Autor Thema: EDEKA-Werbung zum 100. Geburtstag - Schlag ins Gesicht für Bauern  (Gelesen 10099 mal)

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Offline martinaTopic starter

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Das hat er wirklich toll gemacht. Und einen schönen Slogan geschafften.

"Billig ist out - Verantwortung ist in. Bauern haben faire Preise verdient!"
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Offline zwagge

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...super der Pastor.

zusätzlich zur Werbung lässt sich Edeka ja jetzt den Geburtstag noch vergolden, indem sie 2 Prozent des Jahresumsatzes 2019 der Landwirte zurückfordern. Tolles Geschenk, nicht wahr?


Eine ziemlich angefressene Birgit
Ganz liebe Grüße
Birgit

Offline Rohana

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zusätzlich zur Werbung lässt sich Edeka ja jetzt den Geburtstag noch vergolden, indem sie 2 Prozent des Jahresumsatzes 2019 der Landwirte zurückfordern. Tolles Geschenk, nicht wahr?
Wie soll das eigentlich gehen? Also, mit welchem Recht fordern die da irgendwas... ?

Offline Margret

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@ zwagge:  Birgit, woher weißt du das mit den 2 % Rückforderung durch Edeka ?
Wir haben das nämlich auch gehört und konnten es kaum glauben. Geht das rechtlich überhaupt ? Wie ?

Margret

Offline Margret

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Boah ! :( :o

Offline gammi

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Deswegen stand das billig in Anführungszeichen.

Wir sollte da auch wirklich daruf achten, dass wir günstig vermitteln. Weil eben billig negativ ausgelegt wird.

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Offline zwagge

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...Nur das mit der Rückvergütung und so macht man aber eigentlich vorher aus. Hier wurde das Telefon bemüht... Nix schriftlich. Warum wohl?
Man darf FREIWILLIG wieder was zurückzahlen, dann darf man in Zukunft auch wieder zum GÜNSTIGEN Preis liefern  >:( >:( >:(
Ganz liebe Grüße
Birgit

Offline martinaTopic starter

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Bei uns wurde das mit der Rückzahlung nur ganz klein als letzter Satz in einem Artikel über das Merkelgespräch erwähnt.
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Online Annette

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Folgendes Schreiben wurde in der Whats App Gruppe veröffentlicht. Da es als PDF-Datei versandt wurde, habe ich es jetzt mal hierherkopiert, weil ich nicht weiß, ob und wie man pdf-Dateien hier einstellt. Falls ihr dieses Schreiben als pdf-Datei haben möchtet, schreibt mir eine KM, dann schicke ich sie Euch per What'sApp oder email.


1 | S e i t e
Abs.: Bauernverband Hamburg e.V., Brennerhof 121 22113 Hamburg Geschäftsführung
Bauernverband Schleswig-Holstein
Landvolk Niedersachsen


Land schafft Verbindung
Abt. Öffentlichkeitsarbeit


Hamburg, den 30. Januar 2020


100 Jahre Edeka-Minden – Die Edeka bittet Erzeuger rückwirkend zur Kasse!


Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen,
das Plakat der Edeka Minden-Hannover mit Otto Waalkes zum 100. Geburtstag hat Entsetzen
bei den Bauern und einen Aufschrei der Empörung in den sozialen Medien ausgelöst. „Essen
hat einen Preis verdient: den niedrigsten“, steht in großen Lettern auf den Werbebannern.
Offensichtlich haben weder die Marketingabteilung der Edeka noch das Management von Otto
Waalkes etwas von den Bauernprotesten der letzten Monate und den Appellen ranghoher
Politiker inklusive Kanzlerin Angela Merkel zu einer höheren Wertschätzung der deutschen
Bauern und derer Erzeugnisse mitbekommen.
"Wir haben kein Verständnis dafür, dass Edeka zu seinem Jubiläum nichts anderes als 'der
niedrigste Preis' einfällt", kritisiert der Deutsche Bauernverband deutlich am Montag in einer
Stellungnahme zur Kampagne. "Hier sollen hochwertige Lebensmittel verramscht werden".
Der DBV hat bereits das Bundeskartellamt zum Handeln aufgefordert. Dort soll umgehend
geprüft werden, ob Edeka erneut seine Marktmacht mit missbräuchlichen Methoden ausnutzt,
um seine Werbeziele zu erreichen.
In der Nacht zum 27.02.2020 hatten etwa 200 Bauern mittels ihrer Traktoren das Zentrallager
der Edeka in Neuenkruge im Ammerland besetzt. Ein Großteil der Ware konnte nicht
ausgeliefert werden und viele Geschäfte standen am Morgen ohne Gemüse und Obst da.
EDEKA selbst sieht sich missverstanden, hat aber die betreffenden Plakate umgehend
entfernt. "Es war nie unsere Absicht, mit unserer Kampagne Landwirte und Erzeuger zu
verärgern", schreibt Edeka Minden-Hannover in einer Stellungnahme. “Die angekündigten
Preisreduzierungen gingen zudem nicht zulasten der Landwirte. Sie werden ausschließlich von
der Großhandlung getragen“, heißt es seitens der EDEKA Minden.

Am 29.01.2020 haben wir von betroffenen Landwirten erfahren, dass diese Aussage
nicht der Wahrheit entspricht!
Es ist durchaus gängige Praxis, dass zwischen dem Lebensmitteleinzelhandel und den
Erzeugern Rückvergütungen vereinbart werden. Diese werden jedoch vor der Saison
ausgehandelt und bei der Preisfindung entsprechend berücksichtigt.
Mehrere Erzeuger haben den Bauernverband Hamburg e.V. darüber informiert, dass die
EDEKA Minden-Hannover ganz aktuell zusätzliche 2% des Umsatzes aus dem Jahr 2019 als
Rückvergütung von den Obst- und Gemüselieferanten verlangt. Diese soll zur Finanzierung
des 100jährigen Jubiläums dienen. Die Summe muss zu 66% im April gezahlt sein, die
Restzahlung erfolgt im Herbst. Die Erzeuger sollen der EDEKA-Minden-Hannover bis zum
31.01.2020 ihre Zustimmung erteilen.
Diese Forderungen werden nur telefonisch gestellt. Es gibt keine schriftlichen Vereinbarungen
dazu! Wir fragen uns natürlich, was macht die EDEKA mit den Lieferanten, die nicht auf diese
Nachforderung eingehen?
Mittlerweile haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Landwirtschaftsministerin Julia
Klöckner Vertreter des Lebensmittelhandels für die kommende Woche ins Kanzleramt
eingeladen. Themenschwerpunkte werden Dumpingpreise bei Lebensmitteln und unlautere
Handelspraktiken sein. Wir können uns nicht vorstellen, dass sie über derartige Praktiken der
EDEKA informiert sind. Es wird Zeit, dass sie davon erfahren.
Heute meldet die dpa, dass die Bundesregierung in den kommenden 4 Jahren bis zu einer
Milliarde Euro Ausgleichszahlungen für die durch das beschlossene Agrarpaket verursachten
betrieblichen Belastungen den deutschen Landwirten zur Verfügung stellen wird. Was haben
aber die deutschen Bauern davon, wenn Sie dieses Geld gleich an die EDEKA weiterleiten
müssen? Im Übrigen möchte kein deutscher Landwirt von diesen Ersatzgeldern für schlechte
landwirtschaftliche Praxis leben. Wir verlangen lediglich, dass die Gesellschaft endlich den
Betrag für unsere Erzeugnisse bezahlt, die ihrem tatsächlichen Wert entsprechen.
Liebe Kollegen und Kolleginnen! Wir fordern Euch auf, diese skandalösen Machenschaften
über eure sozialen Medien und Netzwerke zu veröffentlichen. Dabei hat der Schutz der
betroffenen Erzeuger, die aus verständlichen Gründen anonym bleiben möchten, absoluten
Vorrang.

Mit freundlichen Grüßen
Lieber auf neuen Wegen stolpern, als in alten Bahnen auf der Stelle treten. (H.Hesse)

Offline zwagge

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grias eich,
aktuell bei Rewe:Milam nicht im Verkauf weil das deutsche Milchkontor die Preise drastisch erhöhen will. Die Preiserhöhung kann Rewe so nicht hinnehmen weil sonst der Kunde mehr zahlen müsste....

Soll man dazu noch was sagen????


LG Birgit
Ganz liebe Grüße
Birgit

Offline martinaTopic starter

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Real, nicht Rewe.


https://www.landundforst.de/landwirtschaft/betrieb/wegen-preiserhoehung-zoff-zwischen-dmk-real-561238?utm_source=luf&utm_medium=Newsletter&utm_campaign=luf-newsletter&utm_term=2020-02-06

Hier laufen Aufkaufaktionen der Bauern an, die gezielt die Läden leerkaufen wollen und dann diese Lebensmittel den Tafeln zur Verfügung stellen.
Im Beisein der Presse.
« Letzte Änderung: 06.02.20, 16:26 von martina »
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Offline Monika54

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Meiner Meinung nach sollte auf jeder Verpackung stehen, in welchem Land die Milch, das Gemüse, Obst usw. in der Dose, gewachsen bzw.
erzeugt wurde. Dann würde der Verbraucher manches nicht kaufen und mehr deutsche Produkte kaufen.

Offline martinaTopic starter

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Zumindest wäre es dann einfacher.

Bei Gemüse ist es ja schon so, aber bei verarbeiteten Sachen eben nicht.
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Offline zwagge

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stimmt real, nicht rewe...
bitte zu entschuldigen...

Ganz liebe Grüße
Birgit

Offline bienchen3

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Meiner Meinung nach sollte auf jeder Verpackung stehen, in welchem Land die Milch, das Gemüse, Obst usw. in der Dose, gewachsen bzw.
erzeugt wurde. Dann würde der Verbraucher manches nicht kaufen und mehr deutsche Produkte kaufen.

Das sag ich schon lang. Auf jede Verpackung den Ursprungsort der drei Hauptbestandteile, und zwar jedes Produkt, dass in Deutschland verkauft wird.
Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind. Albert Schweitzer