Autor Thema: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?  (Gelesen 69255 mal)

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Offline LunaR

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #150 am: 17.11.22, 18:34 »
Manchmal ist eine Absprache auch nicht möglich hier ist vor Jahren ein junger Mann mit Anfang 20 verstorben. Es stellte sich heraus, dass er aus der Kirche ausgetreten war. Ein Schock für die Eltern, die sich nichts anderes als eine kirchliche Beerdigung vorstellen konnten. Unser Friedhof gehört zur katholischen Kirchengemeinde, aber dort werden alle begraben. Das war also schon mal möglich. Der Pfarrer war ja nun eigentlich nicht mehr zuständig. Da es aber für die Eltern/Familie sehr wichtig war und sie wohl auch intensiv darum gebeten haben, hat der Pfarrer es dann doch übernommen und der Junge wurde also kirchlich beerdigt. Mit seinem Kirchenaustritt hatte er eigentlich ein anderes Signal gesetzt. Ich fand es damals in Ordnung, nein sogar sehr freundlich, dass der Pfarrer es so geregelt hatte. Manchmal ist Gnade einfach wichtiger als Regeln.
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Offline gammi

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #151 am: 17.11.22, 20:45 »
Ich fand es bei der Tante von meinem Mann sehr beruhigend, dass da schon die Tüte gepackt war mit dem was sie anziehen will.

Meine Schwiegermutter wollte uns kurz vor ihrem Tod noch etwas sagen. Sie konnte aber nur noch gestikulieren. Wir haben nicht verstanden was sie wollte. Sie hat immer in die Höhe gezeigt wo als sollte wir in der Höhe etwas suchen. Wir haben dann die ganzen Schränke durchgesucht nach einem Anhaltspunkt.
Irgendwo fanden wir dann einen Zettel auf dem stand, dass sie sich wünscht, dass man in ihrer Heimatgemeinde auch die Sterbeglocke läutet.
Sie hat auch schon vor Jahren ihren Namen und Geburtsdatum in den Grabstein gravieren lassen, weil sie Angst hatte, dass die ledigen Schwestern ihrers Mannes in das Familiengrab kommen und dann für sie kein Platz mehr wäre.
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Offline Internetschdrieler

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #152 am: 18.11.22, 10:52 »

Sie hat auch schon vor Jahren ihren Namen und Geburtsdatum in den Grabstein gravieren lassen, ....

Nein, also meinen eigenen Namen zu Lebzeiten schon auf dem Grabstein lesen müssen, wär nicht mein Ding.
Meine Mutter wollte immer im Heimatort in ihrem dortigen Familiengrab beerdigt sein. Sie hat dies auch jahrelang gepflegt bis die Verlängerung anstand. Sie wollte es dann einem dort ansässigen Neffen oder Nichte überlassen. Ihre Schwester meinte dann, die Kinder mit sowas belasten, geht gar nicht. Die "Kinder" waren damals jenseits der Fünfzig.
So wurde das Grab aufgelassen.
Meine Mutter hat sich dann für eine Urnenbestattung in unserem Familiengrab entschieden. Es ist schon wichtig seine Wünsche zu Lebzeiten zu äußern.

Offline Morgana

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #153 am: 18.11.22, 11:21 »
den eigenen Namen jahrelang auf dem Grabstein stehen lassen finde ich gruselig.

Woher kommt diese Einstellung, man möchte die Kinder
(die längst selbst schon nicht mehr jung sind) nicht damit "belasten".
Ist es wirklich so, dass man sie schonen will?
Oder will man immer als die starken erscheinen? Will man einfach nicht drüber reden?
Kopf in den Sand und alles verdrängen?

Wie bei unseren Nachbarn. Die Kinder brauchten nie was tun. Ich war immer mächtig neidisch.
Weder im Haus noch im Garten usw.
Dafür bekamen keinerlei Einblicke in nichts. Die dürfen bis heute z.B nicht an den Ordner mit den Versicherungen.

Jetzt sind sie beide Pflegebedürftig, es geht ihnen mehr schlecht als recht.
Aber es lag nicht daran, dass man die "Kinder" nicht belasten wollte, sondern daran, dass man nichts
aus der Hand geben wollte.
Aber man redet immer noch davon, dass man die Kinder nicht damit belasten will,
weil die ja jeden Tag in die Arbeit müssen und soviel zu tun haben.
Außenstehende sagen jetzt: die "Kinder" wollen von den alten nichts wissen, kümmern sich nicht drum.
Dabei haben die gar keine Chance.

Die wussten nicht mal, dass ihnen ein Grab hier gehört. Das hatten die Eltern mal gekauft
und als sie sich  nicht mehr drum kümmern konnten ist es verwahrlost.
Erst als es ihnen jemand gesagt hat, war ihnen klar, dass sie sich jetzt drum kümmern müssen.
Und das tun sie auch.



Offline Hein

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #154 am: 18.11.22, 12:24 »
Den eigenen Namen auf dem Grabstein lese ich, seitdem mein Vater gestorben ist. Er hatte den selben Namen wie ich. Dazu kommt noch, dass er an meinem 40sten Geburtstag gestorben ist. So steht auch ein Datum dort, das zu mir gehört.
viele Grüsse     Hein

Offline frankenpower41

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #155 am: 18.11.22, 12:29 »
Ich höre in letzter Zeit auch öfter dass man in Urnenwand will damit die Kinder später keine Arbeit haben.

Ich würde das nicht wollen, zumindest wenn ich weiß dass wer in der Nähe wohnt. Ich hab da mit Tochter schon drüber geredet, obwohl Grabpflege lt. Übergabevertrag ja am Hof ist.  Muss auch nicht ständig neu bepflanzt sein, nur einigermaßen ordentlich, mir würden jetzt STauden  auch gefallen.
Kenne Fall, da kümmern sich die (erwachsenen) Kinder sehr wenig um das Grab der Eltern, hätten m.M. nach schon Zeit oder auch genug Geld evtl. Gärtner zu beauftragen.  Da fiel schon öfters mal der Satz  "geerbt haben sie auch genug". Ist schon auffällig, am Dorf sieht man so was.
Ich geh da oft hin (ich stand denen sehr nahe) und für die Verstorbenen würde ich das auch machen, andererseits ist es nicht meine Aufgabe, zumal die Angehörigen vor Ort sind.
Besonders der Vater legte viel Wert auf Grabpflege und ich dachte schon öfters wenn der jetzt sähe wie seines aussieht :(:
Sicher gibt es Menschen die nicht gerne auf Friedhöfe gehen, aber irgendwie finde ich ist man das seinen Vorfahren auch schuldig, zumindest wenn man weiß wie sie das gesehen haben. 
« Letzte Änderung: 18.11.22, 13:41 von frankenpower41 »

Offline Morgana

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #156 am: 18.11.22, 13:59 »
Ich bin damit groß geworden, dass das Familiengrab gepflegt wird. Meine Mutter hat mich immer mitgenommen
und ich habe das nahtlos übernommen.
Sohn und Schwiegertochter sehen es genauso. Sie kommen jetzt schon mit zum Anpflanzen und haben Ideen.
Wenn meine Schwiegertochter Orgel spielen geht, schaut sie jedes mal aufs Grab von meinen Eltern und Großeltern.
Auch sie kennt das nicht anders.

Bei uns ist es schon auch so, dass manche Gräber ziemlich ungepflegt aussehen und diejenigen
genug geerbt haben.
Wir sind mittlerweile dazu übergegangen, dass wir solche Gräber mitpflegen.
Gemeckert hat bisher keiner von den Angehörigen. Darauf hätten wir grad noch gewartet.
Wer eine Pflanze übrig hat setzt sie hin. Man schaut halt dass es  einigermaßen zusammenpaßt.
Gegosssen wird auch von allen. Wer noch Wasser in der Kanne hat schüttet es dort hin.
Wir sind ein paar Frauen die das ohne großes Aufhebens mitmachen.


Offline gammi

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #157 am: 18.11.22, 22:22 »
Bei uns gibt es inzwischen gar keinen Gärtner mehr, der Grabpflege anbieten würde.

Das mit dem Belasten kann ich sehr gut verstehen. Vor allem weiß man ja nie ob auch wirklich später jemand in der Nähe wohnt. Und ich tu mir schon auch schwer regelmässig nach dem Grab zu schauen. Und dann wächst trotz STauden auch immer genügend Zeug was nicht hingehört.

Noch haben wir auch Frauen, die vielleicht mal eine Kanne Wasser giessen.......aber wie lange noch? Die meisten sind froh ihr eigenes Grab zu versorgen.
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Offline Morgana

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #158 am: 19.11.22, 08:48 »
Bei uns gabs noch nie Gärtner die Gräber versorgen.
Meist machen das Nachbarn oder bestimmte Leute die sich ein paar Euro dazu verdienen
für diejnigen die weiter weg wohnen. Finde ich eine gute Sache. Aber es gibt auch welche denen nicht mal das einfällt.
Meist kommt dann die Kirchenverwaltung und schaut, dass das Grab aufgegeben werden kann.
Bis dahin hält man es in der Gemeinschaft soweit in Ordnung, dass es nicht gar zu schlimm ausschaut.
Funktioniert halt nur auf kleinen Dörfern und Friedhöfen.

Wenn man selbst Kinder verstehe ich nicht, was es immer mit diesem nicht Belasten hat.
Wie oft ist man für seine Kinder nachts aufgestanden? Als sie klein waren und später wenn sie mal
wieder irgendwo hin oder abgeholt werden mussten.
Wie viele Sorgen hatte man, wieviele Stunden hat man an ihrem Bett gesessen weil sie krank waren,
hat sie getröstet wenns Ärger in der Schule gab, beim Liebeskummer und was weiß ich nicht noch alles.
Warum sollen sie sich dann nicht um die letzte Ruhestätte kümmern?
Man kann es so gestalten, dass es wenig Arbeit macht. Man muss nicht jede Woche dort sein
aber ein paarmal im Jahr kann man doch erwarten dass sie danach schauen und es schön herrichten.
Ich denke, dass sich einige Leute das wünschen würden, aber grad ist es "in" zu sagen ich möchte niemanden
belasten. Ja man traut es sich schon fast nicht zu sagen, dass man eine schöne Grabstelle haben möchte.



Offline frankenpower41

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #159 am: 19.11.22, 10:26 »
bin ich voll bei Dir.

mit dem o.g. Grab ist es einfach so dass die einfach nicht auf Friedhof gehen.
Ich hatte mit der Verstorbenen (meine Tante die mich mit groß gezogen hat) ausgemacht dass ich ihr immer mal Blumen aufs Grab bringe.
Mache ich öfters, wenn ich sehe dass ich (oder wen den ich beauftrage, sind 15 km hin)  beauftrage die regelmäßig wieder weg tu.

Ich hab kürzlich meinen Cousin drauf angesprochen, wusste er schon, ich war wohl nicht die Erste die was gesagt hat. Bin gespannt ob er sich meldet hab angeboten ihm Dauerstöcke zu geben.
Im Herbst hat er auch angepflanzt.  Vielleicht ist auch nicht klar geregelt wer es machen muss, trotzdem.

Ich denke andererseits aber auch dass sie sich sehr um ihre Mama gekümmert haben als sie krank war und das ist eigentlich wichtiger als Grab.


Offline LunaR

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #160 am: 19.11.22, 10:55 »
Zitat
Ich denke andererseits aber auch dass sie sich sehr um ihre Mama gekümmert haben als sie krank war und das ist eigentlich wichtiger als Grab.


So sehe ich das auch. Unser Friedhof ähnelt mehr einer Parkanlage. Dadurch, dass es keine Einfassungen gibt und rundherum Rasen ist, ist schon ein ziemlicher Aufwand nötig. Mit ein paar mal im Jahr geht das nicht. Im Sommer ist bei der üblichen Bepflanzung tägliches gießen nötig. Ich sag gerne, auf dem Friedhof liegt so mancher, der sich über so viel Zuwendung zu Lebzeiten gefreut hätte, wie es jetzt sein Grab bekommt.

Die Aussage, die Nachfahren nicht belasten zu wollen kommt hier besonders von älteren Frauen, die selbst über viele Jahre mehrere Gräber pflegen mussten. Weil wir außerdem alles (Unkraut, Verblühtes, alte Pflanzen und Sträuße, den eingewachsenen Rasen von der Umgebung) selbst mit nach Hause nehmen und entsorgen müssen, ist es auch nicht so einfach für jemanden, der selbst kein Auto mehr fährt. Hier hatten wir schon so einige Fälle, dass die Hinterbliebenen selbst schon um die 70 waren, als die Grabpflege für den letzten Elternteil begann. Das heißt dann, 25 Jahre muss man sich kümmern. Die jüngeren Leute wohnen oft gar nicht mehr hier.

Ein Sonderfall ist eine frühere KLassenkameradin. Das Grab ihrer Mutter ist mit Koniferen so zugewachsen, dass man den Namen nicht mehr lesen kann. Aufgrund der Erlebnisse in der Kindheit kann sie es nicht mehr ertragen, den Friedhof zu betreten. Zeitweise habe ich auch schon ähnliche Anwandlungen gehabt. Aber zum Glück schauen bei uns auch meine Geschwister mit nach dem Grab.

Es gibt aber auch Leute, die lassen sich hier durch den Wettkampf um die schönste Grabstelle mitreißen bzw. unter Druck setzen.   :-X So hat meine Freundin von ihrer Schwägerin Druck bekommen, als sie sich auch um das Grab der Eltern gekümmert hat. Von wegen, was sollen die Leute denken.
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Offline annelie

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #161 am: 19.11.22, 10:59 »
Ich denke andererseits aber auch dass sie sich sehr um ihre Mama gekümmert haben als sie krank war und das ist eigentlich wichtiger als Grab.

Wäre mir persönlich wichtiger, als dass jemand mein Grab pflegt, "weil man das eben so macht". Gerade auf Dörfern ist da der soziale Druck noch sehr hoch. An Verstorbene kann man überall denken oder sich erinnern, besonders da wo sie gelebt und gewirkt haben.

Bei uns gibt es seit einigen Jahren eine Gärtnerei die Gräber bepflanzt. Die machen das sehr schön und vorallem machen die das nicht zu früh. Ich hab immer das Gefühl, dass die Gräber im Jahresablauf immer früher neu bepflanzt werden (zuerst Anfang/Mitte März, dann spätestens Mitte/Ende April und mittlerweile schon anfang/Mitte September), weil ein Grab neu bepflanzt wurde und alle meinen dann sie müssen auch, egal wie schön die Bepflanzung schon noch ist.

Meine Patin ist heuer mit knapp 95 Jahren verstorben. Sie und ihr verstorbener Mann waren kinderlos und sie hat alles geregelt gehabt, auch wie lange das Grab noch bestehen soll und wer für die Pflege aufkommen soll. Die Beerdigung hatte sie bereits beim Bestatter bezahlt. Sie hatte aus gesundheitlichen Gründen das Grab schon seit einigen Jahren von einer Frau aus ihrem Wohnort gegen Bezahlung pflegen lassen, sie hat deren Daten aufgeschrieben, falls ihr Erbe die Frau weiterhin beschäftigen will.

Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist ein Geheimnis
und jeder Augenblick ist ein Geschenk.

Liebe Grüße
Annelie

Offline Beate Mahr

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #162 am: 19.11.22, 11:44 »
Hallo

passt zwar nicht so richtig hier rein ...

Aber ... ich bin gestern in der NDR Talkshow bei diesem Thema hängen geblieben

Autor und Todesanzeigensammler Prof. Dr. Christian Sprang

Zitat

Seit seiner Jugend faszinieren ihn Todesanzeigen. Die ungewöhnlichsten hat er in seinem neuen Buch zusammengefasst.



Sehr interessant wie sich die Anzeigen im Laufe der Jahrzehnte verändert haben

Bleibt gesund
Beate
Entscheidend ist nicht, ob man kritisiert wird;
entscheidend ist, ob die Kritiker die Mehrheit bilden.

© Ernst R. Hauschka

Offline Morgana

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #163 am: 19.11.22, 13:39 »
Den Kult um das schönste Grab gibts bei uns auch.
Da wird jedes Blättchen aus dem Grab und der Kiesumrandung gepuhlt.
Und das ein bis zweimal pro Tag. Und am abend vor Allerheiligen wird wie eine Gouvernante mit den
auf dem Rücken verschränkten Armen jedes Grab inspiziert und kommentiert.
Das sind Einzelfälle, fallen aber auf.

Vor Allerheiligen wird der Grabstein mit Politur und Poliermaschine aufgemörtelt usw.
Über jedes Blatt das sich erdreistet und runterfällt wird gemotzt.

An Allerheiligen habe ich mich gefreut, der Wind hat die Blätter runter geblasen und es war alles angestreut.
Meine Mutter fand immer gekaufte Grabgestecke vom Supermarkt grausig oder auch die sonstigen mit Totmaterialien.
Deswegen bekommt sie jedes Jahr was ganz besonders von mir handgemachtes mit Material
aus Garten und Wald.

Ich war heute vormittag auf einer Beerdigung. Das hat mich wieder darin bestärkt das nicht zu brauchen.
Von den Verwandten kamen etliche zu spät.  Sonst waren kaum Leute in der kirche.
Außerdem hatte von denen keiner in den letzten Jahren eine Kirche von innen gesehen.
Niemand hat gebetet, gesungen. Wann aufstehen und hinsetzen keine Ahnung.
Wobei ich glaube, dass das die Beerdigungen der Zukunft sind.


Offline Rohana

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Re: Wie möchtet Ihr begraben werden - Bestattungsvorsorge?
« Antwort #164 am: 19.11.22, 16:23 »
Das hört sich nach mittlerer Katastrophe an. Immerhin sind die Leute anwesend  ::)

Die letzte Beerdigung wo ich war, war im Friedwald, ohne Redner oder Geistliche irgendwelcher Art, nur mit Verwandten und Freunden. War ein Suizid. Es wurden Lieder gespielt die er gern gemocht hat, jeder der Anwesenden hatte die Möglichkeit ein paar Sätze zu sagen, schöne Erinnerungen zu teilen oder ihm was kleines mit ins (Urnen)Grab zu legen.
Das fand ich wesentlich angemessener als es jede kirchliche Geschichte hätte sein können - sowohl für den Toten, als auch für die Lebenden.

Passen muss es halt.

Ich habe mir über meine eigene Beerdigung noch nie wirklich Gedanken gemacht, aber das werde ich schon noch...