Autor Thema: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?  (Gelesen 40824 mal)

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Offline Mathilde

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #120 am: 15.06.21, 08:23 »

In unserer Landeskirche gibt es die Bestrebungen auch, zu reformieren und umzustrukturieren und die Synode befasst sich mit dem Thema Zukunft. Nur dauern solche Prozesse halt.

Hallo,

damit könnte ich gut leben, aber das mit dem Pachtland und der Art und Weise wie das erklärt wird ist trotzdem scheinheilig. Ausdrücklich erwähnt sei, daß vor 2 Jahren ein einziger Kirchenältester bei uns angerufen hat und mich dazu befragte, wie wir dazu stehen. Der Mann war Imker und ich bin mir fast sicher, daß er dagegen war. Die junge Pastorin ist wohl eher mehr Lifestyle und auf der Welle schwimmend. Vielleicht sollte ich mal dort in die Kirche gehen und Ihr direkt sagen wie scheinheilig ich das finde. Nicht dass es mich störte, daß Photovoltaik gebaut wird, nein die Begründung stört mich.

LG Mathilde
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Marie von Ebner-Eschenbach

Offline martina

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #121 am: 15.06.21, 08:36 »
Photovoltaik auf Freiflächen stört mich schon. Aber das ist eine gute Idee mit dem direkten Gespräch.

Letztendlich hat die Pastorin vor Ort aber wenig Einfluss auf die Verpachtung.

Bei uns ist es so, dass die Kirchengemeinde eigenes Land hat, beispielsweise das sog. Pfarrwitwentum. Das ist halt Land, welches in frühen Zeiten von den jeweiligen Pastoren bewirtschaftet wurde, damit die ihren Lebensunterhalt haben. 

Dann gibt es Land, welches die Kirche halt über Schenkungen und Ankäufe in Besitz gebracht hat. Und diverse Stiftungen aus Klosterauflösungen.

Bei einer Verpachtung wird die Pachtsache ausgeschrieben, beim Pfarrwitwentum wird auch der KV gefragt, aber entschieden wird alles im jeweiligen Grundstücksreferat nach den jeweiligen Kirchengesetzen. Letztere kann man googeln.

Eines hab ich gelesen, ich weiß aber nicht mehr, welche der ev. Landeskirchen es war, jedenfalls aus den neuen Bundesländern eine, da stand deutlich drin, dass die Vergabe an Interessenten nur innerhalb eines Ortes geht UND dass alle Interessenten gleichmäßig bedient werden müssen.

Hat die Gemeinde also 10 ha vor Ort und 5 Bewerber, die im Ort wohnen und wirtschaften müssen, bekommt jeder 2 ha. In der Theorie des Gesetzes  8)

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Offline Hamster

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #122 am: 15.06.21, 08:58 »


.. ja, soweit die Theorie !

lg
hamster
Liebe Grüße
sagt der Hamster

Offline zwagge

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #123 am: 15.06.21, 09:07 »
Da kann ich nur zustimmen.
In dem Ort in dem ich aufgewachsen bin, war mit Gemeindeleben nicht viel los. Die arktische riesig und immer nur ganz hinten die alten. Junge gabs da sehr wenig.
Jetzt in der Gemeinde meines Mannes ist das total anders. Ist ja auch ein Dorf....
Hier passiert ziemlich,ich viel, es ist immer ein grosser Zusammenhalt da. Es werden Feste gefeiert mit alt und jung. Wenn Erstkommuinion ist oder auch Firmung steht das ganze Dorf Kopf. Ja, wir haben auch Glück mit unseren Pfarrer.
Wir gehören zwar zu einem Pfarrverband, und hatten auch schon Pfarrer die nicht zu uns passen, aber da wird halt danndrüber und mit den Pfarrern geredet. Meistens lässt sich so vieles klären.
Wie hat mal ein Pfarrer, der jetzt leider nicht mehr bei uns ist gesagt: Bei euch bin ich gern. Wenn was ist, wirddas angemeldet u d dann passt wieder. Auch wenn mal die Fetzten fliegen, abercman ist nicht nachtragend.
Und bis jetzt passts wirklich gut bei uns. Hätte mir in jüngeren Jahren nie vorstellen können mal im Frauenbund, und sogar im Vorsitz , oder in der Kirche Verwaltung zu sein.
Es wird sich auch nach Kirche noch zusammengestellt ( Wirt haben wir leider keinen mehr) und noch nachgeratscht....das ist echt schön
Ganz liebe Grüße
Birgit

Offline gammi

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #124 am: 15.06.21, 09:19 »
Ich denke wir sind wirklich an einem Wendepunkt und die Kirche kath. und evang. wird und muss  sich verändern.


Das sehe ich auch so. Gerade die sture Haltung lässt eben viele auch austreten.

Ich finde die Tendenz eigentlich auch schade. Und schade auch um viele Rituale. Aber ich kann es auch verstehen und bin selber immer noch unschlüssig.
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Offline martina-s

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #125 am: 15.06.21, 09:44 »
Tja,
ich bin eigentlich nicht so für die Veränderung in der Kirche. Aber ich glaub darüber darf ich selber auch gar nicht unbedingt nachdenken. Der Herrgott sieht schon runter auf uns und wird uns schon führen und leiten.
Ich muss da nicht so den großen Macher spielen.
Viel mehr denke ich, es wird, wie auch in der Politik alles wirklich hässlich zerpflückt und durch die Medien gezerrt!

Kirche ist immer das was wir selber daraus machen!

Aber wir alle sind immer auch selber so blockiert und auch nicht jeder ist gewillt auf andere sozial zuzugehen. Wir sind ja auch nicht auf den anderen angewiesen! Und je mehr eigenständiger man ist, umso mehr verliert man den Blick auf die Menschen um uns herum.

Kirche fängt im Kleinen an. Dort wo Menschen aufeinander zu gehen, wo man sich begegnet, wo man sich liebt, wo man sich auch mal nicht so gerne mag und sich aus dem Weg geht.

Irgendwie hoffen wir doch alle, es kommt jemand und der richtet es für uns. Und wenn dann der "Jemand" nicht taugt weil er selber stark belastet ist und auch nicht aus  seiner Haut raus kann, dann geht man auf die Institution darüber los.
Dabei wären wir alle gefragt aus der Situation das Beste zu machen! Und eben nicht zu warten bis wir erlöst werden sondern selber versuchen die Erlösung anzuleiern.

Und was so Verpachtungen angeht, so sollte man evt. mal darüber nachdenken, dass die Diözesen auch beraten werden und Leute in Gremien haben die schauen, dass auch wieder Geld in die Kassen kommt. Die was sich drum kümmern, die müssen nicht mal stark gläubig sein. Das sind Wirtschaftsleute und sehen die Sachen die von ihnen betreut werden auch nur als reinen Wirtschaftsfaktor!

Unsere Kirchenverwaltung hat nur ein bisschen Wald. Da  habe ich Glück! Den Wald wird in meiner Amtszeit wohl niemand wollen.


Und verpachtet haben wir auch keine Flächen.

Letztendlich glaub ich, würde ein Einspruch aus der Gemeinde, aus der Kirchenverwaltung schon nützen wenn ein Landwirt wirklich auf die Flächen angewiesen ist, die ihm verpachtet worden ist.

Aber wenn sich niemand einsetzt für einen anderen....
Liebe Grüße
Martina

Offline LunaR

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #126 am: 15.06.21, 11:42 »
Das wird immer gesagt, dass wir alle Kirche sind und wenn uns etwas nicht passt, sollten wir doch selbst etws tun/ändern. Seit immer mehr üble Sachen hoch kommen, merken wir doch, dass wir als Einzelne keinen Einfluss darauf haben, was dort  passiert (ist) und  noch weniger, wie damit umgegangen wird.

Was Verpachtung von Kirchenland angeht, bin ich ja nicht betroffen, höre nur immer wieder von Betroffenen, dass sie unzufrieden sind, wie es läuft. Das kann aber auch rein subjektiv sein. Daneben gibt es noch ein anderes Thema, dass ich inzwischen kritisch sehem weil ich damit selbst in den letzten Jahren befasst war. Das sind die Erbbaurechte. In den Verträgen wurde sogar Einfluss darauf genommen, dass/ob der Hauseigentümer vermieten durfte (nur an sittlich einwandfreie Personen). Damsl war es schon kritisch, wenn jemand geschieden oder uneheliche Mutter war. Aber auchdas finanzielle. Nach 60 oder 90 Jahren ist mit der Erbpacht meist schon ein Betrag abgegolten, der über den damals üblichen Kaufpreis des Grundstücks hinaus geht. Aber auch nach Ablauf der Erbpachtzeit gibt es zumindest in unserem Bistum keine Möglichkeit, das Grundstück als Eigentum zu erwerben. Es folgen weitere 60 Jahre Pachtzeit. Natürlich wird der Erbbauzins stark aufgestockt. Was bei einem potenziellen Käufer schon zu Überlegungen führt, dass er so einige hundert Euro im Monat nicht für die Finanzierung zur Verfügung hat. Auch muss gefragt werden, wenn man als Eigentümer sein Haus verkaufen will. Die Kirche hat ein Vorkaufsrecht (natürlich unter Makrtwert) und muss sich auch mit dem Käufer einverstanden erklären. Das ganze kann sich ziehen, weil erst wieder die nächste Sitzung des Kirchenvorstandes abgewartet werden muss .... Jedenfalls finde ich es problematisch, dass man ein Haus besitzt und auch bezahlt hat und keine Möglichkeit hat, den Grund und Boden als Eigentum zu erwerben.

Keine Ahnung, wie es sich auswirkt, wenn man aus der Kirche austritt oder ausgetreten ist, ob sich das auf eine Verlängerung, Verkauf usw. auswirkt.
Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


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Offline annelie

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #127 am: 15.06.21, 12:59 »
Luna, aber das sind Dinge, die man beim Bauen weiß, man unterschreibt ja einen Vertrag der das regelt. In meinem Umfeld hat jemand ein Haus vermietet, da lebt jetzt ein gleichgeschlechtliches Paar in dem Haus. Vielleicht hat der Vermieter bei der Kirche nicht nachgefragt oder darf ohne fragen vermieten.

Mieter zahlen ja auch im Laufe mehr oder weniger das Haus oder die Wohnung ab, ansonsten wäre es für Vermieter nicht rentabel. Trotzdem gehört den Mietern die Wohnung später nicht.

Vergangenheit ist Geschichte,
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und jeder Augenblick ist ein Geschenk.

Liebe Grüße
Annelie

Offline LunaR

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #128 am: 15.06.21, 13:33 »
Annelie, das stimmt schon, aber der Mieter kann sein Hab und Gut mitnehmen wenn er auszieht, während der Hausbesitzer das mit seinem Haus ja nicht tun kann. Es ist auch ein Unterschied, ob ich frei verkaufen kann oder ob die Kirche evtl. 20 % unter Marktwert von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch macht. Auch wenn der Erbbauzins im Monat einige Hundert Euro ausmacht. Dafür kann man dann in der heutigen Zeit einiges Finanazieren und sich auch ein neueres/größeres Haus leisten. Das macht es schwer, ein Erbbauhaus zu verkaufen. Hinzu kmmt noch, dass diese Verträge heute noch eine Restlaufzeit von um die 20 Jahre haben und sich nicht sagen lässt, wie die Kirche danach verfährt. Das schreckt evtl. Käufer und Banken zwecks Finanzierung ab.

Ich sage nicht, dass die Erbbauregelung grundsätzlich schlecht war zur damaligen Zeit nach dem Krieg. Da hat sie sicher vielen zum Eigenheim verholfen, aber dass daraus so eine unendliche Geschichte wird ist nicht gut. Nach Ablauf des Vertrages sollte der Hauseigentümer die Möglichkeit zum Grundstückskauf haben.


Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

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