Autor Thema: Frauenstreik  (Gelesen 4707 mal)

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Offline anerev80Topic starter

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Frauenstreik
« am: 12.06.11, 22:48 »
Hallo zusammen,

Die Schweizer Bäuerinnen machen am Frauenstreik mit! :)
Ich finde dies sehr gut, was meint ihr?

Die meisten Bäuerinnen haben keine Sozialversicherung usw. weil alles über den Mann abgerechnet wird. Im Falle einer Scheidung fliegen diese Frauen durch alle sozialen Netze.
Die Frauen arbeiten auf dem Betrieb mit, erhalten aber keinen Lohn. Es müsste die Männer nicht schmerzen einen Teil des Einkommens über die Frau abzurechnen, dieses Geld geht nicht ausser Haus und der AHV-Ansatz liegt auch etwas tiefer wenn zwei kleinere Einkommen abgerechnet werden und nicht ein grosses.
Was haben die Schweizer Bauern(Männer ) eigentlich dagegen? Als ich die Kommentare in der Rundschau sah von unseren Bauernvertretern kam mir nur einen Spruch in den Sinn:

Hauptsache Mann ist gesund und Frau hat Arbeit!

Ich denke die meisten Bäuerinnen sind sich dieser Problematik gar nicht bewusst und bei allem was politisch auch  nur angehaucht ist überlassen viele die Meinungsbildung ihren Männern.

Lg verena

Offline maggie

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Re: Frauenstreik
« Antwort #1 am: 13.06.11, 00:12 »
liebe verena,

ging mir so als ich die div. leserbriefe in den bauernzeitungen las - sogar mein mann war entsetzt über die aussagen - und er findet mich sonst of ein bisschen zu feministisch  ;) -

ich denke aber, normalerweise ist es nur gedankenlosigkeit wenn die frau keine eigene ahv hat -

und mann/frau scheut den aufwand der anmeldung, etc. - jedenfalls bei uns war es so - d.h. als überhaupt darüber gesprochen wurde,

ich finde es auch gut dass die bäuerinnen da mitmachen, denn auch wenn es heisst "streiktag" - es geht ja um vieles anderes was noch im argen liegt ...
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline Kleopatra

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Re: Frauenstreik
« Antwort #2 am: 13.06.11, 06:10 »
Ich war auch überrascht als ich das las. Bei uns ist es so, dass wir seit ich "Nur" noch auf dem Betrieb arbeite, rechne ich ein festes Einkommen via AHV ab. Und zahle mir einen grossen Teil davon, je nach Finanzlage des Betriebes mal mehr mal weniger, auch aus. Ich spare davon auch jeden Monat einen festen Betrag. Ausserdem habe ich natürlich ein Pensionskasse, mein früheres Alterguthaben liegt dort drauf und ich zahle jährlich aus dem Betriebskonto den Minimalsparbetrag ein. Auch mein Mann hat die 2. Säule.

Die Rundschau habe ich leider nicht gesehen, aber so wie ich hier lese, hätte ich mir vermutlich, wie so oft, nur über die Bauern in ihrer Bauernwelt geärgert.

Ich finde es auf jeden Fall gut, dass die Bäuerinnen mitstreiken. Als ich noch nicht Bäuerin war, habe ich einige male mitgestreikt. ;)
Frauensolitarität ist etwas Gutes! Ob ich selber streiken gehe, eher nein, bin ja nicht bei den Landfrauen und hier auch sonst schlecht vernetzt.
« Letzte Änderung: 13.06.11, 06:20 von SwissBäuerin »

Offline saba

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Re: Frauenwahlrecht
« Antwort #3 am: 08.02.21, 15:46 »
Hallo liebe Schweizerinnen,
habe gerade den Betreff umformuliert.

Ihr habt gestern 50 Jahre Frauenwahlrecht in der Schweiz gefeiert!
So habe ich es gerade in der Zeitung gelesen.
Gratulation -  Das war damals wohl höchstnotwendig!  :D
Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück!

Offline maggie

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Re: Frauenstreik/Frauenstimmrecht
« Antwort #4 am: 09.02.21, 00:03 »
liebe saba,
ja ich ging damals auch auf die strasse für das stimm- und wahlrecht -

- aber jetzt nervt es mich, was die für ein theater machen, immer werden wir mit andern ländern verglichen - auch wenn wir erst so spät das stimmrecht erhalten habe, so denke ich doch, dass wir doch viele male mehr zur urnge "gewaggelt" sind, als die frauen in allen andern ländern -

wir haben mindestens 4 abstimmungen pro jahr - eidgenössische, dann kommen noch kantonale, und alle 4 jahre die wahlen - auch mind. 4 & zusätzlich noch nachwahlen ....

und den besten hat ja da eine junge linke frau "herausgelassen" -

eigentlich müsste sich der bundesrat bei den frauen entschuldigen, dass wir erst so spät das stimmrecht bekommen haben -
was konnte der bundesrat dafür, wenn die männer immer wieder - nein - sagten ....

was ich viel schlimmer finde, war dass wir bis 1988 der mann der chef im hause war - offiziell -
d.h. - wenn mein mann nicht einverstanden war, durfte ich nicht auswärts arbeiten gehen ... - für eine grössere anschaffung im haus (z.b. ein staubsauger) musste der mann den "segen" geben - das hiess - er hatte die "schlüsselgewalt" 

- nun ich habe davon nichts gemerkt, wenn ich auswärts hätte arbeiten wollen (d.h. können, wegen der arbeit auf dem betrieb ging das nicht), hätte ich es gemacht, wenn er vor gericht gegangen wäre dess wegen, wäre ich bald weg gewesen -

ich muss sagen, ausser dass der mann "das oberhaupt" der fam. ist, wusste ich das meisste gar nicht, erst als von der änderung gesprochen wurde, ich weiss nur von einer kollegin - die ist 10 jahre älter als ich - ihr hatte ihr ehemann verboten arbeiten zu gehen - dann meinten ja die leute er könne nicht für seine fam. aufkommen - später als dann die kinder aus dem haus waren durfte sie einige stunden die woche arbeiten gehen - was als haushalthilfe bei der spitex - dabei war sie vor der ehe eine top sekretärin gewesen, einige jahre in genf bei der uno, dann noch einige jahre in new york -
und als sie zurückkam - hat sie so einen ar.... geheiratet !!!
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz