Bäuerinnentreff

Organisation ist alles => Finanzen und Recht => Thema gestartet von: reserl am 03.11.11, 19:20

Titel: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: reserl am 03.11.11, 19:20
Die Frage nach einem "gerechten" Lohn für den mithelfenden künftigen Hofnachfolger
(möglicherweise schon mit eigener Familie) stellt sich für viele Betriebe.


Vielleicht mag die ein oder andere berichten, wie das bei Euch geregelt ist/war?
Wie zufriedenstellend war diese Lösung für Euch?

Was würdet Ihr all denen raten, die sich gerade mit dem Thema befassen müssen?
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: gina67 am 03.11.11, 19:51
Hallo
wir haben eine Vater-Sohn-GbR jeder mit 50% Anteil. Der Gewinn wird aufgeteilt und versteuert. Wir haben zusammen ausgerechnet wieviel jede Familie zur Verfügung haben muss um davon leben zu können. Dieser Betrag wird bei uns aufs Haushaltsgeldkonto und bei unserem Sohn auf sein Privatkonto überwiesen. Die Ausgaben für die Autos (Reparaturen) und Versicherungen werden vom Betriebskonto bezahlt, ebenso die Kosten für unsere studierende Tochter und das Altenteil für SM.
Wenn höhere Privatausgaben anstehen z.B. für Urlaub oder größere Anschaffungen, wird das abgesprochen und vom Betrieb (im gewissen Rahmen) zur Verfügung gestellt.
Bis jetzt hatten wir mit unseren jungen Leuten noch keine Reibereien wegen dem Geld.

Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Beate Mahr am 03.11.11, 20:18
Hallo

so sollte es sein ...

Aber ...
wir haben hier so einen Fall ... :-(
 
Als die Altenteiler noch den Hof hatten hat der Sohn auf sehr großem Fuß gelebt
es gab fast nichts was da nicht von ihm gekauft wurde ( Autos - Reisen usw. )
 
Jetzt wo er Betriebsleiter ist bekommen seine Eltern noch nicht mal Taschengeld
da ist nichts mit *den Lebensabend genießen* ... die schuften immer noch
 
Nur mal so zum nachdenken ...
 
Gruß
Beate
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: gina67 am 03.11.11, 20:23
Ja Beate das gibt es sicherlich, kenne aber auch einen Fall, wo Vater schon weit über 70 ist und noch immer nicht abgegeben hat und der Sohn, mittlerweile über 50, ist immer noch nur "Mifa". Das kanns ja auch wohl nicht sein.
Gerade das finanzielle muss sehr gut überlegt werden, besonders wenn der Hofnachfolger schon wieder Familie hat und der Hofabgeber für die Rente noch zu jung ist. Das ist bei uns der Fall. Gerade deswegen haben wir die Beträge zusammen festgelegt und unser Sohn kann nicht einfach so an das Betriebskonto und sich bedienen. Das machen wir auch nicht. Schließlich sind wir gleichberechtigte Partner.
Gina
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Optimist am 03.11.11, 20:27
Hallo,
wir haben unseren Sohn angestellt und er bekommt jeden Monat pünktlich sein Gehalt auf sein Konto überwiesen.
Zusätzlich zahlen wir noch einen kleinen Betrag auf seinen Bausparvertrag, sozusagen Arbeitgeberanteil.
Ebenso zahlen wir für ihn noch Steuern und Versicherung fürs Auto. Ab und zu gibt es auch noch mal etwas
Extrageld, aber eher selten.
Es ist gar nicht so einfach, es gerecht zwischen Geschwistern zu regeln, aber ernsthaften Streit gab es wegen
Geld noch nicht. Allerdings ist Sohnemann noch alleine und braucht keine Familie zu versorgen. Sollte das mal der
Fall sein, müssen wir neue Absprachen treffen.

Gruß
Optimist
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Heidi.S am 03.11.11, 20:39
Hallo
 ich hab mal nachgeschaut was ein ausgebildeter Landwirt in Deutschland so verdient , wenn er fremd angestellt ist.
http://www.gehaltsvergleich.com/gehalt/Landwirt-Landwirtin.html (http://www.gehaltsvergleich.com/gehalt/Landwirt-Landwirtin.html)
 ich bin schon erstaunt welch Unterschiede es gibt.
Da kann sich so mancher Hofnachfolger einen besseren Verdienst so oft erträumen
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: gina67 am 03.11.11, 22:16
So toll ist das nicht, aber ein Arbeitnehmer hat meistens nur eine 40 Std-Woche und der Hofnachfolger arbeitet ja meistens sehr viel mehr. Ausserdem muss er oft schon Verantwortung für seinen Bereich übernehmen und das muss auch honoriert werden.
Gina
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: maggie am 03.11.11, 22:55
zuerst war unser sohn angestellt - dann wurde ihm ein normaler lohn "gutgeschrieben" - was er für sich brauchte holte er aus der kasse (karte hatte er nicht für betriebskonto, aber vollmacht - hätte also auch auf der bank holen können )
heute haben wir eine generationengemeinschaft (etwas wie euer gbr) - in der buchhaltung werden die (ungefähren arbeitszeiten) von uns 3 aufgeführt (ich bin zwar nicht mitglied, aber mein anteil geht auf das konto meines mannes ) -
und der buchhalter teilt dann den verdienst auf (auf dem papier) - und was noch übrigbleibt von den privatausgaben wird gutgeschrieben

bei der hofübernahme wird das dann unserem sohn angerechnet (in der schweiz kauft der junior den betrieb zu einen spezialpreis - offiziell geschätzt )
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Clara am 04.11.11, 00:36
So toll ist das nicht, aber ein Arbeitnehmer hat meistens nur eine 40 Std-Woche und der Hofnachfolger arbeitet ja meistens sehr viel mehr. Ausserdem muss er oft schon Verantwortung für seinen Bereich übernehmen und das muss auch honoriert werden.
Gina


Gina 67,

gleichwohl magst du Recht haben, doch ganz so einfach ist es nicht. Auch ldw. Arbeitnehmer in der Lw arbeiten in Zeiten von Saat und Ernte mehr als 40 Stunden in der Woche.

Gleichwohl wage ich auch in Frage zu stellen, ob potentielle Hofnachfolger mehr Verantwortlichkeiten haben als "normale" Arbeitnehmer in einem ldw. Großunternehmen. Das halte ich eher für Augenwischerei und Ablenkung von der tatsächlichen Entlohnungsfrage im "klassischen" Familienbetrieb.

In die Frage der Entlohnung spielt dann auch hinein, über  welche Ausbildung verfügt der potentielle Hofnachfolger. Ein Landwirtschaftsmeister/Techniker wird anders entlohnt als ein Agraringenieur.

Ich  suche nach wie vor eine TATSÄCHLICHE Aufschlüsselung niedergeschreiben und wirklich monetär entlohnt- nicht belohnt, mit warmen Worten- der täglichen Arbeitszeit eines Hofnachfolgers.
Beste Grüße,

Anja
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Clara am 04.11.11, 00:39
Hallo,
wir haben unseren Sohn angestellt und er bekommt jeden Monat pünktlich sein Gehalt auf sein Konto überwiesen.
Zusätzlich zahlen wir noch einen kleinen Betrag auf seinen Bausparvertrag, sozusagen Arbeitgeberanteil.
Ebenso zahlen wir für ihn noch Steuern und Versicherung fürs Auto. Ab und zu gibt es auch noch mal etwas
Extrageld, aber eher selten.
Es ist gar nicht so einfach, es gerecht zwischen Geschwistern zu regeln, aber ernsthaften Streit gab es wegen
Geld noch nicht. Allerdings ist Sohnemann noch alleine und braucht keine Familie zu versorgen. Sollte das mal der
Fall sein, müssen wir neue Absprachen treffen.

Gruß
Optimist

Optimist,

was macht es denn für einen Unterschied, ob der Hofnachfiolger eine eigene Familie hat oder nicht? Wenn er bei Alledie oder Kar(en)stadt an der Kasse steht muss er zahlen, was er im Korb hat, egal ob er treusorgender Familienvater ist oder Single.

Fragende Grüße,

Anja
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Clara am 04.11.11, 00:42
@ all,

ich habe auch noch mal eine Frage der Definition des Begriffes Hofnachfolger.

Ab welchem Zeitpunkt  ist denn der Hofnachfolger wirklich Hofnachfolger?

Fragende Grüße,

Anja
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Kleopatra am 04.11.11, 04:45
@ all,

ich habe auch noch mal eine Frage der Definition des Begriffes Hofnachfolger.

Ab welchem Zeitpunkt  ist denn der Hofnachfolger wirklich Hofnachfolger?

Fragende Grüße,

Anja

Find ich eine sehr gute Frage, den solange der Hofnachfolger kein Hofnachfolger ist, hat er nach meiner Meinung das Anrecht auf einen vollen Lohn. Das ist für alle Kinder untereinander gerechter, den machmal arbeiten auch die nicht Hofnachfolget mit.
Sobald der Hofnachfolger, Hofnachfolger ist, kann er auch teiweise im Lidlohn arbeiten. Dieser Lidlohn wird im bei der Übernahme vom Kaufbetrag abgezogen.
Hofnachfolger ist jemand ab diesem Zeitpunkt, ab dem er das in irgend einer rechtlich einforderbaren Form schriftlich in den Händen hat. n.m.M.
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Kleopatra am 04.11.11, 04:48
Hallo,
wir haben unseren Sohn angestellt und er bekommt jeden Monat pünktlich sein Gehalt auf sein Konto überwiesen.
Zusätzlich zahlen wir noch einen kleinen Betrag auf seinen Bausparvertrag, sozusagen Arbeitgeberanteil.
Ebenso zahlen wir für ihn noch Steuern und Versicherung fürs Auto. Ab und zu gibt es auch noch mal etwas
Extrageld, aber eher selten.
Es ist gar nicht so einfach, es gerecht zwischen Geschwistern zu regeln, aber ernsthaften Streit gab es wegen
Geld noch nicht. Allerdings ist Sohnemann noch alleine und braucht keine Familie zu versorgen. Sollte das mal der
Fall sein, müssen wir neue Absprachen treffen.

Gruß
Optimist

Optimist,

was macht es denn für einen Unterschied, ob der Hofnachfiolger eine eigene Familie hat oder nicht? Wenn er bei Alledie oder Kar(en)stadt an der Kasse steht muss er zahlen, was er im Korb hat, egal ob er treusorgender Familienvater ist oder Single.

Fragende Grüße,

Anja
Aber der Einkaufskorb ist bei einer 5 köpfigen Familie grösser als bei einem Single. Wobei das vermutlich rechtlich nicht statthaft ist, Single weniger zu bezahlen. Zumal die Single auch um eine vieles höhere Steuerrechnung haben. Auf jeden Fall in der Schweiz.
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Mucki am 04.11.11, 08:18
Hallo,
was spielt es für eien rolle ob er singel ist oder nicht er ist arbeitnehmner,und somit beckommt er den lohn für seine Arbeit,so ist es im normalen lebn auch,ob er später den Hof beckommt ist doch egal,den er muß dann ja umgekert an die Eltern austrag zahlen.

Die frage ist doch nun eigendlich wie viel arbeit für wie viel Lohn ???

Gebt des mal in Google ein,

 Tarifbereich/ Branche Landwirtschaft Westfalen-Lippe ...



Und man sollte bedenken das den Lohn den der nachvolger erhält er ja nachher wieder in den hof einbringt, weichenden geschwistern ist die leicht erklärt ,sie beckommen von ihrem arbeitgebr geld weil sie dort arbeiten der Hofnachvolger beckommt sein geld von Vter und Mutter weil der dort arbeitet.


Lg Mucki





Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Wiese am 04.11.11, 08:26
@ all,

ich habe auch noch mal eine Frage der Definition des Begriffes Hofnachfolger.

Ab welchem Zeitpunkt  ist denn der Hofnachfolger wirklich Hofnachfolger?

Fragende Grüße,

Anja

Diese Frage bezieht sich jetzt aber wohl auf einen Vollerwerbsbetrieb.

Wie stellt sich die Frage als Nebenerwerbsbetrieb. Hofnachfolger hat seinen Beruf und auch sein Einkommen.
Auch zur Entlohnung bei Mitarbeit vom Hofnachfolger und Geschwistern auf dem Hof im Nebenerwerb, wie kann ich dem gerecht werden?
Auch die Auszahlung weichender Geschwistern bei Hofübergabe finde ich, ist ein sehr schwieriges Thema. Sowie auch die Übergabeverträge
die früher anderes waren, als sie wahrscheinlich heute sein werden. Alles für mich ungelöste Fragen, worüber ich mir jetzt schon den Kopf
darüber zerbreche, falls es mal soweit sein sollte.
Vollerwerb- oder Nebenerwerbsbetrieb sind doch auch unterschiedlich zu bewerten.

Wiese
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Mucki am 04.11.11, 08:48
hallo Wiese1,
möchte dir sagen ich findes es prima das du vorausschauend denkst und dich informierts,im weg giebts viel seiten zu dem tema übergabe.

wichtigste farge für mich wäre was will ich bei der übergabe,Austrag,rechte am Hof dann würde ich mir die rage sellen wie wärs mir ergangen wen meien SE das gefordert hätten ,hätte ichdamit leben könne? Dan als nächtes trägt der Hof es finanzell? Get es mir dabei gut? gehts dem nachvolger damit Gut?

Nun bei neben erwerb würde ich den Nachvolger nach stunden bezahlen die er mitarbeitet, des mit den weichenden erben ist ned so leicht,aber ich würde sagen des es auch eien rollenspielen sollte beim auszahlen wie und ob sie mitgearbeitet haben.


Alles ned so einfach und klar weil es jder individuel schriebn lassen kann und es keien standart vertrag gibt.Beide seiten sollten abgesichert sein man weis ja ned was kommt.


LG Mucki
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Maja am 04.11.11, 09:41
Kann auch gut sein dass es keine Standardverträge gibt. Da jeder Hof anders ist würden Standardverträge nicht gerecht sein.
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: maggie am 04.11.11, 14:01
Find ich eine sehr gute Frage, den solange der Hofnachfolger kein Hofnachfolger ist, hat er nach meiner Meinung das Anrecht auf einen vollen Lohn. Das ist für alle Kinder untereinander gerechter, den machmal arbeiten auch die nicht Hofnachfolget mit.
Sobald der Hofnachfolger, Hofnachfolger ist, kann er auch teiweise im Lidlohn arbeiten. Dieser Lidlohn wird im bei der Übernahme vom Kaufbetrag abgezogen.
Hofnachfolger ist jemand ab diesem Zeitpunkt, ab dem er das in irgend einer rechtlich einforderbaren Form schriftlich in den Händen hat. n.m.M.


hallo swissbäuerin,
der lidlohn finde ich eine zumutung - gut er wurde etwas angehoben - anderseits glaube ich gehört zu haben dass der abgeschaft wurde -
zu zeiten als mein mann "hofnachfolger" war, betrug der lidlohn gut fr. 100.00 - ich verdiente während meiner ausbildung mehr !! und hatte da ein seeeehhhhr schlechtes gehalt -

warum kann ich auch dem hofnachfolger nicht einen normalen angestellten lohn gutschreiben - ich bin ehrlich - auszahlen hätten wir ihn ihm auch nicht immer gekonnt, aber dieser vorschlag kam vom landw. amt - und den fand ich ok ....
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: amanda am 04.11.11, 15:00
In der Familie meines Mannes war es so geregelt, dass der Hofnachfolger für Kost u. Logie fast 20 Jahre auf dem Hof gearbeitet hat.
Seine privaten Ausgaben (Auto, u.sw) finanzierte er sich durch gelegentliche Arbeiten Auserhalb.
Kleidung kaufte die Mama.
Seine Wunschausbildung durfte er gar nicht machen, weil auf dem Hof unentbehrlich.
Ich weiss, dass das in unserer Gegend , damals, gang und gebe war.
Bei der Hofübergabe musste mein Mann seinen Geschwistern (6)das Erbteil ausbezahlen.
Wer mehr am Hof u. im Haus geholfen hat, bekam mehr.

Wir waren damals nur glücklich, dass wir das Thema ohne Streitereien über die Bühne gebracht haben.
Die Bankschulden haben wir jahrelang abbezahlt.

Heute sehe ich eine solche Regelung, äußerst kritisch.

Momentan regeln wir es so: unsere Kinder gehen alle noch zur Schule oder Uni.
Die normalen Arbeiten wie: Kochen, Stallgehen, Bügeln,beim Heu helfen u.s.w werden von unseren Kindern ohne Entlohnung gemacht, mit der Begründung: in unserem Haushalt leben (fast) nur erwachsene Personen, in dem jede Person auch ihren Anteil leisten muss.
Meistens machen sie ihre Arbeiten ohne Murren.

Ein paar Sommer hat ein Kind währen der Ernte am Hof gearbeitet, diese Stunden haben wir bezahlt.
Ebenso einem anderen Kind die Stunden beim Putzen der Ferienwohnung.

Wir stellen uns dass so vor, sollte ein Kind den Hof gerne übernehmen, dann soll er niemanden nichts schuldig sein, auch weil von der Arbeit jetzt gerade wir profitieren u. nicht der ev. Hofnachfolger in 20 Jahren.

Wir wissen auch noch nicht, wer von unseren Kindern den Hof übernehmen wird, und ob es überhaupt jemand machen will.
Im Moment ist uns einfach nur wichtig, dass sie eine gute Ausbildung haben.

LG Amanda




 
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: irene33 am 04.11.11, 15:53
hallo,

als unser hofnachfolger mit der landw. lehre fertig war und sich diese frage der entlohnung im raum stand, haben wir unseren steuerberater gefragt, wir meinten halt, da er auf vielen betrieben einblick in die finanzen hat, weiß er
wie dass so gehandhabt wird.

seine antwort war damals, gebt eurem sohn soviel, wie ihr mal später von ihm als monatliches taschengeld wollt.

mittlerweile bekommt er von uns ein monatliches gehalt, alle kosten wie auto, versicherung, handy, kleidung, wird zusätzlich von uns übernommen.

gruß
irene


Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Mannomann am 04.11.11, 22:10
Wobei das vermutlich rechtlich nicht statthaft ist, Single weniger zu bezahlen. Zumal die Single auch um eine vieles höhere Steuerrechnung haben. Auf jeden Fall in der Schweiz.

Bei der Bundeswehr gab es früher pro Kind Gehaltszuschläge. Zumindest war es noch bis vor 10 Jahren so. Ich mein das pro Kind 150€ extra bezahlt wurde.
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Optimist am 04.11.11, 23:11
Hallo Anja,
ich denke, dass es schon ein Unterschied ist, ob Sohnemann noch Single ist, bei uns im Haushalt lebt und sich bei uns aus dem Kühlschrank mit ernährt, nicht für Wasser, Strom etc. aufkommen muss oder ob er später Familie hat,
eigenen Haushalt usw.
Dann muss er mehr Geld zur Verfügung haben als jetzt. Wir haben uns nach Beendigung der Ausbildung so geeinigt.
Wir geben ihm auch den Freiraum, sich in Erntezeiten Geld dazu zu verdienen (wenn es bei uns zeitlich und arbeits-
mäßig passt). Er hat sich bis jetzt nicht beklagt und wir reden ganz offen darüber.
Viele Grüße
Optimist
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Clara am 07.11.11, 00:03
Hallo in die Runde,

vielleicht ist es ab und an auch mal interessant im eigenen Archiv http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php/topic,4572.90.html nachzuschauen und nach Antworten zu suchen, so fern sie denn gefunden werden sollen. Zumindest findet sich da ein sehr ähnlich gelagertes Thema.

Beste Grüße,

Anja

Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Clara am 07.11.11, 00:07


Aber der Einkaufskorb ist bei einer 5 köpfigen Familie grösser als bei einem Single. Wobei das vermutlich rechtlich nicht statthaft ist, Single weniger zu bezahlen. Zumal die Single auch um eine vieles höhere Steuerrechnung haben. Auf jeden Fall in der Schweiz.

Hallo Swissbäuerin,

wenn ich recht informiert bin, bekommen die wenigsten Mitarbeiter in der freien Wirtschaft automatisch mit der Eheschliessung und der Geburt ihrer Kinder eine Lohnerhöhung. Obwohl es sicher überlegenswert wäre, dass ein Familienvater dann mehr Geld bekäme, da die Mutter der Kinder als Mitverdienerin ausfällt.

Soweit mir bekannt ist, ändert sich bei Eheschliessung auf jeden Fall die Steuerklasse, der Rest ist priavt udn beruflich eher eine Frage des Verhandlungsgeschicks.

Nachdenkliche Grüße,

Anja
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Clara am 07.11.11, 00:10
Zum Thema Lidlohn... http://www.steuerbuch.lu.ch/lustb_b2_unternehmen_lidlohn

Mir stellt sich dann die Frage, wann darf denn der "Hofnachfolger" mal erwachsen werden in der Form, dass er einen EIGENEN Hausstand gründet?

Fragende Grüße,

Anja
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Susanna am 07.11.11, 10:54
Mir stellt sich dann die Frage, wann darf denn der "Hofnachfolger" mal erwachsen werden in der Form, dass er einen EIGENEN Hausstand gründet?

Jederzeit, Anja.
Die Zeiten ändern sich. Von mir aus kann unser Hofnachfolger morgen einen eigenen Hausstand gründen, Kinder kriegen, alles mögliche.
Warum nicht? Er kann aber auch gerne ohne eigenen Hausstand erwachsen werden, spricht im Prinzip nichts dagegen!
Wir wollen die ganze Thematik doch nicht dramatisieren.

Zum Thema Entlohnung, ich bin der Meinung, dass man die Gehälter auf den Höfen und in der Wirtschaft nicht vergleichen kann. Die Arbeiten sind andere, die Arbeitszeiten sind andere, ein Hof ist ein Hof, und ein Angestelltenverhältnis in einer Firma ist wieder was anderes.
Wenn bei einem selbstständiger Schreiner oder Zimmermann das Geschäft mal nicht so gut läuft, dann muss er auch Abstriche machen. Aber seine Löhne und Gehälter muss er doch immer bezahlen, oder nicht? Was interessiert es den Arbeiter, Hauptsache der Lohn kommt pünktlich. Was ich sagen mlöchte ist, ein Hofnachfolger sollte sich m. E. schon Gedanken darüber machen, wie viel er erwirtschaftet und wie hoch daraus resultierend sein Lohn sein kann.

Das ist von Hof zu Hof sicher verschieden.
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Sonnenblume2 am 08.11.11, 09:11
Hallo Susanna,
also da kann ich deine Meinung nicht ganz teilen.
Warum soll ein potentieller Hofnachfolger, der zuhause voll am Betrieb mitarbeitet die Wirtschaftlichen Erfolge/Misserfolge seiner Eltern an seinem Lohn mittragen?
Wie du schon geschrieben hast, jeder Selbstständige (Schreiner, Zimmermann,…) muss seine Löhne und Gehälter pünktlich bezahlen, und da interessiert es seine Arbeiter/Angestellten auch nicht ob dieser dann Abstriche machen muss oder nicht.
Genauso sehe ich es auch in einem LW-Betrieb, bei dem der Junior als Arbeiter „angestellt“ ist. Auch hier, jeden Monat pünktlich Lohn in Höhe eines Arbeiterlohns ausbezahlen, wie in der freien Wirtschaft.

Die Sache sieht anders aus, wenn auch der Junior gültiges Mitsprache Recht hat, sprich auch Betriebsführer sein darf, und somit auch Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg/Misserfolg haben kann, welches sich dann auch auf finanzielle Situation des Betriebes auswirkt und in Folge auf seinen erwirtschafteten Gewinn. Und je nach Arbeitsprozentanteil soll auch der erwirtschaftete Gewinn prozentuell auf die die Betriebsführer aufgeteilt werden, egal ob Junior Single ist, eine Freundin oder schon eine Familie hat.
lg Sonnenblume
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Susanna am 08.11.11, 10:00
Warum soll ein potentieller Hofnachfolger, der zuhause voll am Betrieb mitarbeitet die Wirtschaftlichen Erfolge/Misserfolge seiner Eltern an seinem Lohn mittragen?
Wie du schon geschrieben hast, jeder Selbstständige (Schreiner, Zimmermann,…) muss seine Löhne und Gehälter pünktlich bezahlen, und da interessiert es seine Arbeiter/Angestellten auch nicht ob dieser dann Abstriche machen muss oder nicht.

Eben weil er potenzieller Hofnachfolger ist, Sonnenblume. Wobei ich nicht geschrieben habe, dass er die Misserfolge seiner Eltern mittragen soll oder muss. Genau so wenig wie Angestellte und Arbeiter die Misserfolge mittragen müssen. Das Gehalt muss gerechtfertigt sein und pünktlich da sein, da sind wir uns einig.

Aber wie soll der Hofnachfolger sensibilisiert werden für Bilanzen, Zahlen, Erfolge oder Misserfolge, wenn er sich nicht dafür interessiert, wo und wie das Geld herkommt, das jeden Monat auf sein Konto überwiesen wird? Oder wenn ihm die Zahlen vorenthalten werden?

Ich verlange ausdrücklich und explizit von unserem Hofnachfolger, dass er seine Nase gefälligst in die Bücher steckt und sich anschaut, wie die Zahlen aussehen, und wie er daraus resultierend den Betrieb aufbauen kann, sprich wie er langfristig planen kann.

Mir ist klar, dass sich das etwas radikal anhört, ist aber in Wirklichkeit halb so wild!  Wir kommunizieren das ganz klar auf unserem Hof, aund fahren bis jetzt sehr gut damit.

Und das Ganze hat m. E. nichts mit der Höhe des Gehalts oder der Pünktlichkeit der Bezahlung zu tun, sondern einfach damit, dass er das Management erlernen sollte. Und zwar schon bevor er das Mitspracherecht hat, das eine hängt mit dem anderen zusammen (und basiert natürlich auf einem von Vertrauen geprägten Verhältnis). Wie soll der Hofnachfolger unternehmerisches Denken entwickeln, wenn  er sein Gehalt nicht hinterfragt?
 
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Kleopatra am 08.11.11, 10:06


Aber der Einkaufskorb ist bei einer 5 köpfigen Familie grösser als bei einem Single. Wobei das vermutlich rechtlich nicht statthaft ist, Single weniger zu bezahlen. Zumal die Single auch um eine vieles höhere Steuerrechnung haben. Auf jeden Fall in der Schweiz.

Hallo Swissbäuerin,

wenn ich recht informiert bin, bekommen die wenigsten Mitarbeiter in der freien Wirtschaft automatisch mit der Eheschliessung und der Geburt ihrer Kinder eine Lohnerhöhung. Obwohl es sicher überlegenswert wäre, dass ein Familienvater dann mehr Geld bekäme, da die Mutter der Kinder als Mitverdienerin ausfällt.

Soweit mir bekannt ist, ändert sich bei Eheschliessung auf jeden Fall die Steuerklasse, der Rest ist priavt udn beruflich eher eine Frage des Verhandlungsgeschicks.

Nachdenkliche Grüße,

Anja
Eben, so meine ich das auch.
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: martina am 08.11.11, 10:13

Warum soll ein potentieller Hofnachfolger, der zuhause voll am Betrieb mitarbeitet die Wirtschaftlichen Erfolge/Misserfolge seiner Eltern an seinem Lohn mittragen?


Motivation?

Für mich sähe eine ideale Lohngestaltung zweigeteilt aus: Grundlohn - immer gleichbleibend und dann eine flexible "Prämie" wenn die Arbeit besonders gut gemacht und die "Firma" dadurch bessere Wirtschaftserfolge erzielen kann. 
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Susanna am 08.11.11, 10:19
Die Idee mit der Prämie ist wirklich sehr gut und in der freien Wirtschaft weit verbreitet, es hat sich gut bewährt. Warum nicht auch in der Landwirtschaft?
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Mucki am 08.11.11, 10:36
Warum soll ein potentieller Hofnachfolger, der zuhause voll am Betrieb mitarbeitet die Wirtschaftlichen Erfolge/Misserfolge seiner Eltern an seinem Lohn mittragen?
Wie du schon geschrieben hast, jeder Selbstständige (Schreiner, Zimmermann,…) muss seine Löhne und Gehälter pünktlich bezahlen, und da interessiert es seine Arbeiter/Angestellten auch nicht ob dieser dann Abstriche machen muss oder nicht.




Hallo,

also wen der Hofnachvolger die höhen und tiefn beim lohn mitmachen muß bin ich der meinung gehöt später beim Übergabe vertrag rein geschrieben das sich der Austrag nach dem ervolg und misservolg richten muß den der Hofnachvolger hat.Heißt im Klartext wirtschaftet er gut beckommen die alten viel ist das wirtschafts jahr schlecht beckommen sie dem entsprchend weniger.

Würdet ihr als alteteiler den auf so eien diel eingehn??
lg Mucki
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Sonnenblume2 am 08.11.11, 10:41
Aber wie soll der Hofnachfolger sensibilisiert werden für Bilanzen, Zahlen, Erfolge oder Misserfolge, wenn er sich nicht dafür interessiert, wo und wie das Geld herkommt, das jeden Monat auf sein Konto überwiesen wird? Oder wenn ihm die Zahlen vorenthalten werden?
1. ist Buchführung und Kalkulationen auch Arbeit, welche der Junior (Arbeiter, potentieller Hofnachfolger) erledigen kann, wer sagt den, dass nur die Arbeiten draußen, die seinigen sind
2. wenn er Betriebliche Mitentscheidungen treffen darf/soll, ist die Sensilisierung für Bilanz, Zahlen, ... sicher größer und interessanter



Warum soll ein potentieller Hofnachfolger, der zuhause voll am Betrieb mitarbeitet die Wirtschaftlichen Erfolge/Misserfolge seiner Eltern an seinem Lohn mittragen?


Motivation?

Für mich sähe eine ideale Lohngestaltung zweigeteilt aus: Grundlohn - immer gleichbleibend und dann eine flexible "Prämie" wenn die Arbeit besonders gut gemacht und die "Firma" dadurch bessere Wirtschaftserfolge erzielen kann. 

Ist sicher eine gute und motivierende Lösung.
Dennoch soll m. M. nach der Grundlohn die Höhe eines Arbeiterlohns haben und die Prämie soll die „Gewinnausschüttung“ wie es auch in Betrieben üblich ist, sein.

Lg Sonnenblume
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Susanna am 08.11.11, 10:52
wer sagt den, dass nur die Arbeiten draußen, die seinigen sind
2. wenn er Betriebliche Mitentscheidungen treffen darf/soll, ist die Sensilisierung für Bilanz, Zahlen, ... sicher größer und interessanter

Niemand sagt das, Sonnenblume.

Buchführung und Kalkulation sind selbstverständlich Arbeit, aber es ist ein himmelweiter Unterschied, die eigenen Bücher zu machen und die eigenen Zahlen zu kalkulieren, oder dies für ein Unternehmen zu tun, dass einen anderen Eigentümer hat. Oder dies in dem Bewusstsein zu tun, hier werde ich einmal Miteigentümer sein.

Und das betriebliche Mitentscheidungsrecht sollte natürlich immer da sein/mitenthalten sein, unabhängig davon, ob es schriftlich festgehalten wird. Aber das ist natürlich nur meine Meinung, vielleicht ist es ja anderswo anders.

Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Su am 08.11.11, 12:59
Lidlohn: Ganz klar, Lidlohn gehört abgeschafft. Ich hab auch gedacht, den gebe es gar nicht mehr.

Meiner Meinung nach muss es so sein, dass die Lohnabrechnung laufend aktuell sein muss. z.B. regelmässigen Monatslohn. Wenn beide Seiten einverstanden sind, kann ein definierter Teil des Lohnes als Darlehen des Nachfolgers an den jetzigen Inhaber stehengelassen werden. Dieses Vorgehen würde ich sehr empfehlen.

Wenn sich ein Betrieb die ordentliche Entlöhnung seines Angestellten (ob Hofnachfolger oder nicht) nicht leisten kann, dann muss entweder das zeitliche Engagement runtergefahren werden oder aber der Betrieb umstrukturiert werden.
Kurz: Wenn die Löhne nicht finanziert werden können, liegt der Fehler an der Betriebsführung. Und für diese ist der Betriebsleiter hauptverantwortlich und deshalb auch für Verluste (und Gewinne) verantwortlich. Es steht jedem Betriebsleiter frei, seinem Angestellten (ob Hofnachfolger oder nicht) bei gutem Arbeiten eine Prämie auszuschütten.
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Vöglein am 17.08.15, 17:18
hallo,
da unser sohn jetzt nach der zweijährigen technikerschule zu hause angestellt ist......laufen die
lohnverhandlungen ....

welchen lohn zahlt ihr den mitarb. hofnachfolgern ?
gerne auch per kurzmitteilung.

sohn wohnt zu hause.....essen, wohnen, heizung frei.
bringt ihr diese leistung auch in ansatz ??
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: maggie am 17.08.15, 17:26
die angaben für kost und logie (wie es in der schweiz heisst =wohnen - kommt aus dem französisches, wievieles in der schweiz) findet man bei uns beim Bauernverband oder bei der Rentenversicherung,

und unserem sohn haben wir den lohn gutgeschrieben den auch ein angestellter erhalten hätte, er bezog einfach ein Taschengeld (hat er sich selbst "geholt" im betrieb und wir haben es einfach bei seinem Konto in der Buchhaltung eingetragen (wie wir auch Rechnungen für ihn etc. über diese Konto bezahlt haben), später hat er dann ein Konto eröffnet und dann gab er mir mal wieder den auftrag wieder mal etwas zu überweisen. so wusste mutter nicht mehr so genau wofür er das Geld ausgegeben hat, aber am anfang war er eben froh, wenn er die Rechnungen nicht selbst einzahlen musste....
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Vöglein am 21.08.15, 11:25
danke schon mal für eure antworten auch per kurzmitteilung.
werde sie in der nächsten freien zeit ausführlich beantworten.

gestaltet sich schwierig um niemanden zu benachteiligen.

junior ist sehr fleissig, arbeitet viele stunden, nimmt uns schon
viel an management und aussen- und stallarbeiten ab.  :D :D :D

seine schulkollegen die jetzt in festanstellung sind werden wohl
sehr gut entlohnt. ....
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Reka1200 am 20.12.21, 19:58
Hallo zusammen,

Genau dieses Thema habe ich gesucht.
Meinen Mann arbeitet als Hofnachfolger auf dem Betrieb mit. Da wir Kinder haben und ich gerade in Elternzeit bin, ist bei uns das Geld mehr als knapp. Ich greife regelmäßig auf mein Sparkonto zurück, damit wir am Monatsende noch Essen kaufen können.
Wenn mein Mann sich bei Schulkollegen umhört ist da niemand bereit über Geld zu reden. Deswegen möchte ich mich hier umhören.

Ich würde mich über die ein oder andere private Nachricht dazu freuen. Ich möchte die Details nur ungern offen hier schreiben.

Ich danke euch und liebe Grüße
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Sternschnuppe am 21.12.21, 08:54
Hallo Reka,

was möchtest du genau wissen? Ist der Betrieb euch nicht übergeben und gehört noch den SE oder?
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Beate Mahr am 21.12.21, 11:04
Hallo

schau mal hier ...

https://www.ausbildung.de/berufe/landwirt/gehalt/

Wenn er Vollzeit arbeitet - steht ihm - rein theoretisch - der Lohn zu ... m.M.

Stellt sich die Frage : kann der Betrieb das leisten ...

Wohnt ihr mietfrei ??? dann könnte man das berücksichtigen ... z.B.


bleib gesund
Beate
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Reka1200 am 21.12.21, 13:32
Hallo,

danke für deine Antwort.
Nach den Abzügen für Sozialversicherung liegt sein Verdienst unter tausend Euro (Er ist beteiligt am Betrieb). Wir wohnen mietfrei und haben keine Energiekosten zu tragen.
Ich glaube, dass es sich der Betrieb leisten kann. Meine Schwiegereltern erhalten mehr als doppelt so viel, da sie die meisten Anteile besitzen.

Danke dir. Bleib ebenfalls gesund.
LG
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: elke am 21.12.21, 15:20
Hallo,

vielleicht könnt ihr ja eure Anteile erhöhen
Wir haben eine GbR, wobei nach der Hochzeit die Anteile an der Gbr für unseren Sohn hochgesetzt wurde.
Nur mal als Idee

LG
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Reka1200 am 21.12.21, 15:27
Hallo,

daran hab ich auch schon gedacht, aber mein Mann war da sehr zögerlich. Wenn ich sein Verhalten richtig deuten, ist sein Vater damit wohl nicht einverstanden. Aber ich werde ihn nochmal drauf ansprechen.

Danke dir. LG
Titel: Re: Welche Entlohnung für den Hofnachfolger?
Beitrag von: Lulu am 31.12.21, 11:28
Hallo Reka,

das Thema Geld ist auf den Höfen immer sehr schwierig und nicht umsonst das Streitthema Nummer 1. Ich würde dir allerdings raten, jetzt auf die Hinterfüße zu stehen und das Thema zu klären und nicht blind später im Übereifer und in der Hoffnung es wird dadurch besser den Hof blind zu übernehmen. Hat dein Mann Zugang zum Steuerberater oder halten seine Eltern die Buchhaltung unter Verschluss? Das ist elementar wichtig. Der Steuerberater kann sehr gut Auskunft geben, was sich euer Betrieb leisten kann und was nicht. Und wenn er sich zwei Generationen nicht leisten kann, dann muss man schauen woran es liegt und wie man das ändern kann oder ob das wirklich die Zukunft für euch ist. So bitter das klingen mag.

Es gibt natürlich zwei Möglichkeiten. Entweder steht der Betrieb gar nicht so gut da und kann nicht mehr zahlen oder die Eltern sehen es eigentlich nicht ein, das man privat mehr ausgibt und das Kapital lieber im Betrieb beläßt. Wenn du sagst, die Eltern bekommen das doppelte, weil ihre Anteile höher sind, dann wäre ich vorsichtig ob es nicht um was anderes geht. Oder wissen die vielleicht gar nicht, was bei euch finanziell los ist?

Es kann jedenfalls nicht sein, das es am Ende des Monats knapp wird und du deine Ersparnisse angreifen musst, wenn dein Mann Vollzeit im Betrieb arbeitet. Trotz Mietfreiheit, die man natürlich berücksichtigen muss.

Als ich auf einen ziemlich großen Vollerwerbsbetrieb eingeheiratet habe vor über 20 Jahren, haben meine Schwiegereltern auch gemeint, der Sohn bekommt ja mal den Hof, da braucht der doch keinen Lohn. Wir haben zwar auch mietfrei gewohnt, aber haben die ersten Jahren rein vom Kindergeld und Geldgeschenken von meinen Eltern leben müssen. Um mich nur ja anzupassen ging es am Anfang soweit, das ich die Klamotten für die Kinder bei der Caritas geholt habe.
Mein Hochzeitskleid habe ich von ebay ersteigert. Unser Auto wurde von meinen Ersparnissen finanziert. Es war die ersten Jahre schlimm.
So schlimm, bis ich der ganzen Familie gesagt habe, ich gehe jetzt aufs Sozialamt und verlange Unterhalt von meinem Mann für die Kinder. Er arbeitet den ganzen Tag und bringt aber kein Geld nach Hause. Das geht nicht. Oh Gott, was gab das für ein Geschrei. Mein Mann und ich waren fast soweit auseinander zu laufen, alle
waren total auf Hass und entsetzt. Aber ich konnte nicht mehr. Ewig dieses Geld dreimal umdrehen und dann zugucken müssen, wie die Traktoren immer mehr und größer wurden, ging einfach nicht mehr.

Mein Mann und ich sind dann zu einer Landwirtschaftlichen Beratungsstelle. Die haben aufgeräumt bei uns, im warsten Sinne des Wortes. Meinem Mann die Augen geöffnet, Verantwortung für Frau und Kinder zu übernehmen. Es war ein harter Weg und nicht einfach. Aber ich wäre untergegangen damals und bin noch heute dankbar für diese Anlaufstelle.

Heute bezahlt mein Haupteinkommen zwei Generationen, Karma läßt grüßen. Aber ich bin jetzt im Reinen mit unserem Weg.

Erspare dir viel Leid und klärt das Thema Geld vor der Hofübergabe.

Ich wünsche euch gutes Gelingen.
Gruß
Lulu