Bäuerinnentreff

Forum Mensch und Gesundheit => Gesundheit => Gesundheitswesen => Thema gestartet von: reserl am 21.01.08, 23:17

Titel: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: reserl am 21.01.08, 23:17

Hat jemand von euch eine Patientenverfügung gemacht?
Wo und wie habt ihr euch darüber informiert?

Hier im Forum gibt es eine "alte" Box:  Vorsorgevollmacht mit Patientenverfügung  (http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=3223.0)

Nachdem das aber zwei verschiedene Sachen sind, möchte ich das nun aufteilen.
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: Margret am 22.01.08, 09:44
Wir tun uns bisher noch schwer damit.
Es ist nicht einfach,  sich entspr. Situationen für sich und den Partner vorzustellen, wo über  wertes und unwertes Leben entschieden werden soll.
Ich trau es mir nicht mal recht für mich selber zu,  nun pauschal zu sagen,  was ich ggf. möchte und was nicht mehr.

Allerdings ist es für den  Angehörigen unvergleichlich einfacher,  wenn eine Patientenverfügung des Kranken vorliegt,  die er in guten Tagen gemacht hat.
Daran kann man sich dann vermutlich schon festhalten  und hadert dann weniger.
Man kann dadurch  eher das Gefühl und die Gewissheit und Beruhigung haben, das zu tun,  was der Partner/Angehörige gewollt hätte.
Sonst muss man event. enorm leiden unter der Entscheidung z.B. bestimmte Maßnahmen einzustellen und dadurch den Tod des Patienten herbeizuführen.   Oder im Gegensatz  den Patienten nicht  "gehen zu lassen".  :'(

Hat jemand von euch den Film  "Entscheidungen"  gestern abend in der ARD  gesehen ?  Es ging um Wachkoma-Patienten.
Da ging es um genau diese Thematik.    Der Film und die Schicksale haben uns sehr berührt.  :'(

Es kann sein, dass wir dadurch vollends die Kurve bekommen,  eine Patientenverfügung zu machen.  Mal sehn.

Margret
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: kueken am 22.01.08, 10:02
Ich habs gesehen und fande es sehr sehr mutig und toll, dass die eine kämpft um die Ernährung ab zu stellne.

Lg küken
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: pauline971 am 22.01.08, 10:28
Hallo, mein Mann hat gestern abend die Sendung gesehen und ich hab immer mal mit hingeschaut. Es hat uns zu dem Entschluß verholfen, eine Patientenverfügung zu machen. Wir müssen uns nur erst mal informieren, wo man das macht, was wichtig ist... usw.
Gruß Pauline
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: Margret am 22.01.08, 11:10
Hallo Pauline,

am geschicktesten lasst ihr euch beim Notar beraten  und macht es auch dort.

Margret
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: Luetten am 22.01.08, 12:48
Wir haben eine Patientenverfügung mit im Testament und auch eine gegenseitige Betreuungsvollmacht, hat uns unser Notar dringend zu geraten!
LG Petra
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: pauline971 am 22.01.08, 12:50
Hey Margret, das ist ne gute Idee. Da wollen wir eh mal hin und uns beraten lassen wegen einem Testament. Bei uns ist es so, wir haben keine Kinder - keine Ahnung ob der Storch noch welche einfliegen läßt  ;D. Man soll ja nicht schwarz sehen, aber es passiert nicht immer den anderen was. Was ist, wenn wir beide ums Leben kommen? Ist bei einem Verkehrsunfall in unserer Nähe passiert. Beide Ehepartner tot. Wer soll dann unser schönes Anwesen erben? Meine Eltern sind schon alt (75 und 80). Meine Schwester vielleicht, mit der ich nicht mehr rede? Deren Kinder haben beide selbst ein Haus bzw. erben das Haus der Eltern. Das eine Kind ist mein Patenkind. Aber der hat ja das Haus der Eltern. Also was dann? Mein Mann hat keine Geschwister. Verwandte gibt es schon, also Cousin, Kinder von ihm usw. Wir haben beschlossen ein Testament zu machen und im Todesfalle alles meinem Bruder zu vererben. Das muß geregelt werden. Und da können wir gleich wg. Patientenverfügung fragen. Danke für den Tip.
Gruß
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: reserl am 22.01.08, 12:58

Beim Internetauftritt des Justizministeriums Bayern gibt es zum Thema
eine ausführliche Broschüre zum Downloaden:

Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter  (http://www.justiz.bayern.de/imperia/md/content/stmj_internet/buergerservice/broschueren/vorsorge_sept2005.pdf).

Von den Seiten 29-32 kann man sich das Formular zu einer Patientenverfügung ausdrucken lassen.
Uns wurde gestern gesagt, dass es notwendig ist, so eine Patientenverfügung immer aktuell zu halten, also etwa jährlich den Inhalt mit Datum und Unterschrift neu zu bestätigen.
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: reserl am 18.06.09, 23:00

*schubs*

Nach jahrelanger Debatte hat der Bundestag eine gesetzliche Regelung zu Patientenverfügungen verabschiedet.
Sie haben in Deutschland künftig hohe rechtliche Verbindlichkeit und müssen unabhängig von Art und Stadium einer Erkrankung beachtet werden

Quelle: www.heute.de
 Neues Gesetz stärkt Patientenwillen (http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/1/0,3672,7596097,00.html)


Habt Ihr euch schon mit dem Thema Patientenverfügung auseinandergesetzt?
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: Peppels am 19.06.09, 11:14
Hallo,
nach der langen Krankheit meines Mannes und dem damit verbundenen
"Schriftkram" - von heute auf morgen mußte ich die Versorgungsvollmacht
für meinen kranken Mann übernehmen- habe ich eine Patientenverfügung.

Ich habe die Vordrucke von meinem Hausarzt bekommen und wir haben sie zusammen
ausgefertigt - das war sehr hilfreich.
Auf jeden Fall sollte die Verfügung jedes Jahr aktualisiert werden ( war auch Tipp meines Doc!)

Hoffentlich werden jetzt die "Wünsche" der Patienten ernst genommen!

Peppels
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: passivM am 21.10.09, 22:36
Ich hab' mir gerade 2 Formulare runtergeladen,
das erste von der Bundesärztekammer,
das zweite von der Evangelischen Kirche Deutschland.

Von dem zweiten hab' ich mir gerade ab Seite 28 die letzen Seiten ausgedruckt. Den Rest hab' zum Lesen auf meinem Rechner. Und in den nächsten Tagen werde ich das mal gaaaanz in Ruhe durcharbeiten.

Hier sind die Links zu den Seiten, die ich meine:
Von der Bundesärztekammer:     http://www.bmj.bund.de/files/fe36f17641ff04213f1354ba965b65b5/3821/Patientenverfuegung_Textbausteine_August%202009.pdf
und von der Evangelischen Kirche:   http://www.ekd.de/download/patientenverfuegung_formular.pdf

...beides als pdf-Datei.


Äääh, Nachtrag: Es geht um die Patientenverfügung.
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: Margret am 13.05.10, 14:36
In der aktuellen Mai-Ausgabe  der Tog Agrar  5/2010 ist ein m.E. sehr umfassend und gut geschriebener Beitrag über das Thema  Patientenverfügung  (S. 142 ff. "Der vorletzte Wille").
Es werden die verschiedensten Aspekte betrachtet und beleuchtet.
Wichtig zu lesen  für die, die Zugang haben.

Margret
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: frankenpower41 am 14.05.10, 10:55
Hallo

Das ist ein Thema, dass mich schon stark beschäftigt.
Ich war vor ein paar Jahren mal auf Vortrag von einem Notar  (kann sein, dass Rechtslage inzwischen anders ist).
Das Problem ist wohl, dass aucn Ärzte nicht immer abschätzen können, wie es verläuft. Mir fallen da immer die Fälle von "Hirnbluten" ein.  Wir hatten in der Verwandtschaft einen Fall, da lag die junge Frau mind. 6 Wochen im Koma, man hat wirklich gehofft, dass sie sterben darf, denn die Prognosen sahen nach wirklich totalen Pflegefall aus. Man  hatte schon mit ihren Eltern über weitere Vorgehensweise gesprochen.  Jedenfalls ist die aufgewacht und hatte rein gar nichts. Die Ärzte im Nürnberger Südklinikum sprachen schon von Wunder.  Sie hat mal zu mir gesagt, dass sie sich auf Reha (musste sie hin wegen evtl. Spätfolgen aus Versicherungsgründen), total fehl am Platze vorkam.
Die ist mittlerweilen verheiratet und hat 2 Kinder. Das liegt jetzt schon über 10 Jahre zurück.

Die Entscheidung ist jedenfalls trotz Patientenverfügung für niemanden leicht.  Bei alten Menschen siehts vielleicht anders aus, ist aber trotzdem sicher nicht leicht.)
Den o.g. Fall hab ich meiner Nachbarin in den letzten Monaten schon öfters erzählt.  Deren Schwiegertochter hatte dasselbe.  Seit Oktober jetzt ständiges auf und ab. Sie wurde kürzlich 38. Dieser Tage haben sie gesagt, vielleicht wirds doch wieder einigermaßen. (ist im Kopf klar). Mittlerweilen wurden sie schon 4 mal in Klinik gerufen, weil es zu Ende geht.  Da denk ich immer, dass das letzte Wort doch unser Herrgott hat.

Marianne
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: Margret am 14.05.10, 11:48
Marianne,
ja,
die Rechtslage hat sich  ein wenig geändert, ich glaub im letzten Jahr.
Der Patient hat nun mehr das Sagen, was er möchte und daran soll sich gehalten werden.
Er kann formulieren, was er will und nciht will.
Was  selbstverständlich die Formulierung nicht einfacher macht, im Gegenteil !

Aber eben diese Vor- und Nachteiel belecutet der Beitrag in Top Agrar 5/2010 sehr umfassend.

Margret
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: Baeuerin am 14.05.10, 14:17
Ich finde auch, dass es ein Absolutes MUSS ist, eine Patientenverfügung zu haben. Hier zwei Extreme:
Bei uns im Dorf hatte ein Bauern-Junggeselle plötzliches Hirnbluten. Hing fast 1 1/2 Jahre an Maschinen und niemand konnte und durfte sie abstellen. Lag in einer Spezialklinik in Braunfels, die nur viel Geld gekostet hat. Hoffnung auf Besserung gab es keine.
Und was war das Ende vom Lied. Ein großer Teil seines Hofes, Hab- und Gut sind draufgegangen. Natürlich auch keine
Erbsachen gemacht. Gar nichts! Schade.

Neben uns wohnt auch ein alter Junggeselle von mittlerweilen 80 Jahren. Den habe ich vor 2 Jahren überredet, dass er eine PV macht. Hat er inzwischen getan. Alle Nachbarn wissen Bescheid und es gibt eine Person, die im Fall X eingreifen kann.
Habe ihm auch die Erneuerungen vom letzten Jahr gegeben. Damit er sich mit der Rechtslage auskennt und seine Patientenverfügung nochmals neu formuliert. So kann er selbst mitentscheiden, was er will und was nicht.
Fand ich gut. Aber es ist keine leichte Entscheidung!!
Margit
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: Zotti am 15.05.10, 22:18
Hallo
Hatten jetzt erst den Fall:
Bei unserem Vater wuchs der alte Hirntumor schlagartig und blockierte das Schlucksystem. Er bekam den Ernährungsschlauch durch die Nase, den er nicht wollte und ihn sich selbst herausgezogen hatte. Er hatte mit dem Hausarzt vor einigen Jahren eine Patientenverfügung gemacht. Diese wurde auf unseren Wunsch sofort ins Krankenhaus gefaxt.
Zwei Kinder, die dort eingetragen waren, gingen sofort ins Krankenhaus und erklärten den Ärzten, daß sie, da es nur noch ein Hinauszögern ist, keine lebensverlängerten Maßnahmen wollten, und dies Papa ja durch sein Herausziehen signalisiert hat. Bestanden aber auf Schmerztherapie und Flüssigkeitsversorgung. Da alle 5 Kinder und die Ehefrau einer Meinung waren, wurde das vom Krankenhaus akzeptiert.
Klar, die Entscheidung war nicht einfach für die Angehörigen, aber für Papa war es das Beste und so mußte er nicht lange dahinsiechen, sondern konnte, wie er es wünschte, in Ruhe einschlafen.
Werde mit meinem Neffen sprechen, ob er bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen und dann beim Hausarzt auch so eine Patientenverfügung machen.
Gruß Zotti
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: LunaR am 04.11.10, 19:09
Ein sehr lesenswerter Artikel zum Thema Vorsorgevolllmacht und Patientenverfügung steht in der aktuellen Chrismon http://www.chrismon.de/6930.php (http://www.chrismon.de/6930.php).

Außerdem kam heute ein interessanter Beitrag im Deutschlandfunk über eine Online-Vorsorgevollmacht, da heute ein großer Teil des sozialen und wirtschaftlichen Lebens im www stattfindet.

Luna
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: geli.G am 04.11.10, 20:34
Ein sehr lesenswerter Artikel zum Thema Vorsorgevolllmacht und Patientenverfügung steht in der aktuellen Chrismon http://www.chrismon.de/6930.php (http://www.chrismon.de/6930.php).


Luna, das ist wirklich lesenswert.  Ich befasse mich schon lange mit diesem Thema. Es ist wirklich nicht einfach hier das Richtige zu tun.

Zur Vorsorgevollmacht. Wer Grund und Boden hat....wie wir Bauern halt ;)...der muss seine Vorsorgevollmacht beim Notar beglaubigen lassen. Ansonsten gilt es nicht und das kann sehr schwerwiegende Folgen für den Betrieb haben.
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: peppels24 am 05.11.10, 07:47
Hallo,
kannst Du das bitte näher erläutern? Warum gilt eine Vorsorgevollmacht bei Bauern nur notariell beglaubigt? Oder nur in bestimmten Fällen? Vielleicht stehe ich auch gerade auf dem Schlauch, weil ich mich mit dem Thema in der Richtung noch nicht auseinander gesetzt habe.
Danke
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: geli.G am 10.11.10, 08:27
Hallo,
kannst Du das bitte näher erläutern? Warum gilt eine Vorsorgevollmacht bei Bauern nur notariell beglaubigt? Oder nur in bestimmten Fällen? Vielleicht stehe ich auch gerade auf dem Schlauch, weil ich mich mit dem Thema in der Richtung noch nicht auseinander gesetzt habe.
Danke


Hallo Peppels,

wenn einer von uns nicht mehr unterschreiben könnte z.B. Koma, Wachkoma o.a. kann der andere nix mehr unternehmen d.h. es kann kein Grund mehr verkauft oder gekauft werden, nicht mal die Übergabe könnte erfolgen. Aus diesem Grund sollte man eine Vorsorgevollmacht beim Notar beglaubigen lassen.
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: goldbach am 10.11.10, 09:47
Vor ein paar Wochen war ich bei einem Vortrag einer Rechtsanwältin, die über Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten sprach. Sie meinte, eine sehr gute Broschüre gibt es von der Bayer. Staatsregierung. Ich hab dann gegoogelt und mir die Broschüre über den Buchhandel bestellt. Gibt' s aber auch als download:
Bayer Landesportal - Service - Broschüren bestellen - Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter. 
Grüße von goldbach
Titel: Re: Patientenverfügung!?
Beitrag von: geli.G am 10.11.10, 16:38
vorsicht, das stimmt so nicht!

eine vorsorgevollmacht, die auch grundstücksgeschäfte miteinschließen soll, muss notariell beurkundet werden, also die ganze vorsorgevollmacht ist eine urkunde. das ist ein wesentlicher unterschied zur notariellen beglaubigung, bei der der notar nur die richtigkeit der unterschrift beglaubigt, ganz unabhängig vom inhalt des schriftstücks.


Danke Lucia, ich mein das gleiche wie du, hab es nur falsch geschrieben. Wir haben jetzt das Muster vom Notar vorliegen.....brauchen nur noch einen Termin..... ;)
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: geli.G am 21.08.12, 09:21
Wie wichtig findet ihr eine Patientenverfügung für Euch selber? 8)

Das Thema gibt´s schon lange hier im Forum und da wurde auch schon viel darüber geschrieben... ;)
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: LunaR am 21.08.12, 12:53
Sicher ist es gut, eine Patientenverfügung zu haben, aber leider ist man damit nicht unbedingt auf der sicheren Seite  >:(. Es ist nicht selbstverständlich, dass die Ärzte sich auch  tatsächlich daran halten.

Luna
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: doretchen am 22.08.12, 19:01
Ich habe eine Patientenverfügung, eine notarielle. Die Rechtslage ist so, dass die Ärzte sich daran halten müssen. Man kann auf Nummer sicher gehen und rein schreiben, dass man den Betruer ermächtigt, die Ärzte auf Körperverletzung zu verklagen, wenn sie sich nicht daran halten.
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: LunaR am 22.08.12, 19:02
Doretchen, hast du in deiner Patientenverfügung auch gleich einen Betreuer benannt?

Luna
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: doretchen am 24.08.12, 10:29
Lunar, habe ich, ohne ist sie das Papier nicht wert, wo sie draufsteht.
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: Gislinde am 25.10.12, 13:09
Am 23.10. habe ich im NDR Panorama die Sendung:
Panorama 3 Nr.8 vom 23.10.2012
Betreuung: Wenn ein Fremder das Leben bestimmt
zufällig angesehen, (als PDF nachzulesen)
da gibt es doch einen Fall wo ein gesetzlicher Betreuer den Hof verkaufen will, obwohl der Sohn diesen in Pacht hat und für die Kosten des Vaters aufkommen will.
So was ist doch ein Horror, wenn die Gerichte und fremde Personen über die Zukunft einer Familie, bzw. eines Hofes, evt. Haus bestimmen können.

Wir haben den Hof zwar schon übergeben, aber mein Mann hatte schon in früheren Jahren ein notarielles Testament erstellt, da wir nur gesetzlichen Güterstand haben, dass ich Vorerbin bin und der Hof an die Kinder weitervererbt wird. Aber hätte das für einen Pflegefall ausgereicht?
Nun sind wir dran, uns gegenseitige Vollmachten, also Patientenverfügung und Betreuung auszustellen und auch unsere Kinder dazu mit einzubinden.

Ich sehe gerade bei einem 90 jährigem Onkel Probleme, nach einem Schlaganfall bekam er erst eine richterlich angeordnete Fremdbetreuung, (kostete 700 Euro für ein paar Wochen), konnte seinen besten Freund dann einsetzen lassen,sein Sohn ist  Ersatzbetreuer, er will diesen nun nicht mehr vertrauen. Der Onkel hatte sowieso schon einen schwierigen Charakter, hat nun einen Rechtsanwalt eingeschaltet, dieser soll auch seinen Sohn durch einen neuen Betreuer ersetzen und seine "Entmündigung" aufheben. Da weiß ich nicht was nun rauskommt, ich besuche ihn im Pflegeheim, aber er will von seinen eigenen Kindern sich nichts sagen oder helfen lassen. Er hatte die letzten 30 Jahre sowieso schon alleine in seinem Haus gelebt mit wenig Kontakt zu seinen  2 Kindern.

 
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: Margret am 30.05.13, 17:20
Durch verschiedene Krankheits-Fälle im weiteren Umfeld  und nach einem Infoabend vor einigen Monaten   stehe ich nun vor der Aufgabe,  eine sinnvolle Patientenverfügung zu erstellen.

Für mich selber möchte ich unbedingt eine.  
Für meine direkte Familie soll es möglichst auch welche geben (ich sehe eine Patientenverfügung als Liebesdienst an den Angehörigen !).

Dann habe ich auch das Gefühl, es wäre sehr wichtig, den Eltern und Schwiegereltern Hilfe dazu zu geben. Da liegt mein Problem.

Die Texte der Vordrucke (z.b. im Internet oder der u.g. Initiative) sind juristisch stichfest formuliert und so für  "Normalbürger", die nicht so Lust auf das Thema haben, nicht ganz einfach zu verstehen.

Am besten wäre vielleicht ein zentraler Beratungs-Termin beim Notar, nach dem sich jeder für sich  dann entscheiden kann.  
Ich weiß, dass der Notar nicht zwingend notwendig ist dafür.  
Mir ginge es nur ums Erklären.  Aber bei uns sind die Notariate extrem unterbesetzt, das wird dauern...

Andere Seiten empfehlen dringend das Arztgespräch.  Hat das jemand von euch mit dem Arzt besprochen ?

Der Vortrag, den ich bei den Landfrauen besucht habe, war von einer Senioreninitiative, die aber ein Stück weg ihren Sitz hat.
Der Referent betonte,  dass man keinesfalls jemanden überreden könne/solle dazu.

Welche Erfahrungen habt ihr damit,  gerade im Überzeugen der Eltern-Generation - ohne diese über den Tisch zu ziehen  bzw. ihnen ein ungutes Gefühl zu geben ?

Ich weiß noch nicht so recht, wie ich ihnen alle erforderlichen Informationen geben kann, ohne sie zu überfordern oder bedrängen.
Fände es aber schon sehr wichtig,  dass sie sich bewusst sind,  dass dies ihre Möglichkeit der Selbstbestimmung ist.

Wie habt ihr es hingekriegt ?

Margret




Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: rosy am 30.05.13, 18:26
Mein Vater hat schon länger eine Verfügung gemacht, was für uns Kinder schon eine Erleichterung ist.
Er hat sogar schon den Ablauf der Beerdignung für beide aufgschrieben. Das war zuerst etwas seltsam, aber wir sind froh darüber.
SM hatte auch Krebs, wenn sie nur "leicht" darauf angesprochen wurde wie,was sie sich vorstelle wenn sie ncht mehr gut selber urtrteilen könne... Hat sie nur gesagt: Ihr (die Kinder ) macht das dann schon gut... ::) So mussten sie sich dann eineigen was sie wohl gewollt hätte....

Aber auch diese Einstellung muss man akzeptieren, zu etwas  zwingen kann niemand..

Wir (46, 52 J) sollten uns ja eigentlich auch damit auseinandersetzen...


Schönen Abend noch


 
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: SuHe am 30.05.13, 20:32
hallo,

eine Vorsorgevollmacht ist noch wichtiger als eine Patientenverfügung und beinhaltet im Grunde die Patientenverfügung, sofern man sich dazu nicht durchringen kann.

das ist "nur" meine Meinung.

Gruß
SuHe
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: Margret am 30.05.13, 20:35
Danke, SuHe,

das haben wir alle zum Glück schon viele Jahre. Auch die Senioren.
Aber m.W.  enthält diese ja nichts Ausreichendes zum  konkreteren Thema, wie man sich die letzte Lebenszeit vorstellt.

Margret
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: gammi am 30.05.13, 22:32
hallo,

eine Vorsorgevollmacht ist noch wichtiger als eine Patientenverfügung und beinhaltet im Grunde die Patientenverfügung, sofern man sich dazu nicht durchringen kann.

das ist "nur" meine Meinung.

Gruß
SuHe

Das stimmt nur bedingt. Die Vorsorgevollmacht berechtigt z.b. nicht um über lebenserhaltende Maßnahmen zu entscheiden. Dazu muss dann erst das Vormundschaftsgericht gefragt werden.
Deshalb braucht es zusätzlich die Patientenverfügung in der der Patient sagt, was sein Wunsch ist.

Die Frage nach der Patientenverfügung war das erste als wir für Schwiegermutter den Notarzt brauchten. Sie war da aber noch selber in der Lage zu sagen was sie will. Ein paar Stunden später wäre sie nicht mehr dazu fähig gewesen.
Ich hatte zwar schon etwas vorbereitet, aber sie konnte am Schluß kaum mehr schreiben und hat jedes mal wenn ich sie darauf angesprochen habe auf später verschoben.
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: Maria am 12.02.15, 10:30
Hallo, ich muss mal dieses Thema aus der Versenkung holen.
Kann mir jemand sagen ob eine Patientenverfügung reicht, oder brauch man noch zusätzlich eine Vorsorgevollmacht braucht.
Es geht um eine 92 jährige Person die im Kopf noch fit ist.

Danke
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: LunaR am 12.02.15, 12:51
Hallo,

wir können derzeit bei SM sehen, dass auch mit Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht nicht alles so ganz einfach ist. Es war alles gut zusammen und geregelt, dachte mein Mann, und dann machte erst mal die Bank Probleme. Das hat sich jetzt aber beruhigt. Zumindest führen sie die überweisungen aus, die mein Mann dort in den Briefkasten wirft. Aus meiner Sicht ungünstig war/ist auch, dass Gögas Schwester ebenso eine Vollmacht hat. Sie wohnt aber über 200 Km entfernt und kümmert sich kaum  ::) :-X. Erst hatte es mein Mann so drauf, dass er sich dauernd sich mit seiner Schwester abstimmen wollte. Jetzt hat er wohl begriffen, dass das nutzlos ist und macht die Sachen alleine.

Nicht zu unterschätzen sind auch die Entscheidungen, die derjenige treffen muss, der die Vorsorgevollmacht bekommt. Hier ist es jetzt so, dass mein Mann bevollmächtigt ist. Es klingt so einfach, wenn in der Patientenverfügung drin steht, dass man keine lebensverlängernden Maßnahmen möchte, aber wo ist da die Grenze? Es geht ja dann auch wieder um Lebensqualität. Den Tropf kann niemand verweigern, da hieße, den Patienten verhungern und verdursten zu lassen. Bei SM (sie ist 90) stand neulich OP an weil ein Tumor auf dem Harnleiter den Abfluss verhinderte. Die OP ablehnen hieße, zuzulassen, dass es zum Nierenveragen kommt und sie vergiftet würde. Teilweise ist sie desorientiert, dann aber auch wieder den Umständen entsprechend einigermaßen gut drauf.

Eine andere Sache ist, dass sie dann immer aufstehen will und aus dem Bett klettert. 4 oder 5 mal musste sie schon vorsorglich zur Untersuchung ins Krankenhaus, weil sie gestürzt war. Nun muss doch überlegt werden, ob sie angeschnallt wird, wenn sie allein ist. Darüber entscheidet aber ein Richter. Das sind alles so Überlegungen, die für den Bevollmächtigten nicht einfach sind und manche möchte man vielleicht am liebsten auch nicht treffen müssen.

LG
Luna

Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: gatterl am 12.02.15, 12:55
Hallo, ich muss mal dieses Thema aus der Versenkung holen.
Kann mir jemand sagen ob eine Patientenverfügung reicht, oder brauch man noch zusätzlich eine Vorsorgevollmacht braucht.
Es geht um eine 92 jährige Person die im Kopf noch fit ist.

Danke
Wie Lucia sagt, ist die Vorsorgevollmacht eindeutiger...glaub ich...
Ich habe ( hatte ) es für beide Elternteile. Als meine Mutter, die sehr lange geistig fit war, dann doch sowas wie eine Alterspsychose/ Demenz bekam, hatte ich keine Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen ( ausser den Moralischen, aber das ist eine andere Geschichte. )
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: Mattea am 12.02.15, 13:04
Vorsorgevollmacht und Pateintenverfügung sind sehr wichtig.

Die Banken wollen aber eine eigene Vollmacht bei ihnen direkt hinterlegt haben, die akzeptieren die Vorsorgevollmacht alleine nicht.

Also bei den Banken ebensfalls vorstellig werden, solange man das geistig noch kann.

Diese Vollmachten sollten aber auch andere in jüngeren Jahren schon machen, wie schnell ist etwas passiert, ein Unfall, ein Schlaganfall usw, wo man dann nicht mehr selbst handeln kann. Das ist keine Angelegentheit die erst im hohen Alter wichtig ist.
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: Mattea am 12.02.15, 13:07
Hier hab hier einen betagten Altenteiler mit fast 90, der überzeugt ist da nichts tun zu müssen. Klar geistig noch fit, das dies sich auch ändern könnte wird ausgeblendet. Das ist schon eine Belastung für die direkten Angehörigen.
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: Mathilde am 12.02.15, 13:29
Vorsorgevollmacht und Pateintenverfügung sind sehr wichtig.
Die Banken wollen aber eine eigene Vollmacht bei ihnen direkt hinterlegt haben, die akzeptieren die Vorsorgevollmacht alleine nicht.

Hallo,

so haben wir das auch gemacht. Bei uns haben mit uns noch zwei unserer erwachsenen Kinder eine Kontovollmacht bei der Bank. Nicht auszudenken was betrieblich alles nicht mehr laufen würde wenn mein Mann und ich miteinander weite Strecken fahren und es würde was passieren. Das muss noch lange nicht der Tod sein oder Koma...nicht mal eine Dieselrechnung könnte dann bezahlt werden.
Bei der Patientenverfügung haben wir uns gegenseitig eingesetzt und jeweils ein erwachsenes Kind dazugenommen.
LG Mathilde
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: gammi am 13.02.15, 16:47
Bei der Vorsorgevollmacht gibt es auch verschiedene "Ausführungen". Auch wenn es etwas kostet, denke ich ist eine notarielle Beratung und Beurkundung sicher empfehlenswert.

Und etwas was auch ganz wichtig ist.........dass man darauf achten sollte, dass alle Vollmachten auch über den Tod hinaus gelten. Das vereinfacht hinterher vieles.

Luna, die Entscheidung mit den lebenrettenden oder -verlängernden Massnahmen ist mit Sicherheit die am schwersten zu treffende. Das waren für mich auch die schwierigsten Entscheidungen.
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: Mathilde am 28.04.15, 21:09
Hallo,

ich kann Euch nur empfehlen sofort so etwas zu machen. Ich habe heute von meiner Vollmacht Gebrauch gemacht und das hat mich einige Nerven gekostet.
War nur froh dass wir das mal bei einer anstehenden OP gemacht haben. Der BT mit seinen Links ist eben doch zu vielem gut.

LG Mathilde
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: Wiese am 21.10.16, 13:20
Danke Nicole für den Link.

Werd meine Patientenverfügung ein bißchen umschreiben müssen.
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: Mathilde am 21.10.16, 15:31
Hallo,

danke für den schubs hier denn unsere müssen geändert werden Auch sollte mal eine richtige Vollmacht beim Notar gemacht werden

Das hier vom Justizministerium ist auch ganz brauchbar https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Patientenverfuegung.pdf?__blob=publicationFile&v=11

LG Mathilde
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: goldbach am 08.03.17, 13:41
@Daggl: wie wahr!
Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Mitmenschen von Vollmachten gebrauch machen. Egal um was es geht.
Wenn mein Mann und ich uns nicht gegenseitig abgesichert hätten, egal um was es sich alles handelte, wäre ich nach seinem Tod pleite gewesen!
Wir hatten kein gemeinsames Konto, aber jeder vom anderen eine Kontovollmacht.
Unser Erbvertrag hat mich vor der Pleite bewahrt; er hatte 3 erwachsene Kinder. Mehr schreib ich nicht dazu.
Innerhalb kurzer Zeit nach seinem Tod habe ich meiner Freundin eine Kontovollmacht unterschreiben lassen, damit im Falle des Falles, sie an mein Konto kann. Im Krankheitsfall und im Todesfall.
Alles andere habe ich mit einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung in trockene Tücher gebracht.
In der Hoffnung, dass diese nicht so schnell benötigt werden!
Vom Hof habe ich schon sehr lange eine Generalvollmacht bei der Bank.
Eine handgeschriebene Vollmacht "für alles" wurde erst kürzlich in eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
umgewandelt. Die anerkannten Broschüren gibt es im Buchhandel zu kaufen; ich meine sie kosten ca. € 15.--
Es geht nur noch um's ausfüllen und unterschreiben!
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: gammi am 08.03.17, 16:06
Vor der Unterschrift haben halt viele alte Leute Angst. Für viele ist es schwer verständlich, dass das keine Entmündigung ist, sondern eine Vorsichtsmassnahme.

Andere Frage, wer zahlt denn diese Rechnungen, wenn derjenige z.B.  keine Angehörigen hat?
Titel: Re: Die Patientenverfügung und ihre ....
Beitrag von: Mathilde am 11.06.18, 16:16
Hallo,

ich will mal wieder ein bisschen schubsen.
Das hier habe ich gerade mal wieder im Internet gefunden:
https://www.test.de/Vorsorge-Set-Formulare-zum-Download-5258827-0/?mc=kurzurl.vorsorgeformulare-pdf

LG Mathilde