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der alte Hund und seine Zipperlein

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SiegiKam:
Hallo, wir haben drei Hunde. Beim kleinsten, so etwa ein größerer Dackel mit einem Jagdhund hineingemixt, kennen wir das Alter nicht, denn er ist aus einem Tierheim. So grob überschlagen schätzen wir ihn auf ca. 15 Jahre. Er war noch nie krank, ist aber jetzt fast immer im Haus und schläft viel und hat ab und an grobe Blähungen  >:(, ist wohl normal bei alten Tieren  ::). Gestern hat er uns arg erschreckt. Es gab in den letzten Tagen zwei mal große Pfützen auf den Fliesen, die wie Wasser waren und wir konnten die keinem Hund zuordnen. Gestern abend aber hören wir hohe Schreie, ganz seltsam und gruselig. Dem nachgegangen stehen wir vor unserem alten Hund, der in den Flur eine Riesenpfütze gesetzt hatte, ins Körbchen gekotet und uriniert hatte und schreiend im Büro herumfiel. GG hat ihn beruhigt, ich habe alles weggeputzt und innerhalb von zehn Minuten stand er wieder auf den Beinen, schaute ein wenig verdattert und torkelte in den Garten. Eine Stunde später konnte er wieder richtig laufen und war dauernd unterwegs. Ich habe mich zu ihm ins Büro gesetzt, er gab keine Ruhe, zupfte an meiner Kleidung, lief hierhin und dorthin, kam wieder, zupfte mich. Ich ließ ihn mehrmals raus, aber kaum drinnen begann er wieder rumzurennen. Irgendwann war er total erschöpft und schlief ein. Heute verfolgt er uns auf Schritt und Tritt, so kennen wir ihn gar nicht. Es scheint, als spüre er eine Veränderung an sich, mit der er nicht alleine sein will. Ach ja, er ist schon einige Zeit ziemlich taub, man muss ihm Zeichen geben, damit er uns versteht, oder laut schreien, aber das ist nicht so der Hit, das kommt auch gleich böse rüber. Wir hatten schon einige Zeit den Verdacht, dass er eine Demenz hat, wenn es sowas bei Hunden gibt, denn er benahm sich in den letzten Monaten sehr seltsam. Er riss Kleidung von der Garderobe, wenn er zum Füße trocknen in den Flur eingesperrt wurde, zerrte Schuhe aus dem Schuhregal, von oben, über seiner Kopfhöhe, zerbiss sie aber nicht. Heute habe ich in einem Regal eine total zerfetzte Schachtel gefunden, wo wir Kleiderbügel drin aufbewahrten. Was ist bloß in den Hund gefahren, kennt ihr solches Verhalten?

Siegi

Jacky:
Also ich würd mit ihm zum Tierarzt gehen für mich hört es sich so an als hätte er einen kleinen Schlaganfall gehabt. Er hat vor Schmerzen geschrien. Das unkontrollierte Urinieren und Koten würde auch dafür sprechen. Auch das torkeln in den Garten. Er verfolgt euch, weil ihm das alles Angst eingejagt hat, er will nicht alleine sein.

Aber ich würd das schon vom Tierarzt abklären lassen...natürlich kann ein Hund Demenz haben, aber so wie ich das sehe, gibt es für sein Verhalten eher einen akuten Grund.

mary:
Hallo Siegi,
manches ist mir bekannt, Lackerl und Häuferl wegputzen, massive Blähungen und am Schluss half auch kein Schmerzmittel mehr.
Wir haben uns die Entscheidung, den Hund einzuschläfern nicht leicht gemacht, aber nachdem er nicht mehr selbst aufstehen konnte und einer Nacht, die der Hund vor lauter Schmerzen trotz ständiger  Schmerzmittelgabe und Behandlung des TA durchgewinsel hatte- war uns klar, dass es so nicht mehr weitergehen kann.
Muss immer noch mit den Tränen kämpfen, wenn ich an unseren Hund denke und zum Glück lenkt mich ein temperamentvolles schwarzes junges Fellbündel ab.
Ob es sich bei eurem Hund um Demenz handelt???, bei uns wars wars anderes.
Herzliche Grüsse
maria

SiegiKam:
Was soll der Tierarzt sehen? Der Kerl ist seit heute früh aktiv hinter uns her wie ein Top-Bodyguard. Als wir mit den andern beiden Hunden heute weg waren (er selbst schafft keine langen Spaziergänge mehr) hat er in der Wohnstube die Bank abgeräumt, eine zwei Meter lange Sitzauflage auf den Boden gezerrt und sich anschließend in der Speis auf einer Tüte Altpapier niedergelassen. So aktiv wie seit heute morgen war er schon viele Monate nicht mehr, was soll der Tierarzt da machen, Aufbauspritzen? Er frisst und trinkt, hebt das Bein so hoch beim Pinkeln, dass sich jeder alte Hund freuen würde über so viel Gelenkigkeit. Man sieht ihm nicht an, was gestern abend los war. Ich finde er ist zu alt um durch mehrere Untersuchungen in einer Tierklinik geschleust zu werden, er ist ja bei uns zuhause schon so von der Rolle. Ach ja, gestern etwa zwei Stunden vor seinem Anfall hab ich ihm verboten in die Körbe der großen Hunde zu gehen, hat ihn das so aus dem Gleis geworfen? Heute schleicht er um die Körbe rum und versucht es immer wieder, aber er hat ja sein eigenes. Er ist immer schon ziemlich schnell verunsichert, als er zu uns kam hat er jede Biene, jeden Schmetterling verbellt und immer den Kopf eingezogen, wenn jemand ihn streicheln wollte. Das ist in den Jahren viel besser geworden, aber in Krisensituationen ist er schnell im Stress. Jetzt schaun wir mal, wie es ihm morgen geht.

Siegi

SiegiKam:
Seither war unser Hund wieder ganz normal. Hab nachgeschaut, wir bekamen ihn 2000 aus dem Tierheim, wie alt er da war, wusste keiner, aber vielleicht ein paar Jahre. Geht schon so hin mit 15 Jahren. Wir konnten ihn wieder im Büro schlafen lassen, sein nächtlicher Zerstörungsdrang hat sich gelegt, er schläft immer viel, wenn er rausgeht ist er aber putzmunter. Vorgestern hatte er einen ziemlich schlimmen Anfall, wir waren bei ihm als der Anfall ganz plötzlich kam, haben ihm gut zugeredet. Danach war er etwas wacklig und verfolgte uns überall hin. Gestern hatte er noch einmal einen Anfall aber wesentlich kürzer und nicht soo schlimm. Heute ist mir aufgefallen, dass ihm einmal die Hinterfüße weggerutscht sind beim gehen. Als meine Eltern heute kamen konnte er aber springen und rumhüpfen - ein Rätsel. Google sagt, dass solch epileptische Anfälle meist organische Gründe haben. Aber was soll es bringen, wenn wir erfahren, dass er irgendwo einen Tumor hat. Ich würde ihn nicht mehr operieren lassen. Hier ist er zufrieden und macht nicht den Eindruck, als hätte er Schmerzen. Er läuft Treppen rauf und runter, wie es ihm grade gefällt, fordert Leckerli und Streicheleinheiten ein, drängelt sich zum Bürsten und ist ganz viel und gern im Haus. Ich glaube nicht, dass das Schreien bei den Anfällen Schmerzensschreie sind, denn er schreit nur während des Anfalls und sonst nie, da macht er auch ins Körbchen, schaumt aus dem Maul, torkelt. Wenn er Schmerzen hätte, hätte er die doch immer wieder und nicht alle Vierteljahr einmal. Ich denke bei den Anfällen löst sich alles völlig unkontrolliert, auch das Schreien.

Siegi

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