Hallo,
habe keine Probleme in der Schule sondern mit der Schule.
bei meinen Jungs läuft es ganz gut (mit Höhen und Tiefen) aber bei meiner Freundin geht es total schief.
Ihr Bub ist mit meinem Kleinen jetzt in der 6. Klasse Realschule (er hat schon die 5. wiederholt und hätte meiner Meinung nach nie dahin gehört. Er hätte seit Jahren Förderung gebraucht, sie aber nie bekommen, weil die Mutti mehr mit ihren Katzen und ihren eigenen Problemenbeschäftigt ist als mit diesem sehr schwierigen Kerle, also viele viele Probleme)
In 2 Wochen gibt es Zeugnisse. Er hat total schlechte Noten und wird dieses Jahr nicht schaffen. Die Lehrer können teilweise seine Schrift nicht lesen und er kann z.B. nicht gerade schreiben, ich glaube sie haben es einfach aufgegeben und warten auf das "natürliche" Ende.
Lernen tut mit ihm auch keiner und ich hab es auch aufgegeben, meine Nerven sind in dieser Hinsicht blank. Ich habe seit Weihnachten in sie hineingeredet, den Bub auf die Hauptschule zu schicken, schon im Halbjahr und wenigstens dieses Jahr zu nu nutzen und ihm einfach zu helfen.
Da wird es immer noch schwer genug für ihn sein, weil seine Probleme eher woanders herkommen, aber es wird ihm einfach nicht geholfen, er ist z.B. für mich ein eindeutiges ADS-Kind.
Sie sagt immer, "Er muss selber drauf kommen", das sagt sie schon seit der ersten Klasse und sieht nicht ein, dass sie ihm helfen muss.. Vater gibt es zwar aber der ist nicht da und hat seine Familie verlassen.
Also Probleme über Probleme.
Ich hab gestern nochmal mit ihr gesprochen und da hieß es aufeinmal: Nein da mach ich nix, da muss er selber drauf kommen. Also sie schafft es nicht mal zu den Lehrern für ein Gespräch, den das würde ja heissen, dass sie handeln muss und dass die was von ihr verlangen und das ist ihr schon zuviel und außerdem muss sie diese Woche noch das und das und dies tun und die Katzen zum Tierarzt fahren. Ich hab mich mit ihr gestritten (He von einem Rollstuhlfahrer verlangst du ja auch nicht, dass er das gehen lernen soll!! War schon heftig)
und mach mir wirklich große Sorgen um den Jungen. Er wird das Jahr nicht schaffen und geht sowieso dann auf die Hauptschule und auch da seh ich wegen seiner ganzen anderen Probleme (vor allem sozial) eher schwarz, also das ist ein Kandidat, der nach 2 Ehrenrunden in der 8 Klasse die Schule ohne Abschluss verlässt.
Damit ihr mich nicht falsch versteht. Sie kümmert sich um die Familie, das Haus ist sauber und die Kinder werden "versorgt" und sind auch nett. Aber sie schafft es nicht wenigstens einmal anzufangen die schulischen Probleme ihres Sohnes anzugehen (Ergo- mehr Bewegung, weniger Computer........Therapie.......)
Ich habe nun Montag einen Termin mit der Klassleiterin, die ich sehr schätze und bin sowieso an der Schule. Meine Frage an euch:
Ich will von den Lehrern einfordern, dass sie hier ihre passive Haltung aufgeben und auf die Frau zugehen und vielleicht auch Forderungen stellen, denn die kommt nicht an die Schule, das hat sie ja in den letzten 2,5 Jahren gezeigt.
Die Schule geht immer so vor, dass die Eltern kommen müssen (außer bei massiven Problemen mit Gewalt oder so, dann gibt es auch schon mal Anrufe). Ich finde das nicht richtig.
Ich hab das schon mal gemacht in der Grundschule, da bin ich auch zum Direx gegangen und hab nur gesagt, dass ich weiss, dass er dazu nix sagen kann aber ich sag ihm jetzt mal meine Meinung und er soll der Frau.....mal auf die Eisen steigen, das ist er den Kindern (sie hat 2) einfach schuldig, ich kann nicht mehr.
Er hat nichts getan.
Jetzt bin ich wieder soweit. Ich geh auf alle Fälle zum Direx.
Hat jemand auch Erfahrungen mit sowas ähnlichem??? Vielleicht auch positive. Das wäre gut für mich, den mir graust es ganz furchtbar davor und ich empfinde es schon als starke Einmischung aber ich seh keinen anderen Weg für das Kind. Gibt es eigentlich Schulen und Lehrer, die sowas im Konzept haben und auch wirklich tun. Man würde es sich wünschen und nicht nur in den Fernsehserien wie Dr. Specht und so.
Hoffnung hab ich wenig.
Fanni