Autor Thema: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?  (Gelesen 16790 mal)

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Offline Mathilde

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #15 am: 20.01.15, 13:54 »
Hallo,

zum Gymnasium gebe ich Euch ja Recht, aber kann mir dann jemand hier erklären warum die Grund- und Hauptschulen dann "Allgemein bildende Schulen" heissen? Dort muss das gelehrt werden.
Wenn die Gymnasiastin da was nicht gelernt hat oder anprangert dann hat Sie doch auch Recht.
Ich persönlich finde solche Sachen gehören in ein Fach Wirtschaft und schon sind diese Probleme gelöst.
Meinereiner hatte das in der Berufsschule (keinerlei Probleme weil Wirtschaftsgymnasium besucht)

LG Mathilde
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Marie von Ebner-Eschenbach

Offline gammi

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #16 am: 20.01.15, 15:06 »
Es geht ja nicht darum, dass nun in der Schule gelehrt werden soll wie z. B. ein Mietvertrag oder ähnliches genau formuliert sein muss, sondern einfach oft um grundlegende Dinge, dass es Nebenkosten gibt usw.
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Offline SiegiKam

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #17 am: 20.01.15, 15:12 »
Lesen, Schreiben, Rechnen, Allgemeinwissen, das sollen Kinder in der Schule lernen, dazu noch eine Fremdsprache, dann ist eine Hauptschule ohnehin gut beschäftigt. Religion finde ich nicht als Muss, eher schon Ethik.

Solche Sachen wie Versicherungen, Mietverträge... sollten Kinder von ihrem Elternhaus her mitkriegen. Doch leider gibt es immer mehr Leute, die sich einen Sch... für ihre Kinder interessieren.

Selbst erlebt im Buchladen: Eine junge lautstarke Frau mit ca. achtjährigem Kind verwehrt dem Kind etwas zu kaufen "nein, du kriegst heute nichts, das hab ich dir schon so oft gesagt, heute bin ich dran. Zu mir "Die Kalender sind so toll, ich hab in jedem Zimmer einen hängen". Zur Freundin durch den ganzen Laden "Chantall, leihst du mir zehn Euro, am 15. gibts Kindergeld, da zahl ich dir das wieder zurück". Ich sag nur asozial bis in die Grundmauern  ::).

Wir werden über längere Zeit mit diesen Eltern, die ihre Kinder nicht an die Hand nehmen bzw. ihnen nichts beibringen können, weils bei ihnen selbst himmelweit fehlt nicht daran vorbeikommen, Bürgerbüros aufzumachen, auch am Land. Da kann dann jeder hingehen und fragen oder sich helfen oder raten lassen. Wenn wir das nicht machen, nutzen skrupellose Geschäftemacher die Unbeholfenheit oder Dummheit dieser Leute endlos aus. So wie früher der Gemeindeschreiber jedem der kam einen Brief geschrieben hat, so wird das wieder werden, wenn die Kinder von den Eltern nichts gescheites lernen können. Aber Aufgabe der Schule ist das nicht von Grund auf. Ich kann mir vorstellen, das den Kindern beizubringen, die wegen der Schulpflicht zur Berufsschule gehen müssen obwohl sie keine Lehrstelle haben. Da muss Zeit rumgebracht werden und es handelt sich da eh oft um Kinder, die wenig Unterstützung zuhause haben, hier könnten solche Lehrinhalte rübergebracht werden.

Siegi

Leben und leben lassen

Offline fanni

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #18 am: 20.01.15, 15:20 »
muss mich am 10 Finger - Tastenschreiben festhalten.

Hm... ich hab mir das mittels Programm hinterher auch noch mal selber beigebracht, bzw. verfestigt.
Wir haben da in der Schule noch Maschinenschreibunterricht gehabt.
Finde ich jetzt im Nachhinein gar nicht mal so schlecht.
Schlecht finde ich, dass das in der Schule nicht gelehrt wird. Damit würde doch auch Motorik gefördert. Und wenn man hinterher in einem Bürojob landet dann gehört das doch zur Grundausstattung dazu.



bin jetzt mal albern Martina, wer braucht schon noch 10-Fingerschreiben im Zeitalter des Tatschens.......(im Bayern hat das ja auch noch eine andere Bedeutung 8) 8) 8))
Herzliche Grüße von Fanni

Clara

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #19 am: 20.01.15, 16:36 »

Seid Ihr auch der Meinung, dass mehr Lebenspraxis in der Schule vermittelt werden sollte?




Nee Reserl, lass die Kinder ihr Smartphone morgens beim Schulpförtner abgeben und nach dem Unterricht wird es wieder ausgereicht und alles ist schon tutti!

Nein, die Kinder müssen nicht von Mami im Unterricht angerufen werden, weil sie mal eben fix wissen will, was Kind gerade für einen Unterricht hat in der Schule.

Wo findet denn Leben statt und was ist eigentlich 2015 Bildung?

Fragende Grüße,

Anja

Offline martina-s

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #20 am: 20.01.15, 17:09 »
Ja, Fanni,
Du bist richtig albern.  ;D
Vielleicht brauchen wir das auch bald nimmer. Wenn alles auf Tablets umsteigt.
Aber so richtig ganz kann ich mir das für die Büros nicht vorstellen.
Ich finde es nun mal total daneben wenn mich jemand bedient und vor mir tippen soll und der sucht auf der Tastatur herum.

Früher sind die nach "Anschlägen" bezahlt worden. Da gab es zu Zeiten meiner Mutter richtige Wettbewerbe!

Wir haben in der Hauswirtschaftsschule schon gelernt wie man eine Überweisung ausfüllt und wie man ein Briefkuvert korrekt mit Anschrift und Absender beschriftet. Verkehrt war das sicher nicht.

Nur ich weiß auch, dass die Kinder jetzt schon von Grund auf mehr wissen müssen. Die gehen ja schon mit geballtem Wissen in die erste Klasse. Da waren wir noch verträumt und verspielt. Den Standard von heute den man in den Schulen auch schon erwartet, den haben wir mit Sicherheit nicht erfüllt.
Wer sich mit den Kids wirklich beschäftigt und wem was an seinen Kindern liegt, der wird denen ausführlich auf Fragen antworten. Da ist ja bei den Eltern schon viel mehr Wissen da wie früher. Ich möchte meine Eltern jetzt nicht als doof hinstellen. Und manche Kinder wird es auch heute geben die einfach nicht fragen und mit differenzierten Antworten auch überfordert sind.
Aber es sind doch einige Kinder die man gut heranführen kann.

Die Eltern die das nicht können und auch nicht wollen weil ihnen schon mal Grundbildung fehlt, die können das so an ihre Kinder auch nicht weiter geben. Somit klafft ganz einfach eine größere Schere wie 1966 wo ich eingeschult wurde.
Da ist es sicher für Pädagogen auch nicht ganz einfach so eine Klasse zusammenzuführen ohne dass sich der eine Teil langweilt und die anderen hoffnungslos überfordert sind.
Liebe Grüße
Martina

Offline SiegiKam

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #21 am: 20.01.15, 19:50 »
Meine Kinder haben Briefe an die Tante geschrieben und auch ich schreibe meinen Nichten obwohl wir nicht arg weit auseinander wohnen. Ich finde es wichtig, dass Kinder Post bekommen und wegschicken können. Das Onlinebanking hab ich meinen Kindern auch gelernt. Ist das nicht ganz normal? Dafür krieg ich jetzt manchmal PC-Nachhilfe  ;D von ihnen.

Nein, das kann nicht sein, dass eine normale Schule sowas vermitteln muss. Schicken wir jetzt dann die Erstklässler hin um das Schuhbändelbinden zu lernen? Ich krieg schon die Krise, wenn den Erstklässlern das Fleisch beim Essen hergeschnitten wird. Das sind doch keine Babies mehr! Fördern durch Fordern! Statt Schule dazu zu verdonnern könnte man doch auch Rentner als Ehrenamtliche einsetzen, die solche Sachen vermitteln für die Kinder, die das brauchen. Problem ist auch, dass es Kinder erst interessiert und hängen bleibt, wenn sie es wirklich brauchen.

Siegi
Leben und leben lassen

Offline geli.G

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #22 am: 20.01.15, 21:17 »
Hallo,

Maschinenschreiben....heute heißt das IT....haben meine drei größeren Kinder in der RS gelernt. Ganz egal welcher Zweig (Technisch, Französisch, Werken) und das find ich sehr gut. Das Motto der Schule: Jede Schülerin soll das können.
Meine Jüngste ist auf dem Gymi und da haben sie es nicht nötig, den Kindern in den acht Schuljahren das Schreiben mit 10 Fingern beizubringen.

Find ich total daneben  >:(

Ansonsten seh ich das auch so, dass man nicht verlangen kann, dass die Schule alles lehrt.
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Offline frankenpower41

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #23 am: 20.01.15, 21:18 »
Ich finde auch, dass das Sache der Eltern sein sollte und stimme zu, dass es problematisch wird, wenn Eltern manches nicht mehr vermitteln was bei uns nebenher lief.

@Siegi,  wir haben so einen Fall mit Essen schneiden in der Verwandtschaft.  Der Junge stand allerdings kurz vor der Konfirmation, da frage Mama bei Familienfeier im Gasthaus "Soll ich Dir dein Schnitzel schneiden?"
Da spötteln wir jetzt nach 2 Jahren noch alle drüber. Wir anderen wussten fast nicht mehr wohin wir gucken sollen ::) ::) ::).

Marianne

Offline gatterl

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #24 am: 20.01.15, 21:26 »
passt nicht direkt zum Thema, aber irgendwie in die Box  ;D
Eine Mutter ( Lehrerin  ::) ) saß bei einem Rockkonzert ihres Sohnes im Publikum ( da waren Tische und es gab auch was zu Essen )
Der Sohn war damals so 18 Jahre ungefähr.
Als die Band eine kurze Spielpause machte, rief die Mutter auf die Bühne : "Purzelchen, dein Cordon Bleu ist da"

Meine Kinder hätten mich vermutlich gelyncht.


Übrigens haben meine Söhne auch beide 10-Fingerschreiben auf der RS gelernt und sind heut noch froh darüber. Auch auf der BOS/FOS noch, da konnten es bei weitem nicht alle.  ::)
Manche Menschen können nichts mehr wahrnehmen ausser ihrer eigenen Befindlichkeiten
Florian Schroeder

Offline LunaR

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #25 am: 20.01.15, 21:58 »
Bei meinen Kindern hätte ich mir diesen Spruch niemals erlauben dürfen  :o

10-Finger-Schreiben habe ich früher in der entsprechnden Fachschule gelernt, für den Berufszweig, in dem das damals gebraucht wurde. Heute gehört diese Fähigkeit schon fast zu dem Kernkompetenzen, die in fast allen Bereichen benötigt wird. Da fände ich es schon gut, wenn es in der Schule gelehrt würde und zwar nicht zu spät.

LG
Luna
Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


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Offline martina-s

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #26 am: 20.01.15, 22:42 »
 :D...eigentlich sind wir alle einer Meinung...
Ach ist das gemütlich hier!  :D
Liebe Grüße
Martina

Offline silberhaar

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #27 am: 21.01.15, 06:17 »

Ich bin kleiner Statur, aber letzthin bin ich recht gross geworden als unsere Tochter mir sagte: "Mami, was bin ich froh, dass ihr uns zu selbständigen Menschen erzogen habt!"

Silberhaar

deren Tochter sich manchmal recht aufregt, über gleichaltrige, die mit siebenmeilen Stiefel durch die Kindheit gegangen sind!

Offline muliane

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #28 am: 21.01.15, 10:30 »
Aufklärung über mögliche Gefahren des Internets u.  Datenschutz sollte Aufgabe der Schule sein, da es alle Schüler betrifft.
Astronomie, Bühnentanz, 3.u.4.Fremdsprache, Tastschreiben, Kochen ist kinderleicht, Nähen, Sport, ......,
wird bei uns z.T. ab Klasse 5 im Nachmittagsangebot der Gesamtschule angeboten.

Ich denke Aufgabe der Eltern sollte es sein, die Rundschreiben der Schule zu lesen und ihren Schüler dafür zu motivieren .....oder auch nicht..... .
Schon während der Grundschulzeit werden die Kinder angeschrieben, dass sie ein Taschengeldkto. haben sollten...
und spätestens in der 9.Klasse melden sich die Versicherer und fragen nach der Dauer der Schulzeit......
so meine Erfahrung

LG
Muliane

"Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich  nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin."
(Indianerweisheit)

Offline LunaR

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Re: Zu wenig Lebenspraxis in der Schule?
« Antwort #29 am: 21.01.15, 10:32 »
Zitat
Schon während der Grundschulzeit werden die Kinder angeschrieben, dass sie ein Taschengeldkto. haben sollten...
und spätestens in der 9.Klasse melden sich die Versicherer und fragen nach der Dauer der Schulzeit......
so meine Erfahrung

Das machen die aber nicht, damit die Kinder lernen wie es geht, sondern weil sie etwas verkaufen wollen.

LG
Luna
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