Autor Thema: Probleme in der Schule?  (Gelesen 200352 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline mary

  • in memoriam
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 9686
  • Geschlecht: Weiblich
  • Baeuerin - Beruf mit Herz
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #105 am: 08.11.06, 07:30 »
Hallo Beppa,
es muss schon was passieren, damit die Lernfreude und Neugierde kaputt gemacht wird.
Das ist furchtbar schade, denn zum Leben gehört lebenslanges Lernen einfach dazu.
Es wird leider viel zu wenig auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder eingegangen- und wer nicht in das vorgegebene Schema und Raster passt, hat es nicht ganz einfach.
Herzl. Grüsse
maria

Online martina

  • Südniedersachsen
  • Administrator
  • *
  • Beiträge: 23373
  • Geschlecht: Weiblich
  • Unsere Landwirtschaft - wir brauchen sie zum Leben
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #106 am: 08.11.06, 08:26 »
Hallo Mary,

so furchtbar viel muß da gar nicht passieren, dass ein Kind das Lernen einstellt.

Unser 2. tut sich in Deutsch sehr schwer. Wir haben ihn auf LRS testen lassen, aber aus dem Raster fällt er raus. Bei vielen Sachen ist er schlicht und einfach blockiert. In der Schule beim Diktat fehlt ihm die zeit (sagt er) um zu überlegen, ob ein Wort nun groß oder klein geschrieben wird, oder hinten mit "t" oder "d"... Zu Hause beim Üben, gehen wir ein Frageschema durch, das macht er in der Schule nicht. In der Schule schreibt er lautgetreu, obwohl das hier von Anfang an unüblich war.
Dann fallen die Diktate schlechter aus als bei anderen. Beim Lesen hört man auch als Schüler ruckzuck, dass die anderen nicht so stottern, wie man selber.

Das dauert nicht lange und das Kind hat das spitz und dannn kommen eben die Sprüche, die auch Geli von ihrem Sohn hört.

Er hat sich gedanklich schon lange von der Realschule gelöst, die er eigentlich lt. Lehrerin schaffen könnte. Sie war neulich regelrecht entsetzt, als sie von mir hörte, dass er sich selber als "zu doof für die Realschule" bezeichnet.

Ein solches Kind zum lernen motivieren ist eine Horroraufgabe und ich weiß bald nicht mehr, was ich noch sagen oder machen soll mit ihm.
Nur gut, dass wir den 3. dann nicht als Kannkind direkt ein Jahr drauf eingeschult haben, sondern da jetzt 2 Jahre dazwischen sind. Es ist für den 2. auch nicht so toll, wenn der kleinere Bruder in der 2. Klasse fast genauso gut liest, wie er in der 4.
« Letzte Änderung: 08.11.06, 09:22 von martina »

Offline amazone

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 1282
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #107 am: 08.11.06, 10:24 »
ich bin in der glücklichen lage alle aus herberts sippe zu kennen.
super eltern, die für mich ein vorbild sind. einfach klasse wie herbert und seine frau
mit den kindern umgehen. super wohlerzogene kinder, ehrlich.
wir durften alle ein paar tage bei uns zu hause erleben.
aufgefallen ist mir der "kleine" auch, obwohl ich zu dem zeitpunkt nichts von seinen
"schwierigkeiten" wusste. er verlangte auch von mir viel mehr aufmerksamkeit als seine
geschwister. war an allem interessiert und wollte mich für sich haben.
dann gab es auch situationen wo er still in sich war und niemand konnte zu ihm durch.
alles doch auch ein stück weit NORMAL.
ich habe in den tagen bei uns keine solche rangeleien zwischen den geschwistern mitbekommen,
so wie es meine jungs mitunter munter treiben.
die gehen alle wirklich liebe- und rücksichtsvoll miteinander um.
ich weiß auch keine lösung für herberts problem, aber seine geschwister sind alle in allem augenscheinlich
besser als er. er hat nichts wo er sich beweisen kann. immer gibt es 3 über ihn, wo einer dabei ist, der
es garantiert schon gemacht hat oder besser gemacht hat.
ich bin auch das 4.kind und habe mir in meiner kindheit nichts sehnlicher gewünscht als in ein internat zu kommen.
endlich mal ohne meine brüder beweisen das ich auch was kann.
sicher ist es schwierig für eltern ein kind in ein internat zu geben.
ich finde diese lösung jedenfalls nachdenkenswert und würde gerne mal wissen, wie der kleine darüber denkt!!!

Offline Beppa

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 702
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #108 am: 08.11.06, 11:20 »
.. es muss schon was passieren, damit die Lernfreude und Neugierde kaputt gemacht wird...

Das ist ein schleichender Prozess der sich über Jahre aufbauen kann.

ich bin in der glücklichen lage alle aus herberts sippe zu kennen. super eltern, die für mich ein vorbild sind.

Auch wenn ich herbert nich kenne glaube ich auch nicht, dass es direkt mit ihm oder seiner Frau zusammenhängt.

ich habe in den tagen bei uns keine solche rangeleien zwischen den geschwistern mitbekommen, so wie es meine jungs mitunter munter treiben.

Solche Rangeleien bieten aber immer eine Möglichkeit sich zu beweisen bzw. Fronten zu klären.

... aber seine geschwister sind alle in allem augenscheinlich besser als er. er hat nichts wo er sich beweisen kann. immer gibt es 3 über ihn, wo einer dabei ist, der es garantiert schon gemacht hat oder besser gemacht hat.

Genau das Problem bestand bei uns auch. Meine Schwester hat sich ständig mit mir und meinem Bruder gemessen, aber nicht bedacht, dass wir mehr als 12 Jahre älter waren. Natürlich konnten wir schon besser lesen oder schreiben. Wäre auch schlimm gewesen wenn nicht. Ein anderes Problem ist, dass es sehr wenige Möglichkeiten gibt mal zu beweisen, dass man etwas kann bevor die anderen es können. Sei es Fahrrad fahren, schwimmen, Auto fahren oder oder oder. Wir waren ihr immer 12 Jahre vorraus und es gab nichts, was wir Großen nicht schon konnten.

Heute hat sie, wie gesagt in ihrem Beruf etwas gefunden, was wir anderen nicht annähernd so gut können wie sie. Jetzt erzählt sie stolz, was sie den Tag über alles geleistet hat. Und noch stolzer wird Sie wenn wir sie um Rat fragen müssen. Sie war richtig glücklich, als ich und meine Schwägerinn aufgehört haben zu Reiten, weil wir dann keine Konkurrenz mehr waren. Nur habe ich das damals noch nicht so realisiert.

Offline Kinderdompteuse

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 43
  • Geschlecht: Weiblich
  • Bäuerinnen - find ich gut!
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #109 am: 12.11.06, 09:30 »
Ach ja, das Thema passt doch gut zu meinen momentanen Problemen mit Jonathan: Er ist ein Sandwichkind mittendrin zwischen seinen 6 Geschwistern! Die Älteren 4 sind zwischen 16 und 22, die beiden jüngeren 7 und 4. Meine Kinder gehen zu einer Freien Schule die nach Montessori arbeitet, an der ich auch arbeite, aber nicht als Lehrerin, sondern als Koordinatorin. Trotzdem glaube ich, dass es manchmal nicht so "normal" ist für die Kinder, die Mutter immer greifbar zu haben. Jonathan ist ein sehr introvertiertes, ruhiges Kind, der alles mit sich selbe ausmacht und nicht über seine Probleme spricht. Er spricht dann nämlich gar nicht, verweigert einfach die Kommunikation, was mich als sehr lebhaften Menschen auf die Palme bringt! Ich denke schon, dass unsere Probleme auch damit zusammenhängen, dass er eben ganz anders ist als seine Geschwister und es nicht so einfach ist, sich in unserer Powerfamilie durchzusetzen und seinen Platz zu finden. Aber aus meiner Sicht bemühe ich mich gerade um ihn ganz besonders und habe aber das Gefühl, dass es ihm gut tut, mich zu quälen, denn mich quält es und ich leide, wenn er so verstockt ist und nicht spricht - das kann er tagelang tun. Seit ein paar Wochen verweigert er sich schulisch völlig, verbringt die Tage lieber in seinem Zimmer und gammelt, als zu lernen und dann was anderes tun zu können. Auch Verbote scheinen ihn nicht zu stören. Ich mache mir mittlerweile riesige Sorgen, auch, wenn ich weiß, dass Schule nicht alles ist. Mein 18jähriger Sohn hat zwei Ehrenrunden gedreht, im Sommer  seine Ausbildung zum Landwirt angefangen und blüht jetzt, auch schulisch, so doll auf, dass er sogar schon von Lehrzeitverkürzung und der Meisterschule spricht.
Am Dienstag habe ich einen Pschologentermin, ich hoffe, der hilft mir weiter......
Andrea7kind 
Andrea alias Kinderdompteuse

Offline fanni

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 4724
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #110 am: 26.01.07, 09:18 »
Hallo,
habe keine Probleme in der Schule sondern mit der Schule.

bei meinen Jungs läuft es ganz gut (mit Höhen und Tiefen) aber bei meiner Freundin geht es total schief.

Ihr Bub ist mit meinem  Kleinen jetzt in der 6. Klasse Realschule (er hat schon die 5. wiederholt und hätte meiner Meinung nach nie dahin gehört. Er hätte seit Jahren Förderung gebraucht, sie aber nie bekommen, weil die Mutti mehr mit ihren Katzen und ihren eigenen Problemenbeschäftigt ist als mit diesem sehr schwierigen Kerle, also viele viele Probleme)

In 2 Wochen gibt es Zeugnisse. Er hat total schlechte Noten und wird dieses Jahr nicht schaffen. Die Lehrer können teilweise seine Schrift nicht lesen und er kann z.B. nicht gerade schreiben, ich glaube sie haben es einfach aufgegeben und warten auf das "natürliche" Ende.

Lernen tut mit ihm auch keiner und ich hab es auch aufgegeben, meine Nerven sind in dieser Hinsicht blank. Ich habe seit Weihnachten in sie hineingeredet, den Bub auf die Hauptschule zu schicken, schon im Halbjahr und wenigstens dieses Jahr zu nu nutzen und ihm einfach zu helfen.
Da wird es immer noch schwer genug für ihn sein, weil seine Probleme eher woanders herkommen, aber es wird ihm einfach nicht geholfen, er ist z.B. für mich ein eindeutiges ADS-Kind.

Sie sagt immer, "Er muss selber drauf kommen", das sagt sie schon seit der ersten Klasse und sieht nicht ein, dass sie ihm helfen muss.. Vater gibt es zwar aber der ist nicht da und hat seine Familie verlassen.

Also Probleme über Probleme.

Ich hab gestern nochmal mit ihr gesprochen und da hieß es aufeinmal: Nein da mach ich nix, da muss er selber drauf kommen. Also sie schafft es nicht mal zu den Lehrern für ein Gespräch, den das würde ja heissen, dass sie handeln muss und dass die was von ihr verlangen und das ist ihr schon zuviel und außerdem muss sie diese Woche noch das und das und dies tun und die Katzen zum Tierarzt fahren. Ich hab mich mit ihr gestritten (He von einem Rollstuhlfahrer verlangst du ja auch nicht, dass er das gehen lernen soll!! War schon heftig)

und mach mir wirklich große Sorgen um den Jungen. Er wird das Jahr nicht schaffen und geht sowieso dann auf die Hauptschule und auch da seh ich wegen seiner ganzen anderen Probleme (vor allem sozial) eher schwarz, also das ist ein Kandidat, der nach 2 Ehrenrunden in der 8 Klasse die Schule ohne Abschluss verlässt.

Damit ihr mich nicht falsch versteht. Sie kümmert sich um die Familie, das Haus ist sauber und die Kinder werden "versorgt" und sind auch nett. Aber sie schafft es nicht wenigstens einmal anzufangen die schulischen Probleme ihres Sohnes anzugehen (Ergo- mehr Bewegung, weniger Computer........Therapie.......)


Ich habe nun Montag einen Termin mit der Klassleiterin, die ich sehr schätze und bin sowieso an der Schule. Meine Frage an euch:

Ich will von den Lehrern einfordern, dass sie hier ihre passive Haltung aufgeben und auf die Frau zugehen und vielleicht auch Forderungen stellen, denn die kommt nicht an die Schule, das hat sie ja in den letzten 2,5 Jahren gezeigt.
Die Schule geht immer so vor, dass die Eltern kommen müssen (außer bei massiven Problemen mit Gewalt oder so, dann gibt es auch schon mal Anrufe). Ich finde das nicht richtig.

Ich hab das schon mal gemacht in der Grundschule, da bin ich auch zum Direx gegangen und hab nur gesagt, dass ich weiss, dass er dazu nix sagen kann aber ich sag ihm jetzt mal meine Meinung und er soll der Frau.....mal auf die Eisen steigen, das ist er den Kindern (sie hat 2) einfach schuldig, ich kann nicht mehr.
Er hat nichts getan.
Jetzt bin ich wieder soweit. Ich geh auf alle Fälle zum Direx.

Hat jemand auch Erfahrungen mit sowas ähnlichem??? Vielleicht auch positive. Das wäre gut für mich, den mir graust es ganz furchtbar davor und ich empfinde es schon als starke Einmischung aber ich seh keinen anderen Weg für das Kind. Gibt es eigentlich Schulen und Lehrer, die sowas im Konzept haben und auch wirklich tun. Man würde es sich wünschen und nicht nur in den Fernsehserien wie Dr. Specht und so.

Hoffnung hab ich wenig.

Fanni
Herzliche Grüße von Fanni

Offline Suri

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 606
  • Geschlecht: Weiblich
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #111 am: 26.01.07, 09:42 »
Puuh, Fanni, das ist wirklich ein heißes Eisen.

Erst mal meine Anerkennung an dich, dass du nicht wegschaust und dich "einmischen" willst.

Meine Große ist erst in der 2. Klasse und wenn es Probleme mit einem Kind gibt, meldet sich die Lehrerin und geht auf die Eltern zu. Wie es in den weiterführenden Schulen zur Zeit gehandhabt wird, weiß ich nicht. Zu meiner Realschulzeit gab es einen Vertrauenslehrer, gibt es den noch und ist er auch für die Eltern "zuständig"?

Vielleicht gibt es hier noch andere Ideen.

Dir wünsche ich die richtigen Worte und viel Durchhaltevermögen.

LG Susi
Freunde sind wie Blumen:
Wenn du liebevoll mit ihnen umgehst, öffnet sich im Herzen eine Blüte.

Offline fanni

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 4724
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #112 am: 26.01.07, 10:08 »
Ja danke für den Tip Suri,

ich bin so vernagelt mit diesem Problem, na klar Vertrauenslehrer, den haben wir ja auch noch. Ich war nur auf der Schiene mit dem Direx, vielleicht weil der letzte Woche so einen komischen Elternbrief geschrieben hat, war nur der in meinem Kopf.

Ich weiß gar nicht wer der Vertrauenslehrer bei uns an der Schule ist, krieg ich aber noch raus.

Fanni
Herzliche Grüße von Fanni

Offline Beppa

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 702
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #113 am: 26.01.07, 11:26 »
So lange die Mutter nicht merkt, dass eigentlich sie das Problem ist und nicht der Junge wird sich da leider nicht viel ändern. Sie versteht einfach nicht, dass Sie dem Jungen das Lernen auch erst einmal lernen muss. Zudem ist die Mutter sicherlich schon über die Jahre so sehr in ihrem Verahltensmuster festgefahren, dass erst ein großer Knall (z.B. neuer Lebenspartner mit Interesse für das Kind) etwas ändern kann. Richtigen Druck von außen (Jugendamt, Schule) kann man leider auch nicht machen, weil es dem Kind außer an Aufmerksamkeit an nichts fehlt.

Ich hatte so etwas Ähnliches auch mal mitgemacht. Du würdest gerne helfen aber die Mutter arbeitet, wenn auch unbewußt, gegen dich. Da hast du einfach keine Chance. Bei mir war nur das Glück das die Realschule noch rechzeitig vorbei war bevor die Noten total im Keller versackt sind.

Vielleicht klappt es ja aber doch noch bei euch.

Offline fanni

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 4724
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #114 am: 26.01.07, 13:09 »
Richtig Beppa,

Jugendamt und so will ich nicht in Betracht ziehen, das ginge zu weit. Aber zusammen mit meinem Mann, der in dieser Freundschaft auch mit drinhängt (er ist da nur etwas pragmatischer: Schmeiß die 10 Katzen raus) haben wir uns schon überlegt, wenn es mit der Schule und der Aufmerksamkeit fürs Kind nicht besser wird, muss sie in Zukunft auf uns verzichten. Das tut sehr weh, aber vielleicht hilft es dem Buben. Aber zuerst will ich es noch in der Schule versuchen, dann hab ich es wenigstens probiert.

Sagt mir nur eins, warum haben solche Frauen immer 10 Katzen oder Hunde?

Fanni
Herzliche Grüße von Fanni

Offline Sasa

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 991
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #115 am: 26.01.07, 14:20 »
Na, ich kenne auch einige Mamas, die von ihren eigenen Problemen so in Anspruch genommen werden, daß die Kinder hinten runter fallen. Aber die sammelten keine Tiere ( 10 Katzen in einer nomal großen Wohnung hat für mich nichts mehr mit Tierliebe tun- oder bestenfalls mit Tierliebe in einem Übermaß. Da tut man dann den Tieren auch keinen Gefallen.)

In der Klasse unserer Mittleren gabs einen ähnlichen Fall. Da trennten sich die Eltern, und waren so mit ihrem Beziehungschaos in Anspruch genommen, die Kinder gingen total unter. Sie kamen unregelmäßig in die Schule, die Hausaufgaben waren nicht gemacht usw. Die Lehrerin und die Rektorin sind mehrmals bei den Eltern gewesen, hat aber nichts geholfen. Die Tochter dieses Paares ist mit unserer Tochter gut befreundet, daher hatte ich die Mama schon vorher mal angesprochen. Nachdem beide Kinder die Versetzung mit Ach und Krach geschafft haben, läuft es seit den Sommerferien so, daß die Tochter mittags mit zu uns kommt, hier ißt ( Essen gibts zu Hause auch nicht, Mama hat keinen Appetit) und anschließend die Hausaufgaben macht. Bis 18.30 bleibt sie hier. Ich kenne die Mama gut, und eigentlich ist sie wirklich in Ordnung, nur im Moment völlig neben der Spur. Es scheint aber besser zu werden. Hat sich dieses "Chaotenpaar" gleich nach der Trennung eine Doppelhaushälfte geteilt ( er wohnte links, sie rechts ), so ist er jetzt in die Kreisstadt gezogen. Nun laufen sich die Zwei nicht mehr so oft über den Weg, was wohl zur Beruhigung beiträgt. Seit 2 Wochen holt sie ihre Tochter pünktlich- vorher hat sie sie glatt vergessen- und ich muß mir auch nicht jedesmal neue Stories vom Ex anhören. Ich denke, in ein paar Wochen läuft es wieder normal...ich hab mich gerne um das Mädel gekümmert, kein Problem, aber wenn man Monatelang immer ein zusätzlich Kind im Haus hat, zerrt das doch an den  Nerven- und immer lieb ist sie dann halt auch nicht ;)

Offline fanni

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 4724
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #116 am: 26.01.07, 15:46 »
Hallo Sasa,

das ist ja meinem Fall sehr ähnlich. Nur geht das bei uns schon seit der gemeinsamen Kindergartenzeit so. Wie gesagt ich kann und will auch nicht mehr. So einfach ist die Schule für meine Kinder auch nicht, da muss ich schon viel reinstecken. Bis vor 2 Jahren waren ja unsere Buben befreundet, das hat natürlich verbunden. Aber jetzt will Martin nichts mehr von seinem Freund wissen. Er kann schlichtweg mit ihm nix anfangen und dieser hat sich auch in der Klasse zum Außenseiter entwickelt. Am Anfang trägst du das alles mit und willst helfen und wirkst auch auf die Kinder ein tolerant zu sein. Aber wer will schon einen Freund, der beim geradeaus gehen vor sich hinstolpert, weil ihm buchstäblich der Weg ins Leben nichst gezeigt wird.

Ach ja habe ich schon erwähnt, dass meine Frundin Kinderpflegein ist, die ihren Job wirklich gut macht. Sie setzt sich immer für Außenseiter im KiGa ein.

Dass bei euch die Lehrer sich um diese familie gekümmert haben, das würde ich mir ja wünschen. Aber von unserer Schule kommt da nix. Ich meine sie könnten es doch wenigstens versuchen und nicht immer schulerzuckend alles hinnehmen, bis das Kind endgültig in den Brunnen gefallen ist, oder? Ich versuch es ja auch.

Fanni

P.S.

Das Schreiben hier hilft mir sehr meine Gedanken zu ordnen. Hätte ich früher nicht geglaubt, das ein Forum richtig Lebenshilfe bieten kann :D
Herzliche Grüße von Fanni

Offline mary

  • in memoriam
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 9686
  • Geschlecht: Weiblich
  • Baeuerin - Beruf mit Herz
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #117 am: 26.01.07, 15:56 »
Hallo Fanni,
da hast du eine schwierige Aufgabe vor dir. Es gibt Lehrer/innen, die sich sehr für die Schüler einsetzen, leider sind sie nicht gerade in Massen vorhanden.
Nach deiner Schilderung kommt deine Freundin mit dem Jungen nicht mehr klar- oder sehe ich das verkehrt?
Ich war bei unseren in Richtung Hausaufgaben und üben auch ziemlich dahinter, aber irgendwann wollten sie davon nichts mehr wissen- und haben sich selbst auf den Hosenboden gesetzt.
Ausgerechnet in dieser schwierigen Altersphase ist es nicht ganz einfach, ihnen überhaupt helfen zu können oder zu dürfen.
Kann mich noch gut erinnern, dass mir ein Buch eines Lehrers, der die Techniken des Lernens sehr gut beschrieben hat, so gut gefallen hat-
ich wollte ihnen diese Techniken nahebringen,
das Buch ist mir um die Ohren geflogen ???,
aber komischerweise stand es dann mit vielen Gebrauchsspuren in ihrem Bücherregal.
Vielleicht fehlt bei dem Jungen auch der Einfluss des Vaters, irgendwie kommt es mir so vor, als würden da viele Probleme zusammenkommen.
Ich schick dir per KM eine Buchbeschreibung, schau dir das einfach mal an.
Herzliche Grüsse
maria

aymankatze

  • Gast
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #118 am: 26.01.07, 17:19 »
Hallo Fanni,
dein Engagement für das Kind finde ich bemerkenswert und gleichzeitig kommt bei mir deine Wut und deine Hilflosigkeit an. Die Grenzen, des Helfenkönnens, erkennen müssen,die scheinbare Untätigkeit der Lehrer und das Mauern der Freundin, ertragen müssen, lassen dich außer Atem kommen. Ich mache mir Gedanken über eine Frau die sich, so sieht es aus, hauptsächlich um ihre Katzen kümmert. Weißt du, was die Katzen für sie bedeuten? Wobei sie ihr helfen? Weshalb Katzen? Wie sieht es mit vertrauensvollen Freundschaften aus? Weißt du was hinter dem " da soll er selber drauf kommen" steckt? Weißt du, was sie braucht, damit sie auf das Kind zugehen kann? Meine Fragen hören sich vielleicht etwas merkwürdig an, und doch glaube ich, daß mit Druck, von welcher Seite auch immer, nicht viel auszurichten ist und wenn wahrscheinlich nur kurzfristig. Sie braucht Hilfe, einen Menschen, der sie mitsamt ihren Katzen versucht zu verstehen und sie nicht abwertet.
Gruß Aymankatze

Offline fanni

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 4724
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Probleme in der Schule?
« Antwort #119 am: 26.01.07, 18:05 »
Hallo du liebe Katzenfreundin aymankatze,
 

gut beobachtet
das mit dieser übertriebenen Liebe zu den Katzen kam erst so die letzten 2 Jahre, vorher waren viele Enttäuschungen. Jetzt glaub ich eher es ist ein Schutz. Vielleicht eine Traumwelt, oder so, aber davon hat der Junge nix.

Keine Angst ich lass mich da nicht mehr so neiziehen, das war vor 2 Jahren mehr. Jetzt geht es mir eher darum mich mit mehr Leuten auszutauschen, die mich hier weiterbringen, was auch geschieht.

Fanni
Herzliche Grüße von Fanni