Autor Thema: Staphylococcus aureus->gefährliche Euterentzündung  (Gelesen 57070 mal)

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Offline cara

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Re: Staphylococcus aureus->gefährliche Euterentzündung
« Antwort #90 am: 15.11.08, 09:59 »

Woher weißt du, dass jede Kuh staph. aur. in sich hat? Kannst du das fachlich belegen?
Oder ist es nur eine Vermutung deinerseits?

Irgendwie bin ich zu doof, dieser Argumentation zu folgen.


ich habe es irgendwo in dieser Box geschrieben, so ziemlich jede Kuh hat den Staph. aureus auf der Haut und im Maul.
Da gehört er auch hin.
Das ist auch wissenschaftlich belegt, da gibt es genug Veröffentlichungen zu, z.B. hier, ansonsten mal nach Staph. aureus Mastitis googeln...
« Letzte Änderung: 15.11.08, 17:19 von cara »
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Offline Matthias

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Re: Staphylococcus aureus->gefährliche Euterentzündung
« Antwort #91 am: 15.11.08, 10:34 »
Hallo,

möchte hier auch mal meine Erfahrungen preis geben.

Ich denke eine Einzeltierbehandlung auf Grund von erhöhten Zellzahlen in der MLP oder aufgrund einer abgeschickten Milchprobe ist weniger sinnvoll, da wenn man das Ergebnis Staph Aur hat der Erreger schon wieder verkapselt sein kann.

Das allerwichtigste ist bei diesen Erreger das Übertragungsrisiko zu minimieren. Bedeutet zum einen absolut trockenes Stallklima und saubere regelmässig desinfizierte  Liegeboxen. Unsere Liegeboxen werden täglich zweimal mit einem Strohmehl/Kalkgemisch (80%/20%) gestreut (1 Korb au 70 Liegeboxen). Und zum anderen die Übertragung im Melkstand vermeiden. Hier hat sich die Melkzeugzwischendesinfektion über Sprühsystem absolut bewehrt.

Die zwei Maßnahmen haben bei uns die klinischen Mastitisfälle schon auf ein Minimum reduziert.
Wenn klinische Fälle auftreten werden die bei uns sofort ohne Milchprobe im Euter behandelt bei schweren Fällen systemisch über den Tierarzt.

Subklinische Mastitis sprich hohe Zellzahlen bekämpfen wir mit dem Trockenstellen. Hier werden alle Kühe die höher als 300000 Zellen liegen vor dem Trockenstellen mit einem billigen Penezillin behandelt und danach mit einem hochwertigen Trockensteller trockengestellt. Hier ist in regelmässigen ein Resistogramm notwendig um resistenzen zu vermeiden.

Mit dem System haben wir es geschafft die Zellzahl in den letzten 2 Jahren von ca 250-270 Tausend in der Herde auf stabil 150 Tausend zu drücken, Tendenz weiter fallend.

Mathilde wird jetzt mit den Augen rollen  ;D aber ein großen Erfolg haben wir auch damit gehabt das wir seit zwei Jahren die Färsen ca 1 Woche vor dem Geburtstermin mit über den Melkstand nehmen und mit melken. Das hat neben vieler anderer Vorteile auch den positiven Effekt das wir seitdem nahezu keine Färsen mit erhöhter Zellzahl und keine Färsenmastitis mehr im Betrieb haben.

Mfg
Matthias

Mathilde

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Re: Staphylococcus aureus->gefährliche Euterentzündung
« Antwort #92 am: 15.11.08, 11:50 »
Hallo,

aber warum soll ich denn mit den Augen rollen.  ???
Wir stellen diejenigen bei denen Staph.Aur. festgestellt wurde genauso trocken wie Ihr. Wir haben ebenfalls einen Resistenzstest machen lassen und trotzdem wer da nach dem Abkalben wiederum mit stark erhöhten Zellen kommt ist in meinen Augen austherapiert. Es  wird Dir auch jeder TA bestätigen das das bei Färsen mit der ersten Laktation besser funktioniert wie bei den Altkühen und wenn eine auf mehr wie einem Viertel Aur. hat was soll das dann?
Wir haben keinen Unterschied festgestellt bei den Färsen mit dem vorher melken, das haben wir auch schon gemacht  ::)
Wir machen generell Zwischendesinfektion und kalken die Boxen ebenfalls.
Wir behandeln mit Antibiotika und TA aber auch mit Homöopathischen Produkten u. TA.
Halbjährliche Viertelgemelksproben vom nicht positiven Bestand bis die Aureus Rate unter 2% liegt ist auch ratsam.

LG Mathilde

Offline Matthias

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Re: Staphylococcus aureus->gefährliche Euterentzündung
« Antwort #93 am: 15.11.08, 12:53 »
Hallo,

aber warum soll ich denn mit den Augen rollen.  ???


weil ich das Thema Färsen anmelken wieder anbringe, war auch nicht böse gemeint  :)



Offline Freya

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Re: Staphylococcus aureus->gefährliche Euterentzündung
« Antwort #94 am: 15.11.08, 14:16 »

Woher weißt du, dass jede Kuh staph. aur. in sich hat? Kannst du das fachlich belegen?
Oder ist es nur eine Vermutung deinerseits?

Irgendwie bin ich zu doof, dieser Argumentation zu folgen.


ich habe es irgendwo in dieser Box geschrieben, JEDE Kuh hat den Staph. aureus auf der Haut und im Maul.
Da gehört er auch hin.
Das ist auch wissenschaftlich belegt, da gibt es genug Veröffentlichungen zu, z.B. hier, ansonsten mal nach Staph. aureus Mastitis googeln...

Danke cara ;D

@a.m.  ... wir haben hier schon so viel fundierte infos gesammelt in diesem thread und auch eigene Erfahrungen und Behandlungsmethoden aufgeschrieben. Wenn man wirklich ein Problem hat mit staph.aur. in der Herde, sollte man sich schon mal die sieben Seiten durchlesen. Es gibt ja auch unzählige links ....  Und die Behauptung, dass alle Tier das staph. aur. Bakterium in sich tragen ist fachlich nachgewiesen.
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liebe Grüße
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Offline Mirjam

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Re: Staphylococcus aureus->gefährliche Euterentzündung
« Antwort #95 am: 15.11.08, 15:17 »
Hallo,

a.m.
Woher weißt du, dass jede Kuh staph. aur. in sich hat? Kannst du das fachlich belegen?
Oder ist es nur eine Vermutung deinerseits?


 
cara
ich habe es irgendwo in dieser Box geschrieben, JEDE Kuh hat den Staph. aureus auf der Haut und im Maul.
Da gehört er auch hin.
Das ist auch wissenschaftlich belegt, da gibt es genug Veröffentlichungen zu, z.B. hier, ansonsten mal nach Staph. aureus Mastitis googeln...



ich hab jetzt mal die ganze Box nachgelesen und das hier gefunden:

natürlich wird nicht jede Kuh Staph. aureus auf der Maulschleimhaut haben, aber die Wahrscheinlichkeit ist schon sehr hoch.Desweiteren kommt er auch recht häufig auf der Haut vor, sowohl bei Menschen als auch bei Tieren, schon deshalb machen die Handschuhe als Hygieneschutz für die Kuh Sinn.

in deinem Link hab ich jetzt auch nicht unbedingt einen Hinweis auf dieses "auf jeder Kuh" gefunden, sondern nur, dass er v.a. durch Tröpfchenübertragung im Milch/Euterbereich von infizierten auf "nicht-infizierte" Kühe übertragen wird.

Warum ist Staph-Aureus im Maul/Haut so "harmlos" (ich weiß dass er grundsätzlich auch hier böse Eiterentzündungen verursachen kann - einer Bekannten ihre Tochter hatte mal einen schlimmen Infekt um den Mund herum...) - ist das ähnlich wie bei den Streptokokken, die auch "überall" vorkommen- aber schon ein Sprung im Subtyp gigantische Probleme bei den Ferkeln machen kann bzw. bei stallspezifischen Impfstoff aufgrund dieser "Typensprünge" alle 3 Monate ein neuer, angepasster Impfstoff her muss?

Warum so ein Problem bei der Kuh - warum bei deutlich weniger Euterpflege/Hygiene bei den Sauen  ???

Gruß

Mirjam


« Letzte Änderung: 15.11.08, 15:27 von Mirjam »
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Offline Matthias

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Re: Staphylococcus aureus->gefährliche Euterentzündung
« Antwort #96 am: 15.11.08, 17:05 »
Hallo Miriam

ich denke in erster Linie ist das Übertragungsrisiko bei der Sau niedriger denn die befindet sich in der Laktation nicht mit anderen Sauen in einer Gruppe (bitte korrigieren wenn ich da falsch liege) bzw an ihr wird nicht mit Technik manipuliert wo eine Übertragung möglich ist. Und auf das eigene Keimumfeld wird das Immunsystem  sicher besser gewappnet sein 

Mfg
Matthias

Offline cara

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Re: Staphylococcus aureus->gefährliche Euterentzündung
« Antwort #97 am: 15.11.08, 17:38 »
Mim,
danke für den Hinweis, ich habe es korrigiert ;o)
Wäre mal interessant, das auszutesten..... Kühe tupfern und schauen, was wächst ;)

Staph aureus ist ein normaler ubiquitärer Keim, beim Menschen findet man ihn auf der Haut und in den oberen Atemwegen.
Das ist einfach so und auch gar nicht schlimm.
Der aureus ist aber durch seine Pathogenitätsfaktoren auch in der Lage, seinen Wirtsorganismus zu infizieren.
Das kann ein Mensch sein, eine Kuh, ein Hund oder ein Schwein.
Pathogenitätsfaktoren beim Staph aureus sind z.B. Koagulase und Clumping-Faktor A zur Umschiffung der Immunabwehr, einieg Enzyme, die Blutzellen lysieren.
Dazu kommen noch einige Toxine.

Wenn die Bakterien es denn also erstmal von der Haut/Schleimhaut in den Körper geschafft haben, haben sie gute Chancen, dass das Immunsystem arg zum arbeiten kommt.

Matthias' Erklärung zu den Staph. aureus-Infektionen beim Schwein finde ich durchaus nachvollziehbar.
Dazu kommt auch noch, dass Schweine nicht ganz soviel Kontakt mit "Erd-Futter" haben, wie z.B. Gras auf der Wiese oder Silage.. oder irre ich da?
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Offline Freya

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Re: Staphylococcus aureus->gefährliche Euterentzündung
« Antwort #98 am: 16.11.08, 21:23 »
Mit Schweinen kenne ich mich nicht aus.

Aber wir hatten mal einen Tierarzt, der hat uns erklärt, warum wir die Milch von staph.aur. erkrankten Kühen nicht an die (weibl.) Kälber verfüttern sollen. (hab ich noch nie gemacht ...)
Und er erklärte das vereinfacht so, dass das staph.aur. sich in den Mandeln "einnistet" und wenn das Kalb eine Kuh geworden ist, beim ersten größeren Stress "zum Vorschein" kommt und das Tier erkrankt. ;)
Wer heilt, hat Recht.
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Freya