Autor Thema: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?  (Gelesen 35613 mal)

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Offline MajaTopic starter

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Ich bin traurig heute, weil ich gehört habe dass eine Freundin in ein Pflegeheim soll.
Sie ist zeitlebens sehr viel draußen beschäftigt gewesen, hat Haus und Garten gepflegt.
Ihren Mann gepflegt.
Ihre Kinder haben sich kaum gekümmert um sie, wenn sie da waren, nur immer zum Schnorren.
Jetzt wird sie leicht vergesslich bringt ab und zu was durcheinander , das kann mit 77 Jahren schon mal passieren, dass man Dinge drei viermal erzählt.
Sie weiß seit Jahren dass sie ein Anorysma im Kopf hat das sich nicht operieren lässt.
Trotzdem war sie immer im eigenen Haus, hier in unserem Ort.
Jetzt wollen ihre Kinder dass sie ins Heim in der Stadt kommt. Ihr Freundeskreis ist hier, jeder Nachbar schaut nach ihr und kümmert sich, sie weiß sich hier einfach sicher.
Die Tochter hat einen Heimplatz organisiert .
Meine Freundin ist ganz fertig , will hier nicht weg.
Sie sagt aber auch, wenn ich nicht freiwillig mitgehe lassen sie mich entmündigen. Auf die Aussage, das können die doch nicht so einfach,kam ihre Antwort.
Ach zweifel nicht dran die kriegen das fertig.
Die beste Alternative für meine Freundin wäre eine Pflegekraft im Haus, obwohl sie noch alles selber kann, halt manches vergisst.
Ich bin fix und fertig und weiß nicht wie ich da helfen kann. Soll ich gut zureden zum Heim oder den Kindern  " sozusagen den Kopf waschen".
Es hat so ein "Geschmäckle" als wollten sie schnellstmöglich die Mama abschaffen und an ihr Vermögen kommen.
wie ich meine Freundin kenn, geht die ein im Heim, wie ein Primelstock ohne Wasser.

Offline hika

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #1 am: 08.11.17, 19:30 »
oh je... das klingt aber wirklich schrecklich! DAs mit dem Entmündigen ist aber wirklich nicht einfach, am besten erkundigt sie sich selbst mal wie mal wie sie sich dagegen wehren könnte, oder?
gruß, hika

Offline martina

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #2 am: 08.11.17, 19:43 »
Ich glaube nicht, dass die Kinder mit einer Entmündigung durchkommen werden, nur weil die Mutter etwas vergesslich ist. Da muss schon mehr passieren.

Was ich mir aber gut vorstellen kann ist, dass die Kinder der Mutter damit massiv Angst machen werden, so dass sie klein bei gibt.
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Offline MajaTopic starter

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #3 am: 08.11.17, 22:23 »
Genau das sehe ich auch so wie Martina.  Ich mache mir Gedanken wie uch ihr helfen kann. Wir haben soviel zusammen getragen ich habe das Gefühl helfen zu müssen.Spreche ich ihre Kinder an, dann reagieren sie vielleicht so heftig, dass ich keinen Umgang mehr mit ihr haben kann.

Offline LuckyLucy

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #4 am: 09.11.17, 06:51 »
Maja, das ist wirklich furchtbar!

Wäre es möglich, dass sich Deine Freundin anwaltliche Hilfe sucht? Dann könnte sie gleich per Verfügung regeln, was passieren soll, wenn sie tatsächlich nicht mehr alleine durchs Leben gehen kann.

Alte Bäume soll man nicht verpflanzen, jedenfalls nicht gegen ihren eigenen Willen! Mein Großvater hat nicht mehr lange gelebt, nachdem er ins Altenheim überredet wurde.  :'(
LuckyLucy

Offline Nixe

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #5 am: 09.11.17, 07:52 »
und warum sind die Kinder gegen eine Pflegekraft im Haus? Ist das vielleicht räumlich nicht möglich? Wenn sie einerseits noch so gut drauf ist,ist das immer schwierig,Ich hab ja die Sitation von meinen Schwieva erlebt der war zwar nicht mehr so gut drauf aber bei ihm gings dann so schnell das,das auch nicht alle eingesehen haben,Pflegekraft wäre bei uns auch räumlich nicht möglich gewesen und oft akzeptieren die alten Leute keine Ausländer.Vielleicht hat man Angst das sich das Anorysma sich so schnell verschlimmern könnte und dann wäre sie von heut auf morgen ein Pflegefall und das Heim sowieso die beste Lösung?Aber du kannst sie beruhigen das mit den Entmündigen geht nicht von heut auf morgen.Wir haben für unseren Schwieva nur so eine Vollmacht beantragt weil er ja auf grund seiner Hochgradigen Demenz keine geschäftlichen Dinge mehr erledigen kann und der Anwalt gesagt hat entmündigen wäre ein sehr schwieriger Prozess und müßte oft nicht sein. Maja ich kenn ja die Kinder von deiner Freundin nicht aber oft schaut es als ausstehender ganz anders aus ? Vielleicht sind deiner Freundin auch schon Dinge passiert die nicht soo lustig waren und sie hats euch nicht erzählt?
Und das Heim kostet ja auch Geld ich weiß jetzt nicht wies in D ist aber in Österreich muß man wenn noch erspartes oder eigenens da ist alles für die Pflege aufwenden(im Jänner soll ja dieser Pflegerregress eingeführt werden und da ists dann anders)
Man steht als Angehöriger immer am schwierigsten daneben würde jetzt etwas passieren und das würde nicht so glimpflich ausgehen würde es heißen: Hätten sie doch.. wo sie eh schon gesehn hat das man sie nicht alleinlassen kann,möchte man das verhindern und gibt man sie in ein Heim ist man wieder der Böse.
Ich muß immer lachen im Heim mit einer Gruppe Damen die erzählen mir immer wie gut sie aufgehebt sind und das sie jetzt nicht mehr allein wären und versorgt sind und das das Heim gar nicht soo schlimm ist wie alle meinen ;)
Was hab ich oft für schlechtes Gewissen weil wir meinen Schwieva ins Heim getan haben,aber eigentlich sehen jetzt auch die letzte Kritiker das es das beste für ihm ist.
@Maja aber was jetzt noch ne Möglichkeit wäre.Was meint den der Hausarzt dazu? Vielleicht kann er ja für sie bei den Angehörigen ein gutes Wort einlegen das vielleicht das Pflegeheim die letzte Möglichkeit wär und das mit der Pflegekraft mal ein Versuch?

Offline Steinbock

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #6 am: 09.11.17, 08:29 »
Ich finde die Zeilen von Nixe sehr passend!

Die Wahrheit liegt sicher irgendwo zwischen dem, was Deine Freundin erzählt - und
dem, was Nixe schreibt.

Maja, könntest Du Dir vorstellen, die Betreuung für die besagte Dame zu übernehmen?
Damit wäre ihr vermutlich am besten geholfen.

So schnell geht das mit der Betreuung in D tatsächlich nicht. Und auch dann hat der
Betreuer nicht automatisch das Recht, ein Heim zu "buchen".

Elisabeth
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Offline gammi

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #7 am: 09.11.17, 09:41 »

Alte Bäume soll man nicht verpflanzen, jedenfalls nicht gegen ihren eigenen Willen! Mein Großvater hat nicht mehr lange gelebt, nachdem er ins Altenheim überredet wurde.  :'(

Diesen Satz hasse ich trotzdem. Hab mir jetzt auch zuerst überlegt ob ich es schreiben soll.

Mir hat man das zweimal schon um die Ohren gehauen................keiner kann aber  sagen ob es daheim nicht genauso gekommen wäre. Und viel fühlen sich dann sogar dort wohl und sind tatsächlich besser aufgehoben dort.

Ansonsten kann ich mich auch nur Nixe anschliessen.

Für Angehörige ist es eben schon auch eine Beruhigung - gerade wenn man auch berufstätig ist - wenn die Eltern auch versorgt sind. Ansonsten ist es nämlich auch sehr belastend wenn man ständig wie auf einer Zeitbombe sitzt. Und jedesmal wenn man weg war aufs Telefon schaut, ob nix war..............
Enjoy the little things

Offline martina

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #8 am: 09.11.17, 09:52 »
Ich hab durchaus schon von alten Leuten gehört, die gesagt haben, hätten sie gewusst, wie schön es im Heim ist, wären sie eher gegangen.

Es kommt doch immer auf den Einzelfall an.
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Offline gammi

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #9 am: 09.11.17, 10:05 »
Maja ich kann dich aber auch verstehen. Wenn das soziale Umfeld stimmt, dann kann das daheim auch gut klappen.

Iich kenn auch einen Fall, bei dem die alte Dame in ihrer Wohnung bleiben wollte, weil sie von den Nachbar gut mitbetreut wurde und in ihrer gewohnten Umgebung bleiben wollte. Obwohl sie ihre Kinder gerne zu sich genommen hätten.

Für alte Leute sind aber oft alle Veränderungen schwer - selbst wenn sie im eigenen Haus bleiben. Auch dort kostet es Überwindung eventuell ein Pflegebett im Wohnzimmer aufzustellen.
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Online frankenpower41

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #10 am: 09.11.17, 10:36 »
Wie sähe es denn mit Pflegerin aus die dort wohnt.
Ich halte das für eine gute Lösung. Ich kenne einige Familien die Frauen z.B. aus Polen hier hatten.
Wenn die Frau noch klar im Kopf ist, nur Kurzzeitgedächtnis nachlässt dann sollte sie da schon auch ein Wörtchen mitreden können.
Es stimmt schon wie Gammi schreibt, als Kind hat man besseres Gefühl und nicht immer Angst dass was passiert sein kann, aber jemanden aus seiner Umgebung reißen ist auch nicht gut. Das würde ich ohne mein Einverständnis auch nicht wollen. Zumindest beim Heimplatz sollte sie auch mitreden dürfen.
Wenn sie Nachbarn hat, die merken wenn was nicht stimmt. z.B. aufschauen ob Morgens Rollo hochgeht oder sehen dass was nicht normal ist, kann man die ja fragen ob sie sich kümmern (evtl. auch gegen Entgelt)
Wenn nicht, gibt es bestimmt in näherer Umgebung  auch Heimplatz.
Seit Jahren ist eine Bekannte von SM in Pflegeheim weiter weg, Sie ist auch vergesslich, ist noch mit ihrem Mann dorthin, vermutlich eher auf sein Betreiben. Er ist schon lange tot. Wenn die hier in der Kreisstadt wäre, da würden Nachbarn auch öfters mal kurz vorbeischauen wenn sie in der Nähe sind. Weiter weg hinfahren, das überlegt man sich schon. Es reicht ja oft schon ein kurzer Besuch damit die alte Dame merkt sie ist nicht ganz vergessen.

Maja schreibt ja, dass die Frau Angst hat ihre Kinder lassen sie entmündigen. Für ein gutes Verhältnis spricht das nicht grad.

Offline Nixe

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #11 am: 09.11.17, 13:34 »
und was mir noch einfällt : Bei meinen Schwieva war es so das er Anfangs den Vertrag noch selber unterschreiben bzw zustimmen mußte und der vierteljährlich unterschrieben werden mußte nur als er so dement war das er nimmer selbst entscheiden konnte beantragten wir den gesetzlichen Vertreter (ist was anderes als entmündigt) und mein MAnn durfte unterschreiben Manno was hat mich diese Zeit Nerven gekostet und das kurz nach meiner Krankheit wo ich eigentlich selber noch nicht 100 Prozentig war :-[

Offline MajaTopic starter

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #12 am: 09.11.17, 15:12 »
Also eure Beiträge haben erstmal mir geholfen. Danke dafür
ich hatte die Sorge als gute freundin sie in der Situation nicht alleine lassen zu können.
Ihr einfach gut beistehen,  ihr nicht evtl das Herz noch schwerer zu machen. 
Ich selbst könnte ihr nicht beistehen,dafür ist wohnsituation und meine eigene Befindlichkeit nicht gut genug.
Aber das wissen dass man nicht so schnell entmündigt werden kann ist schon sehr sehr viel.
Sie würde in ein Heim in 60 km Entfernung kommen,da ist JETZT Grade ein Platz frei.
Die eine Tochter wohnt in der nähe aber arbeitet sehr lange und mit Überstunden und hat einen freund 300km weiter weg.
Ich rechne nicht damit dass sie oft bei ihrer Mutter sein wird.
Es ist eher wie ein Befreiungsschlag für sie,sie weiss die Mutter in Versorgung und Beobachtung.
 Insofern ist sie wenigstens beruhigt. Wir werden sehen wie es sich gestaltet.
Ich hätte mir gewünscht meine Freundin hätte in ihrem Haus wohnen bleiben können, zumal sie da zwei Wohnungen hat und eine Pflegerin einziehen könnte.
« Letzte Änderung: 09.11.17, 22:08 von Maja »

Offline cara

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #13 am: 09.11.17, 16:53 »
Vielleicht kannst du deiner Freundin dann jetzt, da es ja sicher ist, in sofern helfen, als dass du sie darin bestärkst, dass ein Heim ja nicht den Untergang der Welt bedeutet. Sie hat dort andere ältere Leute, wird komplett versorgt und wenn was sein sollte, ist auch immer jemand in ihrer Nähe.
LiGrüss cara

It's a magical world, Hobbes, ol' buddy...
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Offline Bianca

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #14 am: 09.11.17, 17:13 »
Ich bin traurig heute, weil ich gehört habe dass eine Freundin in ein Pflegeheim soll.
Sie ist zeitlebens sehr viel draußen beschäftigt gewesen, hat Haus und Garten gepflegt.
Ihren Mann gepflegt.
Ihre Kinder haben sich kaum gekümmert um sie, wenn sie da waren, nur immer zum Schnorren.
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Sie weiß seit Jahren dass sie ein Anorysma im Kopf hat das sich nicht operieren lässt.
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Meine Freundin ist ganz fertig , will hier nicht weg.
Sie sagt aber auch, wenn ich nicht freiwillig mitgehe lassen sie mich entmündigen. Auf die Aussage, das können die doch nicht so einfach,kam ihre Antwort.
Ach zweifel nicht dran die kriegen das fertig.
Die beste Alternative für meine Freundin wäre eine Pflegekraft im Haus, obwohl sie noch alles selber kann, halt manches vergisst.
Ich bin fix und fertig und weiß nicht wie ich da helfen kann. Soll ich gut zureden zum Heim oder den Kindern  " sozusagen den Kopf waschen".
Es hat so ein "Geschmäckle" als wollten sie schnellstmöglich die Mama abschaffen und an ihr Vermögen kommen.
wie ich meine Freundin kenn, geht die ein im Heim, wie ein Primelstock ohne Wasser.
Wenn möglich, teile ihr bitte mit, sie möge eine Vorsorgevollmacht ausfüllen mit dem Vermerk, dass die eigenen Kinder NICHT!!! die Betreuung übernehmen sollen, sondern eine andere Vertrauensperson oder Berufsbetreuer. Vielleicht könntest Du es sogar mit jemandem zusammen?