Griass eich,
ich finde es sehr schön Dialekt sprechen zu können, es ist viel seelenvoller. Aber wenn es so weitergeht, stirbt in unserer Gegend der grösste Teil davon aus, die meisten Eltern sprechen mit Ihren Kindern nicht mehr Dialékt und wenn es ein Kind nicht von zu Hause her lernt, fehlt ein grosser Teil.
Irgendwie spukt in den meisten Köpfen immer noch herum, dass derjenige, der Dialekt spricht, aus der sozialen Unterschicht stammt, also muss man es los werden.
Ich kann mich noch gut an die Zeit in der Schule erinnern, als einem der Lehrer mit dem Lineal auf die Finger klopfte, wenn man versehentlich ein bayerisches Wort in einem Satz reinbekam.
Das hat sich zum Glück geändert, da gehört Helmut Zöpfl ein grossartiges Lob ausgesprochen, der hat in der Lehrerausbildung sehr vieles zum Guten bewegt.
Er hat auch als Mundartdichter Eingang in viele Büchereien gefunden.
Es gibt unwahrscheinlich gute Gedichtbücher, die in Dialekt vieles ausdrücken, dass mit der Deutschen Sprache gar nicht möglich wäre.
Aber die sprachlichen Fremdeinflüsse gab es doch schon immer,
ob es die Römer, die Franzosen und nach dem 2. Weltkrieg die Amerikaner waren, Sprache hat und wird sich immer verändern.
Wichtig ist, dass wir miteinander reden und nicht übereinander.
Dass in der Schweiz Dialekt noch viel ausgeprägter vorhanden ist, hängt dass nicht auch ein bisschen von dem ab, wie hoch die Landwirtschaft und die Landschaft eingestuft wird?
Ich hab das Gefühl, dass die Schweizer Bevölkerung einfach um den Wert der Landwirtschaft weiss.
Die Landwirtschaft ist die Seele des Landes und in den Ländern, wo der Bevölkerung dies bewusst ist, ist vieles in Ordnung.
Herzl. Grüsse
Maria