Öffentlichkeitsarbeit > Landwirtschaft in der Öffentlichkeit

Probleme tierhaltender Betriebe - jeder schaut weg? Nichts fällt auf?

(1/4) > >>

Mathilde:
Hallo,

ich habe nichts gefunden wo es so richtig hinpasst.

Zur Zeit kommt ja überall der Betrieb mit den 150 verhungerten Mastrindern. So etwas ist einfach furchtbar und mir läuft es eiskalt den Rücken hinunter.
Was ist in dieser Gesellschaft noch alles möglich? Wir leben in einem Staat der die perfekte Kontrolle haben möchte aber die Menschen dabei vergisst.
In Häusern sterben Menschen und keiner bekommt was mit. Hätte bei meiner Mutter auch nicht gleich die aufmerksamen Nachbarn mitbekommen da die Rolläden automatisch programmiert waren. Meine Schwester kam aber 2 mal die Woche.
Es macht mir niemand weiß dass man bei Bauernhöfen nichts mitbekommt.
Da kam zumindest mal die Post (und wenn’s nur Mahnungen und gerichtliche Bescheide waren)
Da waren Bankangestellte die nicht nachfragen nach den Tieren
Da sind Ärzte und Arzthelfer die bei einer Einweisung nicht nachfragen „wer kümmert sich um Ihre Tiere“
Auch ein Arzt kann helfend das Veterinäramt einschalte.
HILFE  nicht ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten wäre doch vonnöten.
Ich habe allerdings auch nichts mitbekommen als ein angrenzender Nachbar seinen belg. Schäferhund so getreten hat daß der zwei Tage später tot war… würde aber, wenn er wiederum einen Hund halten würde das Veterinäramt informieren daß da mal was vorgefallen ist.

Würdet ihr es mitbekommen wenn ein viehhaltender Betrieb solche Probleme hätte?

LG Mathilde

gschmeidlerin:
Ich glaub das kommt immer auf den Betrieb an. Wir haben einen Nachbar, liegt etwas abgelegen und er lebt sehr zurückgezogen, ich glaub da würd ich es auch nicht unbedingt mitbekommen, wenn etwas schief läuft. Er will ja auch gar keinen Einblick oder Kontakt haben. Ich will da über die Nachbarn gar nicht urteilen, ich glaub, das gibt es, dass man nichts mitbekommt.

annelie:
Nein, ich würde es nicht mitbekommen, weil ich keinerlei Einblicke in andere Betriebe habe, gerade jetzt mit wenig sozialen Kontakten. Hier im Dorf sind wir nur noch 3 rinderhaltende Betriebe und ein Betrieb mit Dam- und Rotwild. Früher waren es 20 rinderhaltende Betriebe.
 
Bei uns selber wäre das aber schwerlich möglich, weil wir sind mitten im Ort und haben Außenklimaställe und es sind oft Leute mit Kindern da, die sich die Tier anschauen. Man sieht die Tiere vom Gehweg/Straße aus. Außerdem sieht man unserer Futtertisch von der Straße aus, das würde auffallen. Jeder der zu uns kommt, geht oder fährt am Futtertisch entlang.

martina:
Ich hab es doch mal abgetrennt, im allgemeinen Medienteil würde das Thema eher untergehen, dazu ist es zu wichtig, finde ich.

Ich kenne den aktuellen Fall nicht, weil ich derzeit kaum Nachrichten schaue, also auch nicht weiß, wo derzeit überall berichtet wird und in welchem Rahmen.

Als wir noch Tiere hatten, haben aber weder Ärzte bei Krankschreibungen meines Mannes nachgefragt, wer sich um die Tiere kümmert und Bankleute auch nicht.

Wir haben noch 2 rinderhaltende Betriebe im Ort. Einer mit offensichtlichen Problemen, da ist das Veterinäramt auch regelmäßig am Hof, weil es Hinweise bekommen hat. Ändert sich aber nichts und unsereins wundert sich, dass diese Kühe tatsächlich noch so viel Milch geben können, dass der Tankwagen zum Sammeln kommt.
Hätte mein Mann letztes Jahr nicht geholfen, die Heurundballen (in sehr guter Qualität beim Pressen) vom Feld zu holen, nachdem sie nicht nur einmal durchgeregnet waren, hätten die noch 4 Wochen dort gelegen. Den Kollegen muss man schon zwingen, Hilfe anzunehmen. Wir haben sie jahrelang angeboten, aber irgendwann reicht es auch hin, wir können nicht immer nur aus Hilfsbereitschaft für ihn mitarbeiten. Die Rechnung fürs Pressen ist noch offen, wir können uns Aussenstände auch nicht aus "Good Will" leisten, unsere Mitarbeiter wollen ihre Löhne auch haben.


Wir hatten aber vor 2 Jahren in der weiteren Umgebung auch einen Fall, wo viele Tiere verendet sind, weil der Jungbauer psychisch komplett von der Arbeitssituation überlastet war. Da waren über Jahre hinweg Landvolk und Veterinäramt und Kollegen dabei, um zu helfen.  Aber wenn die Betroffenen die Hilfe nicht annehmen wollen, dann funktioniert es halt nicht. Nur mit Zwang. Die Hofstelle und der neue gebaute Stall stehen inzwischen zum Verkauf, das Land will Fördermittel zurück haben. Irgendwann dreht sich die Spirale so schnell, dass man vor lauter Schwindel den Überblick verliert.


Aber mal ehrlich: zu sagen: "Ich KANN NICHT MEHR!" das muss man selber können.


Lexie:

Wie meinte TA erst vor kurzem, ein Betrieb bei dem man nichts mehr holen kann, ist für das Veterinäramt und co
nicht "interessant".
Mit so einem Betrieb haben sie nur Arbeit und Unkosten, da ist "Wegschauen" billiger.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln