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Eklat zwischen den Generationen

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Kiliane:
Hallo zusammen,

ich bräuchte dringen Eure Ratschläge und Erfahrungen.
Seit 3,5 Jahren bin ich mit meinem Mann verheiratet (seit 10 Jahren zusammen), der vor ca. 6 Jahren den elterlichen Betrieb übernommen hat. Übernommen im Sinne von er hat den Hof von den Eltern gepachtet. Der Steuerberater damals (eine Niete!) hat behauptet, eine Übergabe an ihn wäre finanziell eine Katastrophe für die Eltern. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Aussage nicht auf dem Mist meiner Schwiegermutter (SM) gewachsen ist.

Ich möchte es nicht zu lang machen, daher ziemlich gerafft:

Mit meiner SM kam ich noch nie aus, weil ich nicht ihren Vorstellungen entspreche. Ich bin seit jeher berufstätig und habe auch von vorne herein gesagt, dass ich in einem Kuhstall nichts machen werde. Ich bin eine Pferdetante und kann/will mit Kühen nicht. Für meinen Mann war das immer in Ordnung und er wusste von Anfang an davon. Er ermöglichte mir aber auch die Haltung von Pferden auf dem Hof. Das passte meiner SM noch nie.
Es gab sehr viel Streit wegen den Pferden und auch wegen meiner Einstellung - weil ich arbeiten gehe und mich nicht für den Hof opfere, weil ich von meinem Mann Mithilfe im Haushalt erwarte und weil ich auch keine Kinder haben möchte. Mein Mann ist mit all dem einverstanden. Mein Mann geht auch Vollzeit arbeiten und macht im Stall eigentlich nichts. Das machen seine Eltern. Dem Vater ist sonst langweilig als Rentner, die Mutter braucht noch die Jobanstellung, damit sie einen Rentenbetrag bekommt.
Mein Mann hat nebenher noch einen Lohnerwerb für die Landwirtschaft.

Nun trieb mich die SM mich vor 1,5 Jahren fast in den Wahnsinn und ich zog aus. Der Kontakt zu meinem Mann blieb immer bestehen und er kam mich oft besuchen. Nach einem Jahr wollten wir wieder mehr (das war im Frühjahr 2014) und er hatte langsam eingesehen, dass er seinen Eltern hörig war, wollte sich davon lösen. Der ausschlaggebende Grund dafür war wohl, dass er erfahren hatte, dass sein Vater eine Entscheidung getroffen hatte, die er nicht hätte treffen dürfen. Von einem Nachbarn wurden Wiesen und Äcker zur Pacht angeboten und er teilte das dem Vater mit. Dieser entschied jedoch eigenmächtig, dass der Sohn keine weiteren Flächen benötigen würde. Dies erfuhr mein Mann dann im Frühjahr und war natürlich entsprechend sauer.
Ich muss noch sagen, dass der Hof mit 30 Milchkühen und insgesamt 100 Stück Vieh nicht wirklich rentabel ist... sondern einfach noch zur Beschäftigung der Eltern da ist. Mein Mann zahlt auch eine monatliche Pacht von 1000€ plus alle anderen laufenden Kosten (Diesel, Strom, Wasser etc). Die Eltern haben finanziell einfach NICHTS zu tragen.

Nun kam es zum Eklat! Meine SM möchte mich nicht wieder auf dem Hof haben! Ich würde auch nicht mehr dort wohnen wollen. Doch geht es um meine Pferde, die dort immer noch stehen. Sie will mich weghaben und fordert nun (am Samstag) gewisse Dinge von mir. Mein Mann sagt, er würde den Pachtvertrag kündigen wenn die Eltern nicht endlich einsehen würden, dass sie sich aus unserem Leben herauszuhalten haben und dass ER der Chef ist.

Die Frage ist: Kennt ihr diese Situation? Was wenn mein Mann den Pachtvertrag kündigt?
Ich hab den Pachtvertrag leider nicht gesehen und habe derzeit auch keinen Zugriff darauf. Es wird ein Standard-Vertrag sein. Wie lange ist dann die Kündigungsfrist? Und wie muss der Hof übergeben werden? Ist es nicht so, dass der Hof dann in den Ursprungszustand zurückgesetzt werden muss? Was, wenn seither viele Verbesserungen/Erleichterungen/Neuerungen geschafft wurden? Müssen die Eltern dann an den Sohn einen Ausgleich bezahlen?

Über jegliche Erfahrungen wäre ich einfach SEHR dankbar!

Grüße von der Kiliana

Sasa:
Also- Pachtverträge auf unbestimmte Zeit sind immer bis zum dritten Werktag eines Pachtjahres - das läuft nicht immer so wie das Kalenderjahr- mit Wirkung zum Ende des nächsten Pachtjahres kündbar. Bedeutet: Beginnt das Pachtjahr am 01.11.2014, dann ist der Pächter zum 01.11.2016 aus der Pacht raus.

Zwei Jahre kann man also das gepachtete Land weiter nutzen- so zumindest mein Kenntnisstand. Wer es genau weiß, möge mich bitte berichtigen!

Warum der Hof nun in den Urzustand zurückgesetzt werden sollte, erschließt sich mir nicht wirklich. Auch, warum die Eltern einen Ausgleich zahlen sollten.....

Der Sohn hat stets eine Vollzeitstelle gehabt und nach Deiner Aussage nichts auf dem Hof gemacht, also seine Arbeitskraft nicht auf den Hof eingebracht. Er kann also nicht argumentieren, er habe in den Hof investiert, weil er davon ausging, ihn mal übernehmen zu wollen.

Und wenn es diese Absprache gab- ich zahle diese, jene, welche Kosten....und lebe dafür kostenfrei bei Euch- dann hat er keine Rückforderungsanspruch. Man könnte "geleistete Arbeitszeit" in Rechnung stellen- die kann aber bei einem Vollzeitarbeitnehmer, der nach Deiner Aussage nicht auf dem Hof macht, nicht sehr viel sein.....

Genaueres regelt da aber wohl das jeweilige Höferecht, und das sieht überall anders aus.

Um die Sache zu "entzerren", würde ich raten: Sucht Euch eine gemeinsame Wohnung ausserhalb des Hofes und auch einen anderen Stellplatz für die Pferde. Dann seit Ihr erstmal "aus dem Hof raus". Wie es mit den Pachtverträgen etc. weiter geht, kann man dann sehen.

Außerdem bin ich mir ziemlich sicher- wenn der Vater alleiniger Hofinhaber ist, dann muß er den Sohn nicht fragen, ob er eine angebotene Pacht annimmt oder nicht.



Mara:
Hallo Kiliane,

Dem Vater ist sonst langweilig als Rentner, die Mutter braucht noch die Jobanstellung, damit sie einen Rentenbetrag bekommt.

also wenn dein Schwiegervater Rentner ist, dann müsste der Pachtvertrag meines Wissens mindestens 9 Jahre laufen, damit dein SV überhaupt die Rente bekommt.
Ob da dein Mann so einfach den Pachtvertrag kündigen kann, ist fraglich, da sonst der SV den Anspruch auf die Rente verliert.

Lg mara

Kleopatra:
Diese Geschichte scheint mir etwas unstimmig.

gammi:

--- Zitat von: Kiliane am 07.11.14, 10:10 --- Ich würde auch nicht mehr dort wohnen wollen. Doch geht es um meine Pferde, die dort immer noch stehen. Sie will mich weghaben und fordert nun (am Samstag) gewisse Dinge von mir.

--- Ende Zitat ---

Musst Du für deine Pferde dort etwas bezahlen?

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