Bäuerinnentreff

Familie und Co. => Familienbande => Generationsprobleme => Thema gestartet von: Daggi am 05.08.02, 19:35

Titel: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Daggi am 05.08.02, 19:35
Hallo
Beobachtet ihr auch wie eure Eltern sich mit zunehmendem Alter verändern?
Früher konnte ich mich gut mit meiner Mutter unterhalten(sie kommt nicht aus Landwirtschaft).
Sie interessierte sich für alles.
Heute hört sie mir garnicht mehr zu, alles dreht sich nur um ihre "kleine" Welt.
Mein Vater war Vollbluthandwerker , heute nimmt er sich manchmal wenn er zu Besuch kommt und alle sitzen zusammen die Frensehzeitschrift und blättert darin rum, anstatt sich am Gespräch zu beteiligen.
Ich vermisse meine Eltern, so wie sie früher waren :-/
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: blackscreen am 06.08.02, 17:07
Hallo zusammen,
es ist manchmal schon traurig, wenn man sieht wie die Eltern älter werden. Sie sind nicht mehr so agil und fit wie früher, Krankheiten stellen sich ein oder sie werden vergesslich. Manchmal können sie einen aber noch ziemlich erstaunen. Als mein Vater vor einem Jahr starb, haben wir alle gedacht, dass meine Mutter daran zerbricht. Aber das Gegenteil ist der Fall. Sie hat ihr Leben schnell wieder in die Hand genommen. Sie hat ihre Arbeit, kümmert sich um Schwiegermuttern, das Haus, den Garten und unseren Hund. Außerdem ist sie noch Vorsitzende im Schwimmverein und kümmert sich um das Training und organisiert Veranstaltungen. Vieles regt sie heute sicher viel schneller auf als früher, aber wenn wir ihr das sagen, kommt sie auch schnell wieder runter. Ich habe auch den eindruck, dass sie bestimmten Sachen gegenüber nicht mehr so tolerant ist wie früher. Aber ich denke das kann ich akzeptieren. Schließlich kann ich mich immer noch super mit ihr unterhalten und wir haben viel Spaß zusammen. Wenn sie mal was vergisst, wird sie eben noch mal erinnert. Ich denke wirklich schlimm ist es für diejenigen, wo die Eltern pflegebedürftig werden. Da wüsste ich nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ich kam mir schon sehr hilflos vor, als mein Vater nach seinem Herzinfarkt an viele Geräte angeschlossen, im Krankenhaus lag. Da merkt man dann erst wie die Zeit vergeht. Er war einfach nicht mehr der starke Papa, der alles machen konnte und sämtliche Schwierigkeiten beseitigt hat. Wie geht ihr mit solchen Situationen um?
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: regi am 07.08.02, 16:50
Meine Eltern sind noch jung und rüstig, 62/63, bei mir sind es die Omas, die älter werden. Ich schätze es, junge Eltern zu haben, auch unsere Kinder, 15/17, profitier(t)en davon. Vor allem natürlich, als sie kleiner waren.
Jetzt war meine SM, 65, über 3 Monate im Spital. Seit Ende Juli ist sie wieder daheim, es geht ihr recht gut, sie wohnt wieder selbständig. Eine Zeitlang funktionierte gar nichts mehr, wir haben grosses Glück, dass sie sich erholt hat! Da macht man sich schon viele Gedanken!
Für jemanden zusätzlich kochen, Wäsche machen, beim Putzen helfen, das macht mir keine Mühe. Aber einfach da sein, betreuen, Gesellschaft leisten, das könnte ich nicht bieten! Ich bewundere Frauen, die das machen. Aber ich bin sicher, dass Pflegeleistungen innerhalb der Familie gut geregelt werden müssen, dass Entlastung organisiert werden muss usw.
Und ich habe gemerkt, dass man viel zu wenig Vorkehrungen trifft! Wie schnell ist etwas passiert, das man besser im Voraus geregelt hätte!
Liebe Grüsse
regi
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: maggie am 10.08.02, 23:09
guete n abig mitenand,
heute habe ich nun mit meinem bruder zusammen, meine mutter vom krankenhaus ins altersheim gebracht - einerseits hoffen wir sehr, dass es nur ein erholungsaufenthalt sein wird - andrseits wird so das problem wahrscheinlich nur aufgeschoben - meine eltern sind 85m/86v und leben allein in einem riesigen 250 jahre alten bauernhaus - es ist renoviert d.h. zentralheizung (inkl kachelofen - als übergang - so heute nachmittag) das haus hat 2 wohnräume, 7 schlafzimmer, 2 küchen, 1 badezimmer, 3 wc,  2 nebenräume (ohne fenster- vorratskammern), riesiger estrich, das sind nur die räume direkt im haus - dann noch ein angebauer holzschopf und, und.....
dann kommt noch der riesen grosse garten dazu, mit gemüse - für eine grossfamilie - beeren, blumen, trauben am haus,......
doch sich mal hinzusetzen und mit jemandem zu plaudern - dazu hat(te) meine mutter keine zeit -und vieles muss sie alleine machen - mein vater ist schon längere zeit einfach müde - wenn er mal wieder etwas holz gerichtet hat, muss er sich wieder für eine oder 2 stunden hinlegen
vor 3 wochen noch glaubte ich nicht, dass meine mutter noch einmal aus dem spitalbett aufstehen würde, und heute hat sie sich doch wieder so weit erholt, dass sie mit 2 stöcken gehen kann, sie ist einfach sehr schwach - sie musste sehr viele medikamente nehmen, trank zu wenig und fiel in ein loch, da sie liegen musste (quetschungen - osteoporose) das schlug sich auf den magen und dann ass sie auch nichts mehr....
wir hoffen dass sie nun einsieht, dass man auch leben kann, ohne nur zu arbeiten - während der woche hatte sie keine zeit mit einer alten (92) nachbarin kaffee zu trinken - sie lud sie auf den sonntag ein - sonst wäre die nachbarin während der woche gekommen....
jetzt müssen wir einfach mal die nächsten wochen abwarten und dann...
vielen dank fürs "zuhören"
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Daggi am 11.08.02, 10:06
Hallo Margith
Hoffe das sich deine Mutter wieder erholt und noch einige schöne Jahre vor sich hat.
Aber wie soll diese Zeit für sie aussehen, meinst du sie kann tatsächlich wieder zurück in dieses riesige Haus?
Wie möchte jemand, dessen Leben nur aus Arbeit bestand, seinen Lebensabend verbringen???
Hoffentlich findet sie sich in ihr Schiksal und lernt noch neue Freuden zu genießen!

Meine Eltern sind noch relativ jung, wobei mein Vater 11Jahre älter ist als meine Mutter(66+77).
Mein Vater hat grad seine ersten"kleineren" Operationen hinter sich(grauer Star und Knie).
Er sah immer so viel jünger aus als er war und war auch stolz darauf, dazu immer sehr aktiv mit wandern ,Gartenarbeit und das Haus instandhalten.
Nun ist er irgendwie müde, aber meine Mutter scheint das nicht aktzeptieren zu können.
Sie ist immer schon eine sehr energische gewesen die auch mit sich selbst sehr streng ist.
Doch momentan kommt sie mir vor wie ein Drachen, ständig ist sie hinter Vater her und lässt ihm keine Ruhe, damit er mal wieder zu sich finden kann.
Andererseits kennt sie ihn natürlich besser als ich und vielleicht würde er total abbauen wenn sie ihn nicht aufrüttelt.
Ich muss sagen das ich leider im Moment froh bin das ich das ganze nicht ständig mitbekomme, da sie ca.20Autominuten von uns entfernt wohne, andererseits mach ich mir natürlich sorgen.

Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: petralit am 04.11.02, 09:48
Hallo zusammen,

mir machen derzeit meine zukünftigen Schwiegereltern ziemliche Sorgen. Sie sind erst 47 und 48, aber wenn man ihnen zuhört und zusieht, meint man, sie seine schon weit über 60 oder noch älter. Früher hatten sie Landwirtschaft, heute nur noch nebenbei ein bisschen. Er ist Staplerfahrer seit über 25 Jahren sie war immer Hausfrau, arbetiet aber seit 3 jahren bei der post. ich denke seit sie arbeitet, ist es noch schlimmer geworden. Haus und Hof werden vernachlässigt, manchmal erfinden sie die fadenscheinigsten Begründungen dafür.
Wenn mein Freund nich wäre, würde in kürzester zeit alles den Bach runter gehen. Aber einen dank kriegt er nicht, hat er auch noch nie bekommen. im Gegenteil! Meist ist auch noch alles, was er macht verkehrt. Von mir ganz zu schweigen. Aber das wird ja nur hintermeinem/unseren Rücken bemosert, niemals von Angesicht zu Angesicht.
Hinzu kommt noch ihre entsetzlich ungesunde Lebensweise. Sie essen viel zu fett und oftmals gänzlich ohne Obst und Gemüse. Dabei haben sie schon Bluthochdruck und sind auch sonst körperlich nicht auf der Höhe. Es ist wirklich zum Verzweifeln, vor allem, weil sie so tun, als sei ihre Art zu leben absolut perfekt. Andere Meinungen werden gar nicht gelten gelassen.
Ich weiß, das hört sich jetzt von mir aus schlimm an, aber letztendlich mag ich sie ja gern und will mir einfach nicht mitansehen, wie es mit ihnen immer schlimmer wird. Habt Ihr vielleicht einen Rat?

Liebe Grüße
Petra
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: maggie am 04.11.02, 22:13
guete abig daggi,

eben nehme ich mir mal wieder zeit für's forum - muss ärger mit meiner besseren hälfte abbauen....

nun meine mutter war genau 4 wochen im altersheim - dann fand sogar die ärztin - zu hause erhole sie sich besser -

nun das wäre der fall ---wennnnn  - wie man so schön sagt : wenn das wörtchen wenn nicht wär - wär mein vater millionär... -

sie sind immer noch in ihrem grossen haus und wollen nichts wissen von einer anmeldung im altersheim -

nun meinem vater geht es eigentlich immer noch besser als vor einem knappen jahr - er hat verantwortung und etwas zu tun -

letzthin meinte meine mutter zwar - ich habe einfach ein schlechtes gewissen vater gegenüber - er mag einfach diese viele arbeit auch nicht mehr machen -

nun mein kommentar, dann meldet euch doch im altesh. an - entrüstung vom andern ende der tel.leitung - vater würde den umzug ins ah nicht überleben -

ich glaube zwar je länger je mehr - mutter will nicht raus -

die zeit im ah war furchtbar - wenn man sie besuchte - sass sie auf dem bettrand und wartete einfach - das jemand komme, dass es abend werde ------

dabei tat ihr diese zeit wirklich gut - sie hatte fast keine schmerzen mehr - medis wurden stark abgebaut - doch sie war einfach nie zufrieden ....

nun heute hat sie wieder öfter rückenschmerzen (osteoporose) aber die haushalthilfen arbeiten eben nicht wie sie es will  und dann kommt noch immer wieder eine andere frau - es sind alles hausfrauen die stundenweise im hause sind -

nun auch ich möchte nicht meiner mutter den haushalt führen.....

das mittagessen bekommen sie mo - sa vom "essdienst" -wird im ah gekocht - nun meinem vater schmeckt es eigentlich gut -

und meine mutter findet - es ist sicher nicht schlecht, aber ich möchte einfach wieder einmal selbst kochen ....
und backen ... und marmelade einkochen ... und früchte einwecken,,,, und, udnd....  

und dann wird am sonntag gekocht.... und am montag müssen dann einfach wieder die stärkeren schmerzmittel herhalten - kommentar ich habe schmerzen ob ich etwas mache oder nicht ...

für sie gibt es wirklich nichts - sie hat sich all die vergangenen jahre nie gedanken gemacht über ein leben ohne einen grossen garten - und grosses haus...

Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: maggie am 26.07.03, 20:51
eben habe ich in alten texten gestöbert -

und bin hier gelandet -


ja in der zwischenzeit ist einiges gelaufen...


mein vater mag nicht mehr - er ist je länger je mehr mutters gedächtnis, und muss sie immer wieder daran erinnern - diesen und jenen hätte sie schon 2 - 3 mal angerufen ..... usw...

jetzt haben sich meine brüder entschlossen - die eltern auf anfang oktober ins altersheim anzumelden...

wird zum glück klappen...    - vitamin b

es könnte sogar sein, dass mutter schon vorher hin muss - mein vater ist einfach total fertig mit den nerven - und sie streiten sich nur noch furchtbar (vater 87, mutter 86) -

ich hoffe, dass bis dahin vor allem meine mutter den umzug akzeptieren wird -
sie hat zum bruder schon gesagt, natürlich das wird das beste sein -

aber der oktober ist ja noch weit....

es ist schon ein unheimliches gefühl - zu wissen nächste weihnachten werden wir sie nicht mehr in ihrer stube antreffen -
das könnte natürlich auch sonst der fall sein....

doch jetzt müssen wir uns gedanken machen -

was geschiet mit dem grossen haus....



Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Daggi am 30.07.03, 08:52
Hi Margith
Bei meinen Großeltern, war es damals ähnlich.
Oma hatte Altersdemens, fing schon um 11Uhr an zu kochen , vergass es dann .zog die Betten schon nach dreí Tagen wieder ab ect. ect.
Opa war, obwohl noch sehr fit ,total überfordert.
Meine Eltern und die andern Kinder meiner Großeltern haben dann mit Opa zusammen ein A.Heim gesucht , wo sie etwas an pers. Möbeln mitnehmen konnten und ein eigenes Bad hatten.
Sie bekamen zwei nebeneinander liegende Zimmer und konnten sich eins als Schlaf - und eins als Wohnzimmer einrichten.Einen Balkon hatten sie auch.
Opa nahm an vielen Veranstaltungen teil und Oma wurde auch beschäftigt.
Sie verbrachten noch ein paar schöne Jahre dort und starben, zuerst die Oma , beide mit 92 Jahren.
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: ammi am 30.07.03, 20:42
Meine Mutter ist 88 und lebt mit meinem unverheiratetem Bruder in verschiedenen Wohnungen auf dessen Hof.
Meine Mutter war immer sanft, sie wurde nie laut, aber sie hat sich immer durchgesetzt und jeder  hat gemacht, was sie wollte, weil sich keiner traute, sich zu widersetzen.
Seit 3 Jahren baut sie stark ab, sie kann immer weniger, will sich aber nicht helfen lassen. Ich mußte bei Besuchen heimlich ins Zimmer schleichen und die Betten abziehen, heimlich die Wäsche einstecken und beim nächsten Besuch die gewaschene Wäsche in den Schrank legen , Essen vorkochen und einfrieren, damit mein Bruder es ihr wärmen konnte (Essen auf Rädern will sie nicht, das ist eine Schande, denn ihre Freundin mit 91 kann auch noch selber kochen!)
Aber sie hatte eine Heiterkeit, Fröhlichkeit und Gelassenheit an sich. Dadurch, dass sie gergeßlich war, machte sie sich auch keine Sorgen mehr. Sie kramte immer in alten Briefen und konnte sich über alte Fotos köstlich amüsieren. Das haben wir als großes Geschenk angesehen, denn ich kenne mehrere alte Leute, die zänkisch und unzufrieden werden.
Vor 14 Tagen bekam sie starke Schmerzen, so dass nur
noch ein Schmezpflaster hilft. Jetzt ist sie total schwach
und desinteressiert, aber sie hat wenigstens keine Schmerzen mehr. Gestern bekam sie ein Pflegebett und ab heute kommt jeden Tag die Sozialstation. Mein Bruder kann es nicht mehr allein schaffen und ich wohne 150 km entfernt.
Es ist nicht einfach mit anzusehen, wie sich ein Mensch so verändert, beonders auch für meinen Bruder. Er hat zwar oft unter ihrer heimlichen Herrschaft gelitten, aber sie haben jetzt ein ganz herzliches Verhältnis und er tut alles für sie.
Hoffentlich können wir so noch eine Weile überbrücken, so dass ihre Lebensqualität noch einigermaßer erhalten bleibt.
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: regi am 30.07.03, 22:25
Liebe Ammi

Ich wünsche euch ganz viel Kraft, um mit der veränderten Situation klar zu kommen! Es ist sicher schwierig, das anzunehmen - schliesslich war die Mutter immer die Person, die alles besser und schneller konnte - die die Uebersicht hatte und bei der man Hilfe holte. Und plötzlich ändern sich die Seiten.
Ich habe das noch vor mir, meine Eltern sind noch "jung".

Dafür war SM letztes Jahr sehr krank und wir wussten lange nicht, ob sie wieder selbständig wird. Da haben wir uns sehr viele Gedanken gemacht! - Heute merkt man fast nichts mehr, und deshalb ärgere ich mich manchmal, wenn ich mich über "Kleinigkeiten" im Zusammenleben aufrege.
Ich kann ja froh und dankbar sein, dass es ihr wieder recht gut geht!

Ammi, alles Gute!
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: freilandrose am 26.10.03, 21:17
Hallo Mädels,
seit dem letzten Wochenende, an dem ich in Ostfriesland war, haben wir, mein Bruder und ich, Probleme mit unserer Mutter, 78.
Freitags-Sonntag schaute mein Bruder nach ihr. Da war sie schon seltsam und verwirrt.
Montag früh schaute ich nach ihr. Da war ihr rechter Fuss schon ganz rot, dick, geschwollen und es kam Wasser raus. Schnell zu Arzt. Der verordnetet Krankenhaus. Und seit sie dort liegt, kriegt sie nichts mehr auf die Reihe. Der Fuss wird nicht besser. Sie liegt desinteressiert im Bett und denkt sie läge zuhause im Bett. Ihre Brillen, die ich ihr brachte, sucht sie an Orten, die für sie nie existiert haben. Die Wäsche, welche ich ihr ins Krankenhaus bringe, vermisst sie und verdächtigt mich, die Wäsche weggenommen zu haben.
Da sie seither alleine lebte, d.h. schon auf dem Hof meines Bruders, nur alleine im Nachbarhaus.
Nun machen wir uns Gedanken, wie es weitergehen soll, wenn sie das Krankenhaus verlässt. Mein Bruder hat einen Pferdehof und ist stark eingespannt. Ich habe ja auch einen grossen Betrieb.
Was machen wir mit unserer Mutter?
Wer von Euch macht zur Zeit ähnliche Erfahrungen mit oder weiss Rat?
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: ammi am 26.10.03, 23:14
Hallo Caroline,

was du schilderst, kommt mir alles sehr bekannt vor. Genau so haben wir es auch durchlebt. Nur haben wir unsere Mutter zu Hause behalten, der Hausarzt wußte, daß sie nicht ins Krankenhaus will und hat sie gut betreut. Morgens kam der Pflegedienst , ansonsten haben wir, d.h. hauptsächlich mein Bruder, die Pflege übernommen. Ich bin mehrere Tage in der Woche hingefahren, damit mein Bruder seinen Hof weiterführen konnte.
Es traten genau die Symptome auf, die du auch schilderst. Jeder Tag war anders. Der Zustand verschlechterte sich kontinuierlich, aber es gab auch viele gute Tage dazwischen. Wir konnten bewußt Abschied nehmen und noch vieles sagen, was noch zu sagen war und tun, was noch zu tun war.
Als wir an unsere Grenzen stießen uns überlegten, wie es weitergehen sollte, mußte sie ins Krankenhaus eingewiesen werden, weil das Bein chirurgisch behandelt werden mußte. Aber eine Narkose hätte sie nicht überstanden.  Wir hatten uns aber schon um einen Platz im Hospiz bemüht und dort wurde sie sofort aufgenommen. Nach nur 12 Stunden ist sie dort in Würde und liebevoll umsorgt gestorben und zum Glück nicht auf einem OP-Tisch.
Das akute Stadium ihrer Krankheit hat 12 Wochen gedauert. Viel länger hätten wir die immer schwerer werdende Pflege nicht leisten können.

Ich weiß nicht, wie krank deine Mutter ist. Ich kann nur  allen denen, wo es keine Besserung mehr gibt, ein Hospiz empfehlen. Dort erfahren die Kranken Liebe und Zuwendung. Die Schmerzen werden behandelt, aber es werden, wenn man es nicht wünscht, keine lebensverlängernden Maßnahmen wie Magensonde usw. eingesetzt.  Aber ein Hospiz ist kein Pflegeheim, sondern ein Aufenthaltsort für  Kranke in der letzten Lebensphase, d. h. mit einer Lebenserwartung bis zu 6 Monaten.
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Daggi am 27.10.03, 08:30
Hi Ammi
Was du da schreibst, erinnert mich an viel alte Menschen die ,als ich noch Krankenschwester war, zu uns ins Krankenhaus kamen.
Die Sympthome die du schilderst können unter anderm von einem Flüssigkeitsmangel her rühren.
Viele alte Menschen trinken einfach zu wenig.
Es wäre gut, wenn du dafür sorgst, das Besucher deine Mutter immer mal wieder trinken lassen(vielleicht Zettel ans Bett), oder eine nette Bettnachbarin.
Leider reicht die Zeit, die das Pflegepersonal für den einzelnen Patienten nicht aus um das zu genüge zu tun.
Eine nf. wäre natürlich auch gut, wenn sie dafür nicht zu unruhig ist.Manche lieben auch hausgemachte Suppen, die sind auch gut, weil sehr gehaltvoll und viel Flüssigkeit.
Die fremde Umgebung tut leider ihr übriges zur Verwirrung bei.
Ich hoffe das mit dem Bein wird wieder besser.
Auf jeden Fall mischt euch ein in die Betreuung, somnst ist so ne alte Dame schnell verloren.
Gut sind abgesprochene Wechsel, damit kein Besuch doppelt besetzt ist, wegen des Trinkens.
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Beate Mahr am 27.10.03, 15:25
Hallo

Dienstag 28. Oktober

Aktionstag "In Würde altern"


Am 28. Oktober ruft das Deutsche Grüne Kreuz
bereits zum zweiten Mal zu einem bundesweiten
Aktionstag auf. Unter dem Motto "Gedächtnis und
Verhalten - die beiden Seiten der Alzheimer-Demenz"
soll über die verschiedenen Ausprägungen der
Erkrankung aufgeklärt werden. Ziel ist es, auf die
Probleme von an Demenz erkrankten alten Menschen
und ihren pflegenden Angehörigen aufmerksam zu
machen und auf die unzureichende pflegerische,
finanzielle und medizinische Versorgung hinzuweisen.



Mehr dazu unter

www.altern-in-wuerde.de

Gruß
Beate

Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: ignrid aus ba-wü am 28.10.03, 11:15
ja auch bei uns ist es so, dass unsere mutter  66 jahre (bisher vollblutbäuerin) seit diesem frühjahr sehr nachgelassen hat.

das äussert sich so, dass ich immer sehr viel kontrollieren muss, z.b.ob sie die herdplatten ausgeschaltet hat,ob sie  rechtzeitig zum seniorenturnen geht, ihre 6 schweine füttert, die waschmaschiene wieder entleert, blumen giesst, den hund raus lässt usw.

sie ist halt auch sehr vergesslich geworden und man muss ihr alles ein paar mal erklären und sagen.

autofahren können wir sie auch nicht mehr lassen, und das ist dann jetzt zum teil für meinen bruder und mich recht umständlich und noch gewöhungsbedürftig, nach feierabend (wir sind beide berufstätig) noch unsere mutter überall hinzufahren (arzt usw.)

am anfang war ich oft genervt und hab echt auch mit ihr geschimpft, obwohl sie es ja nicht böse meint und sie nix dafür kann.

aber ich glaub ich gewöhn mich auch daran.

ich  tröste mich halt damit, dass unsere mutter uns jetzt 36  bzw. 34 jahre lang "versorgt" hat, jetzt sind wir eben dran mit versorgen und behüten.

angst hab ich nur davor, wenn sie ein pfegefall werden würde (wie ihre schwester) wer sie dann versorgt, da wir (bruder und ich) ja wie schon oben geschrieben beide berufstätig sind.

aber vielleicht darf man sich über die zukunft auch keine grossen sorgen machen, sonst kommt man wahrscheinlich zu sehr ins grübeln und nachdenken.

also im moment klappts ganz gut und ich hoffe es bleibt noch jahre so.

gruss aus dem schwabenländle -ingrid-

ach noch was: das mit dem trinken ist ganz ganz  wichtig wie hier im forum schon geschrieben wurde. man merkt es bei unserer mutter auch wenn sie fast nix getrunken hat, dann ist sie viel verwirrter.

auch wenn man die älteren leute fast zum trinken zwingen muss - aber es muss sein.
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: freilandrose am 28.10.03, 12:06
Halo Ingrid aus BaWü,

Dein Beitrag hätte meiner sein können, nur dass meine Mutter mit LW garnichts mehr am Hut gehabt hat.
Sie liegt in der Klinik, verwirrt, bzw. weiss nicht, dass sie im Krankenhausbett liegt mit offenem Fuss. Ich gehe jeden Abend zu ihr. Ist schon etwas umständlich, aber muss sein, weil sie auf mich wartet.
Von welcher Ecke von BaWü kommst Du denn?
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: ammi am 28.10.03, 20:33



ich  tröste mich halt damit, dass unsere mutter uns jetzt 36  bzw. 34 jahre lang "versorgt" hat, jetzt sind wir eben dran mit versorgen und behüten.




Dazu fällt mir ein Spruch ein, den ich mal irgendwo gelesen habe:

Mütter tragen ihre Kinder durch den Morgen, Kinder sollen ihre Mütter durch den  Abend tragen
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: ingrid aus Ba-Wü am 28.10.03, 22:09
an caroline: kreis böblingen

und an ammi: danke für den netten spruch, der ist wirklich gut.
danke
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Freya am 09.11.03, 16:30
*schubs*

auf besonderen Wunsch von Ingrid aus Ba.-Wü.   :D ;)
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Gislinde am 09.11.03, 22:00
Einiges zu diesem Thema habe ich schon gelesen oder
in verschiedenen Radiosendungen gehört, aber wenn der "Fall" eintritt, muß frau sich doch orientieren. es ist doch gewöhnungsbedürftig, daß nun wir Jungen den Älteren Rat und Hilfestellung bei Entscheidungen geben sollen. Manchmal ist es selbst nach Beratungsgesprächen mit Hausarzt, Sozialstation usw. nicht einfach für und mit einem älteren Angehörigen die Entscheidungen zu treffen. Aber unsere "Familienrunde" von Söhnen und Schwiegertöchtern hat beratschlagt und zusammen die Lösung gesucht, war mir schon eine Hilfe. Die Tante mit 93 Jahren haben wir in einem gutem Pflegeheim untergebracht, besuchen sie dort regelmäßig. Für die Pflege meiner SM bekomme ich auch Unterstützung, wenn nötig. Aber im Moment schaffe ich es noch, bei Bedarf werden wir sie auf dem Hof pflegen.
Es gibt auch eine gewisse Befriedigung, einem altem Menschen die Hege und Pflege zurückzugeben, die diese an Kindern oder Enkeln erbracht haben. Leider ist  auf manchen Höfen nicht immer ein gutes Verhältnis, da wird esden pflegenden ST sehr schwer gemacht.
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: freilandrose am 10.11.03, 15:47
So, seit heute Vormittag ist nun unsere Mutter in einem Seniorenstift. Die Wahl fiel uns leicht, da dort meine Tante (ihre Schwägerin) auch ist und noch eine gute alte Bekannte aus früherer Zeit. Das KKH wollte sie mit iherm bösen Fuss nicht länger behalten. Und dort in dem Stift kommt automatisch der Arzt alle 2 Tage und dort bekommt sie auch die nötige Pflege. Ausserdem geht sie bei Nacht auch auf Wanderschaft. Dieses hätten wir leider nicht kontrollieren können, da unsere Mutter seither allein gewohnt hat.
Mir war heute schon etwas wehmütig zumute. Ist es doch ein weiterer Lebensabschnitt, den man erst verdauen muss. Aber ein wenig sind dort auch Heimatgefühle. Direkt hinter dem Stift ernten wir jedes Jahr eine grosse Wiese. Und jedesmal, wenn ich auf dieser Wiese gearbeitet habe, konnte man den Heimbewohnern zuwinken und ein paar nette Worte mit ihnen reden.
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: coni am 11.11.03, 21:10
Hi Caroline

ich kann dich gut verstehen was dir nun so durch den kopf geht aber denke daran sie ist nicht alleine und es ist immer jemand da wenn sie hilfe oder nur zuwendung braucht und du kannst sie ja jeder zeit besuchen und viel zeit und ruhe für sie mitbringen den du brauchst nicht hektisch bei ihr durch die wohnung und alles aufräumen und sauber machen und kontrolliern und das wird die spüren und dir ihn ihren möglichkeiten danken und das denke ich ist viel werd
michi
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Gislinde am 22.11.03, 04:03
Oma ist eingezogen

Nun kann ich meine guten Vorsätze in Taten umsetzen, hat sich doch noch plötzlich ergeben. Nachdem meine SM am 4. November eine Augenoperation(ambulant) hatte, war sie mehr zum Betreuen. Hat sich doch nicht so gut erholt, sondern war viel müde  und zu schwach, um sich was zu kochen. So habe ich sie jeden Tag geholt, abends zurückgefahren. Aber die Fahrerei hin und her waren für SM doch wieder anstrengend, zumal sie ihre Wohnung im 2. Stock hat. Da faßte sie dann den Entschluß, lieber heute als morgen  bei uns am Hof zu bleiben.
So haben wir die halbe Nacht gearbeitet, die Speisekammer auszuräumen, Regal abschrauben, ein Bett reinzustellen, usw. Am nächsten Tag einen Teil  von Omas Sachen holen, meine Vorratssachen in Schränken im Hausgang, 1. und 2. Stock unterzubringen.
Nun kann mein Mann doch sein Talent anbringen, für seine Mutter das Zimmer zu verbessern, Lichtschalter passend am Bett, Heizung und Wasseranschluß für Waschbecken noch vom Keller rauf zu verlegen.
Wir hätten zwar oben Gästezimmer, aber ein ebenerdiges Zimmer war für SM doch wichtiger.
Aber für eine liebe und gute SM möchte ich doch die letzten Lebensjahre doch noch schön gestalten. Sie hat früher wie selbverständlich unsere Kinder betreut, als wir Stall und Halle bauten oder in Erntarbeiten waren, so kann ich doch einen Teil ihrer Fürsorge zurückgeben.
Aber im Moment etwas stressig, werde ich auch noch durchstehen.
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Gislinde am 30.11.03, 21:41
Operation im Alter

Wer hat Erfahrung nach Operationen von alten Menschen?
Von Bekannten habe ich gehört, daß ihre Angehörigen nach einer Narkose oft wochenlang verwirrt waren, sich plötzlich nicht mehr den Haushalt machen konnten, nachts Ängste hatten oder körperlich nachgelassen hatten. Ich hatte vorher keine Bedenken, als meine SM zur Grauen Star Op ambulant sollte, eine Betäubungsspritze sollte doch nur vorübergehend wirken.
Aber die körperliche Schwäche hat mich doch sehr überrascht, so daß wir für sie auf die Schnelle bei uns auf dem Hof ein Zimmer einrichten, ihren Haushalt aufgelöst haben, denn auf die Dauer konnte ich nicht jeden Tag 2 bis 3 Mal 2 km zu ihr fahren.
Außerdem hat sie nachts Angst,,  wir könnten sie nicht hören, so habe ich zu ihrer Beruhigung ein "Oma"(Baby)Phon gekauft. Aber ich hoffe doch daß sich ihr psychischer und körperlicher Zustand wieder bessert, denn das zweite Auge soll auch noch operiert werden.
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Daggi am 01.12.03, 18:53
Hi Gislinde

Ich weiß ja nicht wie alt deine SM ist, aber ich habe jetzt etwas Ähnliches erlebt.

Mein Vater, er ist 78 und eigentlich noch ganz fit, soll ein neues Kniegelenk bekommen.Er musste nun für ein paár Tage ins Krankenhaus zur Gelenkspiegelung.
Ich hab mir gar keinen Kpf gemacht, wie gesagt, er ist noch sehr fit.
Doch als ich ihn besucht hab, da hab ich einen richtigen Schreck bekommen.
Er sah so krank aus und müde und meine Mutter erzählte das er alles Mögliche vergaß.
Da viel mir auf, das er nicht viel trank . Wir haben die Bettnachbarn gebeten ihn immer wieder mal ans Trinken zu erinnern und da wurde es besser.
Wir sind froh, das er jetzt erstmal wieder zuhause ist und meine Mutter(übrigens erst 67) ihn "auffüllen" kann.
Dann muss er diesen Monat erst noch eine Krampfader-OP über sich ergehen lassen, sonst können sie ihm das neue Knie nicht einsetzten.
Ich mach mir nun richtig Sorgen.
GHott sei Dank ist meine Mutter ja noch in der Lage ihn zu pflegen wenn nötig, aber es täte mir leid wenn es so käme.
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: coni am 01.12.03, 19:09
Hi Gilinde
meine mutter 75 hat die selbe operation und sehr gut überstanden am 23.12 soll das zweite auge gemacht werden auch wieder ampulant, ganz wichtig ist das ihr dem narkose artz sagt welche probleme deine sm hatte so das er einwenig niedriger oder mit einem andern mittel fahren kann , das hat meine mutter auch gemacht den sie verträgt ganz schlecht die narkosen und da gibt es viele möglichkeiten
ihr müßt aber rechtzeitig das sagen nicht das die abstände so kurz sind und keine neuen untersuchungen gemacht werden
Michi
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Irmgard3 am 01.12.03, 19:16
Hallo michi bei meiner Mutter soll es im Mai gemacht werden, die OP grauer Star. Wir lassen auch erst ein Auge operieren. es ist aber soviel ich weiß eine Vollnarkose, oder? Klärt mich auf!
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: geli.G am 01.12.03, 19:43

Operation im Alter

Von Bekannten habe ich gehört, daß ihre Angehörigen nach einer Narkose oft wochenlang verwirrt waren, sich plötzlich nicht mehr den Haushalt machen konnten, nachts Ängste hatten oder körperlich nachgelassen hatten.


Der Onkel meines Mannes wurde dieses Jahr am Darm operiert und war danach so schlecht dran, dass wir schon das schlimmste befürchtet haben... :(

Der hat im Krankenhaus nur wirres Zeug geredet und sich nicht mehr richtig ausgekannt.

Kaum war er wieder zu Hause ging´s langsam aber stetig bergauf. :D
Jetzt wurde er vor ca. 2 Wochen auch am Auge operiert und da war´s wieder das gleiche. Er hat sich angezogen und ist am Gang gestanden weil er heimwollte.
Jetzt ist er schon fast wieder der "Alte"... :D
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: martina-s am 24.07.04, 18:01
Hallo Luna,
meine SM hat schon vor Jahren das Autofahren aufgegeben. Da bin ich auch nicht traurig darüber. So ganz vertraut mit der Technik war sie eigentlich nie.
Wo ich oft meine Bedenken habe, das ist mein Onkel. Der ist im gleichen Alter wie meine SM (73) und seit ich denken kann ein guter Fahrer gewesen.
Er lebt bei mir zeitweise im Haushalt mit. Nun hat er sich ein neues Auto gekauft. Ein richtig flottes.
Aber wenn er halt nachts nicht schlafen kann, dann nimmt er doch (und das regelmäßig) Schlaftabletten. Oft in den Stunden nach Mitternacht.
Wenn der sich dann vormittags ans Steuer setzt :o
Man kann ja nicht immer lästig sein und an seine Vernunft appellieren.
Aber Sorgen habe ich da schon viele.
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Baumeule am 24.07.04, 20:18
Hallo Luna

Etwa ein halbes Jahr bevor meine SM vor über zwei Jahren verstorben ist, sie wurde 80 Jahre alt, haben wir ihr auf Anraten des Hausarztes das Autofahren verbieten müssen, weil sie nicht so vernünftig war, selber aufzuhören. Das war vielleicht ein Drama, da sie immer sehr gerne gefahren ist und wir bei uns im Dorf weder einen  Laden noch irgendein öffentliches Verkehrsmittel haben. Sie litt in der Beziehung an dramatischer Selbstüberschätzung und war immer sehr flott unterwegs.

Wenn wir etwas sagten von wegen aufhören zu fahren war ihr Kommentar,  daß sie ja noch niiiieeeee einen Unfall hatte (nur in den letzten Jahren etliche andere Autos angeschrammt, die sie bemerkt hat und wer weiß wie viele, die sie nicht bemerkt hat.) Unsere Kinder weigerten sich ab einem gewissen Zeitpunkt, mit ihr zu fahren. Erst als der Arzt, nach unseren Hinweisen, darauf bestand, daß sie erstmal nicht mehr fahren darf, hat sie nachgegeben, aber nur unter Protest, daß der ja überhaupt keine Ahnung habe und wir wollen ihr ihr Leben wegnehmen, wir vergönnen ihr nichts usw. usf.

Zwei Tage ging es gut, dann wollte sie wieder fahren. Wir hatten aber die Autoschlüssel weggesperrt. Dann hat sie sich so aufgeregt, daß der Arzt sie für einige Tage in die Nervenklinik schicken mußte. Zu ihrer Beruhigung haben wir ihr die Schlüssel wieder ausgehändigt, sie mußte uns aber versprechen nicht mehr zu fahren, bis sie vom Arzt das OK hat. Zur Sicherheit hat mein Mann aber das Auto so manipuliert, daß sie gar nicht fahren konnte. Sonst hätte das Versprechen keinen Wert gehabt. Sie konnte uns ja schlecht sagen, daß ihr Auto nicht funktioniert, dann hätte sie doch zugeben müssen, daß sie sich nicht an ihr Versprechen hält. Sie ist dann immer kränker geworden und hatte mehrere Krankenhausaufenthalte. Wir nahmen sie dann zu uns, da sie vorher alleine gelebt hatte und das nicht mehr möglich war und pflegten sie zu Hause bis zu ihrem Tod.

Bei meinem Vater war es anders. Er hatte vor 2 Jahren einen kleinen Unfall, nichts dramatisches, ein Blechschaden der jedem von uns auch passieren hätte können. Dann sagte er, so, das ist jetzt meine letzte Fahrt gewesen. Er ist allerdings noch nie so gerne Auto gefahren. Wir waren hertlich froh deswegen, weil er auch immer unsicherer gefahren ist und an Parkinson leidet. Das hat natürlich die Selbständigkeit meiner Eltern (V 82, M 79 Jahre) sehr eingeschränkt aber sie werden überhall hin gefahren von der Familie meines Bruders oder von uns. Mein Vater ist froh, daß er nicht mehr fahren muß, nur meine Mutter trauert dem Auto schon sehr nach. Sie selber hat nie einen Führerschein besessen.
LGElisabeth
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: martina-s am 24.07.04, 20:52
Hallo,
wißt Ihr, mir wird es mal genau so gehen; wenn ich mir das überlege. Sollte ich wirklich so alt werden, dann wird es mir auch schwer fallen den Führerschein abzugeben. Ich bin die Chaufeurin der Familie. Fahre überall hin und fahre gerne. Ich würde auch jetzt auf der Stelle nach Hamburg düsen, wenn ich dort hin sollte und es hier genehmigt würde.
Aber ob man das im Alter dann so checkt, dass man nicht mehr der/ die ist, die man mal vor 20 Jahren war ???...
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: martina-s am 25.07.04, 06:47
Mußte eben lachen,
der Opa meines Mannes, den ich auch noch kenenlernen durfte, der sagte auch immer, dass er hier so fahren dürfe, weil das ja Aidenried wäre und er ja auch ein Aidenrieder wär ;D Mit Verkehrsregeln hatte der auch nicht so viel am Hut :D
Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: martina am 27.07.04, 07:35
Mein Vater ist immer gerne Auto gefahren *zumindest habe ich den Eindruck* aber noch lieber mit dem Zug :D Unser erstes eigenes Auto haben wir auch erst bekommen, als ich schon 9 (?) war, da kam er mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr zur Arbeit. Meine Mutter hat auch erst dann den Führerschein gemacht. Wenn meine Eltern jetzt lange Strecken zu fahren haben, nehmen sie die Bahn, da fühlen sie sich beide wohler :D

Titel: Re:Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Marthe am 27.07.04, 11:10
Hallo,
meine SM ist 74 Jahre. Sie fährt auch immer noch Auto und das finden wir ganz in Ordnung.
Sie fährt zwar nur kurze Strecken (Umkreis ca 30 km) und ziemlich langsam, aber so ist sie wenigstens unabhängig.Meine SM ist immer viel unterwegs: Kirche, Kinder, Bäder usw.
Mit dem Fahrrad zu fahren traut sie sich seit einem Sturz im letzten Jahr nicht mehr und das laufen wird auch immer schwieriger.
Ausserdem ist es für uns ja ein Vorteil, denn Zeit und Lust um sie immer durch die Gegend zu kurven habe ich nicht. Da ich ja vormittag arbeite und mein Mann vollerwerbstätig ist , ist sowieso nicht immer einer da.....
Wir hoffen, dass dieser Zustand auch noch lange so bleibt...... ;D ;D
Liebe Grüße
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: zara am 02.01.05, 09:15
Zitat
Name: minne
Datum: 01.01.2005 - 21:55:32
E-Mail: .

Kommentar:
als immer \"mitleserin\" im forum, bitte ich dich reserl, oder sonst jemand, das thema \"wenn eltern älter werden\" wieder anzuschupsen. Ich danke dir bzw. euch. -minne-

----------------------------------------------------------------------------------------

Ingrid, wieso meldest Du Dich nicht mal mit nem Nick an? Dann könntest Du das hier nämlich selber machen und müsstest nicht ins GB schreiben.

Gruss ins G..!
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Margret am 07.09.05, 21:19
Hallo,

neulich kam mir ein Buch wieder in die Finger  (hatten es einer Bekannten geliehen,  die grad in einer solchen Lebensphase steckt).   
Ich schreib den Buchtipp bewusst hier hinein,  weil er hierher passt vom Thema her.

"Tochter in Moll"   von  Ragnhild Schnellbach
Neukirchener Verlagshaus;   ISBN  3-7975-0008-4    (Taschenbuch)


Chancen und Grenzen einer Pflege

Wenn Angehörige pflegebedürftig werden,   beginnt für alle Betroffenen ein neuer Lebensabschnitt,  der im Fall einer Pflege in der Familie  eine weitreichende Lebensumstellung bedeutet.
Es sind oft die Frauen,  die diese schwierige Aufgabe übernehmen.
Ragnhild Schnellbach hat drei Jahre lang ihre Schwiegermutter gepflegt  und alle Höhen und Tiefen des Pflegealltags durchlebt.
Ihr Erfahrungsbericht will Betroffenen ein offenes Nachdenken über Chancen und Grenzen der Familienpflege  ermöglichen.
Es wird ergänzt durch einen Anhang,  der kompetente Entscheidungshilfen zu der Frage anbietet,  ob und wann es sinnvoll ist,  eine häusliche Pflege zu übernehmen und wie diese konkret gestaltet werden kann.


Das Buch ist in Briefform geschrieben  (Briefe der Pflegenden an ihre Tochter,  die weiter entfernt wohnt).
Die Autorin ist  m.E.  sehr  offen und ehrlich.

Margret


Titel: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: freilandrose am 08.09.05, 10:07
Weiss nicht so recht, wie ich beginnen soll.

Unsere Eltern sind immer überraschend gestorben ohne grosse Pflege. Meine Schwiegermutter war erst 60, hatte Brochialkrebs und hat ihrem Leben 1983 selbst ein Ende bereitet. Mein Schwiegervater war 70 als er starb. Recht überraschend innerhalb weniger Stunden ohne grosse Pflege. Morgens hat er noch den Hof gekehrt. Abends war er tot. Mein Vater lag morgens tot im Bett. Vermutlich Herzschwäche. Auch er wurde nur 70 Jahre alt. Das war 1992. Meine Mutter war die letzte. Sie musste überraschend wegen eines offenen Fusses ins KKH, verblieb dort 3 Wochen lang. Wurde im KKH nachtaktiv und hat die Schwestern zur Weissglut getrieben. Die Sozialstation hat uns angeraten, sie gleich vom KKH ins Alten-Pflegeheim zu gegeben. Überraschenderweise bekamen wir sofort in einem günstigen Heim Platz. Leider wurde mir dann der Vorwurf gemacht, ich/wir (mein Bruder und ich) hätten die Mutter abgeschoben :(
Meiner Mutter hat es im Heim nie gefallen, obwohl sie ein schönes, sonniges Zimmer für sich allein hatte. Eines Tages, am kältesten Tag - 15Grad C, 21.12.2004, machte sie sich morgens auf die Socken, schlich sich, ohne gesehen zu werden, aus dem Heim. Bekleidet mit Sakko, Weste!!!!!! und Haussschuhe zur Hintertüre raus. Stapfte durch den Eisgefroreren Schnee (hinter dem Heim war meine Wiese) Richtung Heimat. Stürtzte hin, kam nicht mehr alleine hoch, robbte noch ca. 300m!!!!!!!!! auf dem Boden, verlor dann 50m vor einer vielbefahrenen Strasse das Bewusstsein. Als man sie fand, war sie tot - erfroren -.Unter einem Bäumchen, auf meiner Wiese!!!
Ich........will mal nicht in ein Heim abgeschoben werden - habe ich mir geschworen - :-\
Deshalb habe ich, zusammen mit meinem Mann, in einem neu eröffneten Seniorenstift in der Nachbarortschaft eine sehr schöne Wohnung unter dem Dach mit Blick nach allen 4 Himmelsrichtungen über die Dächer der Ortschaft, erworben. Das war 2 Wochen nach meines Mutters Tod.
Diese Wohnung ist vermietet an einen Lehrer. Sollten wir diese Wohnung fürs Alter selbst benötigen, ist da die Pflegestufe 1-3 auf Wunsch mit integriert, mit Zuzahlung versteht sich.
Wir möchten im Alter, sofern wir das erleben, nicht auf unsere Kinder angewiesen sein.
Auch wollte ich mir den Altersruhesitz selbst aussuchen ;)

Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Margret am 08.09.05, 21:30
Hallo,

ich war noch nie selber  Hauptzuständige bei der Pflege eines kranken/alten Menschen.

Noch daheim  bei meinem Großvater  und später hier bei der Oma meines Mannes  habe ich aber viel mitbekommen,und war auch oft  Gesprächspartnerin  der pflegenden Tochter,  die jeweils nervlich total am Ende war. 
Von diesen  oft auch sehr unguten Gefühlen  und Schuldgefühlen  und Gefühlen der Überlastung  und Beherrschung durch den Patienten  (neben vielen guten Gefühlen)  habe ich viel im Buch wiedergefunden.        Deshalb fand ich es so ehrlich und hilfreich.

Margret
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: sonny am 09.09.05, 20:42
Hallo,

war vergangene Woche bei meinen Eltern, um meiner Mutter mal wieder was gründlich zu putzen.

Vorhänge waschen, Schränke oben abwischen etc......
Arbeiten die im Alter Mühe bereiten.

Auch da kam wieder das Thema Pflege zur Sprache...
sie sagt, sie werden eh mal ins Heim abgeschoben.

Dazu muss ich sagen, das das Verhältnis zu meinem Bruder der im Haus wohnt schwierig ist.
Muss aber dazu sagen, das liegt an der falschen Erziehung und an dem nicht *miteinander reden können*.

Ich weiss dann auch immer nicht wie ich auf das Thema Heim reagieren soll, da meine Mutter bei meiner Oma nicht viel Erfahrung gesammelt hat. Sie war nur eine kurze Zeit bettlägrig.

Sie weiss ja nicht, wie anstrengend es sein kann Tage, Monate oder Jahre solch einen Dienst zu tun.

Ich versuch ihnen verständlich zu machen, das sie Gott dankbar sein dürfen in dem Alter sich selber versorgen zu können.
Dankbar jeden Tag aufstehen zu können....
übrigens ist meine Mutter 74 Jahre und mein Vater wird im Dezember 80 Jahre.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: frankenpower41 am 11.09.05, 11:50
Hallo

Die Pflegebedürftigkeit im Alter ist sicher ein Problem.
Bei uns liegt das Problem (zum Glück gehts SM gesundheitlich noch gut, sie ist aber auch schon 76) eher darin, dass sie mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird. Selbst hat sie nicht mehr viele Aufgaben, die die sie noch hat sind natürlich die Wichtigsten überhaupt. (Katzen u. Hühnerfüttern, das kann keiner so gut wie sie).
Da wir nicht getrennt wohnen, aber getrennt essen und kochen, hätte sie bei mir in der Küche eigentlich nichts aufzuräumen. Vor 10 Jahren hätte sie das wahrscheinlich auch noch so gesehen wie ich.  Jetzt hat sie die Angewohnheit, wenn ich mal nicht in meiner Küche bin hinter mir herzuräumen. Gestern z.B. hat sie meine Salatblätter, die ich zum Dekorieren kurz vorher im Garten geholt hab, einfach genommen und den Hühnern gefüttert. Sagen darf man sowieso nichts, denn sie meint es ja nur gut und ist bei jeder Kritik mal wieder wochenlang eingeschnappt.
Gestern meinte zu mir eine Frau, dass das Bevormunden und Besserwissen eine Eigenschaft ist, die hauptsächlich bei älteren Frauen anzutreffen ist.
Ich hoffe nur immer, dass es nicht noch viel schlimmer wird, und vor allen Dingen dass ich selbst nicht auch mal so werde und es dann nicht mehr merke. 

Marianne
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Sonnenblume2 am 12.09.05, 08:54
Hallo Marianne
Sagen darf man sowieso nichts, denn sie meint es ja nur gut und ist bei jeder Kritik mal wieder wochenlang eingeschnappt.

Genau das kenne ich auch von Zuhause. Meine Mutter würde auch nie etwas zu Oma (ihre SM) sagen, wenn ihr etwas nicht paßt,  denn auch die würde wochenlang eingeschnappt sein. Und dann die Sache wieder noch so drehen, dass Papa auch ihrer Meinung ist und somit auch auf Mama spinnt!

Ich habe mit Mama schon oft und lange mit ihr darüber gesprochen, dass sie Oma nicht immer soviel durchgehen lassen soll - doch sie schluckt immer alles und hofft, dass das bald ein Ende haben wird (Oma ist mittlerweilen 85 Jahre).
(Oma kocht manchmal in der Küche von Mama und dann sieht die Küche aus wie -  :o
Oma bügelt die halbtrockene Wäsche und dann noch dazu die Hemden und Blusen - kennt man dann nicht wirklich ob nun noch von der Leine oder doch gebügelt mit soviel Falten! ...
und vorallem sie hält sich den ganzen Tag in der Küche und im Wohnzimmer von meinen Eltern auf, obwohl sie oben ihre eigenen Räume hätte - und das ganze solange bis Mama und Papa zu Bett gehen - sprich vor 22 Uhr verschwindet sie nicht.)
Es ist nur selten die Möglichkeit mit meinen Eltern zu reden, wo sie nicht dabei ist - was mich aber manchmal stört, denn sie muss nicht immer alles mithören!

Irgendwie denke ich mir immer, dass ich es nie soweit kommen lassen werde wie bei mir zuhause, aber dann ertappe ich mich wieder selber, dass auch ich nichts sage bei meinen SE, wenn mich was stört!  :-\

Gruß Sonnenblume
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: maggie am 12.09.05, 14:58
hallo sonnenblume,

sag du mal was zu deiner oma....

nun auch bei dir wird sie keine freude haben, aber du bist ja nciht immer dort !!!
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Susanna am 12.09.05, 15:27

sag du mal was zu deiner oma....

nun auch bei dir wird sie keine freude haben, aber du bist ja nciht immer dort !!!

Geht mich ja nichts an, aber warum schreibst du das?? :o
Hast du ein Problem mit Sonnenblume? ???
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: maggie am 12.09.05, 15:57
oh entschuldigt -

ich meinte sie solle an stelle ihrer mutter mal zu oma eine bemerkung machen -

sie (die oma) solle sich ein wenig in die eigenen räume zurückziehen....


ich weiss jetzt nicht, was ihr da verstanden habt ????

nun für oma wir es ja auch "nicht so nett sein"...!! so meinte ich das....

war nicht gegen sonnenblume gerichtet sondern ein tip für sie
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Sonnenblume2 am 13.09.05, 08:37
hallo maggie und alle anderen,

mein Verhältnis zu Oma ist nicht so wunderbar. Kommt auch etwas davon weil ich schon mehrmals was zu ihr gesagt habe, was mich stört oder was sie besser nicht machen soll. Sie stellt auf "Sturr" und macht trotzdem, wie es ihr paßt.

Am Ende dreht Oma alles wieder so, als wenn Mama und ich die bösen sind, obwohl Mama überhaupt nichts gesagt hat, nur ich. Papa bekommt natürlich auch eine Version von Oma erzählt und dieser glaubt seiner Mutter mehr als mir oder Mama. Dann ist ein Familienstreit wieder einmal perfekt. (Papa ist leider von Muttis Rockzipfel nie weggekommen und Oma hat keinen Mann mehr, so ist Papa ein "kleiner" Ehemannersatz).

Mama will nicht mehr, dass ich was sage, weil am Ende ist sie ja auch wieder die Mitschuldige und Papa spinnt dann auch auf sie. Ich kann ja wieder verschwinden, aber sie ist ja zuhause und muss dann den "spinnerten" Papa aushalten.

Das ganze ist nicht so leicht, deswegen denkt (hofft)  Mama, dass sie ein paar Jahre noch durchhalten muss und dann hat sich das Thema von alleine erledigt. Klingt jetzt böse, aber ich hoffe für meine Mama, dass Oma nicht 100 Jahre alt wird!
Sorry, aber es ist so!  :-[

Meine andere Oma (Mutter von Mama), die ist ganz anders. Die läßt sich was sagen und spinnt deswegen nicht. Sie sieht ein, dass sie älter wird und dies oder jehnes nicht mehr so machen kann, als vor 20 Jahren. Bei dieser Oma bin ich wahnsinnig gerne. Mit dieser Oma kann ich über (fast) alles reden!

@ maggie: ich habe es nicht falsch verstanden  ;) , aber nun weißt du warum ich auch nichts (mehr) zu Oma sage.

Gruß Sonnenblume  :)
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: SHierling am 13.09.05, 09:10
Hallo,
ich glaube gar nicht mal, daß die betreffende Oma nach einer angemessenen Anlaufzeit so unglücklich mit Veränderungen wäre - nur kann solche Änderung fast nie innerhalb der Familie bewirkt werden.
Von außen gesehen, und möglichst objektiv sieht das ganze doch so aus: aufgrund des Verhaltens eines _einzelnen_ Familienmitglieds sind nahezu alle anderen "gezwungen", sich anders zu benehmen als sie eigentlich möchten - ich geh mal davon aus, daß auch der "spinnerte Papa" froh wäre, wenn "seine Weiber" sich vertrügen?
Solche Konstellationen, wo ein Einzelner eine ganze "Restfamilie" fast unmerklich in den Frust dirigiert gibt es öfter, auch z.B. bei Alkoholkranken, oder nach einem Todesfall. Meistens sind dann aber die "Streitabläufe" schon so festgefahren, daß man "immer das selbe" sagt und tut (und dann irgendwann resigniert, womit die Ursache weiterbestehen bleibt!)
@Sonnenblume: sei bloß vorsichtig mit so Bemerkungen über das Oma-Sterben - irgendwann ist sie weg, und dann dauert es nur ein paar Jahre bis Du Dir wünschst, ihr hättet euch besser verstanden. (ist nichts persönliches, ist ein ganz allgemeiner "Trauerablauf", nahezu bei jedem, so nach dem Motto: "Schade um die schöne Zeit miteinander, die wir statt uns zu unterhalten mit Streiten vertan haben")

Vielleicht könnte eine Familienberatung helfen?
Grüße
Brigitta
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: maggie am 13.09.05, 14:32
hallo sonnenblume,

da verstehe ich deine mutter voll und ganz und begreiffe auch, dass du besser schweigst...

brigitte -

ich glaube was sonnenblume wegen ihrer oma schreibt - wird sie niiiie bereuen...

mein sv ist jetzt 22 jahre tot - und ich bin heut noch froh, dass wir ihn "nur" 7 jahre im haus hatten und sv nachher doch noch 8 jahre "das leben geniessen konnte" wie sie es ausdrückte...
nicht direkt - aber durch die blumen -

oder wir haben es erfahren von ihren kolleginnen und vielen frauen hier im dorf -
die meinten - wir wussten nicht dass deine sm eine so fröhliche und lustige frau sein kann....

also du siehst - es kommt auch vor - dass (fast) niemand traurig ist....

traurig zwar für den verstorbenen - aber der bekommt das ja wahrscheinlich nicht mehr mit...


da bin ich böse und hart - aber diese paar jahre haben mir genügt und dazu die erzählungen meines mannes und das leider mithören müssen wenn er mal wieder sm geschlagen und so weiter hat....
leider war unser schlafzimmer direkt unter ihrem und wir haben zuviel mitbekommen...

und so kann auch eine person auf andere art - wie du ja schon geschrieben hast - eine ganze familie belasten.....

und ich hoffe, dass sonnenblume kein schlechtes gewissen hat, wenn sie so denkt oder sogar schreibt....
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Susanna am 13.09.05, 15:00
da bin ich böse und hart - aber diese paar jahre haben mir genügt und dazu die erzählungen meines mannes und das leider mithören müssen wenn er mal wieder sm geschlagen und so weiter hat....
leider war unser schlafzimmer direkt unter ihrem und wir haben zuviel mitbekommen...

Oh Gott, das ist ja furchtbar :'(
Dass es das gibt.
Ich bin ehrlich schockiert. Unter den Umständen ist wohl kaum einer traurig, wenn die betreffende Person endgültig gehen muss...
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Margret am 13.09.05, 15:35
Hallo,

nochmals zurück zum ursprüngl. Thema  und zu Sonnenblumes erstem Eintrag:

Genau so Dinge wie Sonnenblume geschildert hat,  habe ich auch miterlebt,  als meine Eltern bzw. Schwiegereltern jeweils  die Versorgung bzw.  Pflege eines Elternteiles übernommen haben.
 
Die ziemlich erwachsenen Kinder  (so zwischen 50 und 65 Jahre !) konnten es schier nicht aushalten  und es wurde  auch eine harte Prüfung für deren Ehe,  wenn plötzlich jemand  immer da war und man nie mehr allein war mit dem Partner und den eigenen Kindern ,  weder zum Reden,  noch zum Fernsehen,  noch zum Essen,  noch zum Telefonieren,  noch wenn Besuch kommt,  manchmal nicht mal im Bad,.........
Die Wohnung war jeweils nicht mit getrenntem Bad und Küche ausgestattet,  aber die aufgenommenen alten Leute hätten sehr wohl ein eigenes Wohnzimmer (mit Fernseher !) und ein Schlafzimmer gehabt.
Aber sie saßen einfach  IMMER bis zum Bettgehen der  "Jungen"  bei denen im Wohnzimmer.
Das war manchmal schier nicht zu ertragen für diese.   Von außen findet man das zunächst gar nicht so schlimm,  aber wenn man die  "totale Überwachung"  hat,  dann vergeht einem das Lachen !
Gleichzeitig schämt man sich,  dass man die alten Leute wohl grausamerweise  nicht immer um sich haben will,  wo es doch die eigenen Eltern sind....
Wer das nicht selber ertragen musste,  hat keine Ahnung !

Ich glaube,  im Alter vergisst man schon ein wenig,  was man früher in der Situation getan hätte.
In einem bestimmten Stadium wollen die alten Leute plötzlich gar nicht mehr allein sein  und sie bleiben immer dort sitzen,  wo das Leben pulsiert...

Für die "Kinder"  nicht gerade immer  angenehm und leicht zu ertragen.

Margret
Titel: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: ELLI47 am 04.06.07, 19:57
  Möchte hier gerne mal ein paar Meinungen von euch "hören".
Meine Mutter ist 80 Jahre alt.Seit 17 Jahren Witwe und lebt alleine.Vor cirka 12 Jahren hat sie hinterm rechten Auge einen Schlaganfall gehabt.Auf der linken Seite auch einen Leichten.
Sie fährt seit dem alle 3 Monate nach Hamburg und lässt sich links ums Auge Spritzen geben damit sie das noch normal öffnen kann.Jetzt allmählich wirkt es nicht mehr so gut.
Sie fährt so lange ich denken mit dem Fahrrad in den Nachbarort zum einkaufen,oder nur zum Zeitung holen.Sie fährt immer morgens gegen 7 Uhr los,weil dann ja noch nicht unterwegs sind.Sie  macht ihr Haus alleine sauber,immer wenn ich helfen will,meint sie das kann sie alleine.Sie kocht selbst und sie macht ihren Garten bis auf das Rasen mähen alles alleine.
Am Sonntag morgen habe ich mit ihr telefoniert,es war alles in Ordnung und sie war bei meinem ältesten Bruder gewesen,er wohnt neben an.
Ca.1Stunde später rief er mich an und fragte ,ob ich am nächsten Sonntag morgen Zeit hätte rüber zu kommen,er würde auch meine 2 anderen Brüder Bescheid sagen,da mit meiner Mutter müsste was passieren.
Jetzt bin ich am überlegen,was er will.Er kann doch nicht über ihren Kopf hinweg entscheiden,was mit ihr passiert ,oder sie womöglich sie ins Heim stecken wollen. Oder?
Könnt ihr mir mal eure Meinung schreiben wie ich mich am besten verhalten sollte?
Wenn sie davon Wind kriegt ist der Krach da.
  Bin gespannt  Elli
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: maggie am 04.06.07, 20:33
liebe elli,
wenn deine mutter doch noch alles selbst "schmeisst" - wird sie im altersheim todunglücklich sein, denn was soll sie dort noch tun -
anders sähe es aus, wenn sie auf eure hilfe angewiesen wäre -

meine eltern lebten zu lange zu hause, aber mutter sperrte sich mit händen und füssen, und sie brauchten jede menge hilfe - und meinem vater wuchs einfach alles über den kopf -
er war körperlich eigentlich besser dran als sie, aber er sah seine grenzen und hat sichauch immer wieder erholungsphasen "erlaubt" -
mutter hatte sehr starke osteoporose, konnte nur noch im haus mit einem oder keinem stock gehen, aber sie wollte es nicht wahrhaben - dabei kam bei ihr noch eine fortgeschrittene altersdemenz hinzu - aber ihr starrkopf wollte nicht wahrhaben, dass für sie alles zu viel sei...

ich würde mal abwarten, vielleicht machst du dir viel zu viele gedanken - anderseits, überlegen was man tun soll sollte man sich, so lange es der "seniorin" noch gut geht - nachher, ist es dann zu spät ...

ich hoffe, ihr könnt euch ruhig und vernüftig unterhalten...
viel glück am sonntag
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: martina am 04.06.07, 20:53
Hallo Elli,

ich würde das auch nicht soo panisch sehen, sondern mehr so unter dem Aspekt, dass Dein Bruder vielleicht einfach nur vorbereitet sein will, wenn sich der Zustand Eurer Mutter verschlechtert. Es muß doch nicht gleich heissen, dass die Mutter ins Heim muß/soll.

Eben ganz allgemein oder auch schon konkret zusammen überlegen, wer was an Hilfe oder Pflege übernehmen könnte und wie diese aussehen könnte?
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: Bärbel am 04.06.07, 20:57
Hallo Elli

Ich habe mir jetzt lange Gedanken darüber gemacht ,was ich in so einer Situation machen würde.
Ich wollte auch nicht das über meinen Kopf hinweg über mein Leben entschieden wird.
Solange Deine Mutter sich noch selbst vorstehen kann ,würde ich sie nicht in ein Heim geben.

Wie sieht es bei Euch aus ,wenn sie sich mal nicht mehr selbst versorgen kann,könnte sie zu Hause gepflegt werden?
Soll Deine Mutter bei Eurer Unterredung dabei sein?
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: amazone am 04.06.07, 21:06
hallo elli,

hat dein bruder "hintergedanken"?
finanzielle?
braucht er den wohnraum?
will er ans erbe?

sorry meine üblen gedanken, aber wenn eure mutter doch so im moment niemanden zur last fällt
und er sich äusserte, dass etwas passieren muß, dann vermute ich eben sowas  :-\
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: Beppa am 05.06.07, 07:11
Ich würde nicht bis Sonntag warten, sondern ihn anrufen und fragen was er damit meint.

So hättest du auch noch ein paar Tage Zeit dir darüber konkrete Gedanken zu machen.
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: Mirjam am 05.06.07, 07:53
Hallo,

ich würde auch versuchen, entspannt an die Sache heranzu gehen.

Dein Bruder wohnt vor Ort und bekommt vielleicht Dinge mit, die ein Handeln erfordern.

Ich weiß es aus Familienkreisen, dass ein Senior auch mit 80 noch mit Auto einkaufen wollte, dort dann verstärkt "kleine Unfälle" hatte (und es nicht bemerkte!) und der vor Ort lebende Sohn/ST den schwarzen Peter hatte "das Autofahren" zu untersagen und die Geschwister sich da raushielten (die wurden ja auch nicht von den Dorfleuten angerufen/aufgefordert hier zu handeln).
 
Hier im Forum - ohne Unterstellung - war schon an manche Stellen berichtet, dass sich Senioren gegenüber den "vor Orte" lebenden manchmal ganz anders zeigen - als bei Besuch oder weiter entfernt lebenden Kindern, wo sie sich dann "zusammennehmen", nicht erzählen wie schlecht es ihnen geht oder sich von ihrer besten Seite zeigen.

Oder wo die Selbsteinschätzung der Betroffenen nicht mehr mit denen der Umwelt übereinstimmt.

Der Grad zwischen Verantwortung übernehmen und sich nicht einmischen/über jemanden bestimmten ist manchmal schmal, ich hoffe und wünsche euch, dass hier gemeinsam einen guten Weg findet, vielleicht auch grade wenn es schwierig ist, zuzugeben, dass es nicht mehr ohne Handeln/Veränderungen weitergeht, so sehr sich das alle Beteiligten wünschen würden.

Denn wenn was mit eurer Mutter passiert - bei wem würden wohl die Vorwürfe am ehesten landen nicht reagiert zu haben da doch nebenan...?

Gruß Mirjam



Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: frankenpower41 am 05.06.07, 10:36
Hallo Elli

Ich würde auch erst mal abwarten, was Dein Bruder eigentlich will.
Er bekommt sicher mehr mit als Du und Deine anderen Geschwister. (Das ist bei uns mit SM genauso).  Vielleicht gehts ja nur um Putzhilfe oder andere Unterstützung.
Es kann ja gut möglich sein, dass da manches nicht mehr so gut von Deiner Mutter erledigt wird, auch wenn sie das selbst nicht wahrnimmt (oder wahrhaben will)
Es kann ja auchsein dass er einfach Angst hat wenn sie mit dem Rad unterwegs ist. Die Kinder in der Nähe sind dann die Bösen, weil sie Mutter drauf ansprechen, dass sie manches vielleicht lassen soll.  Ich find es gut, wenn er Euch mit zu Rate zieht.

Gleich ins Altersheim geben ist doch schon ein ziemlich weitreichender Schritt der normalerweise nicht am Anfang steht.

Marianne
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: ELLI47 am 05.06.07, 14:07
Hallo
Mit manchem was hier geschrieben wird,habt ihr nicht ganz unrecht.
Zum Beispiel mit dem Fahrrad fahren,deshalb hab ich ihr ja schon so oft angeboten einmal die Woche mit ihr Einkaufen zu fahren.Sie lässt  sich aber nicht nicht drauf ein.Ich habe am meisten Angst vor dem Stress,wenn sie es mit bekommt,das wir etwas über ihren Kopf hinweg beschliessen wollen.
Ein Beispiel:Meine Mutter wohnt in einem Einfamilienhaus und schläft oben .Unten hat sie ein Wohn-+Esszimmer.Wir haben gesagt,sie könnte ja unten schlafen,damit sie die steile Treppe nicht hoch muß und damit sie nicht die Treppe runter fällt.Was da von meiner Mutter kam war z.B.
Solange ich den Kopf noch oben drauf hab bestimme ich was gemacht wird und vieles mehr.
Es sind so viele Sachen die wir ihr schon vorgeschlagen haben um ihr irgendwas zu erleichtern,sie will es einfach nicht.
Des halb denke ich, es muß halt so vorlang,wenn ihr wißt was ich meine.
  Elli
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: maggie am 05.06.07, 14:22
elli - ich denke ich kenne das - s.o. - meine mutter...

eine meiner schwestern hat mal zu ihr gesagt - früher hast du uns gesagt was wir tun müssen - heute ist es jetzt eben umgekehrt...

na - ja - die antwort.... - zum glück liess sich meine schwester damit nicht beleidigen...!!!
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: Margret am 05.06.07, 15:11
Hallo Elli,

es könnte wirklich sein,  dass er da deutlich mehr mitbekommt als ihr , die weiter weg seid.
Vergesslichkeiten und Verwirrungen,  die vor euch verheimlicht werden können.
Wie Marianne sagt:  die Kinder drumherum kriegen schon deutlich mehr mit.

Es ist richtig,  dass er seine Beobachtungen mit euch allen besprechen will.
Sieh es positiv undsachlich ,  dass er euch zusammenruft.

Margret
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: ELLI47 am 07.06.07, 20:50
Habe mit ihm gesprochen und genau so ist es.
  LG Elsbeth
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: Mirjam am 07.06.07, 21:29
Habe mit ihm gesprochen und genau so ist es.
  LG Elsbeth

Elli - wie ist es? Ich versteh das nicht ganz...

Gruß Mirjam

Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: ELLI47 am 09.06.07, 13:10
Hallo Miriam
Ich habe gemeint das in der Letzten Woche Sachen passiert sind von denen ich nichts mit bekommen habe.Er wollte sich mit uns im Allgemeinen darüber unterhalten,wie es wird wenn etwas passiert z.B. Patientenverfügung.Damit wir uns kümmern das wir das Bestimmen behalten.
Da muß ich mich jetzt auch erst mal schlau machen,ob es wirklich so ist,das wenn sie vom Krankenhaus ins Heim eingewiesen wird,das das Heim das Bestimmen hat und überall das sagen drüber hat auch das dann das Erbe weg ist, obwohl es noch nicht verbraucht ist.
  L G Elsbeth
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: Luetten am 09.06.07, 14:11
Hallo Elli, du meinst die Betreuungsverfügung, ist sehr wichtig aber die muß deine Mutter unterschreiben...
LG Petra
Titel: Re: Wenn die Kinder über die Mutter bestimmen wollen
Beitrag von: passivM am 10.06.07, 19:09
Hallo Elli,
sich erkundigen ist immer gut.

Und ich finde es gut, wie den Bruder sich verhält. Ich denke, wenn ihr Kinder euch einig werdet, dann kann euch so schnell nichts passieren.

Aber falls die Mutter wirklich irgendwann in ein Heim muss, z.B. wegen Demenz, dann wäre es schon wichtig, dass ihr euch vorher erkundigt habt. Denn ich gehe davon aus, dass sich "der Staat" druchaus an das Vermögen euerer Mutter halten wird, bevor "die Allgemeinheit" zahlen muss, weil es ja oft trotz Pflegeversicherung nicht reicht. - Und ehrlich gesagt finde ich so was ganz schlimm, und auch ungerecht, weil Demenz eine Erkrankung ist, eine relativ häufige sogar. ...und dafür sollte doch die Krankenkasse aufkommen. ...ist aber ein anderes Thema.

Ich finde es jedenfalls gut, wenn ihr "Kinder" euch rechtzeitig zusammen setzt, und miteinander beratschlagt, euch notfalls auch von außen Rat holt, und ich hoffe, dass es nicht so ist, wie von Amazone befürchtet, obwohl solche Befürchtungen ja oftmals nicht ganz unbegründet sind. Aber das muss ja bei euch nicht der Fall sein.

lieben Gruß
Anna
Titel: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: anonym am 17.12.07, 08:48
hallo, ich bin 26 jahre alt und mache mit meinem vater (70 jahre) die landwirtschaft mit 14 Milchkühen + einige Rinder, Schweine etc.
Wir sind ein Einzelhof, ich habe zwar einen Freund, bin aber trotzdem sehr oft allein. Mittlerweile mag ich sogar keine menschen mehr sehen, es macht mir keinen spass unter leute zu gehen oder kontakt zu halten. ich bin viel lieber allein.
mit meinem vater habe ich probleme. kleine probleme, die mich aber täglich ärgern. Das problem ist, er zieht sich nicht um, wenn er aus dem stall kommt, er hat nie Latzhosen oder sowas an, sondern normale jeanshosen. ok, dass er ohne umziehen zum frühstück kommt am morgen, verkrafte ich mittlerweile und ich schlucke es runter.
aber das problem ist, dass er mir aus seinen holzschuhen raus in der ganzen wohnung mit den socken die heublumen verstreut und da wir auch noch einen hellen boden haben könnte ich ständig kehren, halt jedesmal wenn er ins haus kommt, man sieht jeden seiner schritte und mehr. ich fühle mich nie wohl, wenn gerade jemand zu besuch kommt und ich habe gerade nicht gekehrt.
ich habe mich schon oft aufgeregt, aber ich komme nicht gegen meinen vater an. er hat immer irgendwelche ausreden. ausserdem hat er das schon sein ganzes leben lang so gemacht, wieso sollte er es nun ändern, nur weil ich es mich angeblich aufeinmal stöhrt. Für mich ist es täglich eine aufregung meinem vater hinterherzukehren.
wie seht ihr das? bin ich zu streng zu meinem vater? rege ich mich über etwas belangloses auf?
ich bin froh wenn ich mit meine freund eine eigene wohnung bauen kann, aber das dauert noch ewig. im moment sehne ich mich aber nur noch dort hin. alles andere ist unwichtig. mein leben jetzt ist eigentlich "sinnlos", einfach verlorene jahre.
zu hause mit meinem vater rede ich kaum noch etwas. ich habe einfach keine lust.

????
lg

Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: anonym am 17.12.07, 13:05
Nein meine mutter ist gestorben als ich 12 war.
meine schwester wohnt 30 km weg.

danke fürs schreiben!

lg
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: renerl am 17.12.07, 14:43
Es ist schade, das dein Vater nicht bereit ist , sich zu ändern. Ich bin nicht der Meinung, das man das nicht mehr kann. Als ich noch zu Hause lebte, ging mein Vater auch immer mit Schuhen (ganz gleich wie nass) ins Haus. Mit der Begründung, er hätte Schweißfüsse und käme immer so schlecht wieder in seine Stiefel. ER hat auch nie einen Finger im Haus gerührt, wozu hatte man Frau und Töchter. Mittlerweile haben alle Töchter geheiratet und meine Mutter ist krank. Ich hab meinen Vater nicht mehr mit Arbeitsschuhen im Haus geshen, und als meine Mutter das letzte Mal im Krankenhaus war, hat er sogar den Boden gewischt und sich selbst versorgt. Mein Vater ist 72, also auch nicht mehr jung. Was den sinnelwandel herbeigeführt hat, weiß ich nicht, aber das  Argument, das man zu alt sei, zählt wohl eher nicht. Es gibt Dinge, die einen so belasten, das man denkt man hälts nicht mehr aus. Vielleicht solltest du deinem Vater klar machen, das es nicht gerecht ist, das nur er sich wohl fühlt, wie er so lebt. Er müsste ja nicht mal viel ändern. Das du gern allein bist, kann ich verstehen, mir gefällt das auch . Aber vielleicht könntest du ja mit deinem Freund eine kleine Wohnung mieten und zum Arbeiten auf den Hof fahren. Vielleicht führt  Konsequenz zum Umdenken bei deinem Vater!
LG Renerl
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Landgirl am 17.12.07, 15:06
Warum dein Vater sich nicht ändern will, obwohl du ihn darauf angesprochen hast kann ich auch nicht verstehen.Aber ich kann dir nachfühlen wie es ist wenn man sich in der eigenen Wohnung nicht wohl fühlt.Als ich zu meinem Mann auf den Hof zog war der Haushalt auch eine einzige Katastrophe und was mich vorallem aufregte, dass sich einfach niemand daran störte.Da wurde auch mit den Schuhen durchs ganze Haus marschiert egal wie dreckig die waren.
Abhilfe hat dann nur gebracht, als wir uns dann eine eigene Wohnung auf dem Hof einrichteten.
Du fragst jetzt, ob du zu streng zu deinem Vater bist, das glaube ich nicht denn es kann ja nicht angehen das du dich nicht wohl fühlst und es als verlorene Jahre bezeichnest ( übrigens gibt dir die später niemand mehr wieder ).
Sprich nocheinmal mit deinem Vater und mache ihm klar, das du so nicht mit ihm zusammenleben kannst und er riskiert dich zu verlieren wenn er sich nicht ändert.


Grüße von  Landgirl
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Hubertine am 17.12.07, 15:42
Häng mal ein Schild an die Tür, in etwa so :

Das hier ist ne Wohnung KEIN Stall !
Wer diese und mich respektiert,
verschmutzt sie nicht unnötig!
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: eifelrosi am 17.12.07, 16:00
Hallo,

zum Zusammenleben gehören immer mindestens 2 Leute, und da kann es meines Erachtens nicht angehen, dass einer nur schlucken soll und der andere seinen gewohnten Trott beibehält, egal ob es der Vater oder der Mann ist.
Mit 70 Jahren kann man sich, wenn man das will! immer noch ändern, nur ist das verdammt schwierig, jemandem das wieder abzugewöhnen, was derjenige 70 Jahre schon so gemacht hat.
Es gibt sicher Charaktereigenschaften, die man nicht so einfach ändern kann, aber solche Kleinigkeiten wie das Verstreuen von Heublumen - im Grunde sind das ja wirklich nur Kleinigkeiten, die den anderen aber auf Dauer zur Weißglut bringen können - müssen doch wirklich nicht sein. Das ist in meinen Augen ganz einfach Mißachtung der Arbeit des anderen.
Es scheint wohl auf vielen Höfen so zu sein, dass die Herren der Schöpfung es für selbstverständlich halten, dass hinter ihnen hergeräumt wird. Ich habe z.B. auch einige Zeit gebraucht, bis Göga es begriffen hat, dass nur noch die Wäsche gewaschen wird, die im Wäschekorb ist.

Die Idee von Renerl mit der Mietwohnung für Dich und Deinen Freund finde ich auch ganz gut. Erstens bekommst Du dann Abstand und vielleicht sieht Dein Vater dann auch selber, was man anderen für Arbeit machen kann. Du mußt nur dann so konsequent sein und wirklich nur für die Stallarbeit auf den Hof fahren.
Ich vermute auch, dass es noch schwerwiegendere Problem zwischen Euch gibt und dieses hinterherkehren mehr ein Auslöser ist. Ich weiß wohl auch, dass viele solcher ärgerlicher Eigenarten irgendwann das Faß zum Überlaufen bringen. Das Schlimmste ist in meinen Augen daran, dass man das Gefühl hat, gegen eine Wand zu reden und das macht einen seelisch irgendwann fertig und sowas darf nicht sein.
Hast Du schon mal mit Deiner Schwester darüber gesprochen? Vielleicht könnt Ihr ja zusammen etwas bewirken, und wenn Du nur mal für  2-3 Wochen dahingehst - 30km fahren für den Stall abends und morgens dürfte ja auch kein so großes Problem sein.
Ich wünsch Dir die Kraft, das durchzuhalten, denn einfach wirds bestimmt nicht sein, wenn Du wirklich auf Dauer etwas erreichen willst.
Liebe Grüße
Roswitha
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: anonym am 17.12.07, 17:00
Danke, dass Ihr mir soviel schreibt ist echt toll von Euch!

Es ist für mich fast unmöglich hier wegzuziehen in eine Wohnung. Ich kann meinen vater nicht alleine lassen. Ich koche, wasche, heize und mache ja alles und wer würde das sonst machen?

Es mag sein, dass ich im Moment wirklich nicht zufrieden bin mit meinem Leben/Wohnsituation und deshalb regen mich Kleinigkeiten immer gleich so auf und wenn es jeden Tag dasselbe ist mit dem kehren... und ich immer so alleine bin ohne eine Familie zum reden...

Ich wünsche mir schon sehr eine Familie. Mein Traum ist es mit meinem Freund zusammen zu sein, auch meinen Vater nebenbei zu versorgen, Kinder zu bekommen, Enkel für meinen Vater. Das wäre doch alles so schön, aber es sollte nicht sein.
Ich glaube nicht, dass ich so wie es jetzt ist, jemals noch glücklich werden kann.
Welche 26jährige lebt schon mit einem 70jährigen zusammen?

Ich bin eben auch eine ziemlich gutmütige Person. Eigentlich komme ich kaum gegen meine Vater an und darum sage ich oft besser einfach nichts, weil es ja eh nix bringen würde was zu sagen.

Ich kann versuchen zu mehr Menschen Kontakt zu haben, aber ich will es nicht.
Ich versuche meinen Vater ja zu verstehen und ich weiss dass täglich was passieren kann. Ich habe auch grosse Angst um ihn, weil ohne ihn stehe ich mit der ganzen Landwirtschaft alleine da.
Aber die EINE Sache nervt einfach ganz verrückt.

lg







Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Nurmi am 17.12.07, 21:12

Es ist für mich fast unmöglich hier wegzuziehen in eine Wohnung. Ich kann meinen vater nicht alleine lassen. Ich koche, wasche, heize und mache ja alles und wer würde das sonst machen?
Du bist also die Haushälterin für deinen Vater, dass jeder andere auch machen ! Vor allem kann auch deine Schwester einen Teil der Arbeit machen, z.B. 1 mal oder 2 mal in der Woche kochen und es vorbei bringen, bei der Gelegenheit kann sie auch noch etwas im Haushalt tun. Es gibt auch Haushäterinnen oder 'Zugehfrauen', die einen Teil der Hausarbeit erledigen können. Es gibt Wege - Du musst es nur wollen ! 

Ich glaube nicht, dass ich so wie es jetzt ist, jemals noch glücklich werden kann.
Welche 26jährige lebt schon mit einem 70jährigen zusammen?

Ich glaube nicht, dass das die Frage ist, da gibt es bestimmt welche. Die Frage ist : welche 26jährige gibt sich dabei auf ? oder beginnt gar nicht erst zu leben ?

Ich kann versuchen zu mehr Menschen Kontakt zu haben, aber ich will es nicht.
Komm' aus deinem Schneckenhaus raus, du darfst dich nicht verkriechen, sonst wird sich nichts ändern ! Deinem Vater kann natürlich jeden Moment etwas passieren, aber er kann auch noch mehr als 20 Jahre bei dir sein.
Dann wärst du 46 Jahre alt, dann ist es bestimmt noch schwerer dir ein eigenes Leben aufzubauen.
Über die Zukunft eurer Landwirtschaft müsst ihr euch schon jetzt Gedanken machen, andere Landwirte gehen mit 65 Jahren in Rente. Wie lang will denn dein Vater das noch machen ?

Sei mir nicht böse, wenn meine Worte etwas hart sind, aber es macht mich wütend und traurig zugleich, dass du dich in dieser Situation befindest und nicht richtig aktiv wirst. Ich hoffe, dass deine Anfrage hier ein erster Schritt ist, an deiner Sitation etwas zu ändern.
Wie schon vorher geschrieben wurde: andere Menschen kannst du nicht ändern, du kannst nur ich selbst ändern.

LG
Nurmi
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: dagmar am 18.12.07, 10:05
Hallo anonym,
ich bin 42 Jahre alt und mein Schwiegervater ist 76. Wir haben so ähnliche Probleme wie du. Obwohl sich mein Schwiegervater schon auch noch geändert hat. Erwische ich ihn mit seinen Stallschuhen im Haus sage ich ihm klar und deutlich wer hier putzt. Das Bad und die Toilette bei ihm sind auch ein Problem. Da ich Probleme mit meinem Rücken habe, habe ich für die Wohnung meines Schwiegervaters um ein Putzfrau alle 14 Tage geschaut. Und siehe da auf einmal kann mann[/b] die Klobürste benützen.
Bitte hör auf alles zu schlucken, dass wirst du auf Dauer nicht verkraften und wer versorgt dann deinen Vater.
Falls in deiner Familien oder Freunden keiner ist mit dem du reden kannst, dann suche dir professionelle Hilfe.
Ein Fremder hat oft gute Einfälle, wie man manches besser machen kann.
Warum kannst du keine eigene Wohnung haben. Liegt es am Platz oder Geld. Das Leben ist schön, du musst dir das Schöne nehmen und auch sehen.
Gruß Dagmar
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: andrea61 am 18.12.07, 11:19
Hallo Annonym,

Du kannst einen menschen nicht gegen seinen Willen verandern ,Erst wenn du dein verhalten in kleinen schritten anderst wird dein vater nach folgen .
die erste massnahme ist das du deine ganze kraft zusammen nimmst und vielleicht mal eine woche ausziehst damit dein vater endlich den ernst der Lage erkennt.wer versorgt den deinen vater wenn Du morgen stirbst ??
Indeinem Inneren Steck ein grosses schuldgefühl ,das du deinen vater nicht allein lassen kannst wegen dem frühen tod deiner Mutter,aber dein Vater ist ganz alleine für sich verantwortlich
Ausserdem ist es dein Leben und du bist heute Erwaschen ,das ist nämlich eine Unbewusste Abhänigkeit .
Vielfach wirken da noch Glaubensätze aus deiner Kindheit in deinem Inneren .wenn du dir mal eine Kleine Auszeit nimmst und in Ruhe nachdenkst findest du auch eine Lösung.
Wünsche dir alles Gute Andrea61
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: gertrud2 am 18.12.07, 13:05
Ich kann mich Helga nur anschließen!Es ist auch bei mir ganz ganz lieb gemeint aber das klingt nicht nur nach einer "kleinen" Depression.Du schreibst nicht viel über dich persönlich .Antworten kannst du,wenn nicht hier so öffentlich auch an meine  oder jemanden anderen Privat mail!Viellicht überlegst du dir auch Mitglied im Bäuerinnntreff zu werden .Die 12 Euro müßte es dir wert sein. Im Vereinseck bzw in der Mailingliste ist alles wesentlich privater.Was hast du beruflich gemacht,welche Schule?Aus welchr Region kommst du?
Ist euer Hof überhaupt noch profitabel?
Dein Problem ist weniger dein Vater als du selbst!!!!!Wenn du "Dein Leben" in die richtige Bahn lenken kannst hast du auch die Kraft deinem Vater entgegenzutreten.Du brauchst dringend Hilfe!!!Geh zu einer Beratungsstelle und schreib auf jedenfall weiter hier.Es gibt,wie du ja schon gemerkt hast, viele im ländlichen Raum mit Problemen und gegenseitiges"stützen" baut auf!!
Alles Liebe und ganz viel Kraft
gertrud
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Romy am 18.12.07, 13:42
Ähmm... entschuldigung arbeitest du eigentlich gratis, oder bekommst du einen Lohn? Ich hoffe für dich, dass du dir einen angemessenen Lohn ausbezahlen lässt. Ich weiss jetzt nicht, wie das genau bei euch in Deutschland ist. Aber, wenn du keinen Lohn bekommst, wie ist das denn mit der AHV und den Sozialabzügen geregelt.
Flying Hirsch hat dir ganz zuerst eine gute Antwort gegeben, die ich voll und ganz unterstütze, also lass dich nicht unterkriegen. Geh hinaus ins Leben, zieh dich nicht in dein Schneckenhaus zurück. Es ist dein Leben und deinem Vater geht es sehr viel schlechter, wenn du nicht dort bist, also soll er sich gefälligst etwas bemühen.
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: pauline971 am 18.12.07, 13:52
Hallo anonym, ich hab Deine Beiträge mehrere Male gelesen, lange darüber nachgedacht und beschlossen, auch etwas zu schreiben. Als erstes empfehle ich Dir, Dich hier anzumelden. Es gibt hier nette, herzliche, ehrliche, gute........ Menschen, die sich die Probleme und Sorgen "anhören" und gute Tips und Ratschläge geben. Niemand lacht über Dich, nimmt Dich nicht ernst oder oder oder. Ich habe es selbst schon erfahren, wie wertvoll die Worte der anderen sind. Ich und sicher auch viele andere hier kennen das Problem mit den alten Herren; die typischen Generationsprobleme halt. Weiß nicht, wie wir werden, wenn wir mal alt sind. Auch so... oder andere Macken. Klar, ältere Menschen kann man nicht grundlegend ändern. Aber man kann sie schon dazu bewegen, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Aber bevor Du das Problem mit Deinem Vater angreifst, fang bei Dir an. Laß Dir von Menschen helfen, die sich auskennen. Such Dir professionelle Hilfe. Sich zu Hause verkriechen und keinen Menschen sehen wollen ist keine Lösung. Wie andere Mädels hier schon geschrieben haben, ist das Lebens schön - zu schön und leider viel zu kurz, um es sich schlecht gehen zu lassen. Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich, JEDER. Krempel die Ärmel hoch und pack an. Wem gehört der Hof mal, wenn Dein Vater stirbst? Wird es Deiner? Dann sag Deinem Vater, du möchtest alles schön herrichten und schön erhalten und sauber halten. Es ist sein Hof, den er Dir vererbt. Er will doch sicher nicht, daß alles verlottert, will stolz sein, wie alles schön ist. Ok, Du machst alles. Aber er wird auch mit 70 Jahren lernen müssen zu akzeptieren und zu achten, was Du schaffst. Überleg Dir, was Du willst, dann rede mit Deinem Vater. Fang an, Dir ein schönes Heim zu schaffen. Such Dir auch Hobbys, Freizeitmöglichkeiten, Freunde. Das gibt Dir Kraft, weiterzumachen. Was ist mit Deinem Freund? Wohnt er bei Dir? Schafft gemeinsam etwas. Richtig ist auch, Dein Vater hat nicht das unendliche Leben, aber er ist noch da, kann nicht einfach weggezaubert werden. Ihr müßt lernen zusammen angenehm zu leben. Aber es kann auch nicht sein, daß Du alles tolerierst.
Der Hof ist doch sicher groß genug um  Dir vielleicht eine kleine Wohnung oder einfach einen eigenen Bereich einzurichten. Weglaufen ist keine Sache, aber auch nur von schönen Dingen träumen auch nicht. Tu etwas. Ich kann Dich schon verstehen. Ich bin 36 Jahre alt, meine Eltern sind 75 und 80 Jahre - also in etwa wie bei Dir das Verhältnis. Bevor mein Freund eingezogen ist, war ich auch alleine mit ihnen auf dem großen Hof. Wir haben keine aktive Landwirtschaft. Meine Eltern sind schon lange Rentner und ich arbeite den ganzen Tag. Was meinst Du was die für Ansichten hatten und haben ??? ??? Sie mußten auch erst mal kapieren, das es nicht mehr läuft wie vor 100 Jahren. Diskussionen, Gemeckere, Gejammere usw. gab es mehr als genug. Nur wenn man zusammen leben will, müssen halt auch die alten Herrschaften kapieren, das so einiges zu ändern ist. Irgendwann hat es geheißen, ich bekomme den Bauernhof und alle Grundstücke überschrieben - ok, aber mein Motto war "entweder ich mache was daraus, richte her, halte instand oder gehe weg. Aber wenn ich da bleibe, sage ich an." Das haben sie verstanden, wollten ja auch nicht, daß das Töchterlein wegzieht. Wir haben dann auch gemeinsam beratschlagt, was zu tun und zu machen ist. Aber Endansage hab ich gemacht. Aber glaub nicht, daß es immer einfach ist bei uns. Ich räume meinem Vater auch oft genug hinterher. Meine Eltern haben einfach andere Ansichten von Ordnung und Sauberkeit und mein Vater ganz besonders. Wenn ich grad den Boden gewischt hab und er meint, er muß durchtrampeln, gibt es schon mal "einen Gong"  ;D. Da muß ich schon mal schimpfen und fragen, ob ich die Putzfrau bin. Liebe anonym, ich könnte Dir Storys erzählen, da würde ich heut ´nicht mehr fertig werden. Aber was soll ich sagen - es gab nur zwei Möglichkeiten - entweder das Elternhaus verlassen oder mit ihnen zusammen leben und sich zusammenraufen. Mein großer großer Halt ist mein Schatz. Er unterstützt mich überall, hilft und ist so tüchtig. Er richtet die alte Hütte schön her, ist einfach ein lieber Mensch. Für ihn ist es auch nicht immer einfach mit den Schwiegereltern, aber da muß ma durch sagt er immer.
Ich wünsche Dir Kraft, etwas zu ändern.
Meld Dich wieder hier und berichte, was Du bewegt hast.
Gruß Pauline971
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: anonym am 18.12.07, 15:35
ihr seit so lieb, ihr schreibt so lieb, ich könnte heulen!!
ich werde mich als nächstes hier anmelden, ich versprech es euch.
lg
DANKE
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Almlisel am 18.12.07, 15:44
Hallo ich bin da!!

lg
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: ansabe am 18.12.07, 16:24
Hallo Almlisel,
herzlich willkommen und ganz viel Kraft und Mut wünsch ich dir. :D
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: anonym am 18.12.07, 17:01
zum Thema:

ähm, den Betrieb meine Vaters habe ich gepachtet (schon seit ich 18 bin). Mein Vater ist schon lange in Pension. Alles was ich an Geld brauche bezahlt der Betrieb, auf dem steht aber auch noch der Name meiner Schwester.
Gehören tut mir noch gar nix vom Betrieb.
Ich glaube ich brauche einen Mann. Gerade diese Woche ist mein Freund wieder Tageweise weg und ich bin allein und hab niemand zum reden. Er wird mir wieder richtig fremd und das finde ich schlimm.
Ich bin erst ein Jahr mit ihm zusammen und ihm ist es noch zu früh um zu mir zu ziehen. Das gehe ihm zu schnell (er ist 29). Ich könnte aber jederzeit zu ihm ziehen hat er mir gesagt, in seinem Ort mit ihm gemeinsam eine wohnung nehmen, in seinen Ort in dem er sehr verbunden ist und viele Kollegen hat. Er wohnt 10 km von mir entfernt. Aber dass kann ich einfach nicht. ich bin hier am hof immer irgendwie beschäftigt und wenn es nachts um 12 uhr ist und eine kuh mit problemen kalbt etc. oder ich stehe morgens früh auf um wieder zu heizen, was viel arbeit gibt in diesem alten haus (habt ihr nun bei dieser kälte am morgen auch nie mehr wie 14 grad in der küche?)
wir haben schon gemeinsame träume mein freund und ich, wir wollen den hof eigentlich schon irgendwie weiterführen, ein haus bauen, viele kinder... aber eben alles erst in ??? jahren (wenn ich mit meinen nerven und meiner seele schon am ende bin?). Mir kommt es einfach so vor ob ich mein leben schon seit jahren träume...
Grosse Angst habe ich auch, dass uns mein vater sehr viel von unseren Träumen "verbauen" wird. Ich weiss nicht ob wir neben dem hof ein haus bauen dürfen, mein vater will das alte haus umkrempeln.....

Eine Kleine Wohnung für mich einrichten wollte ich auch schon, aber das ist für mich selbst wieder mit mehr Arbeit und Umständen verbunden. Mehr Putzen, mehr Treppen auf und ab wenn mein vater wieder ruft und was braucht, mehr Heizen ..... und darum habe ich das nicht gemacht. Wir hätten noch zwei alte Ferienwohnungen aber die vermiete ich noch, das mach ich gar nicht gern weil sie so alt sind, aber ich mach es halt um ein kleines Geld...


Irgendwie ist es auch so, sobald ich zu meinem Vater was sage wegen dem  Boden Kehren die ganze Zeit, kommt ja gleich wieder eine Ausrede von ihm und er sagt dann soviel wie: hast du keine grösseren sorgen, also es gibt doch wirklich schlimmeres etc... und das glaube ich ihm dann gleich wieder und ich bekomme dann gleich wieder ein schlechtes gewissen, weil natürlich gibt es schlimmeres.

Ich danke Euch für Eure Hilfe und Worte, ich werde jeden Beitrag wohl noch einige male durchlesen.

Liebe Grüsse
aus Österreich
Almlisel

Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: anonym am 18.12.07, 17:11
und wegen dem Leute treffen:
1. hab ich einfach keine lust, null lust mich mit jemandem zu unterhalten. ich fühle mich oft so schlecht wegen meinem leben und daher einfach: null lust, lieber alleine sein, alleine mit dem freund..
2. gibt es wenige im meinem Alter mit denen ich zurecht komme, schon allein wegen meiner Arbeit auf dem Bauernhof... manchmal schäme ich mich dafür.
3. bin ich zu hause sehr angebunden. wäre ich einmal einen nachmittag mit einer freundin weg und mein vater wäre daheim allein am rackern hätte ich gleich wieder ein schlechtes gewissen.
4. ich kann einfach keinen spass mehr haben mit freundinnen..
5. die bäuerinnen in unserem ort sind alle 40+
6. ich habe so viele verwandte in meinem ort, soviele cousins auf die ich schon gar keine lust habe...
7. wenn ich abends im stall fertig bin, mach ich am liebsten gar nix mehr.
8. irgendwie bin ich auch nicht gesprächsfähig, ich kann mir nur schwer eine eigene meinung bilden... das habe ich eben nicht gelernt, zu hause hat nämlich eh mein vater immer recht... wieso dann noch eine eigene meinung bilden?


könnt ihr euch das nicht vorstellen, wenn ich einen mann habe und kinder, dass es mir dann möglicherweise besser geht und ich mehr lebenslust habe und auch mehr kontakte knüpfen kann/will/werde?
ich bin immer der meinung das es so ist.

lg
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Cendrillon am 18.12.07, 17:39
hallo almlisel,
ich finde es schade, dass du meinst, nur mit mann und kindern könntest du glücklich sein. versuche zuerst alleine zurecht zu kommen.
ich denke, es wäre eine gute idee, eine eigene wohnung zu haben. entweder auf dem hof, oder dann auch bei deinem freund.
du regelst deine arbeit zu mehr oder weniger festen arbeitszeiten und organisierst für deinen vater eine haushälterin.
so hast du deine arbeit auf dem hof, und daneben deine freizeit (die in der landwirtschaft eh schon knapp bemessen ist) und musst nicht immer für deinen vater anwesend sein.

ich wünsche dir viel kraft, um aus dieser schwierigen lage herauszukommen. es hört sich schlimm an, wenn eine so junge frau wie du schon davon erzählt, sie habe kein eigenes leben.

alles gute
katrin
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: anonym am 19.12.07, 08:05
heute bin ich total fertig.
mein vater musste die ganze nacht aufstehen wegen einer kuh.
Der boden und die treppen natürlich eine "katastrophe".
Auch sein Bett ist voller heublumen, ich weiss nicht wie er das gemacht hat. er hat sich wohl kein einziges mal irgendwie umgezogen. da kann ich ihm aber nicht mehr helfen, ich hab die heublumen in seinem bett im moment noch nicht weg gemacht.

tut mir leid, ich wollte das nur mal loswerden. ich hab ja sonst niemanden zum reden.
heute morgen geht es mir komplett schlecht. Laune : 5-

lg
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Mirjam am 19.12.07, 08:32
ich hab die heublumen in seinem bett im moment noch nicht weg gemacht.


Hallo,

und wenn du sie mal eine Weile nicht wegmachst, sondern in der Zeit in Ruhe einen Kaffee trinkst...?

ER muss ja in seinem selbst gerichteten Bett schlafen, nicht du...

Gruß Mirjam
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Jacky am 19.12.07, 09:07
Bitte, denk zuerst mal an dich und nicht immer an deinen Vater. Komm zuerst mit dir selbst ins Reine und dann wirst du auch mit den Macken deines Vaters klar kommen. Lass die Heublumen in seinem Bett, den solange er weiss, dass du hinterherputzt wird er an seinem Verhalten nie was ändern. Ändere du deine Einstellung und auch er wird seine Einstellung ändern müssen.

Und von wegen, alte Leute können sich nicht ändern...das Verhalten deines Vaters erinnert mich sehr an meinen Schwiegervaters der inzwischen 82 ist. Als vor gut zehn Jahren meine liebe Schwiegermutter verstorben ist, hab ich für ihn geputzt und gekocht. Hab mich oft über den Flur geärgert, durch den er gerade, frisch gewischt, mit den Schuhen aus dem Hühnerstall kommend durchgelascht ist. Den Duft und Dreck kannst du dir wohl vorstellen.

Da er auch kein umgänglicher Mensch ist, haben wir seit etwa zwei Jahren einen eigenen Eingang. Und siehe da, seitden werden die Schuhe draussen abgezogen und er wischt sich seinen Flur und seine Treppe selber.  ;)

Mach dich nicht zur Magd deines Vaters, schon gar nicht solange er sich selbst helfen kann. Er ist für sich selbst verantwortlich und du für dich. Es ist dein Leben, nimm es in die Hand. Mach dein Leben auch nicht von deinem Freund oder von Mann und Kindern abhängig, das ist noch lange keine Garantie, dass das Leben besser und schöner wird.
Viele haben hier schon geschrieben, geh unter Menschen, such dir einen Verein, der dir Spass macht und verkriech dich nicht in ein Schneckenloch. Und für den Beruf Bäuerin brauchst du dich bestimmt nicht schämen...Kopf hoch und unter die Menschen. Es gibt soviel Schönes da draussen, das Leben findet nicht nur am Hof statt.

Sei lieb gedrückt und wenns darauf ankommt, lass auch mal deine Wut raus, tut manchmal ganz gut! ;)
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: regi am 19.12.07, 10:54
Du bist wirklich nicht die Putzfrau von deinem Vater.

Was, wenn du das mal machst wie Mütter mit Teenies:
Im Zimmer des Vaters machst du unter der Woche GAR NICHTS.
Einmal pro Woche staubsaugen, Boden wischen, abstauben, aber NICHT AUFRÄUMEN.
Wäsche wird nur gewaschen, wenn sie bereit liegt, saubere Wäsche wird nur ins Zimmer gelegt - versorgen soll er sie selber.

Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: gertrud2 am 19.12.07, 18:14
Aber"regi"!
Mein Mann würde das noch nicht mal merken!
Du glaubst doch nicht im ernst das einem Mann(bzw Vater) der nie Hausfrauenpflichten erledigt hat auffällt ob geputzt oder nicht geputzt wurde und außerdem würde sich almlisel dann auch nicht wohl fühlen.
Wenn schon dann müßte sie für ein Woche (oder mehr) ganz außer Haus.
gertrud
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Romy am 20.12.07, 11:07
Ich finde es eigentlich schon eine Zumutung was Almlisel da schon leisten muss. Wenn ich so an meine Kids denke. Der Älteste ist 25 Jahre alt. Die geniessen ihr Leben noch in vollen Zügen. Gehen mit Freunden ins Kino, auf Partys, sind Wochenende für Wochenende auf irgend einem Berg am boarden...
Wenn man so jung ist, soll man doch ein bisschen Spass haben, das Leben geniessen.
Aber wenn Almlisel mit ihrem Vater den Betrieb führt, ist sie am Abend sicher sehr müde, durch die Probleme mit dem Vater demoralisiert. Deshalb hat sie keine Lust raus zu gehen.
Sorry Almlisel, in meinen Augen führst du ein Leben, dass in deinem Alter noch gar nicht sein darf. Aber es ist halt so, dass niemand anders dir helfen kann, als du dir selber. Du musst die Energie finden raus zu gehen, vielleicht durch einen Turnverein, Landfrauenverein etc. (Vereine sind sehr gut für gerade solche Situationen) Ich denke Ausserhalb wirst du dann auch direkte Hilfe finden. Auch wenn die Damen schon von älterem Kaliber sind  ;) oder vielleicht grade deswegen. Glaub mir: Du musst da einfach raus. Du musst Abstand finden. Sonst drehst du dich wie eine Spiralle immer weiter nach unten.
Du klammerst dich jetzt ganz verzweifelt an die Hoffnung "Familie". Ich habe Angst um dich, wenn sich die Hoffnung als Seifenblase herausstellen sollte.
Du hast dich hier gemeldet, super! So hast du doch schon einen Schritt getan. Jetzt kommt der nächste. Du brauchst jetzt viel Kraft und Energie - nicht für deinen Vater (der ist erwachsen und kommt auch mal alleine klar, glaub mir, da brauchst du kein schlechtes Gewissen zu haben.) Auch nicht für den Betrieb, sondern für dich. Was dir fehlt ist ein grosse Portion Egoismus.
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Mirjam am 20.12.07, 12:42
Sorry Almlisel, in meinen Augen führst du ein Leben, dass in deinem Alter noch gar nicht sein darf.

Hallo Romy,

ich finde, du hast es auf den Punkt gebracht: Sie hat ein Recht auf ein eigenständiges Leben, eine eigenständige Partnerschaft.

Das was ich herauslese, ist eine "Ersatzpartnerschaft mit der Tochter" - hier soll die Tochter die "Versorgerrolle" der Mutter (da nicht mehr da): Ersetzen.

In den Seiten der Familienberatung habe ich mal eine Umschreibung gelesen, die mir sehr zu denken gab: Das ländliche Bild der "selbstlosen Dienerin" für die Familie.

Hier den Weg zu einem guten Leben zu begleiten wünsche ich ihr viele Menschen, die helfen die Situation zu überdenken und Lösungen, neue Wege zu finden -

auch wenn sie für andere beteiligte nicht "bequem" sind.


@ Almlisl - du bist NICHT dafür verantwortlich, dass dein Vater sein Leben so weiterleben kann wie ER es möchte (oder vielleicht vorher von seiner Frau gewöhnt war)

oder das bisherige "Lebenssystem" auf eurem kleinen Hof aufrecht zu erhalten.... bis, ja bis wann eigentlich?

Du brauchst dein Leben dafür nicht aufgeben, hintenanstellen.

Aber du bist für Dich und Deine Gesundheit verantwortlich, für jeden Tag wie du ihn gestaltes und für die Schritte die du machst, um deinen Zielen, Wünschen näher zu kommen.

Du hast auch Rechte: Mitspracherechte und Gestaltungsrechte und - Persönlichkeitsrechte, das du respektvoll behandelt wirst: Wenn du sie einforderst, denn all das

was du selbstverständlich tust, "dich und dein Leben opferst" wird selbstsvertändlich hingenommen - es liegt auch an dir, wieviel Wert du deinem Leben gibst.

Und rechnerisch gesehen - kann die schönste und meiste Zeit noch vor dir liegen: Wir Frauen werden im Schnitt 80 Jahre alt und haben erst mit 40 "Halbzeit"


viele Grüsse & liebe Wünsche in den Advent

Mirjam
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Sonnenblume2 am 20.12.07, 13:15
hallo Almlisel,
warum fühlst du dich für deinen Vater sooo stark verantwortlich?
Bist du von ihm irgendwie abhängig? Der Hof gehört dir ja nicht (hab ich das richtig verstanden?)
Also von dem her gesehen, müsstes du ja nicht unbedingt auf dem Hof arbeiten. Du tust es halt, weil es für deinen Vater alleine nicht zu schaffen währe, oder?  ALSO ist es eigentlich so, dass dein Vater eigentlich von DIR abhängig ist. Warum stellst du ihm dann kein Ultimatum, wenn er sich dies und jehnes nicht abgewöhnen will, dann ziehst du auch Konsequenzen.

- Besuche einen Kurs irgendwas in die Richtung "Stärkung des Selbstwesustseins".
- Fahre mit deinem Freund mal ein paar Tage fort, dein Vater wird schon für ein paar Tage alleine zurecht kommen und event. schätzt er es dann auch wieder besser, was du alles für ihn tust, wenn er es mal selber tun hat müssen (und blos nicht vorkochen  ::), schadet den Männern eh nicht, wenn sie selber mal was 'zaubern' müssen und verhungern tut er sicher auch nicht  ;D)
- geh mal mit deinem Freund auf ein Dorffest (jetzt kommt die Faschingszeit mit vielen Bällen), dann lernt ihr gemeinsam neue Menschen/Freunde kennen
- ist dein Freund bei einem/mehreren Vereinen dabei? Versuch hier neue Kontakte zu knüpfen (z.B.: mein Freund ist bei der Musikkapelle und wenn die Männer wieder mal unterwegs sind, tun auch wir "Musikerfrauen" was miteinander)

Wie ist eigentlich dein Freund zur LW eingestellt? Hat er mal vor dir zu helfen? (dein Vater wird nicht ewig Arbeiten können)
Warum glaubst du dass du durch eine Familie/mit Kindern glücklicher werden kannst?

sei mal fest gedrückt
lg von einer Österreicherin - Sonnenblume
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Mara am 20.12.07, 20:56
Hallo Almlisl!

Ich muss meinen Vorschreiberinnen zum größten Teil recht geben.

 
Aber ich kann dich auch sehr gut verstehen, wenn du dir sehr schwer fällt bzw. dir eigentlich unmöglich ist, etwas zu ändern.

Aus meiner Sicht hast du

aus Liebe irgendwann  

z.B. nach dem Tod deiner Mutter  wahrscheinlich unbewusst, vielleicht sogar bewusst am Krankenbett der Mutter versprochen, dass du dich  um deinen Vater zu kümmerst  als seine Hausfrau, Bäuerin, usw. …. 
Du stehst so in deiner Rolle darin, dass fast kein Platz mehr bleibt für dich selbst und deine Rollen als Freundin, Lebenspartnerin, Mutter usw… ….. Wahrscheinlich spürt dein Freund das auch und ist sich deshalb unsicher. Männer haben oft (das würden sie aber nie zugeben) ein feines Gespür,  was richtig  ist und was irgendwie verkehrt ist, wenn sie auch nicht genau definieren können warum. 

Es besteht  wahrscheinlich (ich schreibe das aus eigener Erfahrung :'(, aber mein Thema ist ein anderes) ein emotionaler Konflikt, den du erst lösen solltest, um die nächsten Schritte zu tun.  Das ist nur eine Anregung,  dein Leben aus einer anderen Sicht zu sehen.
Alleine  aber wirst du dir es aber sicherlich sehr schwer haben. Ich wünsche dir, falls du diesen Weg gehen möchtest  dass du die richtigen Therapeuten findest, die dich begleiten und dir aus  „deinem Tal“  heraushelfen.
 
Alles Liebe Mara
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: anonym am 20.12.07, 21:44
hallo!
ich bin überwältigt, dass so viele mir schreiben und mir Ihre Meinung mitteilen.
im moment kann ich gar nicht wirklich klar denken, ich muss erst meine Gedanken ordnen nach den vielen Zeilen die ich gelesen habe.
ich danke Euch sehr, dass ihr Euch die Zeit nimmt und mir schreibt.

nein zu meiner schwester hab ich kein so nahes verhältniss und ich möchte mir ihr eigentlich nicht so anvertrauen. am meisten von meinem "elend" weiss eh mein freund und mit ihm rede ich am ehesten darüber.

"Aber wenn Almlisel mit ihrem Vater den Betrieb führt, ist sie am Abend sicher sehr müde, durch die Probleme mit dem Vater demoralisiert. Deshalb hat sie keine Lust raus zu gehen."
Der Satz ist wohl genau auf den Punkt gebracht!!
für kurse, vereine etc... war ich bisher wirklich leider nicht bereit. vielleicht schaffe ich es doch, es einmal zu versuchen.

familie: familie ist doch das wichtigste und schönste was man haben kann. ich habe keine und daher mein gedanke, dass dann alles besser wird wenn ich eine haben werde.
weihnachten ist für mich ein gräuel, alleine mit meinem vater. wo sollten wir auch hin oder wer sollte zu uns kommen? mein freund ist bei seiner familie, meine schwester will mit ihrer familie ihre ruhe... das geht schon jahre so.

wenn ich mir das vorstelle, dass ich einfach von hier weggehen würde.. ich würde als die komplette versagerin dastehen. alle hier auf dem land würden über mich reden... mein vater würde mich anfangs ganz bestimmt nicht ernst nehmen und darüber lachen. wenn er merken würde, dass ich wirklich gehe, wäre es für ihn die grösste Katastrophe und dass kann ich ihm wirklich unmöglich antun und will ich vielleicht auch gar nicht.
ich finde es ja sonst schön hier auf dem hof, nur eben nicht alleine mit meinem vater und dem ganzen konflikt.
ja, mein freund intressiert sich schon für die landwirtschaft.
er ist ja derselben meinung wie ihr, dass ich hier raus muss, dass ich unter leute muss, dass es besser für mich wäre irgendwo zu arbeiten, arbeitskollegen zu haben etc..
aber wie gesagt, ich kann jetzt unmöglich alles hinwerfen. für meinen vater ist klar und es ist sein wunsch, dass ich das übernehmen werde und jedenfalls auf alle fälle hier bleiben werde, alles andere wäre absurd.
ich will ja auch nicht dass es meinem vater schlecht geht und will ihn nicht alleine lassen. ich will das es ihm gut geht und dass er mich auch mag und zufrieden und stolz auf mich ist.

danke für alles




Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Cendrillon am 20.12.07, 22:36
hallo almliesel
du schreibst, dein vater will, das du bleibst, dass du den hof einmal übernimmst.
überleg dir doch einmal, was DU denn genau willst.
ich habe das gefühl, du hast deinen platz in der welt noch nicht gefunden. das ist vielleicht mit ein grund für deine kriese.
nimm dir zeit und überleg in aller ruhe, was dir gefällt, was DU tun möchtest. ich bin sicher, wenn du deinen platz gefunden hast, kannst du auch besser mit der situation umgehen.

lg
katrin
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Mirjam am 21.12.07, 08:47
Hallo Almliesl,


ich lese aus deinen Zeilen einiges heraus, vielleicht magst du schreiben, ob es so ist

- du gehst nicht gern unter Leute, weil du dich für die Situation schämst in der du lebst bzw. nicht dannach gefragt werden möchtest?

- du hast kaum Zeit für dich (für ein Hobby, für einen Verein) möchtest aber gerne eine eigene Familie mit Kindern?

- euer Hof ist sehr, sehr klein (für unsere Verhältnisse), dein Vater möchte aber, dass er fortgeführt wird. Reicht denn das so zum "Leben/Familie"?

- wie steht dein Freund zum Hof, kommt er regelmäßig, hilft er mit, wie ist das Verhältnis zu deinem Vater ?

- du machst dein Leben von der Furcht abhängig, wie jemand über dich reden ~ könnte ~ ?

- du schreibst, wie dein Verhältnis zu deinem Vater ist, dass du von ihm anerkannt werden möchtest: Bei allem was du derzeit tust - bekommst du diese Anerkennung?

- wie ernst nimmt dich dein Vater wirklich mit deinen Anliegen, wieviel respektiert er dich wenn er das Stroh am Boden genau so ignoriert wie ggf. deine Anliegen ein anderes Leben zu führen? Willst du dies ändern?


Aus meiner Sicht:

Veränderungen an die neue Situationen, d.h. dein Freund, deine Lebensperspektive, Familienwunsch und damit zwangsläufig Konsequenzen für deinen Vater sind KEIN versagen! Im Gegenteil - es zeugt von Mut die Herausforderungen anzunehmen, Entscheidungen zu treffen auch in deinem/eurem Sinne.

Um das zu verstehen, braucht es manchmal Hilfe von aussen - Mara hat es ganz gut beschrieben - was dich an dem Hof in der Situation hält, wie dies entstanden ist und auch aufzuklären, dass dieser "innerliche Zwang" der da ist (Vater versorgen ~ müssen ~, bleiben ~ müssen ~, übernehmen ~ müssen ~) aber ganz gewaltig überdacht werden muss!

Ich nenne so etwas inzwischen Wegbegleiter suchen.

Jeder hat in seinem Leben Situationen, in denen er einen Ratgeber braucht, der darin erfahren ist, andere auf der "neuen Weg suche" zu unterstützen, alte Sackgassen in Frage zu stellen und einem Mut macht mit Entscheidungen UND Handeln den neuen Weg einzuschlagen OHNE ständig die Angst, Furcht vor der Umgebung zu haben.

viele Grüsse

Mirjam



Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: maggie am 21.12.07, 14:41
almliesel,
du bist zwar erst 26 - doch auch dies sollte kein grund sein, auf alle andern rücksicht zu nehmen - nur nicht auf dich...

wenn du wirklich werggehen würdest - was kümmern dich dann die leute - und warum hast du angst, du würdest als versager dastehen...
ich habe eher das gefühl - das ist deine ausrede, damit du dich nicht entscheiden musst, (sei nicht böse, aber manchmal braucht es klare worte !) -
du sprichst ja mit niemandem über dein leben mit deinem vater, aber glaube mir, auch die leute aus deiner umgebung sehen wie es läuft und ich würde sagen, viele schütteln den kopf und wundern sich, was du da mit dir machen lässt....

wenn dir dein freund schon das angebot macht, zu ihm zu ziehen - dann ergreiffe die chance - du kannst ja für den notfall ein zimmer auf dem hof behalten -
und 10 km - sind ja keine strecke -
hat dein vater wirklich soooo viel arbeit, dass er nicht selbst am morgen mal feuer machen könnte ? - ich weiss  wieviel arbeit das gibt - bin im moment auch dabei in 3 bis 4 öfen täglich zu heizen....
(musste hier im büro auch zuerst wieder feuer machen um nicht in dicker jacke und handschuhen am pc zu sitzen - ist ein bisschen übertrieben, aber es ist nicht angenehm wenn kein feuer im ofen ist hier drin....)
nur so kalt haben wir nie im haus...

und wie sieht es denn finanziell aus - wir haben in einzelnen räumen noch elekt. speicherheizung - nicht so kleine öfen die am lichtstrom angesteckt werden, sonder öfen die vom fachmann fest instaliert werden und nur bei billig strom aufheizen (ich weiss zwar nicht ob es das bei euch auch gibt - bei uns in der schweiz kann man mit nachtstrom heizen und der ist billiger als tagsüber) -
frag mal in einem fachgeschäft....

wovon lebt ihr denn eigentlich, ich weiss nicht ob du es schon irgendwo geschrieben hast - sicher nicht nur von den ferienwohnungen ?
gut kühe habt ihr noch, das habe ich mitbekommen, müst ihr noch melken oder sind es mutterkühe ?

dein vater ist 70 - er hat sein leben gelebt, wenn er noch weiter "wursteln" will, dann lass ihn, aber zuerst musst du mal für dich schauen ...

du lebst ja nur für deinen vater - und träumst von einem leben mit eigener familie - glaub mir, auch da wirst du viele enttäuschungen erleben und es wird nicht immer "friede, freude, eierkuchen" ..... herrschen -
es ist gefährlich nur immer in "tagträumen" zu schwelgen und zu warten bis sich was ändert....

wir können dir nur sagen - fahr mal für einige tage weg -
ausser der heizerei wird ja jetzt im winter nicht so viel anliegen, also kannst du deinen vater ruhig mal einige tage "seinem" schicksal überlassen -

wenn du nicht weisst wohin - hier sind viele frauen die schon öfters einem "verzweifelten wesen" für einige tage unterschlupf angeboten haben - ich gehöre auch dazu - weiss zwar nicht wo du wohnst und ob es sich lohnt -
aber wenn du das ansprichst wird sicher die eine oder andere auf dich zukommen und dann kannst du noch immer eine private mitteilung schicken und schreiben wo du zu hause bist, dass man weiss ob es von der entfernung her möglich ist - für wenige tage....

spring über deinen schatten - und lass deinen vater "zappeln"...

so lange du nur hie und da mal brummelst und nichts unternimmst, wird er sich nicht ändern....

liebe almliesel - spring.... spring .... spring...  ---- viel glück
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: anonym am 21.12.07, 20:44
hallo ihr lieben.
ihr schreibt mir ganz schön viel. ich kann das im moment gar nicht alles so schnell verarbeiten.

ich werde mir Eure Ratschläge und meinungen echt zu Herzen nehmen. ja, nur ich selber kann an meiner Situation etwas ändern.
Für das neue jahr habe ich mir vorgenommen einen geeigneteten "Wegbegleiter" zu suchen.

 "du gehst nicht gern unter Leute, weil du dich für die Situation schämst in der du lebst bzw. nicht dannach gefragt werden möchtest" - das ist komplett richtig, ich hasse es wenn man mich nach meiner arbeit fragt, weil mich bisher alle nur blöd angeschaut haben...

- "du hast kaum Zeit für dich (für ein Hobby, für einen Verein) möchtest aber gerne eine eigene Familie mit Kindern?" - das stimmt auch!

- "euer Hof ist sehr, sehr klein (für unsere Verhältnisse), dein Vater möchte aber, dass er fortgeführt wird. Reicht denn das so zum "Leben/Familie"?" - ja wir sind bergbauern, mit kleinen nebentätigkeiten reicht es aus.

"wie steht dein Freund zum Hof, kommt er regelmäßig, hilft er mit, wie ist das Verhältnis zu deinem Vater ?" - das verhältnis zwischen meinem Freund und meinem Vater ist eigentlich sehr gut. mein freund hat sehr viel verständnis, mein vater mag meinen freund so gern weil er viel hilft etc..

- "du machst dein Leben von der Furcht abhängig, wie jemand über dich reden ~ könnte ~ ?" ja ich habe sehr viel angst vor leuten und komme mir vor den meisten minderwertig vor.

 "du schreibst, wie dein Verhältnis zu deinem Vater ist, dass du von ihm anerkannt werden möchtest: Bei allem was du derzeit tust - bekommst du diese Anerkennung?" ja, ich bekomme schon auch annerkennung von meinem vater. aber eben immer wieder ärgere ich mich auch über ihn.

ja, mein vater könnte mein opa sein.
er heizt wirklich nicht gerne. wenn er aus dem stall kommt oder so, ist er dann auch zu müde um  zu heizen, dann friert er lieber. er hat ja nichtmal zeit oder lust sich umzuziehen nach dem stall, darum ist heizen schon gar nicht drinn. Mit der körperhygiene hat er es auch nicht so.. er ist halt noch vom alten "schlag".

ich könnte schon öfter mal mit meinem freund und seinen kollegen mit frauen ausgehen, party machen. aber da kommt halt immer das problem, den nächsten tag früh aufstehen und in den stall... etc.. etc.. es ist halt nix mit ausschlafen und ich hasse es wenn ich verschlafen bin.

LIEBE GRÜSSE























Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Corina am 22.12.07, 19:25
Hallo!

hab gerade deine Beiträge gelesen und kann dich ziemlich gut verstehen. Ich stecke auch in so einer Situation fest, durch die ich jetzt einfach durch muß (Mutter krank, pflegebedürftige Oma und mein Vater steht dem ganzen auch ziemlich hilflos gegenüber, bemüht sich zwar, aber na ja.... Männer eben) Manchmal könnte ich alles hinschmeissen und frag mich wozu das alles. Aber dann gibt es halt auch wieder bessere Tage wo ich sehe, das es doch einen Sinn hat und es sicher wieder mal besser wird.
Ich halt nichts davon gleich dein ganzes Leben umzukrempeln, manchmal muß man Situationen einfach durchstehen und das beste daraus machen. Und was ich so lese, fühlst du dich eigentlich deiner Landwirtschaft schon verbunden und hast auch Freude daran. Aber es hängt halt viel zu viel nur an dir und das belastet dich natürlich. Vor allem wenn man alles mit sich selbst ausmachen muß und niemand zum reden da ist, fühlt man sich sehr allein.
Was ich dir auf jeden Fall rate, ist dir Auszeiten zu nehmen, und wenn es nur mal eine halbe Stunde ist - etwas nur für dich tun - abschalten - nicht an die Probleme denken - auftanken...... für mich sind das Spaziergänge, aber auch die Zeit mit meinen Pferden und Hunden.
Und ich mache einen Kurs über das LFI - da findest du sicher auch etwas das dich interessiert, diese Kurse sind für mich wie Urlaub.
Man kommt mal weg, lernt neue Leute kennen, die meisten auch aus der Landwirtschaft und es tut gut, einfach was neues zu lernen.
Ich komm sonst auch fast nicht raus aber ich hab zum Glück ein paar liebe Freunde die ich jederzeit anrufen kann.

Ich wünsch dir alles Liebe und das du etwas findest was dir Freude macht und dir dabei hilft, die Situation zu meistern.

Und noch was.. du brauchst dich sicher nicht zu schämen, wenn du anderern von deiner Arbeit erzählst, du kannst stolz drauf sein, wie du das alles schaffst!!!!


Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: cara am 23.12.07, 09:54
*puuuh* was für eine verfahrene Situation....

Du musst, so glaube ich, in erster Linie an dir selbst arbeiten.
Es kommt mir vor, als ob du noch nicht einmal wüsstest, wie Selbstbewusstsein geschrieben wird..
Mach was aus DIR!
Geh zum Friseur, geh shoppen, kauf dir was schönes (vielleicht was Nettes, um deinen Freund zu überraschen? ;) ), lass es DIR gut gehen.
Einen Tag kommt dein Vater auch ohne dich aus, er ist doch erwachsen und kein kleines Kind mehr..
Lass ihn meckern und zetern, sag ihm einfach, dass du auch mal Zeit für DICH brauchst.
Versuch, dass du dich selbst annimmst, als das was du bist:
eine ziemlich selbstständige junge Frau, die ziemlich genau weiss, wo ihr Leben hinführen soll.
Dafür musst du dich nicht schämen, Landwirtschaft ist ein sehr verantwortungsvoller Beruf, du hast einen Haufen Kühe, die du versorgst, du hilfst, Kälber auf die Welt zu bringen, du versorgst andere Menschen mit Nahrungsmitteln.
Sag mir, wo ist da etwas, weswegen du dich schämen solltest?
Wenn andere Leute die Nase rümpfen oder über dich lachen, frag sie doch einfach mal, wo sie denn sonst ihre Milch herbekommen wollen, ihr Brot, ihr Fleisch, wenn es keine Landwirtschaft gäbe?

Sieh zu, dass du dich selbst annimmst!
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Corina am 23.12.07, 18:11
Hallo!
Mir ist noch ein Angebot von der SVB eingefallen, das du vielleicht einmal nützen könntest:
die GESUND und AKTIV Woche - wird von der SVB organisiert, mit Vorträgen, Sport- und Freizeitprogramm, usw.
Von den Kosten ist es auch recht günstig (ca. 100,-- Euro) und vielleicht könntest du in der Zwischenzeit eine Betriebshelferin beanspruchen, die deinen vater mal etwas "erzieht"
Und nach einer Woche Erholung sieht man viele Dinge auch wieder anders und er vielleicht auch.

Viele liebe Grüße
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Mirjam am 02.01.08, 20:31
Hallo,

mir ist hier einiges in der rechtlichen Beziehung und Besitzperspektive nicht klar:

Almliesl hat den Betrieb vom Vater, der in Pension ist nur gepachtet. Gehören tut ihr lt. Postings voher "gar nichts" vom Betrieb - der aber "auch noch auf den Namen der Schwester" läuft.

Lief der Betrieb schon immer auf den Vater - und dieser hat ihn dann der älteren Schwester überschrieben oder lief/läuft er auf beide -> Verpachtung an Almliesl? Wenn Mutter schon seit so langem tot und hätte sie Anteil am Betrieb gehabt, hätten die Töchter gleichermaßen (auch wenn Almliesl da mit 12 noch minderjährig war) mit dem Vater geerbt...?

Wie kam es dazu, dass die ältere Schwester ausgezogen ist und kaum Kontakt/Vertrauen besteht? Wie soll Almliesl den Betrieb später "für sich" haben, führen, wenn er doch noch auf (mit) den Namen der Schwester läuft? Wie ist das Verhältnis von der älteren Schwester zum Vater - respektiert er sie genau so (wenig) wie Almliesl?

Wenn die Wunschperspektive eine eigene Familie auf DEM Hof ist, dieser aber derzeit (Unterstellung meinerseits) nur einen älteren Mann + junge Frau mit wenig Ansprüchen (kein Urlaub, Luxus, Hobby) ernährt - wie wird/soll/kann es dann mit mehreren Kindern und "wegfallender AK" (Kinderbetreuung) werden? Wieviel trägt der Hof und in welcher Relation steht das zur Arbeitsbelastung - auch der Arbeitsbelastung des schon längst in Pension stehenden Vaters?

Ich weiß, dass die Fragen relativ unangenehm sind, aber für die jetzige, festgefahrene und wenig Perspektiven bietende Situation sind meist Gründe vorhanden, eine Vorgeschichte und ohne diese kann man manche Fragen nicht beantworten oder Lösungen herbeiführen.

viele Grüsse

Mirjam

Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: brit am 03.01.08, 08:58
ich glaub das müssen wir nicht alles wissen ;)

ich mein, kurz zusammengefasst, der vater ist alleine , hat tochter die ihn tatkräftig unterstützt, für ihn sozusagen ideal. (in dem sinne, er wird tochter nicht fortschicken so nach dem motto *lös dich endlich*)

für almliesel ist es aus andern  gründen nicht ideal (weil sie nicht ihr leben leben kann , und es für sie  keine  perspektive gibt). weil ihre jugend aus verpflichtungen besteht, anstatt zeit zu haben, das leben auszuprobieren.
also muss almliesel entscheiden, *was möchte ich *, und sich auf den weg begeben. und wenn du noch nicht genau weisst, was es dann bitte sein soll, dann halt ausprobieren.
(mit dem hohen risiko, dass der vater erst mal von ihr enttäuscht sein wird ).  almliesel, du musst dich aufmachen sonst tut es niemand ;).
such dir nen job ausserhalb, oder ne ausbildung, , oder was auch immer, und du wirst vielleicht staunen , was dein vater dann plötzlich selber hinkriegt 8)
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: Gasti am 02.02.08, 15:02
Hallo Almlisel,

Du steckst in einer komplizierten Situation. Aber Dein Vorteil ist, daß Du noch jung bist.
Ich möchte hier mal aufzeigen, wie sich Deine Situation entwickeln kann, wenn Du gar nichts änderst.
Du gehst weiter Deinem Vater zur Hand. Du wirst immer frustrierter und depressiver. Das Klima zwischen Dir und dem Vater verschlechtert sich aufgrunddessen zunehmend.
Irgendwann kommt es zum großen Streit, Du verläßt mit fast 40 Jahren den Hof, der Vater enterbt Dich und teilt alles Deiner Schwester zu. Dich bezeichnet er als undankbar.
Kurz darauf stirbt der Vater, Deine Schwester erbt alles.

Daß es so kommen könnte ist gar nicht so unwahrscheinlich. Ich stecke in einer ähnlichen Situation. Der Vater ist jetzt über 80, fast blind und fast taub. Er will alles bestimmen und von einer Hofübergabe, wie das vor fast 30 Jahren mal verabredet war, ist nicht mehr die Rede. Sein ständiges Reden: Dann müßt ihr mich schon totschlagen.
Titel: Re: Bin ich zu kritisch meinem Vater gegenüber?
Beitrag von: pauline971 am 16.03.08, 18:38
Hallo Almlisl, wie gehts Dir? Kommst Du mit Deinem Vater besser klar?
Gruß Pauline
Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: Klecksi am 06.05.08, 13:44
du sprichst mir von der seele ...... eigentlich müsste man viel früher die kraft und den mut aufbringen ..... sich ohne verletzende worte aber klar und deutlich *abzunabeln **   nur geht das leider nicht so einfach  weil eben eltern immer anders denken werden als kinder ... ich hoffe  für meine kinder immer dazusein wenn sie mich brauchen     aber die kraft zu haben sie rechtzeitig loszulassen     auch wenns schwerfällt    lg hanni
Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: brit am 07.05.08, 07:48
hallo luna,

das ist ein riesiges thema, dass du hier anschneidest.. ich glaube es hat viel damit zu tun,  wie die elternbindung in der kindheit war und warum ???
ich hatte jetzt grad ziemliche probleme entscheidungen zu finden, und per zufall nen psychologen kennengelernt, der das ganze mit mir anguckte *einfachmalso*.. und hey ..es ist verrückt, welche zusammenhänge da spielen.. und ich glaubte ich hätte das durch...  leider  zutreffender ist,  mit dem abstand hab ich die dinge verdrängt.. :P
ich finds aber ne echte chance , das  aufzuarbeiten, weil dann endlich hoffentlich die beziehung im *heute* stattfindet, statt immer in alte gefühle (alte muster) abzurutschen.

liebe grüsse   brit
Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: pauline971 am 07.05.08, 08:58
Liebe Luna, das Thema machen wir seit ungefähr drei Jahren zu Hause durch. Du sprichst mir von der Seele.
Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: kueken am 07.05.08, 09:01
Ich denke auch dass es einfach sehr auf das Mutter-Kind-Verhätnis ankommt.
Meine Mami, hatte nie Probleme damit das ich mit 17 daheim ausgezogen bin, und auch jetzt erfährt sie oft leider nur sporadisch, was bei uns grad los ist und trotzdem gibts auch entscheidungen wo eine Mama mal ganz toll ist, wenn man sie fragen kann :)
Aber ich denke dass es bei uns auch so toll ist, weil wir doch einen nicht soooo extremen Altersunterschied hab und dazu meine Mami immer noch recht spontan ist :) Hat mit 40 das reiten angefangen, mit 44 ins Fitnessstudio zu gehn, geht immer noch ab und an mal abends feiern und hat mit 42 nochmal nen neuen Job mit völlig neuen Aufgaben angefangen. Hach, bin ich stolz *g*


lg küken
Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: brit am 07.05.08, 11:10
ja genau luna,
schon verwunderlich, dass das abläuft..unbewusst!! man denkt sich was weiss ich was.. *hat das leben im griff* und meint seine entscheidungen zu treffen.. und dann eine solche erkenntnis *frustimquadrat!!*

bei mir wars/ ist eher , dasss ich immer weit ausgewichen bin.. aber ichs sehs ein.. muss wohl daran arbeiten bevor ich noch am ende der welt lande ;) :)
Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: amber am 07.05.08, 11:26
Ja, wir wurden auch sehr streng erzogen.

Und wir hatten unter unserem trunksüchtigen Erzeuger zu leiden. Meine Mutter hat es nicht geschafft, uns vor ihm zu beschützen.

Heute würde das wohl Kindsmißhandlung heißen.  :-X

Tragisch ist es halt, weil sich das alles wie ein roter Faden durchs Leben zieht und nicht aufhört, auch wenn der "Zustand" von damals lang vorbei ist.

Mein Mann hat auch eine sehr dominante Mutter die heute noch gern in das Leben ihres Sohnes (letztendlich auch in unseres) eingreift. Er (meine Tochter und ich auch) schafft es aber zum Glück immer öfter sich zu wehren.

Dann ist sie natürlich beleidigt weil sie es nicht versteht. Sie hat es ja schließlich bis jetzt immer so gemacht. *seufz*

Manche Menschen sind eben unbelehrbar und uneinsichtig.

Kinder werden nun mal irgendwann eigenständig und möchten ihr eigenes Leben leben. Bei meiner Tochter fällt es mir auch schwer, aber ich nehme mich zurück in vielen Situationen. Sie soll ihre eigenen Fehler machen dürfen und ihre eigenen Erfahrungen sammeln.

LG Gitte





Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: pauline971 am 07.05.08, 12:51
Ich dachte auch immer, ich treffe meine eigenen Entscheidungen, bin frei, unabhängig, modern usw. usw. Aber dann kommt der Punkt, wo einem Außenstehende und der eigene Ehemann die Augen öffnen. Einem aufzählt, was man eigentlich täglich alles leistet, daß das eigene Leben zu kurz kommt, irgendwo auf der Strecke bleibt. Wenn man mit den Eltern (Altenteiler) im gleichen Haus lebt, ist es sehr schwer. Zum GLück hab ich einen super Mann und Freunde, die mir sagen: es reicht! Meine Eltern sind beide pflegebedürftig und wenn nicht mal jemand stopp gesagt hätte, ich würde mich aufarbeiten. Neben meinem Beruf in Vollzeit kümmere ich mich zu Hause um die Eltern, und um meinen Haushalt. Bin selbst gesundheitlich nicht so fit. Zum Glück haben auch meine Eltern gesehen, daß es so nicht weiter geht und ziehen ins Seniorenheim. Ich habe zwar auch meine eigenen Entscheidungen getroffen in den ganzen Jahren, habe aber sehr sehr viel Rücksicht auf die beiden genommen und eigene Dinge hinten angestellt. Das kann nicht sein!!! Denn ich bin auch da und habe das Recht auf ein schönes Leben. Ein gewisses Maß an Egoismus ist notwendig, man muß lernen zu sagen, es reicht. Das ist meine ganz persönliche Meinung.
Pauline
Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: Mirjam am 07.05.08, 20:09
Luna,

gelt so in der Richtung: Endlich sind meine Eltern "weg" - nun kann ich mich endlich ausgiebig um meinen eigenen (erwachsenen  8)) Nachwuchs kümmern....!   ;)

Gruß Mirjam
Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: passivM am 14.05.08, 15:54
Meine Mutter hat auch immer gedacht, meine Kinder seien ihre.
Und auch in meinem damaligen Ehemann sah sie immer den Sohn, den sie sich immer so gewünscht aber nie bekommen hatte. (Der gefiel sich auch in dieser Rolle... na ja...)

Besonders arg wurde es, als sie pünklich zur Entbindung meines 2. Kindes aufgehört hat, berufstätig zu sein. Sie sagte: "...dass ich mehr Zeit für meine Enkelchen habe...." Ich habe es damals nur mit einer Art Gewaltakt (ich bin ausgezogen - die Ehe war in die Brüche gegangen) geschafft, meine Mutterrolle gegen sie zu verteidigen.

Heute (zum zweiten mal verheiratet) meine ich, dass solche drastischen Lösungen - falls etwas anderes nicht hilft, zwar  notwendig werden können, dass sie aber seeehr gut durchdacht und vorbereitet sein müssen, damit es hinterher auch wirklich "besser" wird, nicht einfach nur "anders".

lieben Gruß
Anna
Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: streifenigel am 07.07.08, 14:57
Oh ja das kenne ich alles sehr gut.
Habe mit 18 die Schule abgebrochen und eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht, gaaaaanz weit weg von meinen Eltern, damit man sich ja nicht zu häufig sehen muß. Aber wie ihr auch schon alle gesagt habt, dadurch ist es nicht besser geworden sondern nur anders.
Durch meinen Mann bin ich wieder dichter ranzgezogen. Dadurch das er nicht alles mitgemacht hat und seine Eltern uns Rückenstärkung gegeben haben, wurde das Verhältnis immer schlimmer (man durfte ihnen auf keinen Fall widersprechen; wenn sie mit einer Person Streit hatten, mußte man mit ihnen auch Streit haben; ihre Enkelin wollten sie nicht sehen:"Wir haben dich endlich groß und los, da wollen wir uns nicht sowas ans Bein binden" auf die Frage, warum sie ihre Enkelin (damals 5 Monate) erst 4 mal gesehen haben).
Naja, schließlich ist es so eskaliert, daß wir keinen Kontakt mehr haben, und langsam werde ich "frei". Man  macht sich zwar Gedanken wieso, weshalb. Aber man muß keine Angst mehr haben, daß man sie enttäuscht und das man mal wieder in ihrer Missgunst ist.
Trotzdem wir man wohl immer etwas von ihrer Erziehung und ihrer Denkweise inne haben.

Lg Isi
Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: phil am 07.07.08, 17:35
Es gibt doch einen Bibelspruch.

........und sie werden ein Fleisch sein....!

Den hab ich immer so aufgefasst,daß die Eltern sich nicht in die Beziehung der jungen mischen sollen und umgekehrt die Kinder die Ansichten der Eltern mit Vorsicht genießen sollen.

Titel: Re: Frei sein von den eigenen Eltern?!
Beitrag von: Rapptiger am 07.07.08, 20:32
wurde das Verhältnis immer schlimmer (man durfte ihnen auf keinen Fall widersprechen; wenn sie mit einer Person Streit hatten, mußte man mit ihnen auch Streit haben; ihre Enkelin wollten sie nicht sehen

Das könnten meine Eltern sein .......... :-[   ::)


[quote author=streifenigel link=topic=23577.msg251125#msg251125 date=1215435427
Naja, schließlich ist es so eskaliert, daß wir keinen Kontakt mehr haben, und langsam werde ich "frei". Man  macht sich zwar Gedanken wieso, weshalb. Aber man muß keine Angst mehr haben, daß man sie enttäuscht und das man mal wieder in ihrer Missgunst ist. [/quote]

Diesen Prozess mache ich auch gerade durch ....
Es tut gut auch von anderen ähnliches zu hören ......

Grüße rapptigershetty
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Hopfi am 14.10.11, 15:57
Wenn die Eltern älter werden, oder man sich mit dem Tod auseinandersetzen muß, kann sich z.B. sehr gut mit dem Film "Die Heiligtümer des Todes
Teil 1" sehr gut eine eigene Meinung bilden.
Klassisch sind oft auch Bilder der katholischen Kirche, wie zum Beispiel "Jakob auf der Himmelsleiter".
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: gammi am 14.10.11, 17:07
Das Augsgangsthema beschäftigt mich derzeit auch ziemlich. Bisher war meine Mutter immer noch so jugendlich und voller Elan.Irgenwie war mir gar nie richtig bewusst wie alt sie eigentlich ist. Für mich ist sie irgendwo bei zwischen zwar nicht mehr jung, aber auch nicht alt stehen geblieben. Mein Vater ist  dagegen - es ist schwer in Worte zu fassen - ist eigentlich schon lange ein alter mann. Obwohl er schon noch so fit ist, dass er noch vieles machen kann. Aber durch seine vielen Schicksalsschlägee und Krankheiten wirkt er einfach schon lange alt. Meine Mutter ist jetzt77, mein Vater 83.

Noch ist meine Mutter ja schon noch recht fit. Aber mir macht es doch Sorgen, dass sie in letzter Zeit sehr häufig stürzt. Nie was schlimmes, aber eben doch nicht mehr so wie früher. Damit dass sie irgendwann sterben habe ich wenig Probleme. Der Tod gehört im Alter für mich als Erlösung zum Leben. Aber davor, dass sie gebrechlich werden, das beschäftigt mich. Und bei meiner Mutter fällt es mir soo schwer zu realisieren, dass sie älter wird.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: mara51 am 14.10.11, 18:18
Hallo,

es ist gar nicht soooo leicht als Eltern älter zu werden.
Auf einmal merkt man, daß die Arbeit nicht mehr so flott von der Hand geht, die Zipperlein nehmen zu usw. Man rebelliert dagegen und will es auch gar nicht einsehen warum das so ist. Und wenn dann keine räumliche Trennung zu den Kindern da ist, stelle ich mir das noch problematischer vor.
Wenn ich so die Berichte durchlese, hoffe ich, daß meine Kinder nicht auch mal so von mir denken. (Meine Mama war auch sehr dominant und hat mich über 40 Jahre "unter ihrer Fuchtel" gehabt. Irgendwann bin ich dann explodiert und hab ihr meinen ganzen Frust darüber gesagt. Danach haben wir uns auf wundersame Weise viel besser verstanden. Leider ist sie so ca. 1 Jahr später schon verstorben.)
Ich denke, unsere Kinder haben sich rechtzeitig abgenabelt von uns, das abnabeln von ihnen hat bei mir einiges länger gedauert. Ich habe einige Kämpfe im Innern mit mir ausgefochten um mein "Gluckenverhalten" abzulegen. (Kommt manchmal trotzdem noch vor, aber meine Kinder holen mich dann gleich auf den Boden der Tatsachen zurück)  ;D ;D

Wenn sie uns heute brauchen, helfen wir soweit es uns möglich ist.
Bei unserer Tochter bin ich sehr oft, aber zu 90% auf ihren Wunsch oder sie besucht uns. Aber ich denke, wenn die 2 Mädle net da wären, würden wir uns auch nicht so oft sehen. Unsere Buben melden sich in schöner Regelmäßigkeit telefonisch bei uns und so alle 4-6 Wochen ist die ganze Rasselbande bei uns zum Sonntagsbraten da.

Mein Fazit: Die meisten Eltern wollten ja auch bei ihren Kindern immer alles besser machen, als ihre Eltern bei ihnen. Leider gelingt uns Eltern das nicht immer so.

LG Marion
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Nelly am 15.10.11, 09:32
Ich erlebe/erlebte es dreifach:
Meine Oma konnte irgendwann gar nicht mehr, war auch ein schleichender Prozess, aber wir haben es erst spät wahrgenommen. Sie sah die Spinngewebe nicht mehr, ließ irgendwann ihre Haare zauseln und machte ihre Hochsteckfrisur nicht mehr, kochte sich irgendwas zurecht (Kartoffelpuffer in Bratensoße etc.) und vernachlässigte sich. Sie wollte sich nicht helfen lassen, wurde aggressiv und dann "löste" sich das Problem von allein, da sie viel und sich einen Bruch zuzog und dan bettlägerig wurde. Das war schon sehr seltsam, diese sonst so herrische Frau, die immer sehr eigensinnig war, nun auf fremde Hilfe angewiesen.

Meine Schwiegereltern am Hof können einfach körperlich nicht mehr so. Herz, Knie, Gelenke allgemein und das Laufen. Es wird täglich schlimmer. Aber Arbeit abgeben wollen sie nicht, kommt nicht in die Tüte. Und bestimmen wollen sie auch noch zu 100 Prozent, obwohl sie manchmal gar nicht so auf dem Laufenden sind, was die landwirtschaftlichen Prozesse angeht. Ich bin froh, dass sie noch Auto fahren und sich selbst versorgen. Wie das wohl endet?


Nell
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Hopfi am 15.10.11, 10:08
Hallo Nelly,
irgentwann geht der Mensch nach innen. Er oder Sie hat sein Leben gelebt. Eigentlich ein normales Verhalten , wenn der Körper alt ist.
Alte Frauen dieser Generation sind oft herrisch und dominant gewesen, weil sie die "starken Frauen" der Gleichberechtigung waren, die es leider
erst seit ca. 55 Jahren gibt.(Einführung Wahlrecht, getrennte Rente usw.). Wird leider zu gern vergessen.

Wer am schwersten und am ausdauersten arbeiten konnte, war ehemals klar im Vorteil, da die Technisierung kein wirkliches Thema dieser Nach-
kriegsgeneration war.(z.B. Forstwirtschaft). Es wurde erst im Laufe der Zeit "Thema", was die Bauern-Gesellschaft klugen Köpfen zu verdanken hat.
                                   "Übergeben" heißt für viele Schwiegereltern am Hof "nicht mehr Leben".
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: frankenpower41 am 06.02.12, 12:57
Hallo

Wir mussten heute morgen schmunzeln.
Ich les aus der Zeitung vor. "Fuchsberger gibt Führerschein ab". Darauf unser Sohn "wer ist das?"
Oma "ein alter Mann".  Göga und ich sehen uns an. ;D ;D SM wird demnächst 83 und für sie wäre es unvorstellbar ihren Führerschein abzugeben.(Blacky ist nur 1 Jahr älter)  Bei einem selber sieht man wohl das Alter nicht.

Marianne
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Gartenfee am 06.02.12, 15:00
Das kenn ich nur zu gut,
älter werden nur die anderen.
Nach dem SV Bremse und Gas verwechselte und
die Böschung hinabdüste,haben wir mit allen Mitteln
versucht,ihm endlich das Fahren auszureden,er ist 81.
Aber Das ist ja kein Alter er fühlt sich total fit.
Was will man da machen,- einfach abwarten.
Manche Probleme lösen sich von allein. ::) ::) ::)

Liebe Grüße Gartenfee
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: frankenpower41 am 16.01.13, 10:34
Hallo

Dieser Tage sah ich Weltbild-Katalog Buch  "Mutter wann stirbst Du endlich?"
 Es geht um die Pflege der demenzkranken Mutter und  gibt  Einblick, was das alles bedeutet. ("meine Mutter war  nicht mehr sie selber und eigentlich schon lange tot").
Sehr provozierender Titel. Vorhin war die Autorin in "Volle Kanne". Morgenmagazin im ZDF.
 Mich würde das Buch schon interessieren, aber ich glaub da muss man schon sehr den Kopf frei haben. Mich würde es wohl sehr aufwühlen.
Im weiteren familieären Umfeld bekomm ich momentan öfters mit, was es bedeutet alt und pflegebedürftig zu sein und was das für die Angehörigen bedeutet.
Wohl ein Thema, das man gerne verdrängt.

marianne
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: gatterl am 16.01.13, 12:00
Diese Gedanken sind mir garnicht fremd. Zumal mutter mir seit Jahrzehnten täglich bedroht"jetzt sterb ich!"
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: frankenpower41 am 16.01.13, 20:35
Hallo

hab grad etwas gegoogelt. Bei Weltbild gibts Leseprobe.
Vielleicht leg ich es mir doch noch zu.
Die Autorin hatte wohl für ihre Eltern Pflegekräfte zur "RundumdieUhrBetreuung" und selber hauptsächlich organisiert.
Wie schreibt sie im Vorspann  "wenn das Buch zur Diskussion anregt, dann hab ich schon viel erreicht".

Marianne
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Hopfi am 20.01.13, 18:33
Übernehmen die eigenen Kinder in der heutigen Zeit noch die Verantwortung für Ihre Eltern?
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: maggie am 20.01.13, 18:59
lieber nicht -
ich will das auf jeden fall nie - da bezahle ich lieber eine fremde hilfe !!!

in anderer sich hatten wir gerade ein gespräch in "ähnlicher" sache -
eine nichte bekommt in ca. 2 monaten zwillinge, dann ist der grosse gerade mal 5/4 jahr alt -

nun hat sich die mutter des vaters angeboten, sie könnte gut während der woche kommen und dem jungen paar helfen, die junge frau möchte lieber mit jemandem fremden "arbeiten, da ihre sm doch lieber sich mit dem enkelsohn beschäftigt,

und ich begreiffe sie, ich kenne meine schwägerin gut und weiss wie sie "tickt" ....

also, hat sich die junge frau nun bei der familienhilfe angemeldet und da kann sie dann auch sagen, ich brauche dich nicht mehr so oft, und das wird akzeptiert ...

und in dieser richtung sehe ich es auch im alter - natürlich ist das altersheim nicht die schönste lösung, aber ehrlich, ich würde lieber dort leben als hier auf dem hof und zu wissen, dass die jungen fast keine zeit (und wahrscheinlich auch oft keine lust) haben mich zu betreuen
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Clara am 23.01.13, 18:37
Übernehmen die eigenen Kinder in der heutigen Zeit noch die Verantwortung für Ihre Eltern?

JA und ich rate es jedem, der in der Situation ist. Ich tat es und würde es jederzeit wieder tun.

Verantwortung tragen, er- und vertragen ist ein Grundbestandteil des Lebens nach meiner Auffassung. Verantwortung für jemanden zu tragen ist weit gefasst... zum einen kann ich Dinge selbst erledigen, zum anderen kann ich die entsprechende Hilfe auch organisieren... Nur das TUN, das HANDELN... sollte in der Hand eines FAMILIENANGEHÖRIGEN sein, denn  er kennt denjenigen besser als es jeder fremde Person je tut.

Auf die Frage" Wann stirbst du?"... Dazu muss ich mir auch als Angehöriger die Frage stellen (lassen), bin ich bereit, diesen Menschen gehen zu lassen?  Wenn ich ja zu diesem Teil des Lebens sagen kann, dann kann fällt dem Sterbenden das Sterben/das gehen leichter.

Meine Buchempfehlung im Bereich Sterben und Sterbebegleitung ist "Über das Sterben" von Borasio...

Nachdenkliche Grüße,

Anja

Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Hopfi am 25.01.13, 09:47
Ein Landwirt, den ich kenne, hat seinen Vater immer im Kindersitz dabei.
Wenn ich dann die Zeitung öffne, und die im Altersheim fröhlich Coctails schlürfende ältere Menschen (Fotos) sehe.
Dann denke ich mir so eine Alters-WG kann doch nicht so schlimm sein.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: frankenpower41 am 25.01.13, 10:09
Leider sieht die Realität oft anders aus.
Ich erleb es momentan im Verwandtenkreis verstärkt und das macht mich sehr nachdenklich.

marianne
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: maggie am 25.01.13, 11:36
und ich habe das so erlebt (bei meinem vater) - wie hopfi schreibt - und erlebe es noch (bei ehemaligen nachbarn) -

habe gestern gerade mit meiner schwester darüber gesprochen, sie hat schon in pflegeheimen, etc. gearbeitet - und auch sie meinte - es kommt ganz auf die einstellung der bewohner an, zum grossen teil -
natürlich gibt es auch das andere -
da wurde soeben in einer klinik für "austherapierte suchtkranke, etc.(wo sie bis vor einem jahr gearbeitet hat, eine angestellte fristlos entlassen, da sich die einiges zu schulden kommen liess -
leider wurde vieles von den "oberen" nicht geglaubt - doch als dann mal eine andere angestellte, an einem sa abend den chef herbeirief um ihm zu zeigen, dass einiges doch stimmt, wurde am montag sofort gehandelt !!

habe das auch bei unserem vorbesitzer erlebt - war unser nachbar, litt an alzheimer (erkannt mit gut 60 jahren), wehrte sich mit händen und füssen - und als es uns von der hauspflege zu viel wurde (3 - 4 mal im tag mussten wir vorbeischauen, bei mir ging es ja noch, ich war mit dem velo in 5 min. hier, aber meine kollegin hatte gut 2,5 km und kam auch öfter mit dem velo oder traktor) -
doch als er dort war, war er sowas von zufrieden, wenn ich ihn besuchte und zu ihm sagte, jetzt müssen wir all deine arbeit machen, meinte er, ich habe lange genug gearbeitet, jetzt darf ich geniessen ... -  die besuche waren angenehm - ich konnte ihm immer wieder das selbe erzählen und für ihn war es neu -
das langzeitgedächtnis hat noch sehr gut funktioniert, aber er war nicht traurig oder enttäuscht, dass er jetzt immer ansprechpartner hatte -
und vor allem - jüngeres personal das ihn umsorgte - nicht 2 so alte weiber wie wir waren !! -
er war jungeselle und träumte auch mit 60 noch immer von der liebe - na ja seine wünsche waren in jungen jahren leider zu überrisen (reich (nich an land, da hätte er mal eine gehabt - aber sie war glaube ich nicht "schön" genug, das war das 2. kriterium und das 3. - sie muss arbeiten können !!!

Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: frankenpower41 am 26.01.13, 13:54
Hallo

ich bezog das "leider siehts oft anders aus"  nicht auf die Heime, sondern auf die Tatsache, dass ja die meisten alten Leute erst ins Pflegeheim kommen, wenns anders nicht mehr geht. Dann sind sie halt nicht oft nicht mehr so in der Lage zum Coctail schlürfen und sehen auch nicht mehr so fitt aus wie die in den Prospekten.

Marianne
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Maja am 26.01.13, 23:11
Wenn man das Geld hätte, das die Herrschaften auf den Fotos als Gage bekommen, könnte man gut einen tollen Urlaub machen.
Ich denke mal Papier ist geduldig.
Wer hat denn als Rentner schon das Geld sich in einem solchen Luxushaus einzumieten?
Menschen die das Geld dafür hätten, nehmen sich die Hilfe in ihr eigenes Haus.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Clara am 26.01.13, 23:32
Hallo,
....

 Dann sind sie halt nicht oft nicht mehr so in der Lage zum Coctail schlürfen und sehen auch nicht mehr so fitt aus wie die in den Prospekten.

Marianne

Ach Marianne,

ich denke, so ein Cocktail, egal ob geschüttelt oder gerührt, lässt sich auch aus einer Schnabeltasse "schlürfen"... Die Oliven und das andere "Schwimmzeug" müssten dann halt Schnabeltassentauglich geschnitten werden...  Also am Behältnis soll es mal nicht scheitern...  *lächel* Zumal, wenn die alten Herrschaften und die Pflegepersonen Sinn für Humor besitzen. ;-)) Ich kann dazu nur sagen, frau wird durchaus kreativ in solchen Tagen. 

Guten Abend,

Anja
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Clara am 26.01.13, 23:38
Und nun noch mal ernster zu dem Thema...

Ich beoachte, dass keiner so wirklich an das Thema ran will...  Und doch steht es zur Debatte.
Nur in den allerseltensten Fällen wird es so sein, dass Opa auf dem Friedhof geht, weil der die Blumen giessen will, am Eingang umfällt und sofort mausetot ist.
Die Realität ist doch eher, dass er da umfällt..., in die Klinik kommt und aus der Klinik als Pflegefall entlassen wird... und nix ist mehr wie zuvor....  UND WAS IST DANN?????

Klar, gibt es Hilfen von aussen... Nur, woher kommt das Geld für all diese Ausgaben, da ja auch alles andere an Ausgaben weiterläuft...

Fragende Grüße,

Anja
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: sonny am 26.01.13, 23:39
Hallo,
wir haben im Moment auch den Ernstfall schlechthin!
SV  80J.  schwer dement, sitzt im Rollstuhl und hat dadurch Pflegestufe 3.
Er wird von SM gepflegt, in der Früh kommt Sozialstation.
Ansonsten sind wir und meine Schwägerin da.
Jetzt ist meine SM gestürzt, Platzwunde am Kopf und Ellenbogen mit geplatzten Schleimbeutel, Ellbogen gesplittert,
seid Dienstag liegt sie im KH!
Das verlangt Absprache wer wann kann, Zeit hat etc.
Jeder Tag muss nun durchgeplant werden.

Bin gespannt, wie es weiter geht!!!!!!! :-\
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: fanni am 27.01.13, 02:20
Und nun noch mal ernster zu dem Thema...

Ich beoachte, dass keiner so wirklich an das Thema ran will...  

Anja

so und auch ich ernsthaft nochmal zum Thema, weil du ja behauptest, das da keiner so ran will (wie du!), deswegen hab ich mir ja mal von dir persönliche Pms verbeten, weil mir das zu naheging, aber jetzt geht es im forum wieder los und ich möchte dazu was sagen, du bist im Forum nicht die Einzige,die pflegt oder gepflegt hat............nur das möcht ich dir persönlich mal sagen.

glaub mir ich (und auch viele andere) hab das auch durch und mich ernsthaft bemüht (und viele andere auch) ...........aber es geht nicht alles und nicht zu jedem Preis und warum darf das jetzt nicht mal auch von deiner Seite so stehen bleiben dürfen, wollen mögen müssen? Steht es aber  nie.................

Wenn meine eigenen Eltern Pflegefälle werden dann werd ich auch nicht da sein können aufgrund der Entfernung und die Entscheidungen meines Bruders und seiner Frau aber auch so hinehmen, wie sie fallen. Ohne ihnen ein schlechtes Gewissen einzureden. Ich liebe meinen Bruder und er wird das schon machen und ich weiß wie schwierig z.B. mein Vater ist.

Und ich lass mir von nichts und niemanden ein schlechtes Gewissen mehr einreden.  Das auf alle Fälle weiß ich nach all den Jahren.

Neulich hab ich z.B, wieder mal 2 Gemeindezeitungen mit heimgenommen, obwohl SM schon über 1,5 Jahre tot ist. Aus alter Gewohnheit und weil man immer noch für sie mitdenkt..................das zum Thema Respekt.

Also tu nicht immer so Clara, alo ob du in der Welt die einzigtse wärst, die an Eltern denkt und sich um sie sorgt, denn so genau kommt es mir hier vor und denk mal auch darüber nach, warum ich auf solche Gedanken komme. Grade deinerseits............ und vor allem schreib mir nicht darüber!


In diesem Forum sind so viele, die sich veausgaben mit ihrer Pflege, aber das ist ja anscheinend nicht genügend für dich, so kommt das bei mir an. Ich für meinen Teil sage, dass jede Familie selber ihren Weg finden muss.



Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: maggie am 27.01.13, 08:40
danke fanni -

und jetzt komme ich nochmal clara - eben aus "der sicht der anderen seite" - die die pflege evt. hinnehmen müsste -

und ich meine es auch sehr ernst, ich will nicht zu hause (vor allem hier auf dem "einödhof"(ein bisschen übertrieben, aber die alterskollegen könnten mich hier nicht besuchen und was soll ich allein, gut vielleicht bin ich dann auch nicht mehr fähig besuch zu empfangen)

und ich will nicht, dass mein sohn und schwiegertochter sich ihr leben abschmicken müssen, weill die alte sture pflegebedürftige mutter im nachbarhaus liegt !!!
ich habe mir schon sehr viele gedanken darüber gemacht - und hoffe natürlich, dass ich mal hinfalle - und aus ist, oder dass ich einfach mal nicht mehr erwache!!!

und wie fanni schreibt, mit deinem "hochloben" der pflege hebst du dich über all die andern heraus, die das nicht wollen (oder können) und stellst dich hin wie mit einem "heiligenschein"...
und - warst du während diesen zeiten immer rücksichtsoll, liebenswürdig, etc. - müssen deine pflegebedürftigen nie "hassgedanken" gegen dich gehabt haben ??
den wenn ich von fremden gepflegt werde, geht mir das nicht so nah, wie wenn ich angehörige um mich herum  habe und ich die nerve(n muss)

ich hätte nie die pfege weder von sv, sm  noch meinen eltern übernommen (das am allerwenigsten), und habe nicht das gefühl ich bin ein schlechter mensch - kann mich dafür aber auch nicht erhaben fühlen über andere !!!
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: stallmädel am 27.01.13, 10:45
Als gelernte Krankenschwester habe ich schon im ambulanten Pflegedienst Menschen in ihrem eigenem Umfeld "gepflegt" sowie auch schon im Altersheim gearbeitet. Ich muss sagen, dass ich persönlich nie in ein Altersheim möchte!!!! Solange man noch selbstständig ist, ist es im Heim schön aber sobald man mehr Hilfe braucht ist man im Heim aufgeschmissen. Das Pflegepersonal hat nicht genug zeit sich um alle Aktivitäten des täglichen Lebens zu kümmern. ( wir waren 3 Pflegekräfte für 68 Bewohner, und da kann man sich noch so bemühen da fehlt einfach die Zeit).

Nur weiß ich auch nicht ob ich meine Eltern bzw. Schwiegereltern versorgen möchte. ich weiß es gehört sehr viel dazu und nicht umsonst heißt es, dass man in einem Jahr in dem man einen Angehörigen pflegt um sieben Jahre altert.

Jeder selbst muss das für sich entscheiden und soll sich egal wie er sich entscheidet von niemanden ein schlechtes Gewissen einreden lassen.

LG
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: gammi am 27.01.13, 11:14
Ich denke bei dem Thema kann man überhaupt nix pauschal sagen. Da spielen so viele verschieden Dinge eine Rolle.
Und ich denke man muss auch einen Unterschied machen wie weit jemand pflegebedüftig ist.


Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Maja am 27.01.13, 11:23
fanni und maggie warum seit ihr denn so angespitzt wenn clara hier ihre Meinung sc hreibt?
Darf doch jeder!!!
Sie hat ihre Erfahrungen gemacht und so wie ich es sehe ist sie sehr froh die Pflege für ihren Vater übernommen zu haben und ihn nicht abgeschoben hat in eine unpersönliche und fremde Umgebung als er pflegebedürftig wurde.
Es ist wirklich ein heisses Thema,auch ich bin froh dass meine Familienangehörigen nicht in ein Heim mussten.
Ich möchte auch mal nicht von der Partnerin meines Sohnes gepflegt werden, denn ich wüßte dass sie es nur mit Unwillen und nur unzulänglich tun würde.
Noch kann ich mir sehr gut selber helfen, aber wer weiss schon wie es einmal kommt.
Solange mein Mann und ich so auskommen wie jetzt, können wir uns gegenseitig helfen.
Das kann ja auch mal schlagartig vorbei sein.
Man muss sich schon Gedanken machen.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: frankenpower41 am 27.01.13, 11:27
Ich hab jetzt Clara´s Eintrag so verstanden, dass mit" niemand will da ran", das auch Älterwerden und nicht mehr können einfach verdrängt wird und zwar einfach aus dem Grund, dass jeder hofft, bei ihm selber wirds wohl gut gehen. Es gibt ja auch Fälle, wo man gesund alt wird und man sich bis zuletzt einigermaßen versorgen kann.
Wenn ich nur an meinen Vater denk, der ist sicher nicht dumm, aber als da der Hof übergeben wurde, hab ich mal angedeutet, ob sie evtl. Versicherung für Pflege abschließen wollen. Fragt nicht wie da die Reaktion war  "Bei uns im Ort musste noch nie jemand ins Heim".  Damals hat das noch gestimmt. Aber meine Eltern sind jetzt auch über 70 und wohnen allein.  Lt. Übergabe müssen das wohl meine Brüder machen, die wohnen auch am Ort.
Ich mach mir im letzter Zeit viele Gedanken wie das im Fall der Fälle werden sol, immerhin sind die Frauen berufsstätigl. Ich denk auch, dass meine Eltern viel nachdenken, nur für sich selber einfach verdrängen. In ihrem engeren Verwandtenkreis häufen sich z.Zt. die Krankheiten und auch Pflegefälle, dieaber noch zu Hause gemacht werden können. Wenns da schlimmer wird, werden wohl auch Entscheidungen gefällt werden müssen. (Momentan wechseln sich die alle mind. 10 Km entfernt wohnenden Töchter täglich ab, aber wenns mit einmal am Tag vorbeischauen nicht getan ist, wird vielleicht nur Heim bleiben)
Ich sag immer, wenn ein alter Mensch ins Heim muss, weils zu Hause einfach nicht mehr geht, dieser Mensch aber oft besucht wird und sich nicht vergessen fühlen muss, dann zeigt man die Liebe zu ihm doch auch.
Über evtl. Pflege von SM, wenns denn mal sein müsste, mach ich mir auch Gedanken. Wenn ich täglich erst nach 9 Uhr früh (ich geh um kurz vor 6 Uhr raus) aus dem Stall komm und wenn was dazwischen kommt so wie heut erst um 10 Uhr, wie soll ich da Pflege machen. Das ist doch zeitlich gar nicht zu schaffen.  Wenn man weiss, es geht z.B. nur noch ein paar Wochen, dann übersteht man das wohl auch, aber wenn es sich über Jahre hinziehen kann, dann eben nicht.

Marianne
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Steinbock am 27.01.13, 11:39
Ich mag es nicht, wenn eine Verlegung ins Altenheim in jedem Fall als
ABGESCHOBEN/ABSCHIEBUNG bezeichnet wird :o

(Abgeschoben werden nicht bewilligte Asylbewerber oder so ähnlich.)

Elisabeth
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Margret am 27.01.13, 11:43
Ich habe sehr ähnliche Gedanken wie Marianne:

- habe schwer das Gefühl (und Anhaltspunkte), dass unsere Eltern das Thema sehr meiden;  sie sitzen es aus und hoffen, dass alles glimpflich verläuft

- ich frage mich ernstlich und ehrlich  und sorge mich,   wann ich ggf. Fahrdienste, Betreuung oder gar echte Pflege in meinem Alltag unterbringe

Margret
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Selina am 27.01.13, 11:52
Hallo zusammen,

Unsere Oma/SM ist auch seit einem 3/4 Jahr im Pflegeheim, zeitweise glaubt sie, dass sie eh zu Hause ist. ich habe ihr ein paar bilder hingehängt, die sie zu Hause auch immer nahe bei sich hatte. Die einzige Belastung für uns ist  die Zuzahlung für das Heim und die ist nicht wenig.
Wenn jemand sagt, dass er die Alten nicht ins Heim bringt, dann ist der Grund meiner Meinung immmer in erster Linie die Zuzahlung. Den Alten geht es im Heim auf alle Fälle viel besser, es wird für Abwechslung gesorgt. Zu Kritisieren gibt es immer was aber wenn sie zu Hause sind dann wird auch kritisiert.
Bei uns ist eine Frau bereits seit 15 Jahren im Pflegeheim, weil sie so eine starke Demenz hat. Die braucht niemand bemitleiden aber die Kinder, die das alles bezahlen müssen .................... die verdienen mein Mitleid.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: fanni am 27.01.13, 12:40
fanni und maggie warum seit ihr denn so angespitzt wenn clara hier ihre Meinung sc hreibt?
Darf doch jeder!!!
Sie hat ihre Erfahrungen gemacht und so wie ich es sehe ist sie sehr froh die Pflege für ihren Vater übernommen zu haben und ihn nicht abgeschoben hat in eine unpersönliche und fremde Umgebung als er pflegebedürftig wurde.
Es ist wirklich ein heisses Thema,auch ich bin froh dass meine Familienangehörigen nicht in ein Heim mussten.
Ich möchte auch mal nicht von der Partnerin meines Sohnes gepflegt werden, denn ich wüßte dass sie es nur mit Unwillen und nur unzulänglich tun würde.
Noch kann ich mir sehr gut selber helfen, aber wer weiss schon wie es einmal kommt.
Solange mein Mann und ich so auskommen wie jetzt, können wir uns gegenseitig helfen.
Das kann ja auch mal schlagartig vorbei sein.
Man muss sich schon Gedanken machen.

ich geb dir recht maja..........rein von ihren letzten 2 Beiträgen kann man meine Reaktion so nicht begründen, das liegt früher zurück und das war der Grund, aber wenn ich es mir recht überlege nehm ich jetzt auch nichts zurück von meinem posting.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: mary am 27.01.13, 13:23
Wir werden alle alt - hoffentlich- und die Frage wird sein, wie wollen wir in diesem Lebensabschnitt versorgt werden?
Kennt ihr die Geschichte vom Jungen und der Holzschüssel?
Andere Länder, andere Sitten, es gibt sehr rauhe Sitten mit den Alten und es gibt Kulturen, die Achtung vor dem Alter haben.
Jeder von uns wird jeden Tag um einen Tag älter, niemand bleibt für immer jung.
Wie stellt ihr euch denn einmal vor, wie ihr euren Lebensabend verbringen werdet?
 
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Margret am 27.01.13, 13:48
Hallo Mary,

du wirst lachen,  aber mein Mann und ich (beide noch keine 50),  wir reden oft und viel über unsere vermutliche Zukunft, bis hin zum Alter.  
Wie wir leben möchten,  was wir ersehnen und erhoffen,  was wir befürchten und vermuten.    
Ich möchte das hier aber nicht öffentlich schreiben.   Ggf. aber gerne per PM.

Ja,  wir denken oft daran,  wie wir unseren Eltern gut gerecht werden,  ob wir es schaffen in jeder Beziehung     und wie es wohl bei uns im Alter mal sein wird.
Und was uns  "vorbeugend" gefällt daran und was nicht. Uns ist bewusst,  dass wir dann die nächsten Alten sind.

Ich kenne im Moment eigentlich nur zwei Bekannte (bzw. drei:  eines ist ein Ehepaar),  die sich absolut konkret mit dem Thema befassten (eine ist 68,  das Ehepaar ist ca. 85) und dann auch logische Entscheidungen trafen und diese durchzogen.  
Alle anderen älteren Leute, mit denen ich in näherem Kontakt stehe,  schieben das Thema weg  obwohl Regelungs-  und Gesprächsbedarf wäre  oder es zumindest den Angehörigen eine große Hilfe wäre,  den klaren Wunsch und Willen sicher zu kennen (nicht nur zu vermuten).

Das Ehepaar siedelte ins betreute Wohnen um und löste sehenden Auges ein riesiges Haus und den Hausstand auf;  dafür haben sie meine Hochachtung,  dass sie sich da durchgearbeitet haben).  
Die verwitwete Frau mit 68  gab auch ihr überaltertes großes Haus ab, das in keinem so guten Zustand war und sie überforderte vom Unterhalt her.     Sie baute sich ein neues sehr günstiges Minihäuschen.  Da plante sie  zwei Schlafzimmer, jeweils mit Bad.  
Und alles ebenerdig und praktisch.   Im Moment hat sie sehr oft Übernachtungsgäste, die das zweite Zimmer kriegen.
Langfristig denkt sie,  dass vielleicht jemand da sein muss, der sie betreut und sein eigenes Zimmer und Bad haben soll.  
Auch sie hat bei vollem Bewusstsein ihre jahrzehntelangen Schätze gesichtet und  verteilt und das  entsorgt, was nicht mit ins neue Haus konnte.   Auch bei ihr bewunderte ich ihren Entschluss und die Umsetzung sehr.  
Man durchlebt dabei sein ganzes Leben noch einmal und dem stellt sich nicht jeder.

Wir haben das Gefühl,  es ist gut, wenn im Alter keine Abhängigkeiten da sind von Menschen aus der Familie.
Habe viel Trauriges damit erlebt und dabei gesehen.

Konkret wissen wir auch noch nicht, wie wir es für uns gestalten,  aber  es erscheint mir unklug,  so Dinge wie Wohnrechte,  Pflegeverpflichtungen usw. einzubauen,  da diese  doch leicht zu Überforderung und Unmut führen können und eben von der Dauer und Intensität her nicht berechenbar sind.

Mir ist sehr wohl bewusst,  dass die Gestaltung des Alters auch ein Thema der finanziellen Lage ist.
Und  gesamt betrachtet auch ein Probelm des Arbeitsmarktes und der Gesellschaft (ob sich jemand mit  alten Menschen beschäftigen mag).

Margret
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: maggie am 27.01.13, 14:39

Die verwitwete Frau mit 68  gab auch ihr überaltertes großes Haus ab, das in keinem so guten Zustand war war und sie überforderte vom Unterhalt her.     Sie baute sich ein neues sehr günstiges Minihäuschen.  Da plante sie  zwei Schlafzimmer, jeweils mit Bad.  Und alles ebenerdig und praktisch. Im Moment hat sie sehr oft Übernachtungsgäste, die das zweite Zimmer kriegen.
Langfristig denkt sie,  dass vielleicht jemand da sein muss, der sie betreut und sein eigenes Zimmer und Bad haben soll.  
Auch sie hat bei vollem Bewusstsein ihre jahrzehntelangen Schätze gesichtet und  verteilt und das  entsorgt, was nicht mit ins neue Haus konnte.   Auch bei ihr bewunderte ich ihren Entschluss und die Umsetzung sehr.  
Man durchlebt dabei sein ganzes Leben noch einmal und dem stellt sich nicht jeder.

Margret

liebe margret,
diesen schritt haben wir bereits das 1. mal hinter uns - auch wir mussten uns von vielem trennen was uns lieb war (vor allem ich !!), wir sind vom betriebshaus ins stöckli gezogen - gut wir haben auch hier noch sehr viel platz - aber einiges musste ich doch zurücklassen -
meine fam. findet zwar ich horte zuviel, aber damals konnte ich ohne grosse probleme vieles stehen lassen - gut, ich musste es nicht selbst entsorgen - was ich nicht mehr wollte hat junior entsorgt -
und so wird es uns nochmals gehen, hoffentlich - denn ich denke nicht dass ich für "immer" hier auf dem hof bleibe - 2 km vom dorf - ich hoffe wir können uns noch eine wohnung oder häuschen  im dorf mieten/kaufen, um nicht - wie bereits geschrieben - auf dem einödhof zu versauern !!!

im schlimmsten fall wird es dann eben direkt das altersheim sein (das z.g. auch eine sehr gute pflegeabteilung hat !) - gut bei uns in der schweiz müssen die kinder nur zuzahlen wenn sie sehr viel einkommen und/oder vermögen haben (jetzt noch) - vorher muss bei uns die gemeinde zuzahlen
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: mary am 27.01.13, 17:13
Wie unser Alter einmal sein wird, wissen wir nicht. Meine Vermutung, dass wir von den coctailschlürfenden "bildschönen Alten" Welten entfernt sein werden. In ein paar Fernsehbeiträgen waren Modelle zu sehen- Männer fliegen nach Thailand und werden dort von einer jungen Frau gut versorgt, vielleicht kommt die Zeit, wo alte Menschen der Globalisierung geschuldet in den Ländern gepflegt werden, wo Stundenlöhne sehr viel billiger sind.
Denn wir wissen nicht, ob in 10 oder 20 Jahren noch immer sehr viele Frauen aus Rumänien usw. bereit sein werden, die Arbeit zu machen, die bei uns nicht sehr viel zählt, nicht gut bezahlt ist.
Ich hab neulich im Radio gehört, wie hoch der Prozentsatz der Menschen ist, die sich einen Heimplatz aus ihren eigenen Mitteln gar nicht mehr leisten können. Kommt dann die Pflege 1. Klasse für die mit viel Geld und für die anderen mit weniger Mitteln?

2 mal bauen, einmal für die Familie und dann nochmals fürs Alter?
In Anbetracht der derzeitigen Zinsen, der darbenden Lebensversicherungen werden viele Planungen für ein sorgenfreies Alter etwas erschwert.
Gäbe noch einiges, was ich sehe und das was ich sehe, macht mich manchmal sehr traurig.
Ein netten Kommentar aus dem Bistumsblatt hab ich ausgeschnitten- die Überschrift "Wir sind doch keine kleinen KInder" in der ältere Menschen im Altersheim darüber klagen - teilweise wie Kleinkinder bespasst zu werden. Besonders die Leute um die 80 hatten in ihrer Jugend wenig zu lachen, haben dieses Land aufgebaut und jetzt?
Sicher können wir klagen, dass unsere Eltern sich nicht dem Alter stellen wollen, aber hat in der langen Zeit der Jugendkultur nicht das Alter fast keinen Platz mehr. Alt sein will niemand.
So gesehen kann ich Claras Beiträge sehr gut verstehen, wir - eine ganze Gesellschaft- verschliessen die Augen vor den uns bevorstehenden Herausforderungen.
Wer im Alter niemand mehr hat, der sich um ihn kümmert, ist in keiner guten Position, ich kann verstehen, warum oft der Kanarienvogel, die Katze, der kleine Hund die immer mehr um sich greifende Einsamkeit zum Teil auffängt und welche Kathastrope der Tod des geliebten Tieres auslösen kann.
Der Titel- wenn die Eltern älter werden- beinhaltet, dass das auch wir als nächste Generation sein werden.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: sonny am 27.01.13, 18:29
Hallo Mary,

mein SV mit seiner Demenz, wird aber wieder wie ein Kind.
Wir können ihn nicht allein lassen, isst mit den Fingern, braucht Windeln, sitzt im Rollstuhl...

Wenn ein Mensch, der sein ganzes Leben fleißig war, so dann endet, das tut weh mit anzusehen!!!!!  :'(

Mein Neffe hat geheiratet, da hat meine Schwägerin so treffend angemerkt ,
früher hat man die Kinder im Kinderwagen umeinander geschoben, jetzt die Senioren!!!!

Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Maja am 27.01.13, 21:07
Habe einen Beitrag inm Fernsehen gesehen, nur ganz kurz allerdings. Da ging es drum dass Senioren in Ungarn in einer WG leben mit einem Betreuer, weil hier in unserem Land das Geld nicht reicht für die Pflege.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Steinbock am 29.01.13, 19:10
Habe einen Beitrag inm Fernsehen gesehen, nur ganz kurz allerdings. Da ging es drum dass Senioren in Ungarn in einer WG leben mit einem Betreuer, weil hier in unserem Land das Geld nicht reicht für die Pflege.

War dann der Betreuer ein Ungar? Mit Betreuer ist dann wohl ein Pfleger gemeint?
Sind in Ungarn die Lebenshaltungskosten nennenswert günstiger als bei uns?

Elisabeth
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: gina67 am 29.01.13, 19:32
Hallo
ich habe den Beitrag auch nur teilweise gesehen.
Hier ist der Link dazu:

http://www.wohnen-im-alter.de/altenheim-pflegeheim-senioren-wg-ettenhuber-lovas-ungarn-24350.html


an die Mods:
wenn der Link unerlaubte Werbung ist, bitte entfernen.

LG Gina

Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: LunaR am 29.01.13, 20:57
Hallo,

ich stelle es mir schrecklich vor, im Alter in einem fremden Land von Menschen betreut/gepflegt zu werden, denen ich meine Anliegen sprachlich nicht vermitteln kann.

LG
Luna
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Margret am 29.01.13, 21:17
Im Text steht  "er kommt aus Deutschland und kümmert sich um die Belange...".
Die Pflege- und Versorgungskräfte  werden ziemlich sicher nicht aus Deutschland kommen.

Von unserem Ort ist ein noch sehr fittes Ehepaar aus demselben Grund nach Thailand gezogen.  Genaueres weiß ich aber nicht, wie sie dort wohnen.

Wenn sich jemand freiwillig und in vollem Bewusstsein dafür entscheidet, ist es in Ordnung (mein Ding wärs aber nicht, denk ich).
Gerade wenn eine Schwäche für Reisen in dieses Land da ist, kann es schon passen.

Jemanden dort hin zu "verschicken" finde ich dagegen  fragwürdig.  Könnte ich mir nicht vorstellen. 
V.a. nicht jemand, der vorher nie groß  im Ausland war.

Margret
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: maggie am 29.01.13, 22:09
ich habe vor längerer zeit mal einen bericht aus spanien gesehen - die senioren lebten schon viele jahre (z.t.) dort, fanden es aber nicht für nötig die sprache zu lernen da sie ja in siedlungen mit fast nur deutschen/schweizern wohnten ...
dann mussten sie ins heim - na ja - und da ging das geklöne los - die sollen sich mal anstrengen (das pflegepersonal und die ärzte) und deutsch lernen, wir haben ihnen immerhin viel geld gebracht ....

nun es hiess dann dass einige von ihnen im hohen alter wieder zurück nach deuschland und der schweiz gingen, da sie sich nicht mehr wohlfühlten -
ich fand - selbst schuld !!!!
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: frankenpower41 am 30.01.13, 09:13
Hallo

für mich und auch für niemanden in meinem Umfeld käme freiwillig sowas in Frage.
Sicher ist es finanziell günstiger, aber allein das Abbrechen aller sozialen Kontakte find ich ja schon mal schlimm.
Sicher gerät man auch hier im Altenheim oft in Vergessenheit, aber es ist doch wohl anders wenn Kinder sich vielleicht  nur alle
3 Wochen mal blicken lassen, oder jedes Mal um die halbe Welt (Thailand) fliegen müssen. Nachbarn oder Freunde haben ja dann nicht mal die Möglichkeit zu Besuchen.
So ein Bericht war vor einiger Zeit mal im Fernsehen.

Marianne
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: mara51 am 30.01.13, 10:32
hallo,

wir haben keine Eltern mehr zum pflegen, aber wir sind ja nun auch in dem Alter, wo wir jeden Tag pflege- od. hilfebedürftig werden können.
Bei pflegebedürftigkeit bleibt uns auch nur das Altersheim, aber nicht im Ausland.
 Brauchen wir nur im Haushalt Hilfe wäre ja auch als Dauergast eine Pension eine Alternative.
Unsere Tochter will uns ja mal pflegen, aber ob sie das dann gesundheitlich kann und es familientechnisch auch geht, steht in den Sternen.
Wir ziehen von vorneweg unsere Kinder nicht als Versorger in Betracht.

Ich bin froh, das ich meinen Vater und meine SM das letzte Stück Weg begleitet habe und sie bei uns einschlafen konnten.
SM ist ja im hohen Alter noch  nach Norddeutschland gezogen. Meine Schwägerinnen haben ihr aber gleich gesagt, das sie sie nicht pflegen würden. Die letzten 1,5 Jahre im Norden hat sie dann beim jüngsten Sohn gewohnt und da ging es ihr auch gut. Sie war dann in Urlaub bei uns und sagte dann:" Ich bin jetzt ein Pflegefall und bleibe bei euch." So schnell ging das, überraschend für uns alle. So war sie nach 10 Jahren wieder im Süden. Wenn sie ein "Ripp" gewesen wäre hätte ich sie aber nicht versorgt. Dann wäre sie ins Altenheim gekommen.
 SV war kurz in Altersheim bevor er starb. Es war aber wirklich ein sehr gutes, war selbst überrascht. Damals konnte ich die Pflege aus gesundheitlichen Gründen und auch Platzmangel nicht übernehmen.SM hat ihn aber jeden Tag besucht und die letzte Nacht war ich bei ihm. Meine Mutter wurde 8 Jahre zu Hause vom Vater versorgt und ist dann im KH gestorben.

Mal sehen wie unser Weg verläuft.

lg mara

Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Conchita am 30.01.13, 11:17
Ich habe ja bereits die Grosseltern von meinem Mann gepflegt, Grossmutter bis zu Tod, Grossvater musste leider ins Altersheim. Er starb kürzlich. Es ist eine harte Zeit jemanden zu pflegen, zu sehen wie sie jeden Tag weniger werden, bis zum bitteren Ende :-[. Hilfe von Schwiegervater und seinen Geschwistern war leider nicht sehr gross. Wollte ich mal "frei" gabs gleich ein Theater und Rundtelefeons. Aber egal das ist vorbei, spätestens an der Beerdigung waren dann alle zur Stelle!!

Ich habe es gerne gemacht, die beiden haben viel gearbeitet und uns und dem Hof viel Gutes getan, auch finanziell, da mein SV kein Held war im Umgang mit dem Geld. Sie haben ihm immer wieder aus dem gröbsten raus geholfen. Manchmal ging es aber dann doch fast über meine Kräfte, vorallem als ich dann auch noch bei ihnen übernachtete und so kaum abschalten konnte.

Trotz all dem habe ich keine Angst, auch wenn meine Eltern jetzt das Pensionsalter erreicht haben, ich werde für sie da sein, egal was passiert. Sie wohnen nicht bei mir, sondern bei meinen Geschwistern im nächsten Dorf, also in der Nähe.

Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Margret am 31.05.13, 20:03
Weiter oben (im Januar 13) hatten wir schon  mal das Thema  "Pflege im Ausland".

Gerade kam im Fernsehen  ein Programmhinweis:

heute abend, 21.00 Uhr auf NDR   "Zur Pflege nach Polen".

Margret
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: frankenpower41 am 30.07.13, 12:33
Hallo

Jetzt musste ich fast schmunzeln.
Mein Vater (fast 75 und wohnt über 15 km weg) hilft uns oft noch aus.  Das ist auch so einer, der sich hauptsächlich über Arbeit definiert.
Jetzt erzählt meine Mutter, dass er gestern vom Roller gestürzt ist und hat sich Rippen geprellt.
Schuld sind (indirekt) wir.  Hätten wir ihn bei uns grubbern lassen, dann hätte er nicht vor Langeweile um die Felder fahren müssen, wäre nicht in Rinne gefahren und gestürzt.
Da muss man erst mal drauf kommen.  ER geht schon viel weg und trifft sich mit Bekannten, aber er braucht halt die Bestätigung noch gebraucht zu werden. 

LG Marianne
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: gammi am 30.07.13, 12:41
Wo er Recht hat hat er Recht  ;D ;D

Aber für viele ältere Menschen ist grad die Bestätigung wichtig, dass sie noch was können und gebraucht werden. So fühlen sie sich noch nicht so alt.

Halt grad wie bei den Kindern auch. Die wollen auch oft zeigen, dass sie schon groß sind.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: frankenpower41 am 09.06.17, 14:09
ich muss immer noch vor mich hin grinsen.
SM, sie war 88, sieht m.M. nach für ihr Alter noch gut aus, wirkt auch nicht sehr gebrechlich (sicher, ist nicht mehr so wie vor 15 Jahren), meinte doch vorhin allen Ernstes  "Ich will keine Bilder von der Hochzeit wo ich drauf bin, seh jetzt schon sehr alt aus, dabei war ich mal so ein hübsches junges Mädel"
Konnte nicht anders als zu sagen " wie kann man nur so eitel sein."  Achja, sie ist nicht dement, solche Äußerungen kommen öfters.
Ich will ja auch nicht grad Bilder von mir wo ich doof gucke, aber allgemein stört es mich nicht, dass ich nicht mehr so aussehe wie mit Zwanzig. Falten denke ich, habe ich fast mehr als SM, und schlanker als ich ist sie allemal. Recht gebückt kommt sie auch nicht daher.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Mathilde am 09.06.17, 15:37
Hallo,

ich kann Sie aber schon verstehen, da bin ich auch eitel  ::) . Mir tut es z.B. auch in der Seele weh wie meine SM und meine Mutter körperlich so zusammenfallen. SM wird 90 und ist so gut wie blind aber geistig total auf der Höhe. Meine Mutter wird 88 und lässt im Gegensatz zu meiner Oma also Ihrer Mutter schon sehr nach. Jeder eben anders.
Wenn man dann noch so weit weg wohnt ist das schon ein Problem. Weiss jemand wie das mit der Verhinderungspflege geht?

LG Mathilde
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Margret am 09.06.17, 15:47
Nein, Mathilde,

ich weiß das auch noch nicht mit der Verhinderungspflege. Wer weiß, ob und wann man das aber wissen sollte...
Magst du nicht eine extra Rubrik eröffnen,  dann stehen alle Informationen beisammen und jeder, der diese braucht, findet sie rasch.

Margret
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: evi am 09.06.17, 16:56
ich neme die verhinderungspflege nach dem neuen pflegerichtlinien in anspruch.eine frau kommt dienstags 3 stunden zum vater,eine andere alle 14 tage nachmittag 3 stunden,mein vater hat jetzt pflegestufe 4,das geht über den pflegedienst,ich muss nix zahlen.ich bin recht froh drüber!       wenns auch grad 3 stunden sind kann man doch was unternehmen.die frauen haben nur hauswirtsch. ausbildung   ,machen nix medizinisches.da gehts mehr ums aufpassen,weil er nicht allein sein kann,er wird 93
"
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: evi am 09.06.17, 19:21
ich denke unser pflegedienst stellt diese frauen auf 400 euro basis ein,ich finds recht gut
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Wiese am 09.06.17, 20:21
ich neme die verhinderungspflege nach dem neuen pflegerichtlinien in anspruch.eine frau kommt dienstags 3 stunden zum vater,eine andere alle 14 tage nachmittag 3 stunden,mein vater hat jetzt pflegestufe 4,das geht über den pflegedienst,ich muss nix zahlen.ich bin recht froh drüber!       wenns auch grad 3 stunden sind kann man doch was unternehmen.die frauen haben nur hauswirtsch. ausbildung   ,machen nix medizinisches.da gehts mehr ums aufpassen,weil er nicht allein sein kann,er wird 93
"

evi, da hat sich in den letzten Jahren viel getan, bei den Pflegerichtlinien. Ich wäre froh
gewesen, wenn es das schon vor ca. 20 jahren gegeben hätte. Da war man noch viel
auf sich allein gestellt gewesen mit den Pflegenden.
Finde es richtig, sich Hilfe zu holen.
Titel: Re: Wenn die Eltern älter werden
Beitrag von: Tina am 09.06.17, 20:34
Ich hab schon Verhinderungspflege für stundenweise Betreuung ("Gassigehen" :D) vom Pflegedienst, weil die Betreuungsleistungen ausgeschöpft waren und gerade ist ein Antrag raus, weil die Kurzzeitpflege im Altenheim ausgeschöpft war.
Setz dich mal mit der Pflegekasse in Verbindung. die beraten dich; oder auch die Pflegestützpunkte, ist vielleicht sogar die bessere Wahl.