Autor Thema: Auf welche Schule soll mein Kind?  (Gelesen 148919 mal)

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Offline passivM

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #255 am: 02.03.10, 11:38 »
Ich meine, man hat einen ganz anderen Bezug zum Lernstoff, kann sich viel mehr drunter vorstellen, wenn man die Praxis kennt. Und Motivation ist auch da, wenn du schon mal was hast (nämlich deinen gelernten Beruf), worauf du aufbauen willst.
Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern

bulldogdoktor

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #256 am: 02.03.10, 11:47 »
Ich denk mal es kommt auf die Güte der Meisterschule an. Kann ja da nur von der von mir geleiteten Meisterschule für Landmaschinenmechaniker ausgehen. Da wird schon im Unterricht jede Menge verlangt. In der Prüfung verlangen wir auch sehr viel, aber so praxisnah wie möglich.
Nicht umsonst haben Landmaschinenmechanikermeister aus Bayreuth einen recht guten Ruf.

Und wie Somnio schreibt ist die Motivation eine ganz andere.

Und seinen wir doch mal ganz ehrlich...nur die besten des Faches sollten so ihren Weg gehen...schwache oder unterdurchschnittliche werden hier nicht glücklich werden.

Gruß Sven

Offline Beppa

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #257 am: 02.03.10, 12:02 »
Als Eltern kann man nur sein Bestes geben, um das Fundament zu schaffen. Und das heißt: Ausbildung, egal ob akademisch oder prakatisch. Hauptsache Ausbildung. Aber damit ist noch nicht sicher, dass die jungen Leute auch was draus machen   ...das sieht man ja an mir, bzw. an meiner Großen. Leider.

Das Fundament ist nicht die Ausbildung, das Fundament schafft man bereits viele Jahre vorher in der Kindheit. Man lehrt sie Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu haben, dass es nicht immer einfach ist ein Ziel zu erreichen und und und. Doch nur wenn das Fundament in der Kindheit sicher und stabil gebaut wurde kann man mit einer Ausbildung anfangen das Werk weiterzubauen.
Fehlt das Fundament, dann fällt es einem jungen Menschen wahnsinnig schwer sein eigenes Gebäude zu bauen und die meisten scheitern daran. Er würde es ja sicher gerne tun aber es fehlen ihm viele wichtige Erfahrungen. Z.B. das vor dem Erfolg die Arbeit steht, aber Leistung sich meistens lohn.

Aber wir machen uns keine Vorwürfe.
Vorwürfe helfen da auch nicht weiter, da sie an der Tasache nichts ändern. Aber wenn schon mal etwas schief gegangen ist, dann muss man das ja auch nicht so hinnehmen sondern kann zumindest versuchen es zu ändern. Was nur leider bei Erwachsenen schwieriger ist als bei Kindern, da sie noch nicht so stark in ihren Verhaltensmustern geprägt sind.

Als sie noch beim leiblichen Vater (mein Ex) lebte, hatte sie wegen Null-Bock den Realschulabschluss nicht gepackt. ... Da hat nichts geholfen, kein Zureden, kein Schimpfen, nichts. Integlligenzmäßig hätte es gut gereicht. ... aber wir haben ihr möglichst gute Voraussetzungen geschaffen. - Was so ein junger Mensch dann draus macht, das liegt an ihm selbst.
... Inzwischen ist sie volljährig und lebt wieder in der Stadt, schwanger, mit dem "Schatzi", beide mit abgebrochener Lehre, ohne Job. ... Aber wir machen uns keine Vorwürfe. Als Eltern kann man nur sein Bestes geben, um das Fundament zu schaffen. Und das heißt: Ausbildung, egal ob akademisch oder prakatisch. Hauptsache Ausbildung. Aber damit ist noch nicht sicher, dass die jungen Leute auch was draus machen   ...das sieht man ja an mir, bzw. an meiner Großen. Leider.

So wie ich das hier lese ist die Ursache für das Verhalten deiner Tochter deine Trennung von deinem Mann und wahrscheinlich noch mehr die Zeit davor. In dieser Zeit stürzte ihre Welt zusammen und irgendwann hatte sie den Anschluss an ihre Eltern verloren. Nun versucht sie mit ihrer eigen Familie das nachzuholen, was sie damals nicht bekommen hatte. Jedoch wird sie nach meinen Erfahrung auch daran scheitern. Ich kenne bisher keinen ähnlich gelagerten Fall in dem das ganze positiv Verlaufen ist. Zumindest so lange nicht die Probleme aus der Vergangenheit behoben wurden.
Nach meinen Erfahrungen wir dem ersten Kind in angemessenene Abstand ein Zweites oder gar Drittes folgen. Um den Moment der Berufsaufnahme möglichst lange vor sich herzuschieben. Ein weiterer Grund ist jedoch auch immer wieder die Möglichkeit zu haben jemanden lieben und betütteln zu können. Beruflich bleiben sie mit großer Wahrscheinlichkeit beim Hartz IV. Und die Kinder werden höchstwahrscheinlich in die Fußstapfen der Eltern tretten, da sie ja nichts anderes kennen.

Deshalb gib deine Tochter noch nicht auf, sondern versucht herauszufinden, was schief gelaufen ist und mit viel Arbeit wird sie es vielleicht doch noch schaffen neue Lebensziele zu finden. Ohne Hilfe wird sie es jedoch nicht schaffen aus diesem Hamsterrad zu kommen.


Mathilde

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #258 am: 02.03.10, 14:05 »
Hallo,

hatte bei meinem ersten Eintrag die technische Seite vergessen, die gibts natürlich auch noch.

Beppa Du hast natürlich schon recht aber wenn Du in einem Flächenland wie unserem von den Ausbildern gesagt bekommst Du sollst erst mal Abi machen weil Du dann ja auch 18 bist und den Führerschein hast u.u.u. dann hast Du zum Schluss auch die Schn......voll.
Mir gehts da ähnlich wie Sandra.

LG Mathilde

Offline Beppa

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #259 am: 02.03.10, 15:27 »
Also gibt es bereits einen konkreten Berufswunsch bei deiner Tochter ?

Ich habe schon davon gehört, dass viele Ausbilder lieber Ü18 Lehrlinge haben wollen in der Hoffnung, dass die ihre Ausbildung etwas ernster nehmen.
Viele Ausbilder haben wohl in den zurückliegenden Jahren mit der Arbeitsmoral der Lehrlinge sehr große Probleme gehabt.

Wie wäre es mit einem Berufsvorbereitungsjahr oder etwas ähnlichen ? Käme sie damit schon an ihren 18. Geburtstag heran ?
Praxisnachweise sind eh immer gut bei späteren Bewerbungen.
« Letzte Änderung: 02.03.10, 15:33 von Beppa »

Offline sandra

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #260 am: 02.03.10, 17:16 »

Ich habe schon davon gehört, dass viele Ausbilder lieber Ü18 Lehrlinge haben wollen in der Hoffnung, dass die ihre Ausbildung etwas ernster nehmen.
Viele Ausbilder haben wohl in den zurückliegenden Jahren mit der Arbeitsmoral der Lehrlinge sehr große Probleme gehabt.

.

Es geht nicht um die Arbeitsmoral der Azubis. Ganz klar. Entweder hat man die, oder nicht, egal, ob mit 16 oder 18.

Es geht darum, dass sie dann Führerschein haben und nicht mehr dem JuArbSchG unterstehen, welches natürlich wesentlich strenger ausgelegt ist als das normale ArbSchG.

Denn wenn Jugendliche gute Noten im Zeugnis haben, ohne Wiederholung bis zur Mittleren Reife durchmaschieren, müssen sie irgendwo auch in diesem Alter bereits Arbeitsmoral besitzen, sonst würden sie das nicht unbedingt schaffen. Gibt genügend Wiederholer jedes Jahr. Bei meiner Großen sind letztes Jahr (9. Klasse) von 26 Schülern 5 durchgefallen, das ist ein Fünftel! Haben die dann mehr Arbeitsmoral, wenn sie mit 17 oder 18 aus der Schule kommen???
lg Sandra

Wo kämen wir denn hin, wenn alle sagen würden, wo kämen wir denn hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin man käme, wenn man ginge.

Offline Mirjam

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #261 am: 02.03.10, 18:32 »
Hallo,

also nein, ich glaub da gibts grad in der Pubertät schon Reifegeschichten - grad in Hinsicht auf spätere Bildung kenne ich einige Beispiele die in der 14 - 16jährigen Zeit Abi hinwarfen und "erst mal Geld verdienen" wollten und dann später aufwendig Abi und Studium nachholten - hier "Hunger" auf mehr bekamen.

In der Schule mit der ganz festen Struktur ist "leichter" strukturiert zu arbeiten - sich selbst zu organisieren, zu schauen wieviel Antrieb man selbst hat, Selbstdiziplin - wieviel Jugendliche sind damit nicht manchmal auch über-/fordert? Frei nach dem Motto der Eltern mach mir keine Arbeit du musst jetzt schon wissen was du tust....?

Haben die Kinder heute genug Selbstdiszplin bzw. weniger als früher - oder wird das nur viel weniger eingefordert als früher....!?

Mirjam
« Letzte Änderung: 02.03.10, 18:46 von Mirjam »
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Offline sandra

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #262 am: 02.03.10, 20:52 »
Sicher mag er Unterschiede geben in der Reife... aber das heißt nicht zwingend, dass ein 18jähriger reifer ist als ein 16jähriger. Fällt man nicht in jedem Alter oft Entscheidungen, die man einige Jahre später nicht machen würde? Liegt das nicht vielleicht auch eher an der mangelnden Erfahrung? Ich hab da auch so ein paar Leichen im Keller... ganz ehrlich.

FOS läuft auch jetzt - nach der Anmeldung - nur als Plan B. Sollte sie noch eine Jobzusage bekommen, wo sie sagt, dass ist es, will ich machen und passt auf beiden Seiten, liegt die Schule wahrscheinlich ad acta. Aber muss sie mit ihren Noten jeden Job annehmen, egal, ob es ihr gefällt? Bisschen sollte es ja auch Spaß machen.

Über ihre mangelnde Reife kann ich mich nicht beschweren. Vielleicht liegt es aber auch zum Teil an ihrer Erkrankung, dass sie einfach vielleicht disziplinierter mit sich selbst umgehen muss? Ich kann sie ja nicht den ganzen Tag überwachen und hinter ihr herlaufen und sagen, du musst jetzt das tun und machen und das nicht...

Bei manchen Erwachsenen, die ich so kenne (nicht hier aus dem BT - sonder sozusagen "live"), denke ich manchmal, die sind ja wesentlich unreifer und viel naiver als meine Kids - trotz Pubertät.
lg Sandra

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Offline Beppa

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #263 am: 03.03.10, 06:31 »
Es geht nicht um die Arbeitsmoral der Azubis. Ganz klar. Entweder hat man die, oder nicht, egal, ob mit 16 oder 18.

Schule ist aber nicht gleich Arbeiten und das Alter zwischen 16 und 18 ist nunmal einer der entwicklungsreichsten Lebensabschnitte und nicht jeder versteht, dass die Uhren jetzt etwas anders laufen. Genauso problematisch ist es mit den Jugendlichen zu diskutieren, wenn konkrete Probleme aufgelaufen sind. Mehr oder weniger sind da ja immer noch die Eltern zuständig. Aber mit 18 schnappt man sich einfach den Azubi und setzt ihm die Pistole auf die Brust.

Es geht darum, dass sie dann Führerschein haben und nicht mehr dem JuArbSchG unterstehen, welches natürlich wesentlich strenger ausgelegt ist als das normale ArbSchG.

Was nützt es einem Ausbilder, wenn sein Lehrling einen PKW-Führerschein hat ? Die Brauchen doch sicherlich eher einen für Landmaschinen und die bekommt man doch meines Wissens nach schon mit 16 oder 17 vorallem wenn man nachweist, dass er für die Ausbildung notwendig ist.

Haben die dann mehr Arbeitsmoral, wenn sie mit 17 oder 18 aus der Schule kommen???

Sie haben aber auch wesentlich schlechtere bis fast gar keine Chance eine Lehrstelle zu bekommen. Nur mit Beziehungen und evtl. vielen guten Arbeitszeugnissen von Praktikas könne sie das wieder ausbügeln.

Offline Beppa

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #264 am: 03.03.10, 06:41 »
Sicher mag er Unterschiede geben in der Reife... aber das heißt nicht zwingend, dass ein 18jähriger reifer ist als ein 16jähriger. Fällt man nicht in jedem Alter oft Entscheidungen, die man einige Jahre später nicht machen würde? Liegt das nicht vielleicht auch eher an der mangelnden Erfahrung? Ich hab da auch so ein paar Leichen im Keller... ganz ehrlich.

Die Frage ist ja nicht, ob ich mich für die richtige oder falsche Ausbildung bzw. Schule enschieden haben, sondern ob ich trotz der Erkennnis meine Arbeit bzw. Ausbildung ordentlich zu Ende bringe.
Wieviele Azubis strengen sich nicht mehr an oder verweigern die Arbeit ganz, wenn sie feststellen dass sie mit dem Beruf nicht glücklich werden ? Viele. Auch ein Azubi ist ja irgendwo eine Arbeitskraft auf die man sich verlassen muss, weil sie eingeplant ist und Ausbilder haben ja auch Verpflichtungen aus diesem Ausbildungsverhältnis. Und welcher Ausbilder hat schon Lust sich mit einem Jugendlichen herumzuärgern, wo es so viel Arbeit gibt.

Aber muss sie mit ihren Noten jeden Job annehmen, egal, ob es ihr gefällt? Bisschen sollte es ja auch Spaß machen.

Natürlich sollte der Job den Neigungen des Azubis entgegenkommen, aber manchmal lohnen sich auch kleine Umwege.

Über ihre mangelnde Reife kann ich mich nicht beschweren. Vielleicht liegt es aber auch zum Teil an ihrer Erkrankung, dass sie einfach vielleicht disziplinierter mit sich selbst umgehen muss? Ich kann sie ja nicht den ganzen Tag überwachen und hinter ihr herlaufen und sagen, du musst jetzt das tun und machen und das nicht...

Und genau davon muß der Ausbilder überzeugt werden. Z.B. während eines Praktikums. Ich weis ja jetzt nicht welche Erkrankung deine Tochter hat, aber wenn die Ausbilder das wußten, dann könnte auch das der Grund für die Ablehnung sein. Auch dann müßen die Ausbilder davon überzeugt werden, dass es zu keiner Einschränkung der Leistungsfähigkeit kommt. Denn selbst mit 18 würden ihre Chancen auf eine Ausbildungsplatz nicht größer werden.


« Letzte Änderung: 03.03.10, 06:48 von Beppa »

Offline sandra

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #265 am: 03.03.10, 11:27 »
Ich sprachnicht von Azubis in der Landwirtschaft, sondern allgemein. Da brauchts keinen Schlepperführerschein, aber mit PKW-Schein sind sie flexibler einsetzbar, vor allem, weil sie ab 18 auch zu Überstunden und sonstiges herangezogen werden können, was unter 18 kaum bzw. nur in sehr geringem Rahmen möglich ist.

Und nein, die Ausbilder kennen die Erkrankung meiner Tochter nicht, von daher müssen sie auch nicht überzeugt werden, dass sie trotz ihrer erkrankung gute Leistung bringen kann. Mans ieht es ihr von außen nicht an.

Natürlich ist es in der Schule viel einfacher als im Berufsleben, da geb ich dir recht. Diesen Schritt mussten aber auch wir und viele Generationen vorher gehen. Meine Mutter zB kam mit 14 aus der Schule, sie war gerade 3 Tage 15, als sie ihre Ausbildung begann. Anscheinend war sie reif genug dazu, sie hat ihre Ausbildung durchgezogen, hat auch nciht abgebrochen, als sie mich mitten zwischen der schriftlichen und der praktischen Abschlußprüfung zur Welt brachte, sondern hat die praktische einfach ein halbes Jahr später gemacht, mich erst mal allein großgezogen und erst aufgehört zu arbeiten, als sie mit meinem Bruder schwanger war und da viele Probleme hatte.

Ich denke, es hat alles seine Vor- und Nachteile. Aber man darf nciht pauschalieren und sagen, alle 16jährigen sind unreif und brechen ihre Ausbildung ab. Wenn man das meint, dürfte es dann ja eigentlich keine Studienabbrecher geben, weil die sind ja reif genug weil eben älter und wissen, auf was sie sich einlassen? Oder die ewigen Studenten, die mal angefangen haben zu studieren, weiter eingeschrieben sind, sich nen guten tag machen und nicht mehr zur Uni gehen... schon x Jahre studieren und trotzdem noch kein Examen überhaupt versucht haben?

Mit Verallgemeinerungen kommen wir hier nicht weiter.

Und ich wünsche jedem, dass sein Kind relativ schnell nen Job bekommt, egal in welcher Branche. Egal, in welchem Alter. Denn anders können sie keine Erfahrung sammeln, und gerade die werden sie später brauchen. Meine Tochter sucht weiter, trotz Anmeldung, heut gehen die nächsten Bewerbungen raus. 
lg Sandra

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Offline Beppa

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #266 am: 03.03.10, 11:38 »
Natürlich ist es in der Schule viel einfacher als im Berufsleben, da geb ich dir recht. Diesen Schritt mussten aber auch wir und viele Generationen vorher gehen. Meine Mutter zB kam mit 14 aus der Schule, sie war gerade 3 Tage 15, als sie ihre Ausbildung begann. Anscheinend war sie reif genug dazu, sie hat ihre Ausbildung durchgezogen, hat auch nciht abgebrochen, als sie mich mitten zwischen der schriftlichen und der praktischen Abschlußprüfung zur Welt brachte, sondern hat die praktische einfach ein halbes Jahr später gemacht, mich erst mal allein großgezogen und erst aufgehört zu arbeiten, als sie mit meinem Bruder schwanger war und da viele Probleme hatte.

Damals lies man sich auch noch nicht unbedingt Scheiden, wenn die Ehe am Ende war. Oder die Kids konnten 3 Jahre Erziehungsurlaub mit verhältnismäßig guter Sozialer absicherung beanspruchen. Wieviele haben damals Lehre oder Schule abgebrochen und wieviele heute ?
Heute ist so vieles anders und vorallem die Kids.

Ich denke, es hat alles seine Vor- und Nachteile. Aber man darf nciht pauschalieren und sagen, alle 16jährigen sind unreif und brechen ihre Ausbildung ab.

Welche Wahl hat der Ausbilder denn zu diesem Zeitpunkt er kennt deine Tochter nicht, aber die 1o Pfeifen die vorher da waren ? Er kann sich nur auf seine Erfahrungen und Kenntnisse verlassen. Und das ist zum heutigen Zeitpunkt der schwierigste Teil bei einer Bewerbung. Den Ausbilder davon zu überzeugen, dass man der Beste ist. Trotz Alter und Arbeitsschutzgesetz.

Offline sandra

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #267 am: 03.03.10, 12:31 »
Beppa,

wenn du genau gelesen hättest, dann wäre dir aufgefallen, dass meine Mutter alleinerziehend war, mit knapp 16. Sie selber hat ihren Vater mit 8 Jahren an Krebs verloren. Erziehungsurlaub gab es damals (ich bin knapp 36) noh gar nicht, nur die 8 Wochen Mutterschutz hinterher, sie hat dann noch 3 Wochen Jahresurlaub drangehängt bei mir, damit sie wenigstens 11 Wochen daheim war.
lg Sandra

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Offline Beppa

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #268 am: 03.03.10, 13:03 »
Ich meinte ja auch, dass es das damals noch nicht gab. ;)
« Letzte Änderung: 03.03.10, 13:25 von Beppa »

Offline sandra

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #269 am: 03.03.10, 13:08 »
Dann hab ich das falsch verstanden, sorry. Nix für ungut.

Ich find es nur schade, dass sie meist nicht mal die Chance kriegt, die Ausbilder von sich zu überzeugen. Aber hier bei uns ist halt schwierig, was zu kriegen, das ist auf dem ganzen Arbeitsmarkt so. Man denkt halt immer, in Bayern ist es so toll, aber leider liegen wir in der eher schwierigen Region Hochfranken... heut waren wieder 2 Absagen in der Post.
lg Sandra

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