Bäuerinnentreff

Rund ums Rind => Gesundheit, Haltung und Fütterung => Thema gestartet von: reserl am 21.06.02, 17:17

Titel: Euter von A-Z
Beitrag von: reserl am 21.06.02, 17:17
hohe Zellzahlen

Wohl kaum ein  Betrieb der nicht schon einmal diese leidige Erfahrung machen musste. >:(

Wie habt ihr das Problem in den Griff bekommen?
Wie behandelt ihr die Kühe?  ???

Was tut ihr für die Eutergesundheit der Tiere?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Gitte am 21.06.02, 22:29
Hallo, Reserl
Wir hatten vor einigen Jahren ziemliche Probleme mit der Eutergesundheit unserer Kühe. Das war sehr nervenaufreibend. Ständig hatte eine andere Euterentzündung. Wir haben dann unsere Melkmaschine generalüberholen lassen. Haben auch damals den Kundendienst gewechselt. Da war vieles nicht in Ordnung. SE hatten es nicht so genau genommen. Hauptsache billig! Seitdem lassen wir regelmäßig Kundendienst machen und dippen tue ich auch. Wir haben kaum mehr Probleme. Wenn es so heiß und schwül ist wie die letzten Tage hatte ich bei einigen Flocken, aber das hat sich von allein wieder gegeben. Gut ausmelken, dann war das wieder in Ordnung.
Grüße von Gitte
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Sylvi am 23.06.02, 00:47
Hallo reserl
mit zellzahlen hatten wir auch schon zu kämpfen.
bei uns wird in einem doppelvierer gemolken.alle mädels werden mittels der euterbrause abgewaschen,nach dem melken werden die zitzen mit melkfett eingerieben (verhindert das die zitzen spröde und rissig werden).hatten früher auch mal gedippt,verschleppten aber dabei so manche entzündung.wir machten die besten erfahrungen mit melkfett, nun schon einige jahre.ist aber einmal eine entzündung vorhanden spritze ich 10ml pn350 in den strichkanal des jeweiligen viertels,und wiederhole dies nach einem tag.klappt super.

chio sylvi
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Gitte am 23.06.02, 09:22
Hallo, Sylvi!
Was ist pn 350? Würde mich interessieren.
Tschau, Gitte
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Sylvi am 23.06.02, 13:07
hallo gitte,

pn 350 ist ein penicillin-procain zur behandlung von euterkrankheiten(mastitiden) ,sowie bakterieller infektionen (pneumonien).
die berzeichnung ist P.N.350 .der hersteller :intervet deutschland gmbh,euer tierarzt kennt das mittel ganz sicher. bis vor ein zwei jahren gab es ein mittel mit penicillin-streptomycin,dies wird aber leider nicht mehr hergestellt,war echt durchschlagend das zeug .
bei verabreichung in den zitzenkanal (intramammär)beträgt die wartezeit bei milch 12 tage,restl. tier 5 tage.empfolen werden 5ml zu verabreichen nehme aber bei einer akuter entzündung 10ml.(gleich mit dem hammer kommen ;) ).

viel glück sylvi
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Sylvi am 23.06.02, 19:19
hallöchen

noch nen nachtrag zur eutergesundheit,unbedingt blindmelken  :'( :'( vermeiden.
bei uns werden alle 6-8 wochen vor dem abkalbetermin mit langzeittrockenstellern behandelt.ist aber einmal eine hartnäckige dabei  ,die immer wieder probleme machr muss sie ihre letzte fahrt (schlachten) :( antreten.

tschau sylvi
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: reserl am 08.07.02, 15:43
In der Trockenstehzeit werden die Grundlagen für eine hohe Milchleistung sowie für die GEsundheit und Fruchtbarkeit gelegt.

Das Trockenstellen von Kühen ist aber  offensichtlich auch eine Wissenschaft für sich.  ::)

Wie handhabt ihr das?

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 09.07.02, 23:22
Hallo,
ich habe all die Jahre, seitdem ich melke, die Problemkühe VOR dem Trockenstellen auf anraten des TA mit P.N 350 behandelt (10cb in jedes Viertel) dann nochmal gut ausmelken, Schalmtest und wenn diese so ziemlich in Ordnung ist, Trockensteller. Sei einem halben Jahr funtioniert diese Methode nicht mehr und alle Euter, die ich so behandelt habe vor dem Trockenstellen, sind garantiert nicht in Ordnung nach dem Kalben. (nicht in Ordnung ist stark untertrieben)  :-/
Ich habe jetzt den TA gewechselt und zusätzlich die "Euterabteilung" vom Tiergesundheitsdienst bestellt, um herauszufinden, was da jetzt wieder los ist. Der "alte" TA gab mir ein anderes Medikament "Peracef", das half aber genauso viel, nämlich gar nicht. Dann habe ich dem TA eine Milchprobe gebracht, die Kuh ist schon beim Metzger.  :(
Jeder Stall ist anders und jeder hat so "sein" Rezept. Meine SM hat immer ohne Trockensteller trockengestellt, aber mit melken ausgesetzt, erst einmal, dann zweimal, dann dreimal >< fertig. 40 Jahre hat sie das so gemacht und es hat meistens funktioniert. ;) Ich höre lieber schlagartig mit melken auf und mit Trockensteller.  :D
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 09.07.02, 23:49
Moin !
Trockenstellen läuft bei uns so ähnlich ,wie Freya schrieb:
Futter angemessen reduzieren (nur Kraftfutter),möglichst noch eine Milchkontrolle "mitnehmen",um aktuelle Zellzahl zu haben und dann morgens zuletzt melken ,desinfizieren,Trockensteller rein (welcher derzeit müßte ich gucken,Präparat auf Anraten des TA).Dann wechselt die Kuh auch den Stall bzw. die Weide,wo das Nahrungsangebot erstmal deutlich knapper ausfällt (im Stall mehr Heu und Grassilage,weniger mais und KF).
Sollte die Zellzahl zu hoch sein oder sonst ein Verdacht vorliegen,wird eben noch eine Probe weggeschickt und noch behandelt vor dem Trockenstellen,meist nach Antibiogramm.
Regelmäßige (tägliche) Euterkontrolle auch auf der Weide,ggf. auch 1x tgl. dippen (nur im Stall).
Meist klappt das alles auch ganz gut.
Wir melken (noch ;)) eine Zweistrichige mit, die schon vorm Kalben mit "Fliegenstich" von der Weide kam,das Viertel war nicht mehr zu retten,die Behandlung zog sich hin und schwupps war sie wieder tragend,da war das zweite Viertel hin  >:( .Nun haben wir sie in der zweiten (und letzten) Laktation aber so 8000 kg schafft sie wohl dennoch,das Melken ist technisch aber sehr tüdelig,von den Zellzahlen ist sie immer weit unter 100 000 -was will man verlangen........
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: cara am 10.07.02, 16:53
freya, ich nehme mal an, dass die keime im laufe der zeit gegen das penicillin resistent geworden sind. würde es vielleicht mal mit einem komplett andren wirkstoff versuchen, vielleicht hilfts ja....

bei den zellzahlen ( Viertelgemelk) hab ich gelernt, dass " ein Euterviertel als gesund anzusehen ist, wenn im Anfangsgemelk weniger als 400.000 Keime/ml vorhanden sind und euterpathogene Mikroorganismen nicht nachgewiesen werden können"

dann gibt es die latenten Infektionen, " wenn normaler Zellgehalt festgestellt wird, obwohl Mastitiserreger  nachweisbar sind."

Zellzahlen  von mehr als 400.000 pro ml bei neg. bakt. Befund können folgende Ursachen haben:
- nicht bakt. verursachte Reizzustände, z.B. durch gewebsreizende Chemikalien, mech, Irritationen ( Melkmaschinenfehler)
- die Mastitiserreger liegen abgekapselt im Euterparenchym und erscheinen nicht in der Milch (häufig bei chron. Mastitiden, Staph. aureus)
- antibiotika-haltige Milchprobe
- Mastitiserreger wachsen nicht unter Standardbedingungen ( Mycoplasmen, Anaerobier)
- Leukozyten haben Bakterien phagozyitiert (häufig bei akuter Mastitis "steriler Eiter")

Als Grenzwert für die Gemelkszellzahl gilt ein Wert von 300.000 Zellen/ml. Bei wiederholter Überschreitung dieses Richtwertes ist mit einer subklinisches Mastitis oder Sekretionsstörungen auf mind. 1 Viertel zu rechnen.

Zellzahlen für Herdensammelmilch
Als Grenzwert dafür gilt nach der Milch-Güte- VO ein Wert von 400.000 Zellen/ml.
Für die Einschätzung der Eutergesundheit der Herde gelten folgende Werte:
< 125.000                  I   sehr gut
126.000 bis 250.000   II   gut
251.000 bis 375.000   III  ausreichend
> 375.000                  IV mangelhaft
diese Werte gelten für Herden unter 30 Kühe, bei grösseren Herden ist die Kategorie nicht ausreichend sicher zu beurteilen.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 10.07.02, 23:15
Hallo Cara,
du hast das alles wunderbar erklärt und es ist sicher auch allgemein richtig. Nur mir hilft es im Moment nicht weiter....
HEUTE .... die Kuh Paula hat vor 4 Tagen gekalbt.
Sie wurde mit 69.000 Zellen und Schalmtest ohne Behandlung eines Viertels trockengestellt, mit Trockensteller (Benestermycin). Mein Mann melkt die Kuh morgens und abends in den Melkeimer und ich melke sie mittags mit der Hand, weil ich 2 ltr. Milch brauche für die Zwillinge.
Heute morgen liegt die Kuh da und hat 41 Fieber. Der TA kommt, schaut sie an, Nachgeburt ist weg, keine Gebärmutterentzündung.... ??? TA fragt, was ist mit dem Euter ??? Nichts, was soll sein ???
Er besteht auf einem Schalmtest. Das Viertel vorne rechts  zeigt heute Mittag leichte Veränderungen in der Milch beim Schalmtest. Der TA spritzt die Kuh ins Blut und wir bekommen Antiobiotika Eutertuben für das Viertel.
Heute Abend ( !!!!) kommt aus dem Viertel nur noch ganz wenig durchsichtige Flüßigkeit raus !!! Das Viertel ist hart und die Kuh ist richtig krank !!! So geht das immer wieder die letzte Zeit. Absolut zum wahnsinnig werden  ??? Aber morgen kommt fachmännische Hilfe (TGD). Da bin ich mal gespannt und werde Euch wieder berichten...  :(
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: mary am 11.07.02, 06:19
Hallo zusammen,
wir stehen auch momentan ziemlich rat- und hilflos vor einer Art Euterentzündung, die sehr schnell hohes Fieber (bis fast 42) und der zerstörung des Euters einhergeht.
Milchprobe zum TGD dauert 3-4 Tage, der Test welches Mittel passt noch einen Tag, das ist zu lange, dann kam raus, dass es ein Colikeim ist, aber es spricht kein Mittel richtig an.
Ich bin leider keine Tierärztin, aber ich frage mich, von was kommt das, es muss doch eine Ursache haben, vor 2 <jahren war Staph. aureus als Herdenproblem unser Hauptkeim, den haben wir hoffentlich überwunden, es hat uns so viele Kühe gekostet, so jetzt wieder ein anderer Erreger.
Ich bin der Meinung dass die Ursache gefunden werden muss, warum die >Kühe bei uns keine gescheite Abwehr mehr haben.
Ich arbeite so weit es geht mit Homoöpathie und mit Naturheilmitteln, aber das ist auch nur Sympthombekämfung. Die Frage warum die Kühe an Eutererkrankungen leiden, die beschäftigt mich momentan ziemlich.
Ihr werdet mich sicher auslachen, aber diese Frage hatten wir bei den Kälberdurchfällen auch, jeder hat nur mit der Schulter gezuckt und das wars dann.
Seit wir die grossträchtigen Kühe mit E-Selen behandeln, war das vorbei. Kannn vieleicht wieder kommen, aber seit einem Jahr ist Durchfall kein Kälbermord mehr.
Ich glaube, dass auch bei den Kühen irgendwas nicht passt, aber bei dieser Spurensuche sind wir auf uns gestellt, die Melkanlage ist zig-mal überprüft, Dippen, Einwegtücher, ist bereits im Einsatz, also muss es eine andere Ursache haben.
Ich hab ein Buch eines franz. Wissenschaftlers gelesen, der sich mit der Ursache von Pflanzenerkrankungen beschäftigt hat, ich denke dass auch bei Tieren eine Ursache dahinter steckt, aber das ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Was mich ziemlich pessimistisch stimmt, es interessiert keinen, weder den TA, noch den TGD, noch sonst wem.
Mich würde von Euch interessieren, füttert jemand Rapsschrot an die Kühe, ändert sich die die Tiergesundheit zum schlechteren oder besseren.?
Irgendwas passt bei unserem System nicht, nur das Komische ist, seit wir Rapsschrot in der Ration haben, haben wird Euterprobleme, kann auch Zufall sein, aber bei Bekannten ist es das Gleiche.
Also drückt mir die Daumen, irgendwas muss zu finden sein, manchmal macht es einfach fertig, so machtlos zu sein.
Herzl. Grüsse
Maria
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 11.07.02, 09:36
Moin Mary !
Aus eigener Erfahrung kann ich der Kuhzahl wegen wenig da zu sagen.Aber meine Nachbarn (Boxenlaufstall,70 Kühe plus Nachzucht) hatten letzten Herbst/Winter auch massive Probleme mit verschiedenen Keimen.Eine Überprüfung der Melkanlage -nicht nur technisch- brachte einige Mängel zum Vorschein (u.a. defekte Spülanlage) aber auch "jappende" Zitzenbecher (zu groß).Das war mir,wenn ich zum Melken da war auch immer aufgefallen,aber habe natürlich nix gesagt.
Bei denen war vermutlich auch Blindmelken ein Problem,da keine Abschaltautomatik (jetzt mit Abnahme nachgerüstet).
Die Abwehrschwäche der Kühe beruhte jedoch auch auf dem feuchten,alten Spaltenboden,zuwenig Licht und Luft im Stall.Viele alte Kühe mit Arthrose und Klauenerkrankungen,die sich gleich hinlegen nach dem Melken.Liegeboxen zu hart und vermutlich für diese "kranke" Herde nicht sauber genug.
Noch so einiges mehr wurde gefunden und alle Kühe nach zweimaliger Behandlung bzw. therapieresistente Zellmillionäre ausgemustert.
Die TMR wurde verändert (glaube Energie reduziert) ,Melkzeug zwischengespült,vor- und nachgedippt (gesprüht !).
Tja,im Moment scheinen sie überm Berg zu sein,es hat viel Kraft gekostet (und Geld) aber alle sind jetzt glücklicher,weil die Familie auch nervlich ganz fertig war deswegen.
Wir hatten ja letztes Jahr auch solche Gesundheitsprobleme und mich hat es am meisten fertig gemacht,daß unserem sonst recht engagierten TA auch NICHTS dazu einfiel (außer Genetik,haha),zumindest nicht zu den Ursachen.......wir hatten einige schlaflose Nächte deswegen,jeglicher Erfolg bleibt aus,man zweifelt an den Fähigkeiten und zuguterletzt am eigenen Goodwill........Drücke Euch und Freya die Daumen !!!
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 11.07.02, 17:36
Hallo,
kennt jemand von Euch das Mittel "DryFlex" ???
Es ist eine Lösung zum Dippen für die Zitzen und es wird trocken wie ein Gummiüberzug (rosa) Es soll ca. 14 Tage halten und man benutzt es beim Trockenstellen, damit die Zitzenöffnungen in der ersten Trockenstehphase verschlossen sind.
Hab bei google nur eine Fa. Federsen gefunden, aber keine Info, wo ich das bestellen kann und Information über Handhabung .... :( ;)
Würde mich freuen, wenn jemand das aus der Praxis kennt...  :) Mein Melkmaschmech hat mir davon erzählt..
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: silke am 07.08.02, 20:29
Hallo,
ich wollte auch noch mal meinen Senf dazugeben.
Bis vor zwei Jahren hatten wir unsere Kühe in der Anbindung.
Immer wieder traten Euterentzündungen auf.Schlechte Eintreu Schlechter Stand Schlechte
Melkanlage. Eigentlich einFaß ohne Boden.
Und wenn man nicht das nötige KLeingeld für einen neuen Stall hat ganz schön depremierend
Nun haben wir einen einfachen Stall gebaut,ohne Spalten und sonstigen Extras.
Der Mist wird täglich zweimal mit den Unilader rausgeschoben und dann samt Liegeboxen
eingestreut.
Die Kühe müssen zum Melken in den alten Anbindestall.
Wir haben letzten Winter im Herdendurchschnitt eine Zellzahl 120 gehabt.Und
ich bin mächtig Stolz darauf.
Leider erlebe ich im Moment einen Absturz.
Wir füttern GPS und sie haben nach einiger Zeit Aufenthalt im Stall dann
Weidegang.
Mir sagte einmal einer das es besser wäre die Kühe das ganze Jahr im
Stall zu halten und immer das gleiche Futter zu füttern.
Der Stoffwechsel der Tiere ist einfach zu empfindlich.
Diese Aussage scheint sich jedenfalls bei uns zu bestätigen.
Auf der Weide nehmen sie nicht mehr genügend Energie auf. Selbst wo wir
zufüttern.
Und das schlägt sich auf die Zellen nieder.
Dabei  sollten die Vieher froh sein auf der Weide zu sein und uns mit niedrigen Zellen
verwöhnen.
Erst mal
silke
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Tina am 13.08.02, 22:18
Hallo Bts,
der optimale Zellgehalt liegt bei 100 000 Zellen. Jede 100 000 mehr bei der Tankmilch kostet durchschnittlich 1 l Milch pro Kuh. Hat mal ein Professor auf einer Tagung in Verden gesagt. Momentan liegen wir bei 200 000 und sind total unzufrieden damit. Letzte Woche war der Melkberaterd da und wir sind beim Umsetzen und hoffen, dass es besser wird.
Gruß Tina
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 14.08.02, 00:29
Hallo,
wollte mich mal wieder melden und berichten, daß der TierGesundheitsDienst bei fast der Hälfte des Kuhbestandes Staph. aureus festgestellt hat. Ich gehe also jetzt zu diesem Thema >>>>
Die Kuh Paula, von der ich hier zuletzt berichtete, hat sich leider nicht erholen können. Es gab eine Hoffnungsschimmer als sie wieder anfind zu fressen und auch kurzfristig allein aufstehen konnte, doch dann haben wir sie schießen müssen, es ging nicht mehr.

WAS mich absolut wahnsinnig macht, ist die Tatsache, daß meine Kühe keine hohen Zellen  haben. ::)  :-/Also woher soll ich wissen, welche Kuh "krank" sein könnte ??? Selbst wenn ich von jeder Kuh von Zeit zu Zeit eine Probe untersuchen lasse, das kostet auch Geld und aus welchem Anlaß ??? und es dauert eine Woche, bis ich das Ergebnis habe. Mal sehen, wie ich das auf die Reihe kriege.... :D :D
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Landbiene am 19.10.02, 20:54
Hallo
Eutergesundheit hängt von sehr vielen Sachen ab:
Melken, Haltung, Fütterung, Krankheiten, Hygiene....

Wenn man überhaupt nicht mehr weiterweiss in Baden -Württemberg gibt es einen Eutergesundheitsdienst (Tierärztl. Untersuchungsamt Stuttgart).
Die Leute sind super. Die checken dann nicht nur die Melkanlage durch, sondern schauen auch nach den anderen "Faktoren".
In den anderen Bundesländern gibt es sicher entsprechende Einrichtungen.

Gruss

Bine vom Land
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: PETRAS am 27.10.02, 04:21
hallo ,
klinisch gesunde tiere könen auch ohne nachweis eines infektiösen geschehens eine hochgradige erhöhung der zellen zeigen. aus einer fachinformation ( der einfluss der ketonkörper auf die eutergesundheit und milchqualität) vom 1.9.2000
habe ich folgendes. eine der wichtigsten stoffwechselerkrankungen des rindes ist die ketose.in der vorliegenden arbeit soll  einfluss der ketose auf die eutergesundheit u. die milchqualität unter praxsisbedingungen untersucht werden . insbesondere die einflüsse im subklinischen bereich der ketose
der eutererkrankung fand beachtung. die untersuchung an 156 milchkühen erfolgte über einen zeitraum von zwei wochen vor dem trockenstellen bis 60 tage partum, um aussagen über zusammenhänge zwischen ketose und der eutergesundheit sowie der milchqualität zu machen. es wurden unter anderem ketonkörper, der  fett-, eiweis-,harnstoff-,laktose-und der bhb gehalt in der milch gemessen.......

es wurde eine zusammenhang zwischen erhöhten ketonkörper- konzentrationen und der erhöhung der zellzahl und leitfähigkeit in der milch sowie ein anstieg der eutererkrankung festgestellt.

die ketose bedingt einen anstieg der erkrankung am euter. sie kann zu erhöhung der zellzahlen in der milch führen.

in folge der ketose kommt es zu einem anstieg des milchfettgehalts aufgrund der postpartalen körperfettmobilisation.......

da wir selbst schon fast alle krankheiten und prpbleme rund um die haltung von hochleistungskühen hatten, ist mir bewust wie umfangreich man sich informieren muß
um auf den grund der probleme zu kommen. die ketonkörper kann man auch selbst mit einem einfachen test über die milch oder harn feststellen.

wir sind in der MPL und bekommen somit regelm. alle untersuchungsergebnisse aller tiere. für mich inzwischen unerlässlich.

auch wenn wir nicht in der MPL wären inzwischen hat auch bei uns ein umdenken statt gefunden.

früher habe ich auch die koseten gescheut.
heute sehe ich es so. ich investiere lieber um festzustellen woran liegt es, ( und) oder in die behandlung und kann später dieses tier durch ein hohes schlachtgewicht verkaufen und habe so immer noch kein verlust.

wir haben selbst dieses problem gehabt.

vor einem jahr kam es dann noch schlimmer. hatten plötzlich ( diesmal im zusammenhang mit erheblicher zellzahlen )  " klar" staph. aureus. (spezifische mastitiserreger ) streptococcus dysgalactiae.........
die aufregung war groß, denn in kürze wäre die milch gesperrt gewesen.........
umgehend haben wir die melkmaschine überprüfen lassen. das va. ventil der melkmaschine war völlig verstellt. kein wunder. wenn im zusammenhang mit evl.
noch anderer faktoren auch die melkmaschine keine optimale einstellung hat ist der schaden groß.
hier muß ich aber sagen haben wir nie gespart, die melkmaschine wird regelm. überprüft, aber defekt war sie genau zwischen zwei terminen.

nach aussage des tierarztes war das hauptproblem
das total verstellte va. ventil und überalterte zitzengummis. dadurch schädigung des strichkanal. fast außschließlich alle infektionen des euters geschehen über den strichkanal.......


10 kühe mit akuter mastitis in einer woche! . wirklich es war ein alptraum!

zum glück ist das vorbei.

grüsse an alle
von petra S


Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Marielle am 03.11.02, 13:05
Hallo Mary!
Deine Nachricht vom Juli 2002
Deiner Kuh werde ich wohl nicht mehr helfen können.
Es ist zu lange her-
Mein Tipp bei akuten Euterenzündungen.
5% Obstessig  1/4l mit 3/4l Wasser verdünnen, 4Tropfen Eukalyptusöl.
Der Kuh eingeben.
3 mal Täglich und mit Essigsalbe  einstreichen (nicht massieren)!

Außerdem 5ml Pyrogenium in den Muskel spritzen.
Das Fieber geht weg , das Viertel wird wieder weich  und nach ca. 8 Tagen
kannst Du die Milch wieder abliefern.
Ich mach das schon gute 10 Jahre  mit fast 100% Erfolg.
Nur unser Hoftierarzt lacht mich aus. Er verdient aber bei dieser Krankheit
nichts mehr.
Falls Du noch Fragen hast ,stehe gerne zur Verfügung (ohne Beratungskosten)

Liebe Grüße Marielle!
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 07.11.02, 16:58
Hat von Euch schon jemand eine ganze Bestandssanierung durchgemacht? Die Ärztin vom Eutergesundheitsdienst war schon da.  >:( Danach war mir zu :\'( denn wir haben Kühe mit sehr hohen Zellzahlen (bis 2mio keine Flocken und kein Befund) da staunte selbst die Ärztin ;D. Das Bauamt hat und 1,5 Jahre daran gehindert eine neue Gülle-Lagune zu bauen, aber nun haben wir es geschafft und hoffen damit auch endlich dem Dreck Herr zu werden . Trotzdem wie geht man da systematisch vor. Bin für jede Anregung dankbar sonst gibt es noch mehr Schlachtkühe und der Preis fällt wegen Überangebot noch mehr in den Keller  :D
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 09.11.02, 16:51
Hallo Gerlinde,

ich hab z.Zt. eine Kuh mit erheblicher Strichverletztung und inzwischen auch Euterentzündung. Ich melke das Viertel jeden  Tag mit der Hand aus und benutze dazu einen Bügel. Den kennt sie, als sie Kalbin war und ich achte drauf, daß er locker sitzt.
Es geht ganz gut, denn ich bin der Meinung, daß man eine Entzündung ausmelken und nochmals ausmelken muß und nur ein gesundes Euter trockenstellen kann.

Wenn mit einer nicht ausgeheilten Entzündung trockengestellt wird, gebe ich keine Garantie für ein intaktes Viertel nach dem Kalben.
Also Eutertuben, 3 oder 4 x und zusätzlich Antibiotika spritzen, vom TA. Ausmelken vielleicht mit Oxytoxin, damit sie ruhiger wird. Sonst vom Tierarzt Beruhingsmittel spritzen lassen, oder besorgen. Die Gesundheit es Melkers geht vor.

Ich beruhige meine Kühe mit homöop. Mitteln, aber meistens geht es so. Manchmal auch nur zu zweit.

Wünsch Dir ein glückliches Händchen bei der Behandlung.

Hast Du die unbehandelte Milch von der Kuh untersuchen lassen ???  Welcher Erreger ???
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Erja am 01.12.02, 01:15
Hallo zusammen,
bin neu hier, hab den Baeuerinnen-Treff besucht in der Hoffnung, dass Ihr uns mit unserem Zellzahl-Problem helfen könnt.
Was ich bis jetzt gelesen habe, klingt recht interessant, aber das meiste haben wir auch schon probiert - Melkmaschine checken lassen, neue Schläuche etc., dippen, Milchproben wegschicken (Antibiogramm) u.v.a.mehr - und zur Belohnung diese Woche wieder 3 Flocken-Fälle!
Wer hat schon Erfahrung mit dem Tiergesundheitsdienst (Hessen), bringt das was?
Wir haben leider einen alten Stall (Anbindehaltung) mit schlechter Luft, bringt das Anbringen von Windschutznetzen statt der Fenster was?
Oder habt Ihr sonst nen guten Tip? Unsere Nerven wären Euch sehr dankbar :)!!
Liebe Grüße
Erja
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 01.12.02, 11:13
Hallo Cora,

herzlich willkommen bei uns  ;) :D

Hohe Zellzahlen können vielfältige Ursachen haben.
Stallumgebung, Fütterung, Streßfaktoren, Qualität des Futters etc.

Wenn ihr wirklch der Ursache auf den Grund kommen wollt, könnt ihr nur den Tiergesundheitsdienst beauftragen den ganzen Bestand zu untersuchen (Milchproben von jedem Viertel) und die gesamte Melkanlage.

Ich weiß nicht, wie der TGD in Hessen das macht. In Bayern zahlt der Bauer effektiv nur 10 % der tatsächlichen Kosten. Es ist also fast nicht der Rede wert.

Wir haben das machen lassen in unserem Betrieb als wir uns keinen Rat mehr wußten, warum die Euter krank werden, trotz tierärztlicher Behandlung vor dem Trockenstellen.

Der TGD hat bei 2/3 der Kühe staph.aur. festgestellt und ein Sanierungskonzept vorgeschlagen.
Außerdem war die Leistung der Vakuumpumpe zu niedrig.
Da mußte dann eine größere her.

Würde es immer wieder so machen.  ;) ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Erja am 01.12.02, 13:43
Liebe Freya,
danke für die prompte Antwort.
Von einzelnen Kühen haben wir schon Proben untersuchen lassen von einem privaten Labor, wurden nur Coli- und ein anderer Keim festgestellt, aber kein staph.aur.! Wir haben auch einige Kühe mit Zellgehalten unter 100.000, aber leider nicht sehr viele.
Aber wir haben jetzt trotzdem mal Probeflaschen vom TGD angefordert, um den gesamten Bestand zu testen, mal sehen, was es bringt.
In der MLP sind von unseren gut 20 Mädels meistens 2 - 3 Millionärinnen, einige im oberen 100.000er Bereich und so 10-12 im noch erlaubten Bereich unter 250.000. Das Problem für uns ist halt, dass immer, wenn wir meinen, "die müssen jetzt noch gesund werden, dann klappts wieder" ne neue Problemkuh auftaucht.
Und besonders mit Jungkühen haben wir immer wieder Probleme - gekalbt - 2 Wochen gemolken - Euterentzündung! Das nervt schon, die sollten ja normal den Schnitt eher drücken!
Kürzlich haben wir sogar eine Jungkuh in Bayern eingekauft ("Zellprobleme kennen wir nicht"), erste MLP - 300.000 Zellen - und das mit nagelneuen Schleuchen und überprüfter Melkmaschine! Hoffentlich wars nur die Umstellung.
Mal sehen, was der TGD feststellt, für heute nochmal vielen Dank und liebe Grüße und einen schönen 1. Advent
Erja
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: PeacefulHeidi am 01.12.02, 23:38

Wir haben leider einen alten Stall (Anbindehaltung) mit schlechter Luft, bringt das Anbringen von Windschutznetzen statt der Fenster was?
Oder habt Ihr sonst nen guten Tip? Unsere Nerven wären Euch sehr dankbar :)!!


Moin Cora,

das verbessern der Stallluft ist auf jedenfall kein Nachteil. ;) Denn gute Luft ist immer wichtig. Eure ganze Geschichte kommt mir ziemlich bekannt vor. Hatten wir auch schon. ::)

Ich würde wirklich auch dazu raten den ganzen Bestand vom TGD untersuchen zu lassen. Vor allem wenn schon die Färsen mit so hoch Zellen anfangen.

Dazu noch einmal die Melkmaschine vor allem die Vakuumpumpe zu überprüfen. Mit Sicherheit ist euer Vakuum falsch eingestellt. Genau überprüfen lassen.

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Erja am 06.12.02, 22:19
Hallo zusammen,
am Montag werden die Milchproben vom TGD gemacht, ich halt Euch auf dem Laufenden!
Wie ist das eigentlich mit der Milch von den Problem-Kühen, darf man die den (weiblichen) Kälbern füttern oder nicht? Weshalb? Mir tuts immer leid, die gute Milch wegzuschütten, und die Kälber wachsen halt auch gut damit.
Und ein Danke noch zum Schluß! Es macht einfach Spaß, im Bäuerinnentreff zu sein, kaum eine Woche dabei, ist es, als würde man liebe Freundinnen besuchen! Und Ihr laßt andere Meinungen gelten, dass find ich prima, weiter so!! ;) ;)
Liebe Grüße,
Erja
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 06.12.02, 22:31
Hallo Cora,

frag Deinen Tierarzt, wenn DU es nicht glauben kannst.
Bei staphylokokken z.B. setzen sich die Erreger bei den jungen Kälbern in den Mandeln fest und kommen später zum Vorschein, wenn die Tiere groß sind.

Du steckst also die Jungend dann gleich mit an. Mastitis Milch niemals verfüttern...

Glaub mir, ich weiß wie es ist, wenn die Kanne fast voll ist und man muß sie in den Kanal schütten  :-[ :( :-[

Ich hatte die erste Zeit lauter frischgekalbte Kühe zu behandeln. 1 Woche lang das Drama. Aber dafür hab ich mich hinterher freuen können, weil auf einmal wieder so viel mehr im Tank drin war.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: PeacefulHeidi am 06.12.02, 22:35
Moin Cora,

da überleg ich die ganze Zeit wie ich das aufschreiben soll und Freya war schneller.  ;)

Also lieber wegschütten und die Kälber mit MAT füttern. Ist nicht einfach. Mein Vater füttert diese Milch auch lieber an seine Kälber. Aber damit versaut man sich doch nur seine eigenen Nachzucht und hat das Problem in einigen Jahren wieder bzw. kriegt es garnicht in den Griff.  ::) ???
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Sazette am 09.12.02, 15:50
Hallo Mädels!

Bei uns ist die Zellzahl jetzt ganz plötzlich rapide angestiegen. Kann mir das nicht erklären, da am Melkablauf und der Fütterung nichts geändert wurde. Aber bei fast allen Kühen lag die Zellzahl beim letzten mal unter 100.000 und jetzt um die 400.000. Hilfe!!!!!!
Sazette
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: PeacefulHeidi am 09.12.02, 21:31
Moin Sazette,

das kann viele Ursachen haben:

- Vakuum überprüfen!
- Schläuche zu alt evtl. porös sprich erneuern
- Infektion mit Streptokokken bzw. Staphylokokken

Letzteres lässt sich nur mit einer Probe vom TGD feststellen!

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 09.12.02, 22:19
Hallo Sazette,

von JEDER einzelnen Kuh Viertelgemelksproben untersuchen lassen. Macht bei uns in Bayern der Tiergesundheitsdienst; kommt in den Stall.
Außerdem peinlich genauer Check der gesamten Melkanlage und sie haben auch ein "Auge" für das
Drumherrum.

Es wäre in Eurem eigenen Interesse und ist sicher hilfreich, wenn man selber nicht mehr weiter weiß. Da
hast ja einige Millionärinnen dabei...  *mitfühl*

Berichte mal, wie es weitergeht.....

Wir hatten letzten Sommer einen Hagelschaden im Mais. Der hat wohl unter Anderem dazu beigetragen, daß das Immunsystem unserer Kühe am Boden war.
Erst als ich den TGD geholt habe, konnte ich wieder mit "Freude" in den Stall gehen, denn man sieht wieder
"Licht am Ende des Tunnels".

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Sazette am 12.12.02, 18:14
Danke für die Tipps! Hab schon überlegt, ob es an der nassen Grassilage liegen kann, in den ersten Schnitt hatts nämlich geregnet.
Ich hab auch keinen wirklichen Überblick, da ich ja nur am Wochenende in den Stall komme und unter der Woche studiere.
Aber ich glaube nicht, dass mein künftiger SV den TGD holen wird, auch wenn mein Freund und ich es vielleicht täten. Bin selber sehr gespannt, wie´s weiter geht.
Gruß Sazette
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Erja am 29.12.02, 17:38
Hallo zusammen,
hab mich lange nicht gemeldet (Weihnachtsstreß), hoffe, Ihr hattet alle ein wunderschönes Weihnachtsfest!?!!
Die Ergebnisse der Viertelgemelksproben sind da - nur Umweltkeime!!!! Kein staph.aur. oder sonstige infektiöse Keime, nein, nur das, was eh in der Stallluft, im Stroh, in den Haaren, auf der Haut... vorhanden ist!!!
Zuerst hab ich mich drüber gefreut, prima, das ist doch in den Griff zu kriegen!
Je länger ich darüber nachdenke, desto frustrierter werde ich, denn wie gesagt, Melktechnik, Hygiene etc. sind schon überprüft bzw. verbessert!
Jetzt wollen wir an die Fütterung - bisher Mais, Grassilage, Kraftfutter und Schrot, jetzt zusätzlich Heu und Rationsüberprüfung durch Berater (geplant), denn ich habe in letzter Zeit einiges gelesen über gesunden Pansen, Ketose und die Auswirkungen auf die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Kühe!
Einen winzigen Lichtblick haben wir ja - schon zwei Wochen keine "Neue" mehr und nur noch 3 von 24 Kühen, die deswegen extra gemolken werden müssen, wir hoffen!!! :) :)
Ich wünsche Euch allen ein schönes neues Jahr mit gesunden Kühen und (wichtiger, nicht aus den Augen verlieren!!!) gesunden Familien!!
Liebe Grüße
Erja
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Petra am 30.12.02, 11:28
Also wenn bei uns Probleme auftreten, kann man sich an den Tiergesundheitsdienst wenden. Der macht dann mit dem zuständigen Tierarzt bei jeder Kuh eine Untersuchung um festzustellen, welcher Erreger vorliegt. ;D ;D ;D
Habe aber noch eine  Frage wegen Zellmilch!! :o
Darf man die denn auch nicht an Bullkälber verfüttern?? ??? ???
LG Petra
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Erja am 12.01.03, 12:23
Hallo zusammen,
also den Bullenkälbern kann die Zellenmilch doch wirklich nicht schaden, oder?
Also unser Tierarzt hat prinzipiell keine Bedenken wegen der Fütterung von Zellenmilch, und die Dame vom TGD hatte nur die Befürchtung, die Kälber könnten Durchfall bekommen, aber dass davon später die Kühe wieder Zellen bekämen, wäre noch sehr umstritten! ???
Am schönsten ists halt doch, wenn keine Zellenmilch anfällt  :-\
Liebe Grüße
Erja
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Erja am 12.01.03, 12:28
Danke für die Tipps! Hab schon überlegt, ob es an der nassen Grassilage liegen kann, in den ersten Schnitt hatts nämlich geregnet.

Hi Sazette,
wie gings weiter???
Nach allem, was ich gelesen habe, könnte die nasse Grassilage zumindest mit Schuld sein (-> Pansengesundheit), probiert doch mal, Stroh oder grobes Heu dazu zu füttern, ich glaube (hoffe), dass das bei uns geholfen hat.
Liebe Grüße
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 12.01.03, 13:14
Moin Ihr !
Leider,leider ist es so,daß trotz Viertelgemelksprobe die Staph. aureus öfter auch NICHT nachgewisen werden können  >:(.Sie kapseln sich nämlich im Eutergewebe ein......Wir haben auch so eine Kandidatin (und natürlich eine der Besten  :( ).Behndelt wurde sie allerdings so,als hätte sie Staph.-von daher hoffe ich jetzt mal auf Ausmerzung  8).

Meine Überlegungen zu "Zellmilch" :

Meint Ihr nun Milch von unbehandelten Kühen,deren Zellzahl so hoch ist,daß Ihr sie wegschüttet ? Aber welchen Sinn macht das......na,egal.
Oder meint Ihr Hemmstoff-Milch,da die Kuh behandelt wurde ? Denn dann würde ich sie NICHT an Kälber verfüttern:

a) könnten sie von den enthaltenen Keimen erkranken

b) ist m.E. der Kasein-Gehalt bei hohen Zellzahlen
eniedrigt,das ist soviel ich weiß nicht gut für die Verdauung (Durchfall ?)

c)enthält die Milch Antibiotika bzw. deren Rückstände,die die Kälber ja  nun nicht brauchen.
Regelmäßig "angewandt" könnten bei diesem Tier Resistenzen,Unverträglichkeiten usw. entstehen UND es könnten gute Darmbakterien flöten gehen (und so manch´einer füttert noch ein Probiotikum *teuer* zu ?).

Wie das mit Bullen ist ? Keine Ahnung-muß wohl jeder selbst wissen.......
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 12.01.03, 14:28
HALLO Jani,  :D
genauso hätte ich es auch formuliert. Bin vollkommen Deiner Meinung.
Unsere Bullenkälber bekommen nur dann die Milch von euterbehandelten Kühen, wenn ich eine Probe mitgebe zur Hemmstoffuntersuchung. Das ist also in der Regel einmal, wenn die Probe frei ist.

Mastitismilch habe ich keine, weil die Kühe behandelt werden mit Antibiotika und auch Bullenkälber können Resistenzen entwickeln und eine Lungenentzündung ist dann nicht mehr behandelbar.

Fragt mal die Bullenmäster oder Fresseraufzuchtbetriebe. Die können ein Lied davon singen  :( :( ;)

Ich habe schon oft die Erfahrung machen müssen, daß ich eine Kälberkuh nach dem Kalben, nach dem 3. Melken wieder erneut mit AB behandeln mußte  >:(

Das Kalb hatte ja die Biestmilch bekommen und erhält normalerweise weiterhin für mind. 5 Tage die Milch der Mutter. Ich habe aber dann von einer Amme die Milch gefüttert. Dazu nehme ich seit vielen Jahren immer nur eine einzige Kuh. Das ist unsere Älteste. Die melke ich dann in die Kanne für die kleinen Kälber.  Das hat bisher immer gut funktioniert.

(Isolde, die mit dem Herzklappenfehler  ;) ;) ;) )

Und wenn sie selbst trockensteht, dann habe ich genügend in der Gefriertruhe, einschl., Biestmilch von ihr.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 12.01.03, 15:53
Moin Freya und alle anderen !
Mir fiel dann auch noch ein,daß z.B. Kälberaufzüchter/Bullenmäster,die z.B unsere Bullenkälber nehmen (die dann eben auch erst 14 Tage alt sind  :o ) z.B. vorübergehend eine antibiotische Einstallprophylaxe machen müssen,um den zusammengewürfelten Haufen von x Kälbern aus y Betrieben zu einer gesunden Gruppe zu machen.
Also auch besser nix mit Hemmstoffmilch an Bullenkälber  8).
Und selbst wenn der Zusammenhang nicht geklärt ist,ob Keime sich im Kalb (seien es Mandeln,Euter,Lymphgewebe) festsetzen... :-X.....mir reicht allein der Verdacht,daß das passieren könnte aus.Denn die Wahrscheinlichkeit,daß etwas ausbricht,ist nunmal um den Geburtzeitpunkt herum,da das Stress für´s Tier und somit für´s Immunsystem bedeutet :-\.

Mal was anderes : Trockensteher und hochtragende Färsen getrennt halten (um evtl. Übertragung und Färsenmastitis zu verhindern) - macht Ihr das ? Schafft Ihr das ?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Sazette am 16.01.03, 17:53
So, jetzt sind endlich die neuen Werte da. Die Zellzahlen sind bei allen, bis auf ich glaube drei, wieder unter hundert und die drei sind auch nur noch knapp drüber. Keine mehr mit über 400 oder 500.
Wir haben aber auch diesmal nichts anderes gemacht. Die nasse Silage gabs immer noch, das einzige was wir entdeckt haben, war ein wenig Wasser im Luftschlauch von einem Melkzeug, dass dadurch auf dem rechten hinteren Viertel nicht mehr sauber entlastet hat. Da wir ja aber noch im Anbindestall melken, kann das nur auf einer Seite was ausgemacht haben, da wir die immer die gleichen Melkzeuge auf einer Seite verwenden.
Auf jeden Fall danke für die rege Anteilnahme und die vielen Antworten.

Das Problem mit den sich abkapselnden Staphylokokken kenne ich übrigens auch. Da haben wir auch zwei Kandidatinnen, die eine ist natürlich eine der besten.

Gruß, Sazette

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 17.01.03, 00:50

Mal was anderes : Trockensteher und hochtragende Färsen getrennt halten (um evtl. Übertragung und Färsenmastitis zu verhindern) - macht Ihr das ? Schafft Ihr das ?


Moin Jani  ;D ;D ;D
wir haben die hochträchtigen Kalbinnen und Trockensteherinnen zusammen in einer Abteilung, weil sie alle die gleiche Schlankheitskost bekommen. Wir haben keine "Färsenmastitis" *toitoitoi* Außerdem hätten wir gar keinen Platz, die Kalbinnen auch noch wo anders hin ??? ??? Wenn sie trockenstehen kann man ja hoffentlich nicht allzuviel "übertragen". Nach dem Kalben wird auf strengste Euterhygiene geachtet und die Kälberkuh kommt wieder an "ihren" richtigen Platz.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 17.01.03, 15:20
Hi Freya !
Unterbringung und "Schmalkost"  bzw. Transitfütterung laufen für Färsen und Trockensteher gleich.Und sie stehen nebeneinander,da bei uns ja gar kein Platz ist.
Bisher *toitoitoi* hatten wir auch noch keine Färsenmastitis.Soll aber ein recht häufiges Problem sein
(schonmal Gedanken mach`  ;) ).
Nach dem Kalben kommen die Frischgekalbten (also Färsen und Kühe) auf "meine" Seite;also getrennt von den Altmelkenden.
Irgendwann müssen sie dann auf die Seite vom Chef  ;D.

Da jetzt Problemkuh Betti (12 x besamt !!! und nur wegen der Genetik >:( ) nun natürlich ewig trockensteht UND jetzt ein Viertel entzündet ist (wird behandelt,aber...... :-X ) habe ich etwas Angst um die tragenden Färsen daneben.
Die "Transitgruppe" (wobei "Gruppe" bei uns aus 2-3 Tieren bestehen  ;) ) versuche ich auch 1 x tgl. zu dippen.
Das klappt bei den Färsen nicht immer.Im Durchtreibstand im Sommer ist das ´ne prima Vorbereitung aufs Melken,im Winter ist mir das oft zu gefährlich *weißtschonwasichmein*.......
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Avalon am 21.01.03, 11:43
Hallo, ich bin ganz neu hier und ehrlich gesagt, rein zufällig gelandet. Aber da ich im Kuhstall ein ganz aktuelles Thema habe, bei dem unser Tierarzt nicht weiterhelfen konnte, möchte ich mich mal hier melden. Eine Kuh leidet unter Wasseransammlungen im Euter. Durch Eingabe eines Pulvers hat es sich zwar gebessert, aber nach Therapieabsetzung füllt es sich  erneut. Was kann man tun?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: moni am 21.01.03, 13:40
Dassselbe Problem hatten wir bei unserer Kuh auch. Erstes Kalb, riesiges Euter und nur  aus zwei Zitzen kam Milch.
Tierarzt meinte, das Wasser drückt den anderen zwei Zitzen die Milch ab.
Haben sie nicht mehr hingekriegt... :\'(.

Vielleicht hat jemand einen guten Tip!

Liebe Grüße
Moni
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Ursel am 02.02.03, 15:40
Hallo,
oft ist eine Hauptursache für Euterödeme, Überversorgung mit Natrium in der Trockensteherzeit.
Habt ihr Salzlecksteine bei den Trockenstehern? Die sollten weg. Oder vielleicht extra Viehsalz in der Ration? ???

Viele Grüße
Ursel
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Udo am 01.05.03, 12:49
 
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: PETRAS am 01.05.03, 12:55
Hallo Udo,

welche Art von Verletzung?
Kommt die Milch noch raus?
Ist der Strichkanal betroffen?
Ist das Viertel auch betroffen?

So ohne es gesehen zu haben ist es schwierig
etwas zu raten!
Vieleicht kannst du das ja noch etwas genauer beschreiben.

LG petraS
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: PETRAS am 01.05.03, 14:55
Ich würde hier als Erstmaßnahme (Empfehlung durch unseren Tierarzt) dringend Oxytocin spritzen.
Mache ich grundsätzlich bei Verdacht auf beginnende Euterentzündung, da durch Oxyitocin die" letzte Restmilch" aus dem Euter kommt.(Keime)!
Habe so schon einige Entzündungen erfolgreich im Keim erstickt!
3 Tage lang.
Sollte sich der Verdacht einer Euterentzündung
erhärten, dann na klar Euterinjektor!
Äußere Verletzungen sollten mit antibiotikahaltigen
Wundsalben oder Puder behandelt werden.
Kühlendes Gel ( Tonerde)auf evl. heißes Viertel. NICHT AN DIE VERLETZUNG!
Ist der Strichkanal wirklich "verstopft "Sorry was außer einer Kanüle (zum Milch ablassen)soll da helfen?

Welches Antibiotika hängt sehr vom Infektionsstatus der Herde ab. Das weiß sicher der Tierarzt!
Sonst wird probiert und probiert bis nichts mehr geht.

Bei uns wurde mal eine Bestandsuntersuchung gemacht
durch den ZHD. Dadurch wissen wir sehr gut über den
Immunstatus und über den Infektionsstatus bescheid.
So weiß ich meistens was wir geben müssen, oder was selten vorkommt, wechseln wir das Medikament am 2-3 Tag.
Ist es eine richtige Quetschung die aussieht als ob es
nach weiterer Manipulation noch mehr anschwillt,
dann hilft nur ruhig stellen.
Ich weiß es ist aufwendig und viel Zeit hat man auch nicht. MUß ja sofort gehandelt werde, sonst ist das Viertel futsch.

Wünsche viel Erfolg
Gruß Petra

Wenn die Kuh Frischmelkend ist, ist sie ja noch anfälliger.......
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Juett am 01.05.03, 18:02
Hallo Reinhold,

meiner Meinung nach ist bei Zitzenquetschungen (oder anderen -Verletzungen) das Ruhigstellen das A & O für die Abhelilung. D.h. weder von Hand und schon gar nicht mit der Maschine dran rum "drücken", das macht alles nur noch schlimmer... Ich stehe in solchen Fällen wirklich auf diese Plastik-Milchablasskanülen. Der "Trick" bei der ganzen Sache ist: Zitze wirklich peinlichst säubern und desinfizieren. Kanüle wirklich nur ganz, ganz hinten anfassen, gut zielen, damit die Kanülenspitze nicht an der halben Kuh entlang geschmiert wird. Wenn möglich sogar mit Einmalhandschuhen arbeiten aber ZUMINDEST: Dreckfinger sauberst waschen (auch unter den Nägeln...  ;D). Dann das Ding rein - mit Gefühl !!! Oxytocin spritzen zum Ausmelken. Wenn das Ding sitzt, nicht mehr dran rummachen, vielleicht das Viertel ein bischen ausstreichen. Die Kanüle drin lassen, die hält in den allermeisten Fällen auch und unglaublich aber wahr: Das Abschlusskäppi (ist bei uns so ein roter Stöpsel) einfach WEGLASSEN !!! Den kriegt man eh nie steril drauf. Falls man doch Keime beim Einführen der Kanüle mit nach oben geschoben hat, können die kontinuierlich durch die Euterselbstreinigung wieder ausgeschieden werden. Macht man den Stöpsel drauf funktioniert das nicht mehr, und es kommt zur grossen Entzündung... Wir hatten mal eine Kuh, die drei Wochen (!!!) lang bei einer ganz massiven Quetschung eine solch "offene " Kanüle drin hatte und das ist super verheilt, keine Entzündung, keine Schlagerei... Immer nur geschaut, ob das Viertel beim Melken mit ganz leer läuft und wenn nicht mit Oxytocin nachgeholfen.

Kann ich nur wärmstens empfehlen.

Bei massiven Strichkanalverletzungen wird heutzutage viel mit Zitzenendoskopie gearbeitet. Dort sind die Heilungschancen deutlich besser als bei dieser herkömmlichen "blinden Schnipslerei", bei denen man meist mehr kaputt als gesund macht...

Viel Erfolg

Jutta
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: reserl am 11.07.03, 09:16
Wie behandelt ihr Zitzenverletzungen (z.B. durch einen Tritt), wenn die Zitze  blutet´und von der "Kappe" was fehlt, der Strichkanal aber offenbar nicht verletzt ist?


Wir haben gerade mal wieder so einen Fall..... :-\
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Juett am 11.07.03, 10:44
Hallo Reserl,

ich erinnere mich, dass ich hier mal was in diese Richtung geschrieben habe. Das Topic ist glaub ich "entzündete Zitzenspitze" oder so - *klugscheiss off*
Allerdings fehlt ein Teil der Diskussion, weil "Udo" seine Beiträge rausgelöscht hat.

Leider bin ich nicht wirklich gut im Verlinken...

-> Musst Du selber machen  ;D

Lieber Gruss

Jutta
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 11.07.03, 11:41
Hallo Juett,

danke Dir fürs aufpassen  ;) :D

Mir ist auch bekannt, daß wir das Thema schon mal hatten. Aber da wir selber auf den 6 Seiten Rund ums Rind niox mehr finden, werden wir nächste Woche mal aufräumen und Fachthemen zusammenlegen...

Also Reserl,

wenn die Verletzung blutet und ganz frisch ist.... hab ICH schon gemacht..... Puderspray drauf ( gibts in der Apo oder vom TA, ist auch für Baby Popo's auf Zinkbasis) und Verband drum und den zupflastern, daß er nicht abgeht und nichts dreckig wird.

4 Tage das Viertel nicht mehr anrühren !! Wenn der Zitzenkanal nicht betroffen ist, braucht man da auch keinen Wachstift rein tun (vorher). Mit einem Wollfilzstift kann man ganz leicht die innere Zisterne verletzen.

Und dann am 4. Tag anschauen, ob die Kuh sich anfassen läßt. Wenn nicht, nochmal verbinden und dann evtl. nach einer Woche wieder das Melken anfangen.

WENN die Verletzung frisch ist und sauber gearbeitet wird (kannst auch mit KODAN Spray versuchen, auf JOD-Basis) dann hat es nichts und Du kannst einwandfrei wieder melken.

Ich war mal gezwungen das so zu machen, außer ich hätte mir von der Kuh meine Knochen brechen lassen und es hat geklappt. Hatte auch einen anderen Fall, da war die Verletzung in der Nacht passiert... da hat es nicht geklappt und das Viertel war dann später total im Eimer.....  ;) ;)

Glück braucht man immer dazu. Aber ich würde es schon versuchen, das Viertel "ruhig" zu stellen. Es macht der Kuh nix, wenn sie nicht mehr gemolken wird auf dem Viertel. Die Milch geht sowieso zurück.

Was meinst Du dazu Juett ??? ???
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 11.07.03, 23:43
Hallo Juett,

ich habe Deinen Beitrag gefunden und wieder hier....
Das andere Thema werde ich schließen, da verkümmert und doppelt

Zitat
meiner Meinung nach ist bei Zitzenquetschungen (oder anderen -Verletzungen) das Ruhigstellen das A & O für die Abheilung. D.h. weder von Hand und schon gar nicht mit der Maschine dran rum "drücken", das macht alles nur noch schlimmer... Ich stehe in solchen Fällen wirklich auf diese Plastik-Milchablasskanülen. Der "Trick" bei der ganzen Sache ist: Zitze wirklich peinlichst säubern und desinfizieren. Kanüle wirklich nur ganz, ganz hinten anfassen, gut zielen, damit die Kanülenspitze nicht an der halben Kuh entlang geschmiert wird. Wenn möglich sogar mit Einmalhandschuhen arbeiten aber ZUMINDEST: Dreckfinger sauberst waschen (auch unter den Nägeln...  ). Dann das Ding rein - mit Gefühl !!! Oxytocin spritzen zum Ausmelken. Wenn das Ding sitzt, nicht mehr dran rummachen, vielleicht das Viertel ein bischen ausstreichen. Die Kanüle drin lassen, die hält in den allermeisten Fällen auch und unglaublich aber wahr: Das Abschlusskäppi (ist bei uns so ein roter Stöpsel) einfach WEGLASSEN !!! Den kriegt man eh nie steril drauf. Falls man doch Keime beim Einführen der Kanüle mit nach oben geschoben hat, können die kontinuierlich durch die Euterselbstreinigung wieder ausgeschieden werden. Macht man den Stöpsel drauf funktioniert das nicht mehr, und es kommt zur grossen Entzündung... Wir hatten mal eine Kuh, die drei Wochen (!!!) lang bei einer ganz massiven Quetschung eine solch "offene " Kanüle drin hatte und das ist super verheilt, keine Entzündung, keine Schlagerei... Immer nur geschaut, ob das Viertel beim Melken mit ganz leer läuft und wenn nicht mit Oxytocin nachgeholfen.

Kann ich nur wärmstens empfehlen.

Bei massiven Strichkanalverletzungen wird heutzutage viel mit Zitzenendoskopie gearbeitet. Dort sind die Heilungschancen deutlich besser als bei dieser herkömmlichen "blinden Schnipslerei", bei denen man meist mehr kaputt als gesund macht...


Dazu muß ich gleich was loswerden.. mit den Plastikkanülen mit dem roten Deckelchen habe ich die allerschlechtesten Erfahrunn überhaupt. Trotz (Versuch) absoluter Sauberkeit etc. Sobaldl die Milch ein wenig flockt, ist die Kanüle verstopft und das Theater geht los.

Wir hatten mal 3 Kühe nach einander mit schweren Verletzungen. 2 davon hat der TA mehrmals behandelt mir diese Kanüle. Die Viertel gingen verloren. Bei der dritten Kuh hab ich erst gar nicht den TA geholt, weil die Kuh schon 1 Jahr leer stand, alt war und sie eigentlich bald gehen sollte.... Ich habe sie noch monatelang mit einer Fürstenbergkanüle gemolken, zuerst die Milch auslaufen lassen und später mit Fürstenberg den Melkbecher angesetzt. Ohne die Kanüle wäre nichts mehr rausgekommen.

Die Moral von der Geschicht... bei einer Kuh, wo es nicht mehr "drauf angekommen wäre", da hat es funktioniert. Keine Entzündung, keine Zellen etc.

Seitdem gehört die Fürstenbergkanüle aus Metall, die man auskochen kann in meinen Medikamentenschrank.
 :D ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Marylu am 12.07.03, 22:49
Hallo Freya
wo hast Du diese Freudenbergkanüle her ?
Hab noch nie davon gehört.
Liebe Grüße Marylu
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 12.07.03, 22:57
hallo Marylu,

ja was meinst denn, mit was für illegalen Sachen ich in Sachen Medizinversorgung hantiere ???  ;D ;D ;D

Vom Tierarzt natürlich  ;D :D

und da gibt es auch ne Menge verschiedene... Ich nehme immer eine ganz glatte, die nirgenwo breiter wird und zwei große Öffnungen hat, wie ein Nadelöhr. Sie ist etwas dicker wie eine kleine Stricknadel .. frag mal deinen TA  ;) ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 13.07.03, 01:14
pah !  ... LUCIA ....  ;) :D ;D

mal gut, daß wenigstens noch ein paar andere aufpassen..... gut gemacht.....  :-* :-*

Wie komm ich nur auf FREUDENberg ??? ... ist so etwas ein Freud'scher Versprecher ??? ???  ;D ;D 8)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Erja am 13.07.03, 12:13
Hallo zusammen,
wir machen bei Zitzenverletzungen Jodoform-Ether (oder so ähnlich, weiß den NAmen nicht mehr so genau, habens Gott-sei-Dank lange nicht gebraucht  ;)) vom TA drauf. Das trocknet die Wunde und desinfiziert.
Vor einigen Monaten hatten wir ne Kuh, die hat sich beim Kalben auf die Zitze getreten, hatten aber den Ether leider nicht da (weiß auch gar nicht, ob der TA das noch mischen und abgeben darf  ???), da haben wir normale Wund- und Heilsalbe dick drauf gemacht, mit Mull und Leukoplast vorsichtig zugeklebt, die konnten wir so melken.
Viel Erfolg und ein gutes Händchen bei Euren Kühen wünscht Euch
Erja
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Bea am 22.08.03, 10:40
Hallo Britta!

Wo bekommt man weißen Ton?

Beate
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Daggi am 23.08.03, 08:33
Hi
Unser Tierarzt gibt bei Euterödem(Wasseransammlung bei frisch gekalbten)
Naquadem oder auch mal Voren (Kort.).
Wir haben aber auch schon den Fall gehabt, das das Tier eine Herzleistungsschwäche hatte, da haben ein paar Tage Digitalistherapie geholfen.
Einreiben, einreiben und nochmal einreiben! Braucht nur Euterfett zu sein, besser sind jedoch kühlende Lotionen.Quark oder Aceton sind auch gut.
So ein Euter braucht viel Pflege , aber bis jetzt ist es immer noch geworden, wenns auch manchmal 3-4 Wochen gedauert hat.
Wir können leider die trockenstehenden Kühe nicht ganz sep. stellen, so kann es schon sein, das da mal ein Tier zuviel Salze bekommt, aber es tritt Gott sei Dank eher selten auf.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 25.08.03, 08:53
Haloo,
kann mir von Euch vielleicht jemand weiterhelfen?
Habe eine frisch abgekalbte Kuh (!) und die gibt nur aus einem Strich Milch auf den anderen "spritzt" es nur und dann hört das wieder auf. Das Euter ist aber dick wie ein Fussball. Bin traurig weil wir die Kuh alle ins Herz geschlossen haben, ist unser liebes "Teufelchen".
Glaube aber nicht dass das noch was wird  :-\.
LG
Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Gertrud am 25.08.03, 09:04
Hallo Mathilde,
hast du es schon mit Oxytocin oder Phytolacca probiert?

Wenn nach Oxytocin nix kommt ist der Strichkanal irgendwo verwachsen..hatten wir auch schon...aber dann nur an einem Strich.

Viel Glück
Gruß Gertrud
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 25.08.03, 11:58
Hallo Mathilde,

versuch es mal mit einer Fürstenbergkanüle, ganz einführen  und drin lassen, bis die Milch rausgelaufen ist. Gibt es beim TA. Äußerste Hygiene walten lassen.
Die Kanüle ist aus Metall und kann man auskochen. Wenn Du die Milch nicht lieferst, kannst ja auch Desinfektionsmittel verwenden.

Es kann sein, daß im inneren der Zitze das Häutchen verwachsen ist und wie eine Ventilklappe den Strichkanal zumacht. Das sollte der TA aber wissen.

Viel Glück !
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: heike am 06.12.03, 22:00
Hallo

Endlich sinken unsere Zellzahlen. Wir liegen jetzt zwischen 200000 und 300000.
Gemacht haben wir eigentlich nicht viel. Seit April 03 haben wir unsere Behandlungsmethode bei Euterentzündungen umgestellt. Da die Anwendung von Trockenstellern und Penecellin oft nicht richtig wirkt oder auch garnicht, haben wir beschlossen ohne auszukommen. Es klingt vielleicht merkwürdig aber unsere wichtigste Behandlungsmethode heisst: Ausmelken mit der Hand, so oft wie möglich. Gleichzeitig wird das Euter mit Pfefferminzcreme massiert und die Kuh bekommt Hämoäpathische Mittel.
Seitdem die Leitwerte der Milch gemessen werden sind wir sehr schneller aufmerksam auf mögliche Veränderungen im Euter und können schneller reagieren. Ohne Antibiotikabehandlung haben wir nicht mehr Euterentzündungen als früher.
Kühe mit hohen Zellzahlen kann man zwar schlachten aber man löst nicht so leicht das Problem. Es werden immer neue Fälle hinzukommen wenn man nicht den Auslöser findet. Unser Problem war wahrscheinlich der alte Laufstall, zuwenig Luft und Platz obwohl immer die Weide zur Verfügung stand. Jetzt sind nur die älteren Kühe die mit den hohen Zahlen, die Jungen liegen fast alle sehr niedrig.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 07.12.03, 01:39
Hallo Heike,

ich will Deine Freude über die gesunkenen Zellzahlen nicht trüben, aber Pfefferminzecreme und Homöopathie vertragen sich nicht.  ::) ::)

Minze, Kamille und Kampfer heben die Wirkung von Homöopatika auf. Für den homöopatischen Menschen wird deswegen eigens eine Zahnpasta angeboten, die frei ist von Minze...  :D ;D

Bei "allgemeinen" Zellproblemen der gesamten Herde muß man sich aber auch über die Qualität des Futters, besonders der Silage, Gedanken machen. Leider ist man da ja auch bedingt vom Wetter abhängig und hat es nicht immer in der Hand, gleich gute Qualität zu ernten. Eutergesundheit fängt bei mir bei der Fütterung an, bzw. Immunsystem der Kuh.

Aber ausmelken, ausmelken, ausmelken regt auch das Immunsystem an und kann oft viele Medikamente ersetzen bis zum Trockenstellen. Dann braucht die Kuh vorher eine genaue Kontrolle und Behandlung VOR dem Trockenstellen. Sonst läuft man Gefahr, daß nur mit Trockensteller ein oder mehrere Viertel nach dem Kalben nicht mehr zu gebrauchen sind und die Kuh ernsthaft krank wird.

So mach ich es auf jeden Fall....  :D ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 07.12.03, 11:04
Moin !
Apropos Trockenstellen:

Hat eine von Euch von Euch schon in Erwägung gezogen, mit diesem neuen Zitzenversiegler "OrbeSeal" zu arbeiten ?
Wir haben jetzt für einige Kühe bestellt.
Aber: zunächst werden wir mal unsere Langzeit-Trockensteher nur zusätzlich damit versehen.

Wir hatten hier Info-Veranstaltungen zum Thema und unsere Tierklinik hatte noch eine Extraberatung.
Die Zahlen auf dem Papier (!) sehen sehr gut aus ::).
Dennoch würde ich keine Kuh mit 200.000 Zellen allein damit trockenstellen ; die Zellzahl ist mir entschieden zu hoch.

Infos dazu gibt es bei Dr.Stein:
http://www.animal-health-online.de/drms/rinder/trocken.html
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 07.12.03, 11:30
Hallo Jani,

ich habe seit einiger Zeit einen Zitzenversiegler "Dry Flex" von Alfa Laval. Der löst sich aber äußerlich wieder ab, so nach 10 Tagen und man soll ihrn nochmal anwenden so 8 Tage vor Kalbetermin. Das Letztere hab ich noch nicht gemacht.

Nun habe ich von Zitzenversiegeler gelesen, die ANSTATT Trockensteller benutzt werden können. Das hab ich noch nicht ausprobiert. Auch hab ich ein Problem damit, wenn die Kuh am 3. Tag nach trockenstellen doch noch einiges an Milch verliert .....

Ich bin da nicht so konsequent in der Anwendung von Dry Flex, weil ich bisher keinen Unterschied sehe, denn ich hab ja auch immer einen Trockensteller genommen und wenn er wieder "rausgelaufen" ist, nochmal eine Tube rauf. Hab auch gelesen, daß das allerwichtigste äußerste Hygiene ist bei dem Zitzenversiegler, also mit reinem Alkohol und Einwegtuch jede Zitze einzeln gründlich reinigen und trocknen lassen.

Es ist eine ziemliche Matscherei mit dem flüssigen Mittel und bis es trocknet, soll die Kuh ja still stehen und sich nicht hinlegen....  Ich werde das mal ausprobieren nur Das Dry Flex ohne Trockensteller bei einer Kuh, wo ich vorher schon weiß, daß es das letzte Kalb ist, was sie bekommt....  Bei den guten Kühen, da trau ich mich nicht.  ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: heike am 07.12.03, 20:42
Hallo Freja

Weiss ich doch, hast ja schön öfter geschrieben. Aber wenn es wirkt kann das Falsche doch richtig sein oder nicht? Die Pf.creme ist für das Euter. H. Medizin gibst nur wenn die Kuh einen Durchhänger hat und Fieber. Wir gehen da auch nicht mit soviel Fachwissen ran wie du. Wir gebrauchen eine hämoäpathische Fertigmischung von so einer Firma (Name lieber nicht nenne). Das es wirkt, das merkt man meistens schnell. Die Kuh wird munterer und bekommt Appetit und dann ist es ja egal was darin ist.
Wir füttern ja hauptsächlich Grassilage mit einer Schicht Gerste darin. Die Gerste wirkt nicht so toll, kann aber nicht das Problem sein. Die Clostridienzahl in der Tankmilch ist sehr gut. Keimzahl liegen wir auch sehr gut, unter die 8000 aber das hat wohl mehr mit der Reinigung zu tun.
Es irritiert mich einfach wenn ich höre das manche einfach grundsätzlich alle Kühe mit Trockensteller behandeln. Irgendwie stört mich das, besonders wenn diese Leute nach Kalben trotzdem noch Mastitsprobleme haben. Wie will man noch was verdienen wenn man für jede Kuh die man trockenstellt noch einen TA besuch bezahlen muss. Der TA schleppt ja auch noch leicht andere Bakterien mit an die gerade zu dieser Zeit empfindlichen Kuh. Wir wollten es einfach wissen wieweit wir ohne die Ta antibiotika kommen und es geht besser als erwartet. Für eine Euterentzündung wird kein TA mehr gerufen, für eine wirklich kranke Kuh aber schon.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 07.12.03, 21:36

Hallo Jani,

ich habe seit einiger Zeit einen Zitzenversiegler "Dry Flex" von Alfa Laval. Der löst sich aber äußerlich wieder ab, so nach 10 Tagen und man soll ihrn nochmal anwenden so 8 Tage vor Kalbetermin. Das Letztere hab ich noch nicht gemacht.

Nachdem was hier im BT (war aber Mailingliste,oder ?) über DryFlex so zu lesen war,haben wir uns dann
nämlich dagegen entschieden.

Für UNS wäre DryFlex interessant gewesen,wenn es deutlich länger halten würde (nämlich am allerbesten die gesamte Trockenstehperiode). Gern hätten wir auch den Rindern (Weidegang!) die Zitzen versiegelt; aber selbst wir (wenig Tiere, gut zu fangen) schaffen das Gepütscher sicher nicht alle 7-8 Tage......... :(




Nun habe ich von Zitzenversiegeler gelesen, die ANSTATT Trockensteller benutzt werden können. Das hab ich noch nicht ausprobiert. Auch hab ich ein Problem damit, wenn die Kuh am 3. Tag nach trockenstellen doch noch einiges an Milch verliert .....



Genau das Zeug meine ich  ;).
Es befindet sich in Eutertuben genau wie konventionelle Trockensteller und ist in der Anwendung genau gleich (Schalmtest,Zitze reinigen, desinfizieren,etc.), einziger Unterschied: NICHT hochmassieren.Von der Konsistenz ist das Zeug eher zäh ; wird wohl also auch bei straffem Euter nicht herausgedrückt; beim ersten Melken soll man versuchen es ganz auszumelken.

Bei Dr.Stein (Link s. obiger Beitrag)gibt es dazu aufschlußreiche Bilder.Im Moment reist Fa. Pfizer in der Weltgeschichte herum und preist das Zeug an  ;).

Demnächst soll der erste Einsatz bei uns erfolgen (aber zusammen mit konv. Trockensteller).
Werde dann mal berichten  :).
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Margit am 08.12.03, 12:25
Hallo ,

wir haben diesen Zitzenversiegler auch mal für ein paar Kühe bestellt und wollen den ausprobieren. Ohne Trockensteller und nur bei Kühen mit geringen Zellen.
Mal sehen wie´s klappt.
Das Dry Fex haben wir auch ausprobiert. Der Erfolg war gleich null. Zur Zeit behandeln wir eine Kuh trotz Trockensteller und Dry Flex mit einer Euterentzündung!

Margit
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Margit am 09.12.03, 11:11
Hallo Jani,

habt ihr die Zitzenversiegler schon im Einsatz?
Bei uns kam gestern ein Fax an, daß sie Versiegler z. Zt. nicht lieferbar sind. ???

Margit
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 09.12.03, 11:37
Hallo Jani,

weißt was ich meine, was das eigentliche Problem ist ???

Immer wird auf bessere Melkbarkeit gezüchtet und noch mehr liter in der Minute und dann wundern se sich, wenn die Kuh die Milch laufen läßt und die Melkzeuge runterfallen, weil sie die Mich so raussprengt....

Ich will keine Kühe mehr haben mit 6 ltr/Min. Die die ich hatte sind alle nicht mehr unter den Lebenden und jede Laktation ein Mastitis und Flockentheater ohne Ende.

Denn wo viel rauskommt, da kommt auch viel rein, oder ???
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 09.12.03, 19:19
Hallo Freya !
Ja,da gebe ich Dir recht.
Andererseits: wir haben ja zwei so Paradestücke  ::), die zeigen, wie schnell gute Melkbarkeit weggezüchtet ist; nämlich beide vom gleichen Bullen (Acadamy v. Aerostar) aus Müttern mit guter aber nicht überdurchschnittlicher Melkbarkeit.
Ich hoffe, deren Nachzucht wird da besser sein  >:(.
Denn so Kneifzangen-Kühe bekommen m.E. oft später, dann aber um so heftiger Probleme mit Zellzahlen.

Tendenziell ist es in der Holsteinzucht zur Zeit eher so, daß sich die Melkbarkeit verschlechtert und die Striche immer kürzer werden; die Euter dafür insgesamt aber besser...........(Zentralband, Vordereuteraufhängung, Hintereuterhöhe).
Zu dem Versiegler: wir haben nicht so sehr das Problem, dass die Kühe sich den Trockensteller wieder rausdrücken  (wir stellen auch äußerst selten eine mit 20 l trocken  8) ).
Aber: ca. 8 Wochen steht bei uns die Kuh trocken und dann irgendwann ist alles was drin ist (milch und TS) irgendwann mehr oder weniger weg.
Stattdessen sollte sich ein Keratinpfropf gebildet haben.
Ob der das unter Stallbedingungen aber immer tut und ob das dann ausreicht bezweifele ich. Zudem bei uns das Fliegenproblem im Sommer (bzw. betreiben wir intensiv Prophylaxe aus Angst).
Daher die Idee: wo schon was drin ist,kann nicht so viel EINDRINGEN  ;).
UND: ich würde mich schon freuen, wenn man auf lange Sicht nicht alle mit konv. Trockensteller behandeln müßte.
Die Idee des Konzepts ist: mit TS werden die Tiere behandelt (!) , die eine subklinische Mastitis haben.
Mit Versiegler werden die eutergesunden Tiere geschützt.
Mal sehen; wir tasten uns jetzt mal heran.

@ Margit: unser TA fährt seit der Zulassung mit dem Zeug spazieren, daher konnten wir spontan für zunächst nur 4 Kühe was bekommen.
Aber da die "Info-Tournee" nebst Anzeigenkampagne ja läuft, wird jetzt die Nachfrage wohl sehr gross sein.
Ich werde ihn mal fragen, ob er das auch schon gehört hat, dass es zur Zeit "ausverkauft" ist.

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 09.12.03, 22:50
Hallo Jani,

hast Du schön gesagt = Kneifzangenkühe  ;D ;D ;D

Das ist klar, daß die mal genauso durch das Raster fallen. Aber da ich bei meiner Melkarbeit so wenig wie möglich und so viel wie nötig nachmelken (anziehen) möchte, werden wohl die Leicht(-er)melkenden die Oberhand behalten  :D ;)

Bei Mastitis brauche ich auch keinen Tierarzt; er kennt die Kuh  ja nicht und eine Probe zur Erregerbestimmung schicke ich zum Tiergesundheitsdienst. (nicht immer)

Wenn ich eine Kuh trockenstelle, hab ich ja die Zellzahlen von der letzten MLP. Dann mache ich einen Schalmtest und was ist ??? Es ist immer das Viertel mit hohen Zellen belastet, was entweder offen ist wie ein Scheunentor oder Kneifzangen - mäßig. Das soll es ja geben, daß nicht alle 4 Striche gleich sind.  :( ;)

Das war gerade bei der Nena so in der 1. Laktation. Jetzt in der 3. braucht dieses Viertel nur noch wenig nachstreifen. Aber ich hab die Öffnung in den Trockenstehphasen mit eingelegten Wachsstiften etwas weiten können.  Das ist auch der Grund gewesen, warum sie am Anfang so geschlagen hat, weil das Viertel zum melken schmerzhaft war. Ich kann also jetzt sagen, daß sich das Getüdel am Beginn der Trockenstehphase mit der Nena 100%-ig gelohnt hat.  :D  *gefährlich*

Im Übrigen ist sie so jetzt so was von brav und geht mit mir geführt am Halfterstrick aus dem Stall, im Hof herum und dann brav in den Klauenpflegestand. Sie bleibt stehen, wenn ich stehen bleibe und geht weiter, wenn ich gehe..... (aber anderes Thema  8) 8) )

Aber das A und O bei Mastitis ist ja auch die Fütterung !!!   Das wollen wir doch mal hier nochmal ganz LAUT sagen (ich füttere nicht) .....  8) 8) 8) :-\

.. und aufgrund von fehlenden Kraftfutterautomaten sind wir fast nicht in der Lage, die Nena so zu füttern, daß sie ihre Milchmenge halten kann. Andererseits ist es mir lieber so, weil ich möchte, daß sie fit bleibt....  ;)
(und Leberschutz mache)...
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Gertrud am 10.12.03, 21:41

Es befindet sich in Eutertuben genau wie konventionelle Trockensteller und ist in der Anwendung genau gleich (Schalmtest,Zitze reinigen, desinfizieren,etc.), einziger Unterschied: NICHT hochmassieren.Von der Konsistenz ist das Zeug eher zäh ; wird wohl also auch bei straffem Euter nicht herausgedrückt; beim ersten Melken soll man versuchen es ganz auszumelken.



Hallo Jani,

Trockensteller werden lt. unserem TA NICHT hochmassiert, die sollen ebenfalls nur in die Zitze eingebracht werden.
hab ich jetzt was falsch verstanden?

Trockensteller sollten zum Erreger im Stall passen, sonst nützt alles nix, und sind dann rausgeschmissenes Geld. >:(

LG
Gertrud
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Pierette am 13.12.03, 07:52
Hallo Gertrud !
Du hast genau richtig verstanden, TS weren nicht hochmassiert, der soll im Strichkananl bereits gegen den Eintritt von Bakterien wirken.
Bei uns kalben die Kühe im Block ab und wenn es mit dem Trockenstellen losgehen soll, interpretiere ich gemeinsam mit TA die MLP JAHRESERGEBNISSE, nehme  von den kritischen Kühen Viertelproben (Probefläschchen bekomm ich vom TA), schicke diese ins Labor und erhalte ein Antibiogramm zurück.
Daraufhin stellt der TA eine umfassende Trockensteherbehandlung durch.
Viel frische Luft, ausgeglichene Fütterung, sehr saubere Boxen und intensive Melkhygiene (für jede Kuh ein sauberes,feuchtes Tuch, wird nach Gebrauch gewaschen) und konsequentes Dippen in Kombination mit der o.g. Behandlung haben uns geholfen, Euterprobleme nach der Zusammenführung zweier Herden in den Griff zu bekommen.

Im Grunde kommt dies alles jetzt im Rahmen von QM auf alle Milchviehbetriebe zu. Der TA behauptet sogar, dass in Zukunft während der Laktatíon keine Behandlungen mit Antibiotaka zulässig sein werden, nur noch Behandlungen zu Trockenstehzeit.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: martina am 04.01.04, 22:01
Wahrscheinlich hatten wir auch dieses Thema schon ::) allerdings hab ich nix dazu gefunden  (das passiert mir auch schon mal ;D) Egal.

Wir haben ein tragendes Rind, welches demnächst kalben soll.

Es hat Warzen an allen 4 Strichen, was kann man dagegen tun?

War da nicht mal irgendetwas mit Thuja  ??? *grübel und keine ahnung habe*

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Gertrud am 04.01.04, 22:25
Hallo,
immer wieder gibt es bei uns Kühe, bei denen eine Strichöffnung immer enger wird.
Die Kühe haben keine äußerlichen Strichverletzungen.
wir haben schon versucht mit Wattezitzenstiften zu weiten, dann mit Röhrchen, da ist die E-Entzündung vorprogrammiert. :(
Was macht ihr in solchen Fällen.
Was hat bei euch schon geholfen?
Woher kann das kommen?

Vielen Dank für jeden Tipp.

LG
Gertrud
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 05.01.04, 08:58
Hallo Gertrud !
Sind die Öffnungen an der Zitzenspitze ausgefranst ?
Sind es schwerer melkbare Kühe ?

Es kann auch am Zusammenspiel Melkvakuum, Zitzengummi, Sammelstück und Durchmesser und Höhe der Milchleitung liegen (nur wenn es deutlich zu viele betrifft)......

Wir haben schon Versuche mit Zitzenkanaldehnern gemacht - ohne Erfolg ::).

Sonst gibt es (finde ich wesentlich besser) einzeln und steril verpackte Wachs- und Silikonzitzenstifte.
Die müssen aber mittels Verband fixiert werden und die Zitze zuvor desinfiziert werden.
Zum Milchablassen verwenden wir wie Freya eine Kanüle, die ich hinterher auskoche.

Unsere Sabine soll am Mittwoch in die TiHo Hannover zur Zitzen-Endoskopie; sie hat ein Gewächs in der Zisterne genau am Übergang zum Strichkanal, was trotz Entfernung leider nachgewachsen ist  :-X.
Wir praktizieren seit nun fast 8 Wochen das Theater mit den Zitzenstiften und dem Verband *nerv*. Zum Glück mussten wir in den letzten Wochen die Milch nicht mehr ablassen, sondern konnten sie so melken.......Und noch ist nur auf dem Viertel die Zellzahl leicht erhöht........
Bin mal gespannt, ob die ihr dort helfen können !
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 05.01.04, 09:00
Hallo Martina !
Wenn die Warzen beim Melken nicht stören...abwarten.
Oft verschwinden sie von selbst.....

Bei Warzen am Kopf verwende ich Thuja Urtinktur (direkt darauf tupfen).
Aber: m.E. verschwinden die am besten bei UV-Licht, Trockenheit und Wärme (also im Sommer  :-\ ).
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Gertrud am 05.01.04, 10:09
Hallo Jani,

die Zitzenöffnung ist ganz glatt..und man sieht, wie sie *zuwächst*:-(..ganz dünne rosa Haut...

es betrifft *momentan* 2 Kühe im Bestand..mit je einer Zitze,...eines ist eine Kalbin, die langsam zu melken geht...das kann wohl sein, daß die Zitze überbeansprucht ist...die andere ist eine Kuh 3. Laktation...die ist normal zu melken und nun trotzdm dieser ..Sch...Es ist keine besonders wertvolle Kuh, aber es nervt trotzdem.

Für eure Kuh wünsch ich alles Gute.

LG
Gertrud
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Heidi.S am 05.01.04, 10:10
Hallo,
also ich hab bei meinen Kühen gemerkt ,dass Kühe die Warzen haben auch meistens Probleme mit der Verdauung und vorallem mit der Leber haben.Meistens versuche ich sie hömöopatisch mit Verintex Tropfen äußerlich und innerlich zu behandeln.Auch Quassia similaplex für die Anregung der Leber ist nicht schlecht. Wenn die Warzen auch nicht immer weggehen, werden sie doch meist kleiner und stören nicht mehr beim Melken.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 05.01.04, 19:26
Hallo Gertrud !
Wenn es so ganz dünn zuwächst wäre ein Versuch mit den Stiften schon zu erwägen (wobei es halt ziemliches Getüdel ist; im Melkstand allemal).

Sabine soll Mittwoch in H angeliefert werden und dann wohl dableiben; da haben mir schon Leute im Vorwege Angst gemacht,die würden da nicht so gut gefüttert ???? Und das unserer verwöhntesten Dame aller Zeiten *auweia*. Und den Betreuern wünsche ich viel Spass beim Melken  ;D.
Wer weiss, wie froh sie ist, dann wieder bei uns zu sein  ;D.


Ich werde Euch berichten, wie es gegangen ist...... und ob´s was genützt hat....
Hier der Link wg. Silkonstiften (via TA):
http://www.profs-products.com/IndexD.htm
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Burgl am 05.01.04, 21:55
Hallo :D
Muss euch kurz von meiner Kalbin berichten, hat am 9.
November gekalbt, und ging bei den hinteren Vierteln langsamer zu melken. Wurde immer schlimmer, Kuh schlug auch, dass ich alle möglichen Sachen ausprobierte. Nichts half, also habe ich den TA beauftragt den Zitztenkanal zu dehnen. Funktionierte, musste aber Selbstmelker oder Dilitationsstifte benutzen. Mit der Zeit bildete sich eine Verwachsung im Zitzenkanal. Haben einen anderen TA gerufen welcher folgenden Vorschlag machte, die Zitzen ruhigzustellen.was folgendermaßen funktioniert.
Abmelken, Verwachsung raußschneiden, Eutertube reingeben, Silikonstifte reinstecken Zitzen verbinden und
2 x 4 Tage nicht melken. Weiß nicht obs funktioniert, bis heute habe ich keine Probleme, wenn ich auch nur 2 Zitzen melke. Bin selbst gespannt, was daraus wird.

Liebe Grüße

Burgl
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Tina am 06.01.04, 14:21
Hallo Cora,
ích würde es mit einem Melkberater versuchen. Haben wir voe Jahren gemacht und lassen ihn auch noch alle 2 Jahre kommen. Bei uns hat es sich bezahlt gemacht, haben aber auch konsequent umgesetzt, was der Berater gesagt hat.
LG
Tina
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 18.01.04, 17:02
Hallo !
Hat es schon gekalbt ?
Mich mal erkundigen wollte.......
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 30.01.04, 19:42
Hallo !
Also an dieser und jener Stelle hatte ich schon unsere Erfahrungen mit "Sabine´s großer Strichverletzung" schon verstreut..........
U.a.: http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?board=52;action=display;threadid=1432;start=15#lastPostlastPost

Also: Sabine hat Mitte Nov. ´03 zum drittenmal gekalbt. Sie hat(te) ein Traumeuter und eine schon zu gute Melkbarkeit. Daher war es um so verwunderlicher, dass auf dem Viertel hinten links keine Milch kam.
Es war ein "Gewächs" etwa kirschkerngroß oberhalb des Strichkanals zu tasten. Nach allerlei hin und her (s.o. Link) war klar: es ist kein Gewächs sondern leider der Strichkanal selbst, der sich nach oben verlängert hat und stark angeschwollen ist (Ursache vermutlich eine Verletzung in der Trockensteherphase ??? Wir können es uns allerdings nicht vorstellen, aber gut).
Somit ist das also entgegen unserer Hoffnung inoperabel. Man hat uns jedoch Hoffnungen gemacht, dieses Viertel mittels Trockenstellen bis zur nächsten Laktation zu retten.
Daher wird es jetzt wie folgt behandelt: erst drei Tage nicht melken unter Antibiotikaschutz; dann Milch ablassen mittels o.g. Fürstenberg-Kanüle. Das haben wir jetzt schon mehrfach drei Tage hintereinander gemacht. Jetzt verlängern wir auf 4 Tage........
Das kann noch eine Weile dauern, da Sabine auf dem Viertel immer noch 4-5 l hat  (vorher 45 l/die insgesamt :-\ ). Die Milch der anderen drei Viertel wird natürlich ebenso entsorgt (bei Überlieferung ja mal nicht so schlimm).
Das ist im Vergleich zu dem Programm, was wir zwischendrin gefahren haben (jede Melkzeit Milch 8l ablassen  ::), immer sterilen Wachsstift raus/rein,Verband ab/an, Hände waschen, Handschuhe, Zitze desinfizieren, Kanüle auskochen...........ein Mann beschäftigt während der Melkzeit sozusagen) allerdings schon fast ein Selbstgänger. Zumal jetzt auch der Melkeimer nicht mehr überläuft.......
Und: wäre es nicht Sabine und hätte nicht zwischendrin noch eine evtl. Schauteilnahme angestanden, hätten wir mit dem Viertel längst kurzen Prozess gemacht.
Da wir das aber schon seit 2 1/2 Monaten durchexerzieren konnten wir uns zu drastischen Massnahmen auch nicht mehr durchringen.
Von der Schönheit her ist Tochter Sarah wohl in ihre Fußstapfen getreten; bleibt uns die Hoffnung das diese junge Dame robuster ist  ;).

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 08.02.04, 13:55
kopiere Eurch hier einen Beitrag von naturei

Zitat
naturei
Neuling    Einträge: 5

trockensteller
« am: Heute um 12:55:13 » | Zitieren | Ändern | Löschen  

--------------------------------------------------------------------------------
hey

was haltet ihr von dem neuen zitzenversiegler von pfizer??
ist ja antibiotikafrei ..
ich habe es mal an einer ausbrobiert kann mich nicht beschweren darüber , bis jetzt.

hat jemand schon viel erfahrung damit gemacht??

viele grüße  
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 08.02.04, 23:16
Hallo !
Die Tante, bei der wir -allerdings zusätzlich- den Zitzenversiegler genommen haben hat noch immer nicht gekalbt.........
Aber: es gibt NOCH eine Studie zum Thema. Ganz grob gesagt sind die Ergebnisse:

-Wenn Kuh eutergesund dann ist Zitzenversiegler gut

-Kombination bringt KEINEN Vorteil  ::)

-alle fraglichen Kühe, positiver Schalmtest auf einem Viertel immer konv. trockenstellen

-abgeraten wird von der Anwendung in Betrieben, die bekanntermaßen Probleme mit Nicht-Umweltkeimen haben (z.B. Staph. aureus !)  :(

Wer Genaueres zu obiger Studie wissen möchte möge sich melden; dann schreibe ich mehr dazu.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 11.02.04, 19:50
Und weil wir das gerade mal wieder in der ML  haben:

             Melkzeugzwischendesinfektion

ist ein gutes Mittel, um Eutergesundheitsprobleme im Bestand zu bekämpfen.

Wer sich zum Thema mal einlesen möchte:
http://www.lkv-mv.de/WebDB/html/Mastitis.htm.

Wer hat denn Erfahrungen damit ?
Wie sieht es mit dem Arbeitsaufwand aus ?
Konntet Ihr Erfolge verzeichnen ?

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Heidi.S am 11.02.04, 20:21
Hallo Jani,
Habe vor 1 1/2 Jahren auch massiven Befall von Staph. aureus in meiner Kuhherde gehabt. Beim Einzug in den neuen Laufstall haben sich die Kühe die Keime gegenseitig gut angesteckt.Jetzt habe ich die Zellzahl um mehr als die Hälfte halbiert.Was mir geholfen  hat ist das melken mit der automatischen Abnahme, Melkzeit so kurz wie möglich.Außerdem nach jeder Kuh Preessigsäuere in die Melkbecher spritzen (fertig angemacht in Blumensprüher) und normale jodhaltige Dippflüssigkeit (auch im Sprüher mit dem Kopf nach oben) an die Zitzen.Ich habe beide Sprühflaschen am Gürtel der Melkschürze hängen, so sind sie immer parat und es ist fast kein zusätzlicher Zeitaufwand. Auch zappelige Kalbinnen trifft man schnell am Euter.Total verseuchte Altkühe kann man zwar oft nicht mehr auskurieren, aber Deine neuen Kalbinen die in die Herde kommen werden zumindesten nicht mehr angesteckt. Desshalb ist es wichtig nach jeder Kuh zu sprühen, auch wenn man denkt sie hat nichts.Preessigsäuere ist auch ziemlich billig so 4-5€ pro Liter. Diese wird 0,5% (5ml auf 1 lt Wasser)aufbereit und verwendet. Probier es einfach mal aus.
LG Heidi
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Erika am 12.02.04, 07:12
Peressigsäure, dieses Thema interessiert mich im Moment auch. Das Sprühen mit der Flasche hört sich für mich einfacher und schneller an, als das Tauchen des Melkzeugs in Eimern. Da kommt man mit einem Taucheimer ja gar nicht hin. Wir haben einen Doppelsechser-Melkstand.
Spült Ihr das Melkzeug nach Abnahme kurz mit Wasser durch??? Ist nach Einsprühen mit Peressigmischung ein Nachspülen mit Wasser notwendig oder gehts auch ohne???
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: mary am 12.02.04, 07:38
Zu dieser Problematik würde mich etwas interessieren:

Wir hatten vor ein paar Jahren massive Probleme mit der Eutergesundheit, speziell ein Erreger hat uns gewaltig in die Mangel genommen, alles was an Verbesserungsmöglichkeiten zur damaligen Zeit greifbar war haben wir umgesetzt, Melkanlage wurde x-mal überprüft und nichts gefunden,
irgendwann haben wir wegen anderer Probleme die Fütterung verändert und die Leistung etwas zurückgefahren,
und die Zellzahlen gingen zurück.
Ob das Zufall ist oder Zellzahlen als Ausdruck der gesamten Gesundheitslage der Kühe zu sehen sind,
das würde mich interessieren, vor allem deshalb weil ich momentan viele Berufskolleginnen mit klagen über massive Probleme bei der Eutergesundheit höre.
Kann Fütterung mit Zellzahlen zusammenhängen oder ist so ein Zusammentreffen von höheren zellzahlen, oft unklaren Mastitisfällen und Fütterung (Silagen, die nicht optimal sind, bestimmte Futtermittel, zu wenig Struktur in der Ration usw.) reiner Zufall?
Kann z. B. auch ein Mangel in Mais- oder Grassilage bedingt durch die letztjährige Trockenheit, Mangel an Silizium in den Pflanzen mitverursacher sein?

Herzliche Grüsse
maria
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 12.02.04, 09:12
Moin !
@ Erika:
Unter obigem Link findest Du die notwendigen Infos; z.B. auch, daß Nachspülen nicht erforderlich ist; Melkzeug muss 40-60 sec. "ruhen" (im FG ja kein Problem). Hier :
http://www.lkv-mv.de/WebDB/html/Peressig.htm findest Du die Konzentrationen und Anwendungshinweise. Ich hätte da auch noch mehr zu  ;).....

@ Mary: Meines Erachtens KEIN Zufall.
Ich war jetzt zweimal bei ein und demselben Vortrag eines Melkberaters. Der sagt auch: zuallererst (!) die Fütterung überprüfen. Das ist natürlich einfach gesagt; wo Probleme sind, weiß man oft selbst oder muß doch einen fitten Berater hinzuziehen. Nicht nur minderwertige Silagen können Grund sein sondern auch eine Unausgewogenheit der Ration. U.v.a.m.
Zudem Mineralstoffmängel/-überschüsse.

Auch machten sich seiner Meinung nach Stressfaktoren oft erst nach Wochen/Monaten in Form von Zellzahlerhöhungen bemerkbar; selbst wenn der Verursacher bereits abgeschafft ist.
Er betont immer wieder, dass Kühe wirklich Gewohnheitsstiere sind und sofort mit Stress reagieren, wenn ihre Routine unterbrochen wird. Also auch Abweichungen von Melkzeiten z.B.
Er hat uns Untersuchungsergebisse von Einstreuproben gezeigt, die schon VOR Gebrauch hochgradig kontaminiert waren (z.B. falsche Lagerung von Sägespänen oder minderwertige Qualität, etc.).

Mal unsortiert weiter:

-Melkanlage: evtl. Kriechströme zu finden sei sehr, sehr schwer und es sei gar nicht so selten !

-Unbedingt vermieden werden sollten Vakuumschwankungen beim Ansetzen und Abnehmen (das klingt ja immer soooo einfach  ::) ).
Diese seien auch sehr gut sichtbar, wenn man noch einen Milchabscheider aus Glas hat; wenn die Milch nicht konstant einläuft sondern immer mal im Schwung kommt und im Gefäß ordentlich "hochpülscht" heißt das auch, dass es vorübergehend zu einem Milchpropf in der Leitung kommt; d.h. auch dass die Milch nicht rasch genug vom Euter weggebracht wird (was z.B. auch zum Re-Spray führt etc.). Oft sind Vakuumschwankungen dafür verantwortlich (kann aber auch andere Ursachen haben).

-Sammelstücke: der Trend zu den Riesensammelstücken hat vielerorts zu noch größeren Probleme geführt; die Herde, die Milchleitung (Höhe, Durchmesser) müssen dazu passen genauso wie die Leistung der Melkanlage.
Erst dann funktioniert es auch.......


-Dippen: ja, wenn dann aber richtig und zwar binnen 30 sec. NACH dem Abnehmen !

-Spülautomat: da gibt es zahlreiche Fehlerquellen (zu wenig, zuviel, zu heiß, zu kalt, zu schnell usw.) , je nachdem welche Reinigungsart verwendet wird.....

-Anrüstzeiten ganz, ganz wichtig ! Ansetzen vor Abnehmen als Grundsatz. Zu lange oder zu kurze Anrüstzeiten führen zu schlechterer Milchejektion und zu verlängerten Melkzeiten, Blindmelken, NIcht-Ausmelken etc.

Und noch einiges mehr..........

Das Interessante ist; wir wissen das eigentlich alle  ;).
Dennoch ist es wichtig, für sich selbst auch wirklich mal alle Faktoren kritisch zu beleuchten (dippe ich wirklich sofort nachdem Abnehmen; vermeide ich wirklich Vakuumschwankungen etc.).

So ich muss los........






Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Heidi.S am 12.02.04, 16:14
Hallo,
Zum Thema Preessigsäuere: Bei uns hieß es die Einwirkzeit sollte 20Sec. betragen. Nachgespühlt wird nicht .Die Flüssigkeit tropft größtenteils in der Zeit des Kuhwechsels ab. Wenn noch was drin bleibt macht das nichts.Selbst bei der Hofkäserei hat dies keinerlei Einfluss auf die Milchqualität.Außerdem kann man mit der Flüssigkeit auch gut Verletzungen oder aufgelegene Knöchel behandeln.Man spüht es einfach drauf und es schäumt die Wunde sauber, ähnlich wie in der Krankenpflege mit Wasserstoff auf offene Beine.
Thema Fütterung: Wir hatten auch immer Probleme mit Zellen wenn das Futter umgestellt wurde. Dabei muss das Futter nicht einmal schlecht gewesen sein. Allein die Umstellung der Verdauungsbakterien im Pansen bewirkte Stress für die Tiere und Zellen in der Milch.
LG Heidi
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 29.02.04, 13:36
Kurze Zwischenmeldung zum Zitzenversiegler:

Nun hat Nr.1 der damit trockengestellten Kühe gekalbt.
Dazu muß ich sagen, daß wir diese Kuh mit ca. 20 trockengestellt haben und zur Vorsicht (wegen herannahender Eutergesundheitsprobleme  >:() mit konv. Trockensteller UND Zitzenversiegler (erst danach habe ich "gelernt", man solle darauf verzichten,beides zu kombinieren...),Die Idee war: leichtmelkende Kuh mit noch recht hoher Tagesmilchmenge wird sich den Trockensteller eher rausdrücken und deshalb besser Zitzenversiegler hinterher.

Fazit: beim ersten Melken kamen einige Bröckchen vom Versiegler auf nur einem (!) Viertel . Ungläubig habe ich drei Tage die Milch durchs Haarsieb gegossen und fast nichts von den Brökchen gefunden. Die Bröckchen, die ich herausgefischt habe sind sehr klein; würden jedoch ausreichen, um jeden Sauger zu verstopfen; also Sieb bleibt in der Melkkammer  ;). Ansonsten sind wir etwas ratlos, wo der Rest Zitzenversiegler geblieben ist........
Wir werden weitertesten, da wir auch das Gefühl haben, damit erstmal Erfahrungen sammeln zu müssen.

Aber es wird vermutlich noch einige Monate dauern, ehe wir eine Kuh mal ohne konv. TS trockenstellen (denn da habe ich nur wenige, denen ich wirklich vertraue; zumal gerade bei durchschnittlichen Zellzahlen von 70.000 bei uns überdurchschnittlich viele Kühe erkrankt sind  ::).
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: MartinaH am 06.03.04, 16:33
Hallo, ihr alle!

Ihr habt ja ganz schön Probleme mit euren Kühen! Ich bin Gott sei Dank noch verschont geblieben, ich wünsch es keinen und möcht auch gar nichts herbeireden!
Mich würde mal interessieren, welche Rasse ihr habt?

Bei uns sind die Zellzahlen momentan bei ca. 100000, liegt aber momentan am Futter! Wir waren schon mal im Durchschnitt bei 48 000.

Probleme hatten wir am Anfang als SM noch mit melkte! Wie ich sie dann endlich aus dem Milchviehstall 'entfernt' hatte, begann ich, die Kühe mit andauernden hohen Zellzahlen zu selektieren. Auch die langen Nachmelker haben sich dann von mir verabschiedet. Zu SM-Zeiten hatten wir immer ca. 250 000 Zellen. Muß noch dazu sagen, daß ich außerdem die Herdenleistung innerhalb von 2 Jahren jetzt von 4500 auf 6900 kg gesteigert hab.
Wir haben Fleckvieh und sind sehr zufrieden! Ich möchte die Leistung weiter auf 7500 bis 8000 kg steigern, wenn dies keinen erhöhten Tierarztbesuch mit sich bringt. Sprich: Kosten senken-Leistung steigern!

Manchmal bin ich schon ein bischen stolz! Aber dann ist garantiert wieder was (Heut morgen lag ein Zwillingskalb tot im Stall)!

Also, daß war jetzt weg vom Thema. Wenn ich Probleme mit Flocken und Euterentzündungen hab, nehm ich Peracef oder Cobactan, aber in jedem Stall wirk was anderes! Ich würd nur nicht die billigsten nehmen, weil die eh nix bringen (die ohne Wartezeit!).

So kommen wir ganz gut klar!

Ciao Martina
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 06.03.04, 23:47
Hallo,

auch wenn ich noch furchtbar viel zu Zellzahlen sagen könnte .... lieber nicht im Moment *klopfaufHolz*  ;)

Wir haben auch Fleckvieh, Martina ..  Du machst das schon richtig; lieber mal 5 Tage in den Eimer melken,als zu lange warten mit der Behandlung. Man kann versuchen es auf die Zeit vor dem Trockenstellen zu verlegen. Das mache ich gern, wenn ich unter der Laktation die Zellen so einigermaßen im Griff habe, bei einer Kuh. Da gibt sie nicht mehr so viel Milch und ich habe richtig Zeit für Antibiotika, wenn ich die brauche  ;) :D

Ich wollte eigentlich nur freudig berichten, daß die ersten 4 Kühe gekalbt haben, die ich homöopatisch trockengestellt habe. Und alle, bis auf eine, sind in Ordnung.
Alle 4 sind jetzt in der 2. Laktation, hatten also noch nie Trockensteller. Die gesamte Laktation niemals über 100.000 Zellen und so habe ich es riskiert.

Die 4. hat gestern erst gekalbt und gibt im Moment hellen Kakao. Außerdem ist das Euter von Ödemen total verbeult. Sie hat aber auch sonst noch was, sie frißt nämlich nicht. Also werden wir wohl mal den TA bemühen...   Ich denke, es liegt nicht am fehlenden Trockensteller. Milch gibt sie ja, genügend  :D ;) Sie steht auf ohne Probleme und schaut dumm ...  ???
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 07.03.04, 08:07
Aktuelle Zellzahl: 43.000. ..........
Ich muß Euch sagen, daß  mich das sonst sehr gefreut hätte. Im Moment aber wäre mir die 100 vorweg fast noch lieber.

Noch was: Wir behandeln eigentlich jede Kuh SOFORT. Und zwar fast immer mit Antibiogramm; alles andere bringt m.E. nichts (..........und wenn ihr mich jetzt schlagt).
Unsere Staph.- aureus- Tante (immer zuletzt gemolken) haben wir jetzt auch kurz vorm Trockenstellen behandelt und hoffen das es gutgeht (sie ist ein wertvolles Zuchttier; sonst wäre sie ihren letzten Weg gegangen......).

Alle anderen sind nach Behandlung wieder flockenfrei und zellzahlarm.......Ich hoffe, daß das so bleibt 8).

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: cara am 07.03.04, 08:52



Noch was: Wir behandeln eigentlich jede Kuh SOFORT. Und zwar fast immer mit Antibiogramm; alles andere bringt m.E. nichts (..........und wenn ihr mich jetzt schlagt).


sollte auch so sein... wenn AB dann immer mit antibiogramm.. da hat niemand was von, wenn erst mal auf "gut glück" AB reingepumpt werden und die dann doch gewechslet werden müssen, weils nichts hilft...
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: irma am 07.03.04, 10:07

Aktuelle Zellzahl: 43.000. ..........
Ich muß Euch sagen, daß  mich das sonst sehr gefreut hätte. Im Moment aber wäre mir die 100 vorweg fast noch lieber.


Hallo Jani!

das kapier ich jetzt nicht ???
warum dir das lieber wäre?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Eggert am 07.03.04, 13:53
@irma,
Ich denke, das liegt daran, dass eine Kuh mit geringer Zellzahl auch geringere Abwehrmöglichkeit bei einer Neuinfektion hat. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass solche Kühe, wenn sie sich dann einmal anstecken, ganz besonders schwer erkranken.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 07.03.04, 21:05
Hallo Irma !
Weiter oben steht, das wir bei 70.000 Zellen vor ein paar Wochen einen ziemlichen Einbruch hatten und zwar jede mit "ihrem" individuellem Keim. Scheint eher so eine Art Abwehrschwäche zu sein. Normalerweise liegen wir so um 100-150.000 und sind damit meist recht stabil.

Eggert: meine Fambos haben beide das 2.Mal gekalbt und brav wieder Kuhkälber hinterlassen ;D. Beide haben auch konstant schön niedrige Zellzahlen  :D.
Insbesondere die eine, die fast die ganze erste Laktation durch um 30 l gegeben hat und immer Zellen unter 100. Das lobe ich mir. Das Euter ist jetzt kaum größer als in der ersten L. *freu*.
Lebt bei Dir die andere noch ?

Cara: kann ich nur beipflichten; ich reagiere (wohl aufgrund meines beruflichen Backgrounds wie Du auch) ziemlich allergisch auf AB-Gabe auf Verdacht OHNE vorherige Probennahme.

an alle: Es gibt die These das FV grundsätzlich niedrigere Zellzahlen hat als z.B. HF ? Was haltet Ihr davon ?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: irma am 07.03.04, 22:15
Hallo Jani und Eggert!

habt sicher schon mitgekriegt das ich viel homöopathiesch mache.
Kann schon auf viele Jahre zurückschauen, so 20 Jahre
hab ich gar nicht gucken brauchen ,der Zellgehalt war
einfach in Ordnung. Seit ich mit Homöopathie arbeite,
so 5 Jahre muss ich aufpassen.ich gebe meinen Kühen
Stoffwechselmittel zum Entgiften, da ist immer wieder eine dabei ,die dann über Milch ausscheidet.
dafür habe ich mit Fruchtbarkeit und Stoffwechsel
kaum Probleme.
Zellgehalt ist für mich das schwierigste Gebiet
2/3 von den Zellkühen krieg ich hin, die Andern wandern zu Südfleisch. 100 000 ist bei uns das Normale,ausser ich überseh mal eine ,keine Flocken und doch viele Zellen
da ist schon mal eine Probe mit 200 000 dabei  :o
muss schon aufpassen , nicht das ich aus dem Stall verbannt werde. ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: martina-s am 08.03.04, 06:59
Hallo Jani,
die These kenne ich auch mit HF und Fleckis und dass die Fleckis weniger Zellen haben.
Woran das liegt kann ich mir auch nicht so einfach erklären. Vielleicht deshalb, dass die Schwarzbunten mehr Milch geben und das Drüsengewebe in die Richtung zu sehr strapaziert ist ???
Wir haben Fleckis. Ich kenne aber auch HF - Betriebe und wir und die im Vergleich ergeben auch die oben genannte These. Obwohl die auch nichts anderes machen wie wir.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 09.07.04, 10:41
Hallo,

früher waren die Zellen für uns kein Thema aber seit wir unsere Robbis haben   :o :o :o :o :o :o :o :o :o

Haben da andere MR Betriebe auch ein Problem oder bin ich ganz einfach zu dumm zu melken mit den Dingern. Leitwertemessung ist einfach nicht ausreichend den die beachte ich schon.

Hat von Euch schon mal jemand eine komplette Bestandssanierung durch oder ist das nur bei mir ein Problem  ???  ??? ::)

Werde nun außerplanmäßig von allen Kühen eine Zellenprobe machen und dann Viertelgemelksproben mit Untersuchung auf normale und seltene Erreger. Denke ewig herumlaborieren bringt nichts.

LG eine frustrierte Mathilde  :(
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 21.07.04, 18:25
Hallo,

so die viertelgemelks Proben sind zur Untersuchung auf Mastitserreger und seltene Erreger weg. Uiui das waren schon ein paar  :(
Bin mal gespannt was da raus kommt  ::) hoffentlich keine Hefen  ???

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 22.07.04, 00:24
Hallo Mathilde,

da drück ich mal die Daumen, daß da was bei heraus kommt, mit dem ihr etwas anfangen könnt  :D ;)

Ich verstehe nichts von Melkrobotern. Ich melke im Anbindestall..... aber will dir was erzählen...

Ich habe vor 3 Jahren neue Melkzeuge gekauft. Größeres Sammelstück, andere Zitzengummis, gleiches Duo-Vac. Es gibt immer noch einige wenige Kühe, die lassen sich damit nicht melken und deswegen habe ich noch ein "altes" Harmony in Gebrauch. Speziell bei altmelken Kühen, die etwas längere Striche haben, nehme ich das noch gerne. Auch weil sie zu höheren Zellzahlen neigen. Da muß ich halt nachmelken,  "anziehen".

Erklärung habe ich dafür auch keine, aber es ist so.... Es liegt an der Technik, wenn ich bei meinem gesamten Bestand höhere Zellen habe und an der Fütterung.
So ist das bei uns...  ;) ;) ;) Stress ist auch so ein Faktor, der bei Kühen nicht zu unterschätzen ist  8) ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 22.07.04, 07:50
Hallo Freya,

Stress haben die im MR keinen oder kaum. Treibt sie keiner, schlägt sie keiner, sperrt sie keiner ein, aber man kann dort in Ruhe Kraftfutter fressen.

Ich schiebe das eher auf die ständigen kleinen Defekte wie "Fliege unter Pulsator" und dann werden Nachts eben ein paar Kühe nicht richtig (einseitig) gemolken , bis zu 3 Stück dann macht er zu und löst Alarm aus. Oder falsch Ansetzen weil der Dummi was nicht richtig sieht oder eine die vorher geschlagen hat, hat das Melkzeug vertröddelt.

Wenn die Dinger Fehlerfrei funktonieren würden wäre das schon da non plus ultra aber..............das tun zumindest meine vom Marktführer nicht  :(

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: martina-s am 22.07.04, 08:24
Hallo Mathilde,
hinzu kommt wahrscheinlich auch, dass die Schwarzbunten leichter zu Melken gehen und deshalb von Haus aus eine höhere Zellzahl aufweisen.
Ich beobachte das bei unseren Fleckis auch.
Wenn wir welche dabei haben, die super leicht zu melken gehen, haben die auch immer einen höheren Zellgehalt aufzuweisen.
Ich wünsche Dir auch viel Glück mit den Viertelgemelksproben. Wir haben das bei Problemkühen auch schon gemacht. Leider waren unsere Ergebnisse und die dann damit verbundenen Behandlungen nicht von Erfolg gekrönt.
Ich wünsche Dir, dass es bei Euch den Aufwand lohnt.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 26.07.04, 11:04
Hallo,

eigentlich würde das ja besser unter der "große Frust des Tages" passen.

Habe gesessen wie ich mir die Ergebnisse angehört habe.
Staph.aureus, und aescolinspaltende Streptokokken  :o
Was mach ich bloß jetzt  ::) ::)
Ob die Behandlung von Erfolg gekrönt sein wird  ??? ::)

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Tina am 28.07.04, 13:33
Hallo mathilde,
das tut mir leid. Staph. aureus ist langwierig, läßt sich wohl auch nicht immer ausheilen. Der andere Erreger sagt mir nichts.
Viel Glück beim Behandeln.
LG
Tina
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: martina-s am 28.07.04, 14:34
Hallo Mathilde,
wie viele Tiere sind denn von den Erregern betroffen? Und wie gehst Du da nun weiter vor?
Hast Du schon Behandlungsvorschläge?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 28.07.04, 19:23
Hallo Martina,

nach Befund war ich beim TA und der hat mir (wirkungslose  ??? ::)) Mittel für die Kühe mit Befund mitgegeben zur Behandlung. Habe heute Schalmtest gemacht aber........zzzzzzzzzz ??? :(
Aber schau mal nach unter Staph. Aureus da hats interessante Sachen drunter nach denen werde ich verfahren.

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Heidi.S am 28.07.04, 20:20
Hallo Mathilde,
Ich habe vor 2Jahren die Herde meiner SM übernommen als wir in den neuen Laufstall eingezogen sind. Die Herde war auch mit Staph. Aureus  übersäät.Habe  gut 1Jahr gebraucht bis ich wieder eine Zellzahl der Ablieferungsmilch unter 100tsd hatte.Manche Kühe sprachen gut auf eine Kompination von Mastipen und Neoclox an, andere konnten nur über den Kopf saniert werden ???. Homöopatisch ging es auch bei einigen. wichtig war bei mir die Zwischendesinfekion mit Preessigsäuere zwischen den einzelnen Tieren und Dippen mit einem jodhaltigen Mittel sowie  Einmalfeuchttücher zur Euterreinigung.Weiß´allerdings nicht wie sich das am MR machen läßt.Auch eine gut ausgerechnete Futterration ist wichtig, da einseitige Ernährung sowie warmes Futter auch die Zellen in die Höhe treibt. Außerdem stelle ich nach wie vor noch die Kühe mit einem Trockensteller trocken.Musste auch viele Rückschläge mit manchen Tieren einstecken und die Milchleistung in diesem Jahr war niederschmetternd, aber man kann es schaffen.Nur Kopf hoch, danach ist man ein ganzes Stück größer.
Viel Glück Heidi
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: mary am 29.07.04, 06:56
Hallo Mathilde,
wieviel % der Herde müsstest Du behandeln?
Den Leidensweg von Staph. Aureus Behandlung mussten wir auch mitmachen, vom ersten Schock, dann der Behandlungsplan- mit einer gleich von vorneweg prophzeiten schlechten Erfolgsprognose, wir haben schön brav alles gemacht, haben im Melkstand umgebaut, x mal die Melkanlage überprüfen lassen, alles gemacht, was so der derzeitige Stand der Melktechnik und der Melkarbeit ist- haben unsere besten Kühe verkauft, weil bei der Nachuntersuchung keine Verbesserung rauskam-
haben dann lange gemeinsam gemolken, weil der ganze Aufwand von einem gar nciht mehr zu schaffen war- was haben wir gedippt, desinfiziert, und noch alles gemacht, um eine Keimfreiheit im Stall und beim Melken zu erreichen,
haben unwahrscheinlich viel Milch weggeschüttet-
und der Erfolg war äussert bescheiden.
Ein inzwischen leider verstorbener Tierheilpraktiker hat uns dann mit naturheilkundlicher Behandlung geholfen,
und mit seinen Aussagen fingen wir an umzudenken.
Er begann uns zu lehren, dass das Kreisläufe seien, dass mit der AB-Behandlung alles wieder in der Gülle sei, auf die Wiesen rauskäme und dort auch den Grasbestand schädigen würde. Derartige Faktorenerkrankungen würden wir so niemals losbringen.
Es kam in unserem Betrieb so ziemlich alles auf den Prüfstand-
von der Gülle, Düngung, Fütterung, Haltung- Desinfektionsmaßnahmen, Mineralfutter usw.
ich bin mir damals als vollkommener Depp vorgekommen,
aber es hat geholfen.
Die Eutergesundheit und die generelle Tiergesundheit hat sich um vieles verbessert, aber eines muss ich dazu sagen, es hat eine Weile gedauert, Staph-Aureus kam nicht übernacht- und verging auch nciht übernacht.
Bevor Du Dich in die Behandlung stürzt, schau Dir nach möglichen Alternativen.
Der Robbi ist wahrscheinlich genauso unschuldig- wie damals unsere Melkanlage, bzw. nur mitschuldig.
Herzliche Grüsse
maria
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Tilly am 29.07.04, 11:17
@Heidi u. Mary,

könntet ihr uns hier verraten, welche homöopathischen Mittel ihr angewendet habt?
Wir haben auch ein paar hartnäckige Fälle unter unseren Damen.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Heidi.S am 02.08.04, 11:06
Hallo Tiller,
das mit den homöopathischen Mitteln lässt sich schlecht festlegen und ist von Kuh zu Kuh unterschiedlich. Manche reagierten am Anfang gut auf Coenzym comp. andere auf Engystol oder Aconit oder Belladonna. Wenn die erste Entzündung etwas abgelungen war hab ich meist mit Calcium sulfuricum noch ein Ganzes Stück lang weiter ausgeleitet auch wenn keine akuten Symtome mehr zu sehen waren.Ob was bei Deinen Kühen davon wirkt, kann ich Dir nicht sagen.Auf längere Zeit gesehn, hilft meist wirklich nur der Abgang von der Herde auch wenn es einen oft das Herz darüber zerreisst. Viel Glück wünscht Heidi
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 05.08.04, 09:35
Hallo,
eigentlich gehörts in die "Frust" Box.

Von 5 behandelten Kühen ist eine in Ordnung und hat nur nur noch 45 Zellen. Die anderen sind alle Millionäre geblieben  :( :(
Von 5 nur 1 das sind wohl immerhin 20% wenn man das Zahlenspiel wie bei den Arbeitslosen betreiben will  :( >:(
Wenigstens ists die mit der Höchsten Literleistung  :D
Motivieren tut mich das ganze aber nicht

Frustrierte Grüsse von Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 05.08.04, 10:41
Hallo Mathilde,

in unserem Bestand hat das Medikament Synulox von Pfizer geholfen gegen staph. aur. ....

Mittlerweile mache ich aber ganz viel mi homöop. Nosoden. Mache sie selbst für die einzelne Kuh oder Globuli von der Staufen Pharma Staphylokokcinum aur. oder so ähnlich in der D-200. Kannst in der Apothek bestellen. Dazu natürlich Ausleitmittel.

Wünsche viel Geduld..... Es wird besser werden im Herbst, wenn es nicht mehr so heiß ist......  ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Gertrud am 05.08.04, 11:30
Hallo Mathilde,

leider kann ich dir auch kein Allheilmittel empfehlen.

ich habe im STall eine Sprühmischung aus Staph.Aureus Nosode C 200 + Phytolacca C 200.

dazu nehme ich einen Hom. Injektor der Fa. www.AGRISERVISEJEUKEN.NL + Eutersalbe und hoffe, daß ich damit hinkomme. wenn bis zur nächsten Melkzeit keine deutliche Besserung sichtbar ist, dann TA oder normalen Injektor.
und immer dazu sprühen...die Mischung s.o.

ich wünsch dir viel Geduld und viel Glück
LG
Gertrud


Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 05.08.04, 16:55
Hallo,

vielen Dank . Aber die Damen haben gar keine Flocken nur Zellen  ??? ??? ::) Habe schon Brille aufgesetzt und seh trotzdem keine  8). Es ist zum wahnsinnig werden denn das geistert ja schon im ganzen Bestand herum  :o  :( :\'(

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 08.11.04, 08:43
Hallo,

ich habe mal eine Frage.
Durch das Zellenproblem stelle ich nun selektiv die Kühe mit Orbenin extra trocken. Nun kalben die ersten ab und die Zellen sind zumindest im toleranten Bereich wenn auch nicht ganz super. Aber...........nun kommts: die haben ewig lange noch Hemmstoff in der Milch. Eine über 14 Tage  ??? kennt Ihr das auch?
Die zweite nun auch schon wieder  :( :o ::). Bei Benestermicyn ist das nicht so.

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Margit am 08.11.04, 18:02
Hallo Mathilde,

wir verwenden Orbenin extra schon seit 2 Jahren und haben diese Hemmstoffproblem  nicht.
3 bis 4 Tage nach dem Kalben ist die Milch o.k.
 
Margit
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 08.11.04, 23:13
Hallo,

ich habe mal eine Frage.
Durch das Zellenproblem stelle ich nun selektiv die Kühe mit Orbenin extra trocken. Nun kalben die ersten ab und die Zellen sind zumindest im toleranten Bereich wenn auch nicht ganz super. Aber...........nun kommts: die haben ewig lange noch Hemmstoff in der Milch. Eine über 14 Tage ??? kennt Ihr das auch?
Die zweite nun auch schon wieder :( :o ::). Bei Benestermicyn ist das nicht so.

LG Mathilde

Hallo Mathilde,

wenn ich Trockensteller benutze, dann auch Orbenin und habe auch oft Probleme in letzter Zeit mit der Hemmstoffprobe. Wir dürfen erst ab dem 5. Tag eine Probe mitgeben und das mache ich dann auch. Aber bei Zwillingsmüttern oder zu früh gekalbt verstehe ich es ja noch. Ich stelle trocken ca. 8 Wo. vor Kalbedatum....

Die letzten Hemmstoffproben habe ich erst mitgegeben, nachdem ich die Kuh hömöopatisch "entgiftet" habe, bzw. das AB aus dem Körper versucht habe mit Stoffwechselmischung und Nux in 1000-er Potenz rauszuspülen ... hat funktioniert....

Schreibe aber alles auf zu Orbenin und da kriegt mein TA mal eine Statistik. Der soll sich mal an Pfizer wenden, von wegen Wartezeit 45 Tage  ;) ;)

Bin immer froh, wenn ich kein Orbenin brauche, ist zwar sehr gut, aber auch teuer .... und ewig in den Eimer melken *schlepp*
..  und ... es soll ja Leute geben, die verlassen sich drauf, daß sie die Kuh nach Abkalben schon X-Tage in die Kanne gemolken haben  und liefern dann ohne Probe ....... stell Dir vor, wir beide wären dabei  :o :o :o
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 08.11.04, 23:27
Hallo Mathilde...

hab noch was vergessen.... bei "schlechtem" Futter ( voriges Jahr ) habe ich den vorgelegten Mais mit der Gießkanne mit Obstessig gegossen... Ich bin wochenlang damit gelaufen. Das bringt die Zellen im ganzen Bestand runter. Meine Kühe hatten auch keine Flocken, nur Zellen - Millionen -  :-\ ... habe aber wegen staph.aureus keine Kühe mehr "eleminieren" müssen, nur die sowieso daran verendet sind, bis wir Gegenmaßnahmen ergreifen konnten.  :'(

Deswegen nehme ich auch Orbenin zum Trockenstellen für die "alten" Kühe, die schon Juli 2002 im Bestand gemolken wurden, zu unserer "Hoch-zeit" des staph.aur.  ;D :D

Hohe Zellzahlen ist immer ein Bestands- und Fütterungsproblem  8) 8)  .... ... sobald Stress dazu kommt, kippt alles aus dem Gleichgewicht. Anfällig für alle Erreger, die sowieso da sind.....   Stress ist hohe Milchleistung, Umstallung, Rangkämpfe, Kalbung etc.... unter Anderem  ::)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 09.11.04, 15:35
Moin !

*uiuiui* Mathilde Du Arme.......da habt ihr ja einiges zu tun......

Zu Orbenin extra: (noch) ist es DER Trockensteller bei Staph. aureus.....Aber lange Wartzeiten, das ist der große Nachteil hierbei (ähem , teuer ist er auch).

Bei Staph. muß man furchtbar aufpassen; typisch ist auch daß oft keine Flocken zu sehen sind UND die Zellzahlen schwanken, d.h. trotz Infektion die Zellen teilweise extrem niedrig sind.....

Schön wäre es, wenn Euer MR nach jeder Kuh zwischendesinfizieren könnte und das am besten noch mit PES....ist da was bei Euch machbar ? PES ist allerdings ein Problem, es ist nur begrenzte Zeit angemischt verwendbar........

Ach,ja und, wichtig: zu den Viertelgemeksproben: ist da ein Antibiogramm gemacht worden ?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 11.11.04, 17:47
Hallo,

ich bin für heute völlig fertig. TA war da und hat mir das Ergebnis des Antibiogramms gesagt. :o :o :'( :'(

Es hilft so gut wie nichts mehr  :( :( und das obwohl ich in der Regel auf diese ganzen Medikamente verzichtet habe gegen die die resistent sind  ??? ???  XYZ z.B. verwende ich erst seit ca einem Jahr  und bei der Kuh noch nie  ::) ::)

@ Jani : der MR kann mit Peressigsäuere zwischendesinfizieren.

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 11.11.04, 22:43
Uiui, Mathilde.......Du : die Resistenzen können schon stallintern zustandegekommen sein und werden auch "vererbt". Mach´ Dir da jetzt mal nicht so´n Kopp drum........Nützt ja jetzt nix.
Denke ihr werdet bei den Kühe gut sortieren müssen.......und behandeln; ggf. trennen ? Ach,nee......der Robbi; geht wahrscheinlich nicht oder ? Die Infizierten der einen Box und die freien der anderen Box zuteilen ?

Peressigsäure: in jedem Fall gut; ist zwar sauteuer aber letztlich recht sparsam zu dosieren. Problem: aufgrund der Zusammensetzung spaltet es sich in (Hilfe...........wer weiß das ?) H20 und ? Auch egal jetzt  ;).
Was ich sagen wollte: die angesetzte Mischung hält nicht lange (was ja der Vorteil von dem Zeug ist......); d.h. der Robbi müßte es selbst frisch anmischen; geht das (vermute ich jetzt mal). Überlegt das; wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht (mal abgesehen von der Arbeitsintensität *nerv*)...............
Viel Erfolg und berichte mal weiter, wenn Du magst.......Drück Euch die Daumen !!!
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: heike am 15.11.04, 22:27
hallo Brigitte

Ich drück dir auch beide Daumen, das es bald besser wird. Bei uns ist die Zellzahl fast plötzlich von 400000 zu 250000 gefallen. ich weiss nicht warum, vielleicht weil es kälter wird oder lag es an den neuen Mineralfutter das wir seit September probieren. Echte Euterentzündung hatten wir schon lange nicht mehr, seit 4 Monaten war kein TA mehr im Stall. Das einzige Problem war ja die hohen Z. und hoch gingen die damals richtig viel, als der Pulsator kaputt war. Dann war ja ne Reinigungsbürste die nicht lief und dann wieder nicht desinfiziert wurde.
Ich pass jetzt gut auf das alles so läuft bei den Astron. wie es soll.
Behandels du die kühe auch mit Hämøopatische Mittel? Wir verwenden eigentlich gar kein Antib. mehr auch keine Trockensteller. Das wichtigste Behandlungsmittel, auch bei Trockensteller, heisst noch von Hand sauber melken. Und dann einschmieren mit Pfefferminzcreme. Bei kränklichen Kühen bekommen sie so eine hämøop. Mischprodukt ins maul. Das soll bewirken, tut es auch, das die Kühe wieder Appetit bekommen. Kühe die fressen werden auch schneller gesund.

Ja ich weiss, das klingt alles unglaublich. Es ist ja auch unserer Weg mit den Problemen fertig zu werden. Du musst dir deine eigene Behandlungsweise finden. Aber hier im Forum sind viele die sich richtig gut mit alternativen Mittel auskennen.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Juett am 16.11.04, 10:51
Hallo Mathilde,

warst Du es nicht auch, die ein Problem mit Aborten hatte ?!
versucht Ihr eine Verknüpfung zwischen Eutergeschichten und Verwerfen herzustellen ?! Mein spontaner (Fern)gedanke geht in Richtung Chlamydien. Die gehen z.T. auch ins Euter und sind dort ziemlich schwer zu "knacken".
- nur so'ne Idee-

Jutta

p.s.. Habt Ihr mal Eure Fütterung überprüft ?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 17.11.04, 07:23
Hallo Juett,

Du liegst da richtig. Die "Aborte" haben aber alle gesunde Euter und sind Kühe ohne bisherige und nachherige Probleme  ::)

Die Zeller haben meist auch Klauenprobleme was ja von den Untersuchungen her auch bestätigt wird.

Nun wenigstens meine eine Kuh konnten wir anhand des Antibiogramms wieder hinbekommen und das Viertel auch retten  :D :D (Cara  ;)).
Das zeigt doch wieder dass das herumlaborieren mit verschiedenen ABs von manchen TAs wirklich nicht in Ordnung ist.

Hat jemand von Euch schon mal eine Pyogenes Kuh wenigstens bis zum Abkalben durchgebracht  ???. Ich melke aus was das zeug hält aber der Erfolg ist gemischt. Das Allgemeinbefinden geht jedenfalls noch  ::) ???

Bisher hatten das bei mir eher Kühe die gerade abgekalbt hatten (@ Heike stelle nie mehr eine ohne TS trocken das habe ich auch lange ) und die gingen dann gleich zum Schlachter  :(

Übrigens meine 2. Orbenin Dame ist seit gestern ohne Hemmstoff nach 14 Laktationstagen aber der Schalmtest war ok  :)

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 17.11.04, 18:26
Hallo Mathilde !

Zur Pyogenes-Kuh: wir haben sogar eine mal 2 LA gemolken, erst auf drei Strichen, dann leider nur noch auf zweien (sie war *natürlich* bereits wieder tragend, als der 2.Strich symptomatisch wurde).
Da sie nach Abheilung Zellzahlen um 80.000 hatte und richtig gut Milch (auf nur ZWEI Vierteln *staun*) haben wir es durchgezogen..... Ende der 2.LA allerdings war sämtliche Milch nur noch in einem Hinterviertel, welches dann nicht mehr ohne Aufwand auszumelken war; das war dann das Ende.
Sicherlich für einen größeren Betrieb nicht machbar, aber diese Kuh war nie wirklich allgemein krank; das Viertel muß allerdings irgendwann Ruhe geben sonst läuft man Gefahr andere Kühe anzustecken..........Früher konnte man dazu ja noch das gute Rivanol nehmen............*dumdidum*.....
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 25.11.04, 07:05
Hallo Jani,

hast Du eine Ahnung was größere Betriebe auch so manchmal machen (was unterstellen damits bei den Zweistrichen nicht abfällt und und und ?????????????????????????) Natürlich sind die über kurz oder lang weg aber bis ................wenn Männe nicht selber mellkt  :(
Habe aber noch eine andere Frage.

Harnstoffgehalt in der Milch und Zellzahlen hängen ja auch zusammen. Wer hat da auch schon beobachtet wie man das am besten in den Griff bekommt. Habe nämlich sofort den netten Herrn von der Molkerei, die bei uns seit neuestem vom LKV diese Werte geliefert bekommt, zu Männe geschickt. Wir schieben nämlich unsere Zellen gerne hin und her  ;D.

Die letzten Sammelmilchproben waren ja wenigstens aufbauend so um 200 aber fragt mich nicht wieviele ich noch behandle und separiere  ::)
Bin schon froh wenn es keine "Neuen" mehr gibt.

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Juett am 25.11.04, 16:27
Hallo Mathilde,

bitte lasst Eure Fütterung mal von einem Profi überprüfen ! Harnstoffgehalt in der Milch hängt grob gesagt mit dem Eiweissgehalt und der Energieversorgung in der Ration zusammen. Bei massiven Bestandsproblemen (nach dem es bei Euch klingt: Verwerfen, Klauen, Zellgehalt usw, Fruchtbarkeit auch ? weiss ich jetzt nicht so genau) muss man hinter die Fütterung gehen. Man kommt sonst auf keinen grünen Zweig mehr, da kann man spritzen und tropfen und schmieren soviel man will - das freut dann aber nur die Pharmaindustrie.

Sucht Euch einen guten Fütterungsberater. Das Geld, was der verdient, ist schnell wieder reingemolken !

Nix für Ungut

Liebe Grüsse
Jutta

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 25.11.04, 17:39
Hallo Jutta,

ich bin da gar nicht beleidigt sondern ehrer mein Männe  ;D :-X
Haben aber schon was geändert und siehe da die Werte verbessern sich beim Harnstoffgehalt in der Milch.
Übrigens haben meine beiden Orbenin Kühe nun nach Millionen vor dem TS  nur noch 28 und 58 Zellen (auf Holzklopfbleibthoffentlichso).

Auch ein paar andere die Trocken waren haben sich wieder bei unter 100 eingependelt. Werde aber nicht einen geistigen Höhenflug starten
es sind immer noch genügend Sorgenkinder dabei  ::)

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 25.11.04, 23:06
Hallo Mathilde !

Na, wenn Du was unterstellst......kann ich´s Dir ja auch verraten  ;D:
Schlagbügel mit (Gummi-)Band mit Haken........Vorteil: hält bombig die ganze Melkzeit auch wenn Kuh zappelt (1 x positionieren  ;) ); hinterher ab....klar, alles nie ne Dauerlösung aber unsere war so ohne weiteres Hingucken müssen zu melken..... 8).

Ansonsten drücke ich weiter die Daumen, daß Stabilität einkehrt.......und das mit dem (unabhängigen) Futterberater.....da schließe ich mich an (kenne aber auch das -Männer-Ego-Problem dazu  ;) ).

Vielleicht überlegen wir mit Dir eine gute Begründung für den Einsatz eines solchen Beraters  8) ?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Juett am 26.11.04, 08:33
Okay,

ich hätte das mit dem guten Fütterungsberater oben fett machen sollen... Natürlich gibt's da solche und solche.
Aber manchmal, wenn das Schiff am Eisberg klebt, muss man kompetente Hilfe von aussen annehmen, denke ich. Denn leider ist die "Betriebsblindheit" (nicht nur in der Landwirtschaft) doch manchmal sehr ausgeprägt, wenn man(n) viele, viele Jahre vor sich hinwurstelt, weil man es immer so gemacht hat und einfach davon ausgeht, dass das alleine deshalb richtig sein muss. Wir hatten hier auch viele Diskussionen als ich mich angefangen habe einzumischen. Natürlich habe ich noch eine andere "Vorbildung" und sehe vieles auch mit anderen Augen. So steht für mich (ausbildungsbedingt) immer das Tier im Vordergrund, mein Mann sieht alles eher von der praktischen, kostengünstigen Durchführungsseite und das beisst sich eben manchmal. Wir diskutieren das z.T. tage- bis wochenlang bis wir einen Kompromiss gefunden haben.  Ein gutes Beispiel, was auch zum Zellgehaltsthema passt, ist bei uns das Zitzendippen. Das absolute Reitzwort, zumindest eine Zeitlang. Ich dippe immer, er manchmal, der Opa gar nicht... - Braucht es nicht - ich sage: Braucht es doch ! Wir haben die Diskussion noch nicht abgeschlossen. Im Melkstand wird alles besser  ;D HaHa....

Gruss Jutta

p.s: Gerade das Thema Fütterung erfordert doch z.T. umfangreiche Vorkenntnisse, da braucht man manchmal einen kompetenten "Anschubser" . Das darf man(n) nicht mit einer Profilneurose von der Hand weisen.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: frankenpower41 am 26.11.04, 14:25
Hallo

Nun geb ich zum Thema Dippen noch meinen Senf dazu.
Wir dippen nicht (mehr). Unser Nachbar hatte vor einiger Zeit massive Probleme mit Euterentzündungen. Nachdem er das Dippen jetzt weglässt, wurde es schlagartig besser. Das versteht wer mag.

Zu den Harnstoffwerten. Wir liegen seit vielen Jahren darüber.
Ein Fütterungsberater meinte mal unsere Kühe dürften schon fast nicht mehr leben, waren aber gesund. Wenn wir weniger z.B. Soja füttern würden, ginge ja die Leistung herunter. Das wollen wir natürlich auch nicht. Also lassen wir es bei den erhöhten Werten, solange es keine Probleme gibt.

Marianne
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 26.11.04, 18:25
Hallo,

habt Ihr getaucht oder gesprayt?  Würde nicht tauchen weil ich mir da eine Verschleppung vorstellen kann

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: mary am 27.11.04, 10:11
Hallo Jutta,

Du schreibst von einem guten Fütterungsberater, doch gerade den zu finden-
das ist manchmal wie die Stecknadel im Heuhaufen.
@Mathilde,
das ganze Prozedere von Tauchen, Dippen kenne ich zur genüge. Wenn es Dich interessiert,
uns hat damals ein sehr guter Fütterungsberater für vieles die Augen geöffnet.
Von ihm ist vor kurzem ein Buch herausgekommen- Ratgeber Milchviehgesundheit-
da ist dem Staph. Aureus ein breiter Raum gewidmet.
Ich wollte hier natürlich niemanden dreinreden- aber die damalige Staph. Aureus Behandlung hat uns damals sehr viel Geld, Zeit, Milch und Nerven und Kraft gekostet.
Und das blöde, man hat in der Gülle damit weiter zu kämpfen und die bringt man dann wieder auf die Wiesen aus.
Das Lehrgeld, das wir für die Eutergesundheit bezahlt haben- hätte ich gerne auf unserem Konto-gäbe ein nettes kleines Sümmchen.
Ich drück Dir die Daumen, dass es besser wird- weil ich den Frust und vieles andere damit aus eigenem Erleben sehr gut  kenne.
Mich hat das damals ziemlich fertig gemacht, dass selbst meine Homöopathiekentnisse nicht mehr geholfen haben.
Nach erfolgter Durchbehandlung des Bestandes klopfte die nächste Krankheit an die Türe.
Und da war dann irgendwann ein Punkt- wo das Nachdenken bei mir begonnen hat.
Jahrelang dachte ich, dass es an mir, an unserem Betrieb liegen müsste- bis ich irgendwann den Mut fand, drüber öffentlich zu reden- und plötzlich bekam ich Rückmeldungen, die ziemlich ähnlich klangen.
Aus einer Veranstaltung über Milchviehgesundheit hat sich bei uns ein Arbeitskreis entwickelt-
ich bin sehr froh darum, dann geteiltes Leid ist wirklich halbes Leid- und gemeinsam haben wir jetzt doch einiges für unsere Betriebe bewegt.
Schade, dass Du so weit weg wohnst- die Themen würden Dich sicher interessieren.
Denn eines ist uns allen klar geworden- es macht nicht die Arbeit und die Agrarpolitik einen alleine fertig-
sondern diese schleichenden Erkrankungen im Stall kosten einem Lebensenergie ohne Ende.


Viel Glück
maria
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: frankj am 27.11.04, 16:56
Hallo

Habe immer wieder Kühe mit Zitzenquetschungen man sieht fasst keine Verletztung  :(
meist nur eine kleine rote Stelle aber die Milch fließt nicht ab , habe meist mit Kanüle aus-
laufen lassen und einen Wollzitenstift aber nach 3 Tagen war es dann mit der Euterentzündung
so weit !

Lieber einen Wachtsstift reinmachen ? und wieviel Tage dann nicht mehr Melken  ???

Wer hat einen tollen Tip

Servus  frankj :)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 28.11.04, 10:35
Hallo Frankj!

Also oben findest Du einiges zum Thema........

Interessieren würde mich bei Deiner Frage, ob Du eine Vermutung hast, warum das häufiger vorkommt ?
Melktechnik ? Vakuum, Zitzenbecher (-größe,-länge,-Innendurchmesser ?) oder ähnliches vielleicht nicht passend zum Bestand ? Betrifft es bestimmte Tiere (lange Striche) ?

Wenn Du die Milch mit Kanüle ablassen mußt: scheint sich ja innen um eine größere "Verletzung" zu handeln; der Schließmuskel zugeschwollen, verengt ? Kanüle: bitte entweder immer eine neue nehmen oder Metallkanüle auskochen, ganz wichtig !

Zum Wollzitzenstift: oben nachzulesen: da halte ich gar nichts mehr von; nimm´ lieber Wachsstäbchen oder Silíkonstäbchen. Würde die Milch bei jeder Melkzeit ablassen über drei Tage......kannst Du denn am Strich eine Verdickung fühlen ? Ansonsten sehen Behandlungsschemata meist drei Tage ruhigstellen unter Antbiose vor.......aber das gehört dann in die Hände des TA denke ich.......

Tja, hmm, tolle Tipps haben wir auch leider nicht......sind immer zeitaufwendige letztlich "teure" Aktionen mit mehr oder minder gutem Ausgang *seufz*.

Viel Erfolg erstmal !
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 28.11.04, 10:47
Dippen oder Sprühen...........

Fast ein Extra-Thema wert..............

Gut: aaalso: Vorweg: für eine kranke Kuh (hohe Zellen und/oder bereits in Behandlung) nehme ich entweder einen separaten Dipp-Becher oder einen separaten Sprüher (lacht nicht !); letzterer hat den Vorteil, daß ich ihn für mehrere solcher Tiere einsetzen kann. Aber die einzelne Kuh in der Krankenbox kann "ihren" Dippbecher bis Ende der Behandlung ja bei sich behalten; danach waschen und z.B. mit PES spülen; v.a. gut trocknen lassen und erstmal wegstellen.

Zweites "Vorweg": egal welches Präparat, egal ob gedippt oder gesprüht: binnen 30-60 Sek. nach Abnahme sollte es im Idealfall erfolgen....Es gibt zu Hauf (gute) Berater, die sagen, das alles andere nichts nützt.

So und dann läßt sich unendlich drüber streiten ;-).
Fakt ist: Dippen verschleppt ggf. auch Keime; bei gesunden Kühen kein Problem (s.o was bei kranken Kühe zu beachten ist).Bei Jodlösungen ist es jedoch so, daß sie sich "verbrauchen" und unwirksam werden; nach ca. 30 Kühen muß die Lösung erneuert werden.
Könnte das nun unendlich fortführen, aber jetzt keine Zeit ...... ;)
Außerdem können jetzt mal alle ihre Erfahrungen darlegen  ;D

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Heidi.S am 28.11.04, 12:28
Hallo Maria,
wo ist denn dieses Buch - Ratgeber Milchviehgesundheit- zu finden. Würde mich mal interessieren.
LG Heidi
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: mary am 28.11.04, 12:58
Hallo Heidi,
der" Ratgeber Milchviehgesundheit von Dr. Siegfried Kalchreuter ist im Kamlage Verlag erschienen, kostet 15 Euro,
ISBN 3-9806688-5-1,
ich habs vor ein paar Tagen bekommen, hab erst kurz drin geblättert, ich bin begiestert, all das was ich mir so mühsam zusammengesucht habe- ist dort in kompetenter und fachlich versierter Form geschrieben- viele Fragen, die ich Dr. Kalchreuter irgendwann in den letzten Jahren stellte- sind im Buch wieder als Antwort zu finden.
Ohne diesen Fütterungsberater hätten wir vermutlich auch keine Kühe mehr, weil ich irgendwann das Handtuch geworfen hätte.
Für mich ist dieses Buch wahrscheinlich viel mehr- der Glücksfall, diesen Berater kennen lernen zu dürfen- und der fachlichen Beratung sowie auch den repektvollen Umgang- ich verdanke Dr. Kalchreuter sehr viel mehr.
Er war der einzige, der mich ernst genommen hat- bei allen anderen Berater bin ich mir als duslig bis noch mehr vorgekommen.
Er war es auch, der mir Schritt für Schritt weitergeholfen hat- der mir auch Mut gemacht hat- mich über wissenschaftliche Artikel drüber zu trauen.

Wenn es Dich interessiert
im gleichen Verlag sind noch 2 weitere Bücher erschienen-
Handbuch der Durchfallerkarnkungen der Kälber von Apl. Prof. Dr. martin Kaske und Dr. Hans Jürgen Kunz
und Hanbuch Atemwegserkrankungen der Kälber, von Dr. P.F. Jilderink, Dr. H.-Kunz-Dr. Ing. C.A.M. Peeters,
diese Bücher kenne ich nicht.
Herzliche Grüsse
maria
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: frankj am 28.11.04, 14:12
Hallo Jani

Die Verletztung kommt von außen , der Strichen ist geschwollen am
Schließmuskel dadurch wird er undurchlässig, glaube nicht das der Strichenkanal
mitbetroffen ist ?

Es ist eine saubere Kuh die auch immer in der Liegebox liegt habe aber den
Verdacht das unsere älteren Liegeboxen zu kurz sind und die Kühe sich vielleicht
dadurch treten beim aufstehen es ist aber nur ein Verdacht

Tschüß Frankj
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jani am 29.11.04, 05:56
Hallo Frankj,
also im Moment doch nur ein Einzelfall.
Klar kann die sich beim Aufstehen draufgetreten sein (hab´ich auch schonmal bei einer Färse mit kleinem Euter aber etwas längeren Strichen gehabt). Das wurde auch ruhiggestellt unter Antibiose, glaube 3 x 3 Tage und ist letztlich verhältnismäßig gut geworden; der Strichkanal blieb etwas enger, der Strich etwas länger aber immer melkbar.
Die Wachsstifte (auch die Silikonstifte, welche aber schwierig zu befestigen sind und oft zu kurz!) erhältst Du beim (engagierten) TA ; irgendwo in dem Link oben (Sabine´s Geschichte  ;) ) ist auch der Name angegeben.

Weiterhin viel Erfolg !
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Gitte am 29.11.04, 12:19
Ich hatte seit langem keine Probleme mehr mit erhöhtem Zellgehalt. Aber am Wochenende kam eine Mitteilung vom Milchprüfring.  :(

Jetzt muß ich den Tiergesundheitsdienst benachrichtigen um den Übeltätern auf die Spur zu kommen. Wenn die Erreger bekannt sind, müssen wir versuchen die Ursache heraus zu finden.
Nicht sehr erfreulich die ganze Sache.

LG Gitte
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: frankj am 18.12.04, 10:26
Hallo Jani
möchte mich nochmal melden

die verletzte Zitze ist wieder gut geworden ,sie braucht zwar auf dem Viertel etwas
länger  aber es hält sich in Grenzen .Habe die  Zitze 3 Tage nicht gemolken und mit
Antibiose( TA) gestellt  dann wieder geöffnet ich glaube 5 Tage  wäre noch besser
gewesen aber das Viertel war so groß da habe ich  dann doch nach 3 Tagen wieder
angemolken.
 
Hat wer schon länger als 3 Tage nicht angemolken ? mit welchen Erfolg ???

Tschüß einen schönen vierten Advent :D
Frankj
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: martina-s am 10.02.05, 11:32
Hallo kann mir mal einer verraten, wie die in den Molkereinen den Zellgehalt im Monatsdurchschnitt ausrechnen?
Ich hatt im letzten Monat 91. 000 Zellgehalt. Das Monat zuvor 101.000 und im Januar hatte ich einmal 91.000, 100.000 und einmal 73.000 Zellen. Nun haben sie mir aber im Durchschnitt für Januar 101.000 Zellen berechnet. Ich komm mit der Rechnung nicht ganz klar. Aber vielleicht hat jemand die Auflösung. Denn logisch müßte es ja auch unter 100.000 liegen (88.000)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: annib1 am 10.02.05, 21:59
Hallo,

ich habe auch mal ne frage vielleicht bin ich damit hier ja richtig.

Wir haben eine Kuh die hat mein göga immer gut mit gemolken. Irgendwann hat sie dann ein strich etwas härter gehabt mein göga hat immer mit melkfett geschmiert wurde aber immer nur schlimmer. sie hat ewas dickes drinne gibt auch sehr schlecht milch auf dem strich.
Die Milch riecht normal (garnicht) aber das Euter das stingt erbärmlich wir melken die Milch auch schon einige Zeit nicht mehr mit rein wer weiß ob die gut ist.

TA sagt mein göga nähmlich nicht so schnell bescheid >:(

Vielleicht weiß ja jemand von euch was man da so machen kann.

Gruß Anja
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: martina-s am 10.02.05, 23:46
Hallo Anja,
aber eine offene Stelle oder so kann man nicht erkennen. Kann auch zwischen den Euterschenkeln sein. Ich meine, der Duft muß ja  nicht vom verengten Strichkanal ausgehen. Gibt sie Zellen?
Wie hatten im letzten Jahr eine, deren Euter war plötzlich wie mit Brandblasen übersäht, nachdem es vorher dick geschwollen war. War eine Jungkuh. Dann als der Schmarrn abgeheilt war, hatte sie an einer Stelle eine Öffnung im Euter. Wir haben die auch nicht mehr zum Gesamtgemelk gemolken weil das auch stank wie die Seuch.
Dann löste sich von innen her direkt das Euter auf. Es kamen durch die kleine Öffnung immer wieder graue, abgestorbene Teile des Eutergewebes zum Vorschein. War echt unangenehm und wir haben ihr dann ein Ticket kaufen müssen für eine weite Reise... :'(
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 11.02.05, 01:53
Hallo kann mir mal einer verraten, wie die in den Molkereinen den Zellgehalt im Monatsdurchschnitt ausrechnen?
Ich hatt im letzten Monat 91. 000 Zellgehalt. Das Monat zuvor 101.000 und im Januar hatte ich einmal 91.000, 100.000 und einmal 73.000 Zellen. Nun haben sie mir aber im Durchschnitt für Januar 101.000 Zellen berechnet. Ich komm mit der Rechnung nicht ganz klar. Aber vielleicht hat jemand die Auflösung. Denn logisch müßte es ja auch unter 100.000 liegen (88.000)

Hallo Martina,
sei mir nicht bös, aber da mußt selber mal schauen. >>>   http://www.mpr-bayern.de/3.1/mpr.de/index.php?StoryID=2133 Ich kann Dir nicht alles abtippen. Habe da ein Faltblatt vom Milchprüfring Bayern e.V., da steht genau drauf, wie der Geometrische Mittelwert nach Milch-Güteverordnung berechnet wird.

  Prüfkriterien   
   Anzahl der Untersuchungen   je Landwirt und Monat Mittelwertbildung    Abrechnungs-zeitraum 
 
Fettgehalt
Eiweißgehalt  6x arithmetisches Mittel aktueller Monat
 
Zellgehalt 4x geometrisches Mittel mit Besserstellungsregelung

 über 3 Monate
 
Keimgehalt 2x geometrisches Mittel mit Besserstellungsregelung

 über 2 Monate
 
Gefrierpunkt 4x Arithmetisches Mittel aktueller Monat
 
Hemmstoffe 4x nur Einzelwerte relevant aktueller Monat

Hast Du gewußt, daß die bayr. Milch die beste ist deutschlandweit von den Inhaltsstoffen her ??? Und da Oberbayern nochmal den Vorreiter macht ???

Schau doch mal rein beim MPR, da kannst auch Deine eigenen, aktuellen Werte anschauen. Viel mehr als man bei der MLP bekommt oder auf der Milchgeldabrechnung  :D :D
 

Aber das hier gehört eigentlich unter QM - Milch  8) 8)

da werd ich das dann später verschieben  ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: martina-s am 11.02.05, 07:02
Hallo Freya,
ja, von der Seite von MPR habe ich ja meine Werte. (Ich wußte im Übrigen auch nicht, wo ich das reinschreiben sollte. Mir ist es halt um die Zellzahl gegangen und die ist ja aussagekräftig bezüglich der Eutergesundheit. Deshalb bin ich dann hier in dieser Box gelandet - sag jetzt nichts gegen logisches Denken ;D) Ich bin Dauerbesucher dieser Seite ;D. Schon alleine wegen unseres meist erhöhten Lactosegehaltes nötigt mich mein Mann immer dort vorbei zu sehen.


Und ich hab da meine Werte alle verglichen. Dabei kann ich aber mit dem Geometrischen Mittelwert nichts anfangen.

Ich kopier Dir hier mal die Zellzahlen rein, wie wir sie aufgeschlüsselt die letztn Monate hatten.
Wie die das rechnen ist mir immer noch schleierhaft


[gelöscht, Archiv unter www.baeuerinnentreff.de]
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: annib1 am 12.02.05, 12:47
@ martina-s

mein göga melkt den strich jetzt auch nicht mehr .
Er geht jetzt von einer seite kaputt. göga meint das der sich jetzt aufbleht und dann platzt.
hatten wir vor einiger Zeit schon mal.
Werden wir auch wohl auch eine reise buchen müssen. schade :-\
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: martina-s am 12.02.05, 15:50
Hallo Anja,
das tut mir auch leid für Euch und Eure Kuh.
Woher so was wohl kommt. Uns konnte das damals der TA auch nicht erklären...
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Gislinde am 13.02.05, 21:04
Hallo kann mir mal einer verraten, wie die in den Molkereinen den Zellgehalt im Monatsdurchschnitt ausrechnen?


Hallo Martina, mein GG hat die Lösung, klicke zuerst PC Rechner dazu her- Ansicht- wissenschaftlich-
Die Formel sieht so aus

Geometrische Mittelwert        Berechnung >

Zellzahl x Zellzahl x Zellzahl    usw.    (3 Monate)

PC Rechner Wissenschaftlich

> Inv   < Kästchen aktivieren

Taste    >  x^y   <  (Wurzelberechnung)  drücken

Zahl der Proben eingeben  z.B. >  12     (3 Monate)

Mit Returntaste bestätigen    >  Ergebnis

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 13.02.05, 23:53
Hallo Gislinde,

erstmal herzlichen Dank an Deinen GöGa, hatte schon meinen Rechner auf wissenschaftlicher Ansicht geöffnet, da sah ich Deinen Beitrag  :D :D :D

.. den ich ein wenig verändert habe....  ;)  ( aber inhaltlich nichts geändert )

Wenn Du zitierst, mußt Du dann Deinen eigenen Text erst nach dem [ /quote] weiterschreiben,sonst ist er im Zitat mit drin. Ich hoffe Du nimmst es mir nicht übel, daß ich Dich daruf hingewiesen habe ??? Sieht doch schöner aus, das Schriftbild, oder  ???

@martina, hoffentlich meinst Du nicht, ich red nix mehr mit Dir, aber die letzen Tage ist es wie verhext. Hatte auch gestern eine Nachtschicht hier im Forum und jetzt ist bei mir Zapfenstreich. Ich hoffe wir sehen uns in Augsburg. Kommst Du jetzt klar mit dem geometischen Mittelwert ??? Da gibt es noch die Besserstellungsregellung bei Grenzfällen  ;D ;D ;D
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: martina-s am 14.02.05, 00:08
Hallo Freya und Gislinde,
ja, der Beitrag von Dir, Gislinde, bzw. der Hinweis von Deinem Mann, der hat es voll gebracht! :D Herzlichen Dank!
@Freya, die Besserstellungsregel brauche ich ja wohl bei meinen momentanen Werten Gott sei Dank  nicht.
Ich hoffe auch, dass wir uns auf der ACT sehen.
Und wegen nix reden, da denke ich nichts von Dir. Hab mir schon gedacht, dass Du Nachtschicht hattest. (Mich eigentlich wegen so was geärgert- denn es müßte doch nicht sein!)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 26.03.05, 19:13
S O S

Hallo,

was macht Ihr bei Blut im Euterviertel ?

Irgendeine unserer Damen scheint recht agressiv zu sein und die anderen zu drangsalieren. Nun haben 2 der Damen Blut im Euter weil von aussen Einwirkungen waren. Bei einer sieht mans ganz deutlich und die hat auch richtige Blutgerinsel  :o. Nun ist das auch noch eine Kneifzangenkuh und die da raus zu bekommen ist eine Qual für Tier und Mensch.
Was macht Ihr da um das evtl. abzukürzen ?

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: siglinde am 29.05.05, 20:19
Hallo Treffler

Habe enorme Probleme mit millionenschweren Zellzahlkühen und krieg sie einfach nicht runter. Ich habe von homäopatischer Seite so ziemlich alles probiert mit verschiedenen Mittelchen. Wir haben über Monate die Liegeboxen mit einem bestimmten Mittel eingestreut, zur Desinfektion. Wir haben unseren Getreideschrot mit einem Zellzahlsenkenden Mittel angereichert und obendrein im Trinkwasser noch Sojall-Naturen Fütterungssäure verabreicht und zuguterletzt noch die Kühe mit Phenylacca behandelt.
Ichwollt halt alles ausprobieren, nur kein Antiobotika. Die
Melkanlage hat der TGD auch schon überprüft, alles in Ordnung. Was soll ich noch alles machen, ich weiß nicht mehr weiter, kann mir jemand einen Rat geben.
Danke im voraus
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: reserl am 20.07.05, 08:41
Hallo Siglinde,

ich hoffe, ihr habt die Probleme mittlerweile in den Griff bekommen.
Ich kann verstehen, wie hilflos man sich da fühlt.

Uns gehts grad auch so. :-[
Wir haben urplötzlich auch ein paar "Millionärinnen" im Stall. :o

Der Tierarzt hat bereits Proben gezogen und nun warten wir auf die Ergebnisse.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Frieda am 20.07.05, 09:28
Hallo Reserl,

was füttert ihr?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Gitte am 20.07.05, 09:40
Hallo Reserl,

das ist nicht schön. Ich hab ja auch so meine Erfahrungen mit solchen Damen. Proben nehmen, damit man gezielt behandeln kann, ist schon mal ein guter Ansatzpunkt. Aber ich würde an eurer Stelle auch die Melkmaschine überprüfen lassen.


Viel Glück bei der Ursachenbehebung, Gitte
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: reserl am 20.07.05, 13:40
Hallo Reserl,

was füttert ihr?

@Daggl: Die genaue Ration kenn ich leider nicht. :-[
Aber wir haben an unserer Fütterung in letzter Zeit nichts verändert.
Die Kühe bekommen Grassilage, Mais, Treber, Kraftfutter und Heu. 8)

@Gitte: Die Melkanlage wollen wir auch noch überprüfen lassen.
Das "Heimtückische" an der Sache ist, das wir nur bei einer Kuh Flocken festgestellt haben. :-\
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Frieda am 21.07.05, 10:38
Hallo Reserl,

ist das Futter alles sicher schimmelfrei und nicht warm? Passiert bei warmen Wetter recht leicht :(
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: siglinde am 21.07.05, 20:35
Hallo Treffler
 
Ich hab das Problem tatsächlich in den Griff bekommen, am 18. war letzte Probe und da hatten wir
195000 Zellen, ein Erfolg für mich.Wir haben etliche vorzeitig trocken gestellt, einige haben wir verkauft
und den Rest melke ich gesondert und füttere damit die Kälber. Es klappt momentan ganz gut.
Mit Antibiotika haben wir nur eine einzige behandelt und bei der hats auch nicht geholfen.Ich muß schon sagen, ich geb mir seit dieser Zellzahlsache wieder mehr Mühe beim Melken, keine Blindmelkzeiten,
besser anrüsten und jede Kuh genauer beobachten.
Ich muß euch noch erzählen, daß ich mir zwischendurch einen Hammer geleistet habe.
Ich hab nämlich im Internet gelesen, daß man Zellzahlkühe mit Propolis und Kastanienhonig behandeln
soll,hab ich so 6-7 Stück davon behandelt und dachte , ist ja homöopatisch, kann nichts passieren, von wegen.Die Tiere haben nicht mehr gefressen, keine Milch mehr gegeben und waren fix und fertig.
Es hat lange gedauert, bis sie sich wieder einigermaßen erholt haben und bei einer dachten wir sogar sie wirft das Handtuch, Jetzt geben diese Kühe noch die Hälfte der Milch von vorher, aber sie haben überlebt und wir schleppen sie bis zum Trockenstellen mit
Gott sie Dank macht mir mein GÖGA keine Vorwürfe, aber ich werd nie mehr solche Experimente starten

Bei gegebener Zeit werd ich meinen Betrieb auch vorstellen, den ich fühl mich wirklich wohl bei euch

Tschüß Siglinde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 09.08.05, 20:35
Hallo,

habe heute mal wieder den Milchkontrollbericht gründlicher studiert und war entsetzt. Der Durchschnitt an Zellzahlen in unserem Gebiet liegt bei 312 bei den 25% Besten und um 364 beim Durchschnitt.

Wie sieht das bei den anderen Landeskontrollverbänden aus ? Auch so schlecht? Oder ist das gut  ::)

Dann noch eine Frage: Gestern war bei mir der Verkäufer des Kraftfutters hier und wie wir so reden flog ein ganzer Schwarm Krähen vom Maschinenhallendach und auch vom Fahrsilo auf  :o
Meinte der doch ganz trocken: oh je das gibt Zellen .  Stimmt das und was kann man dagegen unternehmen denn diese sch. Viecher stehen doch unter Schutz

LG Mathilde
(irgendwo war das mal in einer Box aber wo bei 3331 Themen)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: sandra am 28.09.05, 11:33
So, ich hab eine Kalbin, ist in knapp einer Woche zum Kalben. Soweit alles gut und schön. Aber so ein Euter, wie sie es bisher hat, hab ich noch nie gehabt. Das Schenkeleuter läuft ganz normal an, aber das Vordereuter ist noch ganz unausgebildet. Sieht ziemlich seltsam aus. Hattet ihr schon mal so was, und was habt ihr gemacht???
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Lotti am 28.09.05, 21:25
Hallo Siglinde!

Wo hast du das denn her mit dem Kastanienhonig? Hast du ihnen das eingegeben oder das Euter mit eingerieben? Wobei mir nicht ganz klar ist was Kastanien auf dem Euter zu suchen haben und bei Honig muss man höllisch aufpassen, der handelsübliche aus dem Supermarkt hat nämlich keinerlei Heilwirkung. Kastanien innerlich sind giftig für Kühe, die Vergiftungserscheinungen können bis zum Tod führen und der Honig wär dann innerlich eher etwas für ihre Bronchien.

Liebe Grüsse

Lotti
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Katharina am 28.09.05, 22:10
Hallo Lotti

Kastanien innerlich sind giftig für Kühe, die Vergiftungserscheinungen können bis zum Tod führen und der Honig wär dann innerlich eher etwas für ihre Bronchien.

ich hab letztes Jahr im Urlaub Kühe auf der Weide Kastanien fressen sehen. Ich hab mich noch gewundert, wie sie die Dinger so emsig gesucht haben und voller Genuss gefressen haben.
Sie scheinen ihnen aber gut bekommen zu sein.
Vielleicht machts auch die Menge an Kastanien, die dann schädlich sein können.

Liebe Grüße
von Uta,
die keine Kühe hat und deshalb eigentlich auch keine Ahnung von dieser Materie  ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Lotti am 28.09.05, 23:42
Hallo Uta!

Schau mal:
http://www-vetpharm.unizh.ch/reloader.htm?http://www-vetpharm.unizh.ch/giftdb/pflanzen/0008_tox.htm+inhalt_c.htm
Klick da mal auf Veterinärtoxikologie, da sind die Symptome beschrieben.

Sicherlich, bei vielen Dingen machts die Menge aus und manchmal wird auch was gefressen was normalerweise nicht gefressen wird, wenn der Kuh zum Beispiel etwas fehlt oder wenn ihr das Futterangebot zu langweilig ist oder auch wenn sie etwas nicht kennt oder ihr fehlen Gerbstoffe. Manchmal fressen Tiere auch Pflanzen die sie sonst nicht fressen wenn sie zum Beispiel krank sind und die Wirkstoffe brauchen. Pferdebesitzer erzählen immer wieder davon dass ihre Pferde bei Huferkrankungen anfangen Gundermann zu fressen der ja eigentlich für Pferde giftig ist.

Ich persönlich richte mich bei der Behandlung von Tieren immer nach Informationen über eine eventuelle Giftigkeit für die jeweiligen Tiere und verwende solche Kräuter erst dann, wenn ich mir der Informationsquelle sicher bin und wenn ich eine genaue Dosierungsanweisung habe. Im Zweifelsfalle lass ich die Finger davon und überlass es dem Tierarzt oder spreche es mit dem Tierarzt ab. Unser Tierarzt weiss eigentlich immer bescheid was ich so ausprobiere selber zu behandeln und im Zweifelsfall ruf ich ihn an und frag ihn ob das OK ist. Aber wenn die Tiere die freie Auswahl haben und sich für irgendwas entscheiden, lass ich sie auch fressen was sie fressen wollen. Sie wissen am Besten was sie brauchen und was nicht.

Liebe Grüsse

Lotti
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 28.09.05, 23:58
So, ich hab eine Kalbin, ist in knapp einer Woche zum Kalben. Soweit alles gut und schön. Aber so ein Euter, wie sie es bisher hat, hab ich noch nie gehabt. Das Schenkeleuter läuft ganz normal an, aber das Vordereuter ist noch ganz unausgebildet. Sieht ziemlich seltsam aus. Hattet ihr schon mal so was, und was habt ihr gemacht???

Hallo Sandra,
ich würde erst mal abwarten, bis sie gekalbt  hat und die Milch richtig eingeschossen ist. Dann kannst Du  immer noch sehen, ob nun das Baucheuter leer ist oder nicht. *viel Glück*
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Babs am 29.09.05, 15:07
Hallo Siglinde,
ich habe mal gelesen das man die Milch von solchen Zellmillionären nicht den Kuhkälbern geben soll .Bei unseren Fleckviehkühen haben wir ungefähr Zellzahlen zwischen 70 und 140000 Zellgehalt. Aber ich kenne es auch andersherum darum haben wir angefangen jede Kuh vor dem Trockenstellen zu Untersuch und dementschprechent behandelt,unsere Kuhkälber bekommen keine Milch mit hohem Zellgehalt lieber schütte ich sie weg.Bei der Bullenauswahl ist ein großes Kriterium gute Melkbarkeit +++ guter Zellgehalt.Kommt doch manchmal eine Millionärin vor dann durch Strichverletzung wird dann meist nur noch dreigesticht gemolken.

Liebe Grüße Babs
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: frankenpower41 am 28.10.05, 10:53
Hallo

Mein Eintrag passt vielleicht auch unter Frust abladen.
Ich könnte einige unserer kÜhe z.Zt. am liebsten auf den Mond schiessen.
Jetzt war lange Zeit Ruhe und jetzt haben sich innerhalb von 2 Wochen
3 Stück auf einen Strichen getreten. Das Melken von diesen (sind natürlich die guten Milchkühe) ist nervenauftreibend. Melken tut zwar hauptsächlich mein Mann, aber kratzen und beruhigen muss ich mit. Der einen haben wir Fussfesseln angezogen und wir hängen sie am Melkstandgeländer fest, sonst ginge gar nichts. Stilllegen haben wir bei anderen früher schon mal versucht, das ging dann immer so Fifty-Fifty gut.  Bei einer kommt die Milch zwar raus, dauert aber ewig.

Eine genervte
Marianne
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 28.10.05, 11:49
Hallo Marianne,

stillegen kannst das Viertel nur, wenn die Verletzung ganz ganz frisch ist und dann ist auch 50/50 Erfolg. Meistens geht es nur gut bei den Kühen, wo es sowieso wurscht ist. Bei den guten haut es nicht hin.

Ich habe z.Zt. auch eine, die geht schon 10 Tage mit der Verletzung. Ich melke sie aber mit der Fürstenbergschen Kanüle. Bis jetzt geht es ganz gut und sie hat noch keine Flocken und mit Kanüle wird das Viertel leer, ohne nicht. Die Kanüle einführen müssen wir auch zu zweit. Die Milch kann ich nicht liefern, weil ich die Kanüle zuerst mit heißem Wasser und dann mit Kodan ( Jod-Desinfektion ) einsprühe bevor ich sie einführe. Man muß da sehr sauber arbeiten ( Zitzenspitze reinigen ) um keine Keime in den Strichkanal zu bringen, aber das Viertel ist weich und ich krieg es ausgemolken. Ist aber immer noch etwas geschwollen und wird nur langsam besser.

Frag mal deine TA nach der Kanüle uns lass es Dir erklären. Es ist eine gute Investition, gerade bei schlimmen Verletzungen, kann man so das Viertel einfach auslaufen lassen. Die Kanüle ist ein Röhrchen aus Metall.

Wünsche weiterhin Geduld und Glück  ;) ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: frankenpower41 am 28.10.05, 21:26
Hallo  Freya

Danke für den Tipp.  Wir haben vom TA auch so eine Kanüle bekommen.
Ob das das Gleiche ist wie die Fürstenberg-Kanüle weiss ich nicht.
Aber das Prinzip ist ähnlich. Die legen wir immer in Spiritus.
Aber es ist wirklich so, dass sowas immer bei den guten Kühen passiert.
Da stehst du ewig im Melkstand und wirst nicht fertig.  Die Kühe schlagen wie verrückt, was ich ja verstehen kann, denn ihnen tuts halt auch weh,   aber die Milch muss halt raus.

Marianne
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: michlbeirin am 07.02.06, 15:35
Hallo beisammen!


jetzt muß ich mal dumm fragen: kommt das im Laufstall auch oft vor, das sich die Kühe gegenseitig auf die Striche treten? Bei uns im Anbindestall kommt es so 5mal im Jahr vor, das eine der anderen mehr oder weniger schlimm draufsteigt. Und grad weil es oft langwierig und nervenzehrend ist, hoffe ich, das es im Laufstall selten vorkommt, aber wenn ich hier so lese, kommt es anscheinend doch vor. Oder treten sich die Kühe bei euch selber drauf?

LG
michlbeirin
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: martina-s am 07.02.06, 19:20
Hallo Michlbeirin,
also im Anbindestall hatten wir das eigentlich öfter. Wir sind seit 9 Jahren im Laufstall. Und ich glaube, dass wir erst 2 - 3 Strichverletzungen hatten, die wirklich blutig waren mit Abscherungen und so.
Das hat sich eher also zum Vorteil gewendet.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: chrissy68 am 18.02.06, 19:32
Wir haben einen neuen Mistschieber im Laufgang und seither keine Euterverletzungen mehr. Bei uns kamen die Euterverletzungen eindeutig vom Schieber.
In letzter Zeit hatten wir aber öfters Probleme mit Kühen, die Blutmilch gaben. Die Übeltäterin war die einzige Braunviehkuh im Stall die, um in ihre Lieblingsbox zu kommen, immer die Kühe, die die Box gerade belegten von hinten in die Euter geboxt hat.  Nun ist sie in Einzelhaft.

Grüße Christine
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Sonnenblume2 am 02.05.06, 11:39
Brauche bitte Ratschläge von euch

Da wir einige Damen haben, die Staphylokokken haben, sind wir gerade dabei diese zu behandel und versuchen auch einiges um die Ansteckung zu mindern. z.B.: nach dem Melken werden sie in der Aufstallung für eine gewisse Zeit eingesperrt, damit sich der Milchkanal geschlossen hat bevor sie sich niederlegen
oder die Melkzeuge, welche bei diesen gewissen Kühen verwendet wurden, werden sofort desinfiziert 

was kann man noch machen?   ??? (außer hergeben)
Leider hat es solche Kühe getroffen, die ziemlich die besten sind von unseren Kühen  :(

z.B.: Soll man sofort nach Abnhame des Melkzeugs Dippen oder wie wir es bis jetzt immer gehandhabt haben, erst bevor die Melkpartie hinausgelassen wird vom Melkstand? Kann sowas Sinn machen?
kann man beim Futter auch was (besser) machen?

bitte um Tipps und Ratschläge um diese Keime zu reduzieren
Danke Sonnenblume
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: guzzi am 02.05.06, 12:15
Hallo Sonnenblume,

Dippen nach dem Melken hat einen besseren Erfolg,wenn du es sofort nach der Abnahme des Melkzeuges machst.
Dann besteht im Euter noch ein gewisses Vakuum und das Dipmittel gelangt auch in den Strichkanal und stellt eine noch grössere Barriere für die Keime und Bakterien dar.Dieses Vakuum besteht ca. 15-20 sec. nach der Melkzeugabnahme.

LG
guzzi
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 02.05.06, 17:28
Hallo Sonnenblume,

wir haben hier schon ein eigenes Thema über staph. aur. .... >>> http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=427.0 (http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=427.0)  habs für Dich mal angeschubst  ;) Da sind sicher einige Gemeinsamkeiten mit Eurem Betrieb dabei ???
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Agrele am 08.05.06, 22:21
Mal ne Frage in die Runde was für Eutersalbe zur vorbeugen (Euterentzündung ) wenn das Virtel etwas Hart wird und die Zellen so un die 250 000-500 000 liegen .wir habenim moment Euterminze das sagt uns aber nicht so zu.
Vor jahren hatten wir mal was mit Gampfer ist aber aus den Ferkehr genommen worden. und woher bezieht ihr Eurer Salben.
Danke für die Antworten
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Juett am 09.05.06, 13:32
Hallo Agrele,

wir sind auch begeisterte "Schmierer" ! Wir nehmen dazu NJP Liniment mit Pfefferminzöl. DAmit haben wir schon viele "angelaufene Viertel" wieder hingekriegt. Hilft auch gut bei Kreuzweh...
http://www.swissgenetics.ch/de/shop/njp_liniment/index.html das ist ein Link aus der Schweiz - gibt es aber auch in D !

Grüsse Jutta
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Sofie am 09.05.06, 16:10
Hallo !
Wir benützen auch die NJP Linimet Salbe ,wie Jutta ,und sind sehr zufrieden damit.
Noch ein Tip den ich auch öfters anwende:
Wenn ich merke ,das Euterviertel  ist nicht ganz in Ordnung, streiche ich es mit Quark,
 ein.
Viele Grüße Sofie
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Hitzewelle am 24.11.06, 11:11
Hallo,

hab da im Moment so ein Problem, mit den Zitzen einer Kuh. Handelt sich jedoch nicht um den eigenen Betrieb sondern melke da nur und der Betriebsleiter ist im Moment nicht zu erreichen bzw. wird heute operiert.

Die Zitzen waren heute morgen (wenn sie vorher schon so schlecht waren, hätte mir der Betriebsleiter sicher etwas gesagt) teilweise blutig und stark verkrustet und angeschwollen, also dicker als normal. . Vor einer Woche waren die Zitzen noch geschmeidig und normal, das weiß ich. Die Kuh hat jedoch von Natur aus sehr dicke Zitzen, die jetzt kaum noch in den Zitzenbecher passen. Sie hat dann natürlich auch dementsprechende Schmerzen und es ist erst nach einigen Versuchen gelungen, das Euter auszumelken, da wohl an einem Viertel der Strichkanal durch die angeschwollene Zitze und den Druck des Zitzenbechers verschlossen war.

Kann das evtl. ein Pilz (Flechte) oder Parasit sein? Evtl. Räude? Die Kuh hat Räude, aber bisher nur am Schwanz, das restliche Euter ist in Ordnung. Kann es evtl. auch eine allergische Reaktion auf ein neues Dippmittel sein? Ob das Mittel neu ist, weiß ich nicht, jedoch hab ich es jetzt mal weggelassen und die Zitzen nach dem Melken dick mit Melkfett eingerieben, dass sie geschmeidiger werden. Ist es sinnvoll, sie auch vor dem Melken noch mal (dünn) einzureiben?

Wenn der Betriebsleiter wieder zu erreichen ist, werde ich ihn jedenfalls fragen, ob es ihm vorher schon aufgefallen ist.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Nanne am 26.11.06, 20:35
Hallo,
zu festen Euterviertel fällt mir auch ein Mittel ein und zwar nehmen wir ab und zu bei Kühen die eh separat gemolken werden müssen
eine sehr starke Heparinsalbe, die wirkt durchblutungsfördernd. Haben schon einige Male gute Erfolge erzielt. Auch Quark hilft sehr gut bei heißen und verhärteten Eutervierteln.
Zum Thema Zitzenverletzungen hat unser neuer TA eine eigene Methode entwickelt, die in 4 Fällen schon dreimal erfolgreich war und zwar wie folgt:
Er macht die Zitze erst mit der Euterglocke durchgängig, danach hält er ein Metallteil, das man zum Strichkanalerweitern nimmt, in seinen Besamungskanister, damit dieses ganz frostig ist und schiebt es anschließend in den Strichkanal, damit dieser quasi vereist. Es braucht aber ein bißchen Erfahrung, damit die Zitze nicht ganz erfriert. Es hat aber den Vorteil, daß keine blutige Verletzung zurückbleibt, die jedesmal den Strichkanal wieder verschließt. Man muß noch einige Tage einen kurzen Zitzenstift einführen, dann ist es meistens abgeheilt - meistens.

Viele Grüße, :)
Nanne
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 27.11.06, 11:39
Hallo Nanne,

und was machst Du in der Zwischenzeit, wenn Du einen Zitzenstift noch ein paar Tage einführen mußt ???
Melken oder nicht melken, das "vereiste" Viertel ??? .... Vielleicht probier ich das mal aus.So Metallkanülen und Glocke hab ich. Wenn der Besamer kommt, dann frag ich ihn mal, wenn wieder so eine da ist mit Strichkanalverengung (durch Verletzung) . Entweder es geht schief ( gehts ja meistens sowieso) oder es funktioniert.

Das ist ja ein toller Tip .... macht Sinn...
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Nanne am 28.11.06, 16:23
Hallo Freya,

ich melke das Viertel mit. Wir benutzten in diesen Fällen kurze Silikon-Zitzenstifte, die muß man aber nach dem Einführen mit einem Zitzenverband fixieren, sonst rutscht der Stift alleine wieder heraus, das macht die Sache ein bißchen umständlich, hat aber wie gesagt schon einige Male gut funktioniert. Es passiert natürlich auch schon mal, daß noch eine Euterentzündung dazu kommt, sodaß man mit Eutertuben auch noch arbeiten muß, aber wenn nach dem Abheilen das Melken wieder besser funktioniert hat es sich rentiert. Es gibt nichts schlimmeres als wenn beim Melken die Milch aus einem Viertel nicht abläuft, sowas gibt Verdruß ohne Ende.

Grüße
Nanne
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 28.11.06, 16:47
Hallo Nanne, das kenne ich zu gut, nach Verletzung Strichkanalverengung - ewig rumarbeiten mit Kanüle und Zitzenstiften und dann noch Entzündung dazu.... Aber es ist auch schon mal gut gegangen...

Muss aber jetzt mal schnell was erzählen....
Ich habe eine Noriker-Tochter ( FV); die ist durch ihren Großvater = RExon berühmt und berüchtigt als Schlägerin. Wir beide haben uns aber zusammengerauft und wir kommen gut miteinander aus, weil ich genau weiß, was sie nicht will, z.B. Vormelken.
Eines Tages finde ich Flocken im Filterschlauch und ich renne sofort zu der Nena, weil sie die einzige ist, die ich nicht vormelke. Tatsächlich - dicke Flocken. Meinen Mann zur Hilfe geholt und Tuben rauf und in den Muskel AB gespritzt.
Zu zweit haben wir das grade noch geschafft.
Jetzt ging es aber daran, das Viertel auch gründlich auszumelken. Das war mir zu gefährlich .. Also nur mit dem Kannenmelkzeug. Die Eutertuben und das AB haben aber nicht so gewirkt wie erhofft und wenn man das Viertel nicht gut ausmelkt .... ???  Also habe ich in Kauf genommen, dass die gute Nena dreistrichig wird. Nun wollte mein Mann sie verkaufen ( schlachten) weil sie auch auf den andren 3 Vierteln nicht mehr all zu viel Milch gab. Aber wer kann denn ahnen, dass sie ganz aufhört mit der Milch ??? Inzwischen war sie aber trächtig und zwar von einem sehr guten Vererber. Obwohl ich mir jeden Tag anhören mußte, was MEINE Nena für eine Flasche ist .... wir haben sie behalten.
Dann habe ich sie irgendwann trockengestellt, weil es mir dann auch zu dumm wurde mit den 5 Litern :( ... Und weil der Trockensteller ja 4 Tuben hat, habe ich in alle Viertel den Trockensteller raufgetan. ( Orbenin extra) ...
Und was meint ihr, was passiert ist ???
Nena hat ein Kuhkalb bekommen vom Rainer (FV) und sie gibt auf allen 4 Vierteln Milch, als wäre nie etwas gewesen. Die erste MLP haben wir auch schon gemacht und nicht nur die Menge ist OK, auch die Inhaltsstoffe und der Zellgehalt.
Jetzt hab ich gut lachen. Mein Mann glaubts immer noch nicht, dass das Viertel wieder ganz OK ist.
Ist auch nicht 100 %-ig. Es braucht ein wenig nachmelken (ziehen). Aber ich hätte es auch nicht geglaubt.
So ist die Nena immer noch bei uns und darf dann wohl auch ihr 8. Kalb bekommen ..
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: heike am 28.11.06, 21:03
Klasse Freja

Deine Nena scheint sich gut erholt zu haben. Manchmal braucht man einfach ein bischen Geduld und Glück dann wird es wieder.
Herzlichen Glückwunsch.

Ich bin jetzt wohl nicht mehr einzige die über einen Kuhkälbersegen klagt 8). Obwohl zur Zeit ist es wohl eher halb und halb aber immer noch mehr weibliche Kälber als wir nötig haben :-\
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 29.11.06, 11:13
Danke Heike,

aber so ist das. Bei den Mistviechern wird das wieder gut. Wenn ich das bewußt gewollt hätte, dann wäre das sicher schief gegangen ;D ;D Hat sich auch gut geschont mit der Milchmenge auf den anderen 3 Vierteln :(

Aber die Nena ist sonst auch so strotzend vor Gesundheit, dass sie das wohl gut weggesteckt hat. Ihre 2 x Zwillinge hat sie auch "so nebenbei" rausgeschmissen; aufgestanden und weiter gefressen.

Vor 5 Jahren war ich doch mal auf einer AFO Show mit ihr ..... Weißt das noch ???
jetzt ist sie ein richtiger "Brocken" geworden. Groß und schwer und dick.... und mich immer anrempeln ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: martina-s am 29.11.06, 11:29
Ach, wenn es doch bei unserer Harfe auch so gegangen wäre wie bei Nena.
Die hat letzten Samstag gekalbt. Wir haben sie die ganze Trächtigkeit durchgemolken. Auf hinten rechts gibt sie nur noch Pudding. Und ich hatte die Intuition, dass ich da nicht mit Melken aufhören darf ohne dass das Kalb Schaden nimmt. Das hat mir dann auch TA bestätigt und mich bestärkt.
Nun gibt sie zwar auf den übrigen 3 Zitzen ordentlich Milch. Aber das kaputte Viertel immer noch Pudding.
Da ja viele Untersuchungen und Behandlungen nix gebracht haben werde ich ihr nach ausgibigen Zelltest wohl den Gang zu  Moksel nicht ersparen können :'(
Würden die drei Euterviertel im Zelltest gut ausfallen, dann würde ich sie als Dreistrich noch eine Weile behalten. Nun muß ich aber erst mal die Biestmilchzeit abwarten.
Ärgern tut es mich schon. Ist unsere Größte im Stall mit mind. 1,6 m Widerrist
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 29.11.06, 11:36
Martina, ich hatte schon mehrere 3-strichige Kühe, die viel mehr Milch gegeben haben, als manch andere mit 4.
Behalte sie mal. Die läuft shcon mit. Wenn das 4. Viertel sie nicht krank macht. *daumendrück*

Aber wie gesagt, das funktioniert nur bei Mistviechern, dass das wieder wird..... ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: heike am 29.11.06, 11:54
Hallo Freja

Klar erinnere ich mich an Nena. Ist doch schön wenn eine Outstanding- Kuh in der Herde hat auch wenn sie eigentlich einen Zickenkarakter hat.
Martina ich gebe Freja ganz recht, es kommt nicht auf die Anzahl der Zitzen bei der Milchleistung an. Ist aber schon gut das Kühe 4 Stück haben, da kann einiges wegfallen bevor da keine Milch mehr fliesst. Wir machen öfter, auch ohne Entzündung, mal dreistrichig oder zweistrichig einfach weil da, besonders bei Altmelkenden, nicht genug Flow ist. Nach dem Kalben läuft das wieder. Ich denke mir da oft das S.Aureus die Milchdrüse einfach ausser gefächt setzt ohne das man eine Entzündung finden kann.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: creimer am 09.02.07, 13:28
Hallo an alle BT´s,

wir haben zur Zeit mit einem großen Problem bei uns im Stall zu kämpfen. Mehrere unsere Kühe haben sich eine Zitzenverletzung zugezogen (vom Melken ist es nicht, wir wissen aber nicht woher)
die nicht heilen will. Folge Euterentzündungen, bis nur noch eitrige Flocken bzw. Eiter aus dem Viertel kommt (Dauer ca. 3-5 Tage). Am Schließmuskel bildet sich eine ganz dunkelrote bis fast schwarze glatte Kruste die nicht verheilen will. TA weiß auch keinen Rat. Behandlung mit Antibiotika ohne Erfolg.
Homöopathisch bisher leider auch noch nicht weiter gekommen.


Weiss von Euch einer Rat. bzw. hat einer von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht??
Rückantworten wären super.

Gruß aus dem Hunsrück
Claudia
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 09.02.07, 14:22
Hallo Claudia,


und Du hast sicher das Vakuum von der Melkanlage überprüfen lassen ??? GEnau messen, was an der Zitzenspitze ankommt ??? Keine Blindmelkzeiten ???
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Juett am 11.02.07, 16:39
Hallo Claudia,

ich würde "ferndiagnostisch" auch in die gleiche Richtung gehen wie Freya  ;) .

Wie alt sind Eure Zitzengummis ? Passen sie zu Euren Zitzen !?

Gruss Jutta
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Bergbauer am 11.02.07, 22:51
hallo Claudia,
habt ihr schonmal über die Blauzungenkrankheit nachgedacht?

Die soll ja im Zitzenbereich ähnlich zeigen.

Aber eigentlich sollten die Mücken ja nicht mehr aktivsein um diese Jahreszeit.

Gruss vom Nordrand des Westerwaldes

Bergbauer
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: creimer am 17.02.07, 16:51
Hallo an alle,

kann erst jetzt antworten, da ich meinen Beitrag nicht wiedergefunden habe.
Zitzengummis haben wir seit ewigen Zeiten die gleichen, sind zuletzt im Dezember gewechselt worden. Sind damit bisher sehr gut gefahren.

Da wir keine Probleme mit langer Melkzeit haben und eigentlich sehr zügig ausmelken, entstehen auch praktisch keine Blindmelkzeiten.

Blauzungenkrankheit haben wir noch nicht in Betracht gezogen. Hat damit jemand erfahrungen, wie sich das auswirkt??
Haben jetzt bei einer der betroffenen Kühe die Strichspitze wieder fast heile, aber aus dem Viertel kommt mal noch nur Eiter raus (Trotz AB-Behandlung).???

Gruß
Creimer
 
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Sonnenblume2 am 12.03.07, 10:00
Wer kennt sowas? Was ist das?
Was kann man am besten dagegen machen?

Es ist keine Verlerletzung.
Diese Wunde ist auf beiden Seiten des Euters.
Derzeit machen wir immer wieder die Kruste runter und sprühen "Blauspray" drauf oder wir geben eine Niveacreme drauf.


Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Nanne am 12.03.07, 13:13
Hallo Sonnenblume,
hatten solche Wunden auch schon. Ich habe das Gefühl, daß die irgendwie von innen heraus wachsen und dann aufbrechen.
Ich mach es wie ihr auch: die Kruste entfernen und irgendetwas Wundheilendes drauf geben : Wund-u.Heilsalbe,
Kamillenaufguß, Wundsteinessenz von Dr.Schaette etc.
Ist oft sehr langwierig.

Gruß,
Nanne
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: sabi(e)ne am 12.03.07, 13:26
Wäre es ein Pferd, würde ich Mauke sagen  ???
Aber an einem Kuhliegeplatz ist es doch nicht dauerfeucht, oder?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Juett am 12.03.07, 14:22
Hallo Maria,

Ich finde, es "riecht" danach, dass es ähnliche Ursachen hat, wie Eure offenen Stellen an den Sprunggelenken. Ich würde auch in Richtung Mortellaro oder anderen infektiösen Geschichten tippen. Am Euter sprühe ich am liebsten jodhaltiges Dippmittel auf solche Stellen. Wir haben aktuell bei unserer ältesten Tante ein solches Loch am Zentralbandansatz - sie hat es jedes Jahr zu Beginn der Laktation, wenn an diese Stelle wegen des großen Euters nach dem Kalben schlecht Luft kommt. Ich nehme die Euterbrause mit hartem Strahl um es auszuwaschen, trockne es mit Handschuhen und Einmaltüchern ab und sprühe anschliessend unser Dippmittel drauf (wir haben es eh im Sprüher, statt im Dipp-Becher). Mit Blauspray bin ich am Euter vorsichtig, da sind Tetrazykline drin und die können bei Anwendung am Euter hemmstoff-positive Milch machen... Mit den Stellen an den Hinterbeinen würde ich erst mal genauso vorgehen - außer wenn die Gelenke selbst geschwollen sind oder die Kühe lahm gehen. Dann muss man mit Antibiotika i.m. ran...

Gruss und alles Gute
Jutta
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: zara am 13.03.07, 00:31
Mit Blauspray bin ich am Euter vorsichtig, da sind Tetrazykline drin und die können bei Anwendung am Euter hemmstoff-positive Milch machen...

@ Juett

Für’s Euter (bei äusserlichen Zitzenverletzungen etc. – so was wie auf dem Foto hatte ich zum Glück noch nie!) nehm ich immer das CTC-Blauspray, da dies auf Milch und Fleisch KEINE Wartezeit hat, hab da auch vor Jahren beim TA nochmals nachgefragt und zur Antwort bekommen, dass dies hemmstoffmäßig absolut unbedenklich sei. Das OTC-Blauspray dagegen nehm ich nicht für’s Euter, obwohl es ja auf Milch auch keine Wartezeit hat, auf Fleisch jedoch zwei Tage.

Was für ein Blauspray meinst Du genau?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Juett am 13.03.07, 18:22
Hallo Zara,

ich denke, es ist Jacke wie Hose, welches Blauspray Du aufs Euter sprühst. In beiden Präparaten sind Tetrazyklin-Antibiotika drin (OTC = Oxytetrazyklin, CTC = Chlortetrazyklin) und auch beim CTC steht meines Wissens im Waschzettel, man sollte es nicht auf Euterwunden oder in der Nähe der Zitzen anwenden. Habe eben noch mal auf der Seite der Vet-Pharmakologie der Uni-Zürich geschaut, da wird das bestätigt.
http://www.vetpharm.unizh.ch/perldocs/index_t.htm
Leider kriege ich die entsprechende Chlortetrazyklin-Seite nicht verlinkt, musst Du bei Bedarf selbst dort suchen - sorry   ;) !!!

Ich finde das auch vom Gefühl her ziemlich heiss, auf eine Euterwunde jedwede Art eines Antibiotikums zu sprühen/kippen etc.

Natürlich muss man sich bei Euterwunden wie auf Marias Foto aber eh fragen, ob die Milch, die aus solchen Eutern kommt, laut Milch-Hygiene-Verordnung überhaupt noch genusstauglich ist.... Wenn man sie eh wegmilkt, würd ich draufsprühen, was grad im Haus ist...

Gruss
Jutta
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: ELLI47 am 19.03.07, 19:30
HALLO
Wir hatten am Freitag eine Kuh die hat am 10 März ihr 2.tes Kalb bekommen. :)
Morgens war die Welt noch in Ordnung,abends liegt die Kuh fest und ist kalt. ???
Also haben wir den Tierarzt gerufen,weil wir der Meinung waren sie hat Milchfieber.
ER hat sie untersucht und fest gestellt Milchfieber und eine Euterentzündung, :o
die war morgens noch nicht da.Naja,dann muß er die halt auch noch behandeln
(hab ich gedacht).Wenn sie Samstag morgen noch nicht steht ,halt anrufen,sonst
kommt er abends automatisch.
Die Kuh stand am Samstag morgen natürlich nicht. :o
Der Tierarzt kam und stellte fest,das das eine ganz agressive Art von Euterentzündung
ist und alle Kühe schaffen es nicht. ???Der Tierarzt kam am Samstag abend,Sonntag morgen,
am Abend zweimal und heute morgen beim Melken hat sie dann den "Löffel" abgegeben! :'(
Das habe ich noch nie gehabt das eine Kuh an einer Euterentzündung innerhalb von drei
Tagen stirbt! :'(
  LG Elli
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Conchita am 20.03.07, 11:00
Elli, das muss ja ein ganz aggressiver Käfer gewesen sein! Hatte auch gerade eine, mit Ketose und Mastitis, das erste AB hat nicht gewirkt, das zweite zum Glück schon. Ketose habe ich mit Natrium propionat und Mariendistel in den Griff bekommen.

Zu den Wunden: ich spraye bei Euter und Zitzenverletzungen immer Similisan "Verletzungsspray" drauf. Gibt eine super Wundheilung! Sogar meine Mann war begeistert. Ist zwar nicht für Tiere registriert, aber wenns nützt ist mir das eigentlich egal!
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 20.03.07, 11:40
Hallo Elli, *mitfühl* ..... aber eine Kuh stirbt nicht, sie verendet....... das macht es leichter ?

Was meint denn der Tierarzt, was es eine Coli - Infektion ???
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: ELLI47 am 20.03.07, 19:22
Hallo
Wo du Recht hast,hast du Recht! Freya
Kann nicht genau sagen was für einen Virus ,
ich weiß nur,es gibt ihn in zwei Formen.Einmal wird die Kuh mager und muß rasch zum Schlachter und hier gibt es halt eine Blutvergiftung.
Namen sind für mich wie Schall und Rauch.Kann ich mir nie merken.
 Sie ist heute auch schon abgeholt worden und auf den Stand habe ich eine andere hingebunden,fällt nicht mehr auf!
  LG Elli
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Christel Nolte am 29.04.07, 22:03
Habt ihr schon mal Kühe durchgemolken, d.h. nicht mehr trockenstellen können, weil die Damen aus einer früheren Besamung als der letzten kalben? Was taugt dann die Biestmilch, wenn es denn welche geben wird? Unsere Dina sollte Anfang Juli kalben und wir wollten sie demnächst trockenstellen (ich wollte schon längst, weil sie vielleicht noch 10 L gibt, aber GöGä beharrte auf seinen 7-8 Wochen). Nun hat er vorgestern festgestellt, dass die Scheide schon anschwillt und sie wohl schon diese Woche kalben wird, einen passenden Besamungstermin dazu gäbe es ja. Natürlich sofort aufgehört mit melken.

Etwas ähnliches hatten wir mal mit einer Mutterkuh, da hat das Vorjahreskalb noch gesogen, als plötzlich ein neues Kälbchen da war. Dem hats aber nicht geschadet, hat sich gut entwickelt. . Unser Tierarzt hat sich nicht so richtig geäußert, die von der TiHo Hannover, da waren wir damals zufällig, meinten, dass gäb keine Kolostralmilch, da sollten wir lieber was auftauen und zufüttern, aber mach das mal bei ner Mutterkuh ;D.
Wie sind Eure Erfahrungen?
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Christel Nolte am 04.05.07, 10:39
Sowas scheint wohl niemandem zu passieren....
 AlsO Kuh hat am 1 Mai gekalbt, Kalb hat 2 x eingefrorene Biestmilch bekommen (natürlich aufgetaut ;D) zur Sicherheit, die Muttermilch sah aber auch nach Kolostrum aus und nicht so weiß wie Milch, aber man weiß ja nicht, was drin ist. Beide sind wohlauf, Mutter gibt noch wenig Milch, wen wunderts.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: ELLI47 am 04.05.07, 13:49
Hallo Christel
Sicher ist das uns schon passiert.
Habe das jetzt erst gelesen.War die Tage nicht im Netz.
Da ich keine eingefrorene Milch hatte,gabs das was da war.
Hat dem Kalb nicht geschadet.
Ich hätte da nicht mit dem Melken aufgehört,da wir schon
dadurch richtig schöne Entzündungen ausgelöst haben.
Ist aber ja wohl gut gegangen.
   LG Elli
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: sandra am 14.06.07, 08:30
So, ich hab eine Kuh mit Euterödem. Habs schon mit Apis und Lymphomyosot probiert, aber irgendwie hilft das nicht wirklich. Sie hat jetzt inzwischen vor 8 Wochen gekalbt. Klar, ein bisserl besser ist es inzwischen schon geworden. Aber die letzten Minuten Melkzeit muss ich das Geschirr immer noch festhalten.

Ödem ist vor allem auf der rechten Seite, links wirklich nur ganz minimal. Die Kuh ist jetzt auch noch nicht so wahnsinnig alt (3 KB). Melken geht so, kommt zur Zeit etwa auf 32 l.

Ist eine helle Kuh, lässt sich relativ gut melken, aber sobald das Melkzeug anfängt zu pfeifen, tickt sie aus und das Zeug muss unbedingt runter - meint sie, auch wenn sie noch nicht mit melken fertig ist.

Was macht ihr bei so einem Euterödem  ???

Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 14.06.07, 14:43
Hallo Sandra,
da kann ich Dich gut verstehen, dass Du es bald leid bist mit der. Bei aller Liebe.... *nervig*

Also ich habe auch 2 so Kühe, die kann ich die ersten 4 Wochen nur 2 rechts und dann 2 links melken, weil ich mit homöopathischen Mitteln ( Lymphomiosot, Apis ) keine tiefgreifenden Erfolge erzielen kann. Bei der einen Kuh war es mir dann aber auch bald zu dumm und ich habe
mir vom Tierarzt Naquadem geholt. Das ist Pulver in Tüten und man gibt das 2 x aufs Futter 3 Tage lang. Da ist es erheblich besser geworden, so dass ich wieder 4 Becher anstecken konnte. zusätzlich habe ich das Euter mit einem in heisses Wasser getauchten Lappen abgerieben um die Durchblutung anzuregen. Mittel mit Kampfer und Minze vertragen sich nicht mit Homöopathie.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: sandra am 14.06.07, 15:53
Naquadem hab ich schon zum Kalben probiert... hat aber auch keinen wirklich durchschlagenden Erfolg gebracht  ::)
Wenn ich es mir jetzt noch mal hol, kann ich in der Zeit + einen tag wieder die Milch net abliefern...  :P

Manchmal ist es echt zum...  :-X
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Nanne am 14.06.07, 21:23
Hallo Sandra,
haben auch 2 Kühe mit großen, weiten Eutern bei denen das Melkzeug ständig abrutscht bzw. sich schon gar nicht ansetzen lässt.
Wir habens gemacht wie Petra2. Unser Melkmaschinenmonteur hat uns in ein extra Melkzeug kleine Kupferröhrchen eingesetzt, so dass die Schläuche um einiges länger werden und sich die Zitzenbecher besser ansetzen lassen.
Funktioniert recht gut.

Gruß,
Nanne
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 14.06.07, 22:00

Ich habe die längsten Zitzengummis von De Laval die es gibt und trotzdem kann ich bei meinen 2 Damen nicht alle 4 auf einmal anstecken. Ich mach es mit 2 Blind-Stöpseln. Also 2 Zitzenbecher zu und die andern 2 melken. Wenn die Kühe einigermaßen ruhig stehen, dann geht es. Wenn sie rumhampeln, dann geht es nicht. Ich hatte mal eine, die habe ich 4 Jahre lang so melken müssen nach dem Kalben. Hat halt doppelt so lange gedauert. Aber 4-6 Wochen gehen auch rum.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: sandra am 15.06.07, 07:25
Es ist eigenltich nicht so, dass das Euter so wahnsinnig breit wäre. Ist ja wenigstens was...

Aber das Ödem ist auf der rechten Seite, aber so unten zur Mitte vom Euter hin. Jetzt wenn das Euter langsam leer wird und somit auf den Seiten etwas schmaler, und unten in der Mitte ist das doch härtere Ödem und gibt kaum nach, fängts an den Seiten an zu pfeifen...  ::)

Echt mistig sowas. Aber nach nun schlappen 8!!! Wochen könnts schon mal aufhören!!! So langsam bin ichs echt leid...
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 15.06.07, 10:59
Hallo Sandra,
versuch doch mal folgendes ... wenns anfängt zu pfeifen, stopfst Du ein wenig mit dem Finger  den Zipfel eines sauberen Lappen zwischen Gummi uns Zitze, bis es aufhört zu pfeifen. Dann melkt es in der Regel noch aus... wenn die Kuh still steht. Hab ich auch schon gemacht.
Versuch mach kluch.....  Versteh ich gut, wie genervt Du bist, aber die Kuh kann auch nix dafür. Es gab früher hier einen TA, der hat empfohlen der Kuh das Trinkwasser abzudrehen (einen Stein ins Tränkebecken legen, so dass die Zunge nicht gedrückt werden kann). Das soll angeblich auch helfen. Ich hab das aber nie versucht und werde es auch nicht ausprobieren. Außerdem teilen sich bei mir 2 Kühe ein Tränkebecken.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Juett am 15.06.07, 11:54

Es gab früher hier einen TA, der hat empfohlen der Kuh das Trinkwasser abzudrehen (einen Stein ins Tränkebecken legen, so dass die Zunge nicht gedrückt werden kann). Das soll angeblich auch helfen. Ich hab das aber nie versucht und werde es auch nicht ausprobieren. Außerdem teilen sich bei mir 2 Kühe ein Tränkebecken.

Hallo Freya,

na hoffentlich ist DER Kollege schon lange im Ruhestand... :-X Einer frischgekalbten Kuh das Wasser abzudrehen ist ja wohl der aller hinterletzte Tipp, den man geben kann...  ::) :o Der hat wohl auch noch nie was davon gehört, dass Kühe ohne Wasser aufhören zu fressen ?! Dann haben sie vielleicht kein Euterödem mehr - bezweifle zwar, ob das was nutzt ??? -aber dafür garantiert eine Ketose... vom Tierschutzaspekt mal ganz abgesehen... >:( >:( >:(

Also neeeeeee, solche weisen Ratschläge können mich echt auf die Palme bringen...

Liebe Grüsse
Jutta
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 15.06.07, 12:22
Ja Jutta, aber immer wieder fällt mir das ein, dass dieser TA ( praktiziert nicht mehr ) das mal gesagt hat... Eben weil es so absurd ist, kann frau das nicht vergessen. ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: geli.G am 10.07.07, 11:09
Hallo,

ihr Bäuerinnen hier, dir ihr eure Kühe homöopathisch behandelt ;)..... mit welchem Mittel dippt ihr die Zitzen? Unser jodhaltiges Mittel ist aus und jetzt weiß ich nicht was wir kaufen sollen  :-\
 
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Lotta am 10.07.07, 11:17
Hallo Geli!

Wir dippen gar nicht mher!

Und siehe da- die Zellzahl ist runtergegangen. Wir haben früher auch jodhaltige Dippmittel benutzt und irgendwann haben uns immer mehr Leute berichtet das sie nicht mehr dippen. Voller Skepsis hat Göga mir den Gefallen getan aufzuhören.

Ich finds gut- weniger Zellzahl, weniger Arbeit, weniger Kosten  8)

Leuchtet ja auch irgendwie ein- man geht die Reihe am Euter entlang mit dem Dippbecher, andererseits trägt man Handschuhe um Infektionen nicht weiterzutragen.

Wichtig ist, die Euter gut sauberzumachen und die Boxen immer trocken und sauber zu halten. Bei Zellzahltieren Phytolacca C30 anwenden.

(Aber das gehört dann in die Naturheilkunde Box  ;) )

Viele grüsse

Lotta
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 10.07.07, 11:38
Hallo Lotta,

dippen tu ich auch nicht, aber Dippmittel sprühen ;) ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Juett am 10.07.07, 11:46
Hallo Geli,

ichbin bekennender Dipp-Fan ! Allerdings dippen wir nicht im eigentlichen Sinne, sondern sprühen mit so einer Flasche, die nach oben sprüht (wie Freya  ;))- wegen der Verschleppungsgefahr von Eutergeschichten mit dem Dippbecher.
Was mir auffällt, seit wir im Melkstand melken, ist, dass doch sofort nach dem Abnehmen des Melkzeugs Fliegen an die Zitzenspitze sitzen, wo ja immer noch ein Rest Milchtropfen hängt. Das ist mir im Anbindestall gar nie so aufgefallen, weil man da ja immer gleich das Melkzeug mitnimmt und wegläuft und ausserdem das Euter nicht so auf Augenhöhe hat. In meinen Augen sind Fliegen dabei eine der Euterkrankheitserregerüberträger Nr. 1 von Kuh zu Kuh. Dippt/Sprüht man die Zitzen mit Desinfektionslösung ein, geht keine Fliege mehr dran. Ich denke, dass ist der wichtigste positve Effekt des Dippens/Sprühens. Seit wir das konsequent machen, haben wir v.a. im Sommer viiiiiiel bessere Zellgehalte - allerdings gehört die restliche Hygiene, die Lotta nennt, auch mit dazu. Ich denke aber, Du kannst Liegeflächen sauber halten wie Du willst, wenn die Fliegen an der frischabgehängten Zitzenspitze hocken, ist diese Hygiene für die Katz...

Gruss Jutta
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: sandra am 23.07.07, 09:31
So, jetzt mal ne Frage oder besser zwei...  ;D

Dippt oder sprüht ihr nach dem Melken? Warum (egal, ob ja oder nein als Antwort rauskommt...  ::) ) ?

Und vor allem: Welches Mittelchen nehmt ihr?

Gibt ja soooo viele verschiedene!!!
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 23.07.07, 11:43
Hallo,

wir müssen sprühen denn die Robbis können nicht anders,
Der Verbrauch an Dippmittel ist somit ja erwiesener Maßen höher. Es lassen sich auch nicht alle sprühfähigen Dippmittel problemlos sprühen. Habe schon ein paar mal die Anlage reinigen müssen weil verstopft durch irgendwelche Farbmittel die auskristalisieren und dann  verkleben  >:(
Wirklich am sprühen war bei mir bis jetzt
Das delaval Joddippmittel vor urzeiten hat sich auch super srühen lassen.
Das Upersan Dipp von Wofa lässt sich auch gut sprühen
Zur Zeit teste ich "Germstopp" von Westfalia das lässt sich tatsächlich auch sprühen (hat mir vorher der Vertreter auch empfohlen und ich habs wie immer nicht geglaubt  ::) )

Wenn das wirklich auch funktioniert werde ich wohl nicht mehr herumpröbeln.

LG Mathilde
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: ELLI47 am 23.07.07, 14:29
hallo
Wir dippen mit Becher.Im Moment teste ich etwas aus.
Habe mich am Telefon beraten lassen,und habe das Superangebot bestellt.
ES heißt Greendipp und ist auf Milchsäure Basis und mit Japanisches Minzöl
gefällt mir super.
  LG Elli
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 24.07.07, 00:29
Hallo Elli,
nur als zusatzinfo für dich .... minze und kampfer sind gegenmittel bei homöopathischer behandlung - wenns denn mal so wäre ... ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Michaela S. am 26.07.07, 11:10
Hallo alle miteinander!

Wir haben grad eine Kuh, mit einer ganz bösen Euterentzündung. Die akute Phase ist zwar vorbei und sie bekommt im Moment Antibiotika, aber das Viertel ist steinhart. Als hätte sie eine Ziegelstein drinnen. 
Ich hab mal irgendwo etwas gelesen, über ein homöopathisches Mittel, das bereits für verloren geglaubte Viertel "noch geretet werden können". Kommt das irgendjemandem bekannt vor?? Wobei ich befürchte, das es bei der Marion schon zu spät ist :'(

MfG Michi
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Dette am 14.10.07, 09:20
Hallo zusammen,
gestern hat unser Pustertalerrind gekalbt.  Ganz normal und termingerecht, nur das Tier hat überhaubt nicht aufgeeutert, also auch entsprechend nur ganz wenig Milch. Gibt es eine Möglichkeit, außer das Tier zu schlachten?
Gruß Dette
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Lotta am 14.10.07, 12:38
Hallo Dette!

Das selbe Problem habe ich zur Zeit auch.

2 unserer HF hatten vorgestern Termin, TA sagt, laut Befund kalben sie auch in den nächsten Tagen- aber Euter? Fehlanzeige!

Gar nichts! Habe Blutuntersuchungen machen lassen, Ergebnisse sollen nächste Woche kommen. Irgendwas fehlt da doch  :-\

Bin mal gespannt....

Liebe grüsse

Lotta
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Dette am 14.10.07, 19:08
Hsllo Lotta,
das Ergebnis würde mich auch interressieren.
Gruß Dette
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Frieda am 15.10.07, 10:18
Hallo,

kommt bei uns auch ab und zu vor. Wir melken solche mal eine Weile. Viele kommen noch zu Milch. Wenn sie nach 2 bis 3 Wochen immer noch keine geben, dann schlachten wir sie halt doch :-\. Aber wir haben jetzt erst eine Jungkuh zur Zucht mit 28,8kg Milch verkauft, bei der ich nach dem Kalben das Euter fast nicht gefunden hab ;)
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Frieda am 15.10.07, 10:19
Ach noch was, mein Mann meint dann auch immer gleich: Die kann man schlachten. Ich bin immer dafür erst mal abzuwarten.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: schnute am 16.10.07, 21:15
Hallo,

nur so als Idee, käme vielleicht die Blauzungenkrankheit in Frage?

Unsere Ammenkühe lassen ganz stark in der Milchleistung nach während der Erkrankung.
Eine erkrankte Kuh, die kurz vorm Kalben stand, zeigte auch wenig Euter. Ein Viertel war nach der Kalbung sogar ganz ohne Milchfluß. In den folgenden Wochen normalisierte sich das dann wieder, obwohl die volle Leistung noch nicht wieder erreicht wurde (bei allen Vierteln).

Viele Grüße schnute
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: eifelrosi am 08.11.07, 21:11
Hallo an alle,

ich hab in der letzten top agrar einen Bericht über das Melken von Rindern vor dem ersten Kalben gelesen. Hat jemand von Euch Erfahrung damit? Wir hatten in letzter Zeit auch einige Rinder, die uns richtig leid taten vor dem Kalben, weil sie schon so ein pralles und großes Euter hatten. Da wir die Rinder eh ca. 5-6 Wochen vor dem Kalben in der Kuhherde mitlaufen lassen, auch durch den Melkstand, wäre das ja dann auch kein Aufwand, sie mitzumelken.
Auf Antwort wartet
Roswitha

P.S. Milch von Zellkandidatinnen werden bei uns auch schon lange nicht mehr an Kälber gegeben, höchstens an Bullenkälber, die eh nach 14 Tagen weggehen - genauso wie Hemmstoffmilch
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: heike am 08.11.07, 22:04
Hallo roswitha

Machen kann man das schon aber dann hast du keine Biestmilch für das Kalb. Wir haben das noch nie gemacht. Ihr könnt es ja ausprobieren.
Warum fütterst du keine Milch von Zellzahlkühen an die Kälber? ich mache das immer und kann nicht sehen wie ihnen das schaden sollte, solange die Milch aussieht und riecht wie Milch. Hemmstoffmilch haben wir selten da wir fast nicht mehr trocken stellen lassen und nur sehr selten eine Kuh mit Anbiotikabehandlung haben.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: creimer am 08.11.07, 22:21
Hallo Heike,

die Zellenmilch, oder Milch von Kühen mit Mastitis würde ich auch nicht an weibliche Kälber vertränken, da damit die Krankheitserreger schon in das Kalb kommen und damit eine Neigung zu Euterentzündung späterer Kühe schaffen könnte. An Bullenkälber, die sowieso nur geschlachtet werden ist es doch egal.

Claudia
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: eifelrosi am 08.11.07, 23:12
Hallo Heike,
wie Claudia es auch schon gesagt hat, soll es halt einige Krankheitserreger geben, die über die Milch weiter gegeben werden und dann später zu Problemen führen können. Wenn eine Kuh eine zu hohe Zellzahl hat, ist halt was nicht in Ordnung, auch wenn's manchmal hart ist, die Milch wegzuschütten.
Wir haben Gott sei Dank nur noch ein paar Ausreißerkühe mit Zellzahlen und den Gesamtschnitt o.k.
Biestmilch hab ich immer einen Vorrat eingefroren von älteren Kühen, da die ja auch besser ist als die von Erstkalbinnen, von daher wäre das dann kein Problem.
Roswitha
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Nanne am 13.11.07, 10:30
Hallo,
ich weiß nicht, ob das hier die richtige Box ist, aber wir haben momentan ein Problem:
Eine Kuh hat am 7.11. gekalbt, ganz alleine, Kalb gesund, Kuh gesund aber sie gibt kaum Milch.
Hat auch jetzt nach fast einer Woche kaum Milch, probieren es jetzt nochmal mit Oxytocin, weiss aber nicht , ob das hilft.
Hat damit jemand Erfahrung oder Tipps?

Nanne
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Jacky am 13.11.07, 11:08
Hallo Nanne,

so richtig weiterhelfen kann ich dir da wohl auch nicht. Aber wir hatten vor etwa drei Wochen eine Weinold-Kalbin, die auch kaum Milch gab, nicht mal fürs Kalb hats richtig gereicht. Konnt mir aber nicht vorstellen, dass sie wirklich so wenig hatte, den sie hatte wirklich ein schönes Euter und sah nach Milch aus. Nach drei Tagen hab ichs mit Oxytocin probiert und siehe da, plötzlich hatte ich sieben Liter in der Kanne. Inzwischen gibt sie täglich über 25l und lässt sich ohne Oxytocin melken. Also probiers einfach mal!
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Frieda am 13.11.07, 13:39
Hallo Nanne,

wie schaut denn das Euter der Kuh aus? Ist es eher voll oder schaut sie von vornherein aus, als ob nichts drin wäre? Ist es eine Kuh oder Jungkuh?
Ein Versuch ist Oxytocin sicherlich wert. Ansonsten  kann es auch helfen mit Besamungshandschuh in den Darm zu langen und den Beckenboden (bzw. Tragsack) zu massieren. Darauf reagieren grade Jungkühe, die zwar Milch haben, aber die nicht hergeben.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: züsi am 13.11.07, 15:11
hallo,
wir hatten das problem kürzlich auch mit einer frischgekalbten, mit dem oxytocin gings erst auch nicht, dann nach
einem weiteren tag hat TA direkt ins blut gespritzt liess sie etwas milch laufen. nach nochmaligem versuch am
andern tag gings plötzlich und jetzt ist sie gut in milch.
aber ich habe ein anderes problem, heute früh hatte ich 2 stierige kühe, sind aufgeritten und auch sonst etwas
hektisch rumgesaust und prompt einer noch in der boxe liegenden aufs euter draufgestanden. die hat denn auch
wirklich nachher blutige milch gegeben. was macht ihr in sonem fall mit dem euter, dass es schnell wieder gut ist??
für tips wäre ich dankbar
gruss susanne
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: geli.G am 13.11.07, 22:04
aber ich habe ein anderes problem, heute früh hatte ich 2 stierige kühe, sind aufgeritten und auch sonst etwas
hektisch rumgesaust und prompt einer noch in der boxe liegenden aufs euter draufgestanden. die hat denn auch
wirklich nachher blutige milch gegeben. was macht ihr in sonem fall mit dem euter, dass es schnell wieder gut ist??
für tips wäre ich dankbar
gruss susanne

Hallo züsi,

bei Verletzungen immer zuerst Arnica geben. Wenn der Schließmuskel in Mitleidenschaft gezogen ist kannst du nach zwei Tagen Hypericum geben.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Vöglein am 14.11.07, 15:30

Hemmstoffmilch haben wir selten da wir fast nicht mehr trocken stellen lassen und nur sehr selten eine Kuh mit Anbiotikabehandlung haben.

Hallo heike,

kann ich das so verstehen, das ihr nur noch ohne Trockensteller arbeitet, oder das gar nicht mehr trocken
stellt ?

Grüße Andrea
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: heike am 15.11.07, 11:09
Hallo Andrea

Ja wir stellen die meisten unserer Kühe um die 8 Wochen trocken. Aber nicht mehr mit antibiotischen Trockenstellern.
Wenn es nötig ist oder mein Mann es für nötig hält bekommen die Kühe Hameomamil oder Hameoseptil (homöopatische Medizin/Altavet) auf die Nase/ins Maul gespritzt. Eventuell wird auch während der Trockenstellerzeit ein Euterviertel nochmals, von Hand saubergemolken. Damit fahren wir im Moment sehr gut.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: heike am 15.11.07, 11:17
Hallo Heike,

die Zellenmilch, oder Milch von Kühen mit Mastitis würde ich auch nicht an weibliche Kälber vertränken, da damit die Krankheitserreger schon in das Kalb kommen und damit eine Neigung zu Euterentzündung späterer Kühe schaffen könnte.
Claudia
Hallo Claudia
Dieses Gerücht machte hier auch die Runde. Diesen sommer stand ein Bericht in der Fachzeitung, das man keine Euterzündung durch an Kälber verfütterte Zellenmilch hervorrufen kann, das sei einfach nicht möglich. Und das glaube ich auch den sonst müssten ja die Färsen schon Mastitis haben.

Ich weiss aber schon das man keine Vollmilch an Kälber verfüttern darf wenn man Paratuberkulose oder Samonella Dublin in der Herde hat. Das haben wir zum Glück nicht.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Nanne am 16.11.07, 13:06
Hallo,
danke für die Tipps wegen der Kuh, die keine Milch gibt. Das Euter schaut nicht sehr voll aus eher wie trockenstehend, Habs mit Oxytocin probiert, Milchmenge hat sich verdoppelt ;D von 2 auf 4 Liter ??? toll was.
Ich glaub, das gute Tier darf nächste Woche "Auto fahren".

LG
Nanne
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: heike am 16.11.07, 15:39
hej nanne

Wäre das meine Kuh dann würde ich sie in eine Tiefstreubox geben und ihr ein oder zwei fähige Kälber zum besaugen geben, eine Zeitlang.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Gislinde am 16.11.07, 16:35
Kälber saugen lassen kann helfen, wir hatten mal eine Erstkalbin mit kleinen dünnen Zitzen, so daß kein Melkzeug gehalten hat.
Einige Wochen Kalb saugen lassen, das Euter hat sich entwickelt.
Aber im letzten Jahr hhatten wir auch so eine schön gewachsenen Jungkuh, die auf keine Leistung, ging auch zum Schlachten.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Mathilde am 16.11.07, 17:29
Hallo Heike,

ich glaube aber schon dass das verfüttern der Zellmilch auswirkungen hat auf die Färsen. Färsenmastitis ist kein zu unterschätzendes Problem. Ich setze da sogar noch viel früher an nämlich bei der Biestmilch. Wollte mal im Netz gucken ob da irgendeine Doktorarbeit oder sowas existiert. Wie lässt sich denn sonst erklären dass es Färsen in meinem Bestand gibt die bevor sie jemals den MR gesehen haben schon Aureus haben? Ich habe das dann zurückverfolgt und festgestellt dass die Mütter in der Regel auch bei meinen Viertelgemelksproben mit Aurus aufgefallen waren. Am drastisten war es bei einer Färse die hatte auf 4 Aurus und halt Dich fest die Mutter auch  ::)
Aber nicht dass mir jetzt jemand die Links zur verfütterung von Zellmilch hier reinschreibt die kenne ich, wir suchen speziell die Biestmilch Variante.

LG Mathilde

 
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: heike am 16.11.07, 18:47
Hallo Brigitte

Die Anfälligkeit auf Mastitis ist vererblich ::). Such dir die Kälberväter nach ihrem Mastitisindex aus und die Färsenmastitis verschwindet auch mit Zeit.
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: leni am 15.02.08, 12:01
 Hallo
 es ist wieder mal soweit

bei mir hat sich eine Kuh  den Strichen getreten

die Milch ging gestern noch gut raus heute trotz Wachsstrich schlechter

wieder die Frage  Kanal aufschneiden oder nicht  ??

wer hat  Erfahrung damit ???

tschüß Leni
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Nanne am 15.02.08, 15:03
Hallo Leni,
hab das schon mal geschrieben in irgendeiner Rubrik.
Unser Arzt hat die Strichen erst mit Euterglocke "ausgeputzt" und dann vereist, d.h. er hat dieses Teil zum Strichkanalerweitern in seinen Besamungskanister versenkt und anschließend kurz in den kranken Strichen eingeführt, damit die entstandenen inneren Wunden vereist waren. Hat bei zwei Kühen vor einiger Zeit ganz gut funktioniert, bei einer hats nicht geklappt. Ich weiß auch nicht, ob das in deinem Fall was hilft.

Gruß
Nanne
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Moni am 15.02.08, 16:23
Hallo Leni,

Ich tue nichts in den Strichkanal, die Kuh bekommt zum Melken Oxytocin (vom TA)melke sie und zuletzt Calendulasalbe auf den Strichen.

Gruß Moni
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Freya am 13.03.08, 12:15
Hallo,
heute hat der TA mir empfohlen bei meiner Kuh Ina 2 Viertel zu veröden, die wohl nicht mehr zu retten sind, da behandlungsresistent. Die Kuh ist trächtig und ich möchte sie noch behalten.
Also hat er mir Tabletten gegeben, Wasserstoffperoxid, die ich in Wasser auflösen soll und davon je 50ml in jedes Viertel. Wenn was ist, soll ich wieder anrufen.

Habt ihr Erfahrung mit solcher Methode ? Ich habe noch technische Schwierigkeiten mit dieser 60 ml Spritze, die ich einhändig nicht bedienen kann. Ich denke ich werde mit Kanüle und einer Infusionsflasche arbeiten mit Infusionsschlauch. Mit der Spritze krieg ich da nix rein in das harte Viertel... Wer hat das schon gemacht und war die Prozedur erfolgreich ?? Ich habe Tabletten bekommen für 14 Tage 2 x täglich :( :( :(
Titel: Re: Euter von A-Z
Beitrag von: Nanne am 13.03.08, 12:20
Hallo Freya,
ich hab in letzter Zeit bei 2 Kühen je ein Viertel veröden müssen und zwar mit einer 8%-Lotagen-Lösung.
TAin hat mir eine Infusionsflasche mit Schlauch und vorne eine Zitztenkanüle dran, dagelassen und wir haben die Viertel ausgemolken und soviel von der Infusion reinlaufen lassen, wie reinging. Beide Kühe bekamen kein Fieber, die Viertel wurden nicht mehr gemolken oder irgendwie behandelt. Es haben aber beide Kühe Eiterbeulen bekommen, die jetzt aufgegangen sind, hat aber den Kühen gesundheitlich nichts ausgemacht. Die Methode mit Wasserstoffperoxid kenn ich nicht und hab auch keine Erfahrung.

War eigentlich selbst überrascht, daß das so problemlos ging mit dem Veröden mit Lotagen.

Gruß
Nanne