Bäuerinnentreff

Familie und Co. => Familienbande => Generationsprobleme => Thema gestartet von: KATHRINA H: am 02.01.14, 10:56

Titel: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: KATHRINA H: am 02.01.14, 10:56
Hallo!, erstmal frohes, neues!
Habe eine Frage, viell. lesen auch ältere, nicht bös gemeint ;)mit.
Meine SE sind beide Mitte 60 und seit sieben Jahren ist der Hof
übergeben.
Sie haben eine FW. am Hof, die früher vermietet wurde und wir sind
im Bauernhaus, zwei kleinere Kinder, viel :) Platz.
Hab schon mal was über meine Situation geschrieben, hat mit dem Thema
nichts zu tun.
SV ist gesundheitlich nicht mehr fit, deshalb besonders im Winter, da er auch
nicht recht raus kann, besonders unausstehlich, fad-Aussage meiner SM ;)

Spaziergänge schafft er nicht mehr, SM kann auch jetzt, logischerweise ,nicht in d.
Garten, das ist normal ihr Fluchtpunkt vor SV ;)
Sie sitzen sich halt sehr auf der Pelle...
Dann kommt meistens eine Reiberei, nix schlimmes, Opa ärgert Oma..., er kann sehr verletzend
sein :-\
SM kommt dann abends zu uns, weil sie im Stall hilft und läßt ihre
schlechte Laune an uns aus, muffig, gereizt usw.

Das ärgert uns! Neulich meinte sie, wir sollten doch alte Dias SV zum ordnen
geben. Ihm ist so langweilig. Auch mein Mann sollte IMMER SV Bescheid
geben wenn er was tut, sonst SV beleidigt, aber wenn er dann mithilft ist
SV oft keine Hilfe, weil er fast alles anders macht, als mein Mann meint.
Der ist dann genervt und ich kanns ausbaden...

Mein Mann möchte auch mal allein mistfahren... Sind wir Jungen für die
Bespaßung der Altenteiler zuständig, müssen wir immer Rechenschaft ablegen?

Manchmal hab ich so das Gefühl, auch wenns zynisch klingt. Mein Mann ist
45 und hat oft das Gefühl das er gegängelt wird, ich will keinen Streit, ansonsten verstehn wir
uns ja. Und wir sind auch froh über Hilfe.
Aber ich kann auch nichts dafür das mir nie langweilig ist und Ihnen schon...

SE unternehmen auch nichts, sind nur zuhaus, wirken oft unzufrieden...
Wie soll ich mich am besten verhalten?

Gruß Kathrin
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina am 02.01.14, 11:10
Hallo Kathrin,

schick Oma und Opa Deine Jungs, dass sie mit ihnen "Mensch ärgere Dich nicht spielen" oder Bauernskat oder so was.

Mein SV war ähnlich wie Deiner, er hatte so viele Pläne im Kopf, die er wegen der Gesundheit nicht ausführen konnte und hat den Frust gern an seiner Frau ausgelassen. Aber wenn die Kinder kamen, war er wie ausgewechselt. Sie haben viel miteinander gespielt.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: pauline971 am 02.01.14, 12:22
Stimmt Martina, das kenne ich von meinem Vater auch noch. Er war oft brummig und hat die Mutter genervt. Sobald der eine Enkel zum Kartenspielen gekommen ist, hat man Stunden nichts gehört (nur das knallen der Karten auf den Tisch  ;D)
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 02.01.14, 12:56
Oh mei,
da habt Ihr aber Glück wenn die mit Kartenspielen zu bespaßen sind.
Bei uns ist ja nur noch Oma da und die kann ja niemanden nerven. Sie kommt halt dann runter und blockiert den ganzen Vormittag meine Küche weil sie da die Zeitung liest und das wirklich den ganzen Vormittag.
Mir erzählt sie dann (leider oft auch verfälscht oder in ihrer Sichtweise verändert) was da drin steht.
Nervt mich auch. Selber wenn ich lesen will hab ich gar keine Chance. Weil genau den Teil der Zeitung den ich mir grad zurecht lege, den beansprucht sie dann auch.
Ich lese daher meist nachts ab 00:00 schon online.
Meine Art den Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen und mich nicht zu ärgern.

Und was das mit Spielen angeht und die älteren Herrschaften zu beschäftigen wäre das im Falle meiner SM auch sehr schwierig. Ich habe jüngst einige Male erlebt, dass Besuch für meine SM kam und sie diese fast hinaus geekelt hat weil sie entweder Fußball oder Skispringen im TV gucken wollte.
Der Witz dabei ist: Gestern war auch wieder so eine Situation; wir haben mit unserer Tochter und den Enkelinnen  die uns besucht haben im EG noch Raclette gemacht von den Resten. Am Nachmittag noch Kaffee getrunken. Enkelin (also Urenkelin von SM) ist dann rauf und wollte mit ihr was spielen. Aber SM wollte Skispringen sehen.  ::) Irgendjemand hat mich dann später gefragt per Whatsapp wer denn das Skispringen gewonnen hätte. Dacht mir, fragst gleich Oma weil die dann wieder bei mir in der Küche erschien. "Ja, Österreich!" Ich: "aber wer?"
Kam die Antwort: "Ja, das kann ich Dir nicht so genau sagen!"
Frag mich nur, warum sie dann guckt!
Sie hat im Fußball oder beim Skispringen ein paar Favoriten die keinesfalls siegen dürfen. Das ist dann die Hauptsache, dass die nicht gewinnen weil sie denen nix gönnt *nerv*
Wer dann gewinnt ist ihr relativ egal. *kopfschüttel*

Ich könnte mir vorstellen, wenn mein SV noch leben würde, dann wäre der Crash vorprogrammiert.

Fakt ist, dass es Austragler gibt die nie andere Hobbys gepflegt haben wie ihre Arbeit. Dann wird es im Alter schwierig!
Denn wenn sie auch nimmer können, dann mischen die noch mit; und wenns nur Kontrollen sind.
Ist bei uns auch so. Ein paarmal je nach Wetterlage rennt Oma mit Gummistiefel und Walkingstöcken (besonders tolles Bild!) übern Hof und gibt ihren Senf dazu.
Richtigen Tipp hab ich keinen.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: gatterl am 02.01.14, 13:04

Fakt ist, dass es Austragler gibt die nie andere Hobbys gepflegt haben wie ihre Arbeit. Dann wird es im Alter schwierig!
Denn wenn sie auch nimmer können, dann mischen die noch mit; und wenns nur Kontrollen sind.
Ist bei uns auch so. Ein paarmal je nach Wetterlage rennt Oma mit Gummistiefel und Walkingstöcken (besonders tolles Bild!) übern Hof und gibt ihren Senf dazu.
Richtigen Tipp hab ich keinen.

 ;D ;D ;D
Unsere hat dabei noch die rosa Kittelschürze ( Achtung: rosa Kittelschürze ist Alarmstufe rot!!!! ) an und Crocs mit Fell und dicke Schafwollsocken und ja...sie hat auch keine Hobbies, sehen nur einen arbeitenden Menschen als akzeptabel. Deshalb fällt es wahrscheinlich noch schwerer, dann selbst nicht mehr zu können....
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: gina67 am 02.01.14, 13:17
Meine SM kennt auch nur die Arbeit und nichts anderes. Und mit Enkelkindbespaßung braucht man ihr auch nicht unbedingt kommen. Mal ein Spiel spielen, aber sonst müssen die Enkelkinder mit ihr in den Stall oder Garten und ihr beim Arbeiten Gesellschaft leisten.
Sie ist jetzt im Winter auch ziemlich unausstehlich, aber ich habe sie jetzt soweit dass sie ihre Schubläden aus- und aufräumt.

LG Gina
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: muellerin am 02.01.14, 13:18

Fakt ist, dass es Austragler gibt die nie andere Hobbys gepflegt haben wie ihre Arbeit. Dann wird es im Alter schwierig!
Denn wenn sie auch nimmer können, dann mischen die noch mit; und wenns nur Kontrollen sind.
Ist bei uns auch so. Ein paarmal je nach Wetterlage rennt Oma mit Gummistiefel und Walkingstöcken (besonders tolles Bild!) übern Hof und gibt ihren Senf dazu.
Richtigen Tipp hab ich keinen.

 ;D ;D ;D
Unsere hat dabei noch die rosa Kittelschürze ( Achtung: rosa Kittelschürze ist Alarmstufe rot!!!! ) an und Crocs mit Fell und dicke Schafwollsocken und ja...sie hat auch keine Hobbies, sehen nur einen arbeitenden Menschen als akzeptabel. Deshalb fällt es wahrscheinlich noch schwerer, dann selbst nicht mehr zu können....


@ Gatterl,

mach doch mal ein schönes Foto von ihr, zu etwas müssen doch unsere Hobbies gut sein  ;D!

LG
Müllerin (auch so eine Böse, mit Hobbies  ;D ;D ;D!)
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Nelly am 02.01.14, 13:27
Hallo, Enkelbespaßung endet eher vor dem Fernseher bei uns.....

.....aber es gibt doch nette Kurse, die die Krankenkassen bezahlen: Wassergymnastik, Rehasport...

Außerdem gibt es bei uns von der Gemeinde her einen Altennachmittag und einen Kirchenchor.

Meine SM macht Wassergymnastik. Wenn SV nicht grad bei meinem Mann aufsichtsführende Tätigkeit macht, dann schläft er auf dem Sofa, weil er nachts nicht schlafen kann und weil er nachts nicht schlafen kann, räumt er nachts den Kühlschrank leer und schläft tagsüber, weil er ja nachts nicht schlafen kann.


Nell
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Gislinde am 02.01.14, 14:20
Mein Beitrag könnte eher in Altenpflege -mit Demenz - passen.

Mein Vater hat nach der Übergabe (mit 70 J.) beim Bruder halt auch nur überall rumgebastelt und in Scheune und Werkstatt mehr Unordnung hinterlassen. Mit zunehmender Gebrechlichkeit beschäftigte er sich viel mit Lesen und Bestellen von Werkzeug, religiöser Literatur, Bücher und Heilmittel von Hildegard. Weil er sich auch immer wieder Krankheiten einbildetet, mitten in der Nacht.. sofort den Doktor oder ins Krankenhaus...
Seit einigen Jahren(meine Mutter ist vor 15 Jahren schon gestorben) versorge ich meinen Vater im halbjährlichen Wechsel mit der Familie meines Bruders.
Bei mir hat er angefangen, im Hausgang mit Brettern zu sägen und zu bohren, viele Nistkästen, Futterhäuser und andere Kistchen zu basteln.
Seit 3 Jahren haben wir ihm die elektrischen Geräte weggenommen(er ist jetzt über 95 J), da hat er mit Laubsägen angefangen. Ich habe ihm Weihnachtsdeko, Katzen, Enten oder viele andere Figuren vorgezeichnet, mußte manchmal assistieren, Sägeblätter wechseln oder Schraubzwingen festmachen. Kartonweise   liegen noch die Sachen da, er hat diese noch grundiert, meine Tochter oder ich haben fertigbemalt, vieles verschenkt, manches hängt bei mir vorm Haus.
Aber seit einigen Wochen sind seine Kräfte weniger geworden, da wird es ihm manchmal langweilig, weil er auch nicht mehr lesen oder fernsehen will. Aber er verlangt nach  Arbeit, da lasse ich ihn Äpfel oder Kartoffeln schälen.
Im Moment sieht die Stuation so aus, dass er lieber sterben will, aber es kann noch zu Bettlägerigkeit kommen, da er immer schwächer wird.

Ich weiß nicht ob Kathi für ihren SV auch irgendwelche Basteleien anregen könnte?
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Lulu am 02.01.14, 14:33
Kathi, wie du siehst bist du nicht allein.

Wie ich auf den Hof gezogen bin, gab es z.B. keinen Sonntag. Schwiegervater hat halt mit meinem Mann geschafft und SM ist halt mit dem Hund gelaufen oder war bei meiner Schwägerin. Als wir geheiratet haben und das erste Kind da war, war für mich und meinen Mann klar, Sonntags Nachmittags gehört der Familie (ausgenommen natürlich Ernte etc.). Aber das war uns immer wichtig. Das gab damals richtig Konflikte. Wir sind ja
ausgesiedelt und SM hat SV dann immer zu uns rausgeschickt zum Arbeiten. Sie hat sich nämlich im Dorf geniert, das Ihr Mann nicht mal Sonntags
mit seiner Frau verbringen konnte. So hatten wir dann den SV draußen und alle naselang hat er dann geklingelt und dies und jenes gefragt oder
meinen Mann mal eben um Hilfe gebeten. Wenn man mal mittags schlafen wollte, Baby war ja auch da, dann ist er hoch und runter gefahren mit
Traktor oder Bagger und hat irgendwas hirnloses getan. Diesen Zustand habe ich relativ schnell, aber mit viel Ärger unterbunden. Das hat aber
mindestens 2 Jahre gedauert, bis das abgestellt war. Ich sehe einfach nicht ein, den Entertainer für's Altenteil zu spielen. Mittlerweile ja nur noch SV, aber zum "Überwachen" sind sie alle mal in der Lage und so denke ich, können und müssen die sich auch mal selbst beschäftigen können.

Gruß Lulu

Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: maggie am 02.01.14, 14:51
gut habe ich den pc - und euch !! - bin ja auch mitte 60 und enkel zum bespassen habe ich leider noch keine auf dem Hof ...
möchte aber auch nicht nur dafür leben - da habe ich noch einiges anderes... -

habe noch eine Ferienwohnung am Zürichsee, die möchte ich auch öfter nutzen, zum glück ist meine schwester mehr dort, da sie in Zürich arbeitet und dann jeweils am abend dorthin fährt statt nach Schaffhausen...
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: KATHRINA H: am 02.01.14, 15:32
Danke!! Bei uns ist es, glaub ich, momentan so wg. der Jahreszeit.
Im Frühjahr u. Sommer haben SE. immer Ideen ;), SM
arbeitet sehr viel im Garten, SV hilft soweit es halt geht...

SM geht zur Zeit jeden Tag spaziern, aber auch nur bis der Frühling
kommt..., was ich nicht verstehn kann. Ich komm mir dann immer
blöd vor, wenn ich im Frühling spaziern geh, statt zu arbeiten ::)
Stopp!!! Falsches Thema...
Spiele macht SV mit Kids keine, noch nie, aber SM schon und gern.

Zu Kursen o. Chor würden sie nie!!! gehn, hab einfach nur manchmal
e. Problem das sie, besonders SV, über alles Bescheid wissen wollen,
nicht so das sie fragen, aber sie sind auch nicht glücklich wenn mein
Mann einfach so! siliert..., ein Beispiel...

Er geht zu Ihnen, sagt morgen mäh ich, sie schaun in den TV, am nächsten
Morgen, fährt mein Mann ums Eck, dann, ja was macht er denn , will der
mähen?? Versteht ihr was ich mein? Im Sommer zeigt SV der Kontrolle der Berufs-
genossenschaft, einen alten Helm für Forst, der kaputt ist. Obwohl mein Mann
ihm genau erklärt hat, wo die neuen Sachen sind, mehrmals, ich durft mich
schämen...,

Aber wie gesagt, wir sind froh über Ihre Hilfe, und haben uns schon angewöhnt
so wie wir meinen zu arbeiten, und das haben sie, denk ich gemerkt.
Verstanden ???, glaub ich nicht ganz...

Na ja, e. Freundin wär froh fitte SE zu haben, sie hat nur noch :( einen kranken
SV, Landwirtschaft u. kleines Baby, Mann arbeitet viel...
Vielleicht sollte ich öfter an sie denken, aber ich bin halt manchmal genervt!!
Gruß Kathrin
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: ELLI47 am 02.01.14, 15:42
Hall Kathi
Bei uns ist meinem Männe langweilig und benimmt sich wie dein SV. :-[
Ich weiß wie es dir geht.
Ich hab eine 4oo Euro Job und bin froh,wenn ich los kann.
Habe mir auch sonst noch viele Sachen angelacht  ;D damit ich mir das nicht anhören muß.

Sollte deine SM auch tun.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Nanne am 02.01.14, 16:00
Dasselbe Thema und dasselbe Problem bei uns.
Wir hatten am 4. Advent Besuch von meiner Schwester mit Familie (kommt höchst selten vor) Um 16.30 Uhr steht SM mit grimmiger Miene bei uns auf der Matte und verlangt nach Göga. SV ist beim Schubkarrenfahren hingefallen (man muß nämlich um spätestens 16.00 Uhr im Jungviehstall füttern anfangen) und kommt nicht mehr hoch. Naja, Göga hat ihn dann aufgeholfen (er ist 84 Jahre alt) und hat ihn ins Haus geschickt. Konnt fast nicht mehr laufen. Und zu SM hat er gesagt, sie sollen doch nicht immer so bald in den Stall rennen und wir würden auch noch kommen, aber halt später. Dann hat sie rumgeschrien, daß sie ins Altenheim geht, wenn sie nichts mehr arbeiten darf. Und Ärger warperfekt. Und meine Schwester ist dann auch gleich gegangen, weil wir ja in den Stall müssen.  :P Möcht wissen was die im Altenheim tut. Da gibts keinen Jungviehstall, wo man ewig rumgruschen kann. Sie ist nämlich in einer knappen Stunde mit ihrer "Stallarbeit" fertig, dann weiß sie wieder nicht mehr was sie anfangen soll. An dem Sonntag hat sie mir nämlich schon früh um halb sieben den Schweinebraten angebraten und dann in den kalten Backofen gestellt. Einschalten könnt ich ja dann später, weil so bald braucht der Braten nicht eingeschaltet werden. Aber angebraten muß er in aller Frühe werden >:(
Die beiden haben sich auch nie ein Hobby gesucht, unternehmen auch kaum mehr was zusammen. SM kann noch ganz gut Auto fahren, SV nicht mehr. Könnten öfters mal ins Kaffee oder zum Essen fahren oder Leute besuchen. Tun sie aber nicht und schon gar nicht am Nachmittag, weil man ja um spätestens 16.00 Uhr in den Stall muß und wir ja so viel Arbeit im Stall haben und ewig nicht fertig werden. Unsere Kinder sind schon erwachsen. SE geben dann oft auch so einseitige Kommentare ab wenn man ihnen was erzählt. Da mag ich gar nichts mehr sagen. SM hat eine eigene Küche, aber noch nie als solche benutzt. Kocht nur bei uns. Und SV sitzt oft auch stundenlang in unserer Küche und liest Zeitung und dann kommen auch so verdrehte Kommentare, wie Martina geschrieben hat. Gehen auch nicht miteinander spazieren, weil ein Bauer geht nicht am helllichten Tag ohne Arbeit auf die Straße :-X

Göga und ich haben uns schon ein paar Hobbies zugelegt, damit wir später, wenns uns verkönnt ist, auch noch ein bißchen Unterhaltung haben.

lg
Nanne
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: fanni am 02.01.14, 16:01
Auch wenn es sich blöd anhört ich hätte eine Idee für deinen SV ........aufräumen.........z.B. Sterbebilder sortieren 8)

Wir haben einige Schachteln voll damit im Haus (die letzten 100 Jahre) und keiner darf die wegschmeisen. ???

Göga sagt dass macht er dann wenn er mal im Austrag ist......also wie auch dein SV.

Was hat denn der so gesammelt?......da gehört bestimmt was geordnet und durchgeschaut und dann gibts wieder Gesprächsstoff.


Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 02.01.14, 16:28
Hach, wie tröstlich das alles zu lesen.
Und das mit Nannes Kommentaren.... Nein! Bringt mich nicht in Versuchung da auch noch darüber zu schreiben.

Es wäre alles so einfach wenn die ältere Generation nicht so penetrant an manchen Dingen festhalten würde.
Werde ich auch einmal so?
Ich weiß es nicht.

Was aber, so finde ich gar nicht geht, das ist, dass man sich immer als so wichtig aufspielt.

Und ich denke, das lässt immer eine Generation aus.

Beispiel: Ich mache hier auch schon seit fast 30 Jahren meinen Dienst. Aber ich gehe nicht her und erzähle ständig bis ins Detail was ich gerade gemacht hab. Ich könnte auch hergehen und sagen, dass ich bei den Gästen gerade die Betten abgezogen hab und jetzt fix und fertig bin weil die so viel Müll dagelassen haben und ich so und so oft 2 Etage hab laufen müssen.
Um dann gleich die Frage hinterher zu schießen, warum die ihr Brot nicht aufessen und dieses einfach in den Papierkorb schmeißen und bla, bla, bla. Dann müsste ich auch ständig rum stänkern, dass die Polen mir den TV in den Sendereinstellungen verstellt haben und ich 1 Stunde gesessen bin damit die nächsten Gäste wieder TV gucken können.

Wisst Ihr, das ist alles kein Problem. Weil ich arbeite ja anscheinend nix.

Aber wenn es hier am Hof die anderen machen müssen, dann wird das alles zum Thema!
Da wäre sogar Sterbebilder sortieren ein Thema und letztendlich eine Arbeit.

Da wird mir bis ins Detail erzählt wie man den Kühlschrank abgetaut hat und dass das diesmal so schnell ging (oder auch nicht) und dass der wieder vereist war. Ich denke mir dann zum gefühlten 100. Mal, dass Oma da selber Schuld trägt weil sie sich für nichts interessiert und damals ein Kühlschrank eingebaut worden ist in ihrer Küche der nicht selbst abtaut. Kann doch ich nichts dafür.

Und das alles ist keine Neuerscheinung! Das war schon vor 30 Jahren so. Die waren draußen und kamen mit hochroten Köpfen von der Sommerhitze herein und erzählten mir was sie jetzt alles gearbeitet haben.
Ich hab hier den ganzen Müll beseitigt und Tisch gedeckt und abgeräumt. Was hätte ich denn zum Erzählen gehabt. SM kann sich stattdessen heute noch erinnern welcher Besuch da war und was da genau für eine Torte auf dem Tisch stand.
Ich weiß nicht mal mehr, was ich an meinem 30. Geburtstag für Kuchen gehabt hab.

So etwas nervt ungemein.
Und ich hab mir vorgenommen wenn ich im Austrag hier noch mitarbeite so lange ich kann, den Teufel werde ich tun und das immer bis ins Detail aufrechnen und erzählen was ich gerade vorhin gemacht hab.
Entweder ich arbeite still und freue mich an dem was ich geschafft hab oder ich gehe meinem Hobbys nach.

Ich bekomme hier jeden Tag erzählt was die drei Schweine gefressen haben (füttert momentan SM) und wie sie fressen und dass die Eine nicht gut wächst. Sehe ich ja selber. Gehe ja immer und bringe ihnen zusätzlich mal Milch wenn ich was übrig hab. Könnte auch sagen: Du musst denen mehr zu trinken geben und die Abfälle von der Küche die ich extra hinstelle und dann doch wieder selber raustragen muss.

Ich weiß nicht, ich hab immer was zu tun.
Und die ältere Generation wenn sich nicht selber beschäftigt weil sie von sich aus das oder jenes für sich tun und schaffen wollen. Hintragen kann man da schlecht was.
Meine SM würde die Sterbebilder glatt vernichten. Die hat sie halt in einer Schachtel. Ich hab ihr meine auch noch gegeben weil sie dann aufgeräumt sind. Aber wenn ich da jetzt sagen würde, sie soll die sortieren... Oha... nein, das ist keine Arbeit was Oma gewohnt ist. Würde sie nie machen. Da guckt sie dann in den TV. Sie schreibt ja auch nichts auf wie andere Senioren. Liest auch nie ein Buch.

Also ich kann Kathi schon verstehen.
Schwierig, schwierig wenn jemand nie andere Interessen wie körperlich schwere Arbeit gehabt hat. Irgendwann geht das nimmer und dann kommt die Unzufriedenheit.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: amazone am 02.01.14, 16:44
Was sind Sterbebilder?
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 02.01.14, 17:10
Sterbebilder gibt es bei uns (und vielleicht auch anderswo) in Bayern. Das ist ein gedrucktes Bildchen (die Hälfte von DinA5 und dieses dann wie Büchlein auf die Hälfte zusammengefaltet)
Auf der Außenseite ist immer ein Motiv, ein Bild, Heiligenbild, Landschaft, Marterl oder so was. Dann steht noch einer oder zwei Sprüche drauf.
z. B. was einer ist, was einer war, im Sterben wird es offenbar...
Und ein Foto vom Verstorbenen.
Beim Opfergang in der Kirche, bzw. wenn das Körbchen mit dem Opfergeld rum geht wirft man Geld in dieses und entnimmt ein Sterbebildchen zur pers. Erinnerung.
Diese Tradition weiß ich immer schon.
Heutzutage sind die Bilder bunt. Früher waren sie schwarz/ weiß und auch nur ein Blatt. Also nicht doppelt gefaltet.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: amazone am 02.01.14, 17:32
Danke Martina! Davon habe ich zuvor noch nie gehört.
Ich bin immer wieder erstaunt, welch unterschiedliche Traditionen es in Deutschland gibt.
Ich habe eben mal danach gegoogelt. Da werden sehr unterschiedliche Bilder gezeigt,
sieht sehr nett aus.

Warum sollten die Altenteiler die Sterbebilder sortieren?
Sortiert und archiviert man die nach Sterbedatum?

Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Mucki am 02.01.14, 17:33
Also meine SM hat viel zu tun  ;) jede Woche einmal Schwimmen, sie besucht Märkte und ist jeden Sonntag unterwegs sie hat 5 Frundinen und eien hat immer zeit um was zunternehmen. Ihr wird nie langweilig ,wen sie zuhause ist liest sie viel strikt und geht jeden tag worken. Und ein bis zweimal im jahr fährt sie in Urlaub für 5 tage.meist mit dem bus.

Mein SV hatte keien Hobbis, und ist nie irgendwohin gefahren, er hat meienm mann geholfen bis es nicht mehr ging in der Freizeit sass er auf der bank vor dem haus,er war glücklcih so wies war.


Meine Mutter hat keien freunde fährt nirgend wo hin ,kein Urlaub ,keien fetse,kein Einkaufsbummel.sie ist damit nicht zufrieden will es aber nicht ändern ,sie sagt immer sie barucht des alles ned,aber sie ist unzufrieden, und denkt sich immer wieder Gemeinheiten aus um jemanden zu ärgern.

Zum Beispiel hat das Nachbars Mädchen in ihre Versicherungsagentur angefanegn weil sie die Nachbarn nicht leiden kann hat sie bei der Versicherung alles gekündigt was sie dort hatte(also alles was man versichert) sie gab als begrümdung an das sie nicht will das ,des Nachbars Mädchen erfährt was sie alles hat.  ::)
Ach das kann zum Hobby werden leider war dies nicht die erste und letzte aktion meienr Mutter.

lg Mucki
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 02.01.14, 17:47
Zitat
Warum sollten die Altenteiler die Sterbebilder sortieren?
Sortiert und archiviert man die nach Sterbedatum?
Hallo Amazone,
also ich hab hier Sterbebilder über mehrere Generationen. Auf jeder Beerdigung wo man war bekommt man eines. Inzwischen erlaube ich mir doppelte zu entsorgen. Man geht ja manchmal zu viert auf eine Beerdigung.
Bei mir sind auch noch die Sterbebildchen von Beerdigungen da, wo noch meine Oma hin gegangen ist. Ich kenne da oft auch nur die Namen. Die Person selber hab ich noch nie gekannt.
Meine SM hat die seltsamer Weise auch noch nie entsorgt. So sind da Bildchen hier im Haus da wo ich die Leute gar nicht kenne oder gekannt habe und vermutlich auch Oma nicht alle.
Irgendwie hat man Skrupel die Teile weg zu werfen.
Hm... sortieren tut die bei uns auch niemand. Und ehrlich das wäre die letzte Aufgabe die ich machen würde. Da müsste es mir schon außerordentlich langweilig sein!
Vor allem, wo tut man die schön rein. Da ja Vorder und Rückseite bedruckt sind, kann man die auch schlecht wo einkleben ohne eine Seite zu opfern, bzw. ungesehen zu machen.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: maggie am 02.01.14, 18:02
Auch wenn es sich blöd anhört ich hätte eine Idee für deinen SV ........aufräumen.........z.B. Sterbebilder sortieren 8)

Wir haben einige Schachteln voll damit im Haus (die letzten 100 Jahre) und keiner darf die wegschmeisen. ???

Göga sagt dass macht er dann wenn er mal im Austrag ist......also wie auch dein SV.

Was hat denn der so gesammelt?......da gehört bestimmt was geordnet und durchgeschaut und dann gibts wieder Gesprächsstoff.


aber bitte - nichts wegwerfen, also - warum soll das sortiert werden...
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Katharina am 02.01.14, 18:34

Vor allem, wo tut man die schön rein. Da ja Vorder und Rückseite bedruckt sind, kann man die auch schlecht wo einkleben ohne eine Seite zu opfern, bzw. ungesehen zu machen.

In leere Moncherie- oder FerreroRocher-Plastikkästchen  8)
Die passen sicher von der Größe her  ;)

Ich habe auch einige von diesen Sterbebildchen. Hier gibt es oft schon keine mehr. Bei guten Freunden finde ich es schade. So erinnert man sich immer wieder mal an sie. Die Sterbebildchen von meinen Eltern und nahen Verwandten habe ich im Gesangbuch. Die von in letzter Zeit verstorbenen guten Freunden auch. Die anderen landen s.o.
Entsorgen kann ich sie auch nicht so gut. Aber das ist bei mir ein generelles Problem  ::)
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 02.01.14, 19:08
Hallo,
also die Plastikkästchen erfüllen m. E. auch nicht so den Sinn. Wenn man sie  herausnimmt, dann sind sie auch wieder durcheinander.
Schön wäre halt so was wie ein Ansichtskartenalbum wo vorne und hinten Ansicht frei lässt durch Folie. Aber ist es das wert?
Ja und im Gesangbuch hab ich auch welche; halte das so wie Du.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Marina am 02.01.14, 19:26
Meine SM hat, bis sie 75 Jahre alt war immer gearbeitet (manchmal wars auch Flucht in ihren Garten vor SV  :-X).
Dann wurde sie krank mit viel KKH-Aufenthalten und ist mit 79 Jahren gestorben. Sie konnte sich gut mit Fernseh-Schlaf beschäftigen  8)

Als SV nicht mehr arbeiten konnte, hat er viel gelesen, entweder Kriegsliteratur oder in seinem Gebetbuch. Außerdem ist den lieben langen Tag der Fernseher oder das Radio gelaufen. Manchmal auch beides zusammen und er hat geschlafen. Er hat auch oft alte Fotos "sortiert", den Stammbaum seiner Familie aufgeschrieben und seinen Lebenslauf für seine Beerdigung geschrieben (Kathi: kannst du aber schlecht deinem SV vorschlagen  ;)).Ich habe mir oft gedacht, mir wäre stinklangweilig in seiner Situation. Aber ihm hat es genügt.

Gruß
Marina
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Mucki am 02.01.14, 19:27
schaut euch mal de seite an

[url][http://www.sterbebildordner.de//url]


lg Mucki
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: annama am 02.01.14, 19:52


Was ist Langeweile  ??? ??? ???

Kenne ich nicht und hab damit kein Problem  ;D

Lasse die jungen Leute in Ruhe und hab so meine Hobby's die ich jetzt ausübe. (Chor , Politik, Landfrauen und Reisen )  Der bt und mein Computer öffnen mir das Tor zur Welt .

Leider muß ich aber auch sehr viel Rücksicht auf meinen lieben Mann nehmen ,der nicht mehr so Gelände gängig ist. Am liebsten genießt er seine Ruhe zu Hause ,verbringt die Zeit mit Lesen , TV schauen und Enkel unterhalten . Wir wollten ihm schon einen Rollator kaufen ...aber der lehnt er ab. Ist aber sehr zufrieden damit und sind dankbar für jeden gemeinsamen Tag den wir erleben dürfen.

Lieben Gruß annama


Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Wiese am 02.01.14, 20:10
Ich für meinen Teil bin froh, dass meine SE viele Sterbebilder aufgehoben haben.
Erst durch die Ahnenforschung hab ich die Sterbebilder schätzen gelernt.
So konnte ich einigen Namen Gesichter geben, oder Geburts- oder Todestag herausfinden.

Vor allem alte Soldatensterbebilder finde sehr intressant und auch sehr wertvoll.

Ich muss zu geben, ich sammle auch alle Sterbebilder. Vorerst habe ich sie alle in einer Schachtel gesammelt,
Nur die wichtigsten zur Ahnenforschung hab ich rausgesucht und in mein Ahnenbuch, das ist ein
normaler Ordner mit Klasichthüllen, Dort wird alles aufgeschrieben und die Sterbebilder kommen dazu.
Vor allem ist es intressant, wenn man sonst keine Fotos von dieser Person finden kann, aber die Sterbebilder mit Foto versehen sind.

Ich hab zB. vom Bruder meiner Mutter eine Sterbebild vom Krieg gefunden, bei dem er in jungen Jahren umgekommen ist und freu mich sehr über das Sterbebild.
So hat jedes Sterbebild eine Geschichte und vor allem, wenn man die Leute gekannt hat.

Ich finde die Idee, die Sterbebilder zu sortieren gut, dabei könnte man auch noch einiges aus früheren Zeiten von den Austraglern erfahren. Wenn sie mal gestorben sind, kann man sie nicht mehr danach fragen.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: fanni am 02.01.14, 20:42
Hallo,

ist ja lustig, dass mein Vorschlag so aufgenommen wird. ;)

Ich hab das aus gegebenen Anlass geschrieben, denn wir räumen jetzt endlich mal einiges vom Hausrat der Vorfahren weg........Und was da alles gesammelt wurde........eben diese Sterbebilder, (die ich übrigens auch sammle) und Zeitungen und und und.....und der SV und die SM haben immer gesagt, dass sortieren sie mal und nix ist passiert und diese Dinge haben wir jetzt an der Backe und Göga kann auch nix wegschmeißen und sagt er sortiert das irgendwann mal.......und wir schleppen nun dieses unsortierte Altpapier auf den Dachboden :P :P :P für später ::)


das hätten sie ja auch schon tun können zu Lebzeiten und sie hätten was zu tun gehabt, so meinte ich das, aber vielleicht reichte es nur noch zum sammeln, egal


aber egal führt vom Thema weg


ab einem gewissen Alter wird es schwierig mit Hobbies und auch Bekannschaften pflegen. Aber vorher könnte man noch soviel machen und sich eben nicht immer gegenseitig auf der Pelle hocken.

KAthi, ich glaub du kannst sie nicht mehr ändern, sondern vielleicht lernen liebevoll über dieses hinwegzuschauen und dir jetzt schon mit deinem Göga ein Hobby für später suchen, damit ihr nicht in dieses Loch fallt und nur noch schaut, was die Nachkommen alles so treiben am Hof........anstatt euch an eurem Austrag zu freuen und auch auf den Hof zu schauen, aber ebennet nur.

Mein Schwager hat zum Imkern angefangen......jetzt tut der Sohn und die zukünftige ST auch mit.

Eine andere Schwägerin hat mit ihrem Mann zum tanzen angefangen.

Sowas muss man echt schon lange vor der beginneneden Gebrechlichkeit und vielleicht auch Demenz zustande gebracht haben, sonst schafft man es nicht mehr.

Meine SM hat z.B. jeden Tag Tagebuch in den Raiffeisenkalender geschrieben, wir haben Wetteraufzeichnungen aus 4 Jahrzehnten und Meldungen wie Rosi hat heute gekalbt..........Michi auf Lehrgang.......oder Sau geschlachtet. Lauter so Dreiwortsätze, denn mehr ging in diesen Kalender pro Tag nicht hinein, ist aber sehr interessant (haben wir auch hochgeschleppt für später zum archivieren........*hüstel* ::) ;))

Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: frankenpower41 am 02.01.14, 20:45
Bei uns in der Gegend kommen die Sterbebilder jetzt auch häufiger, ich kannte das früher gar nicht.
Als mein SV vor 35 Jahren ums Leben kam wurden auch welche gedruckt, er kam aus einer Gegend wo das üblich war.
Ich hab auch schon einige gesammelt, finde ich eine schöne Erinnerung.


Aber zurück zum Thema. Langeweile ist wohl Typsache, das gibt's auch schon bei jungen Leuten oder Kindern.
Es gibt eben gesellige Menschen und solche die ihren Lebenssinn in der Arbeit sehen. Ändern kann man da wohl niemanden.
Meine SM (fast 85) erzählt auch überall herum was sie alles zu tun hat, vor allen wenn sie den Leuten erzählt dass sie die Wäsche (nur die Arbeitsklamotten für meinen Mann) macht, ist das oft nervig.  Ich wasche, weil es sein muss, sie sucht buchstäblich nach Dingen,  nur damit sie einen Grund hat was zu tun. Gab dieser Tage ziemlich Ärger, weil sie die Strauss-Jacke von unserem Jüngsten mitgewaschen hat (wohl falsch, denn jetzt ist sie knittrig).
Meine Mutter beschwert sich öfters über meinen Vater, weil der sich keine sinnvolle Beschäftigung sucht. Sein Bruder baut Weihnachtskrippen, schnitzt tolle Sachen, aber sowas würde meinen Vater nie einfallen.  Er geht zwar gerne weg und ist gesellig, aber sobald er daheim ist schläft er. Gelesen hat er noch nie viel. Im Sommer hat er zu tun, da geht's, aber gerade im Winter ist es schwierig. Meine Mutter hat da keine Probleme, sie strickt Strümpfe und hat bereits angefangen fürs nächste Weihnachten.
Da freuen sich alle drauf.

 

Marianne
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: fanni am 02.01.14, 20:50
Mein Vater hat im Alter den Garten entdeckt..........bzw. er steht neben meiner Mutter und belehrt sie, wie sie die Radi zu ziehen hat und die Tomaten zu setzen.......... ::) das geht ihr auch auf den Geist.

Im Winter ist jetzt sein Hobby das Vögelfüttern........da sind schon einige kilos verfüttert worden, ich glaube die Ration reicht für die ganze Gemeinde, aber dann sitzt er am Fenster und zählt, das freut ihn dann, wenn es jeden Tag mehr werden, die kommen.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Bärbel am 02.01.14, 21:09
Hallo

Meine Eltern verreisen viel mit ihrem Wohnmobil. Außerdem haben sie einen großen Gartenteich, ein Gartenhaus, ein bisschen Ziergarten, Hühner und Tauben.
Meine Mutter strickt in letzter Zeit auch gern und mein Vater schaut auch mal gern TV.

Mein SV (89) meint er müsste das ganze Jahr Holz machen und nervt alle damit. Außerdem macht er noch Garten und baut alles Mögliche an, was meine SM dann verwerten muß.
Zum Glück wohnt er nicht bei uns. Meine SM (85) macht noch ihren Haushalt und backt gern Kuchen.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: KATHRINA H: am 02.01.14, 21:18
Dachte nicht das so viele auf meinen Beitrag schreiben, zum Thema Vögel,
Mein SV hat aus alten Brettern Häuschen gebaut, vor vielen Jahren- schön
ist was anderes ::)
Aber würd ich da was sagen, oh je...
Das kommt von der Langeweile ;)
Heut abend meinte SM die Stangen von den Silvesterraketen könnte man gut
für den Garten hernehmen, also ich zerleg die nicht, ab in d. Tonne...
Na, ja, ich werd versuchen mir nicht mehr so viele Gedanken zu machen...

Das mit Hobby jetzt schon suchen, eine gute Idee, mir fällt aber spontan nichts ein.
Wir unternehmen immer zu viert etwas, sind wir gar nicht mehr gewohnt allein,
zu zweit was zu machen...

Spontan würde mir radeln und schwimmen oder mal Kino einfallen, wenn die
Jungs mal größer sind, und alleine bleiben können ;)
Zählt das auch zu Hobbys? Bin kein Hobbytyp :(, weiß nicht wie ichs erklärn
soll...

Auf unserm Dachboden ist auch e. Sammelsurium, fast alles von Gögas
Familie, aber ausmisten, geht nicht, m. SE undenkbar!!
Der Keller war schon furchtbar, hat SV eine alte unbrauchbare Pfanne wieder
in die Garage gebracht, statt Tonne ::)Und diese alten irdenen Töpfe,
wurde früher für Fett verwendet...

Dann noch zig Zinnteller in d. guten Stube, von Gögas Oma, ließ sie hängen,
um des Friedenswillen, aber unser Wonzimmer, Stüberl hab ich so wie ich wollte
und moderner eingerichtet, da flog das Tellerboard- ohne Teller- gleich raus :)

Auch Rehgeweihe hab ich entsorgt, SM sagt aber heb sie auf, wg. SV...
Die Zinnteller werde ich später verkaufen, es sei denn meinem Schwager
o. Schwägerin fallen sie wieder ein ;)
So ist das, wenn man e. altes Haus übernimmt, laß auch mal was verschwinden,
was soll ich m. fünf Paar alten Schlittschuhen am Boden, die Platz wegnehmen?

Danke für Tipps u. Gute Nacht!!
Kathrin
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: gammi am 02.01.14, 21:31
Kathrin, vielleicht nimmst Du wirklich auch vieles zu ernst.

Grad das mit den Hölzchen von den Silvesterknallern. Meine Kinder sind jahrelang an Neujahr los und haben im ganzen Ort die Stäbchen gesammelt und der Oma gebracht, weil die eignen sich wirklich super für den Garten. Dafür haben sie dann immer Schokolade bekommen, weil sich die Oma darüber gefreut hat.
Und ich "freu" mich derzeit auch darüber..........sind die alles schön gebündelt auf dem Dachboden rausgekommen beim entrümpeln. Und ich trag alle runter und heiz damit. Einen Teil heb ich aber auch auf für meinen Garten  ;D

Das ganze ist natürlich schon sehr schwer, wenn jemand sein ganzes Leben gearbeitet hat und das Arbeiten sein Lebensinhalt, seine Freude war. Mein Vater hat damit grad auch sehr zu kämpfen und ich verstehe ihn trotzdem obwohl ich heute auch  mehr als genervt davon bin. 
Alt werden kann ganz schön grausam sein.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Internetschdrieler am 02.01.14, 21:31
Zum Thema Sterbebildchen.

Der Bayerische Landesverein für Familienkunde hat zur Zeit ein Projekt laufen http://www.blf-online.de/projekt/bayerisches-sterbebilderprojekt

Bei einem Ahnenforscherstammtisch hatten wir dann auch einen  s.g.Einzugscanner zur Verfügung. In kürzester Zeit waren da hunderte von Bildchen digitalisiert.

Sortieren muß man eigentlich nur die einfachen Bildchen und die gefalteten. Diese müssen aufgeklappt werden - das wär eine Arbeit für Austragler
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 03.01.14, 00:15
Hallo,
das Album was Mukki vorgeschlagen hat finde ich ja keine schlechte Idee. Aber fast 30 Euro um nur 60 Bilder unterbringen zu können finde ich schon heftig.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Christel Nolte am 03.01.14, 00:23
Das Thema Sterbebidlchen finde ich ja sehr interessant. das ist hier völlig unbekannt.
Wenn ich das richtig verstanden habe, sind die doch postkartengroß?
Dann könnte man auch Postkaten-Sammelalben nehmen, die gibt es viel günstiger. einfach mal goo...ln




Kathrin, vielleicht nimmst Du wirklich auch vieles zu ernst.

Grad das mit den Hölzchen von den Silvesterknallern. Meine Kinder sind jahrelang an Neujahr los und haben im ganzen Ort die Stäbchen gesammelt und der Oma gebracht, weil die eignen sich wirklich super für den Garten. Dafür haben sie dann immer Schokolade bekommen, weil sich die Oma darüber gefreut hat.
Und ich "freu" mich derzeit auch darüber..........sind die alles schön gebündelt auf dem Dachboden rausgekommen beim entrümpeln. Und ich trag alle runter und heiz damit. Einen Teil heb ich aber auch auf für meinen Garten  ;D

Ja, ich sammel die auch;-)


Das ganze ist natürlich schon sehr schwer, wenn jemand sein ganzes Leben gearbeitet hat und das Arbeiten sein Lebensinhalt, seine Freude war. Mein Vater hat damit grad auch sehr zu kämpfen und ich verstehe ihn trotzdem obwohl ich heute auch  mehr als genervt davon bin. 
Alt werden kann ganz schön grausam sein.

Es ist bedeutend leichter zu ertragen, wenn man den betreffenden Senioren Zuneigung entgegenbringt, aber auch im anderen Falle müssen wir jüngere ! unseren Weg finden, damit zurechtzukommen, denn eines ist sicher: die Älteren ändern sich nicht mehr, nicht immer nur, weil sie nicht wollen, es ist einfach umso schwerer, je älter man ist, eingefahrene Verhaltensmuster abzulegen. Hinzu kommt, dass viele auch nicht auf die Idee kommen, an sich etwas zu ändern, weil s i  e haben ja kein Problem mit ihrem Verhalten.....wir haben es.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 03.01.14, 00:28
Hallo Erika2,
Daran hab ich auch schon leicht gedacht. Mach mich dann mal schlau wenn ich diese Beschäftigung dann mal brauche  ;)
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: LunaR am 03.01.14, 00:54
Hallo,

ich muss ja immer schlucken, wenn von Altenteilern so um die Mitte 60 die Rede ist. Die sind man gerade ein paar Jahre älter als ich.  ::) Da kann ich mir vorstellen, ist es nicht so leicht, erst noch so viel Verantwortung und Arbeit und plötzlich nur noch Altenteiler. In dem Alter möchte man gerne noch etwas haben, was vorher war, aber nicht mehr so viel. Vor allem möchte man gern am Leben der Familie - Kinder und Enkel -  und wohl auch am Hof teilhaben. Noch dazugehören. Vielleicht ist es schwer, das nötige Maß an Zurückhaltung gleich drauf zu haben. Änderungen müssen erst mal erlernt werden.

Ich stelle es mir furchtbar vor, wenn ich in wenigen Jahren nur noch Altenteiler wäre und die jüngeren würden sich Gedanken machen, womit ich meine Zeit verbringen könnte oder was ich tue. Das würde ich dann noch gern selbst entscheiden dürfen, auch meine Grenzen selbst festlegen dürfen, d. h. auch nein sagen zu können, wozu auch immer.

Wir haben ja keinen Hof, aber auch über 20 Jahre mit SM im Hause gelebt. Da ist mir gerade Silvester noch durch den Kopf gegangen, dass wir, soweit ich mich erinnere, nicht einmal Silvester weg waren. Fanden wir auch nicht schlimm. Aber die Oma ist noch lange weg gewesen zum Feiern. Damit sie sich richtig austoben konnte  ;), ist sie an dem Tag auch nicht selbst gefahren,
 sondern meine Mann hat sie weg gebracht und irgend wann nachts wieder abgeholt.

LG
Luna
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 03.01.14, 07:58
Hallo Luna,
weißt Du, ich denke, die Senioren die uns hier zum Schreiben veranlassen sind aus ganz anderem Holz geschnitzt und nicht vergleichbar mit den älteren Menschen die für sich selber diesen Lebensabschnitt "entdecken" und die auch schon immer voll im Leben gestanden haben.

Ich denke auch, das Problem ist, wenn Senioren immer versuchen die Hofübernehmer zu bevormunden und beobachten und deren Tun kommentieren, dann muss man aus deren Verhalten oft erkennen, dass die eigentlich gar nichts anderes zu tun haben und auch keine anderen Hobbys haben.

Ich kann auch beobachten, dass dann  alles was man bei ihnen als Hobby findet und mit was sie ihren Lebensabschnitt gestalten und neu für sich entdecken wieder etwas z. T. mit Landwirtschaft oder dessen Haushalt zu tun habet.
Z. T. sind sie dann stinkbeleidigt wenn ST keine Freundin von gewissen Dingen ist was dann in dem Garten (wenn wir den mal zum Beispiel nehmen) erzeugt wird. Es ist dann schön, wenn die Altbäuerin sagt, Endiviensalat und Rote Beete brauche ich gar nicht anzubauen. Die ST mag das nicht. Schön finde ich dabei, wenn man den Jungen nicht da schon wieder was aufdrängen will. Menno, dann baue ich halt mehr Erdbeeren an oder gehe her und mach schon mal was küchenfertig oder lade zum Essen ein (in eigener Küche gekocht). Aber ich muss als Austragler auch so viel Feingefühl haben und erkennen wenn etwas nicht gewünscht wird. Meist nehmen die das persönlich weil man ihre Dinge nicht haben will. Sie gestehen der jungen Generation einfach nicht zu, dass die andere Vorstellungen vom Essen z. B. haben.
Es wird immer dann gefährlich wenn man der anderen Generation etwas überstülpen will.

Und wenn man auch Mehrgenerationenhaushalt ist, dann finde ich es einfach nicht selbstverständlich, dass man nie Freiräume der Entscheidung hat und die Senioren wieder zum Thema werden weil sie außer ihrem bisherigen beruflichen Einsatz nichts anderes kennen und auch nicht selbsttätig ihre Interessen verändern.
Ihr Aufgabenbereich scheint nach wie vor der Betrieb zu sein und wenn man das von der Kraft her nimmer schafft, dann geht man den Jungen auf den Geist und kontrolliert sie oder meckert überall herum.
Sorry, wenn ich das so krass darstelle. Aber ich habe Tage, da mag ich gar nicht gerne in meine Küche gehen weil unsere Oma da sitzt und in unserer Zeitung liest und mit einem Auge nur guckt was ich gerade mache. Ich flüchte ganz ehrlich in mein Büro.
Oma hat selber eine Küche; größer wie meine. Und ja, ich verstehe auch, wenn sie nicht alleine sein mag. Aber wenn man sich als die Folgegeneration nur beobachtet vorkommt und immer nur hört wenn sie Zeitung liest wie schlecht doch die Welt ist... Leute ich werde da depressiv. Braucht nur noch draußen ein Wetter sein das negativ dazu passt... :'(

Ich hätte es gerne etwas unkomplizierter und offener. Und Letzteres ist bei uns total verschoben. Ich komm mir einfach verschaukelt vor wenn man hier am Tisch sitzt um nur zu horchen was wir reden; dann sich bei nächster Gelegenheit am Telefon über alles detailliert auszulassen. Da wird dann erzählt wie wenn sie bei den Geschehnissen die sie am Tisch von uns erfährt (aushorcht) wie wenn sie es selber erlebt hätte.
Im Gegenzug wird uns aber alles (oft auch Wichtiges) von der anderen Seite der Verwandtschaft verheimlicht. Und zwar wirklich bewusst unterschlagen.
Meine Schwägerin ist sehr offen. Nur telefonieren wir sehr selten miteinander und es sind ein paar Kilometer zu ihr hin. Ich glaub wenn ich keinen PC zum reparieren gehabt hätte bei denen im Sommer, dann wäre ich 2013 gar nicht hin gekommen.
Sie wundert sich dann immer, warum ich dieses oder jenes nicht weiß wo sie es doch Oma erzählt hat.
Da kommen wir uns dann schon immer sehr verschaukelt und auch hintergangen vor.
Das kann es einfach nicht sein.

Und ich denke, dass das bei machen Mehrgenerationenhaushalten so geht.
Wer so was nicht erlebt, der glaubt das nicht und denkt, alles geht so offen und frei uns selbstzufrieden und selbstbestimmend zu wie bei sich daheim. Dass es aber oft anders ist, das kann man nur glauben wenn man das selber so erlebt.

Da sind Welten dazwischen zwischen Leuten die immer schon auch für sich entschieden haben, die ihr Umfeld selber gestaltet haben und denen, die denken alles muss sich nur um sie und den Betrieb drehen.
Es gibt auch noch ein anderes Leben!!!

Ich kann und darf als Austragler nicht dazu übergehen alles zu verurteilen was die übrige Welt als Freizeitbeschäftigung betreibt. Da wird man kleinkariert. Wenn ich schon immer höre bei einem Flugzeugabsturz, meinetwegen in Afrika und da sind deutsche Passagiere dabei gewesen, dass da jemand von der älteren Generation tönt, dass es ja nur so sein muss weil ja die Deutschen nichts mehr arbeiten und nur auf der ganzen Welt herum reisen, und die haben in Afrika gar nix zu suchen.
Dass aber die Tochter auch vom Fremdenverkehr lebt und Urlauber ihr zweites Standbein sind, das hat man dabei vergessen. Wenn jeder daheim sitzen würde und seine eigene Kuh und sein eigenes Huhn pflegen würde, dann wären wir alle viel ärmer. Wir leben nun mal in dieser Welt wo u.a. auch das Reisen dazu gehört und auch die Landwirte mit ihr Geld verdienen.

Die Katz frisst Mäuse, ich mags nicht. Deswegen kann ich auch nicht die Katze verurteilen. Die hat schon auch ihre Daseinsberechtigung.

Was ich damit sagen will: Wenn man als Mensch, egal in welcher Generation ungerecht wird und nur denkt, seine Lebensweise sei die absolut richtige, dann wird es anstrengend, das Zusammenleben....
Ein bisserl Toleranz möchte ich schon ganz gern...
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: mary am 03.01.14, 08:34
Wir haben auch viele Sterbebilder über die Jahrzehnte gesammelt.

Welche Hobbies und welcher Zeitvertreib ist für das "Allter" passend?

Denn zulegen muss man sich das in jüngeren Jahren, kenne genug "pensionsgeschädigte Leute", die nicht nur mit sich nichts anfangen können- sondern auch den anderen (Ehepartner) das Leben nicht einfacher machen.

Aber ich kenne noch mehr Ruheständler, die so einen Stress haben, um alles auf die Reihe zu bekommen, was sie sich vorgenommen haben.
Radfahren, Bergsteigen, Urlaub machen, kurzum ihr Leben nochmals aus vollen Zügen geniessen.

In der Landwirtschaft ist das eher ein Problem- so richtig recht machen können es die wenigsten "Alten".
Helfen sie mit, sind sie lästig und mischen sich ein, tun sich nichts, sind sie faul.

Kenne auch viele Menschen, die auch im späteren Alter noch arbeitsmässig tätig sind, über manche wird sogar in der Zeitung berichtet.
Sie machen das, was sie gut können, auch noch nach der Pensionsgrenze weiter.

Da wir ja oft genug hören, lesen, dass sich die Rentengrenze immer mehr noch oben verschiebt-
müssten wir uns darüber Gedanken machen, wie wollen wir unser Alter leben- aber auch- können wir den vor uns lebenden Generationen ihre Vorstellungen über ein Leben im Alter zugestehen.

Ich möchte gerne auch in späteren Jahren im Garten arbeiten dürfen- ohne dass mir das ständig als sinnlos, unnütz vorgehalten würde. Habe aber null Problem damit, wenn andere Gartenarbeit nicht so toll finden.
Manchmal empfinde ich dass die Toleranz ein sehr schwer zu erreichender Zustand ist- von uns "Alten" genauso wie von den nach uns kommenden Generationen.

Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: karussellandrea am 03.01.14, 08:57
Guten Morgen!

@Martina

Dein Beitrag ist Klasse, genau so ist es!!!!

Gruß Karussellandrea
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Christel Nolte am 03.01.14, 09:35
@martina: deine SM und meine SO (Schwiegeroma) sind identisch???

Das mit dem am-liebsten-gar nicht-hineingehen, das kenne ich auch, ich hatte aber den Vorteil, dass ich das täglich nur stundenweise mitmachen musste.

Trotzdem, es nützt Dir nichts, im Recht zu sein, sie ändern sich nicht, oder höchstens mal  für kurze Zeit, wenn mal Krach gegeben hat. Mit dieser Erkenntnis leben lernen, das ist die Herausforderung, dabei nicht verbittert  werden, weil es ja bei vielen von uns praktisch das ganze Leben andauert und man denkt, wenn ich dann endlich mal selbstbestimmt leben kann, bin ich selber alt....

Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: frankenpower41 am 03.01.14, 09:47
genauso ist es.  Man muss( oder tut es zumindest des lieben Friedens willen) sich immer anpassen und plötzlich ist man selber alt.
Wie meinte meine Nachbarin immer, deren SE sind inzwischen verstorben," wir sind die besch... Generation, erst mussten wir uns von den Alten bevormunden lassen und jetzt von den Jungen."

Hab noch einen Vorschlag, kam mir vorhin beim Frühstück. Meine SM sortiert mindest alle halbe Jahre ihre Liebesbriefe von früher.
Zeitweise hat sie mir sogar vorgelesen.  (ist ein ganzer Koffer voll, und ich denk ich verrate kein Geheimnis, denn das erzählt sie vielen Leuten)  Sie war ja so begehrt, wie ich seit 25 Jahren immer wieder höre.  Vorhin hat sie nämlich Betriebshelfer erzählt, dass sie noch einen (ist mindestens 65 her) von seinem Opa hat. ;D ;D ;D

Marianne
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: gammi am 03.01.14, 10:09

Es ist bedeutend leichter zu ertragen, wenn man den betreffenden Senioren Zuneigung entgegenbringt, aber auch im anderen Falle müssen wir jüngere ! unseren Weg finden, damit zurechtzukommen, denn eines ist sicher: die Älteren ändern sich nicht mehr, nicht immer nur, weil sie nicht wollen, es ist einfach umso schwerer, je älter man ist, eingefahrene Verhaltensmuster abzulegen. Hinzu kommt, dass viele auch nicht auf die Idee kommen, an sich etwas zu ändern, weil s i  e haben ja kein Problem mit ihrem Verhalten.....wir haben es.


Erika, dass meine ich doch auch. Die alten können sich nicht ändern. ..............und jemand der arbeiten will, der will keine Sterbebildchen sammeln. Der hadert mit seinem Schicksal, dass er nicht mehr arbeiten kann. Und mit grausam meine ich, dass es für die "Alten" auch nicht einfach ist zu sehen, wie es abwärts geht und genau zu wissen, es kommt keine Besserung mehr.

Ich habe hier auch ein Problem mit dem Begriff "Bespaßung". Die Alten haben halt andere Probleme/Sorgen als die Jungen........die Jungen verstehen diese Sorgen oft nicht, genausowenig wie die Alten oft die Probleme/Sorgen der Jungen nicht verstehen.

Mehr mag ich aber im Moment aber auch nicht schreiben.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: maria02 am 03.01.14, 10:13
@ Marianne,

das ist doch süß wenn man nach so vielen Jahren noch  
in seinen Erinnerungen  schwelgen kann....

Gruß Maria
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Finn am 03.01.14, 10:25
"1 wir sind die besch... Generation, erst mussten wir uns von den Alten bevormunden lassen und jetzt von den Jungen."


Kann ich voll und ganz unterschreiben. Sind momentan SK und Altenteiler. Ein ganzes "Leben" lang Rücksicht auf SE genommen und nun nehmen wir gleichzeit Rücksicht auf die Jungen. Die haben heute Gott sei Dank genaue Vorstellung von Ihrem Leben.
Die Großeltern werden von den Enkeln sehr geachtet, manchmal verstehen sie ihre Eltern nicht, die sich nicht immer nach den Großeltern richten wollen, aber gleichzeitig wollen Sie ihr eigenes Leben auf den Hof verwirklichen und die Eltern stören oft nur, da sie eventuell auch noch eigene Wünsche haben.
Manchmal frage ich mich schon, wo bleiben wir?  Wenn es auch meistens gut klappt. Liegt aber auch oft an der Sandwichgeneration, die versucht es allen recht zu machen, und manchmal! dabei selbst auf der STrecke bleibt

Wenn man jung ist, denkt man nicht daran, einmal selbst alt zu werden und dann nur noch als lästig und störend empfunden zu werden.


Liebe und nachdenkliche Grüße
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: gammi am 03.01.14, 10:31
Und glaubt ihr unser "Alten" sind nicht in der gleichen Situation?

Die stand genauso zwischen ihren Alten und uns Jungen.......................und unseren Kindern wird es genauso gehen....................jede Generation steht zwischen zwei anderen.

Die haben sich doch genauso für uns "aufgeopfert" und genauso ihre Schwiegereltern versorgt.........................und hatten oft noch viel weniger Freiräume dazwischen wir wir.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Nanne am 03.01.14, 10:33
Ich hör mir ab und an auch ganz gerne die Erzählungen von den "alten Zeiten" an, aber wenn nur noch solche Geschichten kommen und das tagtäglich wieder, dann wird´s schon langweilig.
Wir haben hier im Dorf einen Mann(ca. das Alter wie SE), der hat angefangen, für die Lokalzeitung die Vorkommnisse im Dorf zu fotografieren und Berichte darüber zu schreiben und das dann im Lokalteil der Zeitung veröffentlichen zu lassen. Auch die Fußballspiele der Vereine in den umliegenden Ortschaften werden kommentiert. Bekommt, glaub ich, einen kleine Entlohnung dafür, ist aber nicht wichtig. Und wie war der Kommentar von SE auf seine Tätigkeit: der kann das ja machen, der hat ja eh nichts zu tun.  ::) Oder einer hat so einen kleinen Seniorenstammtisch organisiert, immer mittwochs im Sportheim so zum tratschen und evtl. Kartenspielen. SV war 1-2 mal dort, dann kam die Bemerkung: die reden eh immer dasselbe und mittwochnachmittags hat er keine Zeit :-X Sind aber alles Landwirte und in seinem Alter, aber die tun ja eh nichts mehr. Oder SM wird zum Geburtstagskaffee eingeladen im Dorf, ab ca. 15.00 Uhr. Geht sie nicht hin, weil sie ja um 16.00 Uhr in den Stall muß und so spät macht man keine Einladungen. Wenn man nicht will >:(

LG
Nanne
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: mary am 03.01.14, 10:55
Hallo gammi,
und dazu noch der 2. Weltkrieg, der ihnen Väter, Onkels und andere Verwandte raubte, die Kindheit oder Jugend dazu, einem grossen Teil die Heimat nahm, viele Frauen kamen auch nicht gut dabei weg.
Nein, wir können uns nicht beschweren, wir durften in Friedenszeiten aufwachsen.
Kommen und gehen - solange es mit Familien weitergeht- wird es immer so weitergehen. Beim Lesen mancher Beiträge werde ich sehr nachdenklich. Sind die "Alten" nur Last? Aber was wird mit uns, wenn wir alt werden, sind wir dann auch nur noch Belastung?
Wie sehen wir unser Alter?

Und wie wir einmal sein werden, wenn wir alt werden dürfen- das werden wir dann schon sehen.
Vor ein paar Tagen habe ich einen interessanten Spruch gelesen, die Dame wurde 50 und sie fühle sich wie 50- älter wird man ja nicht nur selbst, sondern auch die anderen.





Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: LunaR am 03.01.14, 11:08
Martina, ich verstehe dich sehr gut  :)

@Marianne: Ist doch ein tolles Hobby, alte Liebesbriefe lesen  ;D


Ich bin mir ganz sicher, wenn man selbst im Alter anders sein will, muss man sehr auf sein eigenes Tun achten und schon sehr früh damit beginnen, konsequent und bewusst anders zu sein. Im tut/sagt man nur noch das verstärkt, was man schon immer gesagt oder getan hat. Unsere im Leben erworbenen Routinen kommen dann ganz stark zum Vorschein. Bin auch überzeugt, dass man von einem älter werdenden Menschen keine Änderung mehr erwarten oder erhoffen kann, zumindest nicht zum Guten.

@Gammi, mit "Bespaßen" habe ich auch ein Problem.

LG
Luna
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: gina67 am 03.01.14, 11:15
Hallo
ich bin in dieser Sandwichgeneration und ich kann für mich sagen, dass es schwieriger ist mit meiner SM auszukommen als mit meiner ST. Was sicher daher kommt, dass ST nicht mit unserem Haushalt wohnt und wir uns nur sehen wenn sie im Büro oder im Stall arbeitet. Das ist nicht jeden Tag, weil sie einen Teil der Buchführung zu Hause macht. Meine SM habe ich den ganzen Tag um mich herum, da geht es mir wie Martina. Oft kann ich es kaum aushalten, weil sie mir immer wieder von Leuten erzählt die ich nicht kenne und die schon lange tot sind.
Gestern z.B. hat sie mir von einem Bekannten erzählt der 1945 mit ihr geflüchtet ist und der sich dann nicht mehr um seine Familie gekümmert hat und dann irgendwann an Drogen gestorben ist. Fragt mich nicht wann das alles war, aber so was muss man sich anhören. Und auch wenn man denkt, dass man das gar nicht hören will und einfach nicht antwortet, dann bleibt trotzdem noch was hängen.
Ich nehme mir fest vor als Altenteilerin mich nicht einzumischen, ich werde als Arbeitskraft in Spitzenzeiten und als Wochenend- und Urlaubsvertretung zur Verfügung stehen. Aber mehr nicht, jedenfalls ich nicht, was mein Mann dann macht, weiß ich nicht. Ich habe schon soviele Pläne für diese Rentenzeit, da habe ich Angst dass ich gar nicht alles schaffe, was ich gerne möchte.

LG Gina

Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Maja am 03.01.14, 11:36
Also was ihr alle schreibt ist richtig. Jeder Beitrag hat was!!
Wenn ich mein Leben so betrachte( bin ja nun schon Rentnerin und übrig), dann denke ich, wir, diese Generation seit Kriegsende haben ein gutes Leben gehabt bisher und brauchen uns eigentlich nicht beschweren.
Wir haben alle einen gewissen Lebensstandard den die Generation vorher nicht hatte.
Wir hatten das Glück Hobbys haben zu dürfen( nicht jeder hat daran für sich gearbeitet), unsere Vorgängergeneration wurde nur an ihrer Arbeitsleistung gemessen.
Wir sollten uns nicht wundern dass sie so sind wie sie sind.
Wir sollten einfach nur so sein wie wir die Andern gerne haben wollen.
Das alleine wäre schon schwer genug.
Ich bin auch als Rentnerin nicht mit einem Schlag zu doof um gut zu kochen und zu backen oder mein Haus zu dekorieren und Gäste zu begrüßen und zu erfreuen .Aber andere sehen das anders!!!!!Die Freundin meines Sohnes zum Beisp.
Ich habe mir angewöhnt sie zu ignorieren mit ihrer Denkweise....mag sie es halten wie sie es will.
Ich lebe wie ich es will. Sehe ich sie, dann grüße ich sie, als wäre es nur meine Nachbarin.
An Weihnachten beschenke ich sie als wäre es eine gute Freundin. Geburtstage werden nur auf meiner Seite ordentlich gefeiert, anders rum gibt es nicht mal einen Kaffee.
Es ist wie es ist!
Aber was ich eigentlich damit sagen will....ich brauch niemand der sich Gedanken macht wie man mich bespaßt, das würde ich mir auch wirklich verbitten.
Wir alle sollten nur an uns arbeiten und unseren Kindern( auch den mittlerweile erwachsenen) eine gute Art vorleben wie man sinnvoll mit seiner Lebenszeit umgeht.
Wer arbeiten mag soll arbeiten so gut und so viel er kann, wer verreisen will soll verreisen und wer ein schönes Hobby hat sollte es mit möglichst vielen Menschen teilen.
Ach ja eines meiner Hobbys ist hier der BT und da kann ich mit vielen teilen.

Heute ist in meinem Kalender ein schöner Spruch den ich euch nicht vorenthalten möchte.
Paßt schon ein bißchen zum Thema denke ich.


" In jedem Menschen ist Sonne-
man muss sie nur zum Leuchten bringen"

Also leuchtet damit andere von eurem Strahlen ein bisschen was ab bekommen und ihr Leben heller wird dadurch.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: KATHRINA H: am 03.01.14, 12:34
@ Martina- Deine Beiträge sind sehr gut! Habt Ihr schon immer zusammengewohnt?
Wir haben einen eigenen Wohnbereich- Haus u. SE auch, Wohnung, könnte mir nie!!
vorstellen in einem Haus mitnand zu wohnen!! SE glaub ich, auch nicht.
Gruß Kathrin
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 03.01.14, 12:40
Hallo,
ich hab heut auch schon mit meinem Mann über das Thema diskutiert.
Jeder Beitrag hier hat was.
Nur finde ich einfach wenn es einseitig wird, dann ist es nicht in Ordnung.

Denn da ist es wie mit dem letzten Krieg. Da kann man auch auf Ewigkeit ein Drama drum machen. Man muss alle Themen des letzten Krieges respektieren. Aber irgendwann muss (ohne zu vergessen was Schreckliches passiert ist) Schluss sein. Man kann nicht auf Ewigkeit darauf herum reiten.

Meine Mutter war Kriegsopfer und hatte von daher nur noch eine Hand und auch sonst noch Schaden davon getragen. Diese Generation hatte es nicht leicht... Keine Frage.
Aber man demotiviert junge Menschen indem man ihnen ständig anlastet wie gut sie es doch haben und angeblich nicht schätzen. Genauso gut könnte ich auch meiner SM anlasten dass sie es nicht schätzt, dass sie nicht irgendwo alleine in einer Stadtwohnung sitzt ohne Ansprache sondern uns um sich hat, immer eine warme Bude ohne Hand anlegen zu müssen und auch sonst versorgt ist.

Man kann auch unausgesprochen mitteilen dass man mit dem Leben so wie es ist zufrieden ist.

Und das mit gegenseitig sich achten und ihr Aufmerksamkeit und Liebe schenken, das ist in Ordnung und wenn man sich gut leiden kann, dann ist das wunderbar. Ich hab auch nichts gegen unsere Oma.
Finde es aber befremdlich wenn man sich zu Tisch setzt, sie allen anderen was hinterher trägt, so dass es schon fast peinlich ist. Und sie sieht, dass ich z. B. wie gestern kein Besteck habe, mir aber keins hinlegt.
Ich bin auch früher aus der Schule gekommen, hatte zuvor vorgekocht. Ihr braucht nicht zu denken, dass man mir was übrig gelassen hätte von manchen Speisen und mal eine Portion hübsch angerichtet zur Seite getan worden wäre von ihr.
Da kommt man sich dann schon ein wenig als Außenseiter vor. Für alle anderen würde man sich den Hintern aufreißen.

Da bin ich dann auch verletzlicher geworden. Ich hab mich bemüht, dass es allen gut geht und bei mir würden die Bereiche getrennt. Ich mache einige Dinge für Oma die sie nicht kann und auch nicht machen will. Und die Dinge die sie für mich machen könnte, weil sie es für andere ja auch tut, da werden dann Unterschiede gemacht.

Und wenn ich merke, ich bin offen und erzähle, und hinterher merke ich, dass ich nur ausgehorcht worden bin und mir wird diese Ehrlichkeit vorenthalten, dann erzähle ich eben irgendwann einmal nichts mehr.

Ich denke, das sind alles psychologische Reaktionen die normal sind und sich eben so ergeben im täglichen Umgang.

Es mag schon sein, dass in jedem Menschen Sonne ist. Aber es kann nicht von mir verlangt werden sie bei jedem Menschen zum Leuchten zu bringen. Wenn es nicht gewünscht wird, dann ziehe ich mich zurück. Denn es heißt auch jeder ist seines Glückes Schmied. Und wenn man selber nicht an sich arbeitet und versucht auch den anderen neben sich etwas sein und werden zu lassen, dann steht man plötzlich ganz schön allein da.

Man muss keine großen Geschenke machen. Aber nette Kleinigkeiten oder Erledigungen die man selbstlos ohne groß damit zu prahlen wer das machen würde, wenn man nicht da wäre... - sind dann doch oft so Dinge die das Leben wesentlich vereinfachen würden.

Ich gehe ja immer Einkaufen weil unsere Oma das nicht machen kann und wenn sie könnte auch nicht machen will. Hat früher schon immer alles besorgen oder liefern lassen. Oft bringe ich etwas auf Verdacht mit weil sie nämlich nicht an alles denkt wenn sie mir den Zettel schreibt und hinterher fällt es ihr dann ein.
Und wenn ich denke, das und das würde sie gerne essen, hab ich schon oft ins Schwarze getroffen damit. Und was mich dann traurig macht, das ist, dass sie mir das alles zahlen will und zwar möglichst sofort, so dass es nervt weil ich oft noch gar nicht ausgepackt hab und sie steht schon mit der Börse da.
Ich hasse dieses Aufrechnen. Ich komme mit Menschen besser zurecht und mag die lieber wo ich auch mal eine Freude machen kann ohne gleich gegengerechnet zu bekommen.

Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: frankenpower41 am 03.01.14, 12:49
Hallo  Martina

Ich habs ja schon öfters gedacht, dass unsere SM sich ähnlich sind.
Unsere geht zwar noch einkaufen, genau nach Plan alle 4 Wochen (so oft wie Du fort fährst, das konnte ich nicht ::) ::) ::) ::)),
und bringt immer was mit für uns, oft bräuchten wir das nicht. Sie isst ja fast nichts, weil sie ist ja sooo genügsam (wohl im Gegensatz zu uns). Das lässt sie sich auch nicht zahlen, aber wehe ich muss ihr mal ein Päckchen Hefe mitbringen, nicht mal das lässt sie unter den Tisch fallen. Mich wurmt das auch. So ein Verhalten kenne ich von uns daheim nicht.
Irgendwie hat man immer das Gefühl, dass man ständig zu Dank verpflichtet sein muss.
Aus dem Grund will ich zum Beispiel schon jahrelang nicht mehr, dass sie für uns was bäckt, sie isst von mir nichts, aber ihren Kuchen (sie bäckt sehr gut), den sollen wir dann essen. Wenn die anderen Familienmitglieder ihren Kuchen essen ists mir recht, aber für mich sollte ein Zusammenleben aus geben und nehmen bestehen.

Marianne
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 03.01.14, 12:51
Hallo Kathi,
ja, wir haben schon immer zusammen gewohnt. Früher hatten wir sogar nur eine Küche. Dann hatten wir zwei Küchen und SE Küche ist nie groß genutzt worden.
Abends haben wir sogar zusammen fern gesehen.
Dann hat wenn SV seinen Grant hatte und unterm Tag was nicht so in seinem Sinne lief, abends immer damit gedroht sich selber einen TV zu kaufen.
Hat er nie gemacht.
Irgendwann haben wir ihnen dann zu Weihnachten ein Fernsehgerät gekauft. Das war der schlimmste hl. Abend den ich je erlebt hatte.
Er hat uns angelastet, dass wir ihn aus der Stube (war eigentlich nicht die Stube - wir hatten früher einen Fernsehraum mit 9 m² wo wir gemeinsam guckten) geworfen hätten.
Von da ab haben sie dann auch ihre Küche mehr genutzt.
Mein Mann hatte dann mal die Erkenntnis, dass wir (also mein Mann und ich) ziemlich doof wären weil ich jeden Sonntag kochte und mein Mann und ich hinterher den Abwasch hatten, während SE den Löffel weg legten und Sonntags - nachmittags - Kaffeefahrten und Ausflüge machten. Gegessen hatten man zuvor gemeinsam.
Da sind sie sich in die Wolle gekommen und von da an haben wir den arbeitsfreien Sonntag immer alleine verbracht und mal gekocht oder auch mal weg gefahren ohne was vorbereitet zu haben oder zuerst noch schnell die ganze Großfamilie abgefuttert haben zu müssen.

Oma und Opa sind dann oft demonstrativ zum Essen in die Gaststätte gefahren.

Jetzt lebt ja Opa nimmer (seit 2002) und Oma versorgt sich mittags immer selber weil wir andere Essenszeiten angefangen haben mit denen sie nicht einverstanden war. Das hindert sie aber nicht, sich bei unseren Mahlzeiten dazu zu setzen um zu hören was läuft.

Wir haben keine getrennten Wohnungen und müssten jedes Zimmer einzeln abschließen wenn man da nicht von sich aus Respekt vor den Räumen der anderen haben würde. Ist halt ein altes Bauernhaus von 1864.

Oma und Opa hätten gar keinen Sinn dahinter gesehen, die Wohnbereiche zu trennen und wenn wir so eine Trennung vollzogen hätten, dann wäre das als persönlicher Angriff gewertet worden.

Ich allerdings möchte das, sollte hier mal je eingeheiratet werden, nimmer.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 03.01.14, 12:53
...ja, Marianne, genau so habe ich das gemeint. Ich sehe, Du hast mich verstanden.. :D
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: gammi am 03.01.14, 13:06
Ich hör mir ab und an auch ganz gerne die Erzählungen von den "alten Zeiten" an, aber wenn nur noch solche Geschichten kommen und das tagtäglich wieder, dann wird´s schon langweilig.
Wir haben hier im Dorf einen Mann(ca. das Alter wie SE), der hat angefangen, für die Lokalzeitung die Vorkommnisse im Dorf zu fotografieren und Berichte darüber zu schreiben und das dann im Lokalteil der Zeitung veröffentlichen zu lassen. Auch die Fußballspiele der Vereine in den umliegenden Ortschaften werden kommentiert. Bekommt, glaub ich, einen kleine Entlohnung dafür, ist aber nicht wichtig. Und wie war der Kommentar von SE auf seine Tätigkeit: der kann das ja machen, der hat ja eh nichts zu tun.  ::) Oder einer hat so einen kleinen Seniorenstammtisch organisiert, immer mittwochs im Sportheim so zum tratschen und evtl. Kartenspielen. SV war 1-2 mal dort, dann kam die Bemerkung: die reden eh immer dasselbe und mittwochnachmittags hat er keine Zeit :-X Sind aber alles Landwirte und in seinem Alter, aber die tun ja eh nichts mehr. Oder SM wird zum Geburtstagskaffee eingeladen im Dorf, ab ca. 15.00 Uhr. Geht sie nicht hin, weil sie ja um 16.00 Uhr in den Stall muß und so spät macht man keine Einladungen. Wenn man nicht will >:(

LG
Nanne

Nanne ich versehe schon auch,  dass du genervt bist.

Wir brauchen hier auch nur ein Wort sagen, und jeder kann Schwiegermutters Geschichte aufsagen. Aber das war eben ihre Welt. Es war nicht unsere Welt, aber es war ihre Welt.
Und sie hat sich auch in Gesellschaft anderer nicht wohlgefühlt, weil es nicht ihre Welt war.

Und sie hat uns auch dreingeredet usw., da hätte ich sie auch oft gerne auf dem Mond geschickt.......aber das war ihr WESEN, das war sie. Ich hab auch oft damit gekämpft und ich hatte auch viel Streit, Unzufriedenheit...........bis zu dem Zeitpunkt als ich es eben mit anderen Augen gesehen habe. Das ging auch nicht von heute auf morgen und hat auch oft wehgetan.

Kinder steht man zu dass die sich individuell entwickeln. Alten nicht...........die entwicklung geht dort halt rückwärts, aber es ist eine Entwicklung.

Und überlegt mal.......wollt ihr zu euch Vergleiche hören, dass andere das doch so und so machen? Aber bei den "Alten" macht man das gerne.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Christel Nolte am 03.01.14, 13:18
Es ist nur so, dass es keine Lösung gibt für Fälle wie Deinen Martina, oder auch wie meinen. Wir tragen Verletzungen davon, wir werden ungewollt härter, aber was will man machen?

Ich denke manchmal, nur ein gewisser Prozentsatz des Ärgers/Problems liegt wirklich in dem Verhalten der anderen Generation (kann genausogut die jüngere sein), der andere  Teil liegt darin begründet, dass wir etwas anderes erwartet haben/erwarten, jetzt in Punkto Familienleben, als die Umstände es zulassen.

Also unsere Erwartungen von Zuneigung oder Respekt oder Toleranz etc werden ständig enttäuscht-----während wir gleichzeitig wissen, dass sich nichts ändern wird----könnte man daraus folgern, dass es unsere Erwartungen sind, mit denen etwas nicht stimmt? Dass es das, was wir uns als Großfamilienleben idealerweise vorstellen, nie gegeben hat und nicht geben wird? (Ausnahmen inbegriffen), dass es naturgegeben ist, im Zusammenleben so verschiedener Menschen?  Ginge es uns eventuell besser, wenn wir von vorneherein das Schlechte erwarten, als das "Normale" etrachten, um dann positiv überrascht zu werden, wenn es besser läuft?

Das soll nur mal ein Denkanstoß sein, ein anderer Ansatz, soll nicht heißen, wir müssen uns immer anpassen, sondern eher eine gewisse Gelassenheit entwickeln....sonst halten wir es nicht aus


ich weiß nicht, ob ich mich verständlich machen konnte.

....
Wir haben keine getrennten Wohnungen und müssten jedes Zimmer einzeln abschließen wenn man da nicht von sich aus Respekt vor den Räumen der anderen haben würde. Ist halt ein altes Bauernhaus von 1864.

Oma und Opa hätten gar keinen Sinn dahinter gesehen, die Wohnbereiche zu trennen und wenn wir so eine Trennung vollzogen hätten, dann wäre das als persönlicher Angriff gewertet worden.

Ich allerdings möchte das, sollte hier mal je eingeheiratet werden, nimmer.

Aus dieser Erfahrung heraus, gehe ich nur nach Vorankündigung durch die Wohnung meiner Tochter und leihe mir nichts, bevor ich nicht gefragt habe, mit dem Resultat, dass ich geschimpft  ;) werde, ich soll mich nicht so anstellen, ich könnte doch wohl jederzeit da rein und mir was zB ausborgen......das wär doch wohl kein Thema....

Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Maja am 03.01.14, 16:57
Martina ich habe dich sehr wohl auch verstanden und ich erkenne dass deine SM keinen Respekt vor anderen Menschen hat.
Du wirst sie nicht ändern, es sei denn mit Hauruck-Methoden und das brächte dir nur mehr Kummer.
Ich finde es auch sehr gut dass ihr euren Weg gefunden habt und am Sonntag nicht für die ganze Familie als Versorgungsmanager da zu sein. Das zu erwarten ist eh schon ungeheuerlich.
Ich wollte auch immer meinen eigenen Bereich haben , nach 20 Ehejahren hatten wir es dann mal endlich geschafft ein eigenes Wohnzimmer zu haben. Deshalb würde ich aber nie wollen dass es bei unseren Kindern genauso sein sollte.
Jeder seinen eignen Bereich und soviel wie geht und erträglich ist zusammen leben und erleben.
Es ist ja auch ein Geschenk wenn man am Leben seiner Enkelkinder teilhaben darf und genau so kann es auch ein Geschenk sein, aus der Geschichte zu hören.
Es wird sich aber kaum was ändern lassen an den "Alten", nur wir selbst können was ändern.
Ich glaube erika hat recht man muss sich mehr Gelassenheit angewöhnen.

......und was ist so schlimm dran für andere die Sonne zu sein.?
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 04.01.14, 07:38
Hallo Maja,
ja, ich hab schon verstanden. Und ich habe auch meinen Weg gefunden.
Eigentlich wollte ich mich hier mit meinen Beiträgen ja auch gar nicht beschweren und erwarte auch keine direkten Ratschläge.
Ich wollte nur aufzeigen, dass eben die SE auch unterschiedlich sein können. Einige beschäftigen sich selber weil sie vom Charakter her schon so gestrickt sind. Da haben die Kinder und Schwiegerkinder dann eher die Mühe dass sie mit den Entscheidungen und Handlungen der Eltern/ SE klar kommen.
Andere sind unselbstständig, nur auf den Betrieb fixiert, ohne eigene Ideen, anstrengend....
Kann man ja alles in den Beiträgen hier in dieser Box nachlesen.

Jede von uns sieht es aus ihrer eigenen Perspektive. Während ST in Nord vielleicht total offene, warmherzige SE hat die nach Abgabe des Betriebes auch die nötige Toleranz gegenüber den Kindern aufbringen und diese eigenständig ihren Weg gehen lassen hat ST in Süd vielleicht das krasse Gegenteil zu Hause.
ST Nord (macht das bitte jetzt aber nicht an den Himmelsrichtungen fest) kann dadurch gar nicht begreifen von was ST Süd spricht weil sie so was Krasses gar nie kennen gelernt hat, selber auch nicht so drauf ist und so nur den Kopf schütteln kann und evt. auch denkt, dass ST Süd maßlos übertreibt.

Wie gesagt, ich komme hier gut klar. Aber ich bin auch eine eigenständige und vielleicht auch dominante Persönlichkeit mit doch sehr starken Charakter. Vielleicht würde ich mich leichter tun, wenn ich auch etwas einfacher zum Handhaben wäre.
Oder vielleicht wird man auch so durch all die Jahre.
Gerade innerhalb unserer Familienkonstellation ist mir schon einiges widerfahren, da hätte vermutlich eine andere schon lange das Handtuch geworfen. Das hat jetzt nix mit der Arbeit am Betrieb zu tun. Im letzteren Bereich hat man zu Anfang oft versucht mich zu mobben. Mir einfach Dinge nicht gezeigt, mich auflaufen lassen usw. War auch sehr unlustig  :(

Mag sein, dass ich sehr autoritär erzogen worden bin. Ich denke mal, dass die jungen Frauen von heute sich so etwas wie es bei uns gelaufen ist nur mal kurz anschauen würden und dann würden sie klare Linien ziehen. Wenn sie damit nicht gut ankommen beim Zukünftigen und dessen Familie, dann bleiben sie lieber Single.
Deshalb gibt es auch so einige Männer (nicht mal nur Landwirte) die haben trotz einiger Versuche immer noch keine Partnerin.
Jedenfalls würde unter diesen Voraussetzungen wie ich sie vorfand wohl keine der heutigen Generation geblieben sein. Oder eben nur einzelne Ausnahmen...

Aber das war eben meine Generation!

Was Dein Spruch
Zitat
" In jedem Menschen ist Sonne-
man muss sie nur zum Leuchten bringen"

Also leuchtet damit andere von eurem Strahlen ein bisschen was ab bekommen und ihr Leben heller wird dadurch.
und Deine Deutung dazu betrifft, das interpretiere ich anders.

Ich finde in dem Spruch geht es nicht darum dass man selber leuchtet und damit andere zum Leuchten bringt.
Wie man den anderen zum Leuchten bringt ist hier gar nicht vorgegeben (also in dem man angeblich selber leuchtet)

Sondern eher bedeutet das: Ich soll erkennen, dass der Gegenüber auch Sonne in sich hat und meine Aufgabe ist es diese zum Leuchten zu bringen.
Und ich habe eben da weiter philosophiert und bin zur Erkenntnis gekommen, dass es ja nicht unbedingt meine Aufgabe sein muss gerade bei dem Menschen dessen Sonne mir verborgen ist weil der mir gegenüber ein übles Spiel spielt, mich einfach nicht nett behandelt usw. gerade bei dem Menschen die Sonne zu finden und zum Leuchten zu bringen.
Manchmal stimmt halt die Chemie überhaupt nicht. Ich kann nicht zu jedem Menschen lieb und freundlich sein und mich verbiegen nur damit dieser dann Sonne verbreitet.
Ich denke jedes Menschen Aufgabe wäre dann schon auch mal an sich selber zu arbeiten.

Meine SM hat übrigens jüngst mal eine Erkenntnis gehabt, die hat mich fast vom Hocker gerissen.
Sie hat zugegeben in Situationen (also da gings um Tiere - nicht um mich oder zwischenmenschliche Dinge) total überreagiert zu haben, hat dies jedoch mit der Hektik und dem Stress am Betrieb entschuldigt.
Mein Mann und ich hatten morgens bei der Stallarbeit genau die Situation und ich habe dabei festgestellt, dass er seiner Mutter immer ähnlicher würde. Als mein Mann davon dann in meiner Küche gesprochen hat ist Oma genau mit dieser Erkenntnis gekommen. Und- dass sie sich das erst jüngst mal hatte durch den Kopf gehen lassen und dass das Verhalten von ihr falsch war weil die Tiere da gar nix dazu können (ich sag das schon lange zu meinen Mann weil der eben auch so handelt)
Ich hab dann darauf zu Oma gesagt, dass da gar keine Hektik und Stress damit was zu tun hat. Man wertet das Verhalten des Tieres als persönlichen Angriff und dadurch käme diese emotionale Reaktion.
Man hat mir bei diesem Austausch sogar recht gegeben.
Und ich war echt erstaunt. Bis dato lernte ich nämlich 30 Jahre meine SM als jemanden kennen der seine eigenen Reaktionen in keinster Weise hinterfragt und reflektiert.

Ich mach mir nämlich oft noch Jahre Später einen Kopf warum ich in dieser Situation so oder so reagiert habe und hinterfrage auch ob es richtig war. In manchen Dingen bin ich dadurch schon gelassener geworden.

Also ist noch nicht aller Tage Abend *freu*
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Maja am 04.01.14, 17:36
Ach Martina ich kann dich sehr gut verstehen.
Die Wunden die einem geschlagen wurden sind nicht verschwunden nur weil sie nicht mehr grad so brennen.
Ich kann mir sehr vieles vorstellen und ich zweifle nie an den Aussagen der jeweiligen Schreiberin.
Hier am Hof habe ich so vieles selbst erlebt und vieles wurde mir im Laufe der Jahre erzählt. So
mancher Gast hat mir sein Sorgenpäckchen ausgeschüttet und vielen Menschen durfte ich Trost schenken und neu gestärkt hat so manche Frau ihren Kampf dann gewonnen.
Glaub mir...nicht nur bei den Landwirten ist es so mit Jung und Alt.
Ich glaube du bist ganz richtig auf deinem Platz und eine andere hätte am Hof gar nicht bestanden.
Man braucht schon auch ein wenig Dominanz um eine gute Chefin auf einem Hof zu sein.
Schadet gar nicht wenn man sich durchsetzen kann.
Die Deutung des Spruches ist auch gut...jede   sieht es eben anders und das macht für mich den BT auch aus. Man sieht mit eigenen Augen und Interpretiert eine Sache und durch die Diskussion überdenkt man vieles nochmal und beleuchtet es wieder anders. Das tut gut und gibt Spirit  .......

Viele junge Leute denken doch mit 63 ist man alt und spießig und dumm und kommt im Leben nicht mehr mit.
Nein wir hier im BT arbeiten ständig an uns jede auf ihre Weise und das finde ich sehr, sehr gut.
Wir lesen Lebensgeschichten anderer Frauen und reiben uns daran oder lernen daran.
Ziehen auch aus allen positiven Meldungen Nutzen für uns.
Schon deshalb glaube ich dass unsere Generation anders ist und auch selbst sich beschäftigen kann.
Wir haben andere Ansprüche als unsere Eltern und unseren Kindern geht es wohl genau so.
Auch hängt es wohl an der Tagesform der einzelnen Person, ob man gelassen sein kann oder ob einen Sachen aufregen , die eigentlich gar nicht des Aufregens wert sind.
Wir können das immer besser erkennen, wir sind noch immer lernfähig.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Steinbock am 04.01.14, 18:07
Danke Kathi H.,

dass Du das Thema formuliert hast. Bei meinen Eltern ist das auch ein ganz
großes Problem. Bloß hätte ich es nicht mit Langeweile bezeichnet. Aber
das trifft es ganz gut!
Aus den vielen Beiträgen lese ich, dass das wohl mehr oder weniger aus-
geprägt ist und die verschiedenen Charaktere verschieden damit umgehen.
Und die mittlere Generation halt auch verschieden mit den jeweiligen
Gegebenheiten umgeht.

Erschwerend finde ich hier die länger Lebenserwartung (bitte nicht lynchen).
Aber vor einigen Generationen gab es diese "Langeweile" (nicht mehr viel
tun können wegen verschiedener körperlicher Gebrechen/Alterserscheinungen)
für ein paar Monate oder Jahre. Heute, dank guter Ernährung/Hygiene/Medizin
usw. kann dieser Lebensabschnitt Jahrzehnte dauern. Und ist für alle mehr
oder weniger anstrengend.

Ein sehr gutes Thema...

Elisabeth
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: frankenpower41 am 11.06.15, 14:37
.... bin auf diese Box gestoßen und das passt grad richtig gut.
Unsere Nachbarin (Austrag, wird 70) ist verreist, aber erst seit gestern, so nötig kann das also gar nicht sein.
SM, 86 und in letzter Zeit wird sie zunehmend gebrechlich, kommt grad von ihrem nachmittäglichen Spaziergang heim.  In anderen Jahren hat sie dort immer gegossen, das macht sie aber nicht mehr weil sie nicht mehr kann. Hat sogar seit diesem Jahr Blumenbeet  vor dem Haus an mich abgegeben, da hätte ich nicht ran gedurft.
Jetzt hat sie bei Nachbarin  Garten gehackt, ("sie hat so einen schweren Boden, da muss ich morgen wieder hin").
Die soll bloß in den nächsten Tage wieder jammern, dass sie nicht mehr kann und ihr alles zu viel wird.
Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.

Marianne
(hoffentlich werden wir nicht auch mal so, vielleicht nicht mit der Arbeit, aber auf anderem Gebiet)
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: saba am 11.06.15, 14:55
Marianne, hoffentlich ist es deiner Nachbarin Recht, dass deine Schwiegermutter in ihrem Garten werkelt. Aber vielleicht haben es die beiden vereinbart, und deine Schwiegermutter konnte es einfach nur nicht erwarten. Und, manche Dinge fallen einfach leichter, besonders, wenn man sich auf etwas freut.  ;) Manches ist halt nicht so leicht zu verstehen.  ;D
LG
Saba
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: maria02 am 11.06.15, 20:41
.... bin auf diese Box gestoßen und das passt grad richtig gut.
Unsere Nachbarin (Austrag, wird 70) ist verreist, aber erst seit gestern, so nötig kann das also gar nicht sein.
SM, 86 und in letzter Zeit wird sie zunehmend gebrechlich, kommt grad von ihrem nachmittäglichen Spaziergang heim.  In anderen Jahren hat sie dort immer gegossen, das macht sie aber nicht mehr weil sie nicht mehr kann. Hat sogar seit diesem Jahr Blumenbeet  vor dem Haus an mich abgegeben, da hätte ich nicht ran gedurft.
Jetzt hat sie bei Nachbarin  Garten gehackt, ("sie hat so einen schweren Boden, da muss ich morgen wieder hin").
Die soll bloß in den nächsten Tage wieder jammern, dass sie nicht mehr kann und ihr alles zu viel wird.
Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.

Marianne
(hoffentlich werden wir nicht auch mal so, vielleicht nicht mit der Arbeit, aber auf anderem Gebiet)

 ;D ;D ;D
Deine Schwiegermutter  erinnert mich an meine Mutter.....
Irgendwie doch alle gleich, die alten Bäuerinnen!!
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: ayla am 12.07.17, 16:28
Dieses Thema ist bei uns sehr aktuell, (also eigentlich schon seit Jahren) und ich erkenne meine SE, vor allem SV, in vielen Beiträgen wieder. Beide identifizieren sich nur über die Arbeit, haben jahrelang gelästert über alle, welche nicht so fleissig gearbeitet haben wie sie, über jene, die sich Ferien gegönnt haben, die sich eines Hobbys erfreuten…,und jetzt sollten sie akzeptieren, dass sie nicht mehr so vollgas Arbeiten können wie früher – das ist sehr schwierig.

Jedenfalls läuft SV den ganzen Tag auf dem Betrieb umher, kann noch heute nicht fort wegen dem Betrieb (er könnte ja was verpassen), weiss aber absolut nichts anzufangen, möchte alles wissen was auf dem Hof läuft. Wir erzählen ihm nicht mehr viel, weil er bei Allem, was wir machen, Gegenargumente bringt und sowieso alles «Blödsinn» findet. Da reicht unsere Kraft inzwischen nicht mehr, uns immer erklären und rechtfertigen zu müssen. Er beklagt sich dann, dass wir nicht mit ihm reden und ihm nichts erzählen, und hat inzwischen seine Strategien entwickelt.
Er bezieht irgendwo Position, das kann in der Werkstatt hinter einer Maschine sein, oder im Lagerraum hinter Strohballen, irgendwo, wo er den Überblick hat, aber selber schlecht gesehen wird. Bis vor kurzem hat er es sich auch ab und zu im Technikraum neben dem Milchzimmer auf einem Stuhl gemütlich gemacht. Bis zu dem Tag, als der Monteur kommen und etwas überprüfen musste, und deshalb zielstrebig in diesen Raum trat! Ich weiss nicht, wer dann mehr erschrocken ist, der SV, welcher gerade halb versteckt im Raum relaxt hat, oder der Techniker... ;D ;D ;D

Wenn er sich dann irgendwo auf dem Betrieb bereit hält, sieht er jedes Auto auf den Hof fahren. Schnell packt er dann eine Gabel, einen Besen oder sonst was und tut, als sei er am Arbeiten – man will ja den Schein wahren, (wir haben dieses Muster inzwischen durchschaut, kaum ist der Besuch weg, wird das Werkzeug stehengelassen, wo er gerade ist, versorgen können wir es dann). Und wenn das die Verwandtschaft sieht, heisst es uns gegenüber ganz vorwurfsvoll: Was, ihr lasst den Vater immer noch arbeiten, also das solltet ihr nicht tun, der Arme musste früher genug arbeiten.
Andere Verwandtschaft und vor allem SM jammert, habt ihr denn keine Arbeit für SV, nichts darf er mehr arbeiten, ihm ist so langweilig. Sie hat noch nicht gemerkt (oder will nichts merken), dass er zu gar nichts Lust hat – Arbeiten will er nicht, nicht arbeiten will er irgendwie auch nicht, wegfahren will er nicht, etwas unternehmen will er nicht…

Zu SM habe ich einmal gesagt: Wir machen es sowieso falsch. Muss SV für uns etwas arbeiten, heisst es, jetzt muss der Arme immer noch «schaffen». Muss er nicht arbeiten, heisst es, er darf nicht mal auf dem Betrieb mithelfen.
Solche Äusserungen werden in der Landwirtschaft und im Zusammenhang mit den Generationen ja oft gemacht, aber dieses Beispiel zeigt, dass es gar nicht so einfach ist. Es gibt nicht nur Weiss und Schwarz, es hat noch viele Grautöne dazwischen, und trotzdem wir oft einfach geurteilt und verurteilt!

Noch eine Begebenheit der Langeweile: Göga und ich sind seit einiger Zeit dran, einen Sitzplatz für uns zu machen. Es dauert etwas. Die Fläche wäre parat gewesen, aber die Steinplatten hatten lange Lieferzeiten. Und was macht SV. Er säht die dafür vorgesehene Fläche mit Grassamen an. Ist zwar nicht weiter tragisch, nützt aber auch nichts, Junior reute höchstens den Grassamen. Als es dann schön begrünt war, wurde planiert und die Platten verlegt… :o ;D
Es stimmt also nicht ganz, dass er nichts macht, nur nützt sein Engagement oft nichts. ;)

SE sind körperlich noch fit, beide fahre Auto und könnten gut etwas zusammen unternehmen. Wir merken oft, dass sie unzufrieden sind, aber wir fühlen uns nicht (oder nicht mehr) dazu verpflichten, etwas dagegen zu unternehmen. Ich glaube, nur sie zusammen könnten da etwas ändern. Wir sind durch den Betrieb sehr angebunden, gehen nicht so viel weg, und wenn dann doch einmal, möchte ich nicht immer SE mitnehmen. Meine Schwager und Schwägerinnen, welche eigenständig wohnen und teilweise oft wegfahren, wollen aber die Eltern auch nie oder nur höchst selten mitnehmen.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Maja am 12.07.17, 17:20
eine höchst unbefriedigende Situation für beide Seiten.
glaube da hilft nur ganz direkt ansprechen.
Gib doch mal deinen Schwägerinnen den Auftrag die Eltern zu beschäftigen.
Also mir geht es gerade so, dass ich sehen muß Freizeit für uns rauszuschaufeln.
Jedes unserer Kinder braucht uns auf andere Weise und wir haben Not Freizeit zu finden und wenn wir Freizeit haben sind wir froh um Ruhe.
Heute aber habe ich einen Faulenzertag.
ich kann aber nur jedem jetzt hofaktiven Landwirt und Landwirtin raten beizeiten sich ein Hobby anzulegen und an das Leben zu denken wenn man nicht mehr so gut kann. Das geht schneller als man denkt und schon ist es soweit.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Lisa am 12.07.17, 18:18
Na, ich langweile mich nicht.
Habe mir heute schönes, gut duftendes Heu geholt und gleich mit Heufiguren binden
angefangen, zum Wochenende möchte Enkeltochter kommen und mit mir binden und
natürlich das Ausschmücken, das gibt erst den letzten Schliff.
schade das ich keine Fotos einstellen kann, 11 Stück sind fertig 2 Kränze, Enten und Gänse
verschieden große Herzen ,mit Efeu, Getreideähren passenden Schleifen verziert, sieht gut
aus, finde ich wenigstens, bekam aber schon Lob von meiner besseren Hälfte.
diesen Monat habe ich noch vier Geburtstage zum gratulieren und da nehme ich unter anderem
ein passendes Teil mit, hat noch immer Freude bereitet.
Dann hole ich mir Anregungen aus dem Internet, möchte mich mit Blaudruck beschäftigen, werde ich
aber auf den Winter verlagern und die Nähmaschine möchte ich auch nicht missen.
Da gibt es so viele Tage für die Seele, was früher hinten anstehen musste, das mache ich jetzt.
Bin gerade in einem Kurs Wassergymnastik, tut mir auch gut und freundschaftliche Beziehungen pflege
ich auch, ein Austausch Frühstückstreffen oder Nachmittagskaffee wie es sich ergibt.
Ich finde stehts eine Beschäftigung sonst finde ich im PC eine Anregung. Lisa
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: mary am 12.07.17, 18:24
@Lisa,
machst du Blaudruck?
Stoffdrucken ist mein liebstes Winterhobby.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: martina-s am 12.07.17, 19:50
Hallo,
es stimmt, die ältere Generation kann sich nur über die Arbeit identifizieren.
Ist hier bei uns auch so.
Obwohl Oma schon seit fast 20 Jahren nimmer so intensiv tätig ist und am Arbeiten auch schnell die Lust verloren hat.
Sie liest den ganzen lieben langen Tag Zeitung oder guckt aus dem Fenster. Letzteres kann auch nervig sein. Vor allem dann, wenn man hinterher erzählt bekommt was man draußen gesehen hat. Und das  zum Teil auch noch falsch interpretiert wird.

Es ist wirklich schade wenn die Menschen keine Ideen haben. Und auch keine anderen Interessen wie LW. Irgendwann kommt die Zeit wo man eben nimmer schwer körperlich tätig sein kann. Und dann beginnt es schwierig zu werden.

Tipp habe ich leider auch keinen. Die Menschen sind sehr individuell. Toll, wenn jemand bis ins hohe Alter aktiv ist.

Ich kenne hier Austragler die fahren viel Fahrrad, betreuen Enkel die so weit weg wohnen, dass man mind. 500 km mit Auto anreist. Sie gehen auf Veranstaltungen, pflegen ihre eigenen Wohnbereiche, einschl. Garten. Sind einfach aktiv und man merkt ihnen das Alter nicht an.
Wieder andere jammern nur, dass sie nimmer helfen können, beobachten ständig ihre Mitbewohner und meckern an Dingen herum welche die erste Variante, aktive Altenteiler gar nicht bemerken würden weil es sie a) nicht stört und b) sie gar keine Zeit haben sich an solchen Dingen "aufzuhängen"

Wenn halt der Horizont sehr beschränkt ist, bleibt nur das "Drumherum!" Man dreht sich um sich selbst und nimmt sich auch sehr wichtig.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Lisa am 12.07.17, 20:03
Mary, habe es noch nie gemacht. Möchte es aber probieren, notfalls kann mir eine Tochter mit Rat zur
Seite stehen. Die hat das mal gemacht , hat aber heute Familie, Betrieb wenig Zeit selber diesem Hobby
nachzugehen, verschiebt es auch auf später. Hast du selber Druckmodel, habe mich schon umgesehen
es gibt sehr schöne Motive, so ein Ährenstraußmodel möchte ich mir zulegen, wäre mein Traum.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Tina am 12.07.17, 20:45
Ich habe dieses Jahr Stoffdruck bei den Landfrauen gemacht, die Referentin hat über 200 verschiedene Model mit gebracht, hat Spass gemacht.
Blaudruck ist ja noch wieder anders, das ist ja schwieriger, weil dann der Stoff ja noch gefärbt wird.
Aber davon mal ab, ich habe noch viel vor, wenn ich mal in Rente gehe, und zwar nicht nur Enkel hüten und Sohnemann auf die Nerven gehen.
Ich möchte noch ein wenig mit Göga reisen, mehr Rad fahren, eine Lektorenausbildung machen, wieder mehr nähen....
Göga hat als Hobby Jagd, da ist auch immer was zu tun.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: ayla am 12.07.17, 21:19
Wer loslässt, hat zwei Hände frei.

Keine Ahnung von wem die Worte sind, aber es kommt mir gerade zu diesem Thema in den Sinn. Wenn die Übergebenden nie losgelassen haben, sich immer noch so wichtig nehmen und meinen, der Betrieb läuft nicht ohne sie, wie wollen sie sich dann neu orientieren, Spass an einem Hobby finden, oder auch Enkelkinder betreuen und sich mit ihnen beschäftigen (das ist keine Arbeit…, dazu habe ich keine Zeit…, die können sich ja selber beschäftigen, usw. - Worte meiner SM vor 20 Jahren). Ich glaube, für mich gäbe es nichts Wertvolleres!

Wenn man gar nichts anderes will als Arbeiten, dann nützt auch alles Reden nichts. SM wurde vor Jahren jeweils noch eingeladen zu Seniorenausflügen, sie hat aber sich immer herausgeredet, sie müsse arbeiten und könne auf keinen Fall mitkommen. Ich wäre sehr froh gewesen, wenn sie wenigstens mal für ein paar Stunden nicht auf dem Hof anwesend gewesen wäre, auch sie war und ist nebst SV dauerpräsent.
Ich wurde damals im Dorf darauf angesprochen, ob sie wirklich immer für uns arbeiten müsse, sie sei doch schon lange pensioniert. Die Wahrheit war, dass sie gar nicht mitwollte, sie hatte kein Bedürfnis danach, und die einfachste Ausrede war für SM, die Arbeit vorzuschieben.

Man kann die Leute nicht zwingen, und ändern kann man sie ja auch nicht. Aber Martina-S schreibt es richtig, der Horizont bleibt eng, sehr eng - leider.

Aber was kann ich daraus für mich lernen? Ich habe schon Hobbys, doch die Zeit dazu fehlt oft, bis aufs Lesen, das mache ich abends im Bett. Ich erinnere mich gut, als meine Kinder noch kleiner waren, wünschte ich mir sehnlichst, mich einmal in aller Ruhe und solange ich will und Lust habe, in der Stadtbibliothek umzusehen und zu schmöckern. Eigentlich nichts Sensationelles, aber damals lag das zeitlich einfach nicht drin. Inzwischen habe ich das aber nachgeholt, und ich kann mir vorstellen, dass ich auch im Alter noch Gefallen daran finde.

Göga’s Hobby ist die Arbeit auf dem Betrieb. Er meint aber, wenn er dann die Verantwortung dafür dem Junior abgeben könne, finde er schon etwas, um sich zu beschäftigen.
Es ist für mich aber nicht unbedingt zwingend, sich jetzt eine Freizeitbeschäftigung zuzulegen. Wichtiger ist es doch, offen zu sein für Neues. Vor 20 Jahren hatte ich teilweise andere Hobbys/Wünsche als heute, damals gab es z.B. auch noch keine E-Bike’s.  ;D
Heute gefällt mir das Velofahren…aber was ist in 20 Jahren? Das kann ich nicht jetzt schon planen, denn bis dann sind meine Interessen vielleicht wieder ganz anders. Vielleicht habe ich ja das Glück, Oma zu werden und finde es toll, meine Enkel zu «vergaumen». Vielleicht bin ich aber als Oma gar nicht gefragt, auch das muss ich akzeptieren können. Aufdrängen will ich mich auf keinen Fall!

Vielleicht bin ich viel auf Reisen, lerne ein neues Instrument spielen etc…. Aber all das setzt Offenheit voraus, oder eben, loslassen können.


Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Maja am 13.07.17, 15:56
Ayla recht hast du man muss offen sein und offen bleiben.
Aber wer das ist findet Zeit schon in jungen Jahren und behält es bei.
Wer es nicht ist und ewig in alten Erziehungsmustern bleibt der ist eben so. Schwer für die die drumrum sind.
Wie du schon schreibst ....wer loslässt hat zwei Hände frei.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: samira am 13.07.17, 16:40
Ein sehr interresantes Thema. Mein SV und seine Freundin können sich auch nur über Arbeit identifizieren. Wenn unser Opa keine Arbeit hat ist er nicht zu geniessen und wenn er sich was einbildet dann muss das unbedingt sofort sein, hab erst heute Vormittag die Erfahrung gemacht.
Er hat sich in den Kopf gesetzt dass er Gerste abladen will. Ich musste ihm dabei helfen alles hinzurichten, unter anderem den Hänger rückwärts ans Gebläse rangieren. Dass ich durch meinen Bandscheibenvorfall in der HWS nicht lange den Kopf nach hinten drehen kann interessiert ihn dabei nicht. Da ich diese Arbeit nicht oft mache dauerte es halt dementsprechend länger. Als Folge davon kann ich jetzt mal wieder meinen Kopf kaum nach bewegen und habe starke Schmerzen, aber Hauptsache Opa hat seinen Willen bekommen.

Mein Mann hat schon oft gesagt er könnte ja mit seiner Freundin auch mal während der Woche was unternehmen, entweder in die Therme fahren oder mal mit nem Busunternehmen eine Ausflugsfahrt. Aber sowas kommt für die beiden nicht in Frage, die würden sich eher in den Allerwertesten beissen.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: cara am 13.07.17, 19:56
Samira, kannst du denn nicht einfach nein sagen? Du bist krank und hast du auch eigentlich keine Zeit und keine Lust zu.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Maja am 13.07.17, 20:19
Nein sagen muss man auch erst lernen
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Wiese am 13.07.17, 20:27
Nein sagen muss man auch erst lernen

Und das ist gar nicht so einfach.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: samira am 13.07.17, 20:44
Das stimmt nein sagen ist nicht so einfach, besonders wenn jemand so dominant ist wie mein SV.
Jetzt abends hat es noch anständig gekracht zwischen Göga und SV weil meiner besseren Hälfte der Gaul durch gegangen ist nachdem SV wieder was bestimmen wollte.
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Paula73 am 13.07.17, 22:28
Ich habe inzwischen kaum noch Probleme auch mal nein zu sagen. Davor stand die Erkenntnis - das es bei einigen Menschen schlicht egal ist  - sie werden immer einen Grund finden unzufrieden zu sein und sich übervorteilt zu fühlen. Da kann man auch gut seine eigenen Grenzen abstecken und für sich selbst einstehen. Klar bleiben auch Zweifel , aber was nutzt es wenn man sich selbst schadet ..... und trotdem niemand zufrieden ist.

Stress und Vorwürfe, sind wenn überhaubt, besser zu ertragen wenn man sich hin und wieder selbst etwas gutes gönnt.

LG Paula (deren "Altenteiler" gerade in Russland unterwegs sind, bzw. den nächsten Urlaub in Südamerika planen  ;), es ist nicht unbedigt eine Frage des Alters, wenn man mit Freizeit nichts an zu fangen weiß )
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: mary am 14.07.17, 06:20
Das Problem, mit sich was anfangen können, ausser arbeiten, das haben ja nicht nur die Bauern, sondern auch andere Selbstständige, die selbst und ständig im Einsatz waren.
Da von da auf gleich in den Freizeitmodus umzuschalten, kann ich mir vorstellen, dass das schwierig ist. Wieviele fallen vom Stangerl, wenn sie in Rente gehen. Und wenn von Kind auf vermittelt wurde, dass nur der was zählt, der sich nichts gönnt und nur arbeitet- ist sicher nicht einfach, da umzuschalten.
Besonders in der doch sehr ausgeprägten Freizeit- und Urlaubsgesellschaft.
Wenn in der Ausbildung nur Wachstum und Grösse vermittelt wird, die Rahmenbedingungen ja auch nicht immer gerade lustig sind, ist es auch gar nicht so einfach, sich genügend Freiräume zu schaffen. Und so ein bisschen kann ich die ältere Generation auch verstehen, zuerst mussten sie sehr viel leisten, haben sich nichts/wenig gegönnt, haben Betriebe aufgebaut von dessen Früchten wir auch zehren, haben damit der Betrieb weitergehen kann - auch bei der Übergabe sehr maßvoll gehandelt und jetzt ist das alles nichts mehr wert.

Ich hab das Buch über die Alten in Japan  nicht gelesen, aber darüber, dass sie in Japan herausgefunden haben, dass eine Aufgabe auch im höheren Alter zu haben, lebensverlängernd sein kann.
Das Gefühl, dass man noch gebraucht wird oder auch was sinnvolles machen kann, macht sicher zufriedener als nur das Leben zu geniessen.
Wer im Alter gerne reist und sich das vom finanziellen Rahmen auch leisten kann, soll es machen, nur bekomme ich halt mit, dass die finanzielle Ausstattung im Alter in der Landwirtschaft nicht immer die grossen Sprünge zulässt.
Höre das immer wieder, dass da oft gar nicht mehr so viel Luft ist.

Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Paula73 am 14.07.17, 13:13
Ich denke es geht doch gar nicht darum sich mit Eintritt in das Rentenalter oder bei der Betriebsübergabe , von jetzt auf gleich komplett aus dem Betrieb zurück zu ziehen. Die meisten weiter Arbeitenden, sind doch froh über Hilfe und Unterstützung, wenn nicht gar zum Teil darauf angewiesen. Aber eben Hilfe und keine Forderungen , eben Unterstützung und keine Bevormundung.



Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: ayla am 14.07.17, 14:25
@samira
Mir kommt das so bekannt vor, wir haben nicht zufällig den gleichen SV?  ;D

«Nein» sagen kann bei uns unerfreuliche Konsequenzen haben, weil Senior das nicht akzeptieren kann, selber etwas «chnorzt» und in Folge davon mehr kaputtgeht (Maschinen, Werkzeuge, Holztore zu Maschinenhallen etc…) als dass die jeweiligen Aktionen genutzt haben.

@mary
Auch ich verstehe die ältere Generation, bis zu einem gewissen Masse. Und mit der massvollen Übergabe gebe ich dir auch teilweise recht (hier gilt der Ertragswert), das rechtfertigt jedoch nicht eine dauerhafte Einmischung. Dass aber alles nichts mehr wert sein soll, ist meines Erachtens oft eine falsche Empfindung der abtretenden Generation, wenn die Jungen den Betrieb anders weiterführen als bisher.

Als wir vor Jahren einen Laufstall planten und bauten, interpretierte SV das als grösste persönliche Kritik und meinte mehrmals: Habe ich denn alles falsch gemacht?
Dabei hatte der Entscheid doch gar nicht mit ihm zu tun. Der Hauptgrund war, dass sich die Betriebsstrukturen verändert hatten, wir schauten nach vorn, mit Blick auf unsere Jungen, welche damals schon Interesse an der LW zeigten. Ein solcher Schritt ist doch nicht als Kritik an der Vorgängergeneration zu werten, sondern eine ganz normale Weiterentwicklung! Wir haben ihm das immer und immer wieder erklärt.

Göga sagt jeweils, der Betrieb gehört uns nicht ganz, wir durften ihn übernehmen, wie schon vorher sein Vater von seinem Vater, und verwalten ihn einfach so ca. 30 Jahre, und wenn wir Glück haben, dürfen wir ihn einem Jungen weitergeben, und jeder macht nach bestem Wissen und Gewissen das Beste daraus. Das setzt voraus, dass der aktuelle Bewirtschafter während diesen aktiven Jahren auf dem Hof das Sagen hat.

Für mich sind die Grenzen einfach und klar: Wer zahlt, befiehlt.
Je nach Betriebsgrösse ist es hier in der Region oft so, dass der Junior vor der Übernahme schon Voll- oder Teilzeit auf dem Hof mithilft. Er kriegt dafür Lohn, oder es wird bei der Übergabe angerechnet. Entscheide werden im Idealfall zusammen diskutiert, das letzte Wort hat aber ganz klar der Bewirtschafter, Junior muss das akzeptieren.
Wenn dann Junior den Betrieb übernimmt, wechselt man die Seiten, und zahlt evtl. dem Vater noch einen Lohn aus, je nach Mithilfe. Mit den gleichen Regeln darf/muss jetzt der Junior die Entscheidungen fällen, und auch wenn es nicht einfach ist, muss der Senior diese wiederum akzeptieren. Nur, da happert es dann eben, viele können das nicht! Und da ginge es meines Erachtens besser, wenn die Senioren noch eigene Betätigungsfelder haben, was auch immer es ist.

Ein Berufsschullehrer von Göga sagte jeweils: Es ist gut, wenn ihr euren Vater jeweils um seine Meinung fragt, aber machen könnt ihr es dann so, wie ihr es wollt und für richtig haltet.  ;D

Vor Jahren stand in einer Landwirtschaftlichen Zeitung ein Artikel mit der Überschrift: «Fussstapfen statt Fussfesseln».
Darin wurde der abtretenden Generation empfohlen, sich mit der Zeit nach der Übergabe zu beschäftigen, sich auf dem Betrieb etwas zurücknehmen und evtl. ein Hobby zuzulegen, und den Übernehmer machen zu lassen. Ihn also in den Fussstapfen weiterlaufen zu lassen, und ihm keine Fussfesseln anziehen, indem man alles Neue kritisiert, alles ausbremst, oder zum Trotz alle Arbeiten anders macht als Junior es wünscht. Man müsse bereit sein, Aufträge vom Sohn entgegenzunehmen und zu dessen Zufriedenheit auszuführen, akzeptieren, dass man nicht mehr Chef sei.  Auch der Übernehmer hat es in der heutigen Zeit nicht einfach, er muss seinen Weg selber finden, und da sollten ihm doch nicht noch Steine in den Weg gelegt werden.
Ich bin überzeugt, dass ein zufriedener Senior, der den Jungen nicht dauernd dominieren und regieren will, sehr gerne auf dem Hof weiterarbeiten darf.



Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: mary am 14.07.17, 15:21
ayla,
ich geb dir in vielen Punkten Recht.
Wenn der abtretenden Generation empfohlen wird, sich aus dem Betrieb zurückzuziehen und sich ein Hobby zuzulegen-
welches Hobby lässt sich ausleben?
Oftmals streifen sich Hobby und Betrieb und dann gibts auch wieder Knatsch.
Das Hobby Reisen- ist nicht jedermanns Sache- und auch eine Geldfrage.
Es wird zwar immer so getan, als wären die Rentner auf den Höfen  bestens mit Geldmitteln ausgestattet- aber ich bin da nicht so überzeugt, dass es so ist.
Ich habe auch keine Lösung, mir fällt nur auf, egal ob es sich um betriebliche Belange oder auch um die Generationenkonflikte dreht- es kommen immer von Aussen die Ratschläge

Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: mary am 14.07.17, 16:58
@naima,
nimms nicht persönlich.
Ich hab da ganz was anderes gemeint.
Hatte nur vor einer Weile wieder mal so ein Aha-Erlebnis- weil ich die alten Fachzeitschriften von einigen Jahren entsorgte- und aus reiner Neugierde sie nochmals durchblätterte.
Was da alles an Ratschlägen kam- und ein paar Jahre später hört man nix mehr davon.
Es ist gut, dass man sich versierten Rat holen kann, aber nach meinem Gefühl bekommt die Landwirtschaft fast etwas zuviel Ratschläge ab.
Setzt sie es dann um, kommen wieder andere uns erklären uns, was wir alles wieder mal falsch machen.
Aber um jetzt nochmals  zu dem Thema zurückzukommen-
das Miteinander der Generationen war sicher nie einfach und wird es vermutlich auch so bleiben.
Hängt sich die eine Seite sehr rein, hat dann oft keine Zeit für ausgleichende Hobbies,
ist es nicht gut, hängt sie sich nicht rein, wird geschumpfen, dass man so eine Klitsche doch nicht übernehmen kann.
Oder wie mir neulich in einer Diskussion unter die Nase gerieben wurde, dass die heutige Frauengeneration die allerbelasteste aller Zeiten sei, ich weiß es nicht,
wenn ich mit Frauen älteren Datums rede, dann hab ich schon auch das Gefühl, dass die auch an ihre Grenzen kamen.
Die Frage, wie hast du das geschafft- oder wie schaffst du das- die sollte vielleicht öfters mal gestellt werden.
Und was heute einfach anders ist- früher wars der Hof und der Hof und wieder der Hof, es wurde ihm alles untergeordnet oder sehr viel-
heute denkt man anders- und die Frage, ob ein Hof diese vielen Opfer wert ist/war, die stellt sich sicher auch der eine oder andere.
Es wird in meinen Augen einfach viel zu wenig geredet- und etwas fällt noch auf, dieses ständig am Limit dahinzurennen- verengt die Sichtachse- und vieles andere.


Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Margret am 14.07.17, 20:13
Ayla,

ich finde deine Beiträge zu dem Thema sehr interessant und absolut fair den Senioren gegenüber.
Bei euren Umständen könnte es leicht sein,  dass du "härter" empfindest/schreibst. Dieses große unberechtigte dauernde Misstrauen  des Vaters ist schwer zu ertragen. :'(

Ich fühle mich auch teils als "Freiwild" in allem, was von uns beobachtet und bei uns kommentiert und bewertet wird.  Das ist manchmal echt nicht leicht zu haben.  Es rührt wirklich zum guten Teil aus Langweile und Unzufriedenheit und der Tatsache,  dass sie lieber unser Leben "mitleben" als sich selber was überlegen oder organisieren zu müssen.

Margret
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: Paula73 am 14.07.17, 21:25
Ja, Paula, das ist die Ideallösung.

Dazu gehört aber, sich schon VIEL FRÜHER mit der Thematik zu beschäftigen.
Und zwar mit allen Generationen.


Hallo Namia

Davon auszugehen das diese "Ideallösung" immer funktioniert sehe ich auch nicht als realistisch. Es wird immer den Typ Mensch geben der die Arbeit des anderen nicht achtet, bzw. für zu wenig oder nicht gut genug verurteilt. Da kann man noch so viel reden.
Irgendwann kann man nur noch sehen das man nicht selbst kaputt geht und eben Nein sagt.

LG Paula
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: gschmeidlerin am 15.07.17, 08:40
Dieses früh genug mit dem Thema beschäftigen ist sicher das wichtigste. Mein Vater hatte mit seinem Vater große Probleme und seit ich mich erinnern kann, sagt er immer, mit mir soll sich mal keiner ärgern und so haben sie schon früh begonnen ein Auszugshaus zu bauen in das sie dann auch gezogen sind, als mein Bruder den Betrieb übernahm. Meine Mutter hatte immer schon gerne im Garten gearbeitet und nun hat sie so richtig Zeit dafür. Mein Vater hat sich eine Werkstatt gebaut und tischlert und bastelt nun. Mit über siebzig hat er dann unseren Teich gepachtet und ist nun Fischzüchter und Fischer, das hätte niemand geglaubt. Das sind alles billige Hobbies, die auch mit dem Beruf als Landwirt noch zu tun haben.

Wir können die ältere Generation nicht ändern, aber wir können uns frühzeitig geistig darauf einstellen, damit die nachfolgende Generation wenigstens besser lebt.

Eva
Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: AnniH am 15.07.17, 10:08
Ja es gibt sie , die Übergeber die nicht los lassen können, die es vieleicht selber auch erlebt haben , als sie übernommen haben und wieder in das gleiche Muster verfallen, weil sie es nicht anders wissen oder êinfach nicht wissen wollen.
Es gibt aber auch viele Übergeber , die froh und dankbar sind , eine / einen Hofnachfolger zu haben , nach vielen Berufsjahren einfach ausgelaugt sind , gesundheitlich sich so manche Defizite zeigen , nicht mehr die Leistung bringen können und somit die volle Verantwortung abgeben wollen , dass ist nicht nur bei den Landwirten so , ich denke bei Mittelstandsbetrieben ähnlich.

Vorbereiten musste ich mich nicht auf die Zeit danach, mehr Zeit verbrachten wir mit der Übergabe mit Einbeziehung der Söhne, mit Notar und Steuerberatung, für mich der wichtigste und auch auch der schwierigste Teil, es ist uns gelungen , JEDER ist unabhängig auch wir Altenteiler.

Wir haben uns ein kleines Haus gebaut, mit klarer Absprache mit Junior, mein Mann war nicht begeistert, ja er war sogar dagegen , da hatte ich Junior sehr an meiner Seite, mit Rat und tatkräftiger Hilfe.
Heute geniest mein Mann sein Haus , unsere Freiheit, er zieht sich vom Betrieb zurück, vor allen er redet nicht mit , er macht die Kälber das macht er gerne und er hat ein Hobby die Jagd .

Ich selber bin noch mehr gefordert, da Junior einige Tage nicht auf den Hof ist, habe keine Verantwortung was die Betriebsentwicklung anbelangt zu tragen , was ungemein erleichternd ist , er ist der Chef, ich kann alle Anrufe , Papierkram und Kontrollbesuche weiter geben.

Ich muss mir kein Hobby zu legen , ich versuch jetzt alles langsamer anzugehen , nicht mehr schnell in die Stadt fahren , mal schnell einen Besuch machen, ich möchte wieder eine Reise machen und und ..
Es ist ein schönes Leben nach der Übergabe , wir geniesen es , so ganz sind wir noch nicht aus den Geschehen heraus, wir werden gefragt ob wir helfen wollen und das ist wichtig .

Natürlich kenne ich auch aus den näheren Umfeld andere Beispiele , es gibt auch viele Schicksale, nach der Übergabe Verkauf von Grundstücken, oder man redet nicht mehr miteinander aus welchen Gründen auch immer, oder wie sagte mir kürzlich eine Geschäftsfrau die abgegeben haben , mein Mann und ich müssen uns erst wieder zusammen raufen, wir sind es nicht mehr gewohnt etwas zusammen zu unter nehmen, ich muss ihm zurück pfeifen , weil er ständig in der Firma mit mischt.

@Mary , du hast auch recht , finanziell ist es für viele nicht einfach , ein unbeschwertes Leben zu führen , unabhängig im Alter zu sein ist meiner Ansicht das wichtigere, man braucht vieles nicht mehr.
Eine Unzufriedenheit ist das größte Übel , sei es jetzt bei den Übernehmern  odern den Übergebern , da könnte ein Ansatz sein , etwas zu ändern.

Grüße Anni













Titel: Re: "Langeweile" bei Austraglern, Älteren?
Beitrag von: mary am 15.07.17, 12:54
@AnniH,
ich glaub, egal in welchem Lebensalter man steckt, Unzufriedenheit tut nie gut.