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Rosalinde:
Hallo Ihr Lieben,
wir sind gerade angefangen einen Teil unserer Gebäude (Schweinemastställe) zu Lagerraum umzubauen. Mein Mann ist nach einer Krebs-OP wieder einigermaßen in der Lage, den Umbau zu machen. Er tut sich mit dieser Entscheidung sehr schwer. Wir planen, die Viehhaltung aufzugeben. Der Ackerbau soll aber weitergeführt werden. Ist dies der richtige Weg für uns? Hat jemand Ähnliches durchgemacht?

LG Rosalinde

Morgana:
Liebe Rosalinde,
das ist eine sehr schwere Entscheidung und leider kann euch da wohl niemand von "aussen" wirklich helfen.

Meine Eltern haben den Betrieb relativ schnell in kurzer Zeit komplett aufgegeben.
Die Gebäude haben mein Mann und ich umgebaut in Werkstatt, Garagen usw.

Für meine Eltern war es nie schwierig. Sie haben es genossen, dass sie von all dem befreit waren.
Mein Vater hatte schwere Bandscheibenprobleme.

Aber jeder Mensch ist verschieden und muss für sich selber entscheiden.
Wenn dein Mann sich sehr schwer tut, wird er vermutlich nicht glücklich, wenn alles weg ist.
Gerade nach einer Krebs OP ist sehr wichtig, dass es ihm psychisch gut geht.
Auf der anderen Seite muss er natürlich mit seinen Kräften haushalten.

Wenn der Ackerbau doch noch zuviel oder zu Anstrengend wird, wäre es vielleicht eine Möglichkeit
anderen Landwirten zu helfen. Betriebshelfer oder Maschinenring.
Dann wärt ihr nicht so sehr angehängt und er könnte trotzdem noch draußen sein und seiner Arbeit nachgehen.

Ich wünsche euch ganz viel Kraft, dass es deinem Mann weiterhin gut geht und alles alles gute,
dass ihr den für euch richtigen Weg findet.

Rosalinde:
Liebe Morgana,
danke für deine lieben Worte. Wie recht du doch hast. Mein Mann tut sich sehr schwer, den Hebel umzulegen. Wir sind kinderlos und haben keine finanziellen Probleme. Mein Mann weiß, dass wir was ändern müssen, aber irgendetwas blockiert ihn noch.
LG Rosalinde

Morgana:
mein Mann war immer nur Nebenerwerbslandwirt. Trotzdem ist es ihm schwer gefallen den Hof aufzugeben.
Wir haben immer noch Hühner und er hat wieder einen Traktor, wenn auch nur einen kleinen Kommunalbulldog.

Noch schwerer war für ihn mit 47 Jahren Erwerbsunfähig zu werden.
Ihm und mir hat es geholfen, dass er anfangs bei mir in der Firma noch ein bischen mitmachen konnte, soviel er eben schaffte.
Dass er nicht ganz aus dem Metier raus musste.

Darum meine ich wäre es für deinen auch eine Option beim Maschinen oder und Betriebshilfsring zu arbeiten.
Für deinen Mann ist es einfach nicht vorstellbar den Hof auf zu geben, der vielleicht seit Generationen schon im Besitz war.
Es ist auch leicht dahin gesagt, such die ein Hobby oder sowas.
Da gibts keinen Schalter zum umlegen. Aber vielleicht kannst du ihn doch für das eine oder andere gewinnen

Was möchtest du denn am liebsten machen? Den Ackerbau weiter oder ganz aufhören.

silberhaar:

Sali Rosalinde

Wäre es eine Möglichkeit, dass sich dein Mann positives und negatives auf einem Blatt festhalten könnte.  Diese Blatt mit den Vor- und Nachteilen immer mal wieder hervorholt und sich so die Gedanken immer mal wieder notiert.
Vielleicht fällt es ihm so leichter zu einer Entscheidung zu kommen.

als Beispiel:

Viehlos
Mit Vieh, reduziert oder Mutterkuhhaltung
nur Ackerbau
Ackerbau mit reduziertem Viehbestand
und der Gedanke von Morgana anderen Berufskollegen aushelfen

...und wie ist es dir evt. auch möglich ihn zu unterstützen

Viel Glück, Kraft und Zuversicht bei der Entscheidungsfindung

silberhaar

PS: uns hat das Aufschreiben damals viel geholfen. Wir haben Zukunftsweisen uns die Notizen gemacht. Weil wir merkten, dass wir irgendwann einem auswärtigen Job nachgehen müssen und dies nicht nur stundenweise.




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