Autor Thema: Potenzen  (Gelesen 6791 mal)

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Offline creimerTopic starter

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Potenzen
« am: 18.02.07, 22:48 »
Hallo an Alle,

ich lese seit einiger Zeit die Beiträge, wie und womit ihr Eure Rinder homöopathisch behandelt. Dabei stelle ich fest, dass ihr überwiegend D-Potenzen verwendet.
Ich setze bei uns im Betrieb fast nur C-30 Potenzen ein.
Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr habt. Ob es unterschiede in der Wirkung zwischen D- und C-Potenzen gibt.

Gruß aus dem Hunsrück
Claudia

IrmiHa

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Re: Potenzen
« Antwort #1 am: 27.06.07, 21:22 »
Hallo,
meine Erfahrung ist, dass die C- Potenzen etwas "feiner" wirken und Erstverschlimmerungen kaum bzw. nur sehr abgemildert auftreten. Ich arbeite bei den Tieren überweigend mit C 200, da ich die nicht so oft geben muss. Wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob es das richtige Mittel ist, nehme ich auch mal eine C 30, die wirkt dann nicht so tief und so lang, aber wenn es das richtige Mittel ist, bewirkt sie auch Gutes. In den "Hochkulturen" der Homöopathie wie z.B. in Indien ist eine D-Potenz die große Ausnahme, da ist C Standard. Wichtig ist immer, dass das Mittel passt !
Auch die Anzahl der Globuli wird in den Literaturen immer unterschiedlich angegeben. Da die Arznei auf die Kügelchen gesprüht wird bzw. getropft und dann geschwenkt wird gehe ich immer auf Nummer sicher. Wer weiß, ob wirklich jedes Kügelchen von der Flüssigkeit benetzt wurde.....?  Bei großen Tieren 10-15 Gl. bei kleineren 5 GL. Hier zu sparen ist meiner Meinung nach die falsche Stelle. Mich wundert, dass hier noch nicht mehr geschrieben haben.....
Also los, was sind Eure Erfahrungen ????
Viele Grüße
Irmi Ha
Der Schlüssel zu den Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein. (Hermann von Bezzel)

Icehorse

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Re: Potenzen
« Antwort #2 am: 27.06.07, 21:57 »
Hallo ihr,

ich bin momentan in der Ausbildung zur Tierheilpraktikerin, was ich mir nach meinem Agrarbiologiestudium noch erfüllen wollte. Die Ausbildung ist meines Erachtens wirklich fundiert (nur Tierärzte mit alternativer Ausbildung als Dozenten, etc.) und sehr umfangreich, so dass ich nach knapp 2 Jahren noch lange nicht ausgelernt habe, daher wundere ich mich etwas, wie ihr auf eure Mittelwahl kommt. Ich habe dazu ein teures Computerprogramm, kann es aber auch manuell repertorisieren...macht ihr das einfach aus der Erfahrung raus? So ganz einfach ist das ja auch nicht und behandelt ihr die Tiere dann nur im akuten Fall mit den Mitteln oder auch mehr oder weniger "prophylaktisch" mit ihren Konstitutionsmitteln? Ich kenne es zumindest so, dass tiefe D-Potenzen im akuten Fall mehrmals täglich gegeben werden, man kann hier auch ihre Wirkung als Phytotherapeutikum noch etwas ausnutzen, höhere C-Potenzen gibt man bei chronischeren Sachen, da diese oft mehr in der Tiefe und auch Psyche wirken, das dann aber nur einmalig, danach Zeit lassen um zu wirken. Bei der Wahl des Konstitutionsmittels kommt es immer auf das Tier drauf an in welcher Potenz man beginnt...Aber gerade bei hohen Potenzen muss man sich doch recht sicher sein, hab ein bisschen das Gefühl, dass die Homöopathie hier so genutzt wird, wenn´s hilft hilft´s, wenn nicht schadet es zumindest nicht. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht und man kann gerade mit falschen hohen Potenzen den Körper von einer Krankheit in die nächste bringen...
Bin mal gespannt auf eure Antworten,
lg,Icehorse

Offline Lotta

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Re: Potenzen
« Antwort #3 am: 01.07.07, 06:35 »
Moin Icehorse!

Also ich nehme für unsere Rinder generell C30 Potenzen und Arnica und Hypericum verwende ich in C 200.

So habe ich das gelernt und ich denke es passt  ;)

LG

Lotta
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Offline mary

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Re: Potenzen
« Antwort #4 am: 01.07.07, 09:05 »
Wenn man 7 Tage die Woche, das ganze Jahr mit den Tieren umgeht, dann hat man einige Erfahrung- und besonders mit der Homoöpathie wird das genaue Beobachten verlangt und geschult.
Ich denke vor der Behandlung kommt erst die gründliche und genaue Beobachtung- das richtige Mittel ist der 2. Schritt.
Gibts eigentlich auch ein Compiprogramm für homoöathische Behandlung der Hauspflanzen-
da stecke ich fest und kommt nicht weiter.
Ich arbeite auch mit C 3o am liebsten, da habe ich auch die längste Erfahrung.
Aber was ich manchmal verwirrend finde, jeder Homoöpath verwendet andere Mitte, so gesehen sind homoöpath. Bücher oft verwirrend.
Wie funktioniert so ein Prgramm am PC-
Behandelst du als Tierheilpraktikerin Gross und Kleintiere?
Herzliche Grüsse
maria

Icehorse

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Re: Potenzen
« Antwort #5 am: 03.07.07, 13:11 »
@ Lotta

wo hast Du das denn gelernt? Ich finde ne 200 Potenz schon ganz schön heftig, bei uns wird das nur im "Extremfall" verwendet.

@ Mary

ja, ich behandle eigentlich alles, bevorzugt Pferde und Hunde, weil ich neben ein paar Stallkatzen mit denen aufgewachsen bin. Mit Hauspflanzen kenn ich mich leider nicht aus ;). Mein PC Programm funktioniert nur mit nem Stick zusammen , war auch ziemlich teuer, und ist einfach schneller und effektiver als manuell zu repertorisieren.
Ich wollte wie gesagt auch keinen hier angreifen, es gibt nur so viele Menschen, die völlig willkürlich Homöopathika geben oder selber nehmen ohne Plan zu haben und hinterher heisst es dann das Zeug bewirkt nichts. Nur eine Arzneimittelprüfung fällt ja nicht so vom Himmel...Gerade im Stern muss wieder ein Bericht stehen so nach dem Motto alles Plazebo, dagegen wehre ich mich entschieden, blöd nur, dass die Pharmaindustrie scheinbar schon soviel Respekt vor der Naturheilkunde hat, dass sie solche Artikel forciert. :)

LG,
Icehorse

Offline Lotta

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Re: Potenzen
« Antwort #6 am: 03.07.07, 16:21 »
Hallo Icehorse!

Eine blutende Wunde/Strichverletzung oder ein eingeklemmter Nerv ist in meinen Augen  ein "Extremfall"  ???
Habe ja geschrieben, das ich lediglich Arnica und Hypericum in C 200 verwende- habe aber Aconitum noch vergessen. Bei 41 Fieber warte ich nicht, ob die C 30 es auch tut........
Habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht!

Grussi

Lotta

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Offline Gelika

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Re: Potenzen
« Antwort #7 am: 03.07.07, 21:02 »
Hallo Icehorse,

kann Deine Skepsis schon verstehen...Manchmal kann man nur den Kopf schütteln.
Vor ein paar Jahren lernte ich eine Frau kennen, die meinte, Homöopathie wende sie schon lange an. Und Belladonna würde eigentlich immer helfen. Brauchste nicht weiter über das Thema reden !!!

Hier im BT sehe ich das aber recht positiv.
Zusätzlich zu unseren Arbeitskreisen und der Literatur, ist zumindest bei mir, der Kontakt zum homöopathisch arbeitenden Tierarzt sehr wichtig. Vermutlich habe ich aber auch Glück mit diesem Mann!!

Unser Hoftierarzt meint, die Mittelwahl wäre für mich eh einfacher, da ich die Tiere täglich um mich habe. Stimmt vielleicht, oft kennt man eine richtige Geschichte von der einzelnen Kuh.
Mir macht es einfach Freude, weil der Erfolg zu sehen ist.

Zum bloßen Ausprobieren sind die Medikamente, vor Allem die Hochpotenzen ja auch ein bischen teuer.

Aber schön, daß Du hier bei uns schreibst !

Schönen Abend Gelika
Manchmal, bei Gelegenheit,
hier und da und dann und wann
denke ich an eine Zeit,
die ich nicht vergessen kann.

Offline Freya

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Re: Potenzen
« Antwort #8 am: 04.07.07, 00:17 »
Hallo Lotta,

jeder wie er mag, oder es gelernt hat. ;) - wer heilt - hat recht - 

Bei einer akuten Strichverletzung gebe ich vor dem Melken eine 1000-er Hypericum, das wirkt wie ein Betäubungsmittel;  und bei 41  Fieber eine C200 Belladonna, zusätzlich zu anderen Arzneien, die evtl. notwendig sind.
Es ist auch schon vorgekommen, dass ich einer Kuh vor ihrer letzten Reise eine 1000-er Belladonna gegeben habe, weil sie aus unerklärlichen Gründen plötzlich erhöhte Temperatur bekam ( und Ignatia für die Reise, damit sie keine Angst hat ) ;)

Wenn mir mal eine Kuh heimlich den halben Schubkarren mit Getreidebruch gefressen hat, dann gibt es nur 1000-er Nux und reichlich Wasser in kurzen Abständen. Habe bisher immer den Pansen wieder in Gang gekriegt und das kommt bei uns 1 x im Jahr vor.

Ich besitze ca. 20 Arzneien in 1000-er Potenzen und eine einzige in 10.000-er  (Nux Vomica)
Diese "Schätze" bewahre ich in einem besonderen Köfferchen auf.
« Letzte Änderung: 04.07.07, 00:23 von Freya »
Wer heilt, hat Recht.
Hippokrates

liebe Grüße
Freya

Offline mary

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Re: Potenzen
« Antwort #9 am: 04.07.07, 08:15 »
Hallo Icehorse,
scheinbar wird die Homoöpathie wirklich registriert und gar nicht so gerne gesehen,
ebenso gehts der herkömmlichen Phytotherapie.
Wissen darüber, wie Gesundheit der Familie einigermaßen erhalten werden kann- war früher bestimmt für Bäuerinnen sehr wichtig, weil es eben nicht üblich war, überall medizinische Hilfe zu bekommen.
Ebenso war es im Stall- und aus dieser Not heraus hat sich die Homoöpathie ihren Platz erobert.
Was mich an der Homoöpathie wirklich interessiert, wie kann es sein, dass hier Wirkungen eintreten, wo doch keinerlei nachweisbare Moleküle mehr vorhanden sind- und was passiert auf der anderen Seite mit den vielen Medikamenten und anderen Sachen, die nachweisbar ihre Wirkung, aber auch ihre Nebenwirkungen haben.
Dass die Homoöpathie wirkt, sieht man eben bei den Tieren, denen ist es egal, welche Mittel sie bekommen, da kann man von Placebo wirklich nicht sprechen-
und deshalb interessiert es mich - ob und wie man mit der Homoöpathie auch Pflanzen behandeln könnte- sie werden ja auch mal krank.
Mit höheren und Hochpotenzen bin ich aber selbst wirklich vorsichtig, mir hat vor einiger Zeit meine sehr gute Heilpraktikerin eine höhere Potenz eines Mittels, dass sie mir schon viele Jahre gegeben hat- als Versuch gegeben, um an einer chronischen Sache eine Verbesserung zu erzielen. Das war wahrlich kein Placebo, sondern das hat mich durcheinandergewirbelt, dass ich fast nicht mehr nach Hause gekommen wäre.
So gesehen muss man um die Wirkung der verschiedenen Potenzen wissen,
besonders auf der feinstofflichen Ebene- und nur weil man es nicht mehr nachweisen kann- deshalb wirkt es doch in viel tieferem und nachhaltigem Bereich.
Aber da frage ich mich dann oft, was passiert, wenn man in der Nahrung Gene austauscht, Zusätze reingibt, da interessiert es niemand, wie die langfristigen und tieferen Auswirkungen sein werden.
Ich habe ein Buch über die Wirkung der Homoöpathie auf die Psyche und die Seele, da fängt man schon an nachzudenken-
welch komplexe Heilwirkung mit den Mitteln und Potenzen hier angefacht werden können.
Herzl. Grüsse
maria

Samy

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Re: Potenzen
« Antwort #10 am: 04.07.07, 08:29 »
Ich besitze auch Hochpotenzen. Von der C1000 bis zur C50000 habe ich so bestimmte Mittel.Die sind mein Heiligtum und nicht nur wegen des Preise. Ich habe meine Ausbildung im Humanbereich gemacht, aber bei der Homöopathie ist das ja egal.
Ich gebe auch manchmal eine Hochpotenz bzw eine LM-Potenz.Ich setze Homöopathie jetzt seit 7 Jahren ein. Viel Mittel gebe ich jetzt nach "Gefühl". Man gewinnt viel Erfahrung durch das Tun( Learnig by doing).Kurz nach der theoretische Ausbildung hatte ich nicht wirklich einen Plan und war sehr unsicher. Die Erfahrung bringt es dann.
Wenn man den ganzen Tag mit den Tieren zu tun hat ist es einfacher ein Mittel zu finden.
Der Heilpraktiker oder TA muss sich auf die Aussagen der Landwirte verlassen. Das finde ich schwerer,als selbst zu machen.
Ich gebe bei Fieber  die C200. Bei Verletzungen manchmal sogar die C1000. Da finde ich nämlich eine Erstverschlimmerung durch Niedrigpotenzen einfach fehl am Platz.
Man sollte sich aber schon vor dem Einsatz von Hochpotenzen mit dem Organon von Hahnemann beschäftigen.
Übrigens D-Potenzen stammen nicht von Hahnemann. er verwendete ausschließlich C-Potenzen und später LM-Potenzen. D-potenzen waren lange Zeit nur in deutschland bekannt.
 Ich setzte auch im Niedrigpotenzbereich C-Potenzen ein. Finde sie wirken feiner.

Samy