Betriebsperspektiven - die Zukunft, wie soll es weitergehen > Pacht und Hofübergabe

Rechtsstreit statt Hofübergabe - Erfahrungsberichte - Hilfe

<< < (2/30) > >>

cliff:
Hallo Chris2412,

wenn Du schon Jahre auf dem Hof gearbeitet hast und kein Lohn/ Gehalt oder sonst eine Entlohnung bekommen hast, würde ich die Eltern verklagen auf Lohnzahlung für die geleistete Arbeit, aber nie den Hof einklagen.
Das habe ich damit gemeint, wie Bärbel schon schrieb, wenn der Hof ihnen gehört, können sie den verkaufen oder verleben oder.....

Denn es gibt nur böses Blut, wenn ihr dann auf dem Hof bleibt und die Eltern sind auch dabei.
Such Dir was anderes, weit genug weg, das ist besser für Deine Nerven.

Cliff

Susanna:
Ich unterschreibe bei Cliff!!

Das gibt es - wennauch mit weitaus weniger Emotionen verbunden - auch in der Wirtschaft. Da rackern sich Menschen jahrelang ab für wenig Geld in der Hoffnung auf eine Beförderung, die dann jemand anderes bekommt.
Ich weiß, der Vergleich hinkt, aber er fiel mir so spontan ein.

mouhkouh:
Hm, er hat doch geschrieben, das er entweder den Hof einklagen oder eine Entschädigung möchte...

Es gibt sicherlich einige im Forum, die da gut Bescheid wissen, zum Beispiel Winnipooh69. Schreib sie doch einfach mal per PM an, möglicherweise kann sie dir etwas helfen.
Ich finde, das es eine ganz schlimme Sache ist, jemanden jahrzehntelang arbeiten zu lassen und in dem Glauben zu wiegen, er bekäme eines Tages den Hof- und dann die Hofnachfolge zu verwehren, egal was auch immer da vorgefallen ist. Eltern zu sein, heißt nicht, sich alles erlauben zu dürfen.

Liebe grüße, die vom Generationenkonflikt geplagte Irina

Chris2412:
Hallo Bärbel,

all die negativen Merkmale und Mutmaßungen die Du gegen eine Übergabe an den Nachfolger stellst kann ich verneinen !!!!!!

Fakt ist: Wir reden hier nicht davon, dass Eltern einen logischen, berechtigten und nachvollziehbaren Grund (Alkohol, Gewalt etc. zähle ich dazu) haben um die Nachfolge zu verweigern, sondern einfach nur WILLKÜR !!!!

Nochmals - Ich würde mich gerne mit Gleichgesinnten austauschen die dieses Problem so oder ähnlich auch haben oder mich mit jemanden in Kontakt bringen können !!!!!

Bei den meisten gescheiterten Hofnachfolgen läuft es meist wie folgt:

Der Nachfolger:
Er arbeitet - entweder für keinen oder wenig Lohn - ständig oder in seiner Freizeit neben seinem Beruf - auf dem Hof.
Er verzichtet, in Aussicht auf den Hof, auf Teile des ihm zustehenden Lohnes ganz oder teilweise.
Er verzichtet auf eine persönliche berufliche Entwicklung unabhängig vom Betrieb, da er sein Leben auf die Belange der Landwirtschaft abstimmt.
Er verzichtet auf Freizeit und womöglich auf soziale Kontakte wenn er sich nebenberuflich angagiert auf dem Betrieb.
ER ERBRINGT VOR ALLEM VORLEISTUNG GEGENÜBER DEN ELTERN ! ! ! !

Die Eltern:
Haben eine billige und willige Arbeitskraft !
Einen über alle Maße hinaus loyalen Mitarbeiter !!
Sparen beim Lohn und bei den Steuern.
Haben mehr Möglichkeiten durch die billige Arbeitskraft und den finanziellen Vorteil den Betrieb nach vorne zu bringen !!
SIE NEHMEN DIE VORLEISTUNG DES NACHFOLGERS WILLIG IN ANSPRUCH ! ! ! !

Um diese als Vorleistung genannten Werte die nicht immer leicht zu beziffern sind geht es hier.

Wer jahrelang mit dem Ziel einen Betrieb zu übernehme sich aufgeopfert hat sollte eine Entschädigung dafür enthalten !!!

Ich selbst wurde von meinen Eltern angesprochen nichts bisher auf dem Betrieb geleistet zu haben.
Eine einfache Aufstellung nur über die Lohndifferenz zwischen der bezahlten "Freizeitarbeitsstunde" auf dem Betrieb und einer Überstunde die in dieser Zeit ev. als Arbeitnehmer geleistet
worden wäre bringt bereits ohne Zins und Zinsesezins hohe Summen zusammen.

Summen die die Geschwister selbst verdient haben, wenn sie in dieser Zeit am Arbeitsplatz gearbeitet haben statt auf dem elterlichen Betrieb.

Beispiel:

20 Std. /Woche Arbeit auf dem Hof  * 52 Wochen  * 5€ Lohndifferenz  = 5200,00€ / Jahr * 20Jahre = 104,000,00€  mit Zins und Zinseszins sogar noch weit mehr !!!
Rentenversicherung etc. hierauf müssen auch noch gerechnet werden, da die Beträge auch als Rent im Alter fehlen ! ! ! ! ! !

Eine Entschädigung für die Entbehrungen die der gegängelte Nachfolger hatte und die Enttäuschung von den eigenen Eltern so vera.... zu werden,
kann nicht in Geld aufgewogen werden !!!!

Es ist an der Zeit auch dies zu erkennen ! ! !

Die Eltern konnten von Anfang an für klare Verhältnisse sorgen. Haben sie dies nicht getan so ist es nicht richtig nur die "Nachfolger" an den Pranger zu stellen und dafür büßen zu lassen!!!!


Gruß
Chris2412

Sonnenblume2:
Hallo Chris2412
hast du dich schon mal von der Landwirtschaftskammer beraten lassen, wie die solche Fälle sehen. Vielleicht kennen sie ähnliche Fälle und deren Lösungen/Ausgänge.
Frag mal bei einer kostenlosen Rechtsberatung nach, wie die Chancen für dich stehen würden, wenn du deine Eltern auf Entlohnung einklagen würdest.


--- Zitat von: Chris2412 am 27.07.10, 15:42 ---Eine einfache Aufstellung nur über die Lohndifferenz zwischen der bezahlten "Freizeitarbeitsstunde" auf dem Betrieb und einer Überstunde die in dieser Zeit ev. als Arbeitnehmer geleistet
worden wäre bringt bereits ohne Zins und Zinsesezins hohe Summen zusammen.

Beispiel:

20 Std. /Woche Arbeit auf dem Hof  * 52 Wochen  * 5€ Lohndifferenz  = 5200,00€ / Jahr * 20Jahre = 104,000,00€  mit Zins und Zinseszins sogar noch weit mehr !!!
Rentenversicherung etc. hierauf müssen auch noch gerechnet werden, da die Beträge auch als Rent im Alter fehlen ! ! ! ! ! !
--- Ende Zitat ---

Wieso rechnest du mit der Lohndifferenz? Rechne die Arbeitsstunden am Hof mit Maschinenringtarif (den kannst du dir erfragen in der LWK, beim Maschinenring; liegt glaub ich bei so ‚Hausnummer’ 14€/Stunde ...) + den Sozialversicherungsbeitrag +++
und du bekommst noch ganz andere Summen heraus!


--- Zitat von: cliff am 27.07.10, 15:19 ---wenn Du schon Jahre auf dem Hof gearbeitet hast und kein Lohn/ Gehalt oder sonst eine Entlohnung bekommen hast, würde ich die Eltern verklagen auf Lohnzahlung für die geleistete Arbeit, aber nie den Hof einklagen.

--- Ende Zitat ---
*unterschreib*
Und ich denke mir mit der „Summe“ = Entlohnung kannst du dir wahrscheinlich schon einen recht stattlichen Hof kaufen!
Lg Sonnenblume
   

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln