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Austausch über den Gartenzaun

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mary:
Vögleins toller Bäuerinnengarten hat mich zu dieser Box veranlasst, ich möchte ihre schönen Bilder und auch die anderer Bäuerinnengärten nicht zutexten.
Aber so manches gäbe es doch über den Gartenzaun drüber zum Austauschen.
Mir ist beim DVD Schauen der Landträume bewusst geworden, etwas fehlt da, es sind wunderbare Gärten, traumhafte Landschaften und glückliche Besitzer/innen dieser Gärten- nur fehlt etwas, bis jetzt war kein einziger Bäuerinnengarten dabei.
Bauerngärten werden entweder bewundert, in Büchern beschrieben und fotografiert, aber die Bäuerinnengärten heute - wo stehen sie-
wer etwas auf sich hält, lässt seinen Garten gestalten, der Wert eines guten Mittelklassewagen wird heute ungefähr als Richtschnur für die Gestaltungskosten gerechnet, was mir fehlt, es ist die Wärme, die Seele eines Gartens.
Für Geld lässt sich eben doch nicht alles kaufen. Die Sonnenschirme und Markisen z.B. geben Schatten, aber kein Vergleich als der Platz unter einem schattigen grossen Baum an einem heissen Tag.
Für Geld gibts  auf der anderen Seite für den Garten fast alles zu kaufen, schöne und geschmacksbedürftige Sachen, teuer oder billig.
Der Garten ist ein riesiger Wirtschaftsfaktor geworden, entweder akribische Gärten, die sehr viel Pflege und Arbeit fordern oder die arbeitssparenden Gärten, ohne Blumen, nur Rasen und gepflasterte Flächen, Steine und  ein paar Steingabionen.
Jetzt, wo alles unter einer weissen Decke liegt- ist Zeit, um über den Garten ein wenig nachzudenken, Pläne fürs Gartenjahr zu schmieden.
Ein Garten auf einem Bauernhof ist ein wenig spezieller als ein Siedlungsgarten im Dorf oder ein Stadtgarten.

klara:
Hallo Mary,
und was willst du jetzt dazu hören?Was möchtest du denn mit dem Thema bezwecken?
Kann dir nicht so recht folgen.
LG Klara

mary:
@klara,
ich möchte, dass wir uns selbstbewusst über unser Hobby, den Garten auf einen Bauernhof  austauschen.
Denn mir fiel immer öfters auf, entweder der Garten wird wie ein Schaustück in Perfektion auch im Fernsehen (in den Filmen über Landträume habe ich bis jetzt keinen einzigen Bäuerinnengarten gefunden) dargestellt oder eben die Gartentrends der Landschafts- und Gartenbauer- gepflastert, Steinwüsten und Gabionen, der Wüstengarten ist ein grosser Trend.
Geld spielt beim Garten eine grosse Rolle, entweder es wird geklotzt, ein guter Mittelklassewagen wird als ungeährer Kalkulationspunkt für die Gestaltung eines neuen Gartens gerechnet, 5.000 Euros für einen Grill und dessen Zubehör sind keine Seltenheit, Aussenküchen sind heute in Preiskategorien, wo man schon mal kurz atmen muss oder es wird Kitsch und Zeug reingestellt und gestapelt, dass man schlucken muss.
Ein Garten in einem Siedlungshaus oder in der Stadt ist eben anders, er wird ja oft erst neu angelegt, auf einem Hof ist manchmal viel gewachsene Struktur vorhanden, alte Bäume als Schattenbäume- die im Baumarkt nicht vorkommen, da gibts vieles, das Schatten wirft, aber über die Klimavorzüge eines alten Baumes wird nie gesprochen.

Auf den Höfen sitzt auch das Geld nicht so locker, denn des Deutschen liebstes Hobby, der Garten, lässt da noch oben keine Wünsche und Grenzen offen.
Wir leben ja nicht im luftleeren Raum, unsere Gärten haben auch was mit uns und unserer Zeit zu tun.
Bauerngärten werden in Büchern beschrieben, aber die Gärten werden meist von den Bäuerinnen gepflegt.
Es ist mir oft eine sehr grosse Freude, wenn ich durch die Gegend wandere oder unterwegs bin, wenn ich Bäuerinnengärten bewundern kann, in denen es soviele liebenswerte Details gibt, die eben auf einen Hof gut passen.
Es sind eben nicht die typischen Baumarktsachen, die den Bäuerinnengarten ausmachen.
Es ist auch der Austausch von Pflanzen untereinander im Bäuerinnengarten zu finden, was robust und schneckenaushaltend ist, behauptet sich dort eher.
Garten als Lieferant von guten Sachen, als kleines Stück blühendes Paradies, als Platz zum Erholen, als Teil der Landschaft, immer ihm Rahmen des Möglichen an Geld, erfindungs- und kreativen Anteil seiner Bewohner, aber auch im Umgang mit der Zeit, die auf den Höfen ja nicht im Übermaß vorhanden ist.
Besonders in den Arbeitsspitzen soll der Garten einem nicht die Luft nehmen, aber wann bleibt noch Zeit, um sich mit einer Tasse Kaffee oder Tee in den Garten zu setzen, wenn man Stühle und Tisch immer erst aufbauen muss, vergeht einem schnell die Lust daran.
Schöne robuste Gartenmöbel, die auch was aushalten, anstatt den ständigen Moden und Trends hinterher zu laufen.
Klar, wir sind eine Minderheit, der Bäuerinnengarten kommt eigentlich wenig in der Öffentlichkeit vor, selbst bei den Tagen des offenen Gartens sind Bäuerinnnengärten bei uns eher selten vorgestellt- und es ist mir auch klar, warum. Wer tut sich die Arbeit und Mühe des Herzeigens an.
Jeder Garten spiegelt ein Stück seine Menschen wieder und darüber dachte ich mir, wäre doch wert, ein wenig zu diskutieren.

frankenpower41:
Ich habe Mary schon verstanden.
Sie hat recht, Garten ist ein enormer Wirtschaftsfaktor geworden.
Wenn man nur an all die Landschaftsgärtner denkt die es überall gibt.
Ein Cousin von mir (jünger als ich) hat sich vor ca. 20 Jahren damit selbständig gemacht. Der hat mittlerweilen ca. 10 Mitarbeiter und ist sehr gut im Geschäft.  Erst kürzlich habe ich jemanden getroffen, deren Tochter hat bei ihnen am Nachbargrundstück gebaut (Siedlung), dort legt er an, wie schon bei den Eltern. Da ist es fast immer üblich dass man die Anlage nicht mehr selber macht.
Vor 25 Jahren waren das Einzelfälle, da machten das nur die ganz Reichen. Man hat sich vielleicht einen Maurer dazu geholt wegen Fundamenten für die Wege, aber Pflanzen hat man von Tanten und Nachbarinnen bekommen und selber angelegt. Nicht so wie jetzt, dass da Planung gemacht wird. Der Garten ist einfach mit der Zeit gewachsen.
Wenn das heute noch jemand selber macht, dann sieht man das einfach. Nicht, dass die "gekauften" Garten nicht schön sind, aber einfach anders.
Mir gefallen auch die Gärten beim "Tag der offenen Gartentür" oft nicht, wo gleich am Eingang großes Werbeschild von Landschaftsgärtner angebracht ist. Kaufen und zahlen kann (wenn man das nötige Geld hat) jeder, aber so ein selbst gestalteter Garten wie z.B. hier auf den Bildern, das ist einfach was ganz anderes.

Auf Bauernhöfen ist es ja meist so, dass der Garten schon irgendwie vorhanden war (wenn er nicht wegen irgendwelcher Baumaßnahmen weichen musste).  Viel mit Gestaltungsmöglichkeiten habe ich leider nicht, jetzt wo SM ihren Teil immer weniger bearbeitet schon etwas mehr, aber an die Vorgaben muss ich mich trotzdem meist halten.
Bei mir ist es eher so, dass ich irgendwo wieder eine Ecke etwas umgestalte, aber der Garten als solcher ändert sich wenig.

Marianne

mary:
@Marianne,
ich habe den Garten auch von meiner SM übernommen. Der Obstgarten war teilweise ebenfalls vorhanden, es sind noch einige weitere Obstbäume  dazugekommen. Wir haben die ganzen Wände mit Spalierobst verschönt.
Was hat sich bei uns verändert, der Garten meiner SM war ein praktischer Garten, Gemüse, klar abgegrenzte Wege, Blumen in einem anderen Beet, aber keine Zeit, um sich auch mal für eine Pause in den Garten zu setzen- was würden denn nur die Leute sagen.
So was wie Hängematte, Liegestuhl und Gartenmöbel gab es  früher  auf den Bauernhöfen nicht (höchstens auf ganz begüterten Höfen),heute ist der Garten ein Wohnzimmer geworden, Loungemöbel und selbst die Kissen können wetterfest sein.
Aber der Aufenthalt in einer Liege draussen  kann auch heute noch ein Abenteuer sein ;D, es ist für nichtbäuerliche Bevölkerung vollkommen normal, sich im Garten zu erholen, aber im bäuerlichen Bereich ist es noch nicht die Regel.
Zumindest hab ich das erlebt.
War damals wegen einer gelähmten Hand krank geschrieben und habe mich mit schlechtem Gewissen dann doch mal draussen unter der Woche in die Liege gelegt, war gerade draussen  eingeschlafen, als ein Vertreter vor mir stand und mich weckte.
Sein Kommentar, da jammern die Bauern immer über die viele Arbeit, im Winter tun sie eh nix und im Sommer liegen sie in der Liege. :-X
Habe ihn damals aufgeklärt, dass ich krankgeschrieben bin- und er sich nach diesem Kommentar  bei uns nicht mehr blicken lassen braucht.
Er hat sich zig mal entschuldigt, aber das war mir zuviel.
Und weil wir bei Erholen sind- wie oft hatte ich beim Heuen Frauen in den Siedlungshäusern beneidet, die sich mitten unter der Woche für eine Pause in die Sonne legten bis mir klar wurde, dass es auch mir keiner verbietet.
Was mich am Garten auf dem Bauernhof  auch freut, ich kann dort Bienen in den Obstgarten stellen, muss nicht irgendwo hin fahren um die Völker zu kontrollieren, einen Teil des Obstgartens bevölkern normalerweise die Hühner, ich kann mich unter einen Obstbaum mit einer Tasse Kaffee oder Tee  setzen und den Bienen und Hühnern zusehen,
es ist ein Traum, wenn die grossen Fliederbüsche ihren Duft verströmen, die Bienen im grossen Lindenbaum summen,
auch in den Obstbäumen, für die ich mir die Sumsidamen auch wirklich zuglegt habe.




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