Bäuerinnentreff

Neue Energien => Der Landwirt als Energiewirt => Thema gestartet von: Gislinde am 15.02.09, 20:03

Titel: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Gislinde am 15.02.09, 20:03
Von der Firma habe ich noch nichts gehört,
aber im Internet gefunden, eher nur ältere Einträge:
GAMESA CORPORATION TECNOLOGICA S.A.
Gamesa S.A. ist weltweit der drittgrößte Hersteller von Windkraftturbinen.


http://www.windmesse.de/b2b/welcome.html

http://windmesse.de/gamesa/

http://www.iwr.de/news.php?id=10289

http://www.iwr.de/news.php?id=9306
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: frankenpower41 am 18.02.09, 15:34
Hallo

Ich hab da mal eine Frage.
Wie sieht es denn bei Euch mit Widerstand gegen Windkraftanlagen aus.
Wenn ich bei uns heut wieder die Zeitung aufschlag, dann ist eine halbe Seite drin. (war schon öfters, immer wenn wo eines gebaut werden soll, laufen die Anwohner Sturm).
Das gleiche gilt bei Photovoltaikanlagen. (wir bekommen jetzt ja wahrscheinlich eine direkt neben unserem Hof).
Biogas Anlagen Anlieger ist es genauso.
Jeder schreit, dass wir alternative Energien brauchen, aber bitte, bitte nicht direkt bei uns.
Da kommt dann oft noch das Argument (das find ich dann mit am schlimmsten) es sieht ja nicht schön aus.
Stimmt sicher, aber den Strom brauchen wir halt auch und irgendwie wollen wir (der Staat) sich ja unabhängig machen. 

Marianne
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: renerl am 24.03.09, 09:15
Hallo Morle

Es gibt Kleinwindanlage der Firma "Gan Wind". Stand mal was in der Fachpresse. Hat uns sehr interessiert. Da für Windstrom die Einspeisevergütung nicht so hoch ist, bieten die ihre Anlagen zur Eigenstromversorgung an. Diese Anlagen haben die Flügel anders als die normalen, sehen aus wie zwei aufgeschnittene Fässer (kannst ja mal bei Google schaun) und müssen auch bei stärkeren Windstärken nicht abgeschaltet werden, laufen auch bei relativ wenig Wind noch. Eine Anlage die für uns interessant schien bringt im Jahr ca. 50.000 - 60.000 KWh und kostet ohne Anschluss etwa 100.000 €. Keine Ausweisung im Flächennutzungsplan erforderlich, kaum Theater mit Genehmigungen, weil die Anlage höchstens 20 m hoch sind.
LG Renerl
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: LunaR am 25.10.11, 16:04
Hallo,

passst nicht ganz hier rein, will aber kein neues Thema aufmachen. Ein Beitrag über ein neues Pilotprogramm als erstes Hybridkraftwerk, dass Windenergie "haltbar" macht zu späteren Umsetzung in Strom. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hybrid102.html (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hybrid102.html)

Luna
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Friese am 29.10.11, 10:07
Hallo,

mein Bruder wohnt in einer recht windreichen Lage in Niederbayern. Auf der Ostbayernschau wurde das Windrad Leonardo für das Hausdach vorgestellt, hat jemand schon Erfahrungen damit, es soll ja extrem leise sein?

Pfiad eich, Marten
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Gabriel am 04.01.12, 19:06
Hallo,

gerade bei uns in Bayern wurden gerade viele neue Gebiete für Windkraft "zugelassen" ( http://www.oekostromanbieter.org/oekostromanbieter-blog/106-windkraft-in-bayern.html ).

Kennt jemand die genauen Gebiete? Hab leider nichts dazu gefunden. Wär wirklich interessant für mich..

Viele Grüße
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: frankenpower41 am 04.01.12, 20:33
Hallo  Gabriel

Da erkundigst Du Dich am Besten mal bei Eurem Landratsamt.
Die Genehmigung erteilt letzendlich wohl das Landratsamt. DA sind etliche Gutachten nötig bis mal Genehmigung erteilt wird. Bei uns wurden vor ein paar Jahren mal Zonen ausgewiesen wo evtl. gebaut werden darf.
im Zuge der Energiewende wird sich da aber sicher einiges ändern. Bisher war es so, dass z.B. in Naturparks (da gibts ja etliche) keine Anlagen gebaut werden durften, das soll sich aber wohl ändern.

Bei uns hier stehen etliche Bürgerwindanlagen. Wenn ich hinter unserem Stall steh, seh ich nachts bei guter Sicht inzwischen fast 20 Windräder blinken. Wenn ich im Wohnzimmer sitz und es ist dunkel blinken abend 2 Windräder herein.

Marianne
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Gitta am 27.01.12, 12:56
wer interesse hat kann mal unter folgenden internetadresse nachschauen:

http://www.iwr.de/wind/raum/genehm030801.html


tja zu den preisvorstellung brodelt auch bei uns die gerüchteküche.

in der nähe unseres wohnortes kommen auch zwei WEA.
ich hab mich bei einer mitarbeiterin der buchstelle informiert, was ein grundstückseigentümer
bei den bau einer WEA auf seinem grundstück erhalten kann. in der regel so um 18 000 bis 20 000€ pro jahr und pro
instalierte MW. aber die dame sagte gleich, das einkommen wird mit einer sehr hohen steuerlast belegt. das heißt, der staat kassiert kräftig mit ab.
knapp die hälfte bleibt dem eigentümer in der tasche und es gibt noch einen nicht ganz ohne, pferdefuß.

das gelände ist in ihrem ursprungszustand nach abbau der WEA zu bringen und das kann und wird ins geld gehen. normalerweise übernimmt den
rückbau die Betreibergesellschaft, aber was machst du als eigentümer, wenn diese firma pleite ist und der neue firmeneigentümer (falls es einen gibt) übernimmt keine garantie oder rückbau?
dann bist du dran, dann ist/kann das momentan lockente geld weg (zig tonnen beton müßen raus, das loch aufgefüllt und neu bepflanzt werden) sein.

einen weiteren steuer- und rechtlichen aspekt möchte ich noch sagen, wenn einer einen solchen vertrag unterschreibt, sollte das einfließende
geld nie auf das betriebskonto laufen, solche langfristigen angelegenheiten sollten immer in eine seperat gegründete Firma (GBR) laufen, damit bei konkurs der WEA der landwirtschaftliche betrieb und das Eigenheim nicht betroffen sind.

ansonsten immer rechtlichen und steuerrechtlichen rat einholen und ruhig die ein oder andere verhandlung mit den betreibergesellschaften platzen lassen. die firmen kommen schon wieder, die wollen diese platz unter vertrag, bzw vorvertrag.

wer einen vorvertrag macht, kann mit der betreiberfirma monatliche kleineren pachtzahlungen vereinbaren, bis die WEA in Betrieb ist und der eigentliche Vertrag dann in kraft tritt. Hintergrund: die Betreiberfirma ist bedacht zusammen mit den Kommunnen möglich schnell den Bau um zu setzen und trödelt nicht, sie hat ja schon das Gründstück unter vertrag, da kommt keiner mehr ran.


gitta
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: doretchen am 27.01.12, 19:13
Gitta, dieser rechtliche Aspekt ist ganz wichtig. Ein Landwirt haftet normalerweise für seine Entscheidungen. Aber hier würde er haften für Fehlentscheidungen anderer. Von daher sollte man das im Vorfeld verhindern.
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Katharina am 27.01.12, 22:39
normalerweise übernimmt den
rückbau die Betreibergesellschaft, aber was machst du als eigentümer, wenn diese firma pleite ist und der neue firmeneigentümer (falls es einen gibt) übernimmt keine garantie oder rückbau?
dann bist du dran, dann ist/kann das momentan lockente geld weg (zig tonnen beton müßen raus, das loch aufgefüllt und neu bepflanzt werden) sein.


Bei uns berät der Bauernverband die Bauern. Hier gab es auch eine Kleingedrucktes, welches die Bauern in Fallen locken konnte.
Hier werden nur noch Verträge unterschrieben, bei denen die Vertreiberfirma eine Versicherung abschließt für den Fall des Rückbaus.
So sind die Landwirte aus dem Schneider.

Da in unserem Kreisgebiet einige Windparks gebaut werden, hat sich unser Bauernverband dementsprechend schlau gemacht und berät wirklich gut.

Stimmt das mit der hohen Steuerlast wirklich? Oder ist es so, dass durch diese Mehreinnahmen der Steuersatz steigt?

Wir haben zum Glück - oder auch nicht? - nichts damit zu tun.
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: doretchen am 28.01.12, 08:05
Ohne juristisch-rechtliche Begleitung würde ich in dieser Materie keinen Schritt tun.
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Jochen am 28.01.12, 13:44
Bei uns berät der Bauernverband die Bauern. Hier gab es auch eine Kleingedrucktes, welches die Bauern in Fallen locken konnte.
Hier werden nur noch Verträge unterschrieben, bei denen die Vertreiberfirma eine Versicherung abschließt für den Fall des Rückbaus.
So sind die Landwirte aus dem Schneider.

Da in unserem Kreisgebiet einige Windparks gebaut werden, hat sich unser Bauernverband dementsprechend schlau gemacht und berät wirklich gut.


Na da kann man ja auf die Stellungsnahmen von AbL-Seite gespannt sein..
Die konstruieren daraus eine Kungelei zwischen Bauernverband und Energieunternehmen und Versicherungen..
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: strop am 31.01.12, 12:16
Betreibergesellschaften wollen gern im Vorfeld schon die Unterschriften der Grundstückseigentümer haben, oft steht dann noch nicht einmal fest, ob eine WEA entsteht oder nicht. So sind ihnen die Flächen sicher, die Konditionen auch. Bis zum Bau vergehen manchmal noch Jahre.
Als Grundstückseigentümer sollte man sich Gedanken machen, vielleicht selber eine Anlage zu bauen, bzw. in Kooperation. Die Pacht bleibt einem in jedem Fall, ob man mit Summe x einsteigt, oder sich später daraus zurückzieht.
Anhand von Berechnungen in Fachzeitschriften (z.B. TOPagrar, Land und Forst) kann man sich informieren, wie das läuft, uninteressant ist es nicht.
Aktuell hoffe ich gerade darauf, dass eine unserer Flächen in den Flächenplan für einen Windpark kommt, das wäre eine gute "Fruchtfolge"  :).
Das Bürgerwindparkmodell ist auch interessant. In jedem Fall birgt die ganze Sache auch Risiken, und es gibt "schwarze Schafe" in der Branche, man muss sich sehr informieren und schauen, wem man sein Vertrauen/seine Unterschrift gibt.
strop
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Gitta am 02.02.12, 11:08
hallo katharina,

stimmt du hast recht, der steuersatz steigt durch die mehreinnahmen und der kann natürlich bei bis zu 40% liegen.

sorry

aber das thema ist so komplex, dass es ohne rechtlichen und steuerlichen berater gar nicht geht, bzw sich jemand schwer tut.

gitta
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Clara am 15.02.13, 17:57
Nabend Zusammen,

bei uns in SH sollen neuen Windkraftflächen ausgewiesen werden.
Derzeit versucht die Firma Gamesa sich Flächen hier in der Gegend zu sichern.
Kaum einer hier hat bisher von dieser Firma gehört.
Mich würde nun mal interessieren, ob wer von Euch Anlagen dieser Firma kennt, die in Betrieb sind, und wie zuverlässig diese laufen.

Außerdem kursieren hier die unterschiedlichsten Preisvorstellungen, einmal für die Landwirte, die die Anlagen auf die Flächen bekommen sollen, und dann natürlich für die Flächenanlieger, die hier mit ganz billigen Baulastenverträgen ( einmalig) abgespeist werden sollen. ;)

Auch die zeitlichen Bindungen an diese Verträge streuen sehr, von 5 Jahren bis 30 Jahre ist alles vertreten. :-\

Über Infos würde ich mich sehr freuen, denn wenn erst alle unterschrieben haben, sind sie halt teilweise bis zu dreißig Jahre gebunden.... :-X




Karen,

das wichtigste in der Frage ist, wie ist der Stand von Seiten des Landesverwaltungsamtes- sprich, wann kann wirklich gebaut werden?

In Thueringen gibt es aktuell auch diverse Planungen von Seiten der Windkraftanlagenbauer... Hier ist das Modell ein Flächenpool und dann ist es auch so, dass sie sich schon jetzt eine Dienstbarkeit im Grundbuch versuchen sichern zu lassen.

Guten Abend,

Anja
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Clara am 15.02.13, 18:01
hallo katharina,

stimmt du hast recht, der steuersatz steigt durch die mehreinnahmen und der kann natürlich bei bis zu 40% liegen.

sorry

gitta

Gitta,

die Mehreinnahmen müssen allerdings auch WIRKLICH gemacht werden.

Guten Abend,

Anja
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Irmgard3 am 15.02.13, 19:17
Bei uns versuchen auch 2 Firmen, eine Betreibergesellschaft und eine Anlagenbaufirma (energiekontor,  Bremen) sich Flächen zu sichern.

Der Bau, wenn überhaupt würde etwa in 4 Jahren realisiert, bis dahin wollen sie sich Flächen sichern, aber nichts bezahlen.

Ich traue ehrlich gesagt dem Bauernverband auch nicht ganz, ob er wirklich unabhängig berät. Hatte so den Eindruck in einem Gespräch, aber bitte ich kann ihm auch unrecht tun.

Zur Zeit, solange weder fest steht wer noch  wo bauen kann, will, unterschreibe ich nichts.
Es wird ja eine Grundlast auf die Fläche eingetragen, auf der das Windrad zu stehen kommt. Das ist nicht ohne Risiko.
Wie seht ihr das? Wollt ihr so ein Teil auf eurer Parzelle?
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Clara am 15.02.13, 19:22
Aktuell hoffe ich gerade darauf, dass eine unserer Flächen in den Flächenplan für einen Windpark kommt, das wäre eine gute "Fruchtfolge"  :).
strop

Strop,

wenn  sich deien Aussage auf den monetären Ertrag bezieht, KANN es so sein.

Aus ackerbaulicher Sicht kannst du dir sicher sein, dass du einige Einschränkungen über dich ergehen lassen musst... Dinge wie verspätete Aussaat, Einschränkungen bei allen Dünge- und Pflegemassnahmen und Ernte während der Bauphase. Im Anschluss ist das angrenzende Ackerland auch nicht mehr so leistungsfähig wie zuvor durch den Abtrag der Bodenschichten bzw. durch die Vermischungen der fruchtbaren mit den unfruchtbareren Bodenschichten, die sich zwangsläufig aus den Baumassnahmen ergeben.  Also diese Flächen brauchen dann etwas mehr und einen anderen Augenmerk in der Bewirtschaftung.

Guten Abend,

Anja
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: Clara am 15.02.13, 19:29
Irmgard,

das ganze nennt sich konkret Eintrag einer Dienstbarkeit im Grundbuch... und bedeutet für den Eigentümer einige Einschränkungen in SEINEM Nutzungsrecht. Das kostet auch Geld.

Mehr dazu bpw. hier: http://www.rechtslexikon-online.de/Dienstbarkeit.html oder auch hier: http://www.privatimmobilien.de/glossar/dienstbarkeit.html

Guten Abend,

Anja
Titel: Re: Re: Windkraft und ihre Verträge
Beitrag von: strop am 15.02.13, 21:06
@Irmgard3: Ist denn das Eignungsgebiet im Flächennutzungsplan der Gemeinde oder im Raumordnungsplan der Kreisverwaltung schon ausgewiesen oder festgelegt? Du hast Recht, mit der Unterschrift - einmal gegeben - bindet man sich an einen Vertrag, u.U. für lange Zeit. Die Firma Energie-Kontor Bremen ist mir auch bekannt. Mich wundert, dass "nur" 2  Firmen bei Euch Verträge machen wollen. Es gibt so viele am Markt.
@Clara: es sind viele Dinge zu berücksichtigen, Recht hast Du. Dafür hat man ja als Eigentümer einer Fläche die Möglichkeit, diese Dinge in die Verhandlung für einen Vertrag einfließen zu lassen, d.h. sie sich entschädigen zu lassen. Das läßt sich alles ausrechnen.
Man darf auch nicht unterschätzen, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung nicht überall mehr gegeben ist.
Und wie mag die politische Seite in 3 oder 4 Jahren aussehen, wie sicher ist dann die Einspeisevergütung?
LG, strop