Autor Thema: Auf welche Schule soll mein Kind?  (Gelesen 133381 mal)

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Offline sandra

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #270 am: 03.03.10, 12:31 »
Beppa,

wenn du genau gelesen hättest, dann wäre dir aufgefallen, dass meine Mutter alleinerziehend war, mit knapp 16. Sie selber hat ihren Vater mit 8 Jahren an Krebs verloren. Erziehungsurlaub gab es damals (ich bin knapp 36) noh gar nicht, nur die 8 Wochen Mutterschutz hinterher, sie hat dann noch 3 Wochen Jahresurlaub drangehängt bei mir, damit sie wenigstens 11 Wochen daheim war.
lg Sandra

Wo kämen wir denn hin, wenn alle sagen würden, wo kämen wir denn hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin man käme, wenn man ginge.

Offline Beppa

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #271 am: 03.03.10, 13:03 »
Ich meinte ja auch, dass es das damals noch nicht gab. ;)
« Letzte Änderung: 03.03.10, 13:25 von Beppa »

Offline sandra

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #272 am: 03.03.10, 13:08 »
Dann hab ich das falsch verstanden, sorry. Nix für ungut.

Ich find es nur schade, dass sie meist nicht mal die Chance kriegt, die Ausbilder von sich zu überzeugen. Aber hier bei uns ist halt schwierig, was zu kriegen, das ist auf dem ganzen Arbeitsmarkt so. Man denkt halt immer, in Bayern ist es so toll, aber leider liegen wir in der eher schwierigen Region Hochfranken... heut waren wieder 2 Absagen in der Post.
lg Sandra

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Mathilde

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #273 am: 03.03.10, 17:29 »
heut waren wieder 2 Absagen in der Post.

Hallo Sandra,

meine kam bis zum Vorstellungsgespräch wo Sie Ihr dann nahe legten sie solle sich nach dem Abi wieder bewerben.
zu Weihnachten kam dann pünktlich am 24.12. die schriftl.Absage

LG Mathilde

Offline Sasa

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #274 am: 03.03.10, 18:00 »
Unsere Älteste hat erst die integrierte Gesamtschule besucht, bis Klasse 10, dort einen sehr guten Erw. Sek. I gemacht - in Niedersachsen die Zugangsvoraussetzung für die gymnasiale Oberstufe- und dann das Fachgymnasium Oekotrophologie besucht. Diesen Schwerpunkt deshalb, weil sie schon immer gerne Köchin werden wollte, schon so lange wie ich mich erinnern kann. Ich denke auch, daß nicht nur ihre Interessen auf diesem Gebiet liegen, sondern sie auch Talent dazu besitzt. Sie hat alle ihre Schulpraktika, drei an der Zahl, in irgendeiner Küche gemacht, war im vergangenen Jahr über Pfingsten 5 Tage als Praktikantin in einem Hotel auf einer Nordseeinsel - ich wollte gerne, daß sie mal die absoluten Schattenseiten dieses Berufs sieht. Ihre Praktika waren alle eher in der Herbst-Winterzeit, da ist hier an der Küste wenig bis gar nichts los, aber im Sommer brennt die Hütte ;D... Trotzdem blieb sie bei ihrem Wunschberuf.
Die Entscheidung, nach der zehnten Klasse erstmal weiter zur Schule zu gehen, traf sie eigentlich, weil sie mit gerade 16 vielen potentiellen Arbeitgebern in der Gastronomie zu jung war (JuArbSchG), dann haben Köche meist Teildienst, dh. von 10 bis 14 Uhr und dann wieder von 17-Ende, da ist es praktisch, wenn man irgendwie mobil ist. Gut, da hätte ein Roller gereicht. Außerdem ging sie damals eigentlich auch noch gerne zur Schule, die Lehrer meinten, mit Abi hätte sie mehr Möglichkeiten und als Köchin bliebe sie weit unter ihren intellektuellen Fähigkeiten...Und ich war und bin der Meinung, sie hätte damals das nötige Durchhaltevermögen noch nicht besessen....
Schon ab Beginn von Klasse 12 merkte man meiner Tochter an, wie ungern sie zur Schule ging. Ihre Noten gingen runter- es war nicht dramatisch, sie lag zum Halbjahr von Klasse 12 bei einem Schnitt von 2,4, ihren Abschluß hat sie damals mit 1,8 gemacht. Sie hatte auch keine Probleme mit "wichtigen" Fächern, eher mit so Popelfächern wie Religion, Betriebswirtschaft, Politik....in Oekotrophologie und Fachpraxis dagegen war sie top, 15 Punkte, glatt 1.
Im November 2009 kam ein Studienberater in die Schule, der den Schülern klarmachte, wer studieren möchte, sollte einen Schnitt von 2,0 und besser haben, denn dieser Jahrgang gehört zum Doppeljahrgang G8 G9 in Niedersachsen und es sei daher mit einem Run auf die Unis zu rechnen. Außerdem möge man im Hinterkopf behalten, daß das Fachgym zwar nach 13 Jahren mit einem allgemeinen Abitur abgeschlossen wird, von den Arbeitgebern aber eher als zweite Wahl angesehen wird. Zumal mit dem Schwerpunkt "Oekotrophologie"- gilt halt immer noch als Puddingabitur.
Da stand dann für Tochter fest, ich gehe nach Klasse 12. Na gut, dachte ich als praktisch denkende Mama, dann hat sie den schulischen Teil der Fachhochschulreife. Nun schrieb sie Bewerbungen, wurde von ihrem jetzigen Ausbildungsbetrieb zum Probearbeiten eingeladen. Sie war begeistert- obwohl sie wirklich auf eine harte Probe gestellt wurde. Sie mußte, da ihr Chef Jäger ist, Hasen "abziehen" und Hirsche bzw. Rehe ausbeinen- also, ich bin echt nicht empfindlich, aber ich wäre aus der Küche geflohen ;D
Sie konnte dann zum 1.2. als Azubi anfangen. Fachabi hin oder her, sie wollte. Ich hab dann auch gesagt, ok, mach es.
Sie wurde Anfang Januar 18, wir hätten ihr eh nichts mehr verbieten können ;D
Freudestrahlend verließ sie die Schule schon mit dem Halbjahreszeugnis, verbrachte einen Monat zu Hause und erklärte anschließend, dauerarbeitslos sei nichts für sie (auch eine Erfahrung! Gegen Ende riß sie sich schon fast um die Hausarbeit, so langweilig war ihr.)
Der erste Arbeitsmonat ist rum- und bisher ist sie glücklich. Wirklich glücklich. Es scheint mir, als wenn hier ein ganz anderes Mädchen wohnt. Klar, manchmal jammert sie über die viele Spülerei - ist nun mal Azubi im ersten Jahr, die Arbeitszeiten sind nicht immer Klasse, aber sie geht mit ganz viel Elan und Begeisterung zur Arbeit. Kein Vergleich zu dem übellaunigen Gör, welches im letzten Jahr hier saß....

Mein Mann und ich sind absolut zufrieden damit, was sie macht. Aber, meine Familie, besonders mein kleinster Bruder und seine Frau. Er hat studiert, sie hat studiert ( hat übrigens vor ihrem Sozialpädagogik-Studium Hotelfachfrau gelernt!). Wir hätten ihr das verbieten sollen- ach, wenn seine Kinder in das Alter kommen, die sind jetzt 2 und 4, dann reden wir nochmal drüber!- und überhaupt, ausgerechnet Köchin- Köche hätten doch alle einen an der Waffel. Stimmt schon. Aber Madame passt da ganz gut rein, die hat so ein bißchen einen.... ;D. Und man verdient nichts. Wenn sie studiert hätte...Bla, bla...Auf ihrer Geburtstagsnachfeier bin ich dann geplatzt- meine Tochter war so glücklich mit ihrem Ausbildungsplatz, aber gerade der Onkel, an dem sie am meisten hängt, tut so, als habe sie ihr Leben vor die Wand gefahren.Lächerlich! Als wenn ein Studium immer die Eintrittskarte in ein glückliches Leben wäre....Meine Tochter hat einen super Schulabschluß, den nimmt ihr keiner mehr weg, und einen Ausbildungsplatz in ihrem Wunschberuf und auch in dem Betrieb, der ihr absoluter Favorit war. Wie viele Kids - mitsamt ihren Familien!- wären mehr als glücklich darüber!

Ich denke, meine Tochter hat das gefunden, was sie sich wünscht. Ob das immer so bleibt, weiß man nicht. Aber, man kann nie davon ausgehen, immer im erlernten Beruf zu bleiben. Momentan ist sie glücklich damit, und nun sehen wir mal weiter.

Ich sehe die 1,5 Jahre Fachgym mittlerweile nicht mehr als "verlorene Zeit" an. Persönlich ist sie wesentlich reifer geworden, und sie konnte in der Zeit herausfinden, was sie wirklich will. Ich finde, das ist viel wert. Da stört mich auch das abgebrochene 12. Schuljahr nicht mehr. Ich gehe davon aus, wenn sie ihre Ausbildung ordentlich über die Bühne bringt, wird kein Hahn mehr danach krähen....

Offline Beppa

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Re: Auf welche Schule soll mein Kind?
« Antwort #275 am: 04.03.10, 06:58 »
Bei meinem Schwesterherz war es ähnlich nur das ihre schulischen Leistungen mit jedem Jahr schlechter wurden. Nur der Berufswunsch war konstant.

Die 10. Klasse hatte sie mit etwa 3 abgeschlossen. Hätte sie auch nur noch 2 Jahre Schule machen müssen, dann hätte sie keinen Abschluß mehr geschafft. Nur bei den freiwilligen Praktikas und Ferienarbeiten konnte sie schufften bis zum umfallen.

Auch während der Ausbildung war sie wie ausgewechselt. Von 6.30 Uhr bis 18 Uhr arbeiten kein Problem. Sie hatte plötzlich gute Laune und war wesentlich genießbarer als die letzten 5 Jahre in der Schule. Sie wußte wieder warum sie jeden Morgen aufstehen sollte.

Vielen haben ihr damals versucht den Berufswunsch (Pferdewirt) auszureden wegen den schlechten Zukunftschancen. Sie hat ihre Ausbildung geschafft und seit 1 1/2 Jahren einen sehr gut bezahlten Job. Es gibt zwar immer mal Reibereien mit ihrer Chefin (deren lasche Arbeitseinstellung deckt sich nicht mit der meiner Schwester  ::)), aber im Großen und Ganzen war es denke ich mal trotzdem richtig, dass sie so sehr an ihrem Ziel festgehalten hat.
Sie ist der Typ Mensch der sich niemals mit einer Arbeit abfinden könnte die ihm keinen Spaß macht und der sie nicht fordert. Und sie ist wirklich gut in dem was sie macht. ;D

Offline martina

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