Autor Thema: Euter von A-Z  (Gelesen 90796 mal)

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Ursel

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #45 am: 02.02.03, 15:40 »
Hallo,
oft ist eine Hauptursache für Euterödeme, Überversorgung mit Natrium in der Trockensteherzeit.
Habt ihr Salzlecksteine bei den Trockenstehern? Die sollten weg. Oder vielleicht extra Viehsalz in der Ration? ???

Viele Grüße
Ursel

Udo

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #46 am: 01.05.03, 12:49 »
 
« Letzte Änderung: 05.05.03, 21:34 von Udo »

PETRAS

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #47 am: 01.05.03, 12:55 »
Hallo Udo,

welche Art von Verletzung?
Kommt die Milch noch raus?
Ist der Strichkanal betroffen?
Ist das Viertel auch betroffen?

So ohne es gesehen zu haben ist es schwierig
etwas zu raten!
Vieleicht kannst du das ja noch etwas genauer beschreiben.

LG petraS

PETRAS

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #48 am: 01.05.03, 14:55 »
Ich würde hier als Erstmaßnahme (Empfehlung durch unseren Tierarzt) dringend Oxytocin spritzen.
Mache ich grundsätzlich bei Verdacht auf beginnende Euterentzündung, da durch Oxyitocin die" letzte Restmilch" aus dem Euter kommt.(Keime)!
Habe so schon einige Entzündungen erfolgreich im Keim erstickt!
3 Tage lang.
Sollte sich der Verdacht einer Euterentzündung
erhärten, dann na klar Euterinjektor!
Äußere Verletzungen sollten mit antibiotikahaltigen
Wundsalben oder Puder behandelt werden.
Kühlendes Gel ( Tonerde)auf evl. heißes Viertel. NICHT AN DIE VERLETZUNG!
Ist der Strichkanal wirklich "verstopft "Sorry was außer einer Kanüle (zum Milch ablassen)soll da helfen?

Welches Antibiotika hängt sehr vom Infektionsstatus der Herde ab. Das weiß sicher der Tierarzt!
Sonst wird probiert und probiert bis nichts mehr geht.

Bei uns wurde mal eine Bestandsuntersuchung gemacht
durch den ZHD. Dadurch wissen wir sehr gut über den
Immunstatus und über den Infektionsstatus bescheid.
So weiß ich meistens was wir geben müssen, oder was selten vorkommt, wechseln wir das Medikament am 2-3 Tag.
Ist es eine richtige Quetschung die aussieht als ob es
nach weiterer Manipulation noch mehr anschwillt,
dann hilft nur ruhig stellen.
Ich weiß es ist aufwendig und viel Zeit hat man auch nicht. MUß ja sofort gehandelt werde, sonst ist das Viertel futsch.

Wünsche viel Erfolg
Gruß Petra

Wenn die Kuh Frischmelkend ist, ist sie ja noch anfälliger.......
« Letzte Änderung: 01.05.03, 18:19 von petraS »

Offline Juett

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #49 am: 01.05.03, 18:02 »
Hallo Reinhold,

meiner Meinung nach ist bei Zitzenquetschungen (oder anderen -Verletzungen) das Ruhigstellen das A & O für die Abhelilung. D.h. weder von Hand und schon gar nicht mit der Maschine dran rum "drücken", das macht alles nur noch schlimmer... Ich stehe in solchen Fällen wirklich auf diese Plastik-Milchablasskanülen. Der "Trick" bei der ganzen Sache ist: Zitze wirklich peinlichst säubern und desinfizieren. Kanüle wirklich nur ganz, ganz hinten anfassen, gut zielen, damit die Kanülenspitze nicht an der halben Kuh entlang geschmiert wird. Wenn möglich sogar mit Einmalhandschuhen arbeiten aber ZUMINDEST: Dreckfinger sauberst waschen (auch unter den Nägeln...  ;D). Dann das Ding rein - mit Gefühl !!! Oxytocin spritzen zum Ausmelken. Wenn das Ding sitzt, nicht mehr dran rummachen, vielleicht das Viertel ein bischen ausstreichen. Die Kanüle drin lassen, die hält in den allermeisten Fällen auch und unglaublich aber wahr: Das Abschlusskäppi (ist bei uns so ein roter Stöpsel) einfach WEGLASSEN !!! Den kriegt man eh nie steril drauf. Falls man doch Keime beim Einführen der Kanüle mit nach oben geschoben hat, können die kontinuierlich durch die Euterselbstreinigung wieder ausgeschieden werden. Macht man den Stöpsel drauf funktioniert das nicht mehr, und es kommt zur grossen Entzündung... Wir hatten mal eine Kuh, die drei Wochen (!!!) lang bei einer ganz massiven Quetschung eine solch "offene " Kanüle drin hatte und das ist super verheilt, keine Entzündung, keine Schlagerei... Immer nur geschaut, ob das Viertel beim Melken mit ganz leer läuft und wenn nicht mit Oxytocin nachgeholfen.

Kann ich nur wärmstens empfehlen.

Bei massiven Strichkanalverletzungen wird heutzutage viel mit Zitzenendoskopie gearbeitet. Dort sind die Heilungschancen deutlich besser als bei dieser herkömmlichen "blinden Schnipslerei", bei denen man meist mehr kaputt als gesund macht...

Viel Erfolg

Jutta

Offline reserlTopic starter

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #50 am: 11.07.03, 09:16 »
Wie behandelt ihr Zitzenverletzungen (z.B. durch einen Tritt), wenn die Zitze  blutet´und von der "Kappe" was fehlt, der Strichkanal aber offenbar nicht verletzt ist?


Wir haben gerade mal wieder so einen Fall..... :-\
lieben Gruß
Reserl



Manchmal ist es ein großes Glück,
nicht zu bekommen, was man haben will.

Offline Juett

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #51 am: 11.07.03, 10:44 »
Hallo Reserl,

ich erinnere mich, dass ich hier mal was in diese Richtung geschrieben habe. Das Topic ist glaub ich "entzündete Zitzenspitze" oder so - *klugscheiss off*
Allerdings fehlt ein Teil der Diskussion, weil "Udo" seine Beiträge rausgelöscht hat.

Leider bin ich nicht wirklich gut im Verlinken...

-> Musst Du selber machen  ;D

Lieber Gruss

Jutta
« Letzte Änderung: 11.07.03, 10:45 von Juett »

Offline Freya

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #52 am: 11.07.03, 11:41 »
Hallo Juett,

danke Dir fürs aufpassen  ;) :D

Mir ist auch bekannt, daß wir das Thema schon mal hatten. Aber da wir selber auf den 6 Seiten Rund ums Rind niox mehr finden, werden wir nächste Woche mal aufräumen und Fachthemen zusammenlegen...

Also Reserl,

wenn die Verletzung blutet und ganz frisch ist.... hab ICH schon gemacht..... Puderspray drauf ( gibts in der Apo oder vom TA, ist auch für Baby Popo's auf Zinkbasis) und Verband drum und den zupflastern, daß er nicht abgeht und nichts dreckig wird.

4 Tage das Viertel nicht mehr anrühren !! Wenn der Zitzenkanal nicht betroffen ist, braucht man da auch keinen Wachstift rein tun (vorher). Mit einem Wollfilzstift kann man ganz leicht die innere Zisterne verletzen.

Und dann am 4. Tag anschauen, ob die Kuh sich anfassen läßt. Wenn nicht, nochmal verbinden und dann evtl. nach einer Woche wieder das Melken anfangen.

WENN die Verletzung frisch ist und sauber gearbeitet wird (kannst auch mit KODAN Spray versuchen, auf JOD-Basis) dann hat es nichts und Du kannst einwandfrei wieder melken.

Ich war mal gezwungen das so zu machen, außer ich hätte mir von der Kuh meine Knochen brechen lassen und es hat geklappt. Hatte auch einen anderen Fall, da war die Verletzung in der Nacht passiert... da hat es nicht geklappt und das Viertel war dann später total im Eimer.....  ;) ;)

Glück braucht man immer dazu. Aber ich würde es schon versuchen, das Viertel "ruhig" zu stellen. Es macht der Kuh nix, wenn sie nicht mehr gemolken wird auf dem Viertel. Die Milch geht sowieso zurück.

Was meinst Du dazu Juett ??? ???
Wer heilt, hat Recht.
Hippokrates

liebe Grüße
Freya

Offline Freya

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #53 am: 11.07.03, 23:43 »
Hallo Juett,

ich habe Deinen Beitrag gefunden und wieder hier....
Das andere Thema werde ich schließen, da verkümmert und doppelt

Zitat
meiner Meinung nach ist bei Zitzenquetschungen (oder anderen -Verletzungen) das Ruhigstellen das A & O für die Abheilung. D.h. weder von Hand und schon gar nicht mit der Maschine dran rum "drücken", das macht alles nur noch schlimmer... Ich stehe in solchen Fällen wirklich auf diese Plastik-Milchablasskanülen. Der "Trick" bei der ganzen Sache ist: Zitze wirklich peinlichst säubern und desinfizieren. Kanüle wirklich nur ganz, ganz hinten anfassen, gut zielen, damit die Kanülenspitze nicht an der halben Kuh entlang geschmiert wird. Wenn möglich sogar mit Einmalhandschuhen arbeiten aber ZUMINDEST: Dreckfinger sauberst waschen (auch unter den Nägeln...  ). Dann das Ding rein - mit Gefühl !!! Oxytocin spritzen zum Ausmelken. Wenn das Ding sitzt, nicht mehr dran rummachen, vielleicht das Viertel ein bischen ausstreichen. Die Kanüle drin lassen, die hält in den allermeisten Fällen auch und unglaublich aber wahr: Das Abschlusskäppi (ist bei uns so ein roter Stöpsel) einfach WEGLASSEN !!! Den kriegt man eh nie steril drauf. Falls man doch Keime beim Einführen der Kanüle mit nach oben geschoben hat, können die kontinuierlich durch die Euterselbstreinigung wieder ausgeschieden werden. Macht man den Stöpsel drauf funktioniert das nicht mehr, und es kommt zur grossen Entzündung... Wir hatten mal eine Kuh, die drei Wochen (!!!) lang bei einer ganz massiven Quetschung eine solch "offene " Kanüle drin hatte und das ist super verheilt, keine Entzündung, keine Schlagerei... Immer nur geschaut, ob das Viertel beim Melken mit ganz leer läuft und wenn nicht mit Oxytocin nachgeholfen.

Kann ich nur wärmstens empfehlen.

Bei massiven Strichkanalverletzungen wird heutzutage viel mit Zitzenendoskopie gearbeitet. Dort sind die Heilungschancen deutlich besser als bei dieser herkömmlichen "blinden Schnipslerei", bei denen man meist mehr kaputt als gesund macht...


Dazu muß ich gleich was loswerden.. mit den Plastikkanülen mit dem roten Deckelchen habe ich die allerschlechtesten Erfahrunn überhaupt. Trotz (Versuch) absoluter Sauberkeit etc. Sobaldl die Milch ein wenig flockt, ist die Kanüle verstopft und das Theater geht los.

Wir hatten mal 3 Kühe nach einander mit schweren Verletzungen. 2 davon hat der TA mehrmals behandelt mir diese Kanüle. Die Viertel gingen verloren. Bei der dritten Kuh hab ich erst gar nicht den TA geholt, weil die Kuh schon 1 Jahr leer stand, alt war und sie eigentlich bald gehen sollte.... Ich habe sie noch monatelang mit einer Fürstenbergkanüle gemolken, zuerst die Milch auslaufen lassen und später mit Fürstenberg den Melkbecher angesetzt. Ohne die Kanüle wäre nichts mehr rausgekommen.

Die Moral von der Geschicht... bei einer Kuh, wo es nicht mehr "drauf angekommen wäre", da hat es funktioniert. Keine Entzündung, keine Zellen etc.

Seitdem gehört die Fürstenbergkanüle aus Metall, die man auskochen kann in meinen Medikamentenschrank.
 :D ;)
« Letzte Änderung: 29.11.04, 01:00 von Freya »
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liebe Grüße
Freya

Offline Marylu

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #54 am: 12.07.03, 22:49 »
Hallo Freya
wo hast Du diese Freudenbergkanüle her ?
Hab noch nie davon gehört.
Liebe Grüße Marylu
Marylu


Ist ein Wunsch erfüllt , bekommt er augenblicklich Junge .

Offline Freya

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #55 am: 12.07.03, 22:57 »
hallo Marylu,

ja was meinst denn, mit was für illegalen Sachen ich in Sachen Medizinversorgung hantiere ???  ;D ;D ;D

Vom Tierarzt natürlich  ;D :D

und da gibt es auch ne Menge verschiedene... Ich nehme immer eine ganz glatte, die nirgenwo breiter wird und zwei große Öffnungen hat, wie ein Nadelöhr. Sie ist etwas dicker wie eine kleine Stricknadel .. frag mal deinen TA  ;) ;)
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liebe Grüße
Freya

Offline Freya

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #56 am: 13.07.03, 01:14 »
pah !  ... LUCIA ....  ;) :D ;D

mal gut, daß wenigstens noch ein paar andere aufpassen..... gut gemacht.....  :-* :-*

Wie komm ich nur auf FREUDENberg ??? ... ist so etwas ein Freud'scher Versprecher ??? ???  ;D ;D 8)
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liebe Grüße
Freya

Offline Erja

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #57 am: 13.07.03, 12:13 »
Hallo zusammen,
wir machen bei Zitzenverletzungen Jodoform-Ether (oder so ähnlich, weiß den NAmen nicht mehr so genau, habens Gott-sei-Dank lange nicht gebraucht  ;)) vom TA drauf. Das trocknet die Wunde und desinfiziert.
Vor einigen Monaten hatten wir ne Kuh, die hat sich beim Kalben auf die Zitze getreten, hatten aber den Ether leider nicht da (weiß auch gar nicht, ob der TA das noch mischen und abgeben darf  ???), da haben wir normale Wund- und Heilsalbe dick drauf gemacht, mit Mull und Leukoplast vorsichtig zugeklebt, die konnten wir so melken.
Viel Erfolg und ein gutes Händchen bei Euren Kühen wünscht Euch
Erja
« Letzte Änderung: 30.07.05, 17:51 von Erja »

Offline Bea

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #58 am: 22.08.03, 10:40 »
Hallo Britta!

Wo bekommt man weißen Ton?

Beate

Offline Daggi

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #59 am: 23.08.03, 08:33 »
Hi
Unser Tierarzt gibt bei Euterödem(Wasseransammlung bei frisch gekalbten)
Naquadem oder auch mal Voren (Kort.).
Wir haben aber auch schon den Fall gehabt, das das Tier eine Herzleistungsschwäche hatte, da haben ein paar Tage Digitalistherapie geholfen.
Einreiben, einreiben und nochmal einreiben! Braucht nur Euterfett zu sein, besser sind jedoch kühlende Lotionen.Quark oder Aceton sind auch gut.
So ein Euter braucht viel Pflege , aber bis jetzt ist es immer noch geworden, wenns auch manchmal 3-4 Wochen gedauert hat.
Wir können leider die trockenstehenden Kühe nicht ganz sep. stellen, so kann es schon sein, das da mal ein Tier zuviel Salze bekommt, aber es tritt Gott sei Dank eher selten auf.
Tschüss,  eure Daggi.