Autor Thema: Wieviel kann und darf man Kindern, Jugendlichen glauben und zutrauen?  (Gelesen 4203 mal)

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Offline Morgana

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unser Nachbarsbub hat immer gesagt er wird Bankdirektor.
Da hat man immer genug Geld. Selbst in der 9.Klasse hat er das noch jedem erzählt.
Was er jetzt wird weiß ich nicht. Sind weg gezogen.

Offline Beate Mahr

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Hallo

ich denke es ist wichtig sich so früh Gedanken zu machen ...
also das Kind selbst ... wenn es dann noch seine Gedanken teilt ...
kann man sich als Eltern Gedanken machen wie man unterstützen kann

Weil oft sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht
für mich ist das Zauberwort => 2. Bildungsweg

Zu meiner Zeit und/oder früher war klar: Schule - Ausbildung - 40 Jahre Arbeit

Dass es eine Berufsfachschule - Wirtschaftsgym. usw. als Umweg gab bekam ich eher zufällig mit

Das war meine Schule 45 Jahre später

Der Blick über den Tellerrand ist so wichtig ... sich informieren ... und Alternativen suchen ...
aber immer das Kind ...

Als Eltern kann ich mein Kind auf Ideen bringen ...

Bleibt gesund
Beate

Erinnert ihr euch noch ??? 300 km Mamaschutzzone ...
Als Felix nach Straubing ging ... damals war er *leicht angesäuert* ...
ist aber mit dicker Brust nach Pellworm gegangen ...
heute sagt er Beste Entscheidung seines Lebens


Entscheidend ist nicht, ob man kritisiert wird;
entscheidend ist, ob die Kritiker die Mehrheit bilden.

© Ernst R. Hauschka

Offline cara

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ich finde es auch wichtig, dass man sich früh genug umschaut. Oft ist es ja heute so, dass die Kinder mit der Schule fertig sind und dann immer noch nicht wissen, was sie machen wollen.
Meine große Nichte hatte eigentlich vor, ein Jahr nach Kanada zu gehen, aber dann kam Corona dazwischen. Also ein 3/4 Jahr ein bisschen gejobbt, dann ein BufDi in der MHH und jetzt zum 01. Oktober hat sie dann doch endlich ihre Ausbildung angefangen. War aber auch erst zu Beginn des Jahresl klar, was sie machen wollte.

Die kleine macht nächstes Jahr Abi und hat auch noch keine Ahnung, was sie dann machen will. Ihre Freundinnen, bis auf eine, aber auch noch nicht...
LiGrüss cara

It's a magical world, Hobbes, ol' buddy...
Let's go exploring!

Offline peka

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Es kann sich ja nicht jeder  so früh für einen Beruf entscheiden wie unser jüngster.

Er mag ca 3 -4 Jahre alt gewesen sein, ich war mit ihm auf dem Weg zu meiner Mutter als von hinten aus dem Kindersitz kam: Mama, wenn ich mal groß bin, gehe ich erst nach Schmitz und dann in die Feuerwehr.

Das Wort Landmaschinenmechaniker konnte er noch gar nicht sagen, aber unsere Werkstatt hatte den Namen Schmitz. Er hat dort und bei einer anderen Werkstatt Praktikum gemacht, und - von mir erzwungen - eines bei einem Landschaftsgärtner mit Zaunbau. Er sollte auch was anderes sehen und machen. Er hat es auch geschafft bei besagter Firma seine Ausbildung zu machen. Als ausgeprägter Handwerker wollte er weder Techniker noch Meister machen. Seine Entscheidung, die ich respektiere.

Der ältere hat ein Praktikum in der Kläranlage vom Wasserverband gemacht und ein weiteres in einer kleinen Brauerei. Geworden ist er Fachkraft für Kreislauf - und Abfallwirtschaft. Er wollte trotz Abi nicht studieren - auch da habe ich mich nicht einzumischen. Auch hier gibt es eine kleine Geschichte: Meinen beiden habe ich frühzeitig beigebracht, Müll ( Bonbon / Kaugummi - Papierchen ) kommen in die Tasche und werden zu Hause entsorgt. Irgendwann fing er an auch Papierchen / Müll von anderen aufzusammeln. Aus Spaß habe ich dann mal gesagt: Wenn du so weiter machst, wirst du sicher Müllmann. Das war nicht abwertend gemeint, und während der Ausbildung musste er auch hinten auf dem Lader stehen.
Ein sehr krisensicherer Job, Müll macht jeder jeden Tag und die Entsorgung wird immer komplizierter.

Liebe Grüße
peka
Gönne dir Stille,
in der du nur Atem und Herzschlag lauschst.
Dann kehre in den Alltag zurück,
kraftvoll und gelassen.

Offline babsk

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S. ist knapp 17 wenn er aus der Schule kommt.
Und dann soll er alleine in einer Wohnung oder einem Heim leben??

Oder jeden Tag 70 km hin und hergondeln??
Er möchte überhaupt nicht in so einer großen Firma wie Wacker lernen.
 

Liebe Annalena,
meine Tochter ist 14 und ist seit Herbst an einem Internat. Sie besucht die Höhere Technische Lehranstalt für Chemie. Auch ca. 70 km entfernt von zu Hause. Sie fährt mit dem Bus/Zug am Sonntag Abend hin und Freitag Nachmittag wieder nach Hause.
Sie muss sich ihren Alltag selber organisieren und hätte nicht 1x bedenken gemacht, dass das zu weit weg ist.
Und im Internat/Lehrlingsheim ist man nicht alleine.
Aber sie wollte die Ausbildung unbedingt machen.
Für mich wäre Chemie nix, wäre mir zu steil. Aber es es genau ihr Ding. Und darum ermöglichen wir ihr das auch.
Also vom Alter her sehe ich da kein Problem. Wenn jemand für die Sache brennt ist vieles möglich.

Meine Älteste lernt Tischlerin im Nachbarort. Für Sie genau das richtige. Sie wäre in einer weiterführenden Schule todunglücklich. Also macht sie das für sie Passende. Für mich wäre das auch nicht der richtige Beruf, da alles schief dastehen würde. Ich habe dafür andere Stärken.

Und die jüngsten zwei haben wieder ganz unterschiedliche Interessen. Ich habe vier gaaaaaanz unterschiedliche Kinder zu Hause. Ist oft anstrengend allen gerecht zu werden. Aber das hat mich noch nie gestört. Ich finds schön wenn unterschiedliche Begabungen und Interessen da sind. So können viele Bereiche abgedeckt werden. Jeder kann jedem helfen.


Lg. Barbara

P.S. Natürlich mache ich mir auch Gedanken, ob im Internat alles passt, ob sie zurecht kommt. Aber das lasse ich ihr nicht spüren. Sondern ich gebe Ihr das Vertrauen, dass sie das schafft. Und sie weiß, wenn es nicht läuft kann sie jederzeit zu mir kommen, ohne dass die Vorwurfskeule aufs sie niederprasselt.
« Letzte Änderung: 24.10.22, 10:58 von babsk »
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Offline annib1

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Meine Nichte wollte immer Schriftstellerin werden oder immer irgendwas mit Bücher, total die Leseratte.

Dieses Jahr hat sie Abi gemacht und ist Anfang Oktober in HH angefangen zu Studieren , irgendetwas mit Medien Design, Gestaltung, Layout keine Ahnung wie das genau heißt.
Sie fährt jeden Tag 1,5 h mit dem Zug rein und dann 30 min Bus, ein Zimmer hat sie noch nicht gefunden. Sie hat vorher gejobbt und macht es jetzt auch noch weiter. Mein Bruder ist alleinerziehend da sitzt das Geld auch nicht so locker, aber das weiß sie, deswegen muss sie was  dazu beitragen.
Sie ist von der Uni total begeistert.
Freundinnen von ihr sitzen zu Hause, wissen nicht was sie wollen und gehen auch nicht jobben.
LG Anja·٠•●●•٠·˙.•:*¨`*:•.♥ღ♥ღ♥.•:*¨`*:•
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Offline Morgana

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Unser Sohn war schon immer ein Hansdampf in allen Gassen,
hatte ein riesen Netzwerk. Konnte einfach immer irgendwo mal übernachten.

Hat in München studiert, hätte ein Zimmer bekommen. Wollte er aber nicht.
Erstens weil es ihm in der Stadt nicht gefällt und zweitens weil er damals schon sein eigenes Haus hatte.
Das Haus von der Oma, in dem er sehr viel selbst mit angepackt hat, als er das freie Jahr hatte.
Klar war das pendeln manchmal nervig. Wenns die Bahn mal wieder nicht kam oder irgendwo im
nirgendwo stehen geblieben ist.

Heute steht er gut da im Verhältnis zu vielen seiner Studienkollegen, die z.T. immer noch in WG´s wohnen.
Hauskredit ist in ein paar Jahren abbezahlt. Die Raten sind niedrig.
Aber er hat sie immer selbst bezahlt. Immer nebenbei gejobbt und geschaut wo Geld reinkommt.


Offline Steinbock

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Hallo Annalena,
magst erzählen, was berufswunschmäßig aktuell bei Eurem S. ist?
Konnte er in den "Allerheiligenferien" irgendwo ein Schnupperpraktikum machen?

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Offline ANNALENATopic starter

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Simon möchte in einer Apotheke ein Praktikum machen.
Das wäre kurz vor Weihnachten.

Eine Woche, dann im Frühjahr und im Sommer sind noch jeweils eine Woche.

Da hat er ambulanten Pflegedienst und Elektriker vor.

Ich darf momentan nix sagen oder fragen😊🤨
Er möchte das alles alleine machen, regeln.

Beim Bruder war das anders, mei der wusste was er werden wollte mit 12, 13.

Mache Simon da keinen Vorwurf.

Aber es macht mich etwas nervös, weil er nirgends anruft.

Am 12. 12. geht's los.

Pubertät kommt auch hinzu und schimpfen tu ich nicht.

Rettungssanitäter ist halt sein Traum.

LG


Offline ANNALENATopic starter

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Hab was vergessen, auch wenn es manche nicht verstehen. Praktikum macht er von der Schule aus.

In den Ferien möchte er mal was mit Freunden machen, Abstand.

Oh, hoff jetzt kommt kein Aufschrei😁😉


Offline Steinbock

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Nein Annalena, es kommt kein Aufschrei, wenn Dein Bub in den Ferien frei haben mag.

Ich höre von einigen Schüler*innen halt, dass sie z. B. in den letzten Ferien beim "Schnuppern"
waren, weil ich den Realschulen weniger und in den Gymnasien fast kein Berufspraktikum vorgesehen ist.

Dann würde ich insgesamt sagen: Läuft bei Euch diesbezüglich grad gut.
Dein Sohn wird schon die entsprechenden Telefonate führen (und wenn nicht, wird er merken,
dass er was verkehrt gemacht hat).

Freu Dich, dass Deine Buben sich verschieden entwickeln! (Wäre doch langweilig und unpraktisch,
wenn die beiden genau gleich wären.)

Ich stelle mir grad vor, jemand aus Eurer handwerklichen Familie verletzt sich und der Rettungs-
sanitäter ist schon im Haus.... welch ein Vorteil  :)
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