Autor Thema: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft  (Gelesen 18402 mal)

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Mathilde

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #15 am: 13.01.10, 13:52 »
hallo müllerin,

wir haben gestern 2 bullen weggebracht und da hatten die schon diese neuen vieheinkaufsbelege. man muss ja auch den  ??? ta eintragen. ich finds jedenfalls total überflüssig  >:(
@naima: da hätten wir uns wohl schon früher mal regen sollen

lg mathilde

Offline ELLI47

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #16 am: 13.01.10, 13:58 »
Hallo
Diesen Zettel brachte unser Viehändler uns mitte Dezember mit.
Muß bei jeder Lieferung ausgefüllt mit geschickt werden,ab den 1.1 .

Habe ihn nun schon kopiert,damit immer einer da ist.
lg Elli
Liebe Grüsse aus Schleswig-Holstein
    
        Elli

Mathilde

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #17 am: 13.01.10, 16:11 »
hallo,

genau wie gammi schrieb: wer hat denn die verordnung auf den weg gebracht?
Damals hätten wir reagieren müssen und mit verlaub gesagt da und zwar genau da wünsche ich mir unsere verbände.
nicht  damit sich die nur für uns einsetzen sondern dass die uns auch über fristen von stellungnahmen informieren.
nehmen wir mal beate und die wasserrahmenrichtlinie, zumindest wir im bt können da nicht sagen dass wir davon nichts gewusst haben - sie hat uns informiert.

lg mathilde

Online gammi

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #18 am: 13.01.10, 17:13 »

Das stimmt so nicht ganz.
Du kannst auch ein Tier abliefern, dessen Wartezeit innerhalb der letzten 7 Tage erst ablief, musst es aber dann dokumentieren.


...und warum muß man das machen? WEnn die Wartezeit vorbei ist, dann ist sie vorbei. Für mich Punkt aus Ende. Ich hab es im Bestandsbuch dokmentiert!

Ärgerlich macht es mich, wenn ich dann dagegen sehe wieviel im humanen Bereich Antibiotika eingenommen wird.
Enjoy the little things

Offline muellerin

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #19 am: 14.01.10, 07:46 »
@Mathilde,

die EU-Verordnung, auf die diese nationale Umsetzung zurückzuführen ist, wurde 2004 verabschiedet. Sie ist noch ein Resultat der Geschehnisse um BSE und auch der rot-grünen Ära.
Die Verbände haben sich schon dagegen gewehrt, aber man kann nicht alles abwenden, und schon gar nicht unter diesen Vorzeichen.

@gammi,

wenn die Wartezeit innerhalb dieser 7 Tage erst zu Ende ging,besteht aus Sicht mancher Tierärzte trotzdem noch ein Restrisiko, dem man gegebenenfalls nachgehen könnte.
Ist aus meiner Sicht auch Blödsinn.
Aber ich habe im Zusammenhang mit unserem Sonderprogramm für Artgerechtere Tierhaltung hier in MV die Denke einiger Tierärzte mitbekommen. Da graust es mich! Die sind fernab der Realitäten! Da hat der BV zum Glück noch einige Dinge abbiegen können.

Mit den Medikamenten in der Humanmedizin hast Du völlig recht!


Gruß
Müllerin

Mathilde

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #20 am: 14.01.10, 15:00 »
Hallo gammi,

wenn Du ein tier während der wartezeit ablieferst dann ist das "vorsatz" , danach bist du bis jetzt auf der sicheren seite gewesen. kann nämlich wirklich mal vorkommen dass trotz einhalten der wartezeit in der niere noch was reagiert aber im restl. schlachtkörper nicht. wir hatten da mal eine amtsvet. kontrolle noch vor BSE aber gleich nach einführung des bestandsbuch medikamente. Gott sei dank hatte der ta nur dieses tier behandelt und der behandlungsbeleg und alles haben gestimmt..........wenn nicht dann wärs ein verfahren wegen vorsatz geworden.
also immer gut aufpassen. mache bei orbenin ts auch generell eine hemmstoffprobe vor die milch in den tank kommt und da kann man manchmal sein blaues wunder erleben.
das immer vergessen wird dass wir auch verbraucher sind .........ich pass da schon auf und geb freiwillig noch was auf die wartezeit dazu brauch ich keine verordnung  >:(

lg mathilde

Mäuschen

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #21 am: 17.01.10, 20:39 »
Mich stören nicht nur die 7 Tage zusätzlich zur Wartezeit, sondern auch, dass der Landwirt auch angibt,(bzw. angeben muss) keine relevanten Informationen über den Gesundheitszustand des Tierbestandes etc.... zu haben.
Was bedeutet das? Ist das sorgfältig geführte Medikamentenbuch keine relevante Information? Habe bei den verschiedensten Ämtern (auch Veterinäramt) nachgehakt und ganz unterschiedliche Antworten erhalten, wie es zu händeln ist, und gerade die unterschiedlichen Antworten machen mich sehr stutzig.
Möchte auf keinen Fall päpstlicher als der Papst sein und wir Bauern leiden ja unter der Wulst von immer neuen Verordnungen und Aufschreibungen, aber ich habe da so meine Bedenken.
Wenn ich mein Schlachtvieh zum Schlachthof bringe, kann doch der eine Tierarzt die "relevante Information" so auslegen und ein anderer wieder anders und die Landwirte sollen da nicht ins Hintertreffen kommen. :P
Ich bin dafür, dass dieses Passus ganz gestrichen wird, wenn er nicht klar definiert werden kann. :D

Offline martina

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #22 am: 17.07.24, 10:37 »
Eigentlich sollte ja Bürokratie abgebaut werden, aber:

Stoffstrombilanz
Unser Landvolk schreibt dazu in einer Infomail
Zitat
Bei einer Stoffstrombilanz werden die Nährstoffmengen an Stickstoff (N) und Phosphat (P2O5) die der Betrieb aufnimmt bzw. die den Betrieb verlassen bilanziert.

Nährstoffmengen die innerhalb des Betriebs verbleiben, z.B. Getreide aus eigner Ernte, welches an das eigene Vieh verfüttert wird, müssen nicht dokumentiert werden.

Im dreijährigen betrieblichen Mittel dürfen Landwirtschaftliche Betriebe den Bilanzwert von 175 kg N/ha nicht überschreiten. Die Stoffstrombilanz für Phosphor muss vorliegen, das Saldo wird jedoch nicht bewertet...
Wozu machen wir Düngebilanzen und Düngebedarfsberechnungen? Da werden diese Angaben doch auch alle erfasst?


Erntegutbescheinigung im Auftrag der Saatguttreuhand durch die Landhändler


Haltungsformmeldung für Schweinemäster ab 1. August


Man fragt sich wirklich, was noch alles kommen soll und wird. Ab 2025 die E-Rechnung macht die Büroarbeit für viele auch  nicht einfacher, denke ich.

Online Lexie

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #23 am: 17.07.24, 13:29 »
ja, das frag ich mich auch.
wir stellen gerade um auf elektronisch, was soll ich sagen, funktioniert teils teils.

wenn es keiner macht, was passiert dann??????????
wir haben aktuell gar niemand der Stoffstrombilanz erstellt, der einzige fähige Mitarbeiter, den unser MR hatte, ist gegangen.
wenn Kontrolle kommt, verweis ich auf MR

Online Marina

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #24 am: 17.07.24, 16:42 »
Mein Mann hat heute beim Lagerhaus gefragt, wie das mit der Getreideanlieferung ist.
Man muss drei verschiedene Zettel ausfüllen. Jeden Tag, wenn man was bringt  :P Ja gehts noch  :o

Offline klara

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #25 am: 31.03.26, 23:31 »
Hallo,
 Gestern abend hatten wir von Bekannten besuch,die mit Landwirtschaft wenig zu tun haben.Da hatten wir´s dann auch von Bürokratie...z. B. der gemeinsame Antrag..Mein Mann erzält von Schlag... ???.Was ist das? Dann ,was man da alles dazu ausfüllen darf/muss.... der neue Computeraufschrieb zwecks Pflanzenschutz....denen hat der Kopf geschwirrt. Ich nenn das Bürokratieaufbau.
Landwirtschaft ist nichtmehr das, was es mal war :'(.
LG Klara
Carpe diem,nutze den Tag

Offline Geyer

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Re: Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
« Antwort #26 am: Heute um 02:13 »
Da kann ich Klara nur zustimmen. Wenn man einem Außenstehenden mal erklärt, was heute alles an Anträgen, Meldungen und Dokumentation dranhängt, dann merkt man erst, wie verrückt das geworden ist. Am schlimmsten finde ich, dass dieselben Daten oft mehrfach irgendwo eingetragen werden müssen und am Ende keiner sagen kann, wofür es wirklich gut sein soll.