Autor Thema: Das eigene älter werden  (Gelesen 2496 mal)

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Offline saba

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Re: Das eigene älter werden
« Antwort #30 am: 05.06.21, 15:35 »


Seit unsere Tochter geboren wurde (fast 28 Jahre)  habe ich mir gewünscht, dass ich so lange da sein darf, bis später dann beide Kinder erwachsen und selbstständig sind. Dieser Wunsch wurde mir erfüllt. Alles andere was noch kommt ist ein großes Geschenk für mich.



Genau das, Annelie, hab ich mir auch immer gewünscht und es wurde mit geschenkt. Dafür bin ich unendlich dankbar, denn das ist keine Selbstverständlichkeit.
Wird uns immer wieder vor Augen geführt.
Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück!

Offline gina67

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Re: Das eigene älter werden
« Antwort #31 am: 05.06.21, 20:56 »
Das eigene älter werden beschäftigt mich auch. Ich werde bald 62 und es geht mir noch gut, bis auf ein paar Kleinigkeiten. Natürlich merke ich auch, dass die Kräfte nach lassen und ich körperlich nicht mehr voll belastbar bin.
 
Mein Vater war mir ein gutes Vorbild wie man mit den Alterseinschränkungen umgeht. Für ihn war sein hohes Alter, er wurde über 90, ein Geschenk und keine Belastung. Er hat nie gejammert, dass er nicht mehr alles konnte. Im Gegenteil, er freute sich über die Dinge, die er noch konnte und das er im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war. Am Ende war er mit seinem Leben zufrieden.

Meine Schwiegermutter ist genau das Gegenteil, jammert verpassten Chancen hinterher und ist unzufrieden und macht uns allen mit der Jammerei das Leben schwer. So will ich nie sein.

Wir machen uns schon Gedanken wer uns nachher evtl. pflegt.  Ich möchte weder meine Kinder noch meine Schwiegerkinder damit belasten.
Das Haus ist groß genug um eine Pflegeperson aufzunehmen. Aber wer weiß was dann ist, vielleicht ist ein Heim oder betreutes Wohnen dann richtiger. Ich würde nichts ausschließen.



Offline Morgana

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Re: Das eigene älter werden
« Antwort #32 am: 06.06.21, 10:26 »
es geht nicht mehr alles so wie vor 20 Jahren. Die Kraft lässt nach, man ist nicht mehr so belastbar, braucht mehr Pausen
und nach Anstrengung wesentlich mehr Zeit sich zu erholen. Diese Erkenntnis ist nicht leicht.
Ich habe das große Privileg mir Arbeit und Zeit so einteilen zu können wie ich möchte.
Trotzdem nervt es, wenn mal wieder eine Zwangspause angesagt ist.

Über das Alter denke ich nicht mehr viel nach. Es kommt sowieso wie es kommt.
Mein Vater sagte mal zu meinem Mann. Was rennst und ackerst du so. Wenn du nicht mehr kannst bekommst du von
der Firma einen Tritt in den Arsch und kein Hahn kräht mehr nach dir.
Wir waren damals gute 30 Jahre alt und mein Mann auf dem Weg steil nach oben in Sachen Karriere.

Kurz danach ist mein Vater an einem Herzinfarkt gestorben und meinem Mann ging es auch schon nicht mehr richtig gut.
Er musste mit 47 Jahren seinen Job aufgeben.
Seitdem haben wir unsere Einstellung komplett geändert. Es wird nichts mehr aufgeschoben. Wünsche werden erfüllt, wenn es machbar ist.
Wir versuchen nicht zu sehen was nicht mehr gut oder gar nicht mehr geht.
Und das ist bei meinem Mann eine ganz Menge. Wenn man mit 55 nicht mehr ohne Sauerstoff die Treppe hochkommt.
Wir freuen uns an den Dingen die er noch machen kann. Und das ist doch noch eine Menge.

Meine Oma hat meine Mama nicht viel machen lassen. Geh weg, das kannst du nicht hieß es da.
Alles musste so sein wie sie es sich vorstellte. Dabei ertappe ich mich selber auch.
Wenn z.B. mein Sohn die Wäsche aufgehägt hat, war natürlich nicht
alles so auf der Leine wie bei mir. Na und...es ist schon trocken geworden. Das musste ich mir auch erst verinnerlichen.
Ich muss nicht alles überwachen und zurechtrücken.

Heim und betreutes Wohnen ist nicht für jeden aber für viele eine gute oder vielleicht sogar die beste Lösung.
Für mich kommt es auf die schwere der Krankheit an. Schwerstpflegebedürftig oder schwer Dement ist man wahrscheinlich
im Heim besser aufgehoben als zu Hause.
Wenn die Bindung untereinander sehr sehr eng ist, ist es für die Angehörigen nicht unbedingt leichter jemand im Heim zu haben.
Meine Eltern waren zum Glück nie pflegebedürftig. Aber wenn einer von ihnen im Krankenhaus war sind wir jeden
Tag hingefahren und das wären wir in ein Pflegeheim auch.