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Probleme mit den ständigen "Besuchen" der Schwägerinnen

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Kathel:
Hallo,
ich wohne seit 4 Jahren in einer eigenen Wohnung (mit Durchgangstür) auf dem Hof meiner Schwiegereltern. Mein Mann und ich gehen beide Vollzeit arbeiten. Er führt den Hof im Nebenerwerb. Seine Eltern helfen aber dementsprechend bei den täglichen Arbeitern mit.
Meine Schwiegermutter selbst ist eine ganz liebe und nette Frau. Mein Schwiegervater ist schon älter und seine Ansichten sind oft nicht mehr auf einem modernen Stand, aber damit kann ich leben. Ein Problem habe ich jedoch mit meinen Schwägerinnen. Nr. 1 wohnt mit ihren beiden Kindern (11 und 9, eines ist noch unterwegs) drei Häuser weiter, Nr. 2 kommt jede Woche mindestens 3 Tage mit den beiden Kindern und oft noch Sonntags zu Besuch. Die Nr. 3  hat einen eigenen Hof und kommt daher eher selten. Nr. 1 geht drei Nachmittage die Woche arbeiten. An diesen Tagen sind die Kinder dann bei meinen Schwiegereltern, also auch bei uns, da wir oben im Haus wohnen. Beide Schwägerinnen parken ihre Kinder ständig bei der Oma, wenn sie arbeiten, einkaufen, zum Arzt oder nur zur Bank ne Überweisung machen müssen. Die Kinder sind also jede Woche mindestens 5 Tage plus Sonntags auf dem Hof.
Ich selbst komme erst so gegen 17 Uhr , oft noch später von einem 12 oder mehr Stundentag nach Hause. Ich würde gerne einfach mal auf  dem Balkon sitzen, und eine halbe Stunde die Sonne genießen und in RUHE ein Buch lesen. Das ist leider nicht möglich. Die Kinder sind ja ständig da. Die machen Lärm (können sie ja auch), zanken sich und alle brüllen (auch die Erwachsenen) um die Wette, statt sich normal zu unterhalten. Ich habe schon mehrmals darum gebeten, dass die Schwägerinnen sich selbst organisieren, wenn sie einkaufen gehen, und die Kinder mitnehmen können. Dann höre ich immer nur, wie anstrengend das Leben mit den Kindern ist, ich hätte ja auch gar keine Ahnung und solle mich nicht so anstellen, schließlich sei ich nur zugezogen. Der Hof sei das Zuhause von allen Schwägerinnen. Ich erwidere dann nur, dass ich dort wohne und das auch mein Zuhause ist. Aber ich habe je keine Ahnung...
Hinzu kommt, dass die Schwägerinnen nichts alleine hinkriegen: nicht einkaufen mit Kindern, Auto IMMER bei den Eltern waschen, statt zuhause. Zudem nehmen sie immer alle Leistungen in Anspruch, die man hier so kriegen kann: Kaffetrinken bei jedem Besuch, Auto waschen, Stroh für Kaninchen mitnehmen, Katzen streicheln (die MIR dann auf die Fußmatte machen, aber Schwägerinnen wollen die Katzen ja nicht mitnehmen), Kartoffeln mitnehmen für den gesamten Winter. Stimmt, ja, sie helfen einen Tag bei der Ernte, aber das Sortieren ist ja mit den Kindern sooo anstrengend. ICH sortiere dann lieber drei Tage mit den Schwiegereltern alleine. Ich habe ja keine Kinder (nehme aber extra Urlaub, wo ist es ja auch nicht). Während die Kinder in KITA und Schule sind, bleibt den Damen ja keine Zeit, mal zwei Stunden zu helfen. Was die wohl an Arbeit haben???
Eine Gegenleistung für die ganzen Vorteile, sich hier nach Lust und Laune bedienen zu können, kommt auch nicht. Es heißt stattdessen nur, mein Mann und ich hätten ja viel mehr Zeit (da keine Kinder), und auch viel mehr Geld (da nichts für Kinder draufgeht). Angemerkt sei, dass mein Mann nach seinem Vollzeitjob den Hof noch managt. Wir sehen uns in den Sommermonaten kaum, da er erst so gegen 22 Uhr ins Haus kommt. Mann der Schwägerin sitzt hingegen jeden Nachmittag nach der Arbeit gemütlich mit seiner Frau in der Sonne beim Kaffeetrinken. Das habe ich noch nie mit meinem Mann gemacht...
Aber ein eigenständiges Leben können alle nicht führen. Ständig rufen sie bei Mama an und fragen nach Hilfe, weil sie nichts alleine gemanagt kriegen. Ständig sind alle hier, damit Mama alles für sie regeln kann.
Ich selbst bin ohne Oma und Opa, die ständig da waren, aufgewachsen, meine Mutter hat alles alleine regeln müssen. Ich bin daher viel selbständiger und kann diese Abhängigkeit von Zuhause nicht verstehen.
Reden mein Mann und ich sehr vorsichtig mit allen, und versuchen klar zu machen, dass mir und auch ihm das alles ein bisschen zu viel ist, passiert nichts. Wir sind selbst immer für alle da (Silo, Babysitten, Kindergeburtstage), aber wenn wir mal in einer Notlage sind, haben alle keine Zeit wegen der Kinder.... Und ihre Meinungen, was hier wie laufen soll, können alle auch noch äußern, schließlich ist das ja ihr zuhause...

Ich bin so langsam echt frustriert. Unsere Ehe läuft auch eher schlecht, da ich nur noch genervt bin. Ständig suchen sich alle die Zückerchen raus, auf unsere Kosten. Und verstehen  will uns keiner. Mein Mann steht mir bei, aber er steht auch zwischen den Stühlen. Er versucht mit zu helfen, hat aber Angst, dass ich mich zu sehr absondere...
Wenn ich abends nach Hause komme, rede ich schon mit keinem mehr. Ich kann das Gejammer, wie viel Arbeit Kinder machen, und wie arm sie alle dran sind, dann einfach nicht ertragen. Das ist mir so Leid geworden.
Wir haben auch nur niemals eine Stunde für uns Ständig kommt jemand und will irgendwas.

Vielleicht habt ihr Tipps und Hilfen für mich??

Viele liebe Grüße,
Kathel

frankenpower41:
Hallo  Kathel

Der Hof gehört doch Deinen Schwiegereltern,oder?
Zu denen darf kommen wer will, in Deiner Wohnung ist wie ich es verstanden habe niemand und wenn Schwägerin öfters mal bei ihrer Mutter anruft, denke sie hat nicht euer Telefon, dann ist das auch nicht Deine Sache.

Ich kenne umgekehrten Fall, da kam täglich die Mutter der ST, das hat der Altenteilerin auch nicht gefallen, denn die Kinder waren fast nur bei der anderen Oma.
Ich kann verstehen, wenn Du aus ganz anderem Umfeld kommst, dass die Situation für Dich nicht einfach ist, aber wenn Du in Mietwohnung bist, kannst Du auch nichts machen, wenn Nachbarn oft Besuch haben.

LG
Marianne

Marina:
Hallo Kathel,

bitte nimm es jetzt nicht übel: kann es sein, dass du ein klitzekleines bisschen neidisch auf die
Schwägerinnen wg. dem Verhältnis zu ihren Eltern und deren Hilfe (die du anscheinend nicht in dieser
Form als Kind erfahren durftest) bist?
Auch wenns dich tierisch nervt, sie sind ihre Töchter und haben ein Recht drauf, ihre Eltern zu
besuchen. Wenn es deinen SE zu viel wird mit helfen, babysitten usw. werden sie sich schon
zu wehren wissen.

Und was die Unruhe auf dem Hof angeht: überlege mal wie es wäre wenn du in der Stadt in einer Mietswohnung
wohnen würdest...

Zu dem Gejammer der Schwägerinnen über die viele Arbeit, die Kinder machen, habe ich einen Rat.
Meine Schwester hat auch keine Kinder und hat zu jedem, der ihr dumm gekommen ist, gesagt, es ist ihr eigener Wille, Kinder in die Welt zu setzen. Es wird niemand dazu gezwungen.
Meist war danach Ruhe im Karton.

Ärger dich nicht weiter. Versuche "darüber zu stehen".

Gruß
Marina

fanni:
Hallo Kathel,

ich weiß ja nicht, ob bei euch Kinder geplant sind, aber wenn eigene da sind, wird das nochmal ein wenig anders und du bist auch froh um Oma und Opa, die schnell mal nach den Kleinen sehen, während du beim Einkaufen bist. Kinder zum Zahnarzt mitnehmen ist auch nicht schön............Klar kriegt man das auch so gebacken, aber es ist auch schön es nicht zu müssen ;). Warum sollten die Schwestern dieses Angebot, dass ihre Mutter ihnen macht ausschlagen.

Ich kann deinen Wunsch nach mehr Abgrenzung verstehen und ich würd  auf getrennte Bereiche pochen. Bei mir wurde über 20 Jahre durchs Haus gelaufen und ich konnte mir nicht aussuchen auf wen ich treffe, wenn ich grad mal frisch aus der Dusche die Treppe runter kam ??? ??? ???. Da hatten wir am Anfang naiv nachgegeben und waren auch ein wenig bequem etwas "durchzustreiten" und mussten mit dieser Murkslösung dann alle leben.

Zu den Besuchen: ich seh das so, dass die Töchter die Mutter besuchen können, sooft sie wollen. Das geht niemand anders was an. Solange sie von dir nicht verlangen, dass du sie bewirtest odder deinen Kühlschrank leeressen. Vielleicht tut wirkliche Abgenzung gut: Eine andere Lösung der Wohnsituation ohne Durchgangstüre - vielleicht bringt das ja was. Oder-  ein neuer eigener Freisitz an einer anderen Stelle im Garten, bringt auch Freiheiten, ist dann euer Bereich nach einem harten Arbeitstag.

Sachen vom Hof mitnehmen: Schwiiiiiiiiieriges Thema. Hat schon oft zu bitterem Streit geführt. Das kommt immer drauf an, wie dein Mann das geregelt haben möchte (falls schon übergeben wurde, ansonsten - hmmmmmmm..... es ist noch ihr Hof und ich würd mir jetzt auch nicht dreinreden lassen wollen was und wieviel  ich meinen Kindern und wann gebe).

Es sind seine Geschwister und wenn er ihnen z.B, Kartoffeln oder Stroh gibt (schenkt) ist das seine Sache, solange es nicht überhand nimmt. Mein Man sagt auch nix, wenn ich von unserem gemeinsamen Geld (und wir haben alles gemeinsam, das Plus und das Minus auf dem Konto 8) 8)) meinen Geschwistern was schenke oder z.B. wenn wir geschlachtet haben ihnen ein paar Kilo Fleisch gebe.........

Ach ja und wenn du schreibst eure Ehe leidet darunter, dann würde ich schon noch tiefer graben, was ist wirklich los, was brauchen WIR BEIDE sind es "nur" die Schwestern oder ist da auch noch was anderes. Mit dem Partner immer viel reden zu können, das war mir immer mein Grundpfeiler in allen Familienstürmen, mein Fels in der Brandung.

Aus meiner Erfahrung hift nur eines: Sich selber bewußt werden, was einem wirklich wichtig ist und das auch durchsetzen und sonst einfach nur Gelassenheit, Gelassenheit und nochmal Gelassenheit.

stallmädel:
Hallo Kathel,

ich kann voll mit Dir fühlen, ist bei mir auch nicht anders. Hab aber zum Glück nur eine Schwägerin und das Verhältnis zu ihr ist recht frostig. Ein Rezept habe ich bisher noch nicht gefunden, aber die Situation nagt ganz schön an einem.

Aufmunternde Grüße
Stallmädel

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