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Rückstellproben, eigene Rückstellproben - Produkthaftung

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Vitus:
Ich mache mir derzeit Gedanken, ob es sinnvoll ist eigene Rückstellproben zu ziehen
- a) von Allem was eingekauft wird (Futtermittel, ...)
- b) von Allem was verkauft wird (Getreide, ...)

martina:
Der Landhändler vakuumiert die Proben, die er selber zieht.

mary:
Hallo Martina, hallo Bridda,
bei unserem Landhändler steht auch kein Sachverständiger, der Proben zieht, wenn wir unser Getreide verkaufen-
bei selbstgeschroteten Mischfutter machen wir auch eine Rückstellprobe, aber keiner konnte mir genau sagen, wie lange derartige Proben aufzubewahren sind-
inzwischen gibts schon eine ganze Batterie von Rückstellproben in Gläsern,
und mit der Zeit freut sich Viehezeugs, dass von derartigen Dingen lebt  >:(.
Nur wenn ich diese Gedanken weiter spinne, was nützen dann die ganzen Dokumentationen,
da steht ja auch kein ausgebildeter neutraler Fachmann/frau dahinter-
ist Eigendokumentation dann überhaupt beweiskräftig?
Wenn Rückstellmuster nicht beweiskräftig sind- dann sehe ich in der Eigendukumentation auch gefährliche Hürden in der Produkthaftung.
maria

Biobauer:
Hallo,
wir ziehen schon seit Jahren Rückstellmuster,haben gottsei dank noch nie eines gebraucht.Wir nehmen dafür Gefriertüten ,werden dann im beisein des Käufers oder spediteurs verklebt,und dann mit datum sorte und unterschriften so versehen ,das wenn du das nachträglich öffnest ,es bemerkbar ist.
Bei einem rechtsstreit  würde es aber meiner erfahrung nach nicht standhalten ,ich hatte mal einen prozess wegen  z-saatgut,gottseidank hatte ich noch einen geschlossenen sack ,ein kollege der das nicht hatte ging damals leer aus.
ich vermarkte  überwiegend über eine erzeugergemeinschaft,und die haben eine produkthaftpflichtversicherung,aber leider auch erst nachdem wir einen grösseren schaden hatten .
servus Herbert

mary:
Hallo Biobauer,
mir geht einfach eine Frage nicht mehr aus dem Kopf:
Für was machen wir eigentlich Rückstellmuster, wenn sie im Falle eines Falles nicht mal vor Gericht gelten würden-
Auf der anderen Seite gibt es im gastronomischen Bereich von den gekochten Speisen nach HCCP Rückstellmuster, um eben für Eventualitäten gerüstet zu sein.
Warum dokumentieren wir Betriebsabläufe und Arbeiten, wenn sie im Zweifelsfalle dann nicht gelten?
So gesehen wäre es doch am sinnvollsten, auf jeden landwirtschaftlichen  Betrieb einen 1-Euro-Job als Überwacher zu fordern- derartige Schulungsmaßnahmen müsste der Staat übernehmen,
die Arbeitslosen wären von der Strasse, der Bauer ist sich dann sicher, dass seine Aufzeichnungen und Rückstellmuster auch gelten- und Bäuerleins könnten sich an den Überwachungsstaat gleich mal gewöhnen.
Ausserdem würden damit eine ganze Menge Menschen Einblicke in die Landwirtschaft bekommen,
denn um derartige Prüfungen durchführen zu können- setze ich ein mindestens halbjähriges Praktikum voraus.
Das wäre doch überhaupt die Lösung, um die Arbeitslosenzahlen nach unten zu bekommen,
hinter jeden arbeitenden Menschen einen dokumentierenden Aufschreiber zu setzen-
dann sind wir auch in Zukunft gerüstet, um die weiter freiwerdenden Arbeitsplätze nicht als Steigerung der Statistiken zu befürchten,
sondern wir können noch längere Zeit so weitermachen- Arbeitsplatzabbau im produzierenden Gewerbe ist ja nicht schlimm, solange wir dafür im Dienstleistungsbereich zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.
Da ja bekanntlicherweise 4 Augen mehr sehen als 2- könnten damit auch in anderen Sparten zukünftige Rückrufaktionen auszuschliessen sein.
herzliche Grüsse
maria

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