Zu euren Beiträgen -
jetzt mit wieder Normaltemperaturen und einigermaßen fit und gesund-
möchte ich nur ein paar Gedanken los werden.
@Bridda, den Luxus eines vollklimatisierten Stalles muss ich nicht haben, im Sommer gibts Lüfter und die Damen gehen nach draussen.
Als praktizierende Bäuerin ist mir die Gesundheit unserer Rinder kostbar und wertvoll,
dass es die Gesellschaft auch so sieht, ist ja schön,
aber für 36o Tage Stallarbeit möchte ich auch einen menschenfreundlichen Stall.
Es kann doch nicht sein, dass das Wohl der Tiere als einziges Kriterium gilt.
Jedem das Seine, wer mit Kaltstall glücklich und zufrieden ist, finde ich vollkommen okay,
aber ich lass mir nicht gerne von in warmen Büros sitzenden Teilen der Bevölkerung vorschreiben, dass z. B. nur noch ein Kaltstall vielleicht zukünftig möglich ist.
Bei stahlendem Sonnenschein, Raureif und glitzerndem Schnee ist es wunderschön draussen spazieren zu gehen, in unserer Zeitung waren sogar Tips für Spaziergänger, wie sie mit der Kälte gut umgehen sollten.
Bei strahlendem Sonnenschein, Raureif und glitzerndem Schnee und sehr kalten Temperaturen ist auch die Stallarbeit nicht zu verachten, aber dazu kommt dann noch das Siloabdecken, momentan wirklich vergüngunssteuerpflichtig

.
Bei uns ist ein paar Tage wegen Krankheit alles ausgefallen, da wäre mir so ein frisch forsches Beraterlein gerade recht gekommen, der mir die Vorzüge des Kaltstalles vorgebetet hätte,
so schnell wie der meine Arbeit hätte machen dürfen

Früher war die Gesellschaft der Meinung, dass Bauern nicht denken können, heute übernehmen mir auch viel zu viele andere die Denkarbeit für uns selbst.
Ich bin normalerweise für die Kälber zuständig, ich arbeite seit 15 Jahren mit Iglus,
und ich bin ja wirklich gespannt, welche Moden in Richtung Stallhaltung noch kommen.
Mein Beitrag ist weder Angriff des kaltstalles, noch der Beratung und Wissenschaft-
ich habe nur auch schon ein Stück Lebenserfahrung und Praxis hinter mir,
und es gibt für micht nichts Kräfte- und Energiezehrenderes als die Kälte, ab Minus 15 Grad kommt bei mir Stress auf, Geburten auf die kalten Spalten, die Gefahr von einfrierendem Wasser, alles Dinge die ich momentan nicht unbedingt haben muss.
Wir haben auch überlegt, ob wir nicht die Mauern rausnehmen, weil frische Luft so wichtig ist,
aber ich war bisher immer skeptisch, die Lichtfirsthaube zieht soviel warme Luft weg, da musste ich zumachen.
@Annelie, ich kann bei dieser Witterung keinen Unterschied zwischen den Kälbern draussen in den Iglus und denen in der Tiefstreubox im Stall feststellen.
Nur ganz am Anfang macht es schon einen Unterschied, draussen bei -15 Grad aufwärts zu stehen und den Kälbern die Flaschen- oder Eimertrinkerei zu lernen oder im Stall so um die Nullgrad.
Ich habe mich vor einer Weile für die Stallhaltungsformen der letzten 15o Jahre interessiert,
ich bin ja gespannt, wie sich das weiterentwickelt,
bei ständig sinkenden Milchpreisen ist vielleicht auch mal kein Stall mehr bezahlbar,
nur noch betonierte Flächen, und das vollisolierte Mlekhaus,
schaun wir mal, was unseren Vordenkern noch alles im warmen, geheizten Büro einfällt.
Ich merke erst, welche Erleichterung die jetzt wieder normalen Temperaturen für mich sind,
mindestens um 70 % weniger Stress.
Kaltstall und krank sein, das ist absolut nicht mehr lustig.
Und bei den Kälbern und grösseren Rindern ist Krankheit und Kälte auch bestimmt Stress für das Tier.
Herzliche Grüsse
maria