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Alte Brauchtümer und Traditionen

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silvia:
Halli,hallo!
Ich interessiere mich sehr für alte Brauchtümer und Traditionen.Bei uns gibt's z.B. die Pfingstervögel,ein altes Brauchtum mit geschichtlichem Hintergrund den aber noch nicht so richtig erforschen konnte.
Nachdem es gestern nun mal wieder soweit war und der Maibaum wurde aufgestellt,würd's mich interessieren wie's in eurer Heimat mit Brauchtümern aussieht.

Kuerbisanna:
Hallo Silvia!
Also Brauchtum zum 1. Mai gibts bei uns eigentlich nicht sehr viel. Bei uns, das ist im östlichen Eck von Österreich an der tschechischen Grenze.
Am morgen des 30. April holen die Burschen 2 Maibäume  -Fichten aus dem Gemeindewald...dann mal Pause bei einem Weinkeller.. :D....dann wird der Baum mit Kranz geschmückt.....am Abend mit Musik vor dem Dorfgasthaus und dem Ortsvorsteher aufgestellt ,da gibts Speis und Trank........und dauert meist bis früh  8)
Die Dorfjugend macht sich dann nach Mitternacht auf und macht den *Maistrich* ...ist oft lustig ....und so manche heimliche Liebschaft kommt da ans Tageslicht  ;)
so das wärs dann schon zum 1. Mai ......
bis andermal wieder

roco:
Hallo Silvia!

Bei uns, hier im südwestlichen Eck von Baden-Württemberg, gibt es in der Pfingstzeit, an Himmelfahrt (manche kennen es besser als "Vatertag") einen Brauch, der; Uffertbrüttli
heißt!
Auf hochdeutsch: Auffahrbrautpaar
Es gehen ein Junge und ein Mädchen(Schulanfänger) als Brautpaar verkleidet duch das Dorf. Alle anderen Kinder laufen als Zug hinter ihnen her!
Vor den Häusern singen sie:
Chömmet uuse ihr Fraue, goh das Üffertbrüttli bschaue, un bschaued ihr das Brüttli nit, so läbet ihr am Pfingsttag nit!
Chömmet uuse ihr Herre, go das Uffertbrüttli beschäre, un bschäred ihr da Brüttli nit, so läbed ihr am Pfingsttag nit!
Es heißt soviel wie: Kommt heraus ihr Frauen und beschaut das Brautpaar, sonst erlebt ihr den Pfingsttag nicht, kommt heraus ihr Herren und beschert das Brautpaar, sonst erlebt ihr den Pfingsttag nicht!
Die Kinder wollen von den Leuten Eier, Schmalz und Brot.
Da heute noch die wenigsten Schmalz im Haus haben gibt es Eier, Angge (Butter) Brot und Geld!
Davon wird hinterher Rührei gemacht und von den Kindern lustvoll aufgegessen!
Der Liedtext ist etwas seltsam, genauso weiß keiner den genauen Grund für dieses Ritual. Jedenfalls kommt er durch die Himmelfahrt.
Ich glaube es sind höchstens noch 10 Gemeinden, die es noch ausführen. Bei uns im Dorf jedoch schon seit mehreren Generationen.

hildy:
An Auffahrt geht man bei uns im Baselbiet "um ä Bann" Die ganze Dorfbevölkerung, in einigen sehr traditionellen Orten immer noch nur die Männer, wandern an diesem Tag den Gemeindebann ab. Ursprünglich wollte man sehen, ob noch alle Grenzsteine am richtigen Ort stehen und die Kinder sollten die Gemarchung kennen lernen. Man erzählt sich auch, dass früher an einigen Orten die Knaben bei jedem Grenzstein Hiebe bekommen haben sollen, zur besseren Einprägung!
Zurück im Dorf gibt es  Essen und Trinken und gemütliches Beisammensein.
In meiner Heimatgemeinde bekam jeder Bürger, der dabei war einen Fünfliber (Fünffrankenstück). Mein Bruder durfte immer denjenigen vom Grossvater abholen und wir vier Schwestern guckten in den Mond! (Wahrscheinlich der Grund, dass ich mich seither für Frauenrechte einsetze) Hildy ;)

moni:
Bei uns in Wiechs ist z.B. jedes Jahr Patrozinium. Seit Jahrzehnten tragen nun schon die Männer unseres HAuses das Kreuz während der Prozession. Zuerst mein Schwiegervater und seit ca. 15 Jahren mein Mann und wenn mein Sohn einmal möchte, darf er es auch tragen
Außerdem gibts bei uns das "Weisert". Wenn jemand im Dorf ein Baby bekommen hat, werden alle Bäurinnen und auch andere "Kleinhäusler" eingeladen zum Essen und Trinken und natürlich Baby anschauen. Es sind meist so um die 25 Personen zu verköstigen. Ist zwar auch ein bissl stressig, aber alle freuen sich mit und bringen lauter liebe Geschenke. Das freut einen schon.
Dann gibts noch den "Houzatbaam ", den Hochzeitsbaum, der wird bei jeder Einheirat auf dem Hof aufgestellt und ist ein geschlagener Fichtenbaum mit drei Daxenkränzen von der Spitze aufwärts und auf der Spitze steht der Boschen.
Der ird vom Nachbarn spendiert und die ganzen Männer im Dorf schepsen den Baum und stellen ihn auf. Das dauert den ganzen Tag und die Mannsbilder werden natürlich ausgiebig verköstigt.
Wenn nach einem Jahr ein Sohn geboren ist, kommt der Baum weg und die anderen müssen dem Hochzeitspaar ein z.B. ein Faß Bier spendieren. Ist noch kein Kind da, kommt er auch nach einem Jahr weg, aber der Hochzeiter muß dann zahlen. Das mit dem Sohn und so wird aber heutzutage nicht mehr so ernst genommen, es is halt einfach ein Grund ,daß man zum Feiern zusammenkommt.

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