern können und den Überblick haben.
 Traurige Grüsse von Elli
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Gislinde am 11.06.08, 20:17
Es ist für ältere Menschen immer eine große Veränderung, in ein Pflegeheim zu gehen.
Bei einer 93 jähr. Tante meines Mannes war es für uns Angehörige auch mit viel Überzeugungsarbeitt verbunden.
Es gab auch Tränen, aber letzlich war es ihre körperliche Schwäche, viele Stürze, die ihr im Heim die Vorteile deutlich machten,
weil immer ja Personal zu Hilfe kam.
Vorher war sie (Witwe ohne Kinder) in einem gemeindlichem "betreutem Wohnen", ohne Pflegestation,nur ein ambulanter Krankenpflegeverein war dort, der aber keine Rundumpflege leisten konnte.
Aber letzlich kam sie durch das regelmäßige Essen wieder mehr zu Kräften, so daß sie vom 4. Stock 2 mal täglich in die Hauskapelle gehen konnte mit Rollatorund Fahrstuhl.
Nach ca 11 Monaten ist sie dort friedlich eingeschlafen.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: zensi am 28.02.10, 10:43
Hallo,

ich pflege nun seit über fünf Jahren meinen SV. Er hatte Schlaganfall und konnte nichts mehr machen.
Anfangs gings ja noch mit (begleitendem) Laufen. Mittlerweile geht gar nichts mehr, und seit gestern muss ich ihn auch noch füttern.
Schön langsam geht`s an die Substanz.
Von 1992 bis 1997 hatte ich zusammen mit SV die SM gepflegt, aber das war nicht so schlimm, denn ich war nur tagsüber dran und er nachts und hat sie auch gebadet ( großen Respekt).
Und ich muss sagen, bei der Pflege von SV helfen schon Göga und Söhne mit .Aber die haben auch ihre Arbeit, und ich falle ja als AK am Betrieb weitgehend aus. Und die Söhne sind ja auch den ganzen Tag nicht da( Arbeit und Schule).

Wir haben schon überlegt, den Pflegedienst kommen zu lassen. Die waschen ihn einmal am Tag und das wars dann, und die restlichen 23 Stunden muss ich trotzdem da sein.
Pflegeheim kommt (noch)nicht in Frage, wir haben ihm versprochen, ihn solange zuhause zu pflegen, wie es eben geht.

Es geht ja auch gar nicht so um die Arbeit selbst, sondern um die Belastung, immer da zu sein. Freilich bleibt Göga bei ihm wenn ich zu meinem Stammtisch gehe oder zum Weiberfasching -  Gottseidank.
Aber zusammen weggehen war heuer noch nicht viel drin.

Es gibt Nächte, da holt er uns stündlich raus, da hab ich schon mal das Babyfon abgestellt. Wenn dann aber doch was ernsthaftes ist , hab ich wieder ein schlechtes Gewissen.
Freilich wechseln wir uns nachts ab, aber der Schlaf ist trotzdem weg.

Heut nacht haben wir beide fast gar nicht geschlafen, denn es geht ihm schlecht, und da kann ich mich nicht einfach taub stellen. Würde er da sterben, tät ich mir das ewig vorwerfen.

Letzten Donnerstag musste unser Hausarzt uns beide behandeln, denn auch mir gings schlecht. Er meint , ich solle das nicht so emotional nehmen . Leicht gesagt. Er hat ihm jetzt ein leichtes Beruhigungsmittel für die Nacht verschrieben.
Bis jetzt hats noch nicht geholfen.
SV ist einfach sehr unruhig, ich glaub er hat sehr viel Angst vorm Sterben. Das hat er schon öfter anklingen lassen.
Aber da müssen wir jetzt durch. Das hat vor einigen Jahren schon mein schwerkranker Vater gesagt, als er im Sterben lag.
Und ich bete jeden Tag, dass wir da gut durchkommen.

Gruß Zensi

Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: zensi am 28.02.10, 11:24
Danke Luna,
ich werd mich mal erkundigen.

Gruß Zensi
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Steinbock am 28.02.10, 11:24
Liebe Zensi,

ohne Eure Situation näher zu kennen, möchte ich (da ich von Berufswegen damit zu tun habe/hatte)
sagen, überlegt Euch, ob Ihr nicht den Sozialdienst zum Waschen kommen lasst. Es ist ein Verteilen
auf mehrere Schultern, das ist in so einer Situation immer gut.

Natürlich bleiben Dir/Euch die anderen 23 Stunden, dennoch ist es (für mich) ein anderes Gefühl,
wenn noch jemand mithilft. Vielleicht Tipps gibt und manchmal (viel Zeit haben die ja auch nicht)
ein Small-Talk möglich ist. Das entlastet...

Bitte teilt Euere Kräfte ein!!! Selbst wenn er wirklich ins Heim muss, weil's nicht mehr anders geht.
Auch da ist es gut, wenn die Angehörigen noch Kräfte haben, zum Besuch, für Organisatorisches
und zum Aushalten der Situation.

Ich erlebe es oft, dass die Angehörigen so ausgeleert sind, bis sie sich endlich entschließen, Hilfe/Heim
in Anspruch zu nehmen. Es ist schade/schwer, wenn sie nur noch jammern und sich über nichts
mehr freuen können. Nur noch nörgeln, obwohl sie es vielleicht gar nicht so meinen...

Falls ich mich nicht gut ausgedrückt habe, frag bitte nach, ggf. auch per PM.

Pass gut auf Dich auf!

Elisabeth
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: reserl am 28.02.10, 11:42

Hallo Zensi,

meine Hochachtung, vor dem was Du leistest!

Mein Schwiegervater war die letzten Wochen vor seinem Tod auch ein schwerer Pflegefall und ich
hab in dieser Zeit oft gedacht, dass ich diese Aufgabe nicht über Jahre hinweg übernehmen könnte.... :-[

Wie Luna und Elisabeth möchte ich Dich auch ermutigen, einen Pflegedienst in Anspruch zu nehmen.
Die Tante meines Mannes, die hier auf dem Hof wohnt, braucht seit Weihnachten auch viel Hilfe.

Sie will am liebsten täglich gebadet werden und nun kommt fünfmal in der Woche dazu der Pflegedienst.
Über diese Erleichterung bin ich sehr froh. Sie mag die Damen vom Pflegedienst sehr gerne, ich muss mich in dieser Zeit nicht um sie kümmern und weiß, dass sie da optimal versorgt ist.
Für unsere Tante ist das immer auch ein kleines "Highlight" des Tages, wenn ihre "Lieblingsschwester" kommt.

Mit dem "angehängt-sein" kann ich Dir sehr gut nachfühlen. :-\
Ich bin gerade am Organisieren, wie ich in den nächsten zwei Wochen zwei Termine auf die Reihe kriege, wo keiner von uns daheim ist, aber die Versorgung/Pflege von ihr doch gewährleistet werden muss.


Ich wünsche Dir, dass Du auch immer wieder "Auszeiten" für Dich findest und nutzen kannst.
Dir steht auch ein jährlicher Betrag für eine "Verhinderungspflege" zu, wo Du stundenweise Entlastung
bekommen kannst.
Bei uns bietet ein Besuchsdienst der Caritas diesen Dienst an.
Gerade, wenn die alten Menschen gar nicht mehr alleine bleiben können, ist das sicherlich auch mal eine gute Möglichkeit,
sich zumindest ab und zu ein bißchen Luft zu verschaffen.

Alles Gute für Dich!


Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Everl am 28.02.10, 12:02
Hallo,

ich war vor ein paar Tagen in einem Vortrag über Demenz. Der Vortragende war ein ehemaliger Pfleger, der jetzt selbst ein Pflegeheim leitet und auch eine Zeitlang eine Demenzabteilung geleitet hat. Hier ein paar Stichpunkte, vielleicht helfen sie dem einen oder andern:

Es gibt ca. 67 verschiedene Arten von Demenz.

Demenz ist keine Krankheit, sondern ein Zustand.

Alzheimer ist eine Krankheit, außer bei Untersuchungen des Gehirns kann man es am Verhalten feststellen. Alzheimer verläuft viel schneller als eine normale Demenz.

Alzheimerpatienten neigen zu aggressiven Äußerungen und Handlungen. Das Sprechvermögen lässt sehr schnell nach.

Man soll demente Menschen nicht mit Kindern gleichsetzen, eine jahrzehntelange Erfahrung, auf die sie sporadisch noch zurückgreifen können, unterscheidet das wesentlich.

Wollen demente Menschen nicht mehr essen, liegt es häufig am drastisch geänderten Geschmacksempfinden. Süß geht immer, der Herr hat von pürierten Schweineschnitzel mit Zucker erzählt, die irgendwo mal der Renner waren.

Der Trippelschritt von dementen Personen kommt nicht von der Unfähigkeit zu Gehen, sondern liegt am gestörten Raumempfinden der Menschen. Ein dementer Mensch kann oft nicht abschätzen, ob eine Wand Zentimeter oder Meter weg ist. Wenn man Trinken anbietet, empfinden diese Menschen das durch das entgegengehaltene Glas oft als Bedrohung. Sie erkennen das Glas nicht als solches, vor allem Alzheimerpatienten. Diese Unfähigkeit des Raumempfindens kann durch liebevolle Umarmung für kurze Zeit gebessert werden, sie zeigt dem Menschen, wo sein Körper endet und die Umwelt beginnt, dadurch wird dem dementen Menschen etwas Sicherheit vermittelt.

Werden demente Menschen geschimpft, dringt das tief in sie ein und verunsichert sie um ein vielfaches gegenüber einem anderen Menschen.

Wenn ein dementer Mensch jemanden für einen Verwandten hält, der es nicht ist, oder sich auf einem Bahnhof wähnt, während er im Altenheim steht, so soll man nicht mitspielen, sondern ablenkend fragen. (Der Peter? Was macht denn der Peter, wo wohnt er denn? Sie warten auf den Zug? Verreisen Sie denn gerne, wohin sind Sie schon gefahren?)

Sitzt ein dementer Mensch stundenlang am gleichen Ort, so ist ihm nicht langweilig. Er bearbeitet im Unterbewusstsein vieles aus seiner Vergangenheit. Wenn der Opa sagt, er sei noch nicht fertig, dann deutet das dahin, dass er noch Phasen seines Lebens verarbeiten muss. Es gibt die Theorie von Erik Erikson, der sagt es gäbe acht Lebensabschnitte, die Auswirkungen auf das Wesen und die Fähigkeiten eines Menschen haben, hat er die noch nicht entsprechend verarbeitet, geschieht das im Alter.

Ein dementer Mensch kann gut und frohgemut leben, so lange seine Umwelt seine Defizite auffängt. Das ist zuallererst meist der Ehepartner, später enge Bezugspersonen. Solange diese tun, was er nicht mehr kann, wird ihm sein Defizit nicht bewusst. Dies funktioniert aber nur so lange, wie die Bezugspersonen dies gerne und liebevoll leisten können, sobald die Leistungsgrenze erreicht ist, ist es besser, den dementen Menschen in entsprechende Fremdbetreuung zu geben. In einer Demenzabteilung sollten nur Pflegekräfte arbeiten, die ein tiefes Verständnis und eine gewisse Liebe für die dementen Menschen haben.

Demenz, wie auch Alzheimer sind nicht nachgewiesenermaßen erblich übertragbar.

Einen dementen Menschen verunsichern viele Fragen. Der Pflegende sollte nicht dauernd fragen, wie etwas sein soll, wie es gemocht wird. Bewährt hat sich die Fragestellung sinngemäß „Ist das gut so?“ Darauf kann der Demente leichter antworten, als wenn die Fragestellung immer wieder anders ist.

Demente Menschen haben ein ganz deutliches Empfinden für ihre Umwelt, sie spüren früher als wir, ob etwas ehrlich gemeint ist, ob die allgemeine Stimmung gut oder schlecht ist und reagieren darauf oft mit entwaffnender und manchmal brüskierender Deutlichkeit. Das darf man ihnen nicht übel nehmen.

Die Tagesform eines Dementen ist unterschiedlich, was an einem Tag gut geklappt hat, kann an einem anderen unmöglich sein.

Der Vortragende hat uns noch zwei Seiten Zusammenfassung mitgegeben, wer die haben will, dem maile ich sie gerne.

Schöne Grüße, Everl

PS: Vor kurzem hat mir eine Dame erzählt, dass sie die Ernährung ihrer pflegebedürftigen Mutter vollständig auf Bio umgestellt hat, wenig Fleisch, und sich diese heute den Haushalt wieder selbst führen könne. Jeder muss halt seine Lösung finden, die Dame ist übrigens Biobäuerin  :).
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Gelika am 28.02.10, 13:19
Hi Everl,

du hast da einen sehr guten Beitrag geschrieben....  :D

vielen Dank- nun ist mir einiges klarer geworden.... was ist der BT nur für ein Forum?!?  ;) :-*

lg, Gelika
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: meli092 am 28.02.10, 13:31
Hallo Everl,

ich muss auch sagen, sehr infomativ und für einen Laien verständlich.

Ich bitte um die Zusammenfassung per Mail. :)

lg
meli092
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Steinbock am 01.03.10, 11:13
Wow Everl, da warste auf einem guten, anspruchsvollen Vortrag.

Bin immer noch dabei, da ich auf einer Dementen-Abteilung WE arbeite,
diese Punkte zu lernen und zu verinnerlichen.

Im pflegerischen Alltag mit vielen Bewohnern/innen mit all den gesetzlichen
Vorgaben und den zeitlichen Begrenzungen ist das natürlich alles
nicht so leicht umzusetzen ;)

Aber das mit den süßen Speisen stimmt - meistens - nicht immer!!!

Elisabeth
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Sonnenblume2 am 03.03.10, 17:35
Hallo Zenzi,
meine Hochachtung für deine Pflege an deinen Schwiegereltern/Schwiegervater!
Ich weiß ansatzweise was das heißt, für einen Menschen rund um die Uhr da zu sein und ihn zu pflegen.
Der Opa meines Freundes war auch ein Pflegefall, der von SE zuhause bis zu seinem Tode gepflegt wurde.

ich pflege nun seit über fünf Jahren meinen SV. Er hatte Schlaganfall und konnte nichts mehr machen.
Anfangs gings ja noch mit (begleitendem) Laufen. Mittlerweile geht gar nichts mehr, und seit gestern muss ich ihn auch noch füttern.
Schön langsam geht`s an die Substanz.Von 1992 bis 1997 hatte ich zusammen mit SV die SM gepflegt, aber das war nicht so schlimm, denn ich war nur tagsüber dran und er nachts und hat sie auch gebadet ( großen Respekt).
Du hast/hattest Respekt vor deinem SV, dass er seine Frau (mit)gepflegt hat, dann darfst du auch mal Respekt vor DIR haben, du machst nämlich jetzt dasselbe wie er!

Es gibt Nächte, da holt er uns stündlich raus, da hab ich schon mal das Babyfon abgestellt. Wenn dann aber doch was ernsthaftes ist , hab ich wieder ein schlechtes Gewissen.
Freilich wechseln wir uns nachts ab, aber der Schlaf ist trotzdem weg.

Letzten Donnerstag musste unser Hausarzt uns beide behandeln, denn auch mir gings schlecht. Er meint , ich solle das nicht so emotional nehmen . Leicht gesagt.

Lass dich nicht krank machen. Dein SV hat nichts davon, wenn auch du krank bist.
Lass dir helfen! Lass dir Hilfe ins Haus kommen. Lass auch mal andere (Geschwister deines Mannes) die Pflege übernehmen. Ich weiß leichter gesagt als getan, aber nur wenn du selber wieder Kraft hast, kannst du weiter gute Pflege leisten!

Meine Hochachtung vor all den Menschen, die für andere Menschen da sind und sie pflegen!
Lg Sonnenblume



Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Everl am 04.03.10, 06:45
Wir haben schon überlegt, den Pflegedienst kommen zu lassen. Die waschen ihn einmal am Tag und das wars dann, und die restlichen 23 Stunden muss ich trotzdem da sein.
Pflegeheim kommt (noch)nicht in Frage, wir haben ihm versprochen, ihn solange zuhause zu pflegen, wie es eben geht.

Es gibt Nächte, da holt er uns stündlich raus, da hab ich schon mal das Babyfon abgestellt. Wenn dann aber doch was ernsthaftes ist , hab ich wieder ein schlechtes Gewissen.
Freilich wechseln wir uns nachts ab, aber der Schlaf ist trotzdem weg.

Heut nacht haben wir beide fast gar nicht geschlafen, denn es geht ihm schlecht, und da kann ich mich nicht einfach taub stellen. Würde er da sterben, tät ich mir das ewig vorwerfen.

Zenzi, wenn ich das lese, dann ist es allerhöchste Zeit für eine Entlastung für dich. Eine Freundin hat den Pflegedienst auch nur morgens für ihre Mama, aber sie sagt schon, dass das eine Entlastung ist. Sie hat zumindest morgens für eine Stunde ihre Ruhe. Der Pflegedienst ist zwar nur eine Viertelstunde da, aber dann ist die Mama durch das Waschen und Umziehen so ko, dass erst mal Ruhe angesagt ist. Gönn dir das, es ist wenig genug. Und hin und wieder finde ich, kann auch mal die Verwandtschaft für einen Sonntagnachmittag auf den Opa aufpassen. So schlimm ist das auch wieder nicht, frische Windeln dran, Medikamente sind gegeben, dasein halt. Er freut sich vielleicht über den Besuch und auch über dich, wenn du erfrischt von einem Ausflug kommst, und wenns nur mal ein Spaziergang, oder ein Cafebesuch war.

Ich würde dich auch unbedingt empfehlen, den SV mal in eine Kurzzeitpflege zu geben. Du musst ja nicht gleich alles ausschöpfen. Probier es mal mit einer oder zwei Wochen, wenn du gesundheitlich nicht gut drauf bist, oder wo du weißt, dass eine stressige Zeit kommt. Dein SV wird es schon verstehen/müssen, wenn du deine eigene Gesundheit als Grund angibst. Und glaub mir, ihm tut es auch gut. Er sieht mal, dass nicht dauernd jemand da sein kann, kommt mit Leuten zusammen, du kannst ihm auch eine Physio- oder Ergotherapeutin ins Altenheim schicken, dann wird er ein wenig beweglicher. Mach dich nicht kaputt, denn dann muss er ganz ins Heim, da habt ihr beide nix davon.

Wegen der Nachtruhe: Geh mit ihm zu einem Neurologen, nicht zum Hausarzt. Probier mehrere Medikamente aus. Ich bin auch nicht für Sedierung, aber wenn man die Dosis kennt, die für einen Nachtschlaf reicht, dann ist das für beide Teile eine Entlastung. Ihm tut es ja auch nicht gut, nur immer ein wenig zu schlafen. Und sag es nicht unbedingt allen Verwandten, sonst bis du die Böse. Wer nicht pflegt, redet sich nämlich leicht.

Liebe Grüße, Everl
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Mogli am 04.03.10, 09:47
Drückt mir bitte die Daumen, zwischen 11.00 und 13.00 Uhr kommt der MD zwecks Einstufung. LG Helga
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: zensi am 06.03.10, 09:29
Drückt mir bitte die Daumen, zwischen 11.00 und 13.00 Uhr kommt der MD zwecks Einstufung. LG Helga

Hallo Mogli,
Wenn das Ergebnis kommt, und du denkst , es ist nicht gerecht, leg Einspruch ein. Lass dir die Beurteilung des MD von der Krankenkasse kommen und sieh ihn dir an.
Bei uns gings um sieben Minuten täglich, wo SV nicht in die Stufe zwei kommen sollte. Ich bin dann Stück für Stück durchgegangen und habe geschrieben was tatsächlich an Zeit für die Tätigkeiten gebraucht wird.
Entscheiden tut nicht der MD sondern die KK. Bei uns hats geklappt und die KK hat in II eingestuft und ich habe ein halbes Jahr nachgezahlt bekommen.
Ich habe auch mit unserem Caritas Pflegeverband gesprochen, die haben mir auch geholfen.

Alles Gute

Gruß Zensi
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Mogli am 06.03.10, 09:32
Danke Zensi! Ich wünsch dir viel Kraft für deine Aufgabe. Ich denk viel an dich und ob ich das auch mal so schaffe. Respekt! Vielleicht treffen wir uns dann wirklich einmal. ;) LG Helga
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Sasa am 07.03.10, 01:00
Hallo Zensi,
ich habe 5 Jahre lang meine Oma gepflegt, sie hatte eine Schlaganfall und meine Mama war nach 2 Jahren so fertig mit den Nerven und hatte auch vom Heben etc. - meine Mama hat Rheuma und ist daher eh schon angeschlagen- solche Probleme, sie konnte einfach nicht mehr. Oma starb 1999, damals wurde ich gerade 30.
Ich hab es immer so gesehen, ich kann Oma jetzt etwas von dem wiedergeben, was sie mir als Kind gab- sie wohnte bei uns zu Hause und ich war eigentlich immer Omas Kind.

Trotzdem empfand ich dieses Angebunden sein ans Haus, trotz kleinen Kindern, ich konnte also eh nicht soviel weg, als sehr belastend. Dieses rund - um - Uhr-  auf " Achtung" stehen müssen. Bei einem kleinen Kind kann man sich damit aufbauen, daß es jeden Tag leichter wird- hier war es genau anders herum.

Ich würde, sollte einer meiner Eltern oder Schwiegereltern mal pflegebedürftig werden, das - prinzipiell- wieder machen. Aber, das habe ich für mich daraus gelernt, ich würde mir - und meiner Familie, weil auch der Mann leidet ja mit!- Freiräume schaffen. Notfalls würde ich zur Bedingung machen, daß die jeweiligen anderen Kinder entweder persönlich mal anrücken, um uns zu entlasten, damit man mal "Ruhe" hat, mal raus kommt....schon der Einkauf wird ja sonst zum Gehetze....einfach mal auftanken kann. Und wenn sie das nicht wollen- das war nämlich das Problem bei meiner Oma- irgendwie waren alle damit überfordert, sagten sie ( keine zeit, berufstätig etc.) würde ich mir privat jemanden suchen, der vielleicht stundenweise da ist. Gar nicht für die Pflege "an der Person" unbedingt, aber als Betreuung. Und die Rechnung würde ich dann präsentieren...Da würde ich mich durchsetzen, denn niemand dankt mir das hinterher, wenn ich mit Nerven am Ende bin. Und ich denke, dann ist eine vernünftige Pflege, im Sinne von Zuwendung, zeit haben, Geduld aufbringen, auch nicht mehr recht möglich. Was soll man geben, wenn der eigene Akku leer ist?
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: ELLI47 am 07.03.10, 10:04
Hallo
Ich werde mich nachher auf den Weg ins Krankenhaus nach Hamburg machen.
Muß 1,5 Std, fahren.
Werde meine Mutter besuchen,sie haben sie diese Woche 2mal operiert.
Ich hoffe es geht ihr gut,denn nach dem ganzen durcheinander der letzten 2 Wochen
könnte sie bald wieder nach Hause (Heim) kommen.

Die vergessen glatt Bescheid zusagen,wenn sie doch nicht entlassen wird und ich fahr hin
und keiner ist da.
lg Elli
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: zensi am 17.03.10, 20:55
Hallo,
nur mal so zur Info.
Morgen kommt der Caritas-Pflegeverein. Die helfen mir nun einmal in der Woche beim Baden von SV.
Sein Zustand wird zunehmend schlechter.

Die haben mir auch geraten, sofort einen Antrag auf höhere Einstufung zu stellen. Hab ich gemacht, glaub aber nicht, dass das durchgeht.
Man wird sehen.

Schönen Gruß

Zensi

Übrigens: Heut war so schönes Wetter, da bin ich raus und hab meine Blumenbeete und Hof auf Vordermann gebracht, das hat soooooooooo gut getan  .
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Hopfi am 16.02.11, 16:58
Ich finde in der heutigen Zeit sollten die eigenen Kinder sich auch um die eigenen Eltern kümmern.
Ich finde es nicht mehr richtig, daß der Schwiegertochter immer der Schwarze Peter in die Schuhe geschoben wird,nur weil die eigenen
Kinder keine Lust haben sich um die eigenen Eltern zu kümmern, auf welche Art auch immer!
Was meint ihr dazu?
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Nike am 16.02.11, 18:26
Das fände ich auch schön... Meine Mutter kümmert sich "einen Dreck" um ihre Eltern (obwohl sie nebenan wohnt und viel Zeit hat!!!). Ich wohne eine halbe Stunde Fahrtzeit entfernt, habe Kinder, Haus, Hof und bin selbständig - und pflege meine Großeltern. Außer mir ist irgendwie niemand zuständig. Ohne die Haushaltshilfe und eine private Altenpflegerin würde ich´s nicht schaffen...
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: lindenblüte am 16.02.11, 19:20
Es ist schon richtig, daß die eigenen Kinder sich um die Eltern kümmern sollten. Ich muß aber gestehen, daß ich mich schwerer tue, meine eigene Mutter zu pflegen (mußte ich jetzt mal kurz machen da sie einen Unfall hatte). Bei meiner SM gelingt mir das irgendwie besser - vielleicht weil man nicht so die emotionale Nähe empfindet - obwohl ich meine SM schon mag.
Ich kann mich da besser abgrenzen.
Ich finde es jedoch noch wichtiger der pflegenden Person - ober eigene Tochter/Sohn oder Schwiegertochter - nicht dreinzureden und deren Arbeit zu unterstützen und zu würdigen. Es tut diesen gut Lob und Dankbarkeit zu erfahren.

lg Lindenblüte
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Hopfi am 28.02.11, 20:23
Hallo lindenlüte,
die Verantwortung sollten dennoch die Kinder tragen, und wenn es die Kinder nicht mehr schaffen, aus welchen Gründen auch immer ?????
dann gehören 3., die ausgebildet im sozialen Netz sind es übergeben, wie z.B. betreutes Fahren usw.
Ich finde, der Schwiegertochter wird zuoft "der schwarze Peter" in die Schuhe geschoben.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Hopfi am 11.05.11, 07:27
Irgentwann sind die Schwiegereltern zu alt, daß sie ihre eigenen 4 Wände putzen -
darum würde mich interessieren -
wer putzt bei Euch das Schlafzimmer der Schwiegereltern, und wie sind sie zufrieden damit?
 :)  >:( ??? ::) :-[ :-X :-\ :'(
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Marina am 11.05.11, 07:32
Hallo,

ich habe viele Jahre das Wohn- und Schlafzimmer der SE geputzt (SM war nicht so der Haushaltstyp  ;)).
SM war froh, dass ich es gemacht habe und sie waren immer zufrieden (waren in dieser Beziehung
aber auch sehr anspruchslos). Beim Schlafzimmer darf man sich halt nicht zu viele Gedanken machen  :-X

Gruß
Marina
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: fanni am 11.05.11, 09:03
Irgentwann sind die Schwiegereltern zu alt, daß sie ihre eigenen 4 Wände putzen -
darum würde mich interessieren -
wer putzt bei Euch das Schlafzimmer der Schwiegereltern, und wie sind sie zufrieden damit?
 :)  >:( ??? ::) :-[ :-X :-\ :'(

Nun ............ich war froh, als endlich klar war wer putzt (vor allem bei Bad un Kühlschrank ::))........denn früher war meine SM sehr sehr gründlich aber sie baute über die Jahre sehr sehr ab und das sah man eben an ihren Räumen.

Es ist vollgestopft bis obenhin. Seit einem Jahr putze ich. Ich brech mir keinen ab. Mach einfach sauber, das muss langen. Für eine Großreinigung (Entrümplung) ist kein Platz und Zeit.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: frankenpower41 am 11.05.11, 10:39
Da gehts mir wie Fanni.  Ich bin immer in Zwickmühle, da SM ( 82 und eigentlich noch fitt) oberen Bereich noch putzen will und es manchmal nicht mehr so geht. (besonders bei den Fenstern und Bad, das wir auch teilweise mitnutzen, weils im Obergeschoss das einzige ist)  Meist lass ich das dann den Kindern machen, bei mir wäre sie beleidigt, wenn ich nachputze.  Sie kehrt unten bei mir immer früh und wenn sie sieht (ihr entgeht nicht viel), dass ich nochmal Besen nehm, dann ist sie beleidigt.  Bräuchte sie nicht machen, aber ich lass sie.
In ihre Räume geh ich überhaupt nicht. Da soll ihre Tochter was sagen, wenn sie meint.

Bei meiner Mutter merk ich auch manchmal, dass es nicht mehr ganz so ist wie früher. Einmal hab ich Andeutung gemacht, das lass ich jetzt auch.  Es ist halt nicht einfach, ginge mir genauso, wenn mich jemand drauf ansprechen würde, dass ich was übersehe.

marianne
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Marthe am 11.05.11, 10:49
Hi,
meine SM hat eine Putzfrau, aber da die in der Woche nur 2 STd kommt, bleibt natürlich
viel liegen.
Also habe ich meine Schwägerinnen(6) angesprochen und so haben wir im April an einem Samstag, als SM auf einer geb feier war, eine Putzparty gemacht. Mit 7 Personen schafft man schon was. War auch ganz lustig, haben dabei das eine oder andere Glas Sekt getrunken, wie gesagt Putzparty  ;D . Wer das nicht so lustig fand, war meine SM, der wir vorher natürlich nichts von gesagt hatten. Aber dann hätte sie wahrscheinlich vorher schon Theater gemacht , aber so kann sie sich bei niemanden über den anderen beschweren, da wir ja alle daran beteiligt waren. Hätte ich das alleine gemacht....wäre sie bestimmt total beleidigt gewesen.
Und dadurch,ihre Töchter an die Aktion beteiligt waren, konnten sie sich mal ein Bild davon machen, wie es wirklich bei ihr aussah.....
LG
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: geli.G am 11.05.11, 21:20
Hi,
meine SM hat eine Putzfrau, aber da die in der Woche nur 2 STd kommt, bleibt natürlich
viel liegen.
Also habe ich meine Schwägerinnen(6) angesprochen und so haben wir im April an einem Samstag, als SM auf einer geb feier war, eine Putzparty gemacht. Mit 7 Personen schafft man schon was. War auch ganz lustig, haben dabei das eine oder andere Glas Sekt getrunken, wie gesagt Putzparty  ;D . Wer das nicht so lustig fand, war meine SM, der wir vorher natürlich nichts von gesagt hatten. Aber dann hätte sie wahrscheinlich vorher schon Theater gemacht , aber so kann sie sich bei niemanden über den anderen beschweren, da wir ja alle daran beteiligt waren. Hätte ich das alleine gemacht....wäre sie bestimmt total beleidigt gewesen.
Und dadurch,ihre Töchter an die Aktion beteiligt waren, konnten sie sich mal ein Bild davon machen, wie es wirklich bei ihr aussah.....
LG


Das find ich wirklich eine ganz tolle Idee :D....auch wenn deine SM es nicht so gut fand...... ;)
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Sasa am 11.05.11, 23:09
Das ist wirklich eine gute Idee- werd ich meinen Schwägerinnen und meiner Schwester mal vorschlagen. Seitdem wir Kinder alle aus dem Haus sind, packt meine Mama das ganze Haus voll- mit Deko, gebrauchten Möbeln. alten Zeitungen....man bekommt wirklich Beklemmungen, wenn man in dieses eigentlich riesige Haus kommt, weil alles so voll ist. Nun ist schon ein Flur so vollgepackt, daß man gar nicht mehr reinkommt! Es nimmt wirklich schlimme Ausmaße an- flapsig gesagt, wenn man Feng Shui da durchjagen würde, es würde tot umfallen.

Wir könnten einfach eine Entrümpelungsparty machen ;D
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Tormenta am 12.05.11, 04:19
Meine Mutter lebt ja bei uns im Haus, und den Abwasch, sowie die Bodenreinigung und das Badezimmer darf ich nicht machen, kann dies ja sicher nicht so sauber wie sie. Putze ich mal das Badezimmer reinigt sie es mir hintennach. Naja ich habe damit kein Problem, denn so hat sie den Eindruck noch gebraucht zu werden. Was ich jedoch machen darf ist ihre Waesche etc. das strengt sie zu sehr an. Beim Kochen hilft sie auch und naja da ich ja immer noch das kleine Moeneli bin und erst 5 Jahre alt weiss ich ja soooo vieles noch nicht, habe ueberhaupt keinen Stress damit, denn ich kenne von meinem Muetti nichts anderes, also lasse ich sie gewaehren, und sie ist so sehr gluecklich. Uebrigens sie ist 88 Jahre alt, im Moment sind wir ja am packen, denn wir haben eine neue Farm gekauft und sie will immer mithelfen, ist selbst so enttaeuscht dass sie nicht mehr die Kraft hat wie frueher, naja da muessen wir halt immer wieder gut zureden.

Tormenta eigentlich 50 Jahre alt und halt immer noch das kleine Kind
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: SiegiKam am 12.05.11, 13:50
Ich möchte das ehrlich gesagt auch nicht, dass ohne mein ok meine Wohnung geputzt wird, auch wenn es noch so gut gemeint ist - Privatsphäre ist auch ein Teil der Lebensqualität.

Siegi
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: ansabe am 12.05.11, 17:44
Ich bin froh, dass ich für meinen Bereich eine Putzfee habe und dass Schwiegermutter jetzt auch bei sich einmal in der Woche  putzen lässt. Da ich auch noch zwei Tage die Woche arbeiten gehe, passt das jetzt ganz gut. Das einzige, was ich manchmal denke, ob SM nicht die Putzfee selber bezahlen könnte. ;D
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: em am 12.05.11, 18:08


solch einen unerwünschten einbruch in meine privatsphäre,
würde ich sehr demütigend finden,
ich wäre sehr wütend und verletzt über diesen hausfriedensbruch,

ist ja noch schlimmer wie die einmischeungen der eltern oder schwiegereltern,
die mit uns oft in einem haus leben
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Mattea am 12.05.11, 19:30


wenn die Putzaktion abgesprochen gewesen wäre, dann ok, aber so hinter dem Rücken, also ich wäre sauer wenn mir das passieren würde.
Gut gemeint die Sache, aber falsch angegangen.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: zensi am 15.05.11, 11:55
Ich seh das mal anders. Ich dachte erst mal: Toll , dass da alle Schwägerinnen mitmachten und das zusammen auf lustige Weise durchzogen.
Und zweitens hat die SM doch eine Putzfrau, das ist auch eine fremde Person und kann in der ganzen Wohnung rumschauen.
Und..... wie hat denn dann die SM reagiert , Marthe ?
Würd mich dann schon noch interessieren.

Gruß Zensi

Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Paula73 am 15.05.11, 12:06
Ich denke manchmal muss man halt die Initative ergreifen. Wenn sich 7 Personen einig sind das eine solche Aktion nötig ist wird es schon Gründe geben. Und vollendete Tatsachen sind oft weniger stressig als vorher viele Gedanken drum herum.
Wichtig finde ich das es beim sauber machen bleibt und nicht aussortiert wird.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: frankenpower41 am 15.05.11, 13:59
Ist wirklich schwierig hier richtig zu entscheiden.  Privatsphäre wahren ist schon gut, und bei einen selber will man das ja auch nicht haben, aber alte Leute merken oft gar nicht mehr, dass sie die reinsten "Messies" sind.

Gut find ich, dass a l l e   beteiigt waren.  Ich kann mich noch erinnern, dass meine Mutter bei ihrer Mutter auch immer etwas "ausgemistet" hat wenn sie dort war. Meine Tante hätte das nicht gemacht, aber Mama hat einfach mal einen hundertmal geflickten Schürzen (hätte ja genug gute gehabt) verschwinden lassen,  oder die ach so schönen Bildchen, die in irgendwelchen Zeitschriften waren und die man unbedingt aufheben musste.
Ich weiss noch, meine andere Oma, die war ganz anders, die hat auch mal ausgemistet und nicht viel gehordet.
Bei der waren dann auch keine "Altertümer" mehr vorhanden um die sich die Erben hätten streiten können.
Wie spottet meine SM immer, die hat ja die Zinnteller zum Hühner füttern genommen  (hat ihr mal mein Vater erzählt)
Je älter ich werden, umsomehr denk ich ich lauf in Richtung "Sammeloma". Früher hab ich da gespottet.

marianne
 
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: sonny am 16.05.11, 19:08
Hallo,

meine SM putzt ihren Wohnbereich selber,
für gründlichere Aktionen hat sie seid ein paar Monaten eine *Putzperle*!

Treppenhaus putze ich mit.

Bei meiner Mutter muss ich auch ab und zu eine Grundreinigung durch ziehen.
Sie ist jetzt 80 Jahre und hat Probleme mit der Schulter, da fällt das putzen schwer.

Sie ist auch der Typ *Sammeloma*,
wenn was zum aussortieren ist, verschwindet das gleich bei mir im Auto.
Könnte sonst sein, das sie es wieder einräumt. ::)

Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: LunaR am 16.12.13, 21:21
Hallo,

bei der Suche nach einem Wäschegeschenk bin ich auf eine Firma gestoßen, die eine Extra-Kollektion von Pflegehemden anbietet. Solche Hemnden, die man am ganzen Rücken oder auch unter den Armen einfach öffnen, um auch Schwerkranke besser pflegen zu können. Falls jemand Interesse daran hat, gebe ich über PN gerne den Link weiter oder darf ich den hier rein setzten?

LG
Luna
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: LunaR am 17.07.14, 21:01
Hallo,

nun nehme ich mal diese alte Box für mein Anliegen. Habe mal eine Frage an diejenigen, die einen älteren Menschen im Altesheim haben. Mein SM ist seit einiger Zeit inkontinent und eine entsprechende Geruchsentwicklung lässt sich nicht leugnen. Heute hat mein Mann mal nachgefragt, wie oft sie geduscht wird. Lt. Pfleger ein mal die Woche  :o Bei diesem Wetter sollte es selbst bei fitter Blase öfter sein, mit Inkontinenz auf alle Fälle immer, finden wir jedenfalls. Sie hat Pflegestufe 1 und da ist m. W. Hilfe bei der Körperpflege mit dabei. Wisst ihr, ob da eine bestimmte Anzahl/Woche vorgesehen ist? Könnt ihr mir sagen, wie oft eure alten Angehörigen dort geduscht werden?

LG
Luna
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: martina-s am 17.07.14, 21:17
Hallo Luna,
ich hab mal Altenpflege gelernt. Aber sagen kann ich Dir das auch nicht. Damals (vor 35 Jahren) hat man die Leute einmal die Woche gebadet.

Für die heutige Zeit finde ich das aber total daneben. Also ich würde eingehen, wenn ich nicht jeden Tag duschen könnte. Auch wenn ich nichts arbeiten würde und nicht in den Stall müsste. So dusche ich halt 2 x!

Ich denke mal, wenn man einen Menschen am Waschbecken oder mit der Waschschüssel (wie früher oder wenn streng im Bett liegend) wäscht, dann ist das viel mehr Arbeit, wie wenn man die Person gleich in die Dusche stellt und abbraust.

So wie sich das für mich anhört, waschen die aber auch nicht richtig. Hört sich für mich an, als würde da nur der Waschlappen unters Wasser gehalten und bestenfalls Gesicht und Hände gewaschen.  :-\ ::)

Bin echt gespannt, was andere darauf zu berichten wissen. Sind doch einige hier die jemanden im Pflegeheim untergebracht haben....
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Nelly am 17.07.14, 21:46
Meine Oma wurde jeden zweiten Tag geduscht!!

NEll
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Maja am 17.07.14, 22:21
Meine Schwiegermama war einige Wochen zur Kurzzeitpflege in einem Heim. Solange wie die Schwägerin eben brauchte um das Zimmer in ihrer Wohnung für sie fertig zu machen.
In der Zeit betreute sie aber die SM täglich dreimal dort im Heim selbst.
Jeden Tag duschen wäre nicht gemacht worden vom Personal, die hätten die Zeit nicht aufgebracht. Eincremen und so dauert ja auch seine Zeit.
Es besteht ein hoher Aufwand an Dokumentationspflichten, das fehlt dann an der eigentlichen Pflegezeit.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Nelly am 17.07.14, 23:24
Man muss das mal hochrechnen. Wenn jeder Bewohner täglich geduscht werden würde.....naja, so 20 BEwohner pro Flur, das wäre sicher kaum machbar, eben wegen der Dokumentationspflicht und der eng bemessenen Zeit.....

Nell
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: LunaR am 18.07.14, 00:24
Hallo,

jeden Tag muss vielleicht nicht sein, aber einmal die Woche finde ich bei Inkontinenz schon sehr wenig. Ob eincremen jedes mal nötig ist, weiß ich nicht. Meine SM ist ja nicht bettlägerig. Sie hat nur eine leichte Gehbehinderung und kann mit Handreichung selbst in die Dusche gehen. Ich glaube nicht, dass sie im Liegen im Bett gewaschen wird. Vermutlich macht sie das noch selbst. Das weiß ich aber nicht. Jedenfalls wenn sie sich noch selbst wäscht, kann ich mir vorstellen, dass sie einfach nicht mehr so beweglich ist, um sich überall gründlich waschen zu können.

Zitat
In der Zeit betreute sie aber die SM täglich dreimal dort im Heim selbst.


Maja, ich finde es ja schön, wenn deine Schwägerin sich so viel um deine SM gekümmert hat, aber eigentlich dürfte das nicht in dem Ausmaß nötig sein (ich weiß, dass es trotzdem so ist). Ich frage mich immer, wie geht es den Altenheimbewohnern, die keine Angehörigen mehr haben oder nur welche, die weit weg wohnen. Gerade solche Leute gehen doch oft ins Altenheim. Mein Mann macht auch sämtliche Arztbesuche, Fußpflege, Einkäufe usw. mit seiner Mutter.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: martina-s am 18.07.14, 06:46
...also ich weiß nicht...
Bis ich den Patienten an den Waschtisch hole, in der Zeit hab ich ihn doch auch fast geduscht.
Sorry, aber ich gehe jetzt mal von mir ganz persönlich aus: Ich war im Krankenhaus mit Kaiserschnitt. Beim ersten Mal haben sie mich 3 Tag nicht aufstehen lassen.
Bei den beiden weiteren Kaiserschnitten war ich in anderer Klinik und dort haben sie mich sobald ich mich aus dem Bett bewegen konnte (so einen Tag danach) in die Dusche gestellt. Beim dritten Kind bin ich dann schon gleich geflitzt. Mir wurde auch eine Pflegekraft zur Seite gestellt.
Und was soll ich sagen, nach dem Duschen war ich wie ausgewechselt. Hab mich bei den beiden letzten Kaiserschnitten viel schneller erholt.
So Hygienemaßnahmen können Wunder wirken. Und das könnte ich mir auch beim alten Menschen vorstellen.
Gibt ja so tolle Einrichtungen mit denen man die Patienten in die Dusche bringen und dort hinsetzen kann.
Was hätten da wir vor 35 Jahren gesagt. Da musste vieles noch um ein ganzes Stück beschwerlicher gehen.
Na, ich wäre was für die heutige Pflege mit der Doku    ;D die könnten sich auf was gefasst machen!
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: frankenpower41 am 18.07.14, 08:52
Hallo

Mein Mann durfte ja nach seiner Rücken OP längere Zeit gar nicht aufstehen.  2 1/2 Wochen vollkommen flach liegen. Ich glaube, bis er sich das erste Mal wieder geduscht  und Haare gewaschen hat (da hatte ich schon Bammel) waren 5 Wochen vergangen.

Eine Bekannte erzählte mir, dass sie ihren Opa (muss gewickelt werden, läuft aber schon ein bisschen rum) mit Hilfe der polnischen Pflegerin mindestens alle 2 Tage duschen. Da gings um Vergleich Kosten Pflegeheim und daheim mit Pflegerin.

Marianne
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: SiegiKam am 18.07.14, 09:03
Die Frage ist auch, ob ein geistig einigermaßen fitter Altenheimbewohner sich duschen lassen will. Wenn nicht, wird das akzeptiert und in der Doku vermerkt. Es wird immer wieder nachgefragt, manche sagen sie hätten sich bereits ganz früh selbst geduscht. Was will man dann machen? Sagen "Sie müffeln aber ganz schön?" Das wird man sich drei Mal überlegen. Häufig ist eine große Scham da und nicht immer liegt es daran, dass eine Frau einen männlichen Pfleger hat oder umgekehrt. Das meint man oft, dass sie sich deshalb schämen, dabei kann oft ein Pfleger eine Dame leichter überreden in die Dusche zu gehen, oder eine weibliche Pflegekraft einen Herrn. Bei hygieneunwilligen Senioren bedarf es viel Takt und Überredungskraft um sie in die Badewanne oder die Dusche zu kriegen. Auch das ist eine Zeitfrage und wird dann im Vorfeld geplant. Manchmal ist auch die ständige Anwesenheit von Angehörigen ein Hinderungsgrund. Manch einen erschöpft eine Dusche mit Eincremen auch ziemlich, so dass er das nicht täglich will.

Siegi
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Selina am 18.07.14, 09:22
Hallo zusammen,


meine SM wurde im Pflegeheim auch nur einmal in der Woche geduscht und sie war sehr inkontinent.
Natürlich wurde sie zwar alle Tage gewaschen aber man roch in ihrem Zimmer einfach den Urin.
Mein Mann nahm ein geruchstarkes Toilettenmittel mitnehmen zu ihr mit, das er dann immer in die Toilette spritzte.
Er bildete sich ein, dass die Toil. nicht so ganz sauber war aber das stimmte einfach nicht, denn die hatten ja ihr Putzgeschwader, das dies jeden Tag erledigte. Man darf dem Personal auch nicht unrecht tun, denn die laufen eh den ganzen´Tag was sie können.
Die SM bieselte einfach bei ihren selbständigen Toilettengängen auch ständig kurz mal auf den Boden oder auch auf den Rand der Toil.
Außerdem hatte sie eh auch immer eine Windelhose an. Anschließend spülte sie das Clo nicht ................
Bin zwar mal in das Büro gegangen und habe dieses angesprochen aber da merkte ich, dass die sich schon sehr viel Gedanken um die Sauberkeit machten.
Auch hatte die Sanitäreinrichtung keine Belüftung nach außen, denn es war ein etwa 4o-jähriges Krankenhaus, in dem so etwas nicht installiert war. Die hatten zwar vor der Inbetriebnahme als Altenheim noch ein Stockwerk drauf gesetzt in dem dann schon alle Toi. belüftet waren und dort roch es wirklich nicht. Das konnte ich schon beurteilen, denn ich besuchte in dem Stockwerk auch regelmäßig unseren Onkel, der auch jetzt noch dort ist.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: gammi am 18.07.14, 11:09
Das wollte ich auch schon schreiben................alte Leute wollen auch gar nicht so oft geduscht werden.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: martina-s am 18.07.14, 11:12
Hallo,
also ich hab jetzt in meinen Postings von der Tatsache ausgehend, dass die alten Leute nur einmal die Woche überhaupt die Möglichkeit haben geduscht zu werden, eben die Überlegungen angestellt, was dem Menschen zumutbar ist bezüglich fehlender Hygiene oder nicht.
Ich bin jetzt nicht von Senioren ausgegangen die nicht bereit sind zu Baden oder zu Duschen. Das hat es bei uns auch gegeben.

Gerade in der Hygiene hat sich doch viel verändert. Ich hab noch Generationen gepflegt, die waren es nicht einmal gewöhnt die Leibwäsche täglich zu wechseln.

Ich sag ja nix, wenn jetzt jemand aus medizinischen Gründen nicht geduscht oder gebadet werden darf. Aber wenn jemand nur weil er alt und gebrechlich ist in seinen Hygienegewohnheiten eingeschränkt wird, dann finde ich das nicht so toll.
Das ist eigentlich ein Rückschritt in der Pflege!

Jetzt ist evt. ein alter Mensch ohnehin schon in seiner Persönlichkeit beschnitten wenn er ins Pflegeheim muss. Und dann beschneidet man ihn auch noch in allen seinen z. T. auch notwendigen und persönlichkeitserhaltenden Gewohnheiten.
Also ich fasse es nicht!
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: martina-s am 18.07.14, 11:24
Hallo Naima,
schon Hammer?! Oder?
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: martina-s am 18.07.14, 12:29
Hallo Naima,
ich finde überhaupt  :'(
es hat sich, seit ich nimmer in der Kranken und Altenpflege arbeite vieles eher zum Negativen verändert.
Die ganze Dokumentationspflicht nimmt denen die wirklich mit Liebe am Bett stehen die Luft zum arbeiten.

Die menschlichen Züge und die Individualität geht flöten.

Manchmal bin ich schon seit meiner aktiven Zeit mit Pflege konfrontiert worden. Und es entsetzt mich jedesmal wieder aufs Neue was und wie es da abgeht.

Deshalb ist nix besser geworden! In manchen Bereichen hat man sogar Rückschritte eingeläutet dadurch.

Ich möchte behaupten unsere Pflege damals in den Altenheimen verlief runder und individualitätsorientierter wie jetzt.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Steinbock am 18.07.14, 12:40
Soweit ich weiß, ist Duschen vom Pflegesatz her nur 1 x pro Woche vorgesehen.
Viele Senioren mögen Duschen/Körperpflege aus den verschiedensten Gründen nicht gerne.
(Meine Erfahrung). Ich habe aber auch erlebt, dass gerade bei stark inkontinenten, aber
kooperativen Bewohnern "mal schnell zwischendurch geduscht" wurde, weil der Zeitaufwand kaum größer
ist und die Bewohnerin dann eben wieder frisch ist.

Starker Uringeruch bei der Patientin deutet eher auf zu wenig Trinken und/oder Medikamente
hin. "Normaler" Urin riecht nämlich auch bei Inkontinenz kaum. Die Hygieneprodukte dazu
sind nämlich schon gut...

Elisabeth
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: SiegiKam am 18.07.14, 13:09
Da beißt sich die Katze in den Schwanz:
Viele Senioren trinken absichtlich nicht viel, weil sie sonst Hilfe beim Toilettengang brauchen. Gehts da ein bißchen daneben, dann riecht das stark.
Oder sie trinken nicht so viel, weil das Durstgefühl stark nachlässt und sie sich nicht zum Trinken nötigen lassen wollen.

Siegi
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: LunaR am 18.07.14, 13:42
Hallo,

alte Leue, die nicht duschen und baden wollen gibt es natürlich auch. Meine Schwester hat früher im Altenheim gelernt und da hat sie auch immer solche Geschichgen erzählt. Und natürlich auch die, die sich schämen. Davon kenne ich auch einige. Beides trifft aber bei meiner SM nicht zu. Sie möche schon öfter duschen und Scham ist für sie ein Fremdwort. Sorry, dass gehört zu den Dingen, die ich bei hr nie begreifen konnte. Nicht nur beim Baden. Habe sehr viele Dinge mit ihr erlebt, die das bestätigen.

Seit ihrem Treppensturz hat mein Mann sie ja hier zu Hause immer gebadet. Meine Eltern hätten sicher lieber den Pflegedienst selber bezahlt, bevor sie von einem ihrer Kinder hätten gebadet werden wollen, so lange es möglich ist. Meine SM hat zu der Zeit noch alles andere gemacht, sogar Auto fahren. Mein Mann hat auch noch weitere Handreichungen gemacht, als sie nach dem Sturz beide Hände nicht gebrauchen konnte, z. B. beim Toilettengang. Für sie war das alles kein Problem. Macht ihr auch nichts bei anderen Leuten aus. Hier ist sie mal nackt an die Tür gegangen, als ein Bekannter ihr eine Zeitung gebracht hat. Der wusste gar nicht, wo er hinschauen sollte. Sie hat erst noch ein Gespräch mit ihm angefangen. Kein Handtuch davor oder nur mal so um die Tür schauen, nein in voller Größe und Breitseite. Aber ich komme etwas vom Thema ab.

Zitat
Soweit ich weiß, ist Duschen vom Pflegesatz her nur 1 x pro Woche vorgesehen.

Wird das einheitlich bei häuslicher Pflege und Heimaufenthalt gesehen? Würde mich mal interessieren.

Zitat
also ich hab jetzt in meinen Postings von der Tatsache ausgehend, dass die alten Leute nur einmal die Woche überhaupt die Möglichkeit haben geduscht zu werden, eben die Überlegungen angestellt, was dem Menschen zumutbar ist bezüglich fehlender Hygiene oder nicht.

In diesem Sinne habe ich es auch gemeint.

Zitat
Ich möchte behaupten unsere Pflege damals in den Altenheimen verlief runder und individualitätsorientierter wie jetzt.

Davon bin ich auch überzeugt.

Es ist auch so, wie Selina schreibt. Obwohl es noch ein sehr neuen Heim ist, haben die Badezimmer keine Fenster. Da wird dann bei vielen wohl häufig über das Zimmer und den Flur geläuftet. Schon bevormeine SM inkontinent wurde, hat sich mein Mann oft darüber aufgeregt, wie es dort schon im Flur und Treppenhaus riecht. Nicht nur Urin, auch nach Stuhlgang. Er hat sich sogar schon mal bei der Heimleitung darüber beschwert.

Möchte noch mal ausdrücklich betonen, dass wir uns nicht grundsätzlich über das Personal beschweren wollen. Wir wissen, dass die viel zu tun haben und beneiden sie nicht um ihre Arbeit, einschließlich der Dokumentationen. Auch das meine SM keine leichte Bewohnerin ist. Mein Mann arbeitet ja selbst in der Pflege mit Behinderten und er regt sich auch oft darüber auf, was alles dokumentiert werden muss.

Danke euch erst mal für eure Antworten. :) Gut zu hören, wie es anderswo ist und auch die Aussagen von Frauen, die sich selbst mit der Arbeit auskennen. Wir haben sonst mit niemanden bisher auf dem Gebiet Erfahrungen.

LIebe Grüße

Luna




Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Tina am 18.07.14, 14:25
zum Thema duschen:
unsere Oma hat seit kurzem Pflegestufe eins.
Der Pflegedienst kommt jeden Tag und wäscht sie, zweimal in der Woche wird geduscht.
Das ist in der Pflegstufe mit drin.
Zum Thema Inkontinent schreibe ich lieber nichts :-X, dann kann nicht sein, also hat man da auch keine Probleme
LG
tina
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: SiegiKam am 18.07.14, 17:30
Das Thema Geruch ist bei allen Pflegeheimen ein wunder Punkt. Schon allein wenn die Windeln zum Müll gebracht werden hinterlassen sie eine Duftspur. Am besten kommt man dem bei, indem man alles immer gleich in Müllsäcke steckt und nicht im Zimmer läßt und indem man an den Wänden Duftspender anbringt, die kontinuierlich die Gänge beduften. Das bringt ganz viel aber es kostet auch.

Siegi, dich auch mal nackt zuhause rumläuft aber niemandem so die Tür öffnet  ;)
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Vronerl am 19.07.14, 15:54
Hallo zusammen,


meine SM wurde im Pflegeheim auch nur einmal in der Woche geduscht und sie war sehr inkontinent.
Natürlich wurde sie zwar alle Tage gewaschen aber man roch in ihrem Zimmer einfach den Urin.
Mein Mann nahm ein geruchstarkes Toilettenmittel zu ihr mit, das er dann immer in die Toilette spritzte..
Er bildete sich ein, dass die Toil. nicht so ganz sauber war aber das stimmte einfach nicht, denn die hatten ja ihr Putzgeschwader, das dies jeden Tag erledigte. Man darf dem Personal auch nicht unrecht tun, denn die laufen eh den ganzen´Tag was sie können.

Die SM bieselte einfach bei ihren selbständigen Toilettengängen auch ständig kurz mal auf den Boden oder auch auf den Rand der Toil.
Außerdem hatte sie eh auch immer eine Windelhose an. ------------------- Anschließend spülte sie das Clo nicht ................
Bin zwar mal in das Büro gegangen und habe dieses angesprochen aber da merkte ich, dass die sich schon sehr viel Gedanken um die Sauberkeit machten.

Auch hatte die Sanitäreinrichtung keine Belüftung nach außen, denn es war ein etwa 4o-jähriges Krankenhaus, in dem so etwas nicht installiert war. Die hatten zwar vor der Inbetriebnahme als Altenheim noch ein Stockwerk drauf gesetzt in dem dann schon alle Toi. belüftet waren und dort roch es wirklich nicht. Das konnte ich schon beurteilen, denn ich besuchte in dem Stockwerk auch regelmäßig unseren Onkel, der auch jetzt noch dort ist.

Kann ich mir absolut vorstellen, dass dann die nächste Umgebung riecht
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: martina-s am 19.07.14, 22:59
Hallo,
... wenn ich all das hier so lese, dann wäre es eine Überlegung wert unseren alten, ungenutzten Kuhstall in ein Pflegeheim zu verwandeln mit 4 oder 5 Zimmern.
Echt mir tun die Menschen leid wenn sie so ihrer Persönlichkeit enthoben werden.

Zwei Orte weiter hat jemand an eine Gaststätte (früher Landwirtschaft) so was dran gebaut. Ob das aber noch läuft mit betreutem Wohnen, ich weiß es leider nicht. Hab ich nimmer weiter verfolgt.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: LunaR am 20.07.14, 00:59
Hallo,
... wenn ich all das hier so lese, dann wäre es eine Überlegung wert unseren alten, ungenutzten Kuhstall in ein Pflegeheim zu verwandeln mit 4 oder 5 Zimmern.
Echt mir tun die Menschen leid wenn sie so ihrer Persönlichkeit enthoben werden.

Zwei Orte weiter hat jemand an eine Gaststätte (früher Landwirtschaft) so was dran gebaut. Ob das aber noch läuft mit betreutem Wohnen, ich weiß es leider nicht. Hab ich nimmer weiter verfolgt.

Mittlerweile gibt es ja auch schon kleine Hotels, die betreutes Wohnen bis Pflegestufe 1 anbieten. Ist sicher angenehmer als im Altenheim. Hat nur den Nachteil, dass man wohl umziehen muss, wenn man eine höhere Pflegestufe braucht.

Habe mal einen Bericht über Holland gesehen, da bekommen die alten Leute das Pflegegeld ausgezahlt und können es verwenden wie sie wollen. In Holland gibt es Bauernhöfe, die Tagespflege für Senioren anbieten, richtig professionell, mit ausgebildeten Altenpflegerinnen, aber eben in der Bauernhofumgebung. Die alten Leute dort waren sehr zufrieden. Allerdings ist das sicher nichts für jeden. Für meine SM müsste das in einer Supermarktumgebung sein. Dort war schon immer ihr Interesse, heute noch. Jeden Tag dort shoppen gehen, fände sie sicher toll.

Martina, ich finde auch, es gibt zu wenig Individualität in der Altenpflege. Aber das Personal ist auch sehr überlastet und dann versucht man wohl möglichst viel mit einer allgemeinen Routine zu erledigen.

LG
Luna
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: mary am 20.07.14, 08:51
Wie  unser "Altwerden" wohl einmal sein wird?
Wie wird die Pflege der Zukunft aussehen, wenn wir jetzt schon so einiges an Missständen sehen? Wird es das Auseinanderdriften in Arm und Reich dann im Alter im Besonderen geben?
Jeder will jung bleiben, keiner alt werden, aber jeder möchte ein hohes Lebensalter erreichen.
Ist nicht Japan das Land, wo es bereits Pflege- oder Hilfsrobotter gibt?
Oder die Leute von der Insel Okinawa, die mit 90 noch ihren Garten bestellen und als Verkäuferin im Geschäft mithelfen?

Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Benita2 am 20.07.14, 10:12
Hallo allerseits,

für mich ist es Buch mit 7 Siegeln, wie sich ein Landwirtsehepaar auf so eine Pflegesituation einstellen möchte. Ich meine jetzt ein kleines Alten- und Pflegeheim anzubieten.
Gehen wir mal davon aus, dass bestenfalls einer von beiden diesen Beruf gelernt hat.
Dann schon mal die Investition, da gehts nicht nur mal um 50 000 der 80 000 €
Was ist, wenn einer von beiden ernstlich krank wird und der Betriebszweig wieder aufgegeben werden muß.
Die Investitionen bekommt man bestimmt nicht mehr zurück, man kann dieses Heim dann auch nicht mal schnell verkaufen.
Ein Kredit bei einer Bank lastet auch im Nacken.
Vielleicht bekommt man ihn aber eh bei der KfW mit sehr wenig % Zins, trotzdem ...............
Man muß sich ja auch Personal einstellen, welches dann durchaus mal selber krank sein könnte, an manchen Zeiten dann doch nicht so ausgelastet ist, dann muß man sie ja trotzdem bezahlen. Welche ihren Anspruch auf Urlaub haben, welche unschiedlichen Charakters sind und man sie dann doch nicht einfach schnell mal wieder entlassen kann. Dann will alles viiiiiel besser machen wie hier beschrieben ist.
Der Nachtdienst muß auch gewährleistet sein, er bleibt sowieso sicher dann beim Landwirtsehepaar hängen.
Außerdem braucht dieses Paar auch mal Urlaub und tägliche Freizeit aber da wartet dann der Haushalt oder der landw. Betrieb schon wieder auf die Arbeitskraft oder es kommen andere Zwischenfälle vor.
Man muß ja schon direkt göttlich sein um dies alles zu leisten.
Vielleicht hat aber das Paar 5 Kinder, die in diesen Beruf einsteigen, ........... dann ist es schon eher zu verwirklichen.

Das möchte ich mal erklärt bekommen, egal wer das hier kann.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: SiegiKam am 20.07.14, 11:02
Benita, kannst ja hier mal nachfragen:
http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/vor-ort-die-reportage/wohnmodelle-kopie102.html

Meist wird aber auf dem Bauernhof eher eine betreute Wohngruppe angeboten. Das sind dann so 8-10 Personen, die jeweils ein eigenes Zimmer haben. Es handelt sich dann nicht um ein Pflegeheim sondern um eine Wohngruppe und die hat wesentlich weniger Auflagen als ein Pflegeheim. Das geht gut, so lange die Leute nicht sehr verwirrt oder schwer pflegebedürftig sind. Dann wird es schwierig. Oft hat keiner auf dem Hof eine spezielle Ausbildung. Für die Pflege kommt der ambulante Pflegedienst. Angeboten wird das Wohnen, Kochen, Putzen, Wäsche, Unterhaltung und Hilfereichungen für den Alltag. Wem das liegt, dauernd da sein zu müssen und wer Freude am Umgang mit älteren Menschen hat, für den ist das evtl. das richtige, wenn der Hof selbst nicht soviel Einsatz braucht, weil Tiere wegkommen, verpachtet oder übergeben wird. Viele alte Leute schätzen es, auf einem großen Geländer herumgehen zu können, evtl. noch etwas zu garteln oder kleine Tierbestände zu füttern bzw. denen einfach zuzuschauen. Ich sehe die den finanziellen Einsatz nicht so schlimm, Zimmer mit Bad eben, barikadenfrei. So etwas kann man auch als Fremdenzimmer nutzen.

Siegi
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: LunaR am 20.07.14, 11:51
In dem Beitrag aus Holland wurde nur Tagespflege angeboten. Ich kann nicht mehr sagen, wie viele Senioren dort waren. Svchätze mal so ca. 15. Die Frau und auch die Tochter des Landwirts hatten Altenpflege gelernt und haben sich mit den alten Menschen beschäftigt und sie tagsüber versorgt. Es gab einen kleinen Garten und Kleintiere. Beides wurde von den Senioren gut angenommen. Das geht natürlich nicht für Pflegefälle, aber so in der Kategorie, was hier Pflegestufe 1 entspricht oder auch beginnende Demenz. Die Alten wurden morgens mit einem Kleinbus gebracht und abends wieder abgeholt.

Das ist ein Modell, bei dem z. B. berufstätige Angehörige entlastet werden. Ich hatte nicht den Eindruck, dass dafür sehr hohe Investitionen nötig waren. Es waren ja nicht für jeden extra ein Zimmer usw. nötig. Auch für die Alten hatte es m. M. mehr Lebensqualität als ein übliches Heim. Das alles ging aber nur, weil in Holland, wie geschrieben, das Pflegegeld ausgezahlt wird und es in der Entscheidung der Senioren liegt, wie sie ihre Betreuung gestalten wollen.

Ich habe damals noch so gedacht, wenn mein Vater eine Betreuung gebraucht hätte, wäre das eine schöne Sache für ihn gewesen.

LG
Luna
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Wiese am 20.07.14, 12:10


Kürzlich war in unserer Zeitung ein Bericht über: Altwerden im Fünf Sterne Hotel gestanden.
Könnt  es hier nachlesen. Immer wieder gibt es Menschen, die sich für die Älteren Generation einsetzen.
http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_rottal_inn/eggenfelden/1364489_Altwerden-wie-im-Fuenf-Sterne-Hotel.html
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Rosi K am 20.07.14, 13:06
Wie  unser "Altwerden" wohl einmal sein wird?
Wie wird die Pflege der Zukunft aussehen, wenn wir jetzt schon so einiges an Missständen sehen? Wird es das Auseinanderdriften in Arm und Reich dann im Alter im Besonderen geben?
Jeder will jung bleiben, keiner alt werden, aber jeder möchte ein hohes Lebensalter erreichen.
Ist nicht Japan das Land, wo es bereits Pflege- oder Hilfsrobotter gibt?
Oder die Leute von der Insel Okinawa, die mit 90 noch ihren Garten bestellen und als Verkäuferin im Geschäft mithelfen?
Das frage ich mich manchmal auch. Ich persönlich glaube, dass unser Gesundheitssystem bis dahin nicht mehr bezahlbar ist. Das liegt meiner Meinung nach aber leider daran dass wir "übertherapiert" werden. Übertriebene Vorsorge, unnötige Operationen, volle Praxen......und keine Zeit für die wirklich kranken Menschen, die "nur" Betreuung und Zeit brauchen und keine gutbezahlte Operation. Da werden die Leute ohne Geld irgendwann wahrscheinlich auf der Strecke bleiben.
Noch dazu habe ich das Gefühl, dass die junge Generation immer noch weniger Verantwortung übernehmen will. Ich glaube, gerade diejenigen, die noch aus der Landwirtschaft kommen und das nicht immer einfache Leben in mehreren Generationen mitbekommen haben, wollen am Liebsten gar nicht in die Nähe ihrer Eltern ziehen (so erfahre ich es gerade am eigenen Leib!). Kann es sogar irgendwie verstehen mit der eigenen Erfahrung. Aber was heißt das: Einsame Höfe mit alten Leuten, kein Nachfolger, keine Enkel, keine Betreuung und dann Altersheim. Schade! Und nebenbei bemerkt, früher war man ja auch mal froh, wenn die Großeltern bei der Kinderbetreuung geholfen haben, aber auch das braucht man ja kaum noch in Zeiten der garantierten Kita-Plätze. Ich glaube unsere Welt wird immer noch egoistischer, unmenschlicher, kälter und einsamer.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: klara am 20.07.14, 22:59
Hallo Rosi,
das hast Du sehr gut geschrieben.
 Finde mich in Deinen Zeilen wieder.
LG Klara
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: LunaR am 20.07.14, 23:02
Ich denke auch ähnlich wie Klara und gehe davon aus, sofern ich nicht rechtzeitig/frühzeitig tot umfalle, dass mein Ende in einem Altenheim sein wird und der Standard wegen Geldmangel in den Heimen schlechter sein wird als heute.

LG
Luna
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: mary am 21.07.14, 07:47
Hallo Luna,
deshalb gefällt mir die Vorstellung des Alterns so wie auf der Insel Okinava- relativ rüstig und gesund bis ins hohe Alter, noch gebraucht werden, in einer Gemeinschaft zu leben- es fahren ja genügend Wissenschaftler auf diese Insel, um dem Geheimnis des gesunden Altwerdens auf den Grund zu kommen.
Es wird eine gewaltige Vermögensumschichtung geben, denn 3.000 Euro aufwärts pro Monat im Altersheim mit sicher zukünftiger Steigerung nach Oben- lassen erahnen, was da an Geldern nötig sein wird.
Aber es gibt doch auch andere Denkansätze- die Männer gehen im Alter nach Thailand, werden dort von einer jungen Thailändern liebevoll versorgt, für die anderen nicht so betuchten Leute oder auch Frauen- war schon mal Afrika als Option im Gespräch.
Wenn heute die Industrie immer mehr in Billiglohnländer auslagert, wird vermutlich auch irgendwann der Zustrom von Pflegekräften aus anderen Ländern zurückgehen und die "Alten" werden dann eben dahin gebracht, wo Pflege noch leistbar ist.
Kann mir nicht helfen, aber solche Vorstellungen über unser Alter- machen nicht gerade ein gutes Gefühl.
Und nach unserer demographischen Pyramide wird es vielleicht noch ganz andere Ausmusterungsdenkmöglichkeiten geben-
in einigen Ländern ist es doch jetzt schon so, dass nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip so manches Ersatzteil samt OP an bestimmtes Lebensalter gebunden ist.
Ich habe eine ganz grosse Hochachtung vor den Altenpflegerinnen, aber wie überall, Bürokratie frisst soviel Arbeitszeit auf, dass es immer enger wird.
Und ich befürchte, dass dies immer noch enger werden wird.
Manchmal überlege ich mir, wie ich gerne alt werden möchte- ob es dann so ein wird, das weiß ich nicht.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Selina am 21.07.14, 09:13
Hallo zusammen,

Übertherapiert ist wirklich der richtige Ausdruck.
Meine SM wurde mit ihren 89 Jahren kurz vor ihrem Tod noch auf die Intensivstation gelegt, weil da gerade einige Plätze frei waren und das Krankhaus auf diese Weise unumschränkt zusätzlich Kohle machen kann. Sie hatte ein beginnendes Multiorganversagen . Der Sterbeprozess hatte bereits begonnen.
Sie war etwa 6 Tage dort, an eine Dauerdialyse angeschlossen, bei der ihr ständig das Blut am linken Dauerkatheder der Cava Carotis entnommen wurde und auf der rechten Seite wieder zugeführt wurde  ::) ::)
Auf den Einwand meines Mannes, dass wir eine Patientenverfügung haben die so etwas nicht erlaubt, außerdem dass er keiner Beatmung zustimmt und auch keiner künstlichen Ernährung, sagte der 2. Chefarzt dieser Station, das in diesem Fall die Pat.-verfügung nicht greift, weil noch :o Hoffnung :o :o auf HEILUNG besteht.
Mit dieser Methode hat sich das KH nochmal täglich etwa 1500€ dazu verdient, denn das Bett war ja ohnehin frei.
Mein Mann sah beim Verlassen der Intensivstation, das noch mindestens 4 Betten frei waren.
Irgendwann fingen die beiden Wunden an zu bluten, nach innen und nach außen. Bei SM war das Blut dann so sehr verdünnt, dass man es nicht noch mehr verhindern konnte. Muß noch dazu schreiben, dass ihr Blut ohnehin schon so stark verdünnt war, weil sie immer schon ASS bekam, sodass sie bei jedem stärkeren Anfassen große Blutergüsse bekam. Bei einer Dialyse wird das Blut aber noch mehr verdünnt, damit es "leichter" die Dialyse-Maschine passieren kann.
Dann wurde bei uns plötzlich um etwa 9:00 vormittags angerufen, dass SM noch an diesem Tag sterben wird und die Verwandschaft machte sich auf den Weg ins KH.
Dort lag sie dann in einem extra Sterbezimmer und es dauerte noch bis 22:00 abends.

Wenn wir mal soweit sind, dann kann keine Krankenkasse so eine "Behandlung" mehr bezahlen.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: gini am 21.07.14, 12:49
Ich möchte hier ein positives Beispiel vorstellen.
http://www.adelwoehrerhof.at/unser-team.html
Ich weiß auch wovon ich rede, denn zusammen mit  meinen Schwägerinnen habe ich viele Jahre meine SM gepflegt. Obwohl sie nicht mehr viel mitbekam, war es uns sehr wichtig, sie in ihrer gewohnten Umgebung zu lassen. Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit, zu Hause zu Pflegen. Aber wir haben es als Chance genutzt um als Familie noch näher zusammen zu rücken. Ich hatte die Möglichkeit zusätzliche Versicherungszeiten zu erwerben, da ich als haupttätige Angehörige bei PVA angemeldet war.
Es war allerdings sehr mühsam, das Wissen zusammen zu tragen, um alle Möglichkeiten der Unterstützung zu nutzen. Ich weiß nicht ob das bei euch in Deutschland besser geregelt ist.
Für mich selber würd ich mir auch ein Altern in Würde wünschen, aber ich seh da ein bisserl schwarz. Die Zeiten der richtigen Großfamilie sind vorbei und alles andere ist schwer leistbar.
Und Selina möchte ich auch zu stimmen, das hat nichts mehr mit heilenwollen zu tun, da geht's nur um die Zahlen.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Bergli am 01.03.18, 19:16
Habe schnell etwas Zeit.
Letzten Samstag ist meine Schwiegermutter gestürzt und hat sich den Oberschenkelhals gebrochen. Gerade unter der Kugel und der Knochen sitzt gut drin, es muss nicht operiert werde. Zum Glück. Also im Moment, wenn alles gut geht.
Jetzt ist sie im Spital und für morgen haben wir einen Platz im Altersheim, für die Akut- und Übergangspflege, ein Bett gefunden, für mindestens zwei Wochen, nachher schauen wir weiter. So gut soweit.
Schwiegermutter ging die letzten Jahre (sicher 5 Jahre ) nicht mehr fort (ins Tal) und vorher sicher nur einmal im Jahr mal mit mir einkaufen. Beim Doktor war sie sicher das letzte Mal vor 15 Jahre. Gesunde Frau? Oder? Nein! "Ich will nicht, es geht schon! - Doktor kann nicht helfen, es ist das Alter" Sie wird 80 Jahre alt.
Das letzte Jahr ist sie immer müder geworden, schwindlig ist es ihr fast immer, Kopfschmerzen hat sie meistens, schon über Jahre. Die Gebärmutter ist unten, manchmal kommt sie raus. Sie sicher nicht zum Doktor, das kann man nicht anders machen, sie will nicht operieren.
Ich wollte ihr die letzten Wochen helfen. Sie "nein, nein, es geht schon. "
Geputzt, wie sie sagt, das ganze letzte Jahr nicht mehr. ich denke aber länger nicht mehr oder nur knapp, sehr knapp.
Wäsche nur immer das alte an, nie etwas neues gekauft. ist doch schade, brauch ich nicht mehr.

Jetzt musste ich ihr Spitaltaugliche Wäsche besorgen, kaufen. Alles was sie bracuht, sie hat nichts vernüpftiges. Sie selber schämt sich dafür, weil ich alles machen muss. Zuhause ihre Waschen etc. und organisieren, wie weiter, was danach, wie danach. etc.
 
Wenn ein Arzt gespräch oder sonstitiges ansteht, winkt sie ab und meint; Schwiegertochter (also ich) ist nicht da, sie sollen mit mir reden. Sie verstehe das eh nicht. So bin ich bei ihr, bei Arzt-Visiten, Gespräch mit Sozialberatung, Heim organisieren, Pfegepersonal auskunft geben, was zu tun ist und wie, etc.

Gestern sass sie im Rollstuhl nur mit dem Untereibchen (Trainerhosen hatte sie schon an) bekleidet und eine Wolldecke über die Schulter, als
mein Mann sie besuchen kam.  Ihr Schwester kam auch gerade auf Besuch. Schwester war geschockt, so kann man doch keine Frau lassen! und zog ihr eine Pullover an. Da hatte sie recht. Sie (die Schwester) klagte mir das. Aber ich denke; es war so; die Pflegehilfe hat Schwiegermutter gewaschen und angezogen, Nach dem unterleibchen hat die Pflege die SM gefragt, ob sie warm genug habe, SM; ja, ja es geht schon. Also lies die Pflege meine Sm so sein. Die Wolldecke nahm meine SM selber. So ist sie; Nur keine Arbeit machen, die Pflege hat doch anderes zu tun. Darum wollte sie auch meine Hilfe nicht, Nur niemanden Arbeite geben, es geht schon. Es ging ja auch, irgendwie.

Hoffe es kommt alles gut und sie wieder einigermassen selbstständig sein kann. Also mindesten wieder laufen. Haushalten, das sehn wir noch, aber das Ziel ist es, das sie wieder laufen kann und heim kann.










Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: hosta am 01.03.18, 20:05
Bergli,
Ich kann Dir Hoffnung machen. Das mit dem Oberschenkelhalsbruch hört sich gut, das es nicht operiert werden muß. Meine Mutter hat sich auch gut erholt. Und vor gut 1,5 Jahren hat hier ein über 80 jähriger einen Oberschenkelhalsbruch.  Der ist wieder fit, fährt wieder Fahrrad .
Aber die 14 Tage halte ich für etwas kurz kalkuliert.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: gammi am 01.03.18, 21:03
Die Beschreibung passt ganz genau auch auf meine Schwiegermutter. Die hatte auch lieber gefroren, als dass sie jemanden "Arbeit" hätte gemacht.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: sonny am 01.03.18, 21:10
Hallo Regina,
da hast du es wahrlich nicht leicht!
Der Altersstarrsinn lässt grüßen 🤔
Hat sie alleine gewohnt, bei euch in der Nähe? Sind auch noch andere Kinder da, die sich mit kümmern?

Wünsche dir viel Kraft und Durchsetzungsvermögen.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: maggie am 02.03.18, 00:07
bergli,
schau dass dir deine sm schr. gibt dass ihr für sie eink. etc. - und evt. bank -

sonst kommt die kesb !!! - na und - werden die alles einkaufen für deine sm - nicht mal dein mann darf dann entscheiden ...

frag am besten einen Notar, ja nicht bei der kesb -
mir hat ein mir bekannter Notar die unterlagen zukommen lassen -
wenn du mir deine mail adr. schickst, kann ich dir das schreiben zukommen lassen ....
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Ricka am 02.03.18, 05:26
Hallo Bergli,

wenn ich da so lese das könnte direkt auch meine Schwiegermutter sein, da mußte ich auch erst einmal eine Grundausstattung an neuer Wäsche kaufen als sie plötzlich ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Auch bei den Gesprächen wie Arzt u.sw. war es genauso ich sollte alles managen, da sie ja sowieso nichts davon versteht ( so war ihr Wortlaut gegenüber den Ärzten ).
Ich drücke die Daumen das bei deiner Schwiegermutter die Heilung gut voranschreitet und sie wieder halbwegs laufen kann.


LG katrin
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Bergli am 02.03.18, 07:36
Allen Danke, ich wusste, ihr versteht mich und das brauche ich jetzt  :-*

SM wohnt im gleichen Haus wie wir, sie unten, wir oben, gemeinsam mit ihrem Mann. Ich habe für sie schon Jahrelang eingekauft, weil sie nicht mehr ins Tal wollte. (beim Autofahren kriege ich Kopfschmerzen, ihre Meinung) SV ja das ist eine (besondere) Sache. Manchmal ist er geistig sehr fit, manchmal (öfter) nicht mehr,  aber auch wacklig auf dem Beinen. Er hat Alterszucker. Jetzt haushaltet er alleine, vorher, als SM zuhause war, hat er nichts (!) im Haushalt gemacht. Ich staune was er alles macht. Also ich schaue was und wie er etwas macht, er fragt auch, wie soll ich. Er köchelt etwas, nicht viel, er habe ja nicht so ein grosser Hunger.

Heute kann ich SM zügeln, ins Altersheim. Je nach dem wie es ihr geht, verlängern wir Woche um Woche. Sie muss nicht nach zwei Wochen raus. Sie darf (muss) bleiben, bis ich sie nach Hause hole. Zuhause will ich nicht alles alleine machen (Sorry), ich will die Spitex als Hilfe, zum Beispiel; Zum Baden. Das mache ich nicht und baden sollen sie öfters als jetzt. (Wasser ist nass!)

Das der Bruch gut kommt, denke ich auch. Sie darf mit Unterstützung schon am einem Gerät laufen, sie mag ein paar Schritte gehen, dann ist sie sehr müde. Vorher schon. Sie schläft viel.

Gestern haben wir den Vertag mit dem Altersheim unterzeichnet und besprochen, ALso ich und SV. Alleine wäre ich besser gefahren. Plötzlich hat er von irgentetwas gesprochen, das nicht dazu gehört, von Früher war alles ....... Gut, die vom Heim kennt das.

Ich dachte immer ichhae eine besondere (gut sie ist besonders)  SM, dass ist gut zu hören, das andere auch so sind.

So, jetzt muss ich noch packen und dann ab .......

Danke, das es Euch gibt   :D



So jetzt muss ich noch etwas einpacken und dan gehts ins Tal.....
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Bergli am 09.03.18, 08:07
SM ist seit einer Woche im Pflege- und Altersheim in der Akut- und Übergangspflege. Es gefällt ihr gar nicht so schlecht, es geht ihr auch gut und sie schauen sehr gut zu ihr  :). Sie ist immer noch sehr müde und Kraftlos.
Gestern hatte ich mit der Leitung vom Heim ein sehr gutes Gespräch, wie weiter. Heimleitung hat mit SM vorher alleine gesprochen und diese (SM) hat gemeint, "sie bleibe noch, ihre Schwester hat gemeint, sie müsse sicher noch 6 Wochen bleiben", HL war sprachlos (ich danach auch), HL meinte, sie müsse SM überreden, dass sie noch lange nicht heim kann. SM ist sehr schwach, hat kaum Kraft, ein paar Schritte zu gehen. So ist es auch gut, sogar sehr gut. Ich bin einverstanden, weil ich sie Zuhause nicht pflegen kann (oder ich nicht will?), solange sie nicht richtig laufen kann. Auch ist ihre Gebärmutter sehr weit unten, kommt manchmal raus. Das möchte ich und jetzt auch die HL vorher noch machen (mindestens zur Frauenärztin), bevor sie heimkommt.

Ich frage mich manchmal, ob ich egoistisch bin, weil ich SM nicht pflegen will? Also wenn sie zuhause ist, kann ich schon putzen, waschen und eventuell für sie kochen (wenn sie will), aber baden will ich sie nicht. Und auch wenn etwas Pflegerisches ansteht, grösseres. Das will ich nicht. So frage ich mich schon; müsste ich das, als ST? Ich bin die einzige ST. Mein Mann hat "nur" eine Schwester und die ist im Kloster.

SM erzählt mir im Heim; "am Samstag durfte sie duschen, das sei herrlich, das Wasser rieselt über den ganzen Körper, das sei ganz schön gewesen. Sie bade sonst nur zuhause. " ::). (und das nur alle paar Monate, wenn überhaupt )
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Mucki am 09.03.18, 08:21
Nein das ist nicht egoistisch, nur verständlich , des Pflegen liegt nicht jeden
Und ich denke das man es auch nicht machen soll wens einem dabei nicht gut geht. Meine Tochter hat zu mir gesagt das sie das Mal nicht kann und das es ihr Leitung tut, hab ihr dann erklärt das sie das auch nicht muß.
Bergli vieleicht bleibt sie ja freiwillig im Heim
LG Mucki
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Bergli am 09.03.18, 08:51
Ist Tochter - Mutter nicht ein anderes Verhältnis, als ST - SM? Gut, ich möchte auch meine Mutter nicht pflegen, "Gott bewahre". Ich denke aber auch, es kommt auf das Verhältnis zueinander an.
SM ist sehr froh, das sie mich hat, sie hat ja sonst niemand, ausser ihre Schwestern, aber die sind eher mit "gutgemeinten" Ratschläge da. Gut dieses mal, waren es wirklich gute  ;). Sonst heisst es eher mehr; du sollst dieses nehmen (Biostrat oder Vitamine etc.) und ich darf dann diese "Heilmittel" in den Läden suchen. Du sollst dies und jenes tun .......

Dauerhaft ins Heim. Dieses meinen auch die Schwestern, oder mindestens ins Tal ziehen. SM Meinung weiss ich nicht dazu, aber ich denke du kannst keine Frau die Jahrelang (über 40 Jahre) die Einsamkeit gesucht hat, keine Besuche (sie ist nicht da, wenn jemand kommt), selten bis nie ins Tal, nie fortgegangen ist etc. und jetzt ist es schon sehr viel, so im Heim unter Leuten zu sein. Von fremden Leuten abhängig zu sein. Aber sie macht es gut. Mitmachen will sie schon nicht, sie könnte basteln, Spaziergänge, jassen, turnen etc. mitmachen, da will sie gar nicht. Sie sei lieber alleine.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: frankenpower41 am 09.03.18, 08:54
Vorläufig bleibt sowieso erst mal nur abwarten.
Wenn sie wieder daheim ist, vermute schon dass sie das will, ihr Mann ist ja auch dort, dann wird man sehen.
Gibt es bei Euch so was wie Reha/'Geriatrie?  Bei uns hier kommen viele alte Menschen wenn sie nach KKH geschwächt sind dorthin. Voraussetzung ist allerdings auch dass sie mitmachen.  Da kamen hinterher schon oft alte Menschen wieder mit neuen Kräften wieder heim von denen man das nicht dachte. 
Wir haben einen Verpächter (81), der nach Sturz dorthin kam. War nichts, aber er kam damals vorsorglich ins KKH. Der konnte sich daheim schon länger nicht mehr gut versorgen und laufen, der schwärmt direkt wie toll die dort waren und was er alles wieder kann. Wenn er das gewusst hätte, dann wäre er schon längst mal dorthin, er sollte mal anderswo hin zur Reha und wollte nicht, weil er schlechte Erfahrungen gemacht hatte.
Wenn Du baden und Pflege nicht kannst oder willst, dann kann ja Pflegedienst ins Haus kommen.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: gammi am 09.03.18, 09:18
Ist Tochter - Mutter nicht ein anderes Verhältnis, als ST - SM? Gut, ich möchte auch meine Mutter nicht pflegen, "Gott bewahre". Ich denke aber auch, es kommt auf das Verhältnis zueinander an.


Bei meiner Schwiegermutter ist es mir leichter gefallen. Bei meiner Mutter könnte und wollte ich es auch nicht...................

Zuzusehen wie abgebaut wird fällt mir auch bei meinen Eltern schwerer als bei meiner Schwiegermutter oder bei den Tanten/Onkeln von meinem Mann. Bei denen war ja auch in in der Betreuung, allerdings nicht Pflege.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: maggie am 09.03.18, 10:10
liebe bergli,
ich begreiffe dich voll und ganz - ich hätte weder sm noch mutter gepflegt, etc. (bei mutter hätte ich auch sagen müssen "Gott behüte" ...)

aber - ich hatte genug arbeit und sm hätte es auch nicht gewollt,

mach dir kein schlechtes gewissen, die spitex wird das wenn nötig schon machen, dafür sind sie ja da ...., sollte/dürfte/könnte deine sm wieder nach hause kommen

wie weit weg vom Dorf wohnt ihr ?

übrigens, wenn deine sm im Moment noch so müde ist, begreiffe ich dass sie nicht mitmachen will, viell. kommt das noch, wenn es ihr körperlich wieder besser geht
der Vorbesitzer unseres stöcklis, wehrte sich auch immer gegen das Altersheim -

er war Junggeselle, seit 20 jahren allein im haus, hat ganz gut "gehaushaltet" - leider nicht im finanziellen sinn (oder für uns z.g., so "mussten " wir den Hof kaufen, und da er noch das wohnrecht behalten sollte, waren wir die einzigen die in frage kamen - das war glück für uns !!)

und als er dann im Altersheim war (alzheimer) fühlte es sich so wohl - es ist überall warm, muss nicht mehr selber kochen (na ja, das haben wir vom hauspflegedienst schon einige jahre gemacht, d.h. das Mittagessen bekam er geliefert, aber frühstück und Abendessen mussten wir ihm gegen ende richten, da er keinen hunger mehr spürte und einfach gegessen hat wenn er was sah - ausser das Mittagessen, wurde immer für 2 tage geliefert und das 2. hat er wirklich um 12 in den spezialofen geschoben und sogar den schalter gedreht um es aufzuwärmen )

bergli, ich wünsche dir dass deine sm wirlich im heim bleibt bis sie sich zu hause wieder einigermassen selbst versorgen kann - viel glück !
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Tina am 09.03.18, 11:23
Ich pflege in dem Sinne von pflegen meine SM auch nicht, es bleibt genug anderes übrig, Putzen, Mahlzeiten richten, Medikamente bestellen...
Aber waschen, duschen, anziehen etc. geht gar nicht, das macht bei uns der Pflegedienst.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: gina67 am 09.03.18, 14:50
Ich werde meine SM auch nicht pflegen, also nicht waschen, duschen und anziehen. Noch kann sie das selber und wenn nicht, kommt dann eben der Pflegedienst. Da braucht man kein schlechtes Gewissen haben, wenn man diese Hilfe in Anspruch nimmt.
LG Gina
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: martina am 09.03.18, 15:45
Körperpflege kann ich auch nicht, wie Tina schon sagt, es bleibt noch genug über. Im Moment 1-2 mal die Woche zur Krankengymnastik fahren, dann einkaufen.

Neulich brauchte SM eine neue Hose für ihren Geburtstag, in der Woche waren wir sogar 4mal unterwegs, 2x KG, dann Arzt und einkaufen... das läppert sich auch.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Bergli am 10.03.18, 08:14
Danke, für eure Antworten. Bin erleichtert und sehe, ich bin mit meiner Einstellung nicht alleine.
Da habt ihr recht, zuerst abwarten und schauen wie es kommt.

@frankenpower41
Sie ist jetzt in der Akut- und Übergangspflege, das ist eine Art REHA, da bekommt sie Therapie und Pflege, die sie braucht und sie darf bleiben, solange wie nötig. Also länger, (wie jetzt abgemacht) auch 6 Wochen oder länger. Mal schauen.....
Alters- und Pflegeheime bitten auch Ferienbetten an, das ist für die Angehörigen zu entlasten. Und so ein Bett hat SM jetzt.

@maggi
Für ins Tal habe ich rund  20 -30 Min. mit dem Auto, je nach dem wohin. (nur ins Dorf ca.20 Min. Hauptort ca.30 Min. Stadt ca.40 Min.)
SM fährt gar nicht gerne Auto, da habe sie Kopfweh und es wird ihr schlecht, besonders Bergstrasse  :P.
SM will nicht mitmachen, weil sie sehr müde ist, sondern weil sie es nicht gewohnt ist und es nicht in ihr Kopf geht, das es ihr guttun würde mit andern Leute zu sein, mit Andern zusammen zu sein. SV sagt, "Leute scheych" (Leute schüch, angst vor Leute, weiss nicht wie das Wort "schüch" zu erklären  ;))
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Annina am 10.03.18, 08:39
@Bergli,
da kommt mir in den Sinn, wie es mit dem Onkel meines Gögas ging. Das Leben lang Single und auf der Alp, ausser dem Sonntagsgottesdienst nie unter den Leuten, und er konnte auch gut einfach Zeitung lesen wenn er Besuch hatte.
Im Altersheim hat es eine Zeit gedauert, und plötzlich war er mit den Frauen! (mit denen konnte er anfangs gar nichts anfangen) am Jassen, und bei jeder Tätigkeit die angeboten wurde dabei, hat sich darüber gefreut, dass er nicht den ganzen Tag Holz im Ofen nachlegen musste etc. Er hat sich um 180° gewendet!

Bei mir wird das Thema Altenpflege hoffentlich noch nicht so schnell aktuell, es macht mir trotzdem Mut, zu lesen dass frau sich da ohne schlechtes Gewissen raushalten darf, bin auch einzige Schwiegertochter...
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Anneke am 10.03.18, 08:42
Bergli, bei uns sagt man hierzu fast ähnlich wie bei euch, nämlich die Person sei „leit schei“, also Leute scheu. Was aber nichts anderes heißt, als dass sich deine Schwiegermutter sehr schwer tut im Umgang mit mehreren unbekannten Personen, einmal weil sie nicht gewöhnt ist darin, zum anderen vielleicht auch, weil ihr die Abgeschiedenheit dort oben auch sehr entgegenkam in ihrer Persönlichkeit. Du kennst sie, kannst das besser einschätzen. Aber ich kann mir vorstellen, dass sie in der Hinsicht jetzt deutlich überfordert ist,
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Bergli am 10.03.18, 09:25
@anneke
Als SM jung war, sei sie ganz anders gewesen (kann es mir nicht vorstellen, sie arbeitet in der Küche in einem Restaurant) irgendetwas ist geschehen und sie zog sich raus. Also blieb sie zuhause und ging nicht mehr unter die Leute. Sie Ist auch nicht da, wenn jemand kommt, der sie gut kennt. Also zu Bekannten und die hatten das gar nicht gerne, die Bekannten kamen vom Berg runter (Wanderweg) und sahen SM draussen und als sie beim Haus waren, war alles verriegelt und niemand zuhause.  :o
So war ich auch, Jahrelang der Fremdkörper in ihrem Leben, ich habe ihr den Sohn weggenommen :P und ihre Ruhe genommen, es kam ja auch Leben in die Bude, ein Kind nach dem andern  :). Positiv war für sie; sie konnte die Besuche auf uns abwälzen. Sie habe Kopfschmerzen, ich (ST) solle sie bewirten (der Besuch), auch wenn der Besuch zu ihr wollten, sie (SM) kam nicht zu uns hoch, Kopfschmerzen. Taufe, Weisser Sonntag, Firmung, Hochzeit von den Enkelkindern, kam sie nicht; Kopfschmerzen. Auch wenn wir zuhause feierten.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: frankenpower41 am 10.03.18, 09:36
ohje, so wie Du Deine SM schilderst hat sie vermutlich psychische Probleme.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Mucki am 10.03.18, 10:36
 denke wie Marianne das Problem sitzt tief
LG Mucki
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Anneke am 10.03.18, 11:05
Bergli, ah, das erklärt einiges, sie hatte wohl einschneidendes Erlebnis/Enttäuschung, heute sagt man „Trauma“, ein allumfassender Begriff. Sitzt wohl tief.
Aber alles in allem ist sie heute dankbar, dass sie dich hat, sie nimmt immerhin deine Unterstützung an bzw. bittet sogar darum, soweit ich das jetzt rausgelesen habe?!? Hm.... ist schon schwierig, aber sie bleibt wohl brav dort und drängt nicht partout heim.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Steinbock am 10.03.18, 14:52
Oh ja, Trauma. Das war auch mein Gedanke.
Naja, so eine junge Frau in einer Großküche...

Warum sie sich dann auf eine Heirat einlassen konnte/vielleicht ja musste???

Anscheinend hat sie Dich Bergli ins Herz geschlossen, wenn Du "so nah"
an sie ran darfst.

Den Begriff "Leit scheich" kenne ich auch. Bei Berglis SM scheint das aber noch
viel extremer zu sein.

Elisabeth
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Bergli am 10.03.18, 18:08
ohje, so wie Du Deine SM schilderst hat sie vermutlich psychische Probleme.
So etwas darf ich bei meinem Mann und SV nie antönen, da heisst es; sicher nicht, sie ist schon so lange so und lebt "gut" damit. Sie hat wieder mal ein "Furz".

Ich kenne sie nicht anders, sie ist, solange ich sie kenne, so, einfach mit den Jahren extremer, gegenüber den Andern.
Bei mir hat sie "die Wahl der Qual". Ich oder niemand? Wer hilft ihr sonst? So haben wir uns mit den Jahren aneinander gewöhnt. Solange ich nicht viel mit ihr hatte, kommen oder kamen wir gut miteinander aus. Und das war und ist das wichtigste. Und jetzt ist sie auf mich angewiesen. Sie kennt mich ja am besten oder ich sie. Wenn ich sie auch nicht gut kenne. Wir hatten nicht viel (wenn überhaupt) Gemeinsamkeiten.

...... aber sie bleibt wohl brav dort und drängt nicht partout heim.
Sie muss, sie weiss, ich nehme sie nicht heim, solange sie nicht laufen kann. Da ist sie auf mich angewiesen. Du hast aber recht, sie bleibt brav dort und drängt nicht heim. Was will sie auch anders, sie kann nicht laufen und ist kraftlos. Gut sie könnte jammern, "ich will heim!" Aber so ist sie nicht, sie hat keine Wünsche oder besser gesagt, sie kennt das nicht, Wünsche zu äussern. Sie will niemanden zur Last fallen. Darum durfte ich ihr zuhause auch nicht helfen.

Naja, so eine junge Frau in einer Großküche...

Warum sie sich dann auf eine Heirat einlassen konnte/vielleicht ja musste???
Das war keine Grossküche, ein kleines Bauernbeizli, manchmal musste sie auch bedienen, (aber nicht so gerne). Da kamen ein paar Bauern am Abend zu einem Kaffee Schnaps oder auch zwei, drei ..... Durch den Tag musste sie für die Bauernleute kochen helfen und was so auf dem Betrieb anfiel. Angestellt war sie in der Küche.
Heirat: das weiss ich nicht genau, was da alles abging. SV war einer der Bauern, die zu einem Kaffee Schnaps kam und ja so hat es gefunkt, irgentwie .... Sie war froh, das sie nicht mehr heim, ins Elternhaus, musste. Da nahm sie alles in Kauf. So erzählte sie mir mal.

"Trauma" ist aber schon viel älter, Kindheit. Sie erzählt mir manchmal Geschichten von früher. Mal war sie in Deutschland bei Verwandten, dann wieder in Genf. Komme nicht ganz draus, ....... Sie sagt oft; sie habe ein "hudelhirni". (übersetzt ungefähr: sie sei dumm, bringe alles durcheinander, kann nichts behalten ..... )


War sie heute besuchen, sie hat heute Geburtstag. Jetzt habe ich eine "überdosierung" von "alten " Leuten.   :P
SV kam mit, ist doch klar. Aber so erzählt er; das gleiche, was ich schon erzählt habe zwei, dreimal, Laut (er hört nicht mehr so gut). Die andern am Tisch nochmals das gleiche und so in einem Fort. Sorry, aber für heute bin ich gesättigt. Das wichtigste wurde knapp erzählt. Früher, ja früher......  ::). Klar das SM heute Kopfschmerzen hat ...  Gefreut hat sie sich trotzdem. Nächstes Mal gehe ich sie alleine besuchen. Da hat sie mehr davon. (oder ich)
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: sonny am 10.03.18, 19:44
Das Thema ist auch für mich ein rotes Tuch.🤔
Pflege bei SM für mich unmöglich, Fahrten zum Arzt oder Physio ja!
Bei SV haben wir viel mitgeholfen, da er mir nie ein böses Wort gab, war es mir möglich.

Meine jüngste Schwester konnte unserer Mutter nie beim duschen helfen, erledigte aber dafür Besorgungsfahrten usw.

Euch allen viel Kraft für euere Aufgaben! 🙅🏼
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Bergli am 11.03.18, 18:30
ohje, so wie Du Deine SM schilderst hat sie vermutlich psychische Probleme.
So etwas darf ich bei meinem Mann und SV nie antönen, da heisst es; sicher nicht, sie ist schon so lange so und lebt "gut" damit. Sie hat wieder mal ein "Furz".

Männer beherrschen bei diesen Themen die "Vogel Strauß"-Politik ganz hervorragend (Kopf in den Sand).
"Vogel Strauss Politik" gefällt mir, lustiges Wort, aber es trifft zu. Auch bei verschiedenen anderen Sachen ...  ???

Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: geli.G am 01.03.19, 20:41
Gibt´s eigentlich die internenen Seiten für pflegende Angehörige noch?
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Freya am 01.03.19, 21:10
Gibt´s eigentlich die internenen Seiten für pflegende Angehörige noch?

ja, gibt es.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: geli.G am 01.03.19, 21:12
Gibt´s eigentlich die internenen Seiten für pflegende Angehörige noch?

ja, gibt es.

Wie kommt man da rein?
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: LunaR am 01.03.19, 21:23
Da dieses Thema gerade oben ist, möchte ich mal einen Hinweis geben: Andere Kulturen, andere Sitten. Es ist in Afghanistan üblich, dass die Söhne, besonders der Älteste, für die Pflege der alten Generation aufkommen, nicht nur finanziell, sondern ganz aktiv. Der Bruder unseres Pflegesohnes ist vor ein paar Monaten in den Iran gegangen und verdient sich dort sein Geld mit der Pflege, mit Essen versorgen etc., einer alten Dame.  Der Junge ist ca. 16 Jahre alt. Auf meine Frage, ob er denn das könne, bekam ich etwas empört zu hören "natürlich". Jetzt war dort Muttertag. Da hat unser Junge seinen Bruder angewiesen, dass er der alten Dame an dem Tag unbedingt schöne Kleidung anziehen solle, weil dann sicher viel Besuch kommt. Das passierte auch und alle waren ganz angetan, auch die alte Dame. Die Jungen haben zu dieser Arbeit ein ganz natürliches Verhältnis.

Für uns  ist es eher ungewöhnlich, für diese Aufgaben nach einem Jungen zu suchen, aber vielleicht ist es hilfreich, wenn man mal außerhalb unserer gewohnten Bahnen denkt.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: mogli am 01.03.19, 21:32
Das ist ja interessant.
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Freya am 01.03.19, 21:33
Gibt´s eigentlich die internenen Seiten für pflegende Angehörige noch?

ja, gibt es.

Wie kommt man da rein?

sich freischalten lassen. Möchtest Du da rein ???
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: geli.G am 01.03.19, 21:46
Gibt´s eigentlich die internenen Seiten für pflegende Angehörige noch?

ja, gibt es.

Wie kommt man da rein?

sich freischalten lassen. Möchtest Du da rein ???

Ja, bitte Freya !
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: martina-s am 15.03.19, 05:54
Darf ich auch auf diese Seite?
Bei mir ist es nun auch so weit
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: Rohana am 15.03.19, 07:29
Da dieses Thema gerade oben ist, möchte ich mal einen Hinweis geben: Andere Kulturen, andere Sitten. Es ist in Afghanistan üblich, dass die Söhne, besonders der Älteste, für die Pflege der alten Generation aufkommen, nicht nur finanziell, sondern ganz aktiv. Der Bruder unseres Pflegesohnes ist vor ein paar Monaten in den Iran gegangen und verdient sich dort sein Geld mit der Pflege, mit Essen versorgen etc., einer alten Dame.  Der Junge ist ca. 16 Jahre alt. Auf meine Frage, ob er denn das könne, bekam ich etwas empört zu hören "natürlich". Jetzt war dort Muttertag. Da hat unser Junge seinen Bruder angewiesen, dass er der alten Dame an dem Tag unbedingt schöne Kleidung anziehen solle, weil dann sicher viel Besuch kommt. Das passierte auch und alle waren ganz angetan, auch die alte Dame. Die Jungen haben zu dieser Arbeit ein ganz natürliches Verhältnis.

Für uns  ist es eher ungewöhnlich, für diese Aufgaben nach einem Jungen zu suchen, aber vielleicht ist es hilfreich, wenn man mal außerhalb unserer gewohnten Bahnen denkt.
Wusste ich noch nicht. Find ich gut & danke für die Info :)
Titel: Re: Altenpflege
Beitrag von: martina am 15.03.19, 10:59
Darf ich auch auf diese Seite?
Bei mir ist es nun auch so weit

Ich schalte Dich frei.