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Getreidedokumentation

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martina:
Ab Ernte 2005 ist eine 3-phasige Getreidedokumentation Pflicht.

Anbau- oder Schlagdokumentation
- alle Maßnahmen, die den Schlag betreffen, müssen dokumentiert werden
- es besteht keine fest Formvorschrift, eine Ackerschlagkatei reicht aus

Lagerdokumentation
- dafür wurden zb. vom niedersächsischen Landvolk Vordrucke entwickelt, die man sich dort runterladen bzw in Papierform erhalten kann, als Kopiervorlage, meine Ackerschlagkartei kann das auch, ich muß die Daten nur eingeben --> ncoh mehr Schreibarbeit :(

Wichtige Angaben zur Getreidelagerung
- Name, Anschrift des Betriebes
- Lagerbezeichnung udn Art (Hochsilo, Flachlager)
- Produktherkunft, auf welchem Schlag wurde das Erntegut angebaut? (Greift auf die Schalgdokumentaion zurück)
- Vorreinigung des Lagers
- Lagerschutzmaßnahmen mit Angabe evtl. Schädlingsbekämpfungsmittel
- Belüftungsmaßnahmen
- Lagerüberwachung- und Kontrolle (wer, wann, wie, was)

Transportdokumentation
- eigentlich erst für den Transport vom /Zwischen-) Lager zur Erfassungsstelle (Landhandel/Verarbeitung) gedacht
- zertifizierte Landhändler machen auch stichprobenartig bei der Ersterfassung, also Feld-Handel-Transport eine Dokumentation zur Bedingung

Wichtige Angaben
- Adresse des Lieferanten
- Name des Frachtführers, evt. Adrese des Spediteurs
- Bezeichnung Transportgut
- Ort der Verladung
- Ort der Entladung
- Lieferschein-Nr.
- Verladedatum
- Entladedatum
- Angaben zum Transportfahrzeug
  * Transportmittel zb Schleppergespann, Gliederzug,
  * Amtliches Kennzeichen
- Angaben über Produkte der letzten 3 Touren und die durchgeführten Reinigungsmaßnahmen
 (aufpassen bei Gliederzügen, können unterschiedliche Vorfrachten haben)
- Ort, Datum, Unterschrift

Auch für dieTransportdokumentation gibt es wieder fertige Vordrucke ua. vom Landvolk.

Am einfachsten ist es, das Getreide vom Spediteur fahren zu lassen (ich wüßte da einen ;) ) dann hat der das Problem mit der Transportdokumentation.

Spediteure, die Futtermittelgetreide transportieren, müssen zb. nach GMP07 (Straßentransport Futtermittel) zertifiziert sein, ist Vorschrift.

Wer dazu etwas nachlesen möchte, kann das tun.

Fabi_Goe:
Hallo Martina,


--- Zitat von: martina am 08.06.05, 22:03 ---Ab Ernte 2005 ist eine 3-phasige Getreidedokumentation Pflicht.

--- Ende Zitat ---

Gibt es eine gesetzliche Quelle für diese Behauptung?

Richtig ist, das seit in Kraft treten der EU-VO178/2002 die Rückverfolgbarkeit von landwirtschaftlichen
Produkten gewährleistet sein muss. Wie dies zu geschehen hat, ist dort nicht genauer spezifiziert!
Deutschland ist in dieser Beziehung noch Entwicklungsland. Wie Du schon richtig geschrieben hast,
sind die Niederlande dort einen ganzen Schritt weiter.

Betriebe die Getreide erzeugen werden sich in naher Zukunft mit der Tatsache ausseinandersetzen müssen
sich zertifizieren zulassen. Den Anfang machen einfache Systeme wie z.B. die "Getreidedokumentation Niedersachsen",
die genaugenommen auch ein Qualitätsmanagementsystem ist und nur die gesetzlichen Forderungen,  jedoch nicht
die Vorgaben der Weiterverarbeiter erfüllt.

DIN EN ISO 9001 (allgemeines Qualitätsmanagement)
GMP+ (Futtermittelerzeugung GMP13)
QS (Obst, Gemüse & Kartoffeln)
EUREPGAP (Obst & Gemüse)
IFS (International Food Standard)
BRC ...

EUREPGAP und QS haben bereits Systeme in der Schublade um Getreideerzeuger zu zertifizieren.


Grüße von Südrand des Harzes,

Fabi

martina:
Hallo Fabian,

ich hab es letztes Jahr so im Lehrgang Agrarbüromanagement gelernt 8)

Auf der Hoempage vom nieders. Landvolk findet sich folgender Text:

Getreidedokumentation
Aufgrund EU-rechtlicher Vorschriften (Artikel 18 der Verordnung (EG) 178/2002) ist die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und Futtermitteln in allen Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen sicherzustellen.

Diese Bestimmung hat Gültigkeit ab 01.01.2005 für Getreide, welches nach diesem Zeitpunkt in den Verkehr gebracht wird. Die landwirtschaftlichen Institutionen auf Landesebene haben dazu eine Getreidedokumentation entwickelt. Diese umfasst die Schlag-, Lager- und Transportdokumentation. Sofern das Getreide nicht eingelagert wird, reicht allein die Aufzeichnung über die Schlagdokumentation aus. Entsprechende Vordrucke sind auf der Geschäftsstelle erhältlich. Dazu gibt es auch Unterlagen und weitere Informationen auf einer eigens dafür hergestellten CD zum Selbstkostenpreis von 5,00 €.

Besondere Relevanz auch im Hinblick auf die Zahlungsansprüche hat die Getreidedokumentation ab 2006. Ab dann ist das Vorliegen der Getreidedokumentation auch Bestandteil der Überprüfung der Cross-Compliance-Bestimmungen.



Die entsprechenden Vordrucke sind in Absprache mit der Weiterverarbeitung entwickelt worden, warum sollten sie dann deren vorgaben nicht genügen???

Gib mir dafür bitte ein Beispiel.

Fabi_Goe:
Hi Martina,


--- Zitat von: martina am 09.06.05, 14:06 ---Die entsprechenden Vordrucke sind in Absprache mit der Weiterverarbeitung entwickelt worden, warum sollten sie dann deren vorgaben nicht genügen???

Gib mir dafür bitte ein Beispiel.

--- Ende Zitat ---

Erst kürzlich war ich bei einem der größten Getreideverarbeiter aus der Region aus der ich stamme und habe dort an einer Betriebsführung teilnehmen dürfen. Zum Schluß der Führung kamen wir auf das Thema QM im landwirtschaftlichen Betrieb zu sprechen. Letztendlich kam dabei herraus, das das Wohl der Anlieferer dem Betrieb eigentlich nicht interessiert. Auf die Frage was mit Rückstellmustern geschieht bekamen wir die Antwort, das der Betrieb für sich selbst Proben zieht (so schreibt es deren QMS vor), der anliefernde Landwirt jedoch für sich selbst sorgen muss.

Mich hat diese Aussage sehr nachdenklich gestimmt. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, was kann ich machen, damit ich nicht den schwarzen Peter bekomme?!
-Was passiert im Fall der Fälle, wenn mit meinem angelieferten Getreide etwas nicht stimmt?
-Rückstellproben ziehen? Wie kann ich dann nachweisen das diese Probe zu der betreffenden Partie gehört?
-Selbst ein QMS einführen? Welches ist das richtige QMS? GMP? ISO 9001? QS?
-Was kostet mich das ganze?
-Wie bin ich rechtlich, betreffend Produkthaftung abgesichert?

Fragen über Fragen ... die es in Zukunft noch zu klären gilt.

Die Getreidedokumentation Niedersachsen ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, aber es ist noch lange nicht das Ende.

Grüße,
Fabi

martina:
Fabian,

das Ende wird es sicherlich nicht sein, erst wurde der Handel/die Verarbeitung zertifiziert, als Folge davon dann die Transporteure. Ein zertifiziertes Handelsunternhemen darf nämlich keinen nichtzertifizierten Transporteur einsetzen. Es ist klar, daß auch der Produzent irgendwann zertifiziert werden wird. Eins nach dem Anderen.

Aber: Warten wir doch erst mal diese Ernte ab und gucken, wie das System überhaupt läuft?


Eigentlich gilt nämlich auch, daß Ware, die 2004 geerntet, aber erst 2005 vermarktet wird, zumindest einen Lagernachweis braucht. In der Theorie!!!

In der Praxis sieht es so aus, daß ich für mein Transportunternehmen (GMP 07 zertifiziert) ein eigenes Transportdokumentationsformular entwickelt habe (eine erweiterte Landvolkversion, die übrigens durchaus gleich mit der Raiffeisenversion ist, nur die letztere hat 2 Durchschläge mehr --> noch mehra Ablage!) da bislang die wenigsten Befrachter eigene Vordrucke haben, bzw. diese Transportvordrucke für uns ungeeignet sind. Ist anderes Thema, aber ähnlich.

Nach einem Produktpaß hat bislang weder ein Befrachter noch ein Verarbeiter gefragt. Selbst wenn der Befrachter (Landhandel) das mit dem Landwirt unter sich abmacht, gehört ein solcher Produkt- und Lagernachweis für uns Transporteure dann zu den Lieferpapieren!

Ich mache mich nicht verrückt deswegen, werde aber am BMS teilnehmen, der Zuschuß ist bewilligt, so werden wenigstens die Kosten dann etwas gemildert.

Denn das muß man ganz klar sagen: Jede Zertifizierung, jedes Audit ist nicht nur mit Arbeitszeit verbunden, sondern auch ganz klar mit extremen Zusatzkosten!!! Und dafür gibt es keinerlei Ausgleich bislang!

Wenn eine eingeführte Zertifizierung durch höhere Erlöse für die Produkte zur "belohnt" würde, wäre die Akzeptanz doch sicher eine ganz andere.

Die Einzigen, die hierbei Geld verdienen, sind die Unternehmen, die die Audits und Kontrollen durchführen  >:(   Mein  Transportaudit (halbjährlich!!!) hat 2 Stunden gedauert und 800 Euro gekostet, incl. über 250 Euro Kilometergeld für den Auditor!!!

 

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