Autor Thema: Schuldbekenntnis eines Bauern  (Gelesen 1962 mal)

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Offline AnnetteTopic starter

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Schuldbekenntnis eines Bauern
« am: 09.11.20, 11:13 »
Eigentlich gehört der Brief - veröffentlicht von Bauer Willi auf seiner Internetseite - ja nicht unbedingt in die Rubrik Agrarpolitik, auf der anderen Seite gehört er genau dort hin. Denn so wie dem Briefeschreiber geht es vielen Berufskollegen und auch wir finden uns in vielen Dingen und Gedanken wieder. Nur ist es ja meistens so, je schlechter es einem geht umsoweniger redet man drüber - und dabei spielt Geld nicht immer die Hauptrolle!!

https://www.bauerwilli.com/schuldbekenntnis-eines-landwirts/


Zitat aus dem Brief:

Zu guter Letzt möchte ich betonen, dass die derzeitige Entwicklung nichts Außergewöhnliches in der Menschheitsgeschichte ist. Es gab immer wieder Hochkulturen die ungewöhnlich erfolgreich waren, aber alle sind bisher an ihrer eigenen Dekadenz zugrunde gegangen. Wenn die Anstrengungen für die grundsätzlichen Tätigkeiten nicht mehr gesehen und geschätzt werden, wenn alles zur Selbstverständlichkeit geworden ist und man sich nur noch um Luxusprobleme kümmert, dann verliert man die Bodenhaftung und den Blick für das eigentlich Wichtige. Vielleicht hat unsere Kultur aber auch schon den Zenit überschritten.[/color]
[/b]
Drüber nachgedacht und für richtig/wahr befunden.

LG Annette
« Letzte Änderung: 09.11.20, 11:16 von Annette »
Lieber auf neuen Wegen stolpern, als in alten Bahnen auf der Stelle treten. (H.Hesse)

Online gina67

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Re: Schuldbekenntnis eines Bauern
« Antwort #1 am: 09.11.20, 12:45 »
Danke Annette fürs Einstellen. Ich habe es heute morgen schon auf Facebook gelesen.
Diesen Brief müsste man an die große Glocke hängen, damit alle den lesen, besonders auch die Politiker.
Aber interessiert wahrscheinlich keinen, so lange alles immer da ist. Ist ja egal woher die Lebensmittel kommen, Hauptsache günstig.

Offline Mathilde

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Re: Schuldbekenntnis eines Bauern
« Antwort #2 am: 09.11.20, 13:02 »
Hallo,

ich "kaue" seit gestern morgen dran weil:
Es gibt genügend Strohschweine wo es klappt weil unterschiedliche Räume geboten werden mit Spalten und STrohbereichen
Das mit dem Futter ist auch so ein Teil....was ist minderwertige Qualität? Wie wird das definiert?
Das mit den Umbauten ist allerdings das größte Desaster. War bei uns mit den Kälberboxen auch so. 20cm² mehr und in derselben Box hätten drei Kälber sich den Platz teilen müssen aber für 2 Kälber eigentlich nicht mehr zulässig.

LG Mathilde
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Marie von Ebner-Eschenbach

Offline frankenpower41

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Re: Schuldbekenntnis eines Bauern
« Antwort #3 am: 09.11.20, 13:33 »
... stimme dem Schreiber in allem zu  (zur Strohhaltung erlaub ich mir kein Urteil, davon hab ich keine Ahnung)
was mir zu denken gibt ist das mit dem Aussterben von Hochkulturen. Kann gut möglich sein.
Was sind schon Hundert Jahre im Luxus leben (wie in unseren Breiten viele, zumindest im Vergleich zu allem was in der Geschichte vorher jemals für die Massen war)
im Vergleich zur Weltgeschichte.

Offline Rohana

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Re: Schuldbekenntnis eines Bauern
« Antwort #4 am: 09.11.20, 14:24 »
Ich denke das Problem mit Bio-Strohschwein bzw. dem Stroh  und der Qualität ist, dass es bei Bio einfach wesentlich schwieriger ist ausreichend Stroh in guter Qualität zu erzeugen.

Offline gammi

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Re: Schuldbekenntnis eines Bauern
« Antwort #5 am: 09.11.20, 16:14 »
Ich habs nicht gelesen bisher. Und vielleicht lieg ich jetzt kompoett daneben.

Aber mich stört, dass das Schwein auf Stroh für die meisten gut ist und das Schwein auf Spalten schlecht. Ich bin davon überzeugt, dass es Schweinen auf Spalten auch sehr gut geht und bin deswegen eher gegen den ganzen Stroh-Hype.

Und mal ehrlich. Wie war das früher? Da hat man doch auch nur ganz, ganz dünn Stroh eingestreut.
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Offline Heti

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Re: Schuldbekenntnis eines Bauern
« Antwort #6 am: 09.11.20, 17:32 »
Für mich trifft der Artikel voll ins Schwarze !
Gruß Hedwig

Online gatterl

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Re: Schuldbekenntnis eines Bauern
« Antwort #7 am: 09.11.20, 17:44 »
Ich habs nicht gelesen bisher. Und vielleicht lieg ich jetzt kompoett daneben.

Aber mich stört, dass das Schwein auf Stroh für die meisten gut ist und das Schwein auf Spalten schlecht. Ich bin davon überzeugt, dass es Schweinen auf Spalten auch sehr gut geht und bin deswegen eher gegen den ganzen Stroh-Hype.

Und mal ehrlich. Wie war das früher? Da hat man doch auch nur ganz, ganz dünn Stroh eingestreut.

Kommt darauf an, was früher heißt.
Ich kann mich erinnern, dass die Schweine in meiner Kindheit hier entweder im Freien waren oder im Stall sehr viel Platz hatten.
Auch hier am Hof hatten sie viel Platz. Es wurde jeden Tag dick eingestreut.

Das ist mir neulich wieder eingefallen als es hieß " dreckige Schweine möchte man nicht essen":
Unsere Schweine waren auf ihre Art sehr reinlich. Sie haben die ganze Einstreu in eine Ecke befördert und dort geschlafen und ihr Geschäft haben sie soweit als Möglich davon entfernt gemacht. Aber das können sie halt nur, wenn sie dazu Platz haben.


Allerdings gab es hier keine Grossbetriebe.

Es wurde auch nicht soviel Fleisch gegessen und produziert.

Hat aber nur bedingt mit dem Thema zu Tun.
Der Brief ist sehr traurig.

Ich habe dazu viele Gedanken...


« Letzte Änderung: 09.11.20, 18:02 von gatterl »
Manche Menschen können nichts mehr wahrnehmen ausser ihrer eigenen Befindlichkeiten
Florian Schroeder