Am Sonntag war ich zum Volkstrauertag-Gottesdienst, dieses Jahr als Thema "80 Jahre Ende des 2. Weltkriegs".
Das war sehr emotional und richtig gut gemacht. Im Gottesdienst sprachen zwei Zeitzeugen, wie sie diese Zeit miterlebt haben.
Eine Frau war damals 13 oder 14 und lebte ursprgl. in Jugoslawien. Sie berichtete vom Auslöser der Vertreibung und von den Stationen ihrer Flucht und dass ihr kleiner Bruder dabei verstarb. Schluck.
Der andere ist ein "Eingeborener", der war damals 5 und im Kindergarten, wo sie oft in den Keller mussten wenn Fliegeralarm war. Da haben die Erzieherinnen ihnen zur Ablenkung unzählige Lieder beigebracht, ein Schatz, den er immer noch in sich trage. Bis er dann in die Schule kam wurden überall Flüchtlinge einquartiert und viele Flüchtlingskinder kamen mit ihm in die 1. Klasse, die waren schon ein oder zwei Jahre älter, konnten aber unterwegs nicht zur Schule.
Beide sprachen wirklich gut und einfühlsam und das bewegte uns alle. Sie und er sind am Ort sehr bekannt.
Bei der anschließenden Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal las unsere Pfarrerin Passagen aus mehreren Briefen eines jungen Mannes (Namen hat sie genannt) vom Ort vor, der in Briefkontakt mit dem damaligen Pfarrer stand, der all seinen ehmenaligen Konfirmanden, die als Soldaten fort waren, regelmäßig geschrieben hat. Dieser junge Mann schrieb von seinen Hoffnungen und Ängsten und am Schluss sagte die Pfarrerin, dass er an dem und dem Datum gefallen sei.
Da kullerten viele Tränen, das ging uns so nahe.
Früher galt der Volkstrauertag als verstaubt und man meinte, der gehe einen nicht so arg was an...