Autor Thema: Berufstätige Bäuerinnen  (Gelesen 90883 mal)

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Offline Susanna

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #60 am: 21.01.06, 17:15 »
Hallo Mirjam,

das hatte ich die Woche vor Weihnachten. Ich habe sehr kurzfristig frei genommen, um mit meinem Sohn zum Arzt zu gehen. Das Verständnis war (ich habe mich auch gewundert) sehr groß.
Das ist bei uns nie ein Problem, auch auf der Arbeit ist es ein Geben und Nehmen.

Aber mein Mann musste halt immer nach den Kindern schauen, als sie noch kleiner waren. War schon manchmal nicht so einfach!
Viele Grüße
Susanna

Offline Freya

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #61 am: 21.01.06, 22:07 »
Zitat
Die letzte Nacht war unser Kleiner nur ständig am Spucken, dann kam gleich hohes Fieber dazu - eine schöne Überraschung  .

Hallo Mirjam,

ich weiß es nicht ganz genau, müßte mal im Personalbüro nachfragen. Aber als berufstätige Mutter hast Du Anrecht auf unbezahlten Urlaub, wenn Dein Kind krank ist und Du zu Hause bleiben mußt.
Aber es ist ja auch so, daß Du nicht arbeiten könntest, wenn niemand für das Kind da wäre. Nur wenn es krank ist, dann darf sich die Mutter kümmern. Ich meine mich zu erinnern, daß ich mal 1 1/2 Tage frei bekommen habe, als ich meinem Sohnemann unter Voillnarkose die Zähne machen ließ als er noch nicht in der Schule war. Auf jeden Fall gibt es da eine Regellung vom Gesetztgeber.  ::)
Wer heilt, hat Recht.
Hippokrates

liebe Grüße
Freya

Offline Margret

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #62 am: 22.01.06, 11:03 »
Hallo Freya,

m.W.  sind es mehr Tage,  die jedem Arbeitnehmer bezahlt zustehen,  wenn das Kind krank ist  UND sich sonst keiner um das Kind kümmern kann .         Früher (vor 11 Jahren)  waren es  5 Arbeitstage pro Elternteil,  d.h. 10  pro Kind.  Bei Alleinerziehenden 10 Tage pro Kind.         Kann sich ganz schön läppern für den Arbeitgeber...

Wobei die rechtliche Seite die eine ist.   Der Druck auf die berufstätige Mutter ist trotzdem da,  wenn sie eben genau weiß,  dass sie an dem Tag nicht fehlen kann im Geschäft (wg. dringendem Termin,  weg. fehlender Ersatzkraft,...).

Margret

Offline mary

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #63 am: 22.01.06, 11:31 »
Was mich interessieren würde,
wie bekommt ihr Beruf, Haushalt und Betrieb auf die Reihe.
Vor einigen Jahren, unsere Kinder waren in einem Alter, wo ich meinte, dass sie schon sehr selbständig seien,
hatte ich einen Nebenjob.
Aber die Jongliererei mit dem Betrieb, dem Haushalt, den Kindern hat mich an die Grenze der Belastbarkeit gebracht.
Mein Nebenjob war abends, aber einmal wars zum Silieren, wo ich normalerweise als Ak eingezählt bin, ein anderes mal waren die Kälber schwer krank, kurzum, ich kam mir nur noch als Katastophenmanager vor und irgendwann bekam ich Probleme mit meinen Magen.
Der Arzt war knallhart, entweder ich versuche, Stress abzubauen und wegzulassen,
so würden die Medikamente nicht helfen.
Ich habe schweren Herzens meine Nebentätigkeit aufgegeben,
dafür ein Ehrenamt übernommen, weil ich gemerkt habe, dass ich trotz meiner Liebe zum Beruf die Kontakte nach draussen brauche.
Arbeit ist nirgends nur Honiglecken, aber Rinder sagen niemals Danke, auch wenn frau sich auch noch so bemüht.
Mein Traum wäre immer ein kleiner Laden, aber bisher konnte ich mich noch nicht durchsetzen.
Es fällt mir auf, dass viele Bäuerinnen über mangelnde Anerkennung klagen.
Wenn ich nur die Arbeit auf dem Hof, im Haushalt hätte, fiele mir die Decke auf den Kopf,
das ist mir in der letzten Zeit auch bewusst geworden.
Ich weiß, was ich kann, was ich leiste,
aber wenn ich sonst was organisiere, mache, dann weiß ich, dass es in der Regel passt,
auf dem Hof kann ich mir noch soviel Mühe geben, da gibt es so viele Unwägbarkeiten.
Aber die Vereinbarkeit von Beruf, Betrieb, Haushalt, Familie und den vielen sozialen Kontakten,
das erscheint mir manchmal als die Quadratur des Kreises.
Wie schafft ihr diesen Spagat?
herzl. Grüsse
maria

Offline Jacqueline

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #64 am: 22.01.06, 11:59 »
Delegieren, liebe Mary.

Die Kinder müssen mithelfen, ich bin immer mit dem Handy erreichbar, ausser bei Sitzungen. Und für mich wäre mein Job ohnen die Unterstützung meines Mann unmöglich unter dem Hut zu bringen.
Und auch wenn, im Haus nicht immer alles perfekt sauber und aufgeräumt ist, ist dies doch auch keine Problem.

Doch je nach Saison, suche ich Praktikantinnen, die mir im Haushalt und mit den Kindern helfen.

Seit Anfangs Januar wohnt ein 25 - jähriger Grafiker bei uns, und als Gegenleistung für Kost (er isst nicht alle Mahlzeiten mit uns) und Zimmer, arbeitet er 2 - 3 Halbtage im Haus; er kocht an den Tagen das Mittagessen und putzt ein Teil des Hauses. Es ist noch neu, doch er tut die Arbeit mit Herz und Liebe und gibt sich sehr Mühe.
Ich sage ihm, im Voraus, welche Tage ich nicht zu Hause bin und an den Tagen kocht er das Mittagessen und räumt die Küche auf.

Manchmal wenn ich nicht zu Hause, bin und ängstlich und mit Schuldgefühlen, meinen Mann frage, wie geht's und wir läuft's, wenn ich nicht da bin, meint er cool, glaubst, Du wirklich das Haus steht still ohne Dich. Ich weiss, ich kann auf ihn vertrauen und er schaut zum rechten, bei meiner Abwesenheit und gibt Instruktion und Anweisungen an die Kinder oder die Praktikanten. Und Handys sind einen gute Sache für erwerbstätige Frauen! ;)

Wir haben es ja so abgemacht, ich bringe durch meinen Job flüssige Mittel ins Haus und wir teilen uns die Arbeit, vorallem mit den Kindern.
Jacqueline "Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen,
wird der Erfolg all unsere Erwartungen übertreffen..."
Henry David Thoreau

Offline Romy

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #65 am: 22.01.06, 17:41 »
Vielleicht kann man da auch nicht so verallgemeinen. Ich zum Beispiel bin ein Typ der sich mit dem delegieren schwer tut. Ich musste es lernen, schliesslich habe ich fünf Kinder. Aber es entspricht nicht meinem Karakter. Ich bin jemand der lieber alles selber tut, ich weiss das, darum bin ich immer sehr vorsichtig mit Ämter.
Solange die Kids klein waren, war für mich auch kein Wegkommen. Irgendwie liessen sie mir auch gar keine Zeit darüber nachzudenken. Wir haben dann mit der Direktvermarktung angefangen. Diese wuchs (so zu sagen) mit den Kinder. Je mehr Zeit ich hatte um so mehr Artikel fanden sich in unserem Buurelädeli. Heute ist es so, dass Göga, und besonders auch der Lehrling, wacker in der Direktvermarktung mitarbeiten. Im Frühling sitzen alle in der Wiese und pflücken Löwenzahnknospen.
Ich will damit sagen: Es kommt auf jeden einzelnen an. Man muss nicht unbedingt einen Nebenjob haben, sich selber verwirklichen kann man auf viele Arten. Eine Bekannte von mir arbeitet mit Holzdruck, sie ist gut, gibt auch Kurse. Eine andere liebt das Fotographieren. Oder unsere Esther, sie näht tolle Mützen und liefert sogar nach Amerka  - Uhhu Esther winke, wink!!! Eine weitere Bekannte von mir liebt ihren Garten, er ist eine Pracht, sowas müsste man ausstellen.
Meine lieben Frauen, gebt auf euch acht. Schaut dass bei aller Selbstverwirklichung ihr nicht den schwarzen Peter zieht. Es hat keinen Sinn sich zu überladen bis zum geht nicht mehr. Schaut zu, dass ihr bei allem noch Zeit zum Atmen habt. Ich bin eine typische Schweizerin und tue vielleicht manches etwas langsamer. Zuerst schau ich, dann studiere ich, hacke noch mal nach... auch der liebe Gott hat die Erde nicht an einem Tag erschaffen.
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Offline Susanna

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #66 am: 22.01.06, 21:09 »
Ich will damit sagen: Es kommt auf jeden einzelnen an. Man muss nicht unbedingt einen Nebenjob haben, sich selber verwirklichen kann man auf viele Arten. Eine Bekannte von mir arbeitet mit Holzdruck, sie ist gut, gibt auch Kurse. Eine andere liebt das Fotographieren. Oder unsere Esther, sie näht tolle Mützen und liefert sogar nach Amerka  - Uhhu Esther winke, wink!!! Eine weitere Bekannte von mir liebt ihren Garten, er ist eine Pracht, sowas müsste man ausstellen.
Meine lieben Frauen, gebt auf euch acht. Schaut dass bei aller Selbstverwirklichung ihr nicht den schwarzen Peter zieht.

Liebe Romy,

du hast natürlich Recht. Jeder Mensch (jede Frau) verwirklicht sich selbst irgendwo im Leben und wählt einen eigenen Weg.

Ich gehe nicht arbeiten, um mich selbst zu verwirklichen!
Und ich habe auch (meistens) nicht das Gefühl, dass ich mich übernehme. Jedenfalls nicht mehr, als Frauen, die zu Hause arbeiten. Wir haben doch alle ein und denselben Stress. Jede von uns gibt dort, wo sie steht, ihr bestes.

Ich schreibe ja hier nicht, um mich zu beklagen. Ich habe nur geantwortet. :)
Viele Grüße
Susanna

Offline Romy

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #67 am: 23.01.06, 06:39 »
Hallo Susanne
Ups, ich habe auch nicht auf dich gezielt. Sorry wenn das so rüber gekommen ist :)
Es macht mich einfach nachdenklich, nicht nur wir, sondern auch unsere Männer - wieviele haben neben dem Vollzeitberuf Landwirt noch einen Nebenjob, der oft auch fast 100 % ausmacht.
Ich habe noch nie gehört, dass ein Elektriker, ein Buchhalter oder ein Zahnarzt noch einen Nebenjob braucht, keinem käme es in den Sinn dies vom ihm zu verlangen. Sie arbeiten 8 Std. im Tag und dies 5 Tage in der Woche. Meistens sind sie dann erschöpft und müssen ausruhen. Ihr Lohn reicht um gut zu leben.
In der Landwirtschaft arbeiten wir sieben Tage in der Woche, auch wenn wir am Sonntag nur das Nötigste machen, kommen wir auch Sonntags auf mindensten 5-6 Std. Trotzdem können die meisten von uns nur von der Landwirtschaft nicht leben. Der Druck zum Nebenjob kommt nicht nur von uns, auch von aussen. Überall heisst es "ihr müsst halt noch zusätzlich eine Arbeit annehmen". Diese Forderung höre ich von Elektriker, Buchhalter und Zahnärzte die nach 8 Std. Arbeit müde in den Sessel sinken.
Sicher ist es nicht dasselbe ob du finanziell eine Arbeit suchen musst, oder so wie hier besprochen; eine Arbeit gesucht wird als Abwechslung zum bäuerlichen Alltag. Göga gibt Skischule auch um mit anderen Menschen zusammen zu kommen. Die Nachbarin geht am Skilift arbeiten weil es ihr, unter anderem, auch Spass macht.
Trotzdem, wenn ich dann sehe wieviel da zusammen kommt stimmt mich dies sehr nachdenklich.

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Offline mary

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #68 am: 23.01.06, 15:59 »
Hallo Romy,
dein Beitrag macht nachdenklich. Ich habe es versucht, den Hof, den Haushalt, die Kinder und noch einen Nebenjob auf die Reihe zu bekommen, um in meinem alten Beruf noch einen Fuss in der Türe zu haben.
Haushalt, Kinder, bzw. Familie das hätte ich noch auf die Reihe gebracht, aber dazu die Arbeit auf dem Hof, das war nicht möglich.
Die Arbeit im Haus und Familie war für mich noch planbar, die Arbeit im Stall, im Betrieb ist mit so vielen Unwägbarkeiten und Unvorhersebaren versehen, dass ich irgendwann gemerkt habe,
dass alles nur auf meine Kosten und besonders auf meine Lebensqualität geht.
Ich habe einen hohen Respekt vor der Leistung, Betrieb, Haushalt, Familie unter einen Hut zu bringen, ich für mich habe festgestellt, dass es auch bei der Olympiade eine Goldmedallie, eine Silbermedallie und dann noch Bronze gibt, aber dass es noch ein grosses Heer an Beteiligten gibt,
auch einen 10., 25 Platz.
So war für mich die Entscheidung, mit dem vielleicht 25. Platz im Leben zu versuchen, mein Glück zu finden und damit zufrieden zu sein, eine gute Entscheidung.
Für andere ist ein Wiedereinstieg ins Berufsleben der richtige Weg.
ich glaube im Leben gibt es nicht richtig oder falsch, sondern für jeden den Weg, der zu einem passen soll.
Aber trotzdem würde es mich interessieren, wie man diese Balance zwischen Betrieb, Familie, Haushalt und ausserhäuslichen Beruf finden kann, ich habe es nicht geschafft.
Herzliche Grüsse
maria

Offline Jacqueline

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #69 am: 23.01.06, 19:10 »
Für andere ist ein Wiedereinstieg ins Berufsleben der richtige Weg.
ich glaube im Leben gibt es nicht richtig oder falsch, sondern für jeden den Weg, der zu einem passen soll.
Aber trotzdem würde es mich interessieren, wie man diese Balance zwischen Betrieb, Familie, Haushalt und ausserhäuslichen Beruf finden kann, ich habe es nicht geschafft.
Herzliche Grüsse
maria

Liebe Maria

Für mich war der Wiedereinstieg ins Berufsleben, mein Weg. Ich liebe meine Arbeit und ich habe das gefühl am richtigen Platz zu sein. Meine Arbeit wird geschätzt und meinen Fähigkeiten werden anerkannt.

Vieleicht, wenn mein Mann damals offener gewesen wäre, mit manchen von meinen Ideen, die ich umsetzten wollte, hätte ich vielleicht nicht eine Arbeit ausserhaus gesucht! ::) Vieleicht war er auch zu ungeduldig und ich bin weniger praktisch veranlagt... Weiss nicht???   :'(

Ich habe auch meinen Kopf, vor Jahren nahm ich mir die Mühe und ich half mit bei der Heuernte, um meinem Mann Freude zu zubereiten, den ganzen Morgen drehten wir das Heu mit einer Praktikantin von Hand und schwitzten und als mein Mann kam kurz vor zwölf, meinte er wir hätten überhaut nichts getan und alles war total falsch!  :-[   War ich wütend! >:( 
Seit dem schaue ich, dass wir genügend Hilfe bei der Heuernte haben und kochen für alle ist mir ein Vergnügen und das mache ich gerne.

Ich bin, was die Art zu Arbeiten anbelangt, einfach ein ganz anderer Typ, als er. Er ist Franzose, ein bisschen Chaot und ich Oberwalliserin (Schweizerin). Ich hatte so richte Gewissenskonflikte zwischen meinen Idealen und Vorstellungen, meine Fähigkeiten und der Realität und seiner Arbeitsweise. Und mich zanken, nur weil ich nicht die gleichen  Fähigkeiten und ein anderes Arbeitsmangament habe als mein Mann habe, bringt auf die länge auch nicht's und ein gewisser Frust war auf meiner Seite vorhanden.

Wir lernten und akzeptierten, das jeder von uns seinen eigenen Arbeitsbereich hat, wir diskutieren viel miteinander und ich weiss was läuft, auch wenn ich nicht bei den Tieren und auf dem Feld mithelfe. Er weiss, was im Haus und mit den Kindren läuft. Wir haben unseren Weg gefunden und er passt uns.

Ich weiss noch als ich anfing zu gärtnern, so wie ich es in der Bäuerinnenschule lernte, mit Schnur, Meter  und in regelmässigen Abständen wird geplanzt und gesät. Fächer von 1.20 m Breite, Salate alle 30 cm, Kohl alle 60 cm, u.s.w.
Er lachte mich toll aus, jetzt brauche ich meine Finger (Daumen und Zeigefinderbreite) um die Distanz der Salatsetzlinge zu messen und mein Schuhegrösse um die Fächerbreite abzustecken. :)

Also jeder seine Arbeit, sein Gebiet und ist Fachmann oder Frau, dort wo er tätig ist.

Ich habe viel Zeit in Ausbildungen und Kursen investiert, die mit die Möglichkeite gaben, eine interessante und auch eine gut bezahlte Arbeit zufinden. Für mich ist meine Arbeiten, als Berufsbildnerin wie Ferien und Erholung. Ich fühle mich in meinem Element und bin glücklich dabei. Es ist mir sogar, als ob mir mein Job die Motivation gibt, effizienter meine Hausarbeiten zu erledigen. Ich weiss, dann und dann bin ich nicht da, also husch jetzt mach ich noch schnell diese und diese Arbeit. Bevor ich Ausserhaus arbeitete, war ich viel uneffizienter und trödelte viel mehr bei meinen Arbeiten.

Ich glaube und bin überzeugt, wir haben alle unsere Talente und Fähigkeiten und es ist wichtig, diese zu finden und auszuüben.

Wie Romy schreibt, sie hat ihren Weg gefunden mit der Realisierung des Hofladen, eine Freundin von ihr gibt Kurse und eine dritte ist aktiv in Verbänden, u.w.s. 

Selbstverwirkligung bei der Arbeit, bei einer schönen Freizeitsbeschäftigung, auf dem Hof, in der Familie und mit den Kindern, bei Gästebetreuung. Wobei mir das Wort SELBSTVERWIRKLIGUNG nicht unbedingt gefällt. Es tönt so egositisch und nabelorientiert (nombrilisme)!

Gott hat einen Plan und einen Lebensaufgabe für jeden Menschen auf Erden, nur diesen zu finden ist nicht einfach! :D
Jacqueline "Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen,
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Henry David Thoreau

Offline Mirjam

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #70 am: 23.01.06, 20:11 »
Hallo Jaqueline,

ein schöner Beitrag!

Zu dem "recht-machen-können" haben wir eine nette Boxen in "Familie - und Betrieb unter einem Hut". Da wirst du dich auch in vielem wiederfinden.

Es freut mich richtiggehend für dich, dass es ~ vielleicht ~ daheim nicht passen ~ musste ~ bis du deinen Platz ausserhalb des Hofes gefunden hast.

Dies Wochenende habe ich das ebenso bei einer Freundin erlebt, die nach einer Odyssee betrieblich wie privat nun auch neben dem Betrieb arbeiten geht und dabei entdeckt hat, was für Fähigkeiten in ihren Händen stecken - möglichst bald werde ich mich bei ihr auf den Osteopathie-Tisch legen  :D!

viele Grüsse

Mirjam
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Offline Romy

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #71 am: 23.01.06, 20:38 »
Ich finde das alles soooo spannend zu lesen. Wie schön das es den BT gibt :D

Mein Göga macht es da ganz anders. Er lobt mich immer wieder bis in den Himmel, bedankt sich, wenn ich im Stall helfe und gibt vor den anderen an, wie gut ich kochen und rechen kann. Er ist ein guter Psychologe, er weiss schon wie man mich bei Laune halten kann :D ;)

Es Grüessli Romy

PS Mirjam wie geht es deinem kranken Kind???
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Romy

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Offline Mirjam

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #72 am: 23.01.06, 20:49 »
@ Romy deinem Mann: Fürchtet er was, wenn er dich nicht bei Laune hält  ;D ;) :-X?

bedankt sich, wenn ich im Stall helfe
Romy - vorsichtig mit solchen Sätzen - es könnten einige Frust bekommen - was sie wohl falsch machen bei der Erziehung ihrer Ehemänner!  8) Hast du Tipps?

@ Kind: Er sagt morgens, er hat noch Bauchweh (weil er am Vorabend wieder spucken musste) - und hält mich dann munter den ganzen Tag von vernünftiger Arbeit ab...  8), aber jetzt gönn ich mir was ... mein Mann ist nämlich nicht-nur-ausser-Haus-beruflich-tägig, sondern fast-nur-ausser-haus-unterwegs ergo auch heute noch nicht daheim..

a propos: Was gönnt ihr euch auch-noch-nebenberuflich-tätigen Frauen als "Belohnung"? Darüber würd ich in diese Box auch gern sprechen  ;) - wie - wenn ich so frei sein darf darüber zu schreiben - wird das eingenommene Geld verwendet: Als Haushaltsgeld? Für Kinder/einen selbst, Altersvorsorge?

Und gleich noch eine Frage hinterher: O.g. Freundin von mir sagte, dass "ihre" Lösung: 30 Kühe im Laufstall + ihren Nebenerwerb nur funktionieren, weil es eben auch für ihren Mann o.k. sein muss, dass er dann ganztags ein Kleinkind hat oder nachmittags mit den größeren bei den Hausaufgaben sitzt bzw. es mittags nix warmes gibt.

Wie handhaben es eure Männer mit der Hausarbeit?

lieben Gruß

Mirjam
« Letzte Änderung: 23.01.06, 20:58 von Mirjam »
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Offline Jacqueline

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #73 am: 23.01.06, 21:02 »
a propos: Was gönnt ihr euch auch-noch-nebenberuflich-tätigen Frauen als "Belohnung"? Darüber würd ich in diese Box auch gern sprechen  ;) - wie - wenn ich so frei sein darf darüber zu schreiben - wird das eingenommene Geld verwendet: Als Haushaltsgeld? Für Kinder/einen selbst, Altersvorsorge?

lieben Gruß

Mirjam

Also, als sparsame Schweizerin habe ich im ersten jahr als ich Geld verdiente, fast kein Geld verbraucht. Und mein Konto schwoll nur so an!  ;D
Doch da ich wusste, das wir unser Haus renovieren werden, und ich Schulden hasse, wollte ich auch dafür sparen. Doch ohn Kredit geht ein Umbau auch nicht.
Ich kaufte mir einen I Mac, letzten Frühling und überliess den PC unseren Kindern, wobei er jetzt in Axels Zimmer stehet und er seine Geschwister nicht gerne ranlässt ODER NUR MIT ACh und Krach. :-\  und dann einen I Pod. Ich bezahlte die Lager der Kinder, und manche persönliche und professionnelle Ausgaben und seit Herbst Auslagen für das Haus, wie meine Kochstation, u.s.w.

Ich finde es in Ordnung, wenn das Geld der Frau zum Teil als Haushaltgeld gebraucht wird, doch nicht um Auslagen des Landwirtschaftlichen Betriebes zu bewältigen. Was denkt Ihr davon?


Zitat
Mein Göga macht es da ganz anders. Er lobt mich immer wieder bis in den Himmel, bedankt sich, wenn ich im Stall helfe und gibt vor den anderen an, wie gut ich kochen und rechen kann. Er ist ein guter Psychologe, er weiss schon wie man mich bei Laune halten kann Cheesy Wink

Romy, schön einen so lieben Mann zu haben, der weiss Dich zu loben. ;)
Jacqueline "Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen,
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Offline mary

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Re: Wiedereinstieg ins Berufsleben
« Antwort #74 am: 24.01.06, 00:56 »
Hallo Jaqueline,
danke für deinen Beitrag. Ich denke mir, wenn mich mein Mann überall mit meinen Vorstellungen abgeblockt und abgebremst hätte, dann hätte es sicher auch Veränderungen gegeben.
Grad vollster Begeisterung war er zwar auch nicht immer, wenn ich wieder mit Veränderungen oder Vorschlägen dahergekommen bin.
Ich mache meine Arbeit auf dem Hof gerne, aber ich brauche auch den Kontakt nach draussen,
habe mir deshalb ein paar Ehrenämter angefangen, bei denen ich vieles versucht habe, mich dafür eingesetzt und auch dabei viel gelernt habe, im positiven wie im negativen Sinne.
So macht halt jeder seinen Weg.
Deine Beiträge lesen sich recht begeistert,
ich bin mit meiner Arbeit im Grossen und Ganzen auch zufrieden und die Dinge, die mich ärgern, einige kann ich ändern, andere naja.
Das einzige was mich manchmal ärgert, dass Rinder nie danke sagen,
auch wenn man noch so viel für sie macht.
Neulich haben wir die halbe Nacht herumgepäppelt, dass wir eines unserer Rinder aus einer Box wieder herausbekommen haben, wie man sich nur so blöd reinmanövrieren kann, habe ich bis jetzt noch nicht verstanden.
Aber das blöde Vieh hat sich nicht mal dafür bedankt ;D
So und jetzt hoffe ich, dass ich als Hebamme nicht mehr gebraucht werde.
Herzliche Grüsse
maria