Bäuerinnentreff

Familie und Co. => Kleinkindzeit => Thema gestartet von: mary am 19.08.04, 16:22

Titel: sprachlose Kinder?
Beitrag von: mary am 19.08.04, 16:22
Nach einer Studie werden unsere Kinder zunehmend sprachloser,
der Wortschatz schrumpft, die Fähigkeit, aus Wörtern korrekte, womöglich komplexe Sätze zu bilden, erst recht.
Als Ursache wird vermutet, dass die Eltern und Kinder auf Grund beiderseits dichtgefüllter Terminkalender immer weniger Zeit für gemeinsame Gespräche finden, dass Grosseltern als Ansprechpartner eine immer geringere Rolle spielen und das SMS und Gameboy die Sprache auch eher minimieren statt fördern.
Experten nennen auch elterliches Desinteresse und Überforderung als Ursache.
Die Folgen der kindlichen Sprachlosigkeit sind fatal, denn wir können nur denken, was wir auch in Worte fassen können.
Arme Kinder.
Alle, die mit Büchern, Geschichten erzählenden Grosseltern und Eltern aufgewachsen sind, die sich Zeit für Rätsel, Wörterspiele und unsere tausend Fragen genommen haben, macht solch verbale Verwahrlosung einfach nur noch sprachlos.

Wie seht Ihr das-
gerade auf einem Bauernhof ist noch viel mehr Platz für Sprache, Kinder können auch während der Arbeit mitgenommen werden und mit ihnen zusammen zu sein, ermöglicht doch sehr viel Nähe.
Ich bin leider ohne Grosseltern aufgewachsen und war so gerne bei einer Freundin, die so eine liebe Oma hatte, die im Lehnstuhl sass und Märchen vorlas.
Nicht nur Märchen, sondern auch Erlebnisse und Erfahrungen aus ihrem Leben, Sagen und Geschichten aus der Gegend.
Die vielen tausend Fragen der Kinder, die auch mal nerven können, aber sie sind scheinbar sehr wichtig.
Denn Kinder, die nicht mehr fähig sind zu sprechen-
für ein Land, dass nicht aus Rohstoffen und Bodenschätzen seinen Wohlstand erarbeitet hat, sondern aus dem geistigen Kapital muss das besorgniserregend sein.
Und genau da hat auch die Landwirtschaft eingie Pfründe, die sie in die Waagschale zu werfen hat-
das Aufwachsen auf einem Hof ist sicher ein Plus, dass von der Gesellschaft einfach so mitgenommen wird.
Es wird Zeit, dass wir uns darüber bewusst werden.
Herzliche Grüsse
maria
Titel: Re:sprachlose Kinder?
Beitrag von: Maria Weiss am 12.09.04, 00:18
Hallo !

Mein Sohn hat mit drei Jahren fast kein Wort gesprochen auch nicht Mama oder Papa. Wichtiger als das reden selbst, ist es allerdings das die Kinder verstehen was man redet, manche Kinder sind eben Spätzünder, vier Monate vor seinem vierten Geburtstag fing er auf einmal zum reden an  nach einen halben Jahr sprachlosen Kindergartenbesuch,und zwar ziemlich schnell ganze Sätze, er hat was das reden anbelangt alles aufgeholt er redet jetzt mehr als alle anderen Kinder
Titel: Re:sprachlose Kinder?
Beitrag von: gundi am 12.09.04, 20:38
Ja,und dann ist man froh wenn die kleinen Schnatterer
einmal für ein paar Minuten den Mund halten ::)

lg gundi ;)
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: chloe am 24.03.06, 08:28
Sprachlos sind meine Kinder auch nicht. Der Große kommt im Sommer in die Schule und redet extrem viel, ganz klar und gut verständlich. Das hat er schon sehr früh gemacht. Der zweite wird im Mai 5 und redet extrem unverständlich, sehr verwaschen und nuschelig. Logopädie hat gar nichts gebracht, denn lt. der Logopädin sind die Laute und die Gramatik i.O. Und wenn er mit ihr redet, dann auch relativ gut verständlich. Ich habe manchmal das Gefühl, dass er gegen unseren Großen einfach nicht ankommt. Er ist auch motorisch langsamer und unbeholfener. Mir graut schon davor, wenn er in die Schule soll.
LG Claudia
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: Suri am 05.04.06, 22:22
Hallo,

mit Sprachproblemen hatten wir zum Glück keine Probleme, aber ich kenne 2 Kinder, werden beide demnächst 4, gehen in den Kiga und reden nur einzelne Wörter. Da wurde auch schon das Gehör getestet, um diese Ursachen auszuschließen.

Ein Sprachfehler in dem Sinn haben sie ja nicht, also ist auch keine Logopädie möglich. Für die Eltern ist das alles schon ziemlich nervig und machen kann man da im Moment auch nicht viel, außer hoffen, dass es endlich einen "Schnackler" macht.

LG Susi
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: Landmama am 30.04.06, 16:47
@ SUSI

wir warten grad auch noch auf den Schnackler :) ;D

mein kleinster ist auch so ein Fall ( meine großen waren das auch, aber inzwischen reden sie wie jeder andere Mensch auch )

er geht jetzt gut 3 Wochen in den Kindi und ich muß sagen, daß es Tag für Tag besser wird....er kann jedes Wort sagen, manches halt noch nicht so deutlich ;) aber es kommen sogar Sätze ;)

ich weiß, daß es von alleine kommt, meine zwei großen waren die gleichen Kasper !
aber die supergebildete Kindi Tante redete schon von Sprachheilschule ??? ???
oder intensive Logopätischer Behandlung ( die haben zuviel Lehrgänge...)
der Hausarzt sagt, das das schon noch komme ( sowas kann durchaus erblich sein...mein Mann redete auch so spät)
Die Tante will mir weißmachen, mein kleiner würde in seiner Entwicklung gebremsst werden, weil die anderen Kinder reden und er nicht !!!!
inzwischen hab ich eine Logopädin angerufen ( da mußte ich mit meinen anderen zweien auch hin !!!!)
und die meinte auch, Zeit lassen !!!!!!
sowas kann man doch nicht behandeln...er hat ja keine Sprachfehler !)
ich solle halt einmal kommen, damit die Kindi Tanten ne Ruhe geben....)

so blöd bin ich wiedermal und tue was die im Kindi sagen.....als ich vor 30 Jahren in den Kindergarten ging, gabs sowas nicht und aus uns ist auch was geworden !
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: Mowi am 30.04.06, 19:19
Hallo Landmama!
mein kleinster ist auch so ein Fall
Wie alt ist denn dein Kleinster?
aber die supergebildete Kindi Tante redete schon von Sprachheilschule ??? ??? oder intensive Logopätischer Behandlung ( die haben zuviel Lehrgänge...)
Ich finde, du solltest froh sein, dass dich die Erzieherin so früh auf die Sprachprobleme deines Kindes hingewiesen hat. Erstens zeugt es von guter Beobachtungsgabe und zweitens hat die Erzieherin doch den Vergleich (und wahrscheinlich  schon die jahrelange Erfahrung) mit den anderen Kindern. Ich finde, man kann besser zu früh etwas unternehmen (und dann evtl noch warten müssen) als zu spät.Ich arbeite selbst in einem Kindergarten und weiß, dass die Sprachentwicklung der Kinder sehr unterschiedlich ist. Gerade deshalb würde ich mein Kind dem Logopäden vorstellen, so hat man noch eine zweite Meinung.
der Hausarzt sagt, das das schon noch komme ( sowas kann durchaus erblich sein...mein Mann redete auch so spät)
So etwas hatten wir auch schon einmal. Die Eltern haben darauf gehört, das Kind konnte anschließend nicht in eine Regelschule eingeschult werden, sondern mußte erst in die Sprachheilschule.(in einen anderen Ort) Ich vertrete die Meinung, dass man während der Kindergartenzeit des Kindes alles versuchen sollte, die Sprachauffälligkeiten zu beheben, so dass dem Kind ein guter Schulstart ermöglicht werden kann.

LG, Mowi
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: manurtb am 02.05.06, 16:27
der Hausarzt sagt, das das schon noch komme ( sowas kann durchaus erblich sein...mein Mann redete auch so spät)
Was mich immer wieder verwundert: Warum man bei fachfremden Themen dem Hausarzt glaubt!
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: Landmama am 02.05.06, 18:09
Hallo zusammen,

heut waren wir bei ner Logopädin :)

und Sie hat meinen kleinen bisschen was gefragt und meinte das kommt schon vollens :) aber hat keinerlei Sprachstörungen :)
( gut ich muß sagen vor 14 Tagen hat er nicht halb soviel geredet )

ich hab mich auch länger mit Ihr unterhalten und sie meinte auch, daß die Kindertanten oft etwas voreillig sind, aber gut diese sind ja keine Fachleute !aber man muß durchaus in der Lage sein um eine Sprachstörung von einer normalen Sprachverzögerung zu unterscheiden können.

Sie meinte nur, ich solle die Erzieherin mal fragen, was ne Logopädin mit nem Kind tun soll ????
wäre durchaus anders, wenn er stottern oder lispeln täte !

Jedenfalls sollen die im Kindi viel und intensiv mit ihm reden und nichts anderes !

Glaubt mir, ich habe best. nix gegen die Kindergartentanten, aber wenn man drei Kinder hat und alle spät reden angefangen haben, dann kann einem das "oberschlaue" Geschwätz schon auf den Magen schlagen  ;)

@ manurtb

bevor man überhaupt zu ner Logopädischen Behandlung kann, muß man sich ein Rezept vom Hausarzt holen !
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: martina am 02.05.06, 20:10
Hallo Landmama,

nix für ungut, aber Kinder in dem Alter gehören zum KINDERarzt und nicht zum noch so guten Hausarzt.

Wir haben bei meinem Jüngsten sehr genau und auch länger abgewartet, wie sich sein Sprachvermögen entwickelt, zusammen mit den Erzieherinnen und der sehr guten Kinderärztin, bis wir uns einig waren, dass Logo sein muß. Trotzdem hat die Kinderärztin noch mal sehr gewissenhaft das Gehör getestet, bzw. eine Überweisung zum HNO ausgestellt, um sicherzugehen, dass die Sprachverzögerung nicht auf einem Hörschaden gründet.

Nur mal eben ein Rezept für Logo damit die Erzieherin Ruhe gibt, halte ich für vollkommen falsch.

Und da schließe ich mich Mowi an, sei froh, dass Ihr eine solch engagierte Erzieherin habt, die früh genug Bescheid gibt.

Stell es Dir andersherum vor, sie sagt nix, Dein Kind spricht auf Grund eines Hörfehlers nicht und Ihr bemerkt den Hörfehler nicht, weil das sprechen schon irgendwann kommen wird? Wäre schlimm, oder?
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: Landmama am 02.05.06, 20:15
da will ich zwei Sachen klarstellen


unser Hausarzt ist auch ein Kinderarzt !

mein Kind hat keinen Hörfehler, wurde beim HNO abgeklärt


Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: Erika am 03.05.06, 07:56
Unser Ältester (18) konnte zum Termin der 2-Jahresuntersuchung beim Kinderarzt nur *Mama* *Papa* und *Kakor* (Traktor) sagen. Der Aufforderung *Auto* zu sagen ist er nicht nachgekommen  ;D

Es war schon auffällig, aber er war zum Sprechen nicht zu bewegen, machte alles stumm oder mit Handzeichen. Wenige Wochen später sprach er innerhalb von 2 Wochen jedes Wort perfekt  :o

Er gehörte in der Schule immer zu den stillsten Schülern, ist auch heute meistens der große Schweiger.

Die Tochter plapperte schon sehr früh, anfangs noch sehr genau, später kamen dann plötzlich richtige Sprachfehler dazu. Wir sind dann etwas mehr als ein Jahr zum Logopäden gegangen.
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: martina am 03.05.06, 08:22
da will ich zwei Sachen klarstellen


unser Hausarzt ist auch ein Kinderarzt !

mein Kind hat keinen Hörfehler, wurde beim HNO abgeklärt

Na, dann ist ja gut :D
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: Luxia am 03.05.06, 08:32
Mein Ältester hat auch eher spät gesprochen.
Die Kinderärztin meinte auch immer das kommt noch. Bei den vorgeschriebenen  regelmässigen Sprachtests wurde immer wieder festgestellt, dass seine Sprachentwicklung nicht seinem Alter angepasst sei. Es wurde aber wegen Platzmangel nicht in eine Gruppe aufgenommen.

Sprechen hat er dann doch noch gelernt, aber es fällt ihm schwer geordnet zu erzählen. Mit 8 Jahren wurde LRS bei ihm festgestellt und ich bin mittlerweile der Meinung, hätte er ein wenig Nachhilfe beim Erlernen der Sprache bekommen, dann hätte er heute auch weniger Probleme in der Schule seine Gedanken zu Ordnen.

Die zwei Mittleren haben früh und gut gesprochen.

Die Jüngste hat auch sehr spät und nur einzelne Wörter gesprochen. Bei ihr habe ich mich dann durchgesetzt und sie wurde gefördert.
Mit 2.5 Jahren ging sie wöchentlich für 2 Stunden mit 4 anderen Kindern in eine "Babbelgruppe", wo sich zwei Erzieherinnen und eine Logopädin mit den Kindern beschäftigte. Sie spielten zusammen und es sollte die Freude am Sprechen geweckt werden. Meine Tochter hat grosse Fortschritte gemacht, die nach der Mandeloperation noch besser wurden. Heute bekommt sie den Mund nicht mehr zu.  ;D
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: manurtb am 03.05.06, 13:44
bevor man überhaupt zu ner Logopädischen Behandlung kann, muß man sich ein Rezept vom Hausarzt holen !
Und da lässt man sich vom Arzt sagen, dass das schon in Ordnung sei!? Wenn ich eine Überweisund oder ein Rezept haben möchte, dann hole ich mir das vom Arzt, er kann gerne seine Meinung dazu sagen, aber ich habe die letztendliche Verantwortung zu tragen.
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: Landmama am 03.05.06, 18:59
Hallo Manu,

warum fährst du mir quasi immer über den Mund ????

wenn dein Kind organisch kerngesund ist, gerade mal 1 !!!Tag in den Kindi geht, und du schon von ner Erz. zugeredet würrden würdest....sagst du zu allem JA ?????

mein Kleiner ist knappe 4 und redet wirklich jeden Tag besser , er redet seit ner guten Woche richtige Sätze
( geht jetzt grad knappe 4 Wochen in den Kindi )

ich geh seit seiner Geburt regelm. zur Vorsorge, zudem bin ich seine Mama und kann doch besser sein Sprachverhalten beurteilen als die Tante !

ich hätte Ihn schon viel früher in den Kindi tun sollen.....aber wir haben hier ne lange Warteliste.


Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: geli.G am 03.05.06, 20:49
Hallo Landmama,

zudem bin ich seine Mama und kann doch besser sein Sprachverhalten beurteilen als die Tante !


da muss ich dir jetzt aber widersprechen. Meiner Meinung nach merken die meisten Mütter gar nicht mehr, dass das Kind lispelt oder stottert. Dadurch, dass sie immer mit dem Kind zusammen sind, gehört das dann einfach dazu.
Von daher ist es schon sinnvoll, wenn eine Person, die mit dem Kind zu tun hat, darauf hinweist.

Trotzdem find ich, dass eure Erzieherin deinen Sohnemann schon etwas länger beobachten könnte, ehe sie dich zur Logopädin verweist. ;)
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: martina am 04.05.06, 07:28
Hallo Geli,

vermutlich hat sich die Erzieherin einfach Sorgen gemacht, eben weil das Kind schon VIER und nicht mehr drei Jahre ist? Allerdings hätte sie auf Grund Ihrer Erfahrung auch schon etwas gelassener abwarten können, denn viele Kinder fangen ja erst im Kiga so richtig das Sprechen an.

Wir hatten mal ein kleines Mädchen im Kiga (zugezogen) die hatte mit grad 3 Jahren schon 1 Jahr Logopädie hinter sich, weil die Eltern sich so sehr sorgten. Ansonsten war das Kind ganz gesund. In dem Fall hielt ich das einfach zu früh. Das Kind muß ja beim Logopäden auch erst mal wissen, was der von ihm will.

Ein anderer Fall eines 3jährigen, den die Eltern eigentlich erst sehr viel später hatten in den Kiga geben wollen, absolut unselbständig, hat mit 3 Jahren eher teilnahmslos still rumgesessen, weil er zu Hause nur in die Ecke gestellt wurde und "ewig im Weg" war. Der hat anfangs nur Mama, Papa, brumm (LKW/Trecker/Auto) gesagt. Nach einem Jahr Regelkindergarten und Frühförderung hat er zwar noch nicht wahnsinnig mehr gesprochen, aber die Amtsärztin hat die Eltern gezwungen, den Jungen in einen Intergrativkindergarten zu geben, damit er noch besser sprachlich gefördert werden könne. Inzwischen ist er acht und redet immer noch nicht viel mehr, ich bin gespannt, ob er dieses Jahr nun in die Regelschule kommen wird.
Der kleine Bruder (ähnlicher Fall) ist gleich in den I-Kiga gekommen und besucht zwischenzeitlich ein Ganztagssprachheilzentrum. Ob der nun besser spricht, kann ich nicht sagen.

Wir für uns, als Betreiber unseres Kindergartens waren damals nur froh, dass wir die Eltern regelrecht "bekniet" haben, den Jungen schon mit grad 3 zu uns zu geben und nicht noch zu warten. Erst durch den Kontakt/Vergleich mit den anderen Kigakindern ist den Eltern ja überhaupt aufgefallen, dass ihr Kind eben doch nicht altersgemäß spricht. Auf Seiten des Kiga wurde dann auch sofort Frühförderung angeregt. Auch das war absolut die richtige Entscheidung.

In Niedersachsen werden ja im Zuge der Einschulung seit 3 Jahren intensive Tests gemacht, zur Sprachstandsfeststellung. Hab ich in der Schulanfangsbox ja schon mal geschrieben. Heute morgen stand nun in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, dass ein erschreckend hoher %satz der Einschüler nur einen geringen Sprachschatz hat. Das haben Auswertungen dieser Tests ergeben. Als Grund wird u.A. genannt, dass die Eltern zu wenig mit den Kindern spielen und dabei logischerweise auch sprechen, sondern eben einfach vor dem Fernseher plazieren.
Auch dies ist ja eigentlich eher keine neue Erkenntnis, oder?

Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: Romy am 04.05.06, 07:49
Armon unser Jüngster (heute 15 Jahre alt) sprach mit 3 Jahre noch keine Wort. Er konnte sich mit Mimik und Gestik vorzüglich ausdrücken. Wir Eltern standen am Anschlag, automatisch reagierten wir auf seine eigene stumme Sprache. Wir liessen sein Gehör und seine Motorik untersuchen, doch alles funktionierte optimal. Unser Kinderarzt stellte uns eine Kleinkinderzieherin zur Seite. Martina hat recht, mit 3 Jahren kann eine Logopädin noch gar nichts tun. Frau Bass besuchte uns von da an jeden Mittwoch bis Ende Kindergarten. Armon hat sich nie den Wortschatz angeeignet den unsere anderen vier Kinder haben. Trotzdem war er immer ein guter Schüler. Oft sucht er noch heute nach den richtigen Worten. Sie sind in seinem Kopf, wollen aber nicht heraus. Er leidet darunter, deshalb haben wir nach einer Lösung gesucht und schicken ihn jetzt zum Kineseloge. Dieser meinte; Armon hatt in einem gewissen Alter, etwas entscheidendes, für die Sprache wichtiges, nicht gelernt, hat es einfach übersprungen, aber es sei kein Problem dies heraus zu finden und dann nachzuholen. Wir hoffen das Beste.

Bei mir ist eher das Gegenteil von Landmama aufgetreten. Weder Kindergärtnerin noch ein Lehrer hat irgendwie seine Sprachschwierigkeiten angesprochen. Ich war es die immer wieder, bei jedem Elterngespräch, nachhackte. Wie steht es mit dem Deutsch? braucht er Nachhilfe? Entspricht sein Wortschatz den Anforderungen? Immer wurde bagatelisiert, kein Problem, es geht tip top! Dann kam der provisorische Entscheid für Real- oder Sekundarschule. Auch dieser fiel positiv aus. Armon war happy. Kurz vor dem definitive Entscheid wurden wir zu einem Elterngespräch eingeladen. Armon müsse doch in die Realschule. Sein Deutsch lasse zu Wünschen übrig. Er sei da halt immer schwach gewesen und jetzt habe die Sprache sich noch verschlechtert. Er hatte keine einzige Note unter 5 (6 ist in der Schweiz Bestnote) nur im Deutsch eine 4, also noch nicht ungenügend, aber halt zuwenig um in der Sekundarschule mit zu kommen. Ich hätte der Lehrerin am liebsten die Augen ausgekratzt. Armon war masslos enttäuscht. Doch nach langen Gesprächen akzeptierte er den Entscheid. Keine 2 Monate Realschule mussten wir wieder vor die Lehrer. Armon sei in der Realschule total unterfordert. Er müsse dringend in die Sekundarschule.
Ich könnte noch viel mehr erzählen über Schulen und Lehrer, ich bin nur froh, wenn alle endlich die Schule hinter sich haben und ich mich nie mehr mit Lehrerinnen und Lehrer befassen muss (ausser rein privat).

Aber eigentlich sind wir vom ursprünglichen Thema abgewichen. Wie so oft hat sich eine Eigendynamik entwickelt.Mary hat recht. Wenn man die Kids so reden hört auf dem Pausenplatz oder im TV. Die bekommen kaum einen vollständigen Satz über die Lippen. "he Man, geile Huet" "fette sound" "schregi schmoie" Sie reden mit Haupt- und Eigenschaftswörter. Alles dazwischen muss man sich denken. Hier bei uns in ländlichem Gebiet ist es noch nicht so stark wie in der Stadt. Ich habe den Jugendraum unter mir und sitze oft noch ein wenig mit den Kids zusammen und quatsche mit ihnen über dies und jenes. Da bin ich eigentlich noch recht zufrieden mit ihrem Satzaufbau. Doch wenn ich Jugendlichen im TV zuhöre, kommen mir schon bedenken.
Aber die Strasse hat schon immer ihre eigene Sprache entwickelt. Vielleicht ist dies nur eine Modeerscheinung die sich irgendwann wieder total ändert.

en hübsche tag
Romy
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: manurtb am 04.05.06, 08:43
warum fährst du mir quasi immer über den Mund ????

wenn dein Kind organisch kerngesund ist, gerade mal 1 !!!Tag in den Kindi geht, und du schon von ner Erz. zugeredet würrden würdest....sagst du zu allem JA ?????
Ich fahr Dir doch nicht über den Mund?! Ich sag nur, was ich mir denke! Und ich habe halt schon einiges an Erfahrung mit guten Ratschlägen von Ärzten, die man im Nachhinein in die Tonne treten konnte.

Das mit dem 1 Tag habe ich nicht gewusst. Allerdings würde ich, wenn man mich darauf aufmerksam macht, das überprüfen lassen! Und zwar vom Fachmann dafür, nicht vom Hausarzt.
Titel: Re: sprachlose Kinder?
Beitrag von: sandra am 03.07.06, 09:00
So, erst mal muss ich für Landmama sprechen, wegen dem Hausarzt. Wir sind auch bei einem hausarzt, der eben auch die ganzen U-Untersuchungen machen darf. mit der Kinderärztin in der Nähe komme ich nicht zurecht und die nächsten sind etwa 25-30 km weit weg. Wenn aber schnell mal was ist mit meinem Kind, möchte ich einen Arzt in der Nähe, damit ich gleich dort bin. Es ist ein sehr guter Arzt, bei dem wir sind. Mit seiner Hilfe haben wir herausgefunden, dass unsere Große an Absencen-Epilepsie leidet, er hatte so einen Verdacht, und hat uns weiter zum Neurologen geschickt. Unser Kleiner hat mit drei  Jahren gerade mal Mama, Papa, ja, nein gesagt und ansonsten nur *Chinesisch*, hat kein Mensch verstanden. Auf einen Tipp des Arztes hin haben wir ihn austesten lassen, und zwar in einer SVE (gibts in Bayern, ob woanders auch noch, weiß ich nicht. Heißt schulvorbereitende Einrichtung.). Dort wurde ein förderbedarf festgestellt. Das war Anfang März, kurz vor seinem dritten geburtstag. Ab September ging er dann damals hin. Ihm gefällt es sehr gut, und die Förderung ist klasse. Wenn ich denk, was die alles machen, im Gegensatz zum *normalen KiGa*! Ein Jahr später meinten sie dann, er könne nun auch zum Logopäden, sei nun genau richtig dafür. Da war er dann gut 4 1/2. Unser Arzt hat nicht einfach ein Rezept rausgeschrieben (ich denk, dass war bei Landmama auch so!), sondern hat uns erst zum HNO geschickt, der alles untersuchte und Gehörtests machte, und dann wurde uns auch von dem das rezept ausgestellt. Seitdem gehen wir zur Logo, normal einmal in der Woche. Rezept kriegen wir weiter vom HNO, wo auch in regelmäßigen Abständen ein Hörtest gemacht wird (der allerdings jedes Mal top in Ordnung ist!). Letztes Jahr stand dann die Frage Schule oder zurückstellen zur Debatte, und da haben wir uns sofort für die Zurückstellung entschieden, da rainer nun zwar schon sehr gut gesprochen hat, aber sich bei der richtigen Satzstellung noch stark konzentrieren musste. Dieses jahr ist es nun keine Frage mehr, ob Schule oder nicht, und er wird ganz normal eingeschult, und nicht in eine Sprachheilschule.

Unsere Große hat euch etwas länger gebruacht, aber nicht so lang wie Rainer. Und die Mittelrre hat mit nem guten Jahr den Mund aufgemacht und seither nimmer zu. Ich hab mal mit ihr in einem Zimmer geschlafen, die spricht sogar im Schlaf (gut, mach ich auch oft...  ::) )

Bin top begeistert von der SVE, wenn jemand fragen dazu hat, nur immer her damit!