Bäuerinnentreff

Was es sonst noch gibt => Religion und Glauben => Thema gestartet von: LunaR am 23.05.19, 18:40

Titel: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 23.05.19, 18:40
Teil 1
https://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=31711.0
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Nun habe ich mal bewusst dieses alte Thema wieder hervorgeholt. Nach wie vor ist es aktuell, leider.

Bistum entlässt Peter R. aus dem Priesterstand  (http://www.tonkuhle.de/regionalnachrichten/57240-bistum-entlaesst-peter-r-aus-dem-priesterstand.html)


Ein Fall, der hier ganz in der Nähe stattfand. Allerdings gabes vorher schon die Canisius-"Sache". Wenn man mal nachrechnet, hat er vermutlich in seiner gesamten Amtszeit Mißbrauch betrieben. Erst jetzt, wo er schon 77 Jahre alt ist, folgt die Strafe nach Kirchenrecht. In all den Jahrzehnten gab es niemanden, der daffür gesorgt hat, dass er endlich keine Gelegenheit mehr dazu hat, niemand, der ihn bestraft hat. Niemand hat ihn aufgehalten.

Warum gibt es keine Strafe nach unseren Gesetzen? Warum kommen alle davon, die ihn geschützt haben? Die Kirche wollte damit nicht an die Öffentlichkeit, ist schon klar. Aber wo blieb und bleibt unsere Justiz? Wann wird sie endlich tätig, wie sie es automatisch bei jedem anderen bekannt werdenden Mißbrachsfall tun MUSS? Das gilt als Kapitalverbrechen und es bedarf keiner Anzeige. Wir haben Gesetze, die MIßbrauch bestrafen, ebenso Strafvereitelung, Mitäterschaft.

Ich finde es traurig und beschämend, wie damit umgegangen wurde. Das ist keiner modernen Demokratie würdig. Das ist auf dem Niveau eines korrupten 3.Welt-Landes  :'(

traurige Grüße

Luna
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: maria02 am 23.05.19, 21:32
Es wäre sicher möglich gewesen diesen Priester aus der Jugendarbeit herunterzunehmen
und in einen  Altenheim oder sonst wo sein Amt ausführen zu lassen .....
Manchmal fragt man sich schon  ::)

Ebenso der Missbrauchsfall in Lügde, wo  fast sämtliche Beweise aus Polizeigewahrsam verschwanden
und ein  bekannter Pädophiler ein Pflegekind zugesprochen bekam ....Wohnsitz im verschlampten Wohnwagen  :o

Da steckt wirklich oft mehr dahinter wie man glauben oder verstehen kann !
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: messel am 03.03.21, 21:11
Hallo
Bin ganz enttäuscht....habe eben gelesen
Pater Anselm Bilgri will seinen langjährigen Freund heiraten!!
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: mamaimdienst am 04.03.21, 07:24
Hallo
Bin ganz enttäuscht....habe eben gelesen
Pater Anselm Bilgri will seinen langjährigen Freund heiraten!!

Also, ich freu mich für ihn.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 04.03.21, 08:00
mir ist es egal ob er heiratet oder nicht. Ist seine Privatsache.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: martina am 04.03.21, 08:02
Ich hab das gestern gelesen und mir gedacht, dass das ein Mann mit Rückrat ist.

Eine Verfehlung kann ich als Lutheranerin da nicht drin sehen, wenn ein Mann erkennt, dass der Weg, der jahrelang seiner wahr, es jetzt nicht mehr ist, weil er sich verändert hat und sein Umfeld eben nicht. Ich finde es gut, dass es bei den Alt-Katholiken für ihn möglich ist, sein neues Leben zu leben.

Was mich wirklich immer wieder fassungslos macht, sind die vielen Blockaden innerhalb der katholischen Kirche, was die Mißbrauchsvorfälle angeht. Ein tiefer Sumpf, der nur minimal trockengelegt wird und die, die in trockenlegen wollen, werden ausgebremst.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: anka am 04.03.21, 09:04
Genauso sehe ich das auch.

Danke  Martina
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: frankenpower41 am 04.03.21, 09:52
hab Gestern extra noch gegoogelt, Name sagte mir was, aber ich brauch da immer Gesicht dazu.
Er war ja vor etlichen Jahren viel im Fernsehen.  Soweit ich weiß hat er im Kloster viele Veränderungen gemacht  (fortschrittlicher/betriebswirtschaftlicher).
Von seiner Art her hab ich ihn sympathisch in Erinnerung.
Privatleben ist mir egal.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Meta am 04.03.21, 10:45
Hier haben wir wieder das  Dilemma:
macht er  es öffentlich und steht dazu, dann wird er angefeindet.
Macht es den Deckel des Schweigens darüber, dann ist Ruhe. Aber den Menschen, die sich verstecken müssen und in ständiger Angst leben, die zermürbt es.

Und jetzt muß ich nochmal Pfr. Schießler erwähnen:
er schreibt in seinem Buch über die Einsamkeit der Pfarrer. Niemanden zu haben, dem man seine großen und kleinen Sorgen mitteilen kann, niemanden zum Erfahrungsaustausch, allein in der Dienstwohnung, allein beim Essen.......

ich weiß nicht, ob wir " Normalbürger" uns das überhaupt vorstellen können.
Und dann  ist er noch von Beruf " Geistlicher- Seelsorger ", der den Menschen auch in tiefster Not Trost spendet./ spenden soll.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Steinbock am 04.03.21, 11:00
Hallo
Bin ganz enttäuscht....habe eben gelesen
Pater Anselm Bilgri will seinen langjährigen Freund heiraten!!

Uff, das haut mich jetzt doch aus den Latschen.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: martina am 04.03.21, 11:26
@ Meta, ganz meine Meinung. Er macht doch mit seinem Verhalten allen in ähnlicher Situation Mut.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: fanni am 04.03.21, 11:31
Hier haben wir wieder das  Dilemma:
macht er  es öffentlich und steht dazu, dann wird er angefeindet.
Macht es den Deckel des Schweigens darüber, dann ist Ruhe. Aber den Menschen, die sich verstecken müssen und in ständiger Angst leben, die zermürbt es.

Und jetzt muß ich nochmal Pfr. Schießler erwähnen:
er schreibt in seinem Buch über die Einsamkeit der Pfarrer. Niemanden zu haben, dem man seine großen und kleinen Sorgen mitteilen kann, niemanden zum Erfahrungsaustausch, allein in der Dienstwohnung, allein beim Essen.......

ich weiß nicht, ob wir " Normalbürger" uns das überhaupt vorstellen können.
Und dann  ist er noch von Beruf " Geistlicher- Seelsorger ", der den Menschen auch in tiefster Not Trost spendet./ spenden soll.

Ich möchte mich dir anschließen.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 04.03.21, 11:59
das ist seit langem meine denke. Ein Onkel meiner Mutter war Pater und eine Tante Klosterschwester.
Die beiden haben sich mal unterhalten und ich habe zugegeben "gelauscht" und das einen Tag vor meiner
Kommunion :)
Schon damals habe ich mir gedacht, was sind das für arme Menschen. So richtig alleine trotz
der Gemeinschaft.

Und dass uns der Pfarrer in der Schule gesagt hat, auf die Frage, warum die Pfarrer keine Familie haben,
weil sie sich sonst nicht ganz umfänglich um die Gemeinde kümmern können, weil sie dadurch abgelenkt wären.
Ich fragte meine Eltern damals schon, wie wollen die überhaupt wissen, wie das mit Ehe und Kindern ist, wenn sie keine haben.

Vor einigen Jahren habe ich einen freien Seelsorger kennengelernt, der mit Pater Anselm in
Andechs war und ungefähr zur selben Zeit das Kloster verlassen hat.
Auch dieser Mann erzählte mir das selbe wie meine Verwandten.

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 04.03.21, 14:23
Was die Einsamkeit der Priester angehtm ist es wirklich schlimm, was von ihnen verlangt wird. Ein früherer Mitschüler vo mir ist auch Priester geworden. Seine Schwester berichtete schon vor längerer Zeit, dass er viel ausgeglichener wäre, seitdem er eine Haushälterin hatte, mit der er sich auch gedanklich austauschen könne, was ihm sehr gut tat. Wir vermuteten, dass an dieser Beziehung mehr wäre. Erst vor kurzem erfuhr ich, dass es ihm Männer lieber sind und diese Frau eben auch davon ablenkt.


Zitat
Und dass uns der Pfarrer in der Schule gesagt hat, auf die Frage, warum die Pfarrer keine Familie haben,
weil sie sich sonst nicht ganz umfänglich um die Gemeinde kümmern können, weil sie dadurch abgelenkt wären.
Ich fragte meine Eltern damals schon, wie wollen die überhaupt wissen, wie das mit Ehe und Kindern ist, wenn sie keine haben.


An so ein Gespräch mit meiner Mutter erinnere ich mich auch. Sie fand es nicht vorteilhaft, dass die Priester keine Familie hatten und sie eben über vieles urteilen würden, was sie gar nicht kennen.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 04.03.21, 15:09
der Onkel meiner Mutter hat sich dann seine Freiheiten auch genommen.
Er sagte es kennt mich doch keiner wenn ich die Kutte ausziehe und in die U-Bahn steige.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: frankenpower41 am 04.03.21, 15:21
Bei uns ist das ja anders, ich verstand nie wie man sich auf so etwas einlassen kann, aber vermutlich ist es Vielen gar nicht bewusst was das alles bedeutet.
Ich fand es nur immer so verlogen  (erzählt mein Mann immer, SV was katholisch aus dem Böhmerwald) wenn dann die Kirche bis zu 3 Kinder (müssen ja nicht
mal von einer Frau sein) den Unterhalt bezahlte.
Es braucht nicht zu wundern wenn es immer weniger Pfarrer gibt, früher war der Beruf eine wirtschaftliche Absicherung, das braucht es heutzutage nicht mehr.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Mathilde am 04.03.21, 15:59
Hallo,

und ich habe mir jetzt die Mühe gemacht und erst mal nach Altkatholiken gegooglet. Sehr interessant. Allerdings frage ich mich manchmal ab wann dann Kirche beliebig wird.
Hat sich in der Kirche schon mal jemand die Mühe gemacht und in der Bibel nachgelesen was dort zur Homosexualität steht? Sorry ich kann da auch nichts dafür dass das so drin steht. 3. Buch Mose 20 ,13
und dann liest man wieder dies hier:  Auch David zeigt starke Gefühle, er weint über seinen verstorbenen Freund Jonatan: „Deine Liebe ist mir wundersamer gewesen, als Frauenliebe ist.“ Welche Art von Liebe damit gemeint ist, bleibt offen.

Wohlgemerkt etwas nicht zu verurteilen muss man noch lange nicht gut heißen.  :-[

LG Mathilde
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 04.03.21, 16:06
die beiden aus unserer Familie sind nicht freiwillig ins Kloster gegangen.
Der Pater musste, weil die Eltern gestorben waren und viele Kinder da waren.
Bei der Nonne hieß es sie wäre ohnehin herzkrank und würde einen Mann nur unglücklich machen.
Sie ist als junges Mädel in der Pubertät halt ein paar mal umgekippt.

Früher blieb vielen gar keine Wahl. Bei großen Bauern war es quasi ein Statussympol jemanden zu haben der
der Kirche dient.
Unser Pfarrer hat mal bei einer Geburtstagsfeier erzählt, er wartet jeden Tag drauf, dass er in Rente gehen kann um in seine Wohnung die er schon lange gekauft hat zu ziehen.

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Meta am 04.03.21, 16:51
Bei uns ist das ja anders, ich verstand nie wie man sich auf so etwas einlassen kann, aber vermutlich ist es Vielen gar nicht bewusst was das alles bedeutet.
Ich fand es nur immer so verlogen  (erzählt mein Mann immer, SV was katholisch aus dem Böhmerwald) wenn dann die Kirche bis zu 3 Kinder (müssen ja nicht
mal von einer Frau sein) den Unterhalt bezahlte.
Es braucht nicht zu wundern wenn es immer weniger Pfarrer gibt, früher war der Beruf eine wirtschaftliche Absicherung, das braucht es heutzutage nicht mehr.
genau das  hat Pfr. Schießler auch geschrieben:
er war 26 Jahre alt, als er zum Priester geweiht wurde. Ein Alter  wo viele noch gar nicht abschätzen können, was alles  von einem Priester abverlangt wird. Und er sagt auch zur " Beziehung " zu Gunda " Ich weiß nicht, wie ich sie nennen soll. Sie ist weder meine Lebensgefährtin und auch nicht meine Haushälterin. Sie ist ihm einfach nahe, wie eine Schwester oder Freundin. Aber, dass sie immer verdächtigt werden das Zolibat zu brechen, dass regt beide schon sehr auf. Eben, weil sie nicht heimlich tun, sondern ganz offiziell und " normal". Und : ich kann einen Menschen auch lieben und schätzen ohne Geschlechtsverkehr. Da hängt doch wahrlich nicht alles dran,( meine Meinung !)

P.S.
ich bin froh, dass wir außer Corona auch noch Gesprächsstoff gefunden haben. ;D ;D
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 04.03.21, 16:57
da hast du vollkommen recht.
Es geht anscheinend nicht dass sich Mann und Frau gut verstehen auch ohne sexuelle Hintergedanken.
Auch außerhalb der Kirche ist das nicht immer denkbar.
Ich habe einen sehr guten Freund. Wir verstehen uns einfach super.
Keiner hat ein Problem damit, wir müssen uns nicht heimlich irgendwo treffen oder sonstwas.
Trotzdem wird immer wieder vermutet die haben doch was miteinander.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Meta am 04.03.21, 17:03
ja  und gerade das ist doch " scheinheilig ".
Wer ehrlich ist, dem wird böses angedichtet und wer sich verstellt  ( lügt !!) der ist angesehen. Welche verkehrte Welt !
Und genau so ist es bei der Kirche, wenn was nicht passt, dann wird es verschwiegen ( siehe Bischof Woelki in Köln) oder geleugnet .
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Mathilde am 04.03.21, 17:05
Hallo,

an einen Geburtstag meiner Mutter kann ich mich noch gut erinnern. Da waren tatsächlich 3 Pfarrer und 3 Ordensschwestern eingeladen.
Die Pfarrer diskutierten über das Zölibat mit meiner Mutter.....uiuiuiui da waren sich nicht einmal die Pfarrer einig. Einer war auch eher so wie bei den Altkatholiken eingestellt und meinte man solle das den Pfarrern doch selbst überlassen wie Sie leben wollen. Ein junger Mann könne doch nicht einfach für sein ganzes Leben aussagen der müsse doch auch die Möglichkeit haben zu sagen: Nein das ist mir jetzt zu viel ich möchte gerne Pfarrer bleiben und heiraten dürfen.

Mir ist das eigentlich völlig egal und unsere Beiden "standesamtl. Verheirateten" werden doch tatsächlich von einer Pfastorin getraut die mit einer Frau verheiratet ist.......

LG Mathilde
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: maria02 am 04.03.21, 19:18
die beiden aus unserer Familie sind nicht freiwillig ins Kloster gegangen.
Der Pater musste, weil die Eltern gestorben waren und viele Kinder da waren.
Bei der Nonne hieß es sie wäre ohnehin herzkrank und würde einen Mann nur unglücklich machen.
Sie ist als junges Mädel in der Pubertät halt ein paar mal umgekippt.

Früher blieb vielen gar keine Wahl. Bei großen Bauern war es quasi ein Statussympol jemanden zu haben der
der Kirche dient.
Unser Pfarrer hat mal bei einer Geburtstagsfeier erzählt, er wartet jeden Tag drauf, dass er in Rente gehen kann um in seine Wohnung die er schon lange gekauft hat zu ziehen.
 
Es war aber auch mangel an Männer durch die beiden Weltkriege,
Ausbildungsmöglichkeiten  gab es nicht viele für junge Mädchen
da war für manche die Option Kloster nicht unbedingt dies schlechteste Perspektive !
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: maria02 am 04.03.21, 19:23
Hallo
Bin ganz enttäuscht....habe eben gelesen
Pater Anselm Bilgri will seinen langjährigen Freund heiraten!!

Wenn Gott nicht gewollt hätte das Menschen verschiedene sexuelle Ausrichtungen haben
dann hätte er sie nicht so geschaffen !!
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 04.03.21, 19:31
ich kann nur von den beiden sprechen, für die beiden war es eine Perspektive, aber glücklich waren sie damit nicht.
Sie haben sich arrangiert und damit abgefunden.
Gefragt wurde keiner von beiden.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: maria02 am 04.03.21, 19:32
Hier haben wir wieder das  Dilemma:
macht er  es öffentlich und steht dazu, dann wird er angefeindet.
Macht es den Deckel des Schweigens darüber, dann ist Ruhe. Aber den Menschen, die sich verstecken müssen und in ständiger Angst leben, die zermürbt es.

Und jetzt muß ich nochmal Pfr. Schießler erwähnen:
er schreibt in seinem Buch über die Einsamkeit der Pfarrer. Niemanden zu haben, dem man seine großen und kleinen Sorgen mitteilen kann, niemanden zum Erfahrungsaustausch, allein in der Dienstwohnung, allein beim Essen.......

ich weiß nicht, ob wir " Normalbürger" uns das überhaupt vorstellen können.
Und dann  ist er noch von Beruf " Geistlicher- Seelsorger ", der den Menschen auch in tiefster Not Trost spendet./ spenden soll.
Soweit ich weis hat der Priester Schießler sogar eine Freundin mit der er sich regelmäßig austauscht !!
Er steht offen dazu sagt  auch wenn er bei ihr Übernachtet hat er ein eigens Schlafzimmer aber
das ist wirklich seine Privatangelegenheit und geht uns überhaupt nichts an !!

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: frankenpower41 am 04.03.21, 20:18
Seine Gunda, wie er immer sagt, ist auch bei den Lebenslinien zu sehen .
Er spricht da ganz offen dass sie zusammen leben wie ein altes Ehepaar, ist so weit ich mich erinnere auch schon ziemlich lange so..
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: cara am 04.03.21, 21:40
Hallo
Bin ganz enttäuscht....habe eben gelesen
Pater Anselm Bilgri will seinen langjährigen Freund heiraten!!

wieso enttäuscht dich das? ???
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Meta am 04.03.21, 21:46

Soweit ich weis hat der Priester Schießler sogar eine Freundin mit der er sich regelmäßig austauscht !!
Er steht offen dazu sagt  auch wenn er bei ihr Übernachtet hat er ein eigens Schlafzimmer aber
das ist wirklich seine Privatangelegenheit und geht uns überhaupt nichts an !!
ja, das stimmt. Das habe ich auch oben geschrieben. Wobei Freundin halt nicht dem entspricht, was wir so unter einem Mann uns seiner Freundin verstehen.
Er hat in seinem Buch sicher nicht nur sich selbst gemeint( vor der Zeit der Freundschaft mit Gunda) sondern alle  die im Zölibat leben und eben niemanden haben. Dabei erwähnt er auch, dass die Gemeinschaft auch eine klösterliche sein kann.


Zitat repariert
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 05.03.21, 11:36
wobei unser Junior grad eher umgekehrt sauer ist.
Er bekommt sein Gehalt als Chorleiter weiter, obwohl keine Chorproben sind.
Dann hat ihn der Pfarrer gebeten alleine zu singen und als Kantor bei den Messen zu sein.
Fand Junior ok, und er sollte den Rest der über die Chorstunden geht als Überstunden abrechnen.
Als es jetzt ums Abrechnen ging hieß es nö, da gibts keine Überstunden.
Dabei war er alleine an Weihnachten über 20 Stunden da.
Er ist ja so quasi selber schuld, er hätte ja nichts tun brauchen, das Geld für den Chor wurde ohnehin bezahlt.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: gatterl am 05.03.21, 12:35
Hallo
Bin ganz enttäuscht....habe eben gelesen
Pater Anselm Bilgri will seinen langjährigen Freund heiraten!!

wieso enttäuscht dich das? ???

Das wollte ich auch schon berichten. Allerdings freue ich mich darüber
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: annelie am 05.03.21, 14:21

Soweit ich weis hat der Priester Schießler sogar eine Freundin mit der er sich regelmäßig austauscht !!
Er steht offen dazu sagt  auch wenn er bei ihr Übernachtet hat er ein eigens Schlafzimmer aber
das ist wirklich seine Privatangelegenheit und geht uns überhaupt nichts an !!
ja, das stimmt. Das habe ich auch oben geschrieben. Wobei Freundin halt nicht dem entspricht, was wir so unter einem Mann uns seiner Freundin verstehen.
Er hat in seinem Buch sicher nicht nur sich selbst gemeint( vor der Zeit der Freundschaft mit Gunda) sondern alle  die im Zölibat leben und eben niemanden haben. Dabei erwähnt er auch, dass die Gemeinschaft auch eine klösterliche sein kann.


Zitat repariert

Hier sind dazu die Lebenslinien:
https://www.br.de/mediathek/video/lebenslinien-menschen-im-portraet-pfarrer-schiessler-glaube-liebe-rebellion-av:5f46180ef9c044001460f49d

Da kommen beide zu Wort
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Meta am 05.03.21, 15:14
die Sendung "Lebenslinien" finde ich sehr gut. Beleuchtet den Menschen tiefgründig.
Generell bei allen Sendungen, nicht nur dieser einen !
Nur sind wir jetzt ganz weit abgedriftet vom obigen Thema. Wahrscheinlich war ich es sogar :D.
Aber das Thema Kirche, Mitarbeiter in der Kirche und Frauen in der Kirche-
(Maria 2.0 )ist auch ein spannendes !
Ich habe mir jetzt auch das Buch von Philippa Rath bestellt.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: martina am 15.06.21, 10:01
Ich bin irritiert, dass hier das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx noch gar kein Thema ist und die aktuellen Untersuchungen/Diskussionen um Kardinal Wölki, wie in Köln mit der Aufarbeitung der Mißbrauchsfälle umgegangen wird, auch nicht?

Beide gehören nicht meiner Fraktion an, aber deswegen habe ich die Nachrichten darum ja doch mitbekommen. Was sagen denn die, die es angeht, dazu?
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 15.06.21, 11:43
Ich bin irritiert, dass hier das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx noch gar kein Thema ist und die aktuellen Untersuchungen/Diskussionen um Kardinal Wölki, wie in Köln mit der Aufarbeitung der Mißbrauchsfälle umgegangen wird, auch nicht?

Beide gehören nicht meiner Fraktion an, aber deswegen habe ich die Nachrichten darum ja doch mitbekommen. Was sagen denn die, die es angeht, dazu?


Martina, man ist dieser Sachen irgendwie schon müde. Trotzdem  sollte man darüber nachdenken ....
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Steinbock am 20.06.21, 18:08
Auch ich habe schon länger vor, zu diesem Thema meinen "Senf" dazuzutun....

Weiß ehrlich nicht, was ich von der Sache mit Kardinal Marx halten soll.
Eigentlich dachte ich, es sei der falsche, der da seinen Rücktritt anbietet.
Nun wurde sein Rücktritt gar nicht angenommen. Was auch sehr ungewöhnlich ist.

Wieso hat Marx sein Rücktrittsgesuch gleich öffentlich gemacht???
Jetzt steht er doch ganz ungut da....

Nun spielt mein Kopfkino doch einige mögliche Szenen...

Und wenn dem so wäre, dass er doch viel mehr wusste, wie er zugibt...
und aber damals den Hasenhüttl abgestraft hat... dann geht wieder ein Stück
Glaubwürdigkeit kaputt  >:(

Zum Thema Wölki kann und will ich nix sagen.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: evi am 22.06.21, 10:13
ich finde es enttaeuschend dass der marx in dem zusammenhang gesagt hat,dass die kirche tot ist,von seinem amt her waers doch besser man geht mit positiver ausstrahlung voraus...................das mit den schrecklichen vorfällen liegt jetzt auch schon ein paar jahre zurück oder,so akut ist das jetzt auch nicht mehr,wobei es für die betroffenen immer furchbar bleibt
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: cara am 25.06.21, 08:07
Ich glaube, den kotzt der Umgang mit dem sexuellen Missbrauch einfach tierisch an und er hat keine Lust mehr, da beschwichtigend einzuwirken.
Zudem ist er mit fast 68 in einem Alter, in dem andere sich zur Ruhe setzen und er muss weiter Kohlen aus dem Feuer holen.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: martina am 25.06.21, 09:47
So kam mir das auch vor.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 25.06.21, 10:09
Normales Alter für den Ruhestand ist bei Bischöfen 75. Es gibt diverse Vermutungen, neben dem, was ihr schon schreibt. Eine davon ist, dass auch er solche "Beförderungen" von Straftätern vorgenommen hat und annehmen muss, dass das jetzt hochkommt. Eine andere, dass sein Rücktrittsgesuch vorher mit dem Papst abgesprochen war. Die Beiden stehen sich ja nah. Auf diese Weise sollte dem Papst die Gelegenheit gegeben werden, für eine Seite Stellung zu beziehen. Der Papst ist wohl auch oft recht in Bedrängnis von den Ultrakonservativen.


ich finde es enttaeuschend dass der marx in dem zusammenhang gesagt hat,dass die kirche tot ist,von seinem amt her waers doch besser man geht mit positiver ausstrahlung voraus...................das mit den schrecklichen vorfällen liegt jetzt auch schon ein paar jahre zurück oder,so akut ist das jetzt auch nicht mehr,wobei es für die betroffenen immer furchbar bleibt


Ich denke, die Fälle werden erst später bekannt. Wer weiß schon, was jetzt passiert. Es gibt ja nicht nur den sexuellen Mißbrauch, auch Machtmißbrauch, Gewalt und menschenverachtendes Handeln. Neben aktiven Verbrechen auch noch Vertuschung, Deckung von Straftaten ....

Einige Bischöfe scheinen mir immer noch nicht in der aktuellen Zeit angekommen zu sein. Wobei ich unseren in Hildesheim ausdrücklich ausnehmen möchte. Der lässt die Zeit nach dem KRiege extern aufarbeiten, einschließlich seiner eigenen Amtszeit, die allerdings noch recht kurz ist. Den Bericht über eine solche Tätigkeit gab es im Netz (habe ich eben leider nicht gefunden) zu lesen. Die Angaben zu den Opfern geschwärzt, die Namen der Täter zu lesen. Einschließlich, wer im Bistum die Entscheidung zur Versetzung getroffen hat. Da musste ich mein eigenes Weltbild auch erst mal gerade rücken. Die Entscheidungsträger waren zwei (auch der Bischof), von denen ich ein gutes Bild hatte  :(
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: cara am 25.06.21, 10:19
Luna, meinst du das?
https://www.bistum-hildesheim.de/beratung-hilfe/beratung-bei-missbrauch/aufarbeitung-sexualisierter-gewalt-im-bistum-hildesheim/
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 25.06.21, 10:23
Nein, ich meinte den Bericht direkt, weil man da auch erkennen kann, wie gearbeitet wird, z. B. die Beurteilung von Aussagen wegen ihrer Glaubwürdigkeit. Aber die von dir gezeigtee Seite ist auch gut, Da kann man sehen, dass sich in Hildesheim einiges tut.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 14.09.21, 20:28
Heute wurde der Bericht der Expertengruppe vorgestellt Eklatante Missstände im Umgang mit Missbrauch während der Amtszeit von Bischof Janssen (https://www.bistum-hildesheim.de/bistum/nachrichten/artikel/news-title/eklatante-missstaende-im-umgang-mit-missbrauch-waehrend-der-amtszeit-von-bischof-janssen-28297/). Ich habe mir das angeschaut, allerdings nicht bis zum Schluß.

Dieser Bischof stand selbst als Täter unter Verdacht. Soweit ich weiß als einziger Bischof aus Deutschland. Das konnte weder erhärtet noch ausgeräumt werden. Aus Aussagen der Betroffenen (1 Meßdiener und ein ehemaliges Heimkind) konnten auch nicht bekräftigt bzw. entkräftet werden. Einfach, weil es schon so lange her ist.

Es dabei vieles, was erschüttert. Ein Kinderheim war wohl über lange Jahre ein schlimmer Ort für die Kinder. Es tut in der Seele weh, wie mit den Kindern umgegangen wurde. Wenn sie sich jemanden offenbart haben, hat ihnen niemand geglaubt bzw. wollte ihnen niemand helfen  :'(.

Erschütternd auch, dass es für eine Reihe von Kindern die Eltern waren, die eine Anzeige verhindert haben.

Schlimm, mit welcher Selbstvertändlichkeit die Täter geschützt wurden. Auch die Justiz wurde erwähnt. Falls doch mal ein Geistlicher vor Gericht kam wurde er mit "maßloser Milde und Nachsicht" dort behandelt. Für mich ein Kapitel, dass eigentlicht auch aufgearbeitet werden müsste, wie weit Deutsche Gerichte und Staatsanwälte weggeschaut haben.

Gut, dass der aktuelle Bischof sehr an der Aufklärung, Prävention und Veränderung arbeitet.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: sonny am 14.09.21, 20:39
War jetzt auch mal im TV ein Bericht von kath. Kirche in Ungarn…
Katastrophe was da vor sich geht 🤦‍♀️
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Mathilde am 21.01.22, 20:17
Hallo,

dieser Umgang der katholischen Kirche bei den Missbrauchsskandalen macht mich fassungslos.
Missbrauch gibt es ja trauriger Weise quer durch alle Gesellschaftsschichten aber dass man sich dann der Strafverfolgung auf solch eine perfide Weise entzieht ist durch nichts zu entschuldigen.
„Man werde für die Opfer beten“ statt die Täter zu benennen und nicht mehr zu schützen.

LG Mathilde
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: gammi am 21.01.22, 21:28
Mich hat es schon ein bisschen schockiert, dass es doch eine hohe Anzahl an Fälle sind.  :'( :'(
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: frankenpower41 am 21.01.22, 21:33
Ich hab kürzlich im BR, ziemlich spät Reportage gesehen, dort haben Opfer geredet.
Was die erzählt haben, für mich ist das nicht mehr sexueller Missbrauch gewesen, sondern Sadismus pur.
Da wurden Praktiken erzählt, sowas war mir unvorstellbar, hab dann ausgeschaltet.

Gestern Mittag hab ich die Pressekonferenz gesehen, die Ausdrucksweise zur Rolle von Papst Benedikt war schon sehr überlegt formuliert.

....und wie ich es verstand, stand in seiner 80 seitigen Erklärung auch nichts  von Entschuldigung.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Mastreh am 21.01.22, 21:35
Warum werden straffällige Priester nicht verurteilt wie jeder andere der Kinder missbraucht hat?
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Mathilde am 21.01.22, 21:48
Warum werden straffällige Priester nicht verurteilt wie jeder andere der Kinder missbraucht hat?

Das ist die Krux die mir so sauer aufstößt.

LG Mathilde
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 21.01.22, 22:53
Hallo,

dieser Umgang der katholischen Kirche bei den Missbrauchsskandalen macht mich fassungslos.
Missbrauch gibt es ja trauriger Weise quer durch alle Gesellschaftsschichten aber dass man sich dann der Strafverfolgung auf solch eine perfide Weise entzieht ist durch nichts zu entschuldigen.
„Man werde für die Opfer beten“ statt die Täter zu benennen und nicht mehr zu schützen.

LG Mathilde


Dem schließe ich mich voll und ganz an


@gammi: Das sind nur die bekannten Fälle- Sicher gibt es noch eine hohe Anzahl an nicht bekannten Fällen  :'(


@frankenpower: Du  meinst vermutlich den Report aus München mit dem Bericht, wo der Bischof von Augsburg (?) sich mit zwei Betroffenen getroffen hat? Den habe ich mir heute angesehen. Nur sehr schwer auszuhalten. Zwei vom Leben gezeichnete Menschen, teilweise gebrochen . Tief beeindruckt hat mich, dass beide unabhängig voneinander viele fremde Kinder aufgezogen haben, so sagte es zumindest der Mann. Er hatte 14 fremde Kinder und die Frau sogar 17 fremde Kinder aufgezogen, damit die nicht in ein Heim mussten. Was die beiden erlebt haben, dafür muss man schon eine sehr dunkle und sadistische Phantasie haben, um überhaupt auf solche Gedanken zu kommen  :'( :'(



Warum werden straffällige Priester nicht verurteilt wie jeder andere der Kinder missbraucht hat?

 Warum gibt es immer noch ein besonderes Recht für die Kirche? Das ist aus meiner Sicht auch ein Versagen von staatliche Seite. Es handelt sich um Kapitalverbrechen bzw. die Verdeckung von solchen, Mitwisserschaft, Strafvereitelung ...

Alles Straftaten, die im normalen Recht keine Kleinigkeiten sind.


Mir ging das alles heute auch durch den Kopf und habe mir einiges dazu durchgelesen.

In der Stellungnahme von Ratzinger steht auch, dass nach damaligen Recht, nur Missbrauch MIT Minderjährigen strafbar war, nicht VOR ihnen. Da fehlen mir die Worte.
Genau so geht es mir mit den Worten von Kardinal Wetter, der sagte, bis 2010 habe er gar nicht gewusst, wie es den Opfern mit dem Missbrauch geht  ::) :o
Interessant, dass Täter, die als Laien bei der Kirche beschäftigt waren, im fraglichen Zeitraum angemessen (lt. Gutachten) bestraft wurden.


Mit erst 9 Jahren haben wir als Kommunionkinder gelernt, erst kommt Gewissenserforschung, dann Bekenntnis und vor der Vergebung muss die Reue kommen. Wo vleibt das bei den Verantwortlichen? Gibt es irgendwo personelle Konsequenzen? Wo bleibt das Mea culpa?

Was mir auch noch ziemlich sauer aufstößt, seit 2010 (Canisius Kolleg) werden immer wieder neue schlimme Sachen aufgedeckt, aber es wird sich nur dazu bekannt, was auch öffentlich wurde.
Wie kann man die Aufklärung der Täterorganisation allein überlassen, sprich, wo bleibt die Justiz? Man würde doch auch nicht den Remo-Clan (zu dem auch ehrliche und ehrenwerte Leute gehören) es überlassen die Verbrechen des Clans aufzuklären  ???
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Mathilde am 22.01.22, 07:50
Man würde doch auch nicht den Remo-Clan (zu dem auch ehrliche und ehrenwerte Leute gehören) es überlassen die Verbrechen des Clans aufzuklären  ???

Das haben solche Clans tatsächlich auch schon versucht.
Nicht auszudenken.

LG Mathilde
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Rohana am 22.01.22, 09:30
Warum werden straffällige Priester nicht verurteilt wie jeder andere der Kinder missbraucht hat?

Das ist es was ich nicht verstehe. Was ist an einem Priester anders? Eigentlich müssten doch grade Priester schlimmer bestraft werden, weil sie einen Vertrauensvorschuss missbrauchen...
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: frankenpower41 am 22.01.22, 09:57
Das sehe ich genauso.
Mit all dem vertuschen tut man der Kirche keinen guten Dienst, das müsste denen doch auch klar sein, die sehen doch auch wie ihnen die Mitglieder davon laufen.  Sie leben vermutlich alle in ihrer eigenen Welt und wollen auf der anderen Seite ihre Moralvorstellungen
z.B. Pille, Homosexualität den Menschen aufzwingen.

Das ist nur verlogene Doppelmoral und hat mit Gott und Glauben für mich gar nichts zu tun.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 22.01.22, 10:28
die geben nur was zu wenn es gar nicht mehr geht.
Wieviele davon nie aufgedeckt werden kann man gar nicht erahnen.

Meine Mutter erzählte mir, dass der Pfarrer die Mädchen auf den nackten Hintern geschlagen hat beim Religionsunterricht.
und wenn nicht, dann mussten die Buben den Rock der Mädchen total stramm ziehen.
Da fängt der Mißbrauch an. Sowas wird doch nie und nimmer aufgedeckt.

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: martina am 22.01.22, 10:45
Dieser Machtmißbrauch schockt mich immer wieder und macht mich sprachlos und wütend.

Und am meisten ärgert mich, dass Täter von ganz oben gedeckt werden. Das muss endlich ein Ende haben, der Staat mit seinem Strafrecht MUSS über allem Kirchenrecht stehen!
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 22.01.22, 11:19
genau du sagst es Machtmißbrauch. Die haben ganz gezielt ihren Einfluss und ihre Macht mißbraucht.
(gibt es aber leider in allen Bereichen des Lebens)

Heute steht bei den Leserbriefen in der Zeitung, dass die Eltern selbst schuld wären, wenn sie ihren
Kindern nicht geglaubt hätten.
Die Kinder trauen sich doch meist gar nichts zu sagen.
Gerade in der früheren Zeit, die wurden so eingeschüchtert, dass sie sich ihren Eltern niemals anvertraut hätten.
Und selbst wenn, wem hätte man da was sagen sollen?
Wenn jetzt noch alles vertuscht wird. Ich glaube kaum, dass einem da als Eltern jemand geglaubt oder geholfen hätte.

Bei uns war es so, dass es am meisten die getroffen hat, die nichts hatten um den Pfarrer zu "schmieren".
Alkohol, Fleisch oder Tabak. Wenn die Eltern genug abgegeben haben wurden diese Kinder "verschont".
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: apis am 22.01.22, 15:58
Erklärt es mir bitte: Warum steht das Kirchenrecht über dem Strafrecht des Staates?
Mit Religionsfreiheit kann ich es nicht in Verbindung bringen.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 22.01.22, 17:02
die Kirche steht nicht über dem Strafrecht.
Die Kirche hat ein eigenes Strafrecht genau wie viele andere Religionsgemeinschaften auch.
Zudem war die Kirche jahrhundertelang ein Vorbild für den Staat und es wurde einiges aus dem Kirchenrecht
übernommen.

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: martina am 24.01.22, 10:28
Es schaut aber schon oft so aus, dass in der katholischen Kirche zumindest weit oben die Meinung vertreten wird, dass Kirchenrecht über dem Strafrecht liegt. Wie sonst wohl wäre es zu den vielen internen Vertuschungen gekommen?

Es reicht halt nicht, einem Täter ein "dududu" hinzuwerfen und ihn zu versetzen, weil er gegen Kirchenrecht verstoßen hat. Meiner Meinung nach muss erst das Strafrecht kommen und dann in 2. Instanz darf das Kirchenrecht eine interne Strafe aussprechen mit Versetzung oder Entlassung!


Wo in welcher Konstitution gibt es das denn sonst, dass ein firmeninterner Moralkodex so weit geht, dass strafrechtliche Verfolgungen von Mitarbeitern von ganz oben herab verhindert werden?


Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Mastreh am 24.01.22, 10:47
Ja Martina so sehe ich das auch
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 24.01.22, 11:27
Martina, da schließe ich mich an. Strafrechtliche Sachen müssen immer vor ein weltliches Gericht. Allerdings sind in München Fälle hochgekommen, wo nicht einmal das Kirchenrecht eingehalten wurde, das eine Meldung an den Vatikan verlangt hätte. Also eine sehr niederschwellige Anforderung.

Aber warum nochmal lässt unser Staat das zu? Da sind schwere Delikte dabei, die brauchen im weltlichen Recht nicht einmal angezeigt werden. Da muss die Justiz von sich aus tätig werden, wenn sie davon erfährt. Bei dem Gutachten unserer Diözese gab es auch den Hinweis, dass die Staatsanwaltschaft, wenn es dann mal vor Gericht ging, mit unfassbarer Milde agiert hat. Damit will ich nichts für die Kirche entschuldigen.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Beate Mahr am 24.01.22, 11:43
Hallo


ging grad über´n Ticker

Papst Benedikt XVI. räumt Falschaussage ein (https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_91535664/muenchner-missbrauchsgutachten-papst-benedikt-xvi-gesteht-falschaussage.html)

Zitat

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat eingeräumt, bei seiner Stellungnahme für das Missbrauchsgutachten
des Erzbistums München und Freising eine falsche Aussage gemacht zu haben.
Er habe demnach anders als zunächst behauptet doch im Jahr 1980 als Erzbischof
von München und Freising an einer Sitzung teilgenommen, bei der über einen Priester gesprochen wurde,
der mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern auffällig geworden war.

traurig ... aber ich denke in allen Konfessionen gab/gibt es Übergriffe  :'( :'( :'( :'( :'( :'(

Bleibt gesund
Beate 
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: martina am 24.01.22, 11:55
Aber nicht in DEM Ausmaß!

Ok, von einigen seltsame Sekten mal abgesehen, hinter deren Mauern man auch nicht immer gucken kann.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: frankenpower41 am 24.01.22, 13:07
Die Aussage von Benedikt würde ich jetzt nicht mal nur  unter "Lüge" abtun.
SM  (fast 93)meinte das nämlich grad,  bei dem kann das ja auch Alters-Vergesslichkeit sein.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 24.01.22, 13:12
die Aussage von Papst Benedikt muss man nicht als Lüge abtun, er ist sicher in einem Alter
wo man schon mal was vergessen oder durcheinanderbringen kann.

Aber er saß ja nicht alleine da. Weder damals noch heute.
Da sind noch genug andere dabei gewesen, die das richtig stellen hätten können.

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Frieda am 24.01.22, 13:17
Da braucht keiner über 90 zu sein. Oder könnt ihr euch noch an alles von vor 40 Jahren erinnern? Ich nicht.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Frieda am 24.01.22, 13:20
Genauere Ausführungen bei Bernhard Meuser auf Facebook
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=10221124943132893&id=1223741564
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Frieda am 24.01.22, 13:22
Auch das von Bernhard Meuser, der übrigens selbst von Missbrauch betroffen ist, ist gut zu lesen
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=10221120911232098&id=1223741564
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 24.01.22, 13:23
man kann sich sicher nicht an alles erinnern was vor 40 Jahren war.
Aber es ging ja nicht um eine alltägliche Kleinigkeit und es sind genügend Unterlagen vorhanden.
Wenn die Sache schon so am Dampfen ist, hätte man als Kirche besser nachschauen sollen,
wer damals dabei war und um was es ging.
Glaubwürdiger wird es so jedenfalls nicht.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: anka am 24.01.22, 13:29
Aber die misshandelten Kinder können sich auch nach 40 Jahren an den ehrwürdigen Pfarrer Hullermann erinnern.

Einfach nur widerlich
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: martina am 24.01.22, 13:40
Von solchen Sitzungen werden ja eigentlich auch Protokolle geschrieben.

Allerdings stufe ich den Ratzinger als so "konservativ gewesen" ein, dass ich ihm durchaus zu traue, keine Partei für die Kinder ergriffen zu haben und für betroffene Frauen sicher noch weniger.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Frieda am 24.01.22, 14:09
Nur darum ist es vor vierzig Jahren gar nicht gegangen.
Zitat aus oben verlinktem Text:


" Dieser Fehler tut ihm sehr leid und er bittet, diesen Fehler zu entschuldigen. Objektiv richtig bleibt aber, dokumentiert durch die Aktenlage, die Aussage, dass in dieser Sitzung über einen seelsorgerlichen Einsatz  des betreffenden Priesters nicht entschieden wurde. Vielmehr wurde lediglich der Bitte entsprochen, diesem während seiner therapeutischen Behandlung in München Unterkunft zu ermöglichen."
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Frieda am 24.01.22, 14:13
Von solchen Sitzungen werden ja eigentlich auch Protokolle geschrieben.

Allerdings stufe ich den Ratzinger als so "konservativ gewesen" ein, dass ich ihm durchaus zu traue, keine Partei für die Kinder ergriffen zu haben und für betroffene Frauen sicher noch weniger.

Dem widerspricht Bernhard Meuser, der selbst Missbrauchsopfer ist
Hier noch der andere oben verlinkte Text
Zitat

Benedikt - der Lügner

Als Betroffener von Missbrauch bezeuge ich: Kein Papst vor ihm und leider auch keiner nach ihm - auch keine andere Person in Rom - hat für die Aufarbeitung von Missbrauch mehr unternommen als der Präfekt der Glaubenskongregation und spätere Papst Benedikt XVI – und zwar gegen denkbaren Widerstand kurialer Kreise. Das ist nicht meine Meinung oder die Meinung von Kardinal Schönborn („Wer behauptet, der frühere Kurienkardinal Joseph Ratzinger habe sich dem Thema nicht gestellt, der kennt die Fakten nicht“). Die Dinge sind bestens dokumentiert, etwa in Kap. 68 der großen Benedikt–Biographie von Peter Seewald. Zum Gutachten: Ich empfehle es akribisch zu lesen. Wo ist im gesamten Text auch nur einziger gerichtsfester Beweis, der Benedikt der aktiven Vertuschung oder der bewussten Falschaussage überführt? Es mag Gedächtnisfehler geben. Es mag Fehleinschätzungen gegeben haben. O Wunder: Auch der Papst ist nur ein Mensch! Bei vielen, die heute genau wissen, was damals zu tun gewesen wäre, wächst die Moral mit dem Abstand zu den Ereignissen. „Benedikt der Lügner“ ist nur eines: eine die Ehre abschneidende, infame Unterstellung, bei der ich erstens rate, die zu betrachten, die schon seit Jahrzehnten in der Anti-Ratzinger-Kampagne („Panzerkardinal“) mit Schmähreden und Diffamierungen unterwegs sind. Und zweitens sollte man sich fragen, wem es nützt, dass ein hochverdienter alter Mann in Rom nun zum monströsen Sündenbock der deutschen Kirchenkrise gemacht wird. Man kommt sehr bald zum Schluss: Der dicke Skandal kommt denen entgegen, die sich gerade ganz, ganz dünnemachen, weil eine Menge Unvorteilhaftes aus jüngerer Zeit über sie im Gutachten zu lesen. Ist. Es müssten wahrhaft andere Leute nach vorne- oder besser gleich zurücktreten.

Bernhard Meuser ist auch nicht irgendwer, sondern ein sehr bekannte katholischer Publizist, unter anderem der Begründer vom Youcat
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: gina67 am 24.01.22, 14:14
...und wer hat dann entschieden, dass er wieder seelsorgerisch arbeiten darf?

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Karpfenkanone am 25.01.22, 08:58
Mir fällt es immer schwerer vor allem der römisch katholische Kirche wohlwollend zu begegnen.
Nicht falsch verstehen, gegen Glaube habe ich nichts und finde es sogar toll, wenn Menschen draus Kraft ziehen können.
Nur für mich ist das nichts.

Wenn ich ehrlich bin und die Chronologie der Verbrechen der kath. Priester, Prediger oder wie auch immer die Bezeichnungen für Angestellte der
kath. Kirche heißen mögen, sehe, wird mir übel.
Ich bin kurz davor, diese Institution als eine kriminelle Vereinigung zu sehen, die mit all ihrer Macht versucht, ihre Verbrechen zu vertuschen.
Missbrauchsstudien überall....Australien, Deutschland.
Alle sagen sie, sie hätten nichts gewusst. Ich muss da so lachen, bei dieser hohen Anzahl an Verbrechen.

Warum wird nicht proaktiv von Kirchenseite untersucht? Ich persönlich kann es mir nur dadurch erklären, dass schonungslose Aufklärung das Ende dieser Institution bedeuten würde.

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Rohana am 25.01.22, 17:42
Aber nicht in DEM Ausmaß!
... weil es eben auch nicht DIE Kirche ist. Welche Sekte hat denn so viele Priester und Gläubige?

Ich finde es auch viel zu einfach gemacht immer nur auf "die Kirche" zu zeigen. Diese Menschen, sowohl Opfer als auch Täter, sind ja nicht "nur" Kirchenmitglieder, sie sind Kinder und Eltern, Onkel Schwestern Tanten Söhne Brüder, leben nicht im luftleeren Raum sondern mitten in unserer Gesellschaft.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Karpfenkanone am 26.01.22, 11:07
Aber nicht in DEM Ausmaß!
Ich finde es auch viel zu einfach gemacht immer nur auf "die Kirche" zu zeigen.
Nun.
Dass Missbrauch ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, wird niemand bestreiten. Es gibt aber durchaus bestimmte Merkmale, vor allem in der katholischen Kirche,
die Missbrauch fördern, Vertuschungen Vorschub leisten und auch entsprechende Menschen anzieht.

Die merkwürdige Sexualmoral, das Zöllibat, Beichtgeheimnis und Ausschluss von Frauen bei bestimmten Kirchenämtern ergeben zusammen eine wirklich problematische Mischung.
Ohne an diesen strukturellen Punkten etwas zu ändern, wird der Massenmissbrauch durch Kirchenbedienstete kaum aufhören.
Wenn sich eine Institution weigert, an diesen Punkten etwas zu ändern, dann muss explizit diese Institution kritisiert werden.
Whataboutism find ich da echt unangebracht, weil es spezifische Probleme der kath. Kirche sind.

Auch die Untersuchungen und Studien aus Deutschland spiegeln nicht das tatsächliche Ausmaß der Verbrechen innerhalb dieser Institution wieder.
In Deutschland wurde nur das Hellfeld untersucht. Also die Taten, welche schon in den Archiven der Kiche aktenkundig waren.
Wenn ich mich recht erinnere, lag das Hellfeld bei ungefähr 5000 Straftaten.

Dunkelfelduntersuchungen, sowohl aus Australien wie auch kürzlich aus Frankreich kommen zu realistischeren Zahlen.
Umgerechnet auf Deutschland wären die tatsächlich begangenen Straftaten eher im Bereich zwischen 300.000 - 500.000.
https://www.welt.de/politik/ausland/article234222206/Katholische-Kirche-in-Frankreich-216-000-Missbrauchsfaelle.html




Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: maggie am 26.01.22, 11:19
was mich im moment noch mehr stört -

wie immer noch mit homosexuellen umgegangen wird - habe vor kurzem eine doku dazu gesehen - dass sich in de kirchenmitarbeiter zusammenschliessen und sich outen, obwohl sie mit entlassung rechnen müssen -
oder die priester die da in letzter zeit paare gesegnet hatten, seien es homosexuelle oder geschiedne - unglaublich was sich da einige "alte männer" für rechte für sich in anspruch nehmen, und wenn man ihren lebenslauf genauer studieren würde .... - mir grausts !

das passt einfach nicht zusammen  :-\
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: martina am 26.01.22, 11:44
Ja Maggie, das stößt wohl am meisten auf. Einerseits auf inzwischen überzogene Moralvorstellungen pochen und dann hinter den Kulissen einen Morast fabrizieren, zusehen und vertuschen. Das passt alles nicht wirklich zusammen.

Der Begriff "Scheinheiligkeit" bekommt hier eine ganz deutliche Definition.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Rohana am 26.01.22, 15:55
Wenn sich eine Institution weigert, an diesen Punkten etwas zu ändern, dann muss explizit diese Institution kritisiert werden.
Whataboutism find ich da echt unangebracht, weil es spezifische Probleme der kath. Kirche sind.
"Die Kirche" ist was deren Mitglieder draus machen. Und insofern sind diese strukturellen Probleme dieselben wie in anderen Institutionen, wo "alte weisse Männer" mit ihren Seilschaften das unangefochtene Sagen haben, und wo starke Machtgefälle Missbrauch begünstigen.
Es gibt halt kaum Institutionen die sich in Grösse, Alter und Starrheit der Strukturen mit "der Kirche" vergleichen lassen, aber die, die dort Entscheidungen treffen, sind immer noch Menschen.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 26.01.22, 16:12
Wobei sich die Kirche dadurch von anderen Institutionen unterscheidet, dass sie sich als moralische Instanz sieht.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: cara am 26.01.22, 17:51
Die Aussage von Benedikt würde ich jetzt nicht mal nur  unter "Lüge" abtun.
SM  (fast 93)meinte das nämlich grad,  bei dem kann das ja auch Alters-Vergesslichkeit sein.

Die Aussage hat der Herr Ratzinger ja auch nicht eben mal hingeworfen, bevor das raus geht, hat da ein ganzer Stab an Kommunikations- und PR-Mitarbeitern dran gefeilt. Die hielten es wahrscheinlich für angebrachter, erstmal nichts zuzugeben.
Ging dann nur nach hinten los.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Karpfenkanone am 26.01.22, 17:57
"Die Kirche" ist was deren Mitglieder draus machen.
Stimmt. Die mit Gliedern, die machen das draus, was sie eben wollen. Das gilt für die kath.Kirche. Dort gibt es auch keine Demokratie.
Sonst wären viele viele Dinge schon lange nicht mehr so wie sie eben sind.
Und insofern sind diese strukturellen Probleme dieselben wie in anderen Institutionen, wo "alte weisse Männer" mit ihren Seilschaften das unangefochtene Sagen haben, und wo starke Machtgefälle Missbrauch begünstigen.
Das stimmt wiederum nicht. Natürlich gibt es in der kath.Kirche auch die strukturellen Probleme, die es auch in anderen Bereichen gibt.
Was es aber nur in der kath.Kirche gibt:

- gelebter Sexismus
In der kath. Kirche werden 51% der Menschen von relevanten Positionen per Kirchengesetz ausgeschlossen, nur weil die Eier nicht außen rumbaumeln.
Genauer betrachtet bedeutet das, dass die kath.Kirche mit dieser gelebten Einstellung Frauen nicht für gleichwertige Menschen hält. Aber gut, dieser Zusatz ist geschenkt, das gibts auch anderswo. Nur eben nicht per Verordnung.

- Beichte
wtf? Nicht einmal Ärzt:innen dürfen sich bei Straftaten auf die Schweigepflicht berufen, die kath.Kirche und die Entscheidungsträger bestehen aber weiterhin
darauf, selbst bei schwersten Straftaten.


-Zölibat und Sexualität
Zölibat zieht zwangsläufig Männer an, die Probleme mit ihrer Sexualität haben. Dass alle Männer die Priester oder was auch immer werden, im asexuellen Spektrum seien, fände ich jetzt sehr naiv.
Wie ekelhaft ist es bitte, wenn Geistlichen eingehämmert wird, Sex ist Sünde Sünde Sünde und wie groß müssen die Schuldgefühle bei etwas völlig normalem
wie Selbstbefriedigung sein?
Kenne sowas auch nicht von anderen Institutionen.

Es gibt halt kaum Institutionen die sich in Grösse, Alter und Starrheit der Strukturen mit "der Kirche" vergleichen lassen, aber die, die dort Entscheidungen treffen, sind immer noch Menschen.
Natürlich entscheiden dort Menschen. Habe nie etwas anderes behauptet. Aber die Menschen die dort entscheiden, haben Obiges internalisiert,
deswegen verhält sich die Institution kath.Kirche so wie sie es tut.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: cara am 26.01.22, 18:03
"die Kirche" zieht halt auch ein bestimmtes Klientel an.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Maja am 26.01.22, 19:02
Karpfenkanone, ich möchte dich bitten deine Ausdrucksweise zu ändern.
Man kann über vieles reden, und über dieses Thema muss geredet werden, aber nicht so , auf diese Art.
Im grossen Ganzen gebe ich dir recht.
Aber bestimmte Wörter müssen nicht sein,sie setzen dich in ein schlechtes Licht.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Marina am 26.01.22, 19:05
Maja, ich glaube, du meinst nicht Rohana.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Maja am 26.01.22, 19:08
Danke Marina dass du aufgepasst hast.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Karpfenkanone am 28.01.22, 08:28
Karpfenkanone, ich möchte dich bitten deine Ausdrucksweise zu ändern.
Man kann über vieles reden, und über dieses Thema muss geredet werden, aber nicht so , auf diese Art.
Im grossen Ganzen gebe ich dir recht.
Aber bestimmte Wörter müssen nicht sein,sie setzen dich in ein schlechtes Licht.
Danke für dein Feedback. Ja, ich werde es versuchen. Ich bin ein Mensch, und muss irgendwie versuchen, solche Dinge zu verarbeiten.

Anstatt derbere Wörter und Formulierungen, könnte ich auch einfach sehr zynisch werden.....


Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Rohana am 28.01.22, 10:37
-Zölibat und Sexualität
Zölibat zieht zwangsläufig Männer an, die Probleme mit ihrer Sexualität haben. Dass alle Männer die Priester oder was auch immer werden, im asexuellen Spektrum seien, fände ich jetzt sehr naiv.
Wie ekelhaft ist es bitte, wenn Geistlichen eingehämmert wird, Sex ist Sünde Sünde Sünde und wie groß müssen die Schuldgefühle bei etwas völlig normalem
wie Selbstbefriedigung sein?
Kenne sowas auch nicht von anderen Institutionen.

So verstehe ich den Sinn vom Zölibat nicht. Erst einmal ist, für mein Verständnis, ein Priester ein ganz "normaler" Mann. Der verzichtet(!) aber auf Frau und Kinder, um sich ganz dem Dienste Christi widmen zu können. Selbiges gilt auch für Nonnen - und kommt aus einer Zeit, als "Frau und Kinder" noch eine ganz andere, viel persönlichere Art von Verantwortung bedeutet haben als heutzutage. Manchen, die keine heteronormative Ausrichtung haben, mag der Zölibat leichter fallen, aber das wird wohl insgesamt trotzdem eine ziemliche Minderheit sein.

Und ja hier könnte die Kirche ansetzen um etwas zu verändern. Ich habe nur keine Hoffnung dass eine tausendjährige Tradition so ohne weiteres fallen wird. Denn bedenke, die ganzen "alten weissen Männer" die dort Entscheidungsträger sind, die *haben* (zumindest nach aussen hin) die Möglichkeit eines erfüllten Sexual- und Familienlebens aufgegeben. Den Zölibat aufzuheben würde letzten Endes heissen, ihren Verzicht bedeutungslos zu machen, und was bliebe ihnen dann noch? ...
Früher oder später wird sich die Kirche aber der gesellschaftlichen Realität stellen müssen.

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Lexie am 28.01.22, 11:04
Die Kirche gehört ganz reformiert.
1 Kardinal und 3 Bischöfe würden doch für ganz Deutschland reichen, und deren Gehälter soll doch die Kirche selbst
bezahlen und nicht die Bundesländer.

ich bin der Meinung so enthaltsam leben die Herren nicht, wie sie immer tun, die Kirche bezahlt doch deren Kinder.
wo kommen die Kinder denn her?

ich bin ein gläubiger Mensch, aber mit der Kirche kann ich mich zur Zeit nicht anfreunden.
vielleicht kommt es mal wieder. die sonntägl. Gottesdienste hatten schon was.
Nur momentan kann ich es mit unserem Pfarrer einfach nicht machen.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 28.01.22, 11:17
dass etliche das mit der enthaltsamkeit nicht so genau nehmen weiß ich spätestens seit meiner
Kommunion, als der Onkel meiner Mutter (Pater in München)  seiner Schwester (Nonne)
erzählt hat wie der Hase so läuft. Da habe ich ganz lange Ohren gekriegt.
Die Nonne war entsetzt und der Pater hat gegrinst und von seiner "Herzdame" geschwärmt.
Auf die Nachfrage wie er das vor seinen Kollegen und Vorgesetzten macht, meinte der
die machens doch nicht anders. Nur früher hatten die meisten Haushälterinnen und jetzt
muss man halt zusehen wo man bleibt.

Unser Pfarrer hat uns im Religionsunterricht immer erzählt, dass die Pfarrer nicht heiraten dürfen,
damit sie sich ganz auf ihre Gemeinde und Schäfchen konzentrieren.





Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Maja am 28.01.22, 11:20
Lexie ich versteh dich.
Man muss seinen eigen Weg mit dem Glauben an Gott finden .
Das Verhalten der Kirchenmänner ist in keinster Weise zu tolerieren und genau wie du
War ich damals vor vielen Jahren sehr entsetzt als ich von der Doppelmoral erfuhr.

Zölibat fordern und Predigen und dann mussten sehr gute Seelsorger ihr Leben lang lügen und ihre Kinder verheimlichen.
Da habe ich auch lange daran geknabbert.
Die Zeremonien in der Kirche sind ja schon viel älter, als die Regeln des Zölibat und da fehlt uns ganz viel , auch durch Corona und eben weil man mit dem Bodenpersonal Christi nicht zurecht kommt und sich nicht auf das Wesentliche des Glaubens konzentrieren kann.
Es stehen eben die Verfehlungen der einzelnen, krankhaften und unwürdigen und nicht ordentlich führenden
Kirchenleute im Vordergrund.
Diese Verfehlungen lassen sich auch nicht verdrängen und mir persönlich geht es so, dass ich bei jeder Predigt unseres Pfarrers, das ganze Szenario vor meinem geistigen Auge habe und die Worte unseres Pfarrers als Lüge betrachte und nur sehr schwer ertrage.
Wohl gemerkt er ist nur unserer Pfarrer und nicht einer der diese schlimme Verbrechen begangen hat.   
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 28.01.22, 14:29
So wie Morgana und Maja ging es mir auch. Ich konnte irgendwann keine Predigten mehr ertragen.

Aus einem persönlichen Erleben hat sich mir gezeigt, es braucht nicht diese vielen Vorschriften, sondern es lässt sich alles auf einen Punkt bringen: Wenn ich als Mensch etwas dafür tue, das es in irgend einer Form mehr Gutes in der Welt gibt, bin ich auf dem richtigen Weg. Wenn sich immer mehr Menschen danach richten, wird es auch Veränderungen geben.

Der andere Punkt ist die sogenannte Goldene Regel "Was du nicht wilst, das man dir tut, das füg auch keinem Anderen zu". Das hat schon mein Vater so gesagt. Was wie ein deutsches Sprichwort klingt, geht viel weiter. Es ist eine Maxime, die es in fast allen Religionen und Kulturen gibt.

Wenn ich diese beiden Punkte anwende an "Befündungen" die jetzt von einigen Klerikern kommen wie das war eine andere Zeit, damals gab es das (Kirchen-)Gesetz nicht, das das verboten hat, ich wusste nicht, wie es den Betroffenen damit geht ... Dann habe ich eine Orientierung, wie ich es einordnen kann.


Schon ein paar Tage zurück hat Frankenpower einen Beitrag von Report MÜnchen erwähnt, da hat ein Bischof zwei Betroffene ehemalige Heimkinder getroffen. Ich möchte den LInk dazu doch noch mal reinstellen. Es ist sehr hart und ich möchte auch zur Vorsicht mahnen, da es vermutlich nicht jeder ertragen kann. Aber das sind die Geschehnisse, die passiert sind und so war es für die Betroffenen.

Report München Katholischer Bischof trifft Missbrauchsopfer (https://www.ardmediathek.de/video/report-muenchen/bischof-trifft-erstmals-missbrauchsopfer/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydCBtw7xuY2hlbi8zNTA1ODI1My0zZDAwLTRjZTUtYTdkMy0zYjY1NzdlZmFiNjQ/)


Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 29.01.22, 10:43
Mir ging die Scheinheiligkeit der Erdenvertreter schon immer auf den Senkel.

Der Pfarrer holte sich z.B. jeden Tag eine Schachtel Zigaretten, aber den Kindern sagt er,
sie sollen ihr Taschengeld den armen Spenden und gefälligst keine Süßigkeiten davon kaufen,
denn das wäre eine Sünde, im besten Fall kam gleich noch das Fegefeuer zur Sprache.
Wegen mir kann er ruhig rauchen, ist seine Sache, aber nicht die Kinder anblaffen und in der Schule bloß stellen die sich am Kaugummiautomat für ein Zehnerl was rauslassen-

Deswegen war ich froh, als ich so alt war, dass ich aus dem Religionsunterricht und damit seinem Druck raus war.
Dieses ewige zum Beichten gehen müssen, den neugierigen Fragen des Pfarrers
der jeden Sonntag aufgeschrieben hatte wo man nicht in der Kirche war ausgesetzt zu sein.

Dieses ewige Sündengetue..man hat dauernd was zu bereuen, nichts was man tut ist gut genug.
Ich war im Kloster bei der Beerdigung von der Tante meiner Mutter.
Wenn man da der Predigt zugehört hat und richtig drüber nachgedacht, kam einem das kalte grausen.
Was hat eine Frau die über 70 Jahre in einem Kloster war schon für große Sünden?
Das alles hat für mich nichts mit Seelsorge zu tun
Da war kein bischen Trost dabei

Später ist mein Mann im Flieger neben dem Bischof gesessen.
Der Bischof hat ihn angesprochen und sie kamen ins reden.
Mein Mann nutze natürlich die Gelegenheit um was zu sagen.

Der Bischof war sich keiner schuld bewußt, auch wenn er kurz danach zurück getreten ist.
Wird alles von den Medien hochgepuscht, ein bischen Unwahrheit na und
mal ein paar Watschen haben noch keinen geschadet,
Er ist ein Mann der Kirche

Mein Mann sagte er hätte gar nicht soviel fressen können wie er kotzen hätte wollen.
Er war so dermaßen froh als der Flieger gelandet war.

Mir gibt es überhaupt nichts, in eine Kirche zu gehen und mir das anzuhören.
Warum soll ich z,B. beim Wortgottesdienst jemand zuhören, der seine Frau rausgeschmissen hat,
aber der Scheidung nicht zustimmt, weil er sonst in der kirche nichts mehr tun kann.
So lange die Ehe auf dem Papier noch besteht ist der Mantel der Scheinheiligkeit drüber.

Wir haben oben im Haus eine sehr schöne kleine "Kapelle" eingerichtet. Da gehe ich hin.
Dort finde ich meine Ruhe,
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: frankenpower41 am 29.01.22, 11:47
... gehört jetzt nicht zum Thema, aber es gibt auch positive Kirchenleute, auch die sind Kirche.

Bei Ringelstetter (BR) war Vorgestern eine Ordensschwester die Bier braut.
Eine sympathische, positive, beeindruckende Frau
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Lexie am 29.01.22, 12:00
wir haben auch Verwandtschaft im Kloster, der ist auch okay.

in der Kirche ist es doch wie bei den Bauern, ein schwarzes Schaf verdirbt die ganze Herde, oder so ähnlich heißt es doch.
da leiden sicher auch viele Ordensleute und Priester darunter, die das noch aus Überzeugung geworden sind.

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 29.01.22, 12:38
die Tante meiner Mama war auch eine gute.
Da gibts gar keinen Zweifel, aber sie war trotzdem verbittert, weil sie da nicht sein wollte,
sondern ins Kloster gesteckt wurde. Sie hat sich damit abgefunden und das beste draus gemacht.

bei weitem gingen viele nicht freiwillig in den Dienst der Kirche.
Es waren zuviele Kinder da, einer vom Hof musste der Kirche dienen usw.
Da war zumindest früher viel Zwang dahinter.

Natürlich gibt es in der Kirche viele gute Leute.
Mein Mann hatte einen völlig anderen Pfarrer und Religionslehrer. Der war total begeistert.
Der hat dann aber selbst dem ganzen den Rücken gekehrt, geheiratet und kinder bekommen.

Für mich paßt es halt nicht mit dem ganzen hin und her. Die Kirche war schon immer vorne
dabei wenn es um Macht ging. Angefangen im Tempel bis zu den Hexenverbrennungen.
Es gab immer jemanden der das für gut hieß und es gab immer welche die dagegen waren,
die es als Unrecht empfanden und gerne was dagegen getan hätten. Aber sie kamen nicht zum Zug.
so wie es jetzt lange Zeit auch war. Man hat alles verschwiegen.

Jetzt gehts halt nicht mehr und so mancher versucht seine Haut noch zu retten.
(Was ich fast noch schäbiger finde, da wird nur zugegeben wenn es gar nicht mehr anders geht, und
dann natürlich der Rücktritt angeboten)

Ich bin der Meinung jeder Mensch braucht was an das er glaubt,
an dem er sich festhalten kann, aber dafür brauche ich nicht jemanden der mir dauernd vorhält was ich
zu tun und zu lassen habe, während diese Institution ihre eigenen Wege geht.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Steinbock am 29.01.22, 19:02
Weil jemand angesprochen hat, dass darunter auch die "Guten" leiden.

Wir hatten von 2006 bis 2016 einen Ruhestandspriester in unserer kleinen Pfarrei.
Ein unglaublich guter Seelsorger, begeisterter Christ!!!

Ich kann mich noch bestens erinnern, wie vor etwa 10 Jahren das ganze Ausmaß des
Skandals um die sexualisierte Gewalt in der Kirche (in Deutschland) ans Licht gekommen ist.
Es war in der Fastenzeit, ein Gottesdienst. Der betagte, aber noch fitte Priester stand vorne,
kreidebleich.... - Ich überlegte, ob er gleich umkippen würde oder welchen Kummer er wohl habe.

Er hatte Kummer.... über die Geschehnisse in der Kirche, der Gemeinschaft der Jesus-Gläubigen,
die seine spirituelle Heimat, sein Lebensmittelpunkt usw. war. Er hat sich geschämt (was so vielen
 jungen Opfern widerfahren ist) und war verzweifelt....   und hat in etwa
gesagt, die Kirche solle mal aufhören, von den Gläubigen Buße zu fordern. Die Kirche muss
selber Buße tun und zwar mal richtig.

(Wenn bei diesem Gottesdienst (zufällig) ein Missbrauchsopfer gewesen wäre, das wäre ein
klein wenig Balsam auf dessen/deren Seele gewesen.)
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: annelie am 29.01.22, 22:11
Den Umgang der Amtskirche mit den Verfehlungen manchem ihrer Mitarbeiter finde ich völlig daneben und macht mich sehr wütend.  :-X :'(

Trotzdem bleibe ich in der katholischen Kirche, da sie meine christliche Heimat ist und mir - zum Glück - Gutes widerfahren ist.

In meiner Heimatgemeinde hatten wir in meiner Kindheit und teilweise Jugend, einen Theologieprofessor in Rente, der größtenteils unsere Filialkirche sonntäglich betreut hat, er war ein Kirchenleerer.  >:( Wäre ich nicht in eine katholische Mädchenrealschule, mit teilweise Nonnen als Lehrerinnen, in München gegangen und hätte eine ganz andere Seite des Glaubens erlebt, wäre ich bestimmt mit 18 Jahren aus der Kirche ausgetreten.
Unser Religionsunterricht wurde von Salesianern bestritten und ich würde ihn eher als Ethikunterricht bezeichnen. Klar wurde in unserer Schule Ostern und Weihnachten die Beichte angeboten, aber eben angeboten und sie war nicht zwingend. Wer wollte, konnte während des Unterrichts hingehen, wer nicht, ging halt nicht. Ich habe mich gut aufgehoben und wohl gefühlt.

Seit dem Tod des Theologieprofessors, lebe in einer liberalen Kirchengemeinde, wir wurden vor ein paar Jahren mit der Nachbargemeinde zusammengelegt und unser damaliger Pfarrer wurde versetzt. Einigen Mitgliedern war unsere Gemeinde damals zu liberal und sie haben Briefe mit den "angeblichen Verfehlungen" an das bischöfliche Ordinariart beschickt, dann kam wieder mal ein Weihbischof zur Visite. Unseren jetzigen Pfarrer würde ich noch als liberal bezeichnen und ich kann gut mit ihm leben, ich bin keine große Kirchgängerin, aber ich würde mich tief in meinem Glauben ruhgend bezeichnen. Wir haben einen Diakon und einen Ruhestandspfarrer die unseren Pfarrer unterstützen, beide haben unterschiedliche Ansichten und decken wohl das gesamte Spektrum ab.

Schon in den 80iger Jahren hat unser damaliger Hauptpfarrer einen Hirtenbrief des damaligen Erzbischofs mit Ansage nicht verlesen.

Mein Mann ist -wegen der Amtskirche, nicht wegen seines Glaubens- schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten.

Ich kann mit erzkonservativen Strömungen in der Kirche wenig anfangen und hoffe auf Reformen, auch wenn sie langsam kommen. Noch will ich die katholische Kirche nicht aufgeben. Wenn alle, die liberaler sind, aus der Kirche austreten, wer bleibt dann noch übrig und wohin bewegt sich die katholische Kirche dann?

Ob man als junger Mann/Frau wirklich abschätzen kann was Zölibat auf Dauer bedeutet, wage ich zu Bezweifeln, wir alle ändern unsere Einstellungen im Leben durch Erlebnisse und Erfahrungen, da kann es schon vorkommen, dass man sich irgendwann nach Nähe sehnt.
Wäre das Leben so einfach, gäbs keine Scheidungen oder Konflikte in den Familien oder Menschen, die ihr Leben in einer unbefriedenden Partnerschaft fristen.


Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 29.01.22, 22:53
Ich denke, alles was an Verbrechen geschah/geschieht und auch wie damit umgegangen wird, ist ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die sich haupt- oder ehrenamtlich in einem Gute Sinne in und für die Kirche abmühen. Außerdem finde ich es auch unendlich traurig für all die Menschen, die aus welcher seelischen Not auch immer Trost und Hilfe im Glauben suchen und nötig haben.

@annelie: Kirchenleerer, gut geschrieben. So einen hatten wir hier in meiner Kindheit auch. Er hat hier viele der damals jungen Leute aus der KIrche vertrieben. Das sind aber schon die Jahrgänge die jetzt auf die 70 zugehen. Er war im Ort die absolute Autorität. Wir Kinder hatten angstvollen Respekt vor ihm. Am Sonntag im Kindergottesdienst hat er Fragen gestellt und wer etwas falsch gesagt hat, konnte damit rechnen, dass er eine Ohrfeige bekam. Wenn wir ihn im Dorf trafen, mussten wir zum Grüßen zu ihm gehen und ihm die Hand geben, Mädchen einen Knicks machen, Jungen einen Diener. So etwas gab es zu der Zeit hier sonst nirgends mehr. Hat er das Ergebnis der Kollekte vorgelesen und es Pfennig dabei hat er voller Verachtung gesagt xy Mark und xx Kupferpfennige. Einige hat das natürlich erst recht provoziert, ihr Klimpergeld in den Korb zu werfen.

Zur Zeit des Kommunionunterrichtes, also so mit ca. 9 Jahren, habe ich Grenzüberschteitungen von ihm mir gegenüber erlebt, Kein Missbrauch, aber heute würde er vermutlich Ärger bekommen. Bei uns hieß das damals Gute Backpfeifen, weil er das machte, wenn jemand eine gute Antwort gegeben hatte. Ich glaube, das war nur bei Mädchen so. Auf mich hat es so gewirkt, dass ich irgendwann nur noch vor seinem Unterricht geweint habe und nicht mehr dort hin wollte. Noch heute bin ich meinen Eltern dankbar, dass sie mir geglaubt haben - dass war damals hier nicht selstverständlich - und mein Vater hingegangen und mit dem Geistlichen gesprochen hat  Vor der Jubelkommunion kam mir das alles wieder hoch und ich habe mit einer frühren Mitschülerin darüber gesprochen. Da sagte sie, dann sind wir schon zu dritt.

Ich musss leider sagen, dass ich eine ganze Reihe negatier Geschichten in meinem Kopf habe. Meine Eltern und wir Kinder mit ihnen sind dann auch sehr häufig in die Stadt mit Bischofssitz zum Gottesdienst gefahren. Hatten auch lange eine engere Beziehung zu einer bestimmten Kirchengemeinde. So habe ich zum Glück auch noch erlebt, dass es in der Kirche auch anders ablaufen kann.

Unseren aktuellen Bischof sehe ich auch als einen der Guten an. Er macht mir zumindest Hoffnung. Während einer seiner Vorgängr übel ins Gerede gekommen ist.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 30.01.22, 08:05
so war einer unserer alter Pfarrer auch, ist mit dem Auto durch seine Dörfer gefahren und wehe ein
Kind hat ihn nicht gegrüßt. Als wenn Kinder beim spielen auf Autos achten würden die vorbeifahren.
Da wurdest du beim nächsten Religionsunterrich quasi an den Pranger gestellt.

Ich wurde von ihm angepampt dass ich nach 18 Uhr nicht  auf der Straße rumlaufen soll.
Da musste ich aber den Milchtank holen, weil der da halt erst wegkam.

Bei der Christmette wurde über die Christbaumkugeln an den beiden
Bäumen in der Kirche. (die vom Frauenkreis gestiftet wurden) , Geschenke und
das große fressen an Weihnachten, das würde es alles nicht brauchen und
er möchte nur noch Scheine sehen in den Spenden :o

Meine negtiven Erfahrungen fingen leider schon sehr früh an . Als Baby bei den Nonnen im Krankenhaus.



Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Karpfenkanone am 30.01.22, 08:09
Ich wünsch allen einen schönen Sonntag.

Ich finde die  Erlebnisse von euch, was so Kirchenpersonal angeht, sehr interessant. Ich hatte nie solche Einblicke.
Persönlich hatte ich sogar gute Erfahrungen aus meiner Kindheit zb. dem Konfirmationsunterricht. Mein damaliger
Pastor war schon ne coole Socke, aber aus Sicht von vielen Gläubigen wohl eher ein Agnostiker.

Trotz allen, dass es gut ist, wenn "Ungläubige" etwas Einblick bekommen, so denke ich doch, ging jetzt viel am Elefanten im Raum
vorbei.

Ja, sicherlich wird es vielen in der kath.Kirche nicht gut gehen und unter diesen Verbrechen und der systematischen Vertuschung leiden.
Das ist schlimm. Trotzdem können sich diese Menschen auch für eine andere Tätigkeit, auch im Bereich Glauben engagieren, und müssen sich
eben nicht für eine Organisation einsetzen, für die Kindesmissbrauch und sexualisierte Gewalt zum Markenkern gehört.
Die Strukturen bestehen ja weiterhin, und wenn jetzt die "Nichtvertuscher" und"Nichtkriminellen" (Gute mag ich nicht schreiben, weil die Welt nicht binär ist)
versuchen, das Bild der kath.Kirche nach Außen soweit aufzupolieren, dann führt es doch zwangsläufig dazu, dass weiterhin Menschen ihre Kinder ganz unbedarft in katholische Einrichtungen schicken.


Ganz anders sieht es bei den Opfern aus. Die Opfer der Misshandlungen und der sexualisierten Gewalt haben einen lebenslangen Schaden. Sie können sich nichts mehr aussuchen, sondern müssen (oft) mit ihren psychischen Erkrankungen durch die Misshandlungen irgendwie leben. Viele begehen suizid.
Niemand hat ihnen geglaubt, weil ja die Kirchenleute "Respektspersonen" waren und teilweise bei so manchem noch sind. Das ist so so schlimm.
Es muss mehr über die Opfer gesprochen werden.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: frankenpower41 am 30.01.22, 09:23
so war einer unserer alter Pfarrer auch, ist mit dem Auto durch seine Dörfer gefahren und wehe ein
Kind hat ihn nicht gegrüßt. Als wenn Kinder beim spielen auf Autos achten würden die vorbeifahren.
Da wurdest du beim nächsten Religionsunterrich quasi an den Pranger gestellt.

Ich wurde von ihm angepampt dass ich nach 18 Uhr nicht  auf der Straße rumlaufen soll.
Da musste ich aber den Milchtank holen, weil der da halt erst wegkam.

Bei der Christmette wurde über die Christbaumkugeln an den beiden
Bäumen in der Kirche. (die vom Frauenkreis gestiftet wurden) , Geschenke und
das große fressen an Weihnachten, das würde es alles nicht brauchen und
er möchte nur noch Scheine sehen in den Spenden :o

Meine negtiven Erfahrungen fingen leider schon sehr früh an . Als Baby bei den Nonnen im Krankenhaus.

der war einfach ein D..p
Ich glaub so einer hätte bei den Protestanten schon einen schlechteren Stand gehabt, aber auch da gab es Spezialisten.
Bei uns war schon zu meiner Jugend regelmäßiger Kirchgang in vielen Familien nicht mehr üblich.
Da hat das Gerede vom Pfarrer viele nicht mehr berührt.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 30.01.22, 09:57
der unsere hat wahnsinnigen Druck ausgeübt. Man hatte richtig Angst vor dem.
Ständig hat er im Unterricht vom Krieg erzählt, was er doch alles gemacht hat.

Aber als er mich über meine Eltern in der Beichte ausgefragt hat,
war mein Vater bei ihm beim "beichten". Er hat ihm im Beichtstuhl die Meinung gegeigt.

Z.B. dass er am Karfreitag in der Wirtschaft Weißwürste bestellt hat.
Antwort vom Pfarrer: An einem fremden Tisch ist das was anderes.
Meinte mein Vater: ja bei mir ist das jetzt auch was anderes.
Von da an hatte ich eine 5 in Religon aber zumindest meine Ruhe, er hat mich ignoriert, ich war nicht mehr da.

Der Rektor von der Schule hatte selbst zwei Söhne an der Schule.
Die wurden natürlich bevorzugt behandelt, vom Hernn Pfarrer :-\

Neben körperlicher Gewalt ging es da "nur " um psychische Gewalt. Macht ausüben
einschüchtern.. klein machen.

Jetzt wo der Rektor alt ist habe ich schon öfter mit ihm drüber geredet. Er konnte ihn auch nicht leiden.
Es war ihnen allen alles klar, aber niemand hat sich eingemischt. Was hätte man denn machen sollen.
Es war doch der Herr Pfarrer. Heute, ja heute würden sie alles anders machen....klar

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Rohana am 30.01.22, 09:58
in der Kirche ist es doch wie bei den Bauern, ein schwarzes Schaf verdirbt die ganze Herde, oder so ähnlich heißt es doch.
da leiden sicher auch viele Ordensleute und Priester darunter, die das noch aus Überzeugung geworden sind.
So ist es. Ich kenne viele, die ihrer Berufung mit Leidenschaft und Herzensblut nachgehen. Umso schlimmer dass die schwarzen Schafe von oben gedeckt werden!

[...]dass weiterhin Menschen ihre Kinder ganz unbedarft in katholische Einrichtungen schicken.
Es ist ja bei weitem nicht so dass es ausserhalb der katholischen Kirchen keinerlei Macht- und anderen Missbrauch gäbe, das ist ja das schlimme! Für mein Empfinden kann man "unbedarft" bei keinerlei Einrichtung vorgehen. Man muss überall nach bestem Wissen und Gefühl hinschauen, hinhorchen, zuhören.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Karpfenkanone am 30.01.22, 10:16
in der Kirche ist es doch wie bei den Bauern, ein schwarzes Schaf verdirbt die ganze Herde, oder so ähnlich heißt es doch.
da leiden sicher auch viele Ordensleute und Priester darunter, die das noch aus Überzeugung geworden sind.
So ist es. Ich kenne viele, die ihrer Berufung mit Leidenschaft und Herzensblut nachgehen. Umso schlimmer dass die schwarzen Schafe von oben gedeckt werden!
So macht man es sich eben auch einfach. "Die da Oben".
Sorry, bei solch einer Häufigkeit geht es nicht mehr nur um Deckung von Oben. Auch diejenigen Kirchangehörigen im Nahfeld schweigen. Sie stellen keine Strafanzeigen, sollten sich Indizien häufen, dass ein Pfarrer oder Priester Kinder misshandelt oder sexualisierte Gewalt ausübt. Da wird dann lieber zur nächst hören Instanz innerhalb der Kirche gegangen. Und dann beginnt das Versetzen, die Deckung von Straftaten.
Hab ehier in den Thread auch schon gelesen, dass straffällige Prieser und Pfarrer doch im Altenheim weiter ihre Dienste ausüben könnten. Das finde ich falsch.
Zumindest dann, wenn nicht einmal strafrechtlich gegen diese Menschen vorgegangen wurde.

Es ist auch klar, warum so gehandelt wird. Diejenigen sind in einem Dilemma: Stellen viele Strafanzeigen, wird das Ausmaß deutlicher und der Schaden für "ihre Kirche" umso größer. Sie sind eben so "leidenschaftlich" in ihrer Kirche, haben eine gewisse Loyalität und es ist ja auch so toll da. Hier ist es nicht viel anders, wie es in anderen Communitys abläuft. Falsch verstandene Loyalität.
Viel angenehmer ist es, nur immer das zuzugeben, was öffentlich durch Dritte bekannt wird.

Und den Vergleich mit der Landwirtschaft finde ich frech. Unterstellt es doch, dass in der Landwirtschaft systematisch zu Straftaten kommt, niemand etwas sagen würde, und straffällige Landwirt:innen von Oben gedeckt würden.
Dem ist nicht der Fall.

Oder anders gelesen: Die Vorfälle sind nicht so dramatisch, es wird nur von "den Medien" aufgebauscht, weil irgendeine satanische Macht die Kirche weg haben will.
Eigentlich ist doch alles feini fein, es müssen nur die paar "faulen Äpfel" aussortiert werden. MMn wäre diese Lesart eine Relativierung.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: gammi am 30.01.22, 10:36
Heute morgen war in den Nachrichten, dass auch die evangelische Kirche betroffen ist und es kein "katholisches" Problem ist.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 30.01.22, 10:48
Verfehlungen gibt es überall. Es gab und wird immer Menschen geben, die ihre Macht
ausnützen in irgendeine Richtung.

In jedem Bereich gibts Fälle von sexuellen Übergriffen und sexuellem Mißbrauch.
Das ist keine Sache der Kirche allein.
Ob das früher beim Bauern war, der hinter den Mägden her war über Film und Kultur.
Mir fällt nichts ein, wo man nicht schon mal was drüber gehört hätte.

Die Kirche steht aber für viele über allem. Die Kirche hat uns immer gesagt, was
wir zu tun und zu lassen haben.
Aber seslbst wurde Jahrhundertelang alles unterbunden was zu einer Aufklärung oder Änderung
von irgendwelchen Mißständen führen hätte können. Man selbst ist unantastbar.

Jetzt ist es soweit, dass das nicht mehr geht.  Es wird alles ans Licht gezerrt.
Natürlich auch nicht immer auf die richtige Art, aber es wird immer noch zu oft versucht
zu vertuschen. Nur zugeben was unbedingt sein muss.
Und als letzes vom Amt zurücktreten.

Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Karpfenkanone am 30.01.22, 10:52
Heute morgen war in den Nachrichten, dass auch die evangelische Kirche betroffen ist und es kein "katholisches" Problem ist.
Wundert mich jetzt nicht unbedingt, leider.
Für mich deutet es auf eben dieses Communityproblem hin. "In Glauben an Gott vereint" scheint mehr dazu zu verleiten, Strafermittlungen zu vereiteln.
Es definiert mehr die eigene Identität, die eigene Persönlichkeit, wie die Freizeitmitgliedschaft in einem Sportverein.
Oder anders: Es fällt viel leichter Trainer von Sportvereinen anzuzeigen, weil es dort viele Alternativangebote gibt, anstatt gegen die eigene Glaubensgemeinschaft vorzugehen..


Und das was Morgana sagt.

Mich würde mal etwas interessieren.
Würde jemand, wenn der Pfarrer, Priester ein ganz Netter ist, sich öffentlich für Erneuerung einsetzt, keine dogmatische Sichtweiese hat und allgemein in der Gemeinde geschätzt wird, diesen dann anzeigen, weil es Indizien für Misshandlungen oder sexualler Gewalt gibt?
Oder delegiert man das dann lieber an eine höhere Instanz?
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: frankenpower41 am 30.01.22, 11:35
... ist es bei den "Unteren" nicht auch so, und das sehe ich jetzt nicht nur bei der Kirche sondern generell,
dass man lieber hofft es ist nicht, man weg sieht, einfach weil man keine Scherereien will und irgendwie hofft dass das vielleicht Andere tun
die sich dann evtl. zum Buhmann machen?

Ich geb zu, der Fall war anders gelagert, ging um psychische Kindsvernachlässigung, da hab ich auch gezögert und es erledigte sich dann anders.  Nur auf einen Verdacht hin wenn man keinerlei Beweise hat, jemanden anzuschwärzen ist nicht einfach.
Manches wird/wurde ja hinter vorgehaltener Hand erzählt.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Mathilde am 30.01.22, 14:05
Oder anders: Es fällt viel leichter Trainer von Sportvereinen anzuzeigen, weil es dort viele Alternativangebote gibt, anstatt gegen die eigene Glaubensgemeinschaft vorzugehen..

Das möchte ich nicht so stehen lassen. Bei Reitlehrern ist das auch so eine Sache. Die Zuteilung von Pferden usw. Wobei ich heute bei Kindern sehr vorsichtig geworden bin mit anfassen um die korrekte Schenkellage oder Sitz zu zeigen.

LG Mathilde
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: LunaR am 30.01.22, 14:20
... ist es bei den "Unteren" nicht auch so, und das sehe ich jetzt nicht nur bei der Kirche sondern generell,
dass man lieber hofft es ist nicht, man weg sieht, einfach weil man keine Scherereien will und irgendwie hofft dass das vielleicht Andere tun
die sich dann evtl. zum Buhmann machen?

Ich geb zu, der Fall war anders gelagert, ging um psychische Kindsvernachlässigung, da hab ich auch gezögert und es erledigte sich dann anders.  Nur auf einen Verdacht hin wenn man keinerlei Beweise hat, jemanden anzuschwärzen ist nicht einfach.
Manches wird/wurde ja hinter vorgehaltener Hand erzählt.


Ds ist auf alle Fälle mal bedenkenswert. Eigentlich möchte ich sagen, heute passiert so etwas nicht mehr. Ein Geistlicher steht nicht mehr so über allen und die Menschen sind kritischer geworden. Aber leider passiert es immer noch. Natürlich auch anderswo. Und immer noch ist es so, dass sich die Opfer schämen und nicht die Täter.

Darum ist es nicht so einfach, wie Karpfenkanone unten schreibt, dass endlich über die Opfer geredet werden muss. So spontan möchte auch ich ja dazu sagen. Über die Opfer zu reden geht schon eher, aber auch mit den Opfern ist nötig. Nur möchten viele das gar nicht. Aus verschiedenen Gründen, Scham, Hoffnungslosigkeit, dass ihnen noch jemand glaubt, oder sie sind so zerbrochen, dass es sie einfach zu viel Kraft kostet. Das muss man dann auch akzeptieren.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Morgana am 30.01.22, 15:13
Das ist auf jeden Falls ein sehr schwieriges Feld. Hinter jedem dieser Schicksale steckt ein Mensch
und wird individuell damit umgehen.
Der eine will darüber reden, der andere kann nicht darüber reden obwohl er/sie es möchte.
Unwiederum andere wollen nicht mehr drüber reden, verdrängen lieber alles und möchten nicht,
dass alles wieder hoch kommt.
Titel: Re: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II
Beitrag von: Karpfenkanone am 31.01.22, 08:52
Das möchte ich nicht so stehen lassen. Bei Reitlehrern ist das auch so eine Sache. Die Zuteilung von Pferden usw. Wobei ich heute bei Kindern sehr vorsichtig geworden bin mit anfassen um die korrekte Schenkellage oder Sitz zu zeigen.

LG Mathilde
Hi und Guten Morgen,

Ich glaube du hast mich da falsch verstanden. Dass es auch im Freizeitbereich, Schule und Familie zu schlimmen Verbrechen kommt, insbesondere sexualisierter Gewalt ist vollkommen klar.

Mir ging es eher um die ganzen Vertuschungen, Verschleppungen. Statt Priester, Prediger, Pfarrer etc zu entlassen und diese bei den Behörden anzuzeigen(was auch nichts mit "anschwärzen" zutun hat, da unsere Ermittlungsbehörden zur Aufklärung von Straftaten vorhanden sind), werden sie, obwohl Straftaten BEKANNT sind, hin und her versetzt.
Sie werden versetzt, WEIL sie Straftaten begangen haben. Das muss man sich mal vorstellen.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/missbrauchsopfer-demonstrieren-vor-dem-trierer-dom-100.html
Zitat
Eigene Recherchen von Schnitzler zeigen, dass der Priester dem damaligen Bischof Stein offensichtlich als Täter bekannt war. Dennoch durfte er als Priester weiterarbeiten.
Schnitzler: "Bischof Ackermann hat bereits 2010 eine Aufarbeitung gefordert. Und es ist bisher nichts dergleichen geschehen.
Immer schön verzögern, umso weniger Handhabe gibt es für die Starfverfolgung, da diese Straftaten verjähren.

Gerstern bei Anne Will hatte ich ein Déjà-vu, als Bischof Bätzing von schonungsloser Aufklärung sprach. 1:1 könnten seine Äußerungen aus 2012 stammen.
Der ehemalige Papst ist ja auch voll mit dabei.
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/benedikt-verstrickt-sich-immer-mehr-in-seine-luegengebilde,SvR2WDX

Der ehemalige Papst und damaliger Bischof? war also in der Sitzung über Pfarrer H. anwesend. Zuerst hatte er es ja bestritten bei der Sitzung anwesend gewesen zu sein. Angeblich war es ein Fehler in der redaktionellen Bearbeitung. Wer´s glaubt. Aber es ist auch egal, ob er dort gelogen hat.
Er war anwesend, Pfarrer H. war schon jahrelang als Sexualstraftäter bekannt und trotzdem fand Ratzinger es vollkommen OK, ihn in seinem Bistum einzusetzen.